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Lieber lange Leine als keine Leute

Spaß im Job ist die halbe Miete. Das gilt auch für Personalchefs.

Spaß im Job ist die halbe Miete. Das gilt auch für Personalchefs.

Quelle: Immobilien Zeitung

Karriere08.10.2019
Wer nur für Geld kommt, geht auch wieder für Geld. Personalchefs setzen deshalb auch auf flexible Arbeitszeitmodelle, um ihre Herde beisammenzuhalten, so gut es geht. ... 

Wer nur für Geld kommt, geht auch wieder für Geld. Personalchefs setzen deshalb auch auf flexible Arbeitszeitmodelle, um ihre Herde beisammenzuhalten, so gut es geht.

Sandra Scholz ist fest davon überzeugt: Vermeintlich weiche Faktoren sind heute für viele ein hartes Entscheidungskriterium bei der Jobsuche bzw. einem Wechsel. Um das Risiko gering zu halten, dass der Fondsgesellschaft Commerz Real, in deren Vorstand Scholz u.a. für Personal zuständig ist, Mitarbeiter von der Fahne gehen, bietet Scholz so ziemlich alles an, was die Kiste mit den flexiblen Arbeitszeiten zu bieten hat: "Viertagewoche, 90%-Verträge, zehn Wochen Urlaub im Jahr bei weniger Gehalt, Sabbaticals ... Auch Homeoffice und mobiles Arbeiten. Wir haben erhoben, dass 90% der Funktionen vom Anforderungsprofil dafür geeignet sind."

Mike Schrottke, Head of People bei CBRE, stieß in einer Talkrunde auf der Expo Real ins gleiche Horn: "Eine flexible Gestaltung der Arbeitszeiten mit einem Tag Homeoffice die Woche motiviert gerade junge Menschen in vielen Fällen stärker als die Betriebsrente. Wir ermöglichen daher immer mehr Mitarbeitern eine moderne Arbeitskultur mit Homeoffice und mobilem Arbeiten." Bis zu 20% dürfen die Mitarbeiter in "bestimmten" Business-Lines zuhause oder unterwegs arbeiten - "und sie machen von diesem Angebot Gebrauch".

Auch Markus Reinert stellt sich um. Der Chef der IC-Immobilien-Gruppe hat im Sommer mit mobilem Arbeiten in seinem Haus angefangen. Nicht nur, weil das für die Jüngeren heute praktisch normal ist: "Auch für diejenigen, die schon ein paar Jahre Erfahrung haben, wird das zunehmend wichtig." Reinert mahnt jedoch zur Bescheidenheit: In seiner Branche sei das mit der Flexibilität "nicht so einfach, in manchen Segmenten funktioniert es nur bedingt".

Für den Projektentwickler und Asset-Manager Beos sind sämtliche Modelle flexibler Arbeitszeit längst gang und gäbe, wie Personalvorstand Holger Matheis fast schon gelangweilt berichtete. So, befand er, sei auch "der hohe Frauenanteil von über 50%" im Unternehmen zu erklären.

Harald Thomeczek

Homeoffice ist ein Thema, das nicht allen behagt

Izabela Danner, CHRO Northern Europe bei JLL.

Izabela Danner, CHRO Northern Europe bei JLL.

Quelle: JLL, Urheberin: Anastasia Kromm

Karriere04.10.2019
Das Thema Homeoffice ist unter Nachwuchskräften ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Arbeitgebers, berichten Personalberater. Das ist Grund genug, bei den fünf Erstplatzierten des ... 

Das Thema Homeoffice ist unter Nachwuchskräften ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Arbeitgebers, berichten Personalberater. Das ist Grund genug, bei den fünf Erstplatzierten des Arbeitgeberrankings der Immobilien Zeitung (siehe "Der Nachwuchs votiert für JLL", IZ 27/19) nachzufragen, wie sie es mit der Arbeit von zuhause aus handhaben.

Die technischen Voraussetzungen für Homeoffice zu schaffen, ist eine der Herausforderungen auf dem Weg, gelegentliches Arbeiten am Küchentisch oder im heimischen Büro zu ermöglichen. Eine andere ist die arbeitsrechtliche Komponente. Manche der befragten Firmen verfügen über ein Regelwerk, das für jeden Mitarbeiter gilt. Dort ist u.a. der Umgang mit gesetzgeberischen Vorgaben wie Arbeitsschutz und die Gestaltung der Arbeitsbedingungen festgehalten.

Auch wegen der rechtlichen Rahmenbedingungen ist Homeoffice oft nicht so spontan umsetzbar, wie mancher Arbeitnehmer es wünscht. Dass das Thema zunehmend in den Fokus rückt, zeigt der Vorstoß des Bundesarbeitsministeriums Anfang 2019, Homeoffice per Gesetz als Recht für alle festzuzurren.

JLL

Das internationale Immobilienberatungsunternehmen JLL bietet grundsätzlich all seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, nach Rücksprache mit dem Vorgesetzten Homeoffice zu machen - außer den Empfangsmitarbeitern, die der Natur des Jobs entsprechend stets vor Ort sein müssen.

Das Unternehmen bietet zwei Varianten des Homeoffices: mal das "mobile Arbeiten" unregelmäßig je nach Bedarf, mal als sogenannte "alternierende Telearbeit", die bis zu zweimal wöchentlich genutzt werden kann und wegen ihrer Regelmäßigkeit einer schriftlichen Genehmigung bedarf. Diese Standards wurden 2016 eingeführt.

In der Homeoffice-Guideline hat JLL festgelegt, dass der Mitarbeiter daheim ein passendes Arbeitsumfeld gewährleisten muss. "Es muss grundsätzlich den rechtlichen Anforderungen sowie den arbeitsmedizinischen und ergonomischen Bestimmungen entsprechen", sagt Izabela Danner, CHRO Northern Europe. Ergänzend gebe es jährlich eine verpflichtende Onlineschulung zum Thema Homeoffice und Arbeitssicherheit.

Dem Thema Arbeitszeiterfassung begegnet JLL recht locker. "Wir haben bei JLL grundsätzlich die Vertrauensarbeitszeit", sagt Danner. Mit der Nutzung von Homeoffice verfüge der Mitarbeiter zwar über mehr Freiheiten, verpflichte sich allerdings auch, "die Leistung gleichwertig zu erbringen, erreichbar zu sein, an Telefonkonferenzen und Webmeetings teilzunehmen usw. Genauso ist er dafür verantwortlich, seine Arbeitszeiten auf das nötige Maß zu beschränken. In der Praxis ist hier vor allem das Vertrauensverhältnis zwischen Teamleiter und Teammitgliedern entscheidend."

Mobil ist JLL auch im Büro in Frankfurt. Dort gibt es zum Beispiel kaum personalisierte Arbeitsplätze. Das sorge "täglich für neue Konstellationen und Dynamik", erzählt die Personalchefin.


CBRE

Im Grunde dürfen alle Mitarbeiter des Immobilienberatungsunternehmens CBRE Homeoffice nutzen - in Abstimmung mit dem Vorgesetzten und unter der Voraussetzung, dass die betrieblichen Prozesse nicht beeinträchtigt werden. Bis zu 20% der Arbeitszeit dürfe der Mitarbeiter im Homeoffice verbringen, erklärt Personalchef Mike Schrottke.

Genutzt werde das vor allem dann, wenn die Kinderbetreuung spontan ausfällt, das Kind krank ist oder der Mitarbeiter einfach mal ein paar Stunden Ruhe fürs konzeptionelle Arbeiten braucht. Es gebe Kollegen, so erzählt Schrottke weiter, die das Homeoffice recht regelmäßig nutzen, andere nur nach Bedarf. Das hänge auch stark von den Abteilungen ab. Im Investmentbereich zum Beispiel werde Homeoffice eher weniger praktiziert, weil es sehr viele Ad-hoc-Termine gibt, an denen die Mitarbeiter teilnehmen müssen. In anderen Bereichen hingegen sei es nicht unüblich und werde vor allem von Müttern genutzt.

Ein erhöhtes Interesse an Homeoffice über die vergangenen Jahre bemerkt Schrottke derweil nicht. Es sei ein Thema, das einfach im Arbeitsalltag mitlaufe.

Technisch betrachtet sind alle CBREler mit Laptops und Handys für das mobile Arbeiten ausgerüstet. Sie verfügen zudem über zahlreiche Programme, die den digitalen Wissenstransfer und die Kommunikation per Chat oder Video unterstützen. Dadurch, dass die sensiblen Unternehmensdaten auf einem Server liegen, sei deren Sicherheit bei einem Zugriff außerhalb des Büros gegeben.

Auch CBRE folgt im Übrigen dem Trend in der Arbeitsplatzgestaltung und bietet seinen Mitarbeitern künftig im Frankfurter Omniturm viele mobile Arbeitsplätze, die nicht mehr fest zugewiesen werden. Da CBRE selbst als Berater im Workplace Management auftrete, sollten auch die eigenen Büros modern sein, sagt Schrottke.


BEOS

"Homeoffice spielt bei uns eine sehr große Rolle und ist an der Tagesordnung", sagt Holger Matheis, der im Vorstand des Berliner Projektentwicklers und Asset-Managers Beos für Personalthemen verantwortlich ist. Das hängt u.a. damit zusammen, dass die Arbeitsplätze in der Unternehmenszentrale knapp kalkuliert sind, Homeoffice also schon im Raumkonzept eingerechnet worden ist.

"Wir haben nicht festgeschrieben, wann und wie viele Tage Homeoffice die Mitarbeiter nehmen dürfen", sagt Matheis. Das könnten "auch mal zwei Tage die Woche" sein. Voraussetzung ist, dass die Abwesenheit mit dem Vorgesetzten und dem Team abgesprochen ist.

Abgesehen von den Kolleginnen und Kollegen am Empfang dürfen alle 200 Beschäftigten das Arbeiten ab und an nach Hause verlegen. Anfangs ohne konkrete Regelung gehandhabt, gibt es nun eine Homeoffice-Vereinbarung mit jedem Mitarbeiter. Darin sind u.a. gesetzgeberische Vorgaben wie der Arbeitsschutz thematisiert. "Eigentlich ist das ja lustig", bemerkt Matheis, mit Blick auf die Rechtslage. Beim mobilen Arbeiten, das überall - also auch Zuhause - stattfinden kann, interessiere sich der Gesetzgeber hingegen nicht für das Arbeitsumfeld.

"Die Nachfrage nach Homeoffice hat sich in den vergangenen Jahren erhöht", erzählt Matheis. Gerade bei Neueinstellungen sei es inzwischen ein wichtiges Thema. Dabei habe ein neuer Kollege in seinen ersten sechs Monaten bei Beos wohl kaum Gelegenheit dazu. Es gebe dann einfach zu vieles vor Ort zu lernen und zu erfahren.

Technisch gesehen arbeiten alle Mitarbeiter in der Cloud, sie haben also von überall aus Zugriff auf die relevanten Daten. Das ist eine Folge des sogenannten Werkbankprinzips, der flexiblen Arbeitsplätze bei Beos. Der mobile Umgang mit Daten und mit der Cloud werde regelmäßig geschult.


CORPUS SIREO

Seit Anfang 2018 gibt es beim Immobiliendienstleister Corpus Sireo eine Regelung für mobiles Arbeiten. Nach Absprache mit der Führungskraft können die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz kurzzeitig nach Hause verlegen, z.B. um somit Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bekommen. "Bisher haben wir damit positive Erfahrungen gemacht", resümiert Yvonne Hoberg, Mediensprecherin bei Corpus Sireo. "Sowohl Mitarbeitende als auch Vorgesetzte nutzen das Arbeitsmodell. Unabhängig von diesem Modell hat jeder Mitarbeitende bei uns einen eigenen Arbeitsplatz."


BNPPRE

BNP Paribas Real Estate möchte sich zum Thema Homeoffice nicht äußern.

Kommentar Zu "Homeoffice ist ein Thema, das nicht allen behagt"

Das Thema Homeoffice scheint für Personaler und Geschäftsführer ein ganz heißes Eisen zu sein. Früher hat es irgendwie funktioniert, dem einen Mitarbeiter teilweise zuhause zu arbeiten zu gewähren, dem anderen nicht. Vielleicht ließen sich da die individuellen Gründe besser vermitteln. Inzwischen wird es damit schwieriger. Mehr Mitarbeiter pendeln jeden Tag weite Strecken zwischen dem Büro und ihrem Zuhause, viele sehnen sich nach der Ruhe am Küchentisch, wenn konzeptionelle Aufgaben anstehen, andere sind auf das Homeoffice angewiesen, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Die Gründe dafür, nicht am Schreibtisch gefesselt zu sein, werden immer vielfältiger. Gut, wenn sich Unternehmen auf eine für alle Mitarbeiter gültige Regelung berufen können. Dann können sie unbefangen aus dem Alltag mit Homeoffice berichten. Demgegenüber zeigt unsere kleine Umfrage, dass es Unternehmen gibt, die sich bei dem Thema eher zurückhalten. Warum? Vielleicht ist es die üppige Vielfalt der aktuellen Möglichkeiten? Vielleicht fürchten sie, dass zu viel Transparenz Begehrlichkeiten weckt? Vielleicht sind sie aber auch gerade auf dem Weg zur Regulierung und wollen nicht gestört werden?

Anke Pipke

Swiss Life macht JLL den Titel streitig

JLL lässt sich den Titel Top-Arbeitgeber nicht nehmen. Doch die Swiss-Life-Familie - in Gestalt von Corpus Sireo und Beos - ist eine harte Konkurrenz.

JLL lässt sich den Titel Top-Arbeitgeber nicht nehmen. Doch die Swiss-Life-Familie - in Gestalt von Corpus Sireo und Beos - ist eine harte Konkurrenz.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: Roman Stetsyk

Karriere23.08.2018
JLL bleibt der Traumarbeitgeber von Immobilienstudenten. Der Seriensieger im IZ-Ranking schafft es 2018 zum siebten Mal in Folge auf den ersten Platz. Corpus Sireo verteidigt Rang zwei. ... 

JLL bleibt der Traumarbeitgeber von Immobilienstudenten. Der Seriensieger im IZ-Ranking schafft es 2018 zum siebten Mal in Folge auf den ersten Platz. Corpus Sireo verteidigt Rang zwei. Langeweile kommt trotzdem nicht auf: Dritter ist überraschend eine andere (künftige) Swiss-Life-Tochter: Beos. Zusammen holen die beiden Einheiten des Schweizer Asset-Managers mehr Stimmen als JLL.

Seit 2009 fragt die Immobilien Zeitung Studenten aus immobilienwirtschaftlichen und verwandten Studiengängen im Rahmen einer Arbeitsmarktbefragung, für wen sie nach ihrem Studium am liebsten arbeiten wollen. Dieses Jahr haben sich 221 Studenten an der Abstimmung über die Top-Arbeitgeber beteiligt. Im letzten Jahr verrieten uns 303 Teilnehmer ihren Wunscharbeitgeber - wohl ein Grund, weshalb die meisten der aktuellen Top Ten weniger Punkte verbuchten als im IZ-Arbeitgeberranking 2017. So hat JLL dieses Jahr 141 Zähler eingesammelt. Vergangenes Jahr waren es noch 203.

Bis auf die ersten beiden Ränge blieb in den Top Ten kein Stein auf dem anderen (siehe die Tabelle "Die 10 Wunscharbeitgeber der Studenten"). Beos hat insgesamt sieben Unternehmen überholt. Der diesjährige Siebte, Art-Invest, hat gleich acht Plätze gutgemacht. Der Projektentwickler, Asset- und Fondsmanager - und mit ihm die Zech-Gruppe - ist 2018 erstmals in den Top Ten vertreten. Beos und Art-Invest sind die einzigen Unternehmen aus den Top Ten, die trotz gesunkener Teilnehmerzahlen mehr Punkte einheimsten. Zu den Aufsteigern im Ranking gehört auch ECE. Der Vorjahresdritte CBRE muss sich dafür diesmal mit Rang vier begnügen. Auch für Drees & Sommer, Patrizia Immobilien, Union Investment und BNP Paribas Real Estate ging es abwärts.

Insgesamt sind den Studenten 154 verschiedene Namen eingefallen. Doch nur für 23 Unternehmen hat es zu einer nennenswerten - zweistelligen - Punktzahl gereicht. Dazu gehören neben den bereits genannten Firmen: Colliers, Deka Immobilien, Tishman Speyer, Cushman & Wakefield, PwC, Becken Development, Savills, Ernst & Young, Hochtief, Vonovia, Blackrock, Daimler Real Estate und Strabag.

Hochtief, der Gewinner der ersten drei IZ-Arbeitgeberrankings der Jahre 2009 bis 2011, hat zuletzt Federn gelassen - was nach dem Verkauf der Wohnentwicklungssparte, dem Wandel zum Service-Developer und dem erwarteten perspektivischen Ausstieg aus der Projektentwicklung keine Überraschung ist. Schon eher überraschend ist der Abstieg von Apleona: Die ehemalige Real-Estate-Sparte von Bilfinger war seit 2010 ein Dauergast in den Top Ten und belegte selbst letztes Jahr, als der Verkauf an den Finanzinvestor EQT und die Umfirmierung in Apleona schon über die Bühne gegangen waren, noch Platz acht. Dieses Jahr wurde der Immobilienmanager auf Rang 32 durchgereicht.

Die Punkte für die Wunscharbeitgeber wurden gewichtet nach Nennung vergeben. Jeder Student konnte bis zu drei Unternehmen in einer priorisierten Reihenfolge angeben. Hinter den 141 Punkten von JLL z.B. verbergen sich 58 Studenten, die ihre Sympathie zu dem Immobilienmakler und -dienstleister bekundeten. Addiert man in einem Gedankenspiel die Stimmen, die Corpus Sireo (32) und Beos (27) erhielten, kommen 59 Nennungen zusammen. Die Swiss-Life-Familie hätte JLL so gesehen den ersten Rang abgetrotzt. Doch noch ist die Übernahme von Beos durch Swiss Life Asset Managers nicht abgeschlossen. Außerdem sollen beide Firmen separate Einheiten bleiben und nicht etwa zusammengeführt werden. Und drittens nannten vier Studenten Corpus Sireo und Beos. Diese hätten Swiss Life gar zwei Stimmen gegeben.

Die Gefühle von Izabela Danner, im deutschen Management Board von JLL für das Personal zuständig, dürfte dieses Zahlenspiel kaum trüben: "Wir sind stolz auf die Auszeichnung." Der Titel des Top-Arbeitgebers werde "auch von JLL-Kollegen in anderen Ländern wahrgenommen". Das unterstreiche seine Bedeutung. "Für Studenten ist das gute Abschneiden in den vergangenen Jahren sicherlich ein zusätzlicher Grund, sich bei JLL zu bewerben", glaubt Danner.

Etwas nüchterner sieht das Claudia Theisel, Director Human Resources der ECE: "Die Präsenz im Arbeitgeberranking der IZ trägt sicher dazu bei, unser Image und unsere Bekanntheit als Arbeitgeber zu steigern, und ist damit auch eine öffentlichkeitswirksame Unterstützung bei der Anwerbung von neuen Mitarbeitern." Klar sei aber auch, dass dies "nur ein Aspekt unter vielen ist und wahrscheinlich kein Mitarbeiter allein aufgrund der Positionierung im Ranking zu uns gestoßen ist".

Kai Johnson, Leiter Personal Hamburg bei Union Investment, hängt die Bedeutung des Arbeitgeberrankings höher: "Wir gehen davon aus, dass sich in den Top Ten tatsächlich die besten Arbeitgeber befinden. Dass nur die Hälfte der Teilnehmer einen Wunscharbeitgeber angegeben haben, lässt erwarten, dass diese sich sehr dezidiert mit den Unternehmen beschäftigt haben." Tatsächlich nahmen insgesamt 418 Studenten an der Arbeitsmarktumfrage teil, doch nur gut jeder Zweite gab einen Wunscharbeitgeber an.

Besonders viel Beachtung schenkt offenbar Beos dem Arbeitgeberranking. Gleich mehrere Studenten gaben bei der Frage, weshalb sie an der Befragung teilnahmen, an, von dem Berliner Projektentwickler und Investmentmanager darauf aufmerksam gemacht worden zu sein. Die meisten Studenten, die dem Aufruf von Beos folgten, schenkten dem Unternehmen ihre Stimme. Dies fällt deshalb auf, weil die anderen Top-Arbeitgeber hier gar nicht oder nur sehr vereinzelt genannt werden. Beos‘ Hinweis hat sich offenbar ausgezahlt. Er hat neben dem ganzjährigen Engagement um den Nachwuchs dazu beigetragen, dass die Berliner von Platz 10 im Vorjahr jetzt auf den Bronzerang vorpreschen konnten. Eine beachtliche Entwicklung.

Die Vermutung, Beos könnte bei seinem Sprung aufs Treppchen nachgeholfen haben, weist Beos-Personalchef Holger Matheis zurück: "Die Befragung Studierender durch die Immobilien Zeitung trägt zur Transparenz der gesamten Immobilienbranche bei. Von diesem Mehrwert profitieren Arbeitgeber und Berufseinsteiger gleichermaßen. Uns ist es ein besonderes Anliegen, die Bedürfnisse potenzieller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu kennen, um die Unternehmensentwicklung entsprechend voranzutreiben. In diesem Sinne haben wir in unserem Netzwerk auf die Befragung aufmerksam gemacht und zu einer generellen Teilnahme angeregt."

Studenten, die von Beos zu einer Teilnahme ermuntert wurden und für die Firma gestimmt haben, bestätigen Matheis' Darstellung: Carolin Fischer (24) etwa, die gerade ihr Bachelor-Studium in Internationalem Immobilienmanagement an der Hochschule Aschaffenburg abgeschlossen hat, versichert: Nach einem sechsmonatigen Praktikum bei Beos in Hamburg "habe ich von der Beos eine Art Follow-up-Mail erhalten, die sehr freundlich auf das Ranking hingewiesen hat. Die Mail beinhaltete jedoch keinerlei Druckmittel, sich für Beos zu entscheiden. Es hieß lediglich, dass Umfragen dieser Art auch für Beos wichtig sind, um die Ergebnisse umzusetzen und ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen."

Andere ehemalige Praktikanten und Werkstudenten von Beos äußern sich ähnlich. Ebenso Studierende, die das Unternehmen nur von außen kennen. Viele kommen mit der Firma über Gastvorlesungen und Unternehmenspräsentationen an Hochschulen, Karrieremessen und Jobbörsen, über eine Exkursion in eine Beos-Niederlassung oder ein Karrieredinner in Kontakt. Wie die Aussagen der Studenten, mit denen die IZ stichprobenhaft gesprochen hat, zeigen, versteht sich Beos offenbar darauf, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen - der sich dann häufig im Praktikum oder im Werkstudentenjob bestätigt.

Die anderen Top-Arbeitgeber unternehmen natürlich auch so einiges, um den akademischen Nachwuchs für sich einzunehmen. Frei nach dem Motto: "Wer gesehen werden will, muss sich zeigen!", wie es Iris Schönbeck, Head of HR Operations von Corpus Sireo Real Estate, formuliert. Schönbeck versteht den zweiten Platz als "Gesamt-Feedback zu all unseren gezielten Aktivitäten im Hochschulmarketing in den vergangenen Jahren". Sie ist sich sicher: "Die Studierenden kennen Corpus Sireo und verknüpfen diese Marke mit positiven Qualitäten." Bei CBRE sehen sie das ähnlich: "Die Präsenz eines Unternehmens an Hochschulen, auf Messen, durch Sponsoring und andere Events ist sicherlich bei der Wahl der Immostudenten nicht zu unterschätzen."

Sie könnten gar nicht präsent genug an den Hochschulen sein, findet auch Sinan Eliguel, Head of Group HR von Drees & Sommer: "In Sachen Campus Relation machen wir vergleichsweise eher noch viel zu wenig und wollen das ausbauen. Wir haben uns daher für die kommende Zeit noch sehr viel vorgenommen, um nächstes Jahr noch besser zu werden." Denn von nichts kommt nichts: "Wer als Arbeitgeber von den Studierenden wahrgenommen werden will, muss sich schon die Mühe machen, auf sie zuzugehen, um in ihr Blickfeld zu geraten. Das ist natürlich eine Investition, aber diese wird durch mehr und bessere Bewerber belohnt", sagt Rüdiger Freiherr von Stengel, geschäftsführender Gesellschafter von Art-Invest.

Der Aufstieg von Art-Invest verdankt sich ebenfalls einer stärkeren Präsenz auf der Studentenbühne. Das Unternehmen ist seit seiner Gründung vor acht Jahren von vier auf 180 Mitarbeiter gewachsen, fast drei Viertel der Leute haben über persönliche Empfehlungen zu Art-Invest gefunden. "In vielen Bereichen reicht dies nicht mehr aus", weiß von Stengel. Deshalb hat er letztes Jahr beschlossen, "auf ausgewählte Hochschulen zuzugehen, um auf uns aufmerksam zu machen".

Art-Invest nimmt darum jetzt an Karrieremessen teil und "trägt in Seminaren zum Thema Projektentwicklung mit hauseigenen Fallbeispielen bei". Und die Firma bietet in diesem Jahr zum ersten Mal ein Traineeprogramm an. Praktika und Werkstudentenjobs, duale Studiengänge, Traineeplätze und Direkteinstieg: Das Angebot an Schnupper- und Einstiegsmöglichkeiten für Studenten und Absolventen ist groß - und wächst. Welche Sprungbretter die Top-Arbeitgeber dem Nachwuchs bieten, lesen Sie auf Seite 15 ("Die beliebtesten Wunscharbeitgeber im Porträt").

Allerdings: Entdecken immer mehr Unternehmen das Hochschulmarketing für sich und bieten Jobs für Studenten und Einsteiger an, wird es immer schwerer, sich vom Wettbewerb abzuheben. Philipp Benseler, Head of Human Resources von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE), nimmt dies für sich und sein Haus in Anspruch: "Wir sind eins der sehr wenigen Unternehmen in der Branche, das spezielle Recruiting-Events veranstaltet. Für ein erstes Kennenlernen gehen wir beispielsweise gemeinsam mit Absolventen und Studierenden im Hochseilgarten klettern oder kochen."

Die Gründe, weshalb Studenten gern für ein Unternehmen arbeiten würden, sind recht unterschiedlich. Eine große Rolle spielt bei fast allen Adressen die Erwartung, dass sich die eigenen Interessen mit den Tätigkeiten decken, die sie bei dieser oder jener Firma ausüben können. Oft versprechen sich die Studenten auch gute Karriereperspektiven von einem Engagement. Bei Drees & Sommer und Beos fällt auf, dass vergleichsweise viele Studenten, die die Unternehmen gewählt haben, schon persönlich Bekanntschaft mit ihnen geschlossen haben.

Seriensieger JLL punktet dagegen vor allem mit internationalem Charme. Passenderweise "führen wir in diesem Jahr ein globales Karrieremodell ein, in dem alle Jobs bei JLL weltweit abgebildet werden", erzählt Personalchefin Danner. Auch bei CBRE und BNPPRE fällt die Internationalität ins Gewicht. Bei Silbermedaillengewinner Corpus Sireo sticht ein besonders positives Image hervor. (Was die Studenten im Detail an den Top-Arbeitgebern schätzen - und auch was ihnen nicht gefällt -, erfahren Sie im Artikel "Daumen hoch, Daumen runter".)

Dass die Studenten eine sehr differenzierte, zum Teil sehr kritische Sicht auf die Unternehmen haben, zeigen die Antworten auf eine Frage, die zum ersten Mal Bestandteil der Umfrage war: Für welches Unternehmen willst du auf keinen Fall arbeiten? Auch hier macht überraschend JLL mit 20 Nennungen mit weitem Abstand das Rennen. Mit Blick darauf, dass JLL mit 58 positiven Studentenvoten den ersten Platz im Beliebtheits-Ranking verteidigt, sind 20 Antipathiebekundungen nicht wenig. Vergleichsweise viele Gegenstimmen bekamen auch Engel & Völkers (16) und Vonovia (13).

Harald Thomeczek

Die beliebtesten Wunscharbeitgeber im Porträt

Izabela Danner, Head of Human Resources.

Izabela Danner, Head of Human Resources.

Quelle: JLL, Urheber: Anastasia Kromm

Karriere23.08.2018
Nun kennen wir sie, die zehn beliebtesten Wunscharbeitgeber der Befragten. Jetzt ist die Frage: Für wen wird der Wunsch Wirklichkeit? Die Unternehmen verraten uns, wie der Einstieg bei ihnen ... 

Nun kennen wir sie, die zehn beliebtesten Wunscharbeitgeber der Befragten. Jetzt ist die Frage: Für wen wird der Wunsch Wirklichkeit? Die Unternehmen verraten uns, wie der Einstieg bei ihnen funktionieren kann, welche Stellen sie bieten und was die Absolventen später erwartet. Ein Praktikum oder ein Werkstudentenjob zum gegenseitigen Kennenlernen ist bei allen schon mal ein guter Anfang. Dann klappt es später vielleicht auch mit einem Direkteinstieg.

1. JLL

Izabela Danner, Head of Human Resources.

Ein Einstieg beim Immobilienberater JLL ist auf mehreren Wegen möglich. Für solche, die es über ein duales Studium schaffen wollen, gibt es neben den Plätzen am Berliner Standort ab Herbst 2019 auch in Frankfurt die Möglichkeit dazu. Damit setzen wir einen Schwerpunkt im Bereich Bewertung und Transaktionsberatung.

Darüber hinaus bieten wir ein Traineeprogramm für Absolventen an, das explizit so gestaltet ist, dass keine internen Vorkenntnisse nötig sind. Auch Bewerber ohne vorheriges Praktikum oder Werkstudentenjob bei JLL können somit daran teilnehmen. Wir sehen allerdings auch, dass Absolventen, die praktische Erfahrung gesammelt haben, oft über höheres Fachwissen verfügen.

Absolventen, die über einen Direkteinstieg und ohne Berufserfahrung bei uns anfangen wollen, beginnen vor allem in den Bereichen Bewertung, Vermietung und Objektverwaltung. Die dort gesammelten Erfahrungen sind auch später in anderen Bereichen von großem Vorteil. Abteilungen wie Corporate Solutions und Asset-Management setzen ein breites Grundwissen voraus. Sie kommen für Einsteiger erst in einem zweiten Schritt infrage.

JLL wird in diesem Jahr voraussichtlich 180 Praktikums-, 150 Aushilfs- und Werkstudenten- sowie 95 Junior-Stellen besetzen. Sie verteilen sich über das ganze Unternehmen. Schwerpunkte liegen naturgemäß in unseren großen Standorten Frankfurt, München, Berlin, Hamburg und Düsseldorf.

Dank des globalen Karrieremodells, das wir dieses Jahr einführen, sind die Aufstiegsmöglichkeiten für alle transparenter und gerechter. Es unterstreicht zudem den internationalen Charakter des Unternehmens.

2. CORPUS SIREO

Iris Schönbeck, Head of HR Operations.

Das Traineeprogramm ist der gängigste Einstieg bei Corpus Sireo, einem Asset- und Investment-Manager sowie Projektentwickler. Es richtet sich an Hochschulabsolventen mit immobilienwirtschaftlichem Schwerpunkt. Chancen darauf haben auch solche, die zuvor noch keine Erfahrung als Praktikant oder Werkstudent bei Corpus Sireo gesammelt haben. Alle Bewerber durchlaufen den gleichen Bewerbungsprozess.

Schülern oder Auszubildenden, die sich nicht zwischen theoretischem Studium und praktischer Ausbildung entscheiden wollen, bieten wir ein duales Studium an. Corpus Sireo begleitet Studierende hier sehr zielgerichtet vom ersten Semester bis zum Schreiben der Bachelor- und Masterarbeit.

Für unser Traineeprogramm haben wir etwa zehn Plätze jährlich, für Werkstudenten und Praktikanten stellen wir gut 50 Plätze pro Jahr zur Verfügung. Corpus Sireo kann man dabei an allen Standorten und in allen Divisionen (Business Development, Portfolio Management, Investment & Transaction, Asset- & Property-Management, Real Estate Development) kennenlernen.

Bei der weiteren Karriereplanung ist vieles möglich. Ob sich ein fachlicher Karrierepfad mit Expertenwissen entwickelt oder eine Führungsposition - sei es in einem Projekt oder mit Personalverantwortung -, das hängt natürlich auch von jedem selbst ab. Bei der Orientierung, wo die Reise hingeht, helfen der regelmäßig stattfindende Austausch mit dem Mentor und das Angebot von gezielten Experten- und (Führungskräfte-)Entwicklungsprogrammen sowie Seminare der Corpus Sireo Academy, die auch Trainees und Studenten offenstehen.

3. BEOS

Holger Matheis, Mitglied des Vorstands.

Das Portfolio des Berliner Investmentmanagers Beos wächst kontinuierlich. Deswegen suchen wir u.a. Talente für die Bereiche Projektentwicklung/Asset-Management, Baumanagement, Portfoliomanagement, Corporate Solutions und für die Arbeitsfelder des Finanzteams. Neben fachlichem Wissen ist es uns ebenso wichtig, Mitarbeiter zu finden, die eigenverantwortlich, zielorientiert und unternehmerisch denken und handeln. Zudem bilden wir selbst aus, z.B. zum Projektentwickler/Asset-Manager, zum Controller und Portfoliomanager.

Beos sucht ganzjährig Praktikanten an allen sechs Standorten (Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, München und Stuttgart), u.a. für die Bereiche Projektentwicklung/Asset-Management, Baumanagement, Corporate Solutions und Finanzen. Aus den Praktika ergeben sich nicht selten weiterführende Werkstudententätigkeiten. Diese Erfahrungen sind für spätere Beos-Einsteiger zwar hilfreich, aber kein Muss. Neben der Möglichkeit eines dualen Studiums bietet Beos den Direkteinstieg als Projektmanager.

Absolventen können und sollen bei Beos vom ersten Tag an gestalten. Um sie in unsere Prozesse und Projekte einzuarbeiten, durchlaufen alle Beos-Starter ein umfangreiches Onboarding-Modulprogramm und profitieren von dem Wissen der erfahrenen Beos-Experten.

4. CBRE

Mark Spangenberg, COO Deutschland.

Als weltweit größter Immobiliendienstleister bieten wir Absolventen Traineeprogramme grundsätzlich in all unseren Bereichen an, sowohl rotierend als auch innerhalb nur eines Bereichs. Eine Auslandsstation ist dabei Pflicht. Dabei handelt es sich aber zunächst nur um eine Schnupperwoche. Längere Auslandsstationen können folgen. Darüber hinaus gibt es bei uns die Möglichkeit des Direkteinstiegs. Parallel zu den Ausbildungsplätzen für Immobilienkaufleute und Kaufleute für Büromanagement bieten wir zudem Plätze für duale Studenten an. Diese richten sich in erster Linie an Kandidaten ohne abgeschlossenes Studium.

Absolventen suchen wir z.B. für das generalistische Traineeprogramm in der Beratung, Vermittlung, Bewertung und Vermietung am Standort in Hamburg sowie für das fachspezifische Traineeprogramm in der Immobilienbewertung, als Junior Accountant in der Debitorenbuchhaltung, als Asset-Manager im Segment Loan Services, als Junior Consultant in den Bereichen Valuation Advisory Services oder Facility-Management, als Analyst in der Abteilung Capital Markets und als Junior Project Manager in den Bereichen Bau und Immobilien sowie Technical Asset Management.

Bis Anfang August haben wir mehr als 90 Absolventen, Werkstudenten und Praktikanten eingestellt und hatten dato bundesweit 20 weitere Vakanzen quer durch alle Bereiche (Asset Services, Capital Markets, Digital Advisory, Digital Innovation, Digital Intelligence, Facility-Management, Finance, Human Re-sources, Technical Asset-Management, Valuation Advisory Services).

5. DREES & SOMMER

Sinan Eliguel, Head of Group HR.

Wir bieten als Beratungs- und Projektmanagementunternehmen alle Möglichkeiten eines Einstiegs. Dazu gehören u.a. Direkteinstieg, Traineeprogramm oder duales Studium. Wir arbeiten derzeit daran, neben unseren lokalen bzw. standortbezogenen Traineeprogrammen auch unternehmensübergeordnete bzw. internationale Programme anzubieten.

Es werden etwa 300 Studenten jährlich als Absolventen, Werkstudenten und Praktikanten gesucht und eingestellt. An nahezu jedem Standort und in jedem Leistungsfeld können Studenten eine Position ergattern. Die Erfahrungen aus einem Praktikum oder aus einem Werkstudentenjob bei Drees & Sommer sind kein Muss für den Berufseinstieg bei uns. Allerdings ist es uneingeschränkt empfehlenswert, sich zunächst über diesen Weg einen ersten Eindruck über den Job und den Arbeitgeber zu verschaffen. Andernfalls erkennt man wohl viel zu spät, dass man vielleicht den falschen beruflichen Weg eingeschlagen hat.

Da wir unseren Kunden mehr als 80 Leistungsfelder bieten, sind nahezu alle Studiengänge herzlich willkommen. Auch wenn die Ingenieursberufe bzw. technischen Berufe unser Kerngeschäft repräsentieren, gibt es Platz für Absolventen anderer Studiengänge. Wir beschäftigen heute auch Betriebswirte, Volkswirte, Soziologen, ja sogar Mediziner.

Mit Blick auf die Karrieremöglichkeiten gibt es keine vorgegebenen fixen Stationen oder auch keinen Automatismus, um auf der Karriereleiter nach oben zu steigen. Jeder Mitarbeiter hat es vielmehr selbst in der Hand. Viele unserer Führungskräfte sind als Praktikant bei Drees & Sommer gestartet und haben die Leiter bis ganz nach oben erklommen.

6. PATRIZIA

Sabine Schillinger-Köhne, Head of HR Germany.

Absolventen können beim Investmenthaus Patrizia Immobilien ihre Karriere im Rahmen des Direkteinstiegs, des Management-Trainee-Programms sowie des dualen Studiums starten. Derzeit suchen wir Absolventen für die Bereiche Asset-Management, Fund Management, Digitalisierung sowie Real Estate Development - gerne mit erster Berufserfahrung im Rahmen von Praktika und Werkstudententätigkeiten. Wer diese schon bei Patrizia gesammelt hat, ist zwar im Vorteil für einen späteren Einstieg bei Patrizia, entscheidend ist letztlich allerdings die Gesamtqualifikation. In Summe haben wir in diesem Jahr bereits etwa 30 Absolventen, Werkstudenten oder Praktikanten in den unterschiedlichen Bereichen und Standorten in Europa eingestellt.

Da wir nun durch Unternehmenszukäufe international stark gewachsen sind, begrüßen wir es, wenn Mitarbeiter Abteilungen und Standorte auch über Landesgrenzen hinweg wechseln, um fachliches und standortspezifisches Know-how zu transferieren und die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens weiterhin zu intensivieren. Unser Management-Trainee-Programm sieht zudem eine verbindliche Auslandsstation vor. Auch unseren dualen Studenten bieten wir diese Möglichkeit.

Auch Quereinsteiger haben bei Patrizia eine Chance. Das Studium an sich erachten wir allerdings als allgemeine Qualifikation. Und in gewissen Bereichen ist ein Immobilienschwerpunkt im Studium sicherlich von Vorteil.

7. ART-INVEST REAL ESTATE

Dr. Rüdiger Freiherr von Stengel, geschäftsführender Gesellschafter.

Art-Invest Real Estate ist nicht nur Projektentwickler, sondern auch Investmentmanager und KVG. Etwa ein Sechstel der insgesamt 180 Mitarbeiter sind in der KVG tätig, fünf Sechstel kümmern sich um die immobilienwirtschaftlichen Themen oder sind in unterstützenden Funktionen tätig. Wir bieten die Möglichkeit, uns schon als Praktikant, Werkstudent, Bachelorand und Masterand im Studium kennenzulernen. Danach gibt es das Angebot eines Direkteinstiegs oder die Teilnahme an unserem Traineeprogramm. Je nach vakanten Stellen können Berufseinsteiger in allen Funktionsbereichen (z.B. Projektentwicklung, Asset-Management, Transaktion, Fondsmanagement, Controlling, Finanzierung) starten.

Aus dem Kreis der Studierenden beschäftigt Art-Invest Real Estate 2018 ca. 25 bis 30 Personen in unterschiedlichen Positionen an allen Standorten (Köln, München, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Wien). Zusätzlich werden wir dort zehn bis 15 Absolventen einstellen. Insbesondere für den Direkteinstieg ist ein Praktikum oder ein Werkstudentenjob bei Art-Invest sehr hilfreich, aber kein Ausschlusskriterium. Für Quereinsteiger und exzellente Generalisten empfiehlt sich das Traineeprogramm.

Eine lange Karriereleiter gibt es bei uns nicht. Für die Agilität von Art-Invest Real Estate bleibt es essenziell, dass zwischen dem Geschäftsführer und dem Projektverantwortlichen in der Regel nur eine Führungsebene existiert.

Das Thema Internationalität wird derweil bei Art-Invest präsenter. Noch sind wir zu über 90% in Deutschland investiert, haben aber in vier anderen Ländern bereits unsere Fühler ausgestreckt. Da werden sich weitere Möglichkeiten in Zukunft eröffnen.

8. ECE

Claudia Theisel, Director Human Resources, ECE Projektmanagement.

Der europaweit tätige Shoppingcenter-Entwickler und -Manager ECE aus Hamburg ermöglicht den Berufseinstieg sowohl für Abiturienten als auch für Absolventen und (Young) Professionals mit einem dualen Studium, über Traineeprogramme oder als Direkteinstieg. Mit einem erfolgreich abgeschlossenen Studium und mit Berufserfahrung, auch in Form von Praktika oder Werkstudententätigkeiten, gibt es je nach Stellenprofil und Anforderungen des Fachbereichs gelegentlich die Möglichkeit, unmittelbar nach dem Studium einzusteigen. Ein duales Studium bieten wir im Bereich Business Administration (Berufsziel Leasing Manager) mit der HSBA Hamburg School of Business Administration und im Bereich Handelsmanagement (Berufsziel Centermanager) mit der EUFH Europäischen Fachhochschule Brühl an. Wer Leasing-, Center- oder Projektmanager werden will, kann auch am Traineeprogramm für Absolventen teilnehmen.

Generell wichtig ist uns, dass Hochschulabsolventen, die bei uns einsteigen wollen, Erfahrungen aus Werkstudententätigkeiten oder Praktika mitbringen. Sie müssen dabei nicht unbedingt bei ECE gesammelt worden sein. Für Quereinsteiger ohne Immobilien-Know-how ist ein kaufmännisches und technisches Verständnis auf jeden Fall wichtig, mit dem sie dann in ein Traineeprogramm einsteigen können.

9. UNION INVESTMENT

Kai Johnson, Leiter Personal Hamburg.

Der Immobilien-Investmentmanager Union Investment Real Estate (UIRE) stellt jedes Jahr am Standort Hamburg, dem Kompetenzzentrum für Immobilien von Union Investment, etwa 50 Praktikanten und Werkstudenten sowie 20 Absolventen plus zwei Trainees ein. Oft gibt es ein Wiedersehen, denn viele unserer Werkstudenten und Praktikanten schaffen den Sprung auf eine Absolventen- und Traineestelle. Nichtsdestotrotz zählt bei der Besetzung das Gesamtpaket aus Berufserfahrung, Studienleistung und der persönlichen Eignung, sodass wir oftmals auch externe Kandidaten ohne vorherigen Jobeinsatz bei uns einstellen.

Teilnehmer des einjährigen Traineeprogramms in Hamburg lernen die Wertschöpfungsstufen der Immobilie kennen: vom Kauf bis zum Verkauf, über Research und das Asset-Management sowie das Bestandsmanagement und die Projektentwicklung. Bei einem Direkteinstieg, also der Besetzung einer konkreten (Junior-)Position arbeiten die Nachwuchskräfte innerhalb eines fest umrissenen Aufgabengebiets und werden von den Fachabteilungen in fach- und abteilungsspezifische Themen eingebunden. Dazu erhalten sie eine intensive und strukturierte Einarbeitung. Ein Direkteinstieg ist prinzipiell an allen Standorten möglich.

Wie es anschließend weitergeht, kann der Mitarbeiter ganz individuell entscheiden. Neben dem Aufstieg in eine Führungsposition gibt es auch die Möglichkeit einer Spezialistenlaufbahn.

Mit Engagements in derzeit 22 Ländermärkten spielt Internationalität für uns eine wichtige Rolle. Ge-schäftsreisen ins Ausland gehören beim An- und Verkauf von Im-mobilien für viele unserer Mitarbeiter zum Alltag.

10. BNP Paribas Real Estate

Philipp Benseler, Head of Human Resources.

Der Immobilienberater BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) bietet Einstiegsmöglichkeiten in allen Geschäftsbereichen: Wir fördern Berufseinsteiger und Absolventen als Junior (m/w) oder im Rahmen eines zwölfmonatigen Traineeprogramms. Darüber hinaus bieten wir ein duales Studium im Property-Management und im Investment an. Und wir bilden an neun Standorten selbst aus - jedes Jahr etwa 14 Auszubildende sowie acht duale Studenten. Zudem werden wir bald weitere Traineeprogramme einführen.

Wir bieten Bachelor- und Masterstudierenden im Rahmen eines Praktikums, einer Werkstudententätigkeit sowie im Direkteinstieg fortlaufend Einstiegsmöglichkeiten in allen unseren Geschäftsbereichen bundesweit an, auch in unseren neuen Büros in Stuttgart und Dresden. Über Initiativbewerbungen besetzen wir ebenfalls eine Vielzahl an Positionen. Es lohnt sich also in jedem Fall auch dann eine Bewerbung, wenn keine passende Stellenanzeige ausgeschrieben ist. Wir sind auch offen für Absolventen, die bei anderen Unternehmen wertvolle Praxiserfahrung sammeln konnten. Ein BNPPRE-Praktikum oder -Studentenjob ist allerdings vorteilhaft, weil die Absolventen schon bei uns ein Netzwerk aufgebaut haben. Wir suchen Kollegen mit einem immobilienbezogenen, wirtschaftswissenschaftlichen oder technischen Studienabschluss. Bei uns sind motivierte Persönlichkeiten mit einem Abschluss in Immobilienmanagement, Wirtschaftsingenieurswesen, Architektur, Facility-Management, Geografie, Betriebs-/Volkswirtschaftslehre und vieles mehr willkommen. Wer stark performt, steigt bei uns schnell auf. Wir haben hierbei keinen Standard, wie etwa einen Beförderungsrhythmus alle drei Jahre. Jeder hat seine individuellen Karrieremöglichkeiten.

IZ