Karriere-News

Ihre gewählten Filter:

Frauen an die Spitze

Frauen finden sich im Jahr 2020 noch immer selten in der Führung von Immobilienunternehmen.

Frauen finden sich im Jahr 2020 noch immer selten in der Führung von Immobilienunternehmen.

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: Wolfilser

Karriere 28.05.2020
Frauen sind in der Immobilienbranche keine Seltenheit mehr - auf den Führungsebenen bleiben sie aber etwas Besonderes. Ohne Frauenquote wird das vermutlich auch noch länger so bleiben. ... 

Frauen sind in der Immobilienbranche keine Seltenheit mehr - auf den Führungsebenen bleiben sie aber etwas Besonderes. Ohne Frauenquote wird das vermutlich auch noch länger so bleiben. Dabei tun die Unternehmen sich selbst den größten Gefallen, wenn sie ihre Führungsmannschaften stärker durchmischen: Ihr Gewinn kann im Schnitt zweistellig steigen.

Bei JLL Deutschland führt jetzt eine Frau das Unternehmen, bei DIC Asset seit gut drei Jahren. Eine CFO verantwortet Vonovias Finanzen, Patrizia besitzt eine Investmentchefin und die Aareal Bank hat zwei weibliche Vorstandsmitglieder. Swiss Life Asset Managers (SLAM), die Muttergesellschaft von Corpus Sireo und Beos, betraute vergangenes Jahr eine (damals) 33-Jährige mit dem CEO-Job in Deutschland. Bei der LEG klettert der Frauenanteil im Vorstand mit einer Finanzchefin ab Juli auf 33%. Führungsfrauen, so weit das Auge reicht!

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Wer sich die nackten Zahlen anschaut, der stellt allerdings fest: Frauen sind auf den obersten Führungsebenen von Unternehmen der deutschen Immobilienbranche wie eh und je eine Rarität. Ja, ihre Anzahl ist gewachsen. Doch die Männer dominieren immer noch die Vorstands- und Geschäftsführungsetagen. Nicht nur, dass Tina Störmer - wohlgemerkt aus gesundheitlichen Gründen - zurück in die Schweiz gewechselt ist und nun zwei männliche Geschäftsführer an der Spitze von SLAM Deutschland stehen. Anne Kavanagh von Patrizia hat sieben männliche Vorstandskollegen, Annette Kröger sitzt im Executive Committee von Allianz Real Estate neun Herren gegenüber. Apleona hat ein Management Board mit acht Positionen - alle mit Männern besetzt. Deutsche Wohnen: vier Vorstandsposten, vier Männer. Die Zahlen sprechen fast überall die gleiche Sprache.

Die Fakten sind deutlich. Sehr deutlich. Nicht, dass die Immobilienbranche im Vergleich mit anderen Branchen eine Ausnahme wäre - aber sie sticht im negativen Sinne hervor. Keine Frau im Vorstand, und keine Frau im Aufsichtsrat: Immobilienunternehmen sind überproportional stark mit einer doppelten Null vertreten. Von 17 börsennotierten Unternehmen, die auf der "doppelschwarzen Liste" der Allbright-Stiftung stehen, lassen sich sechs oder 35,3% der Immobilienbranche zurechnen (Stand September 2019). Bei einem Immobilienanteil von nur 13% unter den untersuchten Börsenunternehmen (21 von 160) ist das ein hoher Wert.

Unternehmen verschenken bares Geld

Dabei verschenken Unternehmen, die Diversität geringschätzen, Geld. Die Praxis lehrt, dass gemischte Führungsteams bessere Ergebnisse abliefern. Das Peterson Institute for International Economics, ein US-Thinktank, kam z.B. schon 2016 in einer internationalen Studie zu dem Fazit: Firmen mit einem Frauenanteil von mindestens 30% auf der obersten Managementebene machen im Schnitt 15% mehr Gewinn als vergleichbare Unternehmen ohne Frauen im Management. Eine brandaktuelle Studie von McKinsey zeigt: Die Unternehmen mit den höchsten Frauenanteilen im Topmanagement sind mit 25%iger Wahrscheinlichkeit profitabler als die Konkurrenz.

Eine Studie, die PwC im vergangenen Jahr für den Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) erstellte, zeigt: Unternehmen mit einem höheren Reifegrad in puncto Diversität wachsen nicht nur mit großer Wahrscheinlichkeit stärker als der Wettbewerb, sondern sind auch innovativer und freuen sich über zufriedenere Kunden und eine geringere Mitarbeiterfluktuation.

Vor allem die Immobilienbranche weiß die stillen Reserven nicht zu heben

Die Immobilienbranche weiß dieses Potenzial nicht zu heben, besagt die Studie des ZIA. So fehlt in der Mehrheit der 138 von PwC befragten Unternehmen eine klare Verantwortlichkeit für das Thema, und nur in einer kleinen Handvoll Firmen hat die Geschäftsführung mehr Vielfalt zur Chefsache erklärt - was meist nötig ist, um eine echte Veränderung einzuleiten.

Es kommt also nicht von ungefähr, dass mehr als jedes zweite Unternehmen einen Frauenanteil von unter 10% auf der Ebene der Geschäftsführung aufweist, und bei mehr als zwei Dritteln der Frauenanteil auch auf den anderen Führungsebenen unter 30% liegt. Es ist nicht absehbar, dass die Branche demnächst aufholt. Denn viele Immobilienunternehmen sind weiter zurückhaltend mit ehrgeizigen Zielen für Frauenanteile im Vorstand oder der Geschäftsführung.

Ziel Null Prozent Frauen

Viele börsennotierte oder mitbestimmungspflichtige Firmen mit mindestens 500 Arbeitnehmern müssen seit 2015 Zielgrößen für den Aufsichtsrat, das Leitungsorgan und die beiden obersten Führungsebenen unterhalb von Vorstand oder Geschäftsführung festlegen. Mehr als ein Drittel (58) der 160 Gesellschaften im DAX, MDAX und SDAX haben sich zuletzt für den Vorstand das Ziel 0% Frauen gesetzt. Zwei davon, u.a. der Onlinehändler Zalando, sind nach einem Shitstorm zurückgerudert. Von den verbliebenen 56 "Doppelnullen" gehören elf, und damit fast 20%, der Immobilienbranche an.

Die Unternehmen sind um gute Gründe nicht verlegen. Beispielhaft sei der Bauträger Instone Real Estate herausgegriffen. Der Wohnungsentwickler erklärt sein Ziel Null auf Anfrage der Immobilien Zeitung mit der "Vertragsdauer der laufenden Vorstandsverträge" und damit, dass das Unternehmen das aktuelle Vorstandsteam auch darüber hinaus halten wolle. Außerdem sei es doch legitim, "dass jede Position vorwiegend nach Qualifizierung und Kompetenz besetzt werden soll - unabhängig vom Geschlecht oder anderen nicht leistungsbezogenen Kriterien". In der Öffentlichkeit vermittle die Quote Null ein falsches Bild: "Als würde sich ein Unternehmen nicht um Frauenförderung kümmern."

Für Männer gibt es ja quasi schon eine Quote

Anne Tischer, Mitgründerin der Initiative Frauen in Führung (FiF), erklärt, warum ihr die Zielquote Null ein Dorn im Auge ist: "Wenn der Status quo 0% ist, kann das Unternehmen begründen, warum die Wahl - trotz intensiver Suche - z.B. auf genau diese vier Männer gefallen ist. Aber eine Zielquote Null ist ein fatales Signal an die eigenen Mitarbeiterinnen sowie an Kandidatinnen."

Dass der oder die Beste den Job kriegt, ganz gleich, welches Geschlecht, ist nicht unbestritten: "Jede Frau, die seit mindestens zehn, 15 Jahren in der Branche arbeitet, hat schon erlebt, dass nicht immer der oder die Bestqualifizierte den Job bekommt, sondern wer ein gutes Netzwerk hat und denjenigen kennt, der den Job vergibt", sagt Tischer. "Es ist kein Zufall, dass so viele Immobilienunternehmen in der Allbright-Liste die Forderungen nach Diversität nicht erfüllen. Die Immobilienwirtschaft hinkt anderen Branchen um fünf bis zehn Jahre hinterher", konstatiert Karin Barthelmes-Wehr, Geschäftsführerin des Instituts für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft.

"Mit Blick auf das Employer Branding ist ein 0%-Ziel natürlich wahnsinnig ungeschickt"

Sonja Rösch aus dem Management der Agentur PB3C, die auf Immobilienkommunikation spezialisiert ist, ergänzt: "Mit Blick auf das Employer Branding ist ein 0%-Ziel natürlich wahnsinnig ungeschickt." Doch die wenigsten Firmen bringen den Mut auf, den Willen zur Veränderung mit einer Selbstverpflichtung in Gestalt einer Quote zum Ausdruck zu bringen. "Wenn ein Unternehmen etwas wirklich will - z.B. bei der Umsatzentwicklung oder in der Akquise -, setzt es sich messbare Ziele, in der Regel in Form einer Zahl. Alles fängt doch mit dem Commitment an", meint Tischer.

FiF fordert von allen führenden Immobilienunternehmen der verschiedenen Marktsegmente, von der Finanzierung über die Projektentwicklung bis zum Fonds-, Asset- und Property-Management: "Setzt Euch Zielquoten für den Frauenanteil in den obersten drei Führungsebenen und Fristen, innerhalb derer ihr diese erreichen wollt! Bis 2025 soll überall mindestens eine Frau im Vorstand bzw. in der Geschäftsführung sein!" Die Immobilien Zeitung hat Unternehmen, die sich als führend in ihren Marktsegmenten verstehen, nach ihrer Meinung zu dem Forderungskatalog gefragt. Im Wesentlichen zusammengefasst: Wer nicht unbedingt muss, verzichtet meist lieber darauf, sich unbequeme Ziele zu setzen (siehe Tabelle "Unternehmen aus der Immobilienbranche tun sich meist schwer mit freiwilligen Zielvorgaben" weiter unten).

Ohne Quote kaum messbarer Fortschritt

Dass sich ohne Quotenzwang wenig an den herrschenden Verhältnissen ändert, zeigen Zahlen der Initiative Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR). Für Gesellschaften, die sowohl börsennotiert als auch voll mitbestimmungspflichtig sind, also mehr als 2.000 Mitarbeiter beschäftigen, gilt eine harte 30%-Quote für den Aufsichtsrat. Bei diesen hat der Frauenanteil seit 2015 erheblich zugelegt und beträgt mittlerweile rund 34%. Bei den anderen in den DAX-Segmenten notierten Unternehmen verharrt er nur knapp über 20%. Das wichtigste Indiz dafür, dass sich ohne Quote allenfalls punktuell etwas tut, ist: In den Vorständen, für die allesamt noch keine Quote gilt, bewegt sich der Frauenanteil um die 10%. Im Lager der Unternehmen mit der AR-Quote ist er seit 2015 nur unwesentlich stärker geklettert bzw. liegt kaum höher (10,8%) als im Lager (8,9%) der Unternehmen ohne AR-Quote. "Damit ist eine stabile Männerquote von 90% weiterhin gesichert", bilanziert FidAR.

Nicht umsonst hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) Anfang dieses Jahres einen Gesetzentwurf für eine verschärfte Frauenquote vorgelegt. Dieser sieht vor, dass Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern und mindestens vier Vorstandsmitgliedern künftig mindestens eine Frau im Vorstand haben müssen. Giffey hatte ihre Quote für Vorstände mit dem hohen Anteil von Unternehmen, die sich eine Zielquote Null für den Vorstand setzen, begründet: "Nur mit freiwilligen Bekenntnissen kommen wir nicht weiter."

Frauenquote: Status quo und Zielgrößen
Unternehmen aus der Immobilienbranche tun sich meist schwer mit freiwilligen Zielvorgaben für Frauenquoten - Status quo und Zielgrößen für Frauenanteile auf den operativen Führungsebenen ausgewählter Immobilienunternehmen in Deutschland: zum PDF

An der Quote scheiden sich die Geister. Heike Gündling, früher u.a. COO bei Bilfinger Real Estate und heute Managing Director bei Eucon Digital, ist ganz bei Giffey: "Ich bin für die Quote. Gegen eine schwere Krankheit hilft nur ein schweres Medikament. Wenn man so will, kommen ja auch Männer in der Immobilienbranche oft genug wegen einer - ungeschriebenen - Quote zum Zug: weil sie irgendwann einfach mal dran sind. Nicht jeder Mann in einer Führungsposition macht einen Superjob." PR-Frau Rösch hält dagegen: "Eine Quote bringt nichts. Besser ein mittleres Management für Nachbesetzungen aufbauen. Ich habe in meiner Laufbahn Frauen erlebt, die wegen einer Quote mehrere Hierarchieebenen übersprungen haben - und dann zu kämpfen hatten; sie waren einfach noch nicht bereit."

In den Unternehmen hat die Quote wenige Freunde

Auch die allermeisten Unternehmen zeigen sich wenig begeistert von der Vorstellung fester Frauenanteile für operative Führungsebenen. Swiss Life Asset Managers etwa ist zwar "überzeugt, dass gemischte Teams besser performen". Aber: "Eine starre Quote erachten wir nicht als förderlich." Lieber versuche der Asset-Manager, "durch eine breite Förderung auf allen Ebenen des Unternehmens zu erreichen, dass der Pool von potenziellen Kandidatinnen für Führungsaufgaben immer größer wird und es somit automatisch mehr Frauen in Führungspositionen geben wird." Der Projektentwickler Consus begründet seine Ablehnung einer fixen Zielvorgabe damit, dass eine solche "die ohnehin schwierige Fachkräftesuche weiter einschränken würde". Zudem sei eine Quote auch für die Frauen selbst ein vergiftetes Geschenk: "Unsere weiblichen Führungskräfte haben viele eigene Akzente eingebracht. Dabei mussten sie nicht mit dem Makel von Quotenfrauen kämpfen, sondern werden als qualifizierte Mitglieder des Teams verstanden, sodass die Zusammenarbeit mit den Männern bestens funktioniert."

"Krisen werden gern dafür genutzt, einen Backlash einzuleiten"

Aus Giffeys Quote für Vorstände wird aber ohnehin wahrscheinlich erst einmal nichts. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) drohte laut einem Medienbericht, gegen einen Kabinettsbeschluss zu stimmen. Den Firmen sollten in der Krise weitere Belastungen erspart bleiben. Da ist es fast schon Ironie, dass Altmaiers Ministerium die Schirmherrschaft bei FiF innehat. Gündling warnt: "Krisen werden gern dafür genutzt, einen Backlash einzuleiten. Natürlich hat sich beim Thema Frauen in Führung in der Vergangenheit was getan. Aber speziell die Immobilienbranche ist immer noch sehr männerlastig. Da besteht einfach die Sorge, dass dieses zarte Pflänzchen jetzt in der Krise wieder verdorrt."

Die Krise ist jetzt schon Gift für dieses Pflänzchen. Laut der Hans-Böckler-Stiftung sind Männer und Frauen zwar in etwa gleich stark von Kurzarbeit betroffen. Doch die Frauen haben ihre Arbeitszeit wegen geschlossener Schulen und Kitas deutlich öfter (zusätzlich) reduziert. Dabei setzt sich nicht nur die Arbeitsteilung von vor der Krise fort. Vier von zehn Elternpaaren, die sich die Erziehungsarbeit vorher ungefähr gleich aufteilten, sind zu alten Rollenmustern zurückgekehrt.

"Corona macht die Mängel wieder sichtbar"

Was die Studie anhand von knapp 8.000 Erwerbstätigen zeigt, nimmt Izabela Danner täglich in ihrem Netzwerk wahr. "Die traditionellen Rollen werden wieder oft klassisch gelebt, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht", beobachtet die ehemalige Geschäftsführerin von JLL Deutschland. "Der Mann hängt den ganzen Tag in den Telkos - und die Frau natürlich auch. Denn wer die Verfügbarkeit für den Job nicht gewährleistet, ist ganz schnell weg vom Fenster." Für Frauen ohne Familie ist es vielleicht egal, wenn sie in Corona-Zeiten von morgens bis abends in Zoom-Meetings hängen. "Aber", betont Danner, "wenn kleinere Kinder da sind, dann läuft die Versorgung vorrangig bei den Müttern mit. Für viele ist die Belastung unerträglich geworden."

Danner erzählt von berufstätigen Frauen aus ihrem Bekanntenkreis: "Sie fangen teils um 5 Uhr morgens an - und wenn die Kinder schlafen, müssen sie aufholen, was sie den Tag über nicht geschafft haben. Corona macht die Mängel unserer Arbeitswelt wieder sichtbar - und vor allem klar, dass der Job nicht aus dem persönlichen Kontext herauslösbar ist." So manche Frau droht karrieretechnisch abgehängt zu werden: "Viele Entscheidungen müssen in der Krise schnell getroffen werden; da greift man automatisch zur starren Hierarchie oder zu denen, die rund um die Uhr verfügbar sind. Und das sind in unserer Branche besonders oft Männer."

Wie viele Frauen an der Spitze von Immobilienfirmen stehen, zeigt unsere IZ-Tabelle.

Details zur Initiative unter: www.frauen-in-fuehrung.info

Harald Thomeczek

Magnus Danneck nimmt Abschied von JLL

Köpfe 04.05.2020
Kommunikationschef Magnus Danneck und JLL Germany gehen jetzt getrennte Wege. Danneck wirkte rund 18 Jahre für JLL und den Handelsimmobilienmakler Kemper's, den JLL einst übernahm. ... 

Kommunikationschef Magnus Danneck und JLL Germany gehen jetzt getrennte Wege. Danneck wirkte rund 18 Jahre für JLL und den Handelsimmobilienmakler Kemper's, den JLL einst übernahm.

Dannecks letzter Arbeitstag war der 30. April 2020. Zu diesem Tag hat Danneck das Immobilienberatungsunternehmen auf eigenen Wunsch verlassen, wie JLL mitteilt.

Danneck leitete sechs Jahre die Unternehmenskommunikation bei Kemper's. Nach der Übernahme bekam er im Oktober 2008 bei JLL Deutschland die Verantwortung für den Bereich Unternehmenskommunikation übertragen. Als Kommunikationsleiter stand er einem Team von rund 25 Kollegen vor.

Ein endgültiger Nachfolger steht noch nicht fest

Eine endgültige Nachbesetzung für Dannecks Position als Presse- und Marketingchef von JLL in Deutschland steht noch nicht fest. Marion Knief, die seit 2018 auf Emea-Ebene für JLL arbeitet, wird diese Aufgaben für die nächsten Monate zunächst interimistisch übernehmen. Knief ist Emea Marketing Manager Investor Services.

Nicht neu besetzt werden die internationalen Funktionen, die Danneck ebenfalls innehatte. Diese Aufgaben werden vielmehr innerhalb des bestehenden Emea-Marketing-Teams verteilt. Danneck hatte im Juni 2018 als Head of Marketing Northern Europe neben Deutschland zusätzlich die kommunikative Verantwortung für die Dach-Region als ganzes und für die Nordics übernommen. Außerdem war er seit Juli 2011 Mitglied im Emea Marketing Strategy Board von JLL.

Marketing-Bereich in Emea wird neu strukturiert

"Magnus Danneck hat maßgeblich zur Professionalisierung unserer Unternehmenskommunikation und zur Etablierung unserer Marke beigetragen. Dafür danke ich ihm auf das Herzlichste. Marion Knief wird die Neustrukturierung des Bereichs Marketing in Emea in ihrer deutschen Verantwortung mit ihrer Expertise professionell unterstützen", sagt Sabine Eckhardt, CEO JLL Central Europe.

Harald Thomeczek

Das nächste große Maklerhaus geht in Kurzarbeit

Karriere 30.04.2020
Avison Young und JLL haben es schon getan, BNP Paribas Real Estate und NAI apollo auch: Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Mit Savills reagiert nun der nächste Spieler unter den großen ... 

Avison Young und JLL haben es schon getan, BNP Paribas Real Estate und NAI apollo auch: Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Mit Savills reagiert nun der nächste Spieler unter den großen Gewerbeimmobilienmaklern in Deutschland mit dieser Maßnahme auf die Corona-Krise.

"Wir hatten ein sehr gutes erstes Quartal und haben im April die Lage analysiert, damit die zukünftigen Maßnahmen nicht auf Vermutungen aufbauen", erläutert Marcus Lemli, CEO von Savills in Deutschland und Head of Investment Europe. Die Analyse mit Blick auf Deutschland ist nun abgeschlossen: "Um auf die aktuelle und die zu erwartende Marktentwicklung zu reagieren, haben wir zum 1. Mai Kurzarbeit eingeführt", sagt Lemli.

Von den großen Gewerbemaklerhäusern hierzulande befinden sich damit viele in Kurzarbeit: BNP Paribas Real Estate, JLL, Avison Young oder NAI apollo. Der Hintergrund: Nicht zuletzt auf den Investmentmärkten ist es mit den Verwerfungen durch die politischen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus ruhiger geworden. Mit der Kontaktsperre sind zudem Besichtigungen oder andere Kundentermine, vor allem mit internationaler Klientel, schwieriger geworden.

Cushman & Wakefield kommt bislang ohne Kurzarbeit aus

Dennoch ausdrücklich nicht in Kurzarbeit gegangen ist bis jetzt Cushman & Wakefield. Bis dato bedeckt hält sich CBRE. Kurzarbeit ist allerdings auch nicht das einzige Mittel der Liquiditätssicherung. Als ein anderes mögliches Instrument gilt z.B. allgemein die Verschiebung von Gehaltserhöhungen oder Bonusauszahlungen.

Details zum Umfang oder zu einer Aufstockung des Kurzarbeitergelds bei Savills nannte Deutschlandchef Lemli nicht. In den anderen Häusern sind je nach Abteilung Reduzierungen der Arbeitszeit um 50% oder 60% nicht unüblich. Manche Abteilungen sind auch ganz davon ausgenommen. Gravierende Unterschiede gibt es dem Hörensagen nach in puncto Auffüllung des Kurzarbeitergelds: Während bestimmte Maklerunternehmen komplett oder zumindest teilweise aufstocken, sichern andere die Liquidität lieber maximal und verzichten auf diese Möglichkeit.

Harald Thomeczek

Thomas Schwarzenbacher wechselt von LEG zu MVGM

Thomas Schwarzenbacher.

Thomas Schwarzenbacher.

Köpfe 29.04.2020
Thomas Schwarzenbacher, bis dato Geschäftsführer bei LEG Immobilien, schlüpft zum 1. Mai 2020 in die Rolle des Geschäftsführers und CEO der deutschen Landesgesellschaft des ... 

Thomas Schwarzenbacher, bis dato Geschäftsführer bei LEG Immobilien, schlüpft zum 1. Mai 2020 in die Rolle des Geschäftsführers und CEO der deutschen Landesgesellschaft des Immobilienverwalters MVGM.

Schwarzenbacher ergänzt das vorhandene Management-Team um Andreas Flechtner, den Geschäftsführer von PropertyFirst, und Thorsten Czoske, den COO von MVGM Property Management Deutschland. Er soll sich neben seinen sonstigen operativen Aufgaben insbesondere um den Aufbau des Geschäftsfelds Wohnen kümmern.

MVGM verwaltet in Deutschland mit 260 Leuten 750 Immobilienobjekte mit knapp 7 Mio. qm Fläche. Der niederländische Verwalter hatte letzten Sommer die Property-Management-Sparte von JLL u.a. in Deutschland geschluckt. So kam Czoske ins Unternehmen: Er war vorher stellvertretender Head of Property Management bei JLL in Deutschland. Schon Anfang 2019 war die damalige RGM-Tochter PropertyFirst unters MVGM-Dach geschlüpft. Nun kündigt MVGM weitere Zukäufe an. PropertyFirst soll im Laufe des Jahres in die deutsche Landesgesellschaft (sprich: MVGM Property Management Deutschland) integriert werden.

Schwarzenbacher war knapp vier Jahre Geschäftsführer von LEG Wohnen NRW, einer Gesellschaft der Wohnungs-AG LEG Immobilien. Auch bei der Deutschen Annington, einer Vorgängerin von Vonovia, hatte er schon einen Geschäftsführerjob.

Harald Thomeczek

JLL holt Anita Thelen als Nachfolgerin von Izabela Danner

Anita Thelen.

Anita Thelen.

Quelle: JLL

Köpfe 23.04.2020
JLL Germany hat heute die Nachfolgerin von Ex-HR-Chefin Izabela Danner vorgestellt. Sie heißt Anita Thelen und kommt vom Schweizer Pharmaunternehmen Galderma. ... 

JLL Germany hat heute die Nachfolgerin von Ex-HR-Chefin Izabela Danner vorgestellt. Sie heißt Anita Thelen und kommt vom Schweizer Pharmaunternehmen Galderma.

Thelen tritt ihren Job bei JLL zum 1. Mai 2020 an. Ihr Titel: Head of Human Resources Central Europe. In dieser Rolle wird sie auch den Bereich Human Resources in Deutschland leiten und bekommt einen Sitz sowohl im Operations Board als auch im Strategy Board von JLL in Deutschland. Damit tritt sie hierzulande de facto in die Fußstapfen von Izabela Danner, auch wenn diese in der aktuellen Pressemitteilung von JLL nicht auftaucht. Danner hatte das Unternehmen Ende 2019 aus eigenem Antrieb verlassen.

Thelen war 17 Jahre für Nestlé tätig

Thelen kommt vom Pharmaunternehmen Galderma, das Hautpflegeprodukte herstellt. Sie begleitete dort als Global Senior HR Director die strategische Neuausrichtung. Vorher war sie als European Head of HR in der Lebensmittelsparte des Schweizer Großkonzerns Nestlé, der Mutter von Galderma, tätig. Nestlé verkaufte die Hautpflegesparte im vergangenen Herbst. Insgesamt war Thelen rund 17 Jahre für die Schweizer tätig. Davor bekleidete sie HR-Leitungsfunktionen im In- und Ausland für den US-amerikanischen Mischkonzern General Electric, Robert Bosch und die DirectGroup Bertelsmann.

Ähnlich wie die neue Deutschlandchefin Sabine Eckhardt, die seit dem 1. April 2020 CEO Central Europe und damit auch Nachfolgerin von Ex-Deutschlandchef Timo Tschammler ist, ist Thelens Position auf europäischer Ebene angesiedelt. Und wie Eckhardt kommt auch Thelen nicht aus der Immobilienbranche. Anne-Sophie Curet, Head of Human Resources Emea bei JLL, ist sich sicher: Thelen werde die Ziele von JLL "in den Bereichen Talent Management, Business Development sowie in der länderübergreifenden Koordination und Begleitung von Change-Prozessen erfolgreich voranbringen".

Harald Thomeczek

Kurzarbeit bei BNPPRE

Auf der Mipim in Cannes - hier das Carlton-Hotel - konnte BNPPRE heuer keine Mandate einsammeln.

Auf der Mipim in Cannes - hier das Carlton-Hotel - konnte BNPPRE heuer keine Mandate einsammeln.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Peter Dietz

Karriere 23.04.2020
Die Kurzarbeit unter deutschen Maklerhäusern greift offenbar weiter um sich. Auch BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) soll davon Gebrauch machen. ... 

Die Kurzarbeit unter deutschen Maklerhäusern greift offenbar weiter um sich. Auch BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) soll davon Gebrauch machen.

JLL, NAI apollo - und jetzt auch BNPPRE? Eine für gewöhnlich gut unterrichtete Quelle erzählt, dass praktisch alle Mitarbeiter des Maklerhauses von der Maßnahme der Kurzarbeit betroffen sein sollen. Wie stark die Kürzung ausfällt, darüber liegen keine genauen Informationen vor. Die Mitarbeiter von BNPPRE erleiden in jedem Fall Gehaltseinbußen. Die Arbeitsagentur übernimmt - bis zu einer Beitragsbemessungsgrenze von 6.900 Euro (im Osten: 6.450 Euro) - nur 60% des entgangenen Nettogehalts bzw. 67% für Mitarbeiter mit mindestens einem Kind. Arbeitgeber können das Kurzarbeitergeld jedoch aufstocken. BNPPRE mache nicht von dieser Möglichkeit Gebrauch, ist zu hören.

Ein Direktor bei BNPPRE z.B. soll rund 3.500 Euro brutto im Monat verdienen. Hinzu kommt in normalen Zeiten eine Provisionsvorauszahlung über weitere 3.500 Euro. Provisionen zahlt BNPPRE auch noch aus - allerdings geht auf den Investment- und Vermietungsmärkten aktuell nicht mehr viel.

Zum Vergleich: NAI apollo hatte erklärt, Kurzarbeitergeld auf 100% des Grundgehalts aufzufüllen. JLL soll Gehälter dagegen laut Marktkreisen nicht aufstocken.

Entlassungen sollen bei BNPPRE in Deutschland kein Thema sein, das Unternehmen wolle alle Mitarbeiter durch die Krise mitnehmen, heißt es. Für Kollegen mit befristeten Verträgen, also z.B. solche in Probezeit, soll dies allerdings nicht unbedingt gelten. BNPPRE wollte die Informationen auf Anfrage der Immobilien Zeitung weder bestätigen noch dementieren.

Harald Thomeczek