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Corpus Sireo fusioniert mit Swiss Life Investment Management

Karriere 21.07.2021
Der Markenname Corpus Sireo soll Ende des Jahres vom deutschen Markt verschwinden. Anett Barsch und Franz Krewel, die bereits Teil der Geschäftsleitung bei der Swiss Life Asset Managers Gruppe in ... 

Der Markenname Corpus Sireo soll Ende des Jahres vom deutschen Markt verschwinden. Anett Barsch und Franz Krewel, die bereits Teil der Geschäftsleitung bei der Swiss Life Asset Managers Gruppe in Deutschland sind, behalten ihre Funktionen bei.

Corpus Sireo Real Estate soll bis zum 1. August vollständig mit Swiss Life Investment Management Deutschland verschmelzen. Das Unternehmen firmieren dann unter dem Namen Swiss Life Asset Managers Deutschland.

Grund für die Fusion ist, dass interne Prozesse - darunter auch viele, die sich durch die fortschreitende Digitalisierung ergeben - optimiert werden sollen. Die Ansprechpartner für Kunden beider Unternehmen bleiben aber unverändert.

Barsch und Krewel bleiben in der Geschäftsleitung

Swiss Life Asset Managers hatte Corpus Sireo 2014 übernommen. Bisher operierte das Unternehmen jedoch weiter als eigenständige Gesellschaft. Dabei war Anett Barsch, Geschäftsführerin von Corpus Sireo, als Head Real Estate Project Development in der Swiss Life Asset Managers Geschäftsleitung in Deutschland tätig und trug die Verantwortung für das Entwicklungsgeschäft Wohnen und Gewerbe.

2020 folgte auch Corpus Sireo-Geschäftsführer Franz Krewel in die deutsche Geschäftsleitung von Swiss Life Asset Managers. Seine Zuständigkeit: Residential, Office, Retail und Health Care im Real Estate-Segment, das Asset Management und dadurch auch die Betreuung von Corporate-Kunden. Sowohl Barsch als auch Krewel bleiben nach der Fusion Teil der Geschäftsleitung von Swiss Life Asset Managers in Deutschland und behalten ihre Funktionen bei.

Beos behält seinen Markenname

Beos, ebenfalls Teil der Swiss Life Gruppe, wird weiterhin als eigenständige Marke am deutschen Markt bestehen bleiben. Aber: "Intern rücken alle Einheiten von Swiss Life Managers in Deutschland enger zusammen", erklärt Per Erikson, CEO von Swiss Life Asset Managers Deutschland.

Zudem erwirbt Swiss Life Asset Managers das Immobiliengeschäft von Ness, Risan & Partners (NRP). Dabei handelt es sich um einen Anbieter von Immobilienprojekten und -fonds in den nordischen Ländern mit Sitz in Oslo. NRP wird künftig unter dem Namen Swiss Life Asset Managers fingieren, der Osloer Standort bleibt bestehen und die 39 Mitarbeiter werden übernommen. NRP-Gründer und geschäftsführender Gesellschafter Christian Ness verantwortet künftig bei Swiss Life Asset Managers die Leitung in den nordischen Ländern.

Janina Stadel

Steffen Uttich verlässt Beos zum zweiten Mal

Köpfe 09.07.2021
Steffen Uttich, Leiter Kapitalmärkte bei Beos, hat den Asset- und Fondsmanager im Juni verlassen. Der zweite Abschied von Beos binnen drei Jahren fällt Uttich spürbar schwer. ... 

Steffen Uttich, Leiter Kapitalmärkte bei Beos, hat den Asset- und Fondsmanager im Juni verlassen. Der zweite Abschied von Beos binnen drei Jahren fällt Uttich spürbar schwer.

Uttich machte seine abermalige Trennung von Beos auf der Karriereplattform LinkedIn publik. Es habe sich ihm die "Gelegenheit für einen neuen beruflichen Aufbruch" geboten. "Darauf freue ich mich. Mehr dazu im Spätsommer!"

Marktgerüchten zufolge bleibt Uttich der Immobilienbranche treu. Er soll Ende August, Anfang September ihn ähnlicher Funktion wie zuletzt bei Beos bei einem mittelständischen Unternehmen auftauchen.

Uttichs Nachfolger ist schon da

Uttichs Nachfolger bei der Berliner Beos ist seit Mai im Haus: "Die Position von Steffen Uttich als Leiter Kapitalmärkte ging nahtlos in die Hände von Michael Kapler über", versichert eine Sprecherin von Swiss Life Asset Managers. Beos ist Teil der Swiss-Life-Gruppe.

Kapler war zuvor 13 Jahre lang bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam, zuletzt als Abteilungsdirektor Treasury. Seine vorherigen Stationen u.a.: ABN Amro, HSBC Deutschland und die Commerzbank.

Zwischenstopp bei Helaba Invest

Uttich hatte bei der FAZ über Immobilienthemen geschrieben, ehe er seinen Immobilienökonomen am EBS REMI machte und als Quereinsteiger 2012 bei Beos anheuerte. Seine erste Rolle dort: Leiter Fondsmanagement. Nach einem Ausflug zur Helaba Invest 2018/2019 heuerte er vor zwei Jahren erneut bei Beos an.

Uttichs Abschiedsworten auf LinkedIn hört bzw. liest man förmlich an, wie schwer ihm die Trennung gefallen sein muss: "Selbstständig denken, selbstverantwortlich handeln, einen wertschätzenden Umgang auf Augenhöhe pflegen? dieses Versprechen wirkte wie ein Magnet auf Talente. Diese Kultur machte die Beos zu einem der beliebtesten Arbeitgeber der Branche." Tatsächlich wurde Beos dieses Jahr von Studierenden immobilienwirtschaftlicher Fachrichtungen im IZ-Arbeitgeberranking 2021 zum vierten Mal hintereinander zu den strahlkräftigsten Arbeitgebermarken der Branche gewählt.

Harald Thomeczek

Die Branche ist beim Homeoffice am Limit

Viele Büros von Immobilienfirmen waren schon vor der Homeoffice- Verordnung so gut wie ausgestorben.

Viele Büros von Immobilienfirmen waren schon vor der Homeoffice- Verordnung so gut wie ausgestorben.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Thomas Porten

Karriere 28.01.2021
Die Bundesregierung will mit ihrer "Sars-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung" mehr Bürobeschäftigte ins Homeoffice bringen. Denn angeblich sind die Büros noch viel zu voll. Bei großen ... 

Die Bundesregierung will mit ihrer "Sars-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung" mehr Bürobeschäftigte ins Homeoffice bringen. Denn angeblich sind die Büros noch viel zu voll. Bei großen Immobilienunternehmen ist jedoch nicht mehr viel Luft nach oben. Das zeigt eine Umfrage der Immobilien Zeitung.

Das Bundesarbeitsministerium unterstellt, dass beim Corona-Homeoffice noch viel Luft nach oben ist. Die aktuellste Zahl, die eine Sprecherin von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) auf Anfrage der Immobilien Zeitung (IZ) vorweisen kann, datiert jedoch von Anfang November - ist also fast drei Monate alt. Damals, zu Beginn des zweiten Shutdowns, arbeiteten laut einer Befragung der Hans-Böckler-Stiftung nur 14% der Beschäftigten zuhause. Im April, während der ersten großen Corona-Welle, hatte der Anteil der Homeoffice-Täter unter den gleichen knapp 6.000 befragten Erwerbstätigen noch fast doppelt so hoch gelegen, bei 27%.

Um zu belegen, dass nicht alle Arbeitgeber Homeoffice anbieten, weist Heils Sprecherin darauf hin, dass öffentliche Verkehrsmittel zurzeit stärker genutzt werden als im Frühjahr, sowie auf Berichte von Beschäftigten: "Wir wissen durch Medienberichte und Social-Media-Beiträge, dass nicht alle Unternehmen tun, was sie können."

Negativbeispiele gibt es auch in der Immobilienbranche. Ein "angsterfüllter Mitarbeiter" eines Büroimmobilien-Asset-Managers wandte sich schon Mitte Oktober, als die Infektionszahlen wieder zu steigen begannen, an die IZ: "Genau zu der Zeit, in der Frankfurt zu den Top-Ten-Gebieten mit Corona-Fällen gehört, hebt man nun alle bisherigen Regelungen gänzlich auf und zwingt die Mitarbeiter, wieder in den Normalbetrieb überzugehen und ins Büro zu kommen." Dabei finde "die gesamte Arbeit eines jeden Angestellten ausschließlich am PC statt".

Wie geht die Immobilienbranche mit dem Thema um? Um das herauszufinden, hat die Immobilien Zeitung stichprobenhaft dreizehn große Immobilienunternehmen befragt. Das Ergebnis: Die Befragten lassen ihren Leuten weitgehend freie Hand bei der Wahl des Arbeitsplatzes und reduzieren die Präsenzquote in den meisten Fällen auf 10% bis 25% - schon vor der Homeoffice-Verordnung.

Bei Vonovia seien schon seit Monaten alle, die nicht zwingend im Büro arbeiten müssten, dazu angehalten, mobil bzw. zuhause zu arbeiten, erklärt der DAX-Konzern. Schon Mitte Januar arbeiteten mehr als 90% der Mitarbeiter, die ihrer Beschäftigung normalerweise aus dem Büro heraus nachgehen, daheim. Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch wandte sich - nach einer Videokonferenz von Arbeitsminister Heil mit den Personalchefs der DAX-30-Unternehmen - nochmals via Intranet und internem Podcast an die Beschäftigten: "Bitte bleiben Sie im Homeoffice!"

"Bitte bleiben Sie im Homeoffice!"

Auch Deutsche Wohnen (DW) sieht die Homeoffice-Quote am Limit angelangt: "Die Homeoffice-Arbeit haben wir bereits bestmöglich ausgeweitet. Die neue Verordnung wird die Quote bei der DW nicht großartig in die Höhe treiben." Im Frühjahr 2020 verbrachten knapp 80% der rund 1.000 Mitarbeiter einen Großteil ihrer Arbeitszeit im Heimbüro. "Momentan bewegen sich die Zahlen auf einem ähnlichen Level. Auch wenn ein Großteil der Tätigkeiten digitalisiert wurde, gibt es einzelne Jobprofile, bei denen eine temporäre Präsenz nach wie vor wichtig ist."

Viele andere halten es ebenfalls kaum noch für möglich, die Homeoffice-Quote weiter zu erhöhen. Bei UIRE arbeitet schon seit Ende Oktober 2020 der "überwiegende Teil" der Belegschaft an allen Standorten komplett mobil von zuhause. "Wie bereits zu Beginn der Pandemie im Frühjahr stellt lediglich eine Notbesetzung den Geschäftsbetrieb an den Standorten vor Ort sicher", sagt CEO Michael Bütter. Sind alle, die auf der Liste für die Notbesetzung stehen, gleichzeitig im Büro, liegt die Präsenzquote bei rund 20%. Die Intention der neuen Verordnung sieht Bütter als erfüllt an.

Bei BNP Paribas Real Estate klingt es ähnlich: "Wir machen schon seit vielen Wochen alles, was in der Verordnung steht", sagt Chantal Schaum, Head of Public Relations. Mit ca. 5% bis 10% sei die Auslastung in den Büros ohnehin schon sehr gering.

ECE hat die bestehende Regelung nur noch marginal ergänzt. Schon vorher arbeiteten nur maximal 10% der Kollegen gleichzeitig in den Büros - und da seien schon die Leute mitgezählt, die nur einmal die Woche kurz ins Büro kommen, um z.B. umfangreiche Unterlagen auszudrucken, Post abzuholen oder Unterschriften zu leisten.

Auch bei Drees & Sommer sieht man das Potenzial für Kontaktreduzierung mittels Heimarbeit ausgereizt: "Wo immer möglich, arbeiten die Mitarbeitenden von Drees & Sommer mobil von zu Hause aus - das gilt bereits seit einigen Wochen. Derzeit trifft das auf etwa drei Viertel der Belegschaft zu", sagt Sinan Eliguel, Associate Partner und Leiter HR. "Was das weitere Viertel angeht: Allein 300 Mitarbeiter müssen vor Ort bei Bauvorhaben sein, um diese am Laufen zu halten. Die restliche Zahl verteilt sich auch auf Mitarbeiter, die in Urlaub oder krank sind." Unterm Strich nutzen laut Eliguel nur noch etwa 15% der Kollegen bei Drees & Sommer ihren angestammten Büroarbeitsplatz.

Bei CBRE geht ebenfalls kaum noch mehr Homeoffice. Der Immobiliendienstleister lässt nur noch Office-Manager und Mitarbeiter, "die aus businesskritischen Gründen die Büros nutzen müssen", ins Haus. "Je nach Bürolayout und -größe ergibt sich dadurch eine maximale Auslastung zwischen ca. 15% und 25%." De facto liege die Belegungsquote aber niedriger: Im Frankfurter Deutschland-Hauptsitz habe der Peak am 4. Januar bei 11,8% gelegen, seit dem 11. Januar bewege sich die tägliche, maximale Auslastung zwischen 5,9% und 7%. Patrizia nennt keine Anwesenheitsquoten, sieht aber keinen Änderungsbedarf. Schließlich hätten die Mitarbeiter schon vor Heils Vorstoß "weitestgehend" zuhause gearbeitet.

Einen gewissen, wenngleich überschaubaren Effekt löst Heils Verordnung bei Beos und Corpus Sireo aus, beides deutsche Töchter von Swiss Life Asset Managers (Slam). Slam hat die Vorgaben fürs Mobile Office tatsächlich noch einmal verschärft: Die zuvor auf maximal 20% begrenzte Büroauslastung pro Standort wurde nach den neuen Beschlüssen der Regierung auf 10% gesenkt. Zusätzlich zu den unbedingt vor Ort benötigten Kollegen könnten weitere Mitarbeiter die Räumlichkeiten nur noch in dringenden Ausnahmefällen und nur nach Absprache mit ihren Vorgesetzten nutzen.

Commerz Real sieht ebenfalls etwas Spielraum. Die zuvor für alle Standorte angestrebte Obergrenze von 25% pro Team und Standort hat die Banktochter nun aufgehoben: "Ab sofort gilt, dass nur diejenigen im Büro anwesend sein dürfen, die zwingend notwendige und nur vor Ort durchzuführende Tätigkeiten erledigen müssen (z.B. Unterschriften, Sicherstellung IT-Betrieb, Post)", heißt es in einem internen Corona-Update. "Alle anderen arbeiten bitte vorerst bis zum 14. Februar 2021 aus dem Homeoffice."

Bei JLL bleibt es den Mitarbeitern bzw. Teams überlassen, wo sie arbeiten. "Unsere Büros bleiben geöffnet, um jenen einen sicheren Arbeitsplatz zu bieten, die zuhause nicht arbeiten können", sagt COO Yama Mahasher. An die Mitarbeiter sei aber zuletzt ein "dringender Appell" ergangen, daheim zu arbeiten, wo es möglich ist. Mitte Januar waren je nach Standort bis zu 50% der Kollegen im Büro.
Nichts zum Thema Homeoffice sagen will Art-Invest.

Präsenz nur mit "zwingendem Grund"

Die Sars-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung, die am 27. Januar in Kraft trat und zunächst bis zum 15. März gilt, verpflichtet Arbeitgeber, "bei Büroarbeiten oder vergleichbaren Tätigkeiten das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen". Von einer Verlagerung solcher Tätigkeiten dürfe der Arbeitgeber nur dann absehen, wenn "zwingende betriebliche Gründe" dagegen sprechen.
Als solche Gründe gelten u.a. "alle Bürotätigkeiten, die Anwesenheit erfordern, z.B. das Verteilen und Bearbeiten eingehender Post, die Entgegennahme von Lieferungen oder Tätigkeiten am Empfang für weiterhin notwendige Kundenkontakte", erläutert Michael Fuhlrott, Arbeitsrechtler von der Hamburger Kanzlei Fuhlrott, Hiéramente & von der Meden.
Auch Tätigkeiten, die eine Einsichtnahme in Unterlagen vor Ort erfordern, z.B. Entgeltabrechnungen, könnten im Büro erbracht werden. Gleiches gelte, wenn auf IT-Systeme aus berechtigten Sicherheits- oder Datenschutzgründen nur vor Ort zugegriffen werden könne. Mit ungenügender technischer Ausstattung dürften Chefs dagegen maximal vorübergehend durchkommen.
Hier sei "zeitnah Abhilfe zu schaffen". Definitiv keine Chance hätten Argumente wie: "Die Kommunikation vor Ort ist wichtig für das Team" oder "Die Produktivität sinkt im Homeoffice". Harald Thomeczek

Harald Thomeczek

Konstantin Hähndel wechselt von Swiss Life zu Accumulata

Konstantin Hähndel.

Konstantin Hähndel.

Quelle: Accumulata Real Estate Group GmbH, Urheberin: Leonie Lorenz

Köpfe 15.01.2021
Konstantin Hähndel hat nach rund zehn Jahren bei Corpus Sireo bzw. Swiss Life Asset Managers (also der Schweizer Mutter von Corpus) bei Accumulata Real Estate angeheuert. Der Münchner ... 

Konstantin Hähndel hat nach rund zehn Jahren bei Corpus Sireo bzw. Swiss Life Asset Managers (also der Schweizer Mutter von Corpus) bei Accumulata Real Estate angeheuert. Der Münchner Immobilienprojektentwickler will mit Unterstützung Hähndels sein Investment- und Asset-Management-Geschäft ausbauen.

Bei seinem neuen Dienstherrn zeichnet Hähndel in Zukunft im Investmentmanagement für die Produktentwicklung und die Kundenansprache verantwortlich. Accumulata will die Angebotspalette auf seiner Investment-Management-Plattform ausbauen und institutionellen Investoren über Club-Deals, Individualmandate und Fondsstrategien "eine Beteiligung an Investment-Opportunitäten ermöglichen", wie Hähndel ankündigt.

Bis Ende vergangenen Jahres arbeitete er als Head of Real Estate beim Vermögensverwalter Swiss Life Asset Managers. Dort war er für die Kapitalanlagen der deutschen SL Lebensversicherung zuständig. Insgesamt verbrachte Hähndel mehr als zehn Jahre bei Swiss Life Asset Managers bzw. deren deutscher Tochtergesellschaft Corpus Sireo.

"Mit Konstantin Hähndel wollen wir unsere Investment-Lösungen weiterentwickeln und die Accumulata für institutionelle Investoren als Investment- und Asset-Management-Boutique positionieren", erklärt Stefan Schillinger, Managing Partner von Accumulata Real Estate, die Verpflichtung und verspricht: "Mit seiner Expertise werden wir das Portfolio der Produkt- und Investitionsstrategien erweitern und konsequent an den Zukunftsthemen New Work und Nachhaltigkeit ausrichten."

Harald Thomeczek

Frauen an die Spitze

Frauen finden sich im Jahr 2020 noch immer selten in der Führung von Immobilienunternehmen.

Frauen finden sich im Jahr 2020 noch immer selten in der Führung von Immobilienunternehmen.

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: Wolfilser

Karriere 28.05.2020
Frauen sind in der Immobilienbranche keine Seltenheit mehr - auf den Führungsebenen bleiben sie aber etwas Besonderes. Ohne Frauenquote wird das vermutlich auch noch länger so bleiben. ... 

Frauen sind in der Immobilienbranche keine Seltenheit mehr - auf den Führungsebenen bleiben sie aber etwas Besonderes. Ohne Frauenquote wird das vermutlich auch noch länger so bleiben. Dabei tun die Unternehmen sich selbst den größten Gefallen, wenn sie ihre Führungsmannschaften stärker durchmischen: Ihr Gewinn kann im Schnitt zweistellig steigen.

Bei JLL Deutschland führt jetzt eine Frau das Unternehmen, bei DIC Asset seit gut drei Jahren. Eine CFO verantwortet Vonovias Finanzen, Patrizia besitzt eine Investmentchefin und die Aareal Bank hat zwei weibliche Vorstandsmitglieder. Swiss Life Asset Managers (SLAM), die Muttergesellschaft von Corpus Sireo und Beos, betraute vergangenes Jahr eine (damals) 33-Jährige mit dem CEO-Job in Deutschland. Bei der LEG klettert der Frauenanteil im Vorstand mit einer Finanzchefin ab Juli auf 33%. Führungsfrauen, so weit das Auge reicht!

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Wer sich die nackten Zahlen anschaut, der stellt allerdings fest: Frauen sind auf den obersten Führungsebenen von Unternehmen der deutschen Immobilienbranche wie eh und je eine Rarität. Ja, ihre Anzahl ist gewachsen. Doch die Männer dominieren immer noch die Vorstands- und Geschäftsführungsetagen. Nicht nur, dass Tina Störmer - wohlgemerkt aus gesundheitlichen Gründen - zurück in die Schweiz gewechselt ist und nun zwei männliche Geschäftsführer an der Spitze von SLAM Deutschland stehen. Anne Kavanagh von Patrizia hat sieben männliche Vorstandskollegen, Annette Kröger sitzt im Executive Committee von Allianz Real Estate neun Herren gegenüber. Apleona hat ein Management Board mit acht Positionen - alle mit Männern besetzt. Deutsche Wohnen: vier Vorstandsposten, vier Männer. Die Zahlen sprechen fast überall die gleiche Sprache.

Die Fakten sind deutlich. Sehr deutlich. Nicht, dass die Immobilienbranche im Vergleich mit anderen Branchen eine Ausnahme wäre - aber sie sticht im negativen Sinne hervor. Keine Frau im Vorstand, und keine Frau im Aufsichtsrat: Immobilienunternehmen sind überproportional stark mit einer doppelten Null vertreten. Von 17 börsennotierten Unternehmen, die auf der "doppelschwarzen Liste" der Allbright-Stiftung stehen, lassen sich sechs oder 35,3% der Immobilienbranche zurechnen (Stand September 2019). Bei einem Immobilienanteil von nur 13% unter den untersuchten Börsenunternehmen (21 von 160) ist das ein hoher Wert.

Unternehmen verschenken bares Geld

Dabei verschenken Unternehmen, die Diversität geringschätzen, Geld. Die Praxis lehrt, dass gemischte Führungsteams bessere Ergebnisse abliefern. Das Peterson Institute for International Economics, ein US-Thinktank, kam z.B. schon 2016 in einer internationalen Studie zu dem Fazit: Firmen mit einem Frauenanteil von mindestens 30% auf der obersten Managementebene machen im Schnitt 15% mehr Gewinn als vergleichbare Unternehmen ohne Frauen im Management. Eine brandaktuelle Studie von McKinsey zeigt: Die Unternehmen mit den höchsten Frauenanteilen im Topmanagement sind mit 25%iger Wahrscheinlichkeit profitabler als die Konkurrenz.

Eine Studie, die PwC im vergangenen Jahr für den Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) erstellte, zeigt: Unternehmen mit einem höheren Reifegrad in puncto Diversität wachsen nicht nur mit großer Wahrscheinlichkeit stärker als der Wettbewerb, sondern sind auch innovativer und freuen sich über zufriedenere Kunden und eine geringere Mitarbeiterfluktuation.

Vor allem die Immobilienbranche weiß die stillen Reserven nicht zu heben

Die Immobilienbranche weiß dieses Potenzial nicht zu heben, besagt die Studie des ZIA. So fehlt in der Mehrheit der 138 von PwC befragten Unternehmen eine klare Verantwortlichkeit für das Thema, und nur in einer kleinen Handvoll Firmen hat die Geschäftsführung mehr Vielfalt zur Chefsache erklärt - was meist nötig ist, um eine echte Veränderung einzuleiten.

Es kommt also nicht von ungefähr, dass mehr als jedes zweite Unternehmen einen Frauenanteil von unter 10% auf der Ebene der Geschäftsführung aufweist, und bei mehr als zwei Dritteln der Frauenanteil auch auf den anderen Führungsebenen unter 30% liegt. Es ist nicht absehbar, dass die Branche demnächst aufholt. Denn viele Immobilienunternehmen sind weiter zurückhaltend mit ehrgeizigen Zielen für Frauenanteile im Vorstand oder der Geschäftsführung.

Ziel Null Prozent Frauen

Viele börsennotierte oder mitbestimmungspflichtige Firmen mit mindestens 500 Arbeitnehmern müssen seit 2015 Zielgrößen für den Aufsichtsrat, das Leitungsorgan und die beiden obersten Führungsebenen unterhalb von Vorstand oder Geschäftsführung festlegen. Mehr als ein Drittel (58) der 160 Gesellschaften im DAX, MDAX und SDAX haben sich zuletzt für den Vorstand das Ziel 0% Frauen gesetzt. Zwei davon, u.a. der Onlinehändler Zalando, sind nach einem Shitstorm zurückgerudert. Von den verbliebenen 56 "Doppelnullen" gehören elf, und damit fast 20%, der Immobilienbranche an.

Die Unternehmen sind um gute Gründe nicht verlegen. Beispielhaft sei der Bauträger Instone Real Estate herausgegriffen. Der Wohnungsentwickler erklärt sein Ziel Null auf Anfrage der Immobilien Zeitung mit der "Vertragsdauer der laufenden Vorstandsverträge" und damit, dass das Unternehmen das aktuelle Vorstandsteam auch darüber hinaus halten wolle. Außerdem sei es doch legitim, "dass jede Position vorwiegend nach Qualifizierung und Kompetenz besetzt werden soll - unabhängig vom Geschlecht oder anderen nicht leistungsbezogenen Kriterien". In der Öffentlichkeit vermittle die Quote Null ein falsches Bild: "Als würde sich ein Unternehmen nicht um Frauenförderung kümmern."

Für Männer gibt es ja quasi schon eine Quote

Anne Tischer, Mitgründerin der Initiative Frauen in Führung (FiF), erklärt, warum ihr die Zielquote Null ein Dorn im Auge ist: "Wenn der Status quo 0% ist, kann das Unternehmen begründen, warum die Wahl - trotz intensiver Suche - z.B. auf genau diese vier Männer gefallen ist. Aber eine Zielquote Null ist ein fatales Signal an die eigenen Mitarbeiterinnen sowie an Kandidatinnen."

Dass der oder die Beste den Job kriegt, ganz gleich, welches Geschlecht, ist nicht unbestritten: "Jede Frau, die seit mindestens zehn, 15 Jahren in der Branche arbeitet, hat schon erlebt, dass nicht immer der oder die Bestqualifizierte den Job bekommt, sondern wer ein gutes Netzwerk hat und denjenigen kennt, der den Job vergibt", sagt Tischer. "Es ist kein Zufall, dass so viele Immobilienunternehmen in der Allbright-Liste die Forderungen nach Diversität nicht erfüllen. Die Immobilienwirtschaft hinkt anderen Branchen um fünf bis zehn Jahre hinterher", konstatiert Karin Barthelmes-Wehr, Geschäftsführerin des Instituts für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft.

"Mit Blick auf das Employer Branding ist ein 0%-Ziel natürlich wahnsinnig ungeschickt"

Sonja Rösch aus dem Management der Agentur PB3C, die auf Immobilienkommunikation spezialisiert ist, ergänzt: "Mit Blick auf das Employer Branding ist ein 0%-Ziel natürlich wahnsinnig ungeschickt." Doch die wenigsten Firmen bringen den Mut auf, den Willen zur Veränderung mit einer Selbstverpflichtung in Gestalt einer Quote zum Ausdruck zu bringen. "Wenn ein Unternehmen etwas wirklich will - z.B. bei der Umsatzentwicklung oder in der Akquise -, setzt es sich messbare Ziele, in der Regel in Form einer Zahl. Alles fängt doch mit dem Commitment an", meint Tischer.

FiF fordert von allen führenden Immobilienunternehmen der verschiedenen Marktsegmente, von der Finanzierung über die Projektentwicklung bis zum Fonds-, Asset- und Property-Management: "Setzt Euch Zielquoten für den Frauenanteil in den obersten drei Führungsebenen und Fristen, innerhalb derer ihr diese erreichen wollt! Bis 2025 soll überall mindestens eine Frau im Vorstand bzw. in der Geschäftsführung sein!" Die Immobilien Zeitung hat Unternehmen, die sich als führend in ihren Marktsegmenten verstehen, nach ihrer Meinung zu dem Forderungskatalog gefragt. Im Wesentlichen zusammengefasst: Wer nicht unbedingt muss, verzichtet meist lieber darauf, sich unbequeme Ziele zu setzen (siehe Tabelle "Unternehmen aus der Immobilienbranche tun sich meist schwer mit freiwilligen Zielvorgaben" weiter unten).

Ohne Quote kaum messbarer Fortschritt

Dass sich ohne Quotenzwang wenig an den herrschenden Verhältnissen ändert, zeigen Zahlen der Initiative Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR). Für Gesellschaften, die sowohl börsennotiert als auch voll mitbestimmungspflichtig sind, also mehr als 2.000 Mitarbeiter beschäftigen, gilt eine harte 30%-Quote für den Aufsichtsrat. Bei diesen hat der Frauenanteil seit 2015 erheblich zugelegt und beträgt mittlerweile rund 34%. Bei den anderen in den DAX-Segmenten notierten Unternehmen verharrt er nur knapp über 20%. Das wichtigste Indiz dafür, dass sich ohne Quote allenfalls punktuell etwas tut, ist: In den Vorständen, für die allesamt noch keine Quote gilt, bewegt sich der Frauenanteil um die 10%. Im Lager der Unternehmen mit der AR-Quote ist er seit 2015 nur unwesentlich stärker geklettert bzw. liegt kaum höher (10,8%) als im Lager (8,9%) der Unternehmen ohne AR-Quote. "Damit ist eine stabile Männerquote von 90% weiterhin gesichert", bilanziert FidAR.

Nicht umsonst hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) Anfang dieses Jahres einen Gesetzentwurf für eine verschärfte Frauenquote vorgelegt. Dieser sieht vor, dass Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern und mindestens vier Vorstandsmitgliedern künftig mindestens eine Frau im Vorstand haben müssen. Giffey hatte ihre Quote für Vorstände mit dem hohen Anteil von Unternehmen, die sich eine Zielquote Null für den Vorstand setzen, begründet: "Nur mit freiwilligen Bekenntnissen kommen wir nicht weiter."

Frauenquote: Status quo und Zielgrößen
Unternehmen aus der Immobilienbranche tun sich meist schwer mit freiwilligen Zielvorgaben für Frauenquoten - Status quo und Zielgrößen für Frauenanteile auf den operativen Führungsebenen ausgewählter Immobilienunternehmen in Deutschland: zum PDF

An der Quote scheiden sich die Geister. Heike Gündling, früher u.a. COO bei Bilfinger Real Estate und heute Managing Director bei Eucon Digital, ist ganz bei Giffey: "Ich bin für die Quote. Gegen eine schwere Krankheit hilft nur ein schweres Medikament. Wenn man so will, kommen ja auch Männer in der Immobilienbranche oft genug wegen einer - ungeschriebenen - Quote zum Zug: weil sie irgendwann einfach mal dran sind. Nicht jeder Mann in einer Führungsposition macht einen Superjob." PR-Frau Rösch hält dagegen: "Eine Quote bringt nichts. Besser ein mittleres Management für Nachbesetzungen aufbauen. Ich habe in meiner Laufbahn Frauen erlebt, die wegen einer Quote mehrere Hierarchieebenen übersprungen haben - und dann zu kämpfen hatten; sie waren einfach noch nicht bereit."

In den Unternehmen hat die Quote wenige Freunde

Auch die allermeisten Unternehmen zeigen sich wenig begeistert von der Vorstellung fester Frauenanteile für operative Führungsebenen. Swiss Life Asset Managers etwa ist zwar "überzeugt, dass gemischte Teams besser performen". Aber: "Eine starre Quote erachten wir nicht als förderlich." Lieber versuche der Asset-Manager, "durch eine breite Förderung auf allen Ebenen des Unternehmens zu erreichen, dass der Pool von potenziellen Kandidatinnen für Führungsaufgaben immer größer wird und es somit automatisch mehr Frauen in Führungspositionen geben wird." Der Projektentwickler Consus begründet seine Ablehnung einer fixen Zielvorgabe damit, dass eine solche "die ohnehin schwierige Fachkräftesuche weiter einschränken würde". Zudem sei eine Quote auch für die Frauen selbst ein vergiftetes Geschenk: "Unsere weiblichen Führungskräfte haben viele eigene Akzente eingebracht. Dabei mussten sie nicht mit dem Makel von Quotenfrauen kämpfen, sondern werden als qualifizierte Mitglieder des Teams verstanden, sodass die Zusammenarbeit mit den Männern bestens funktioniert."

"Krisen werden gern dafür genutzt, einen Backlash einzuleiten"

Aus Giffeys Quote für Vorstände wird aber ohnehin wahrscheinlich erst einmal nichts. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) drohte laut einem Medienbericht, gegen einen Kabinettsbeschluss zu stimmen. Den Firmen sollten in der Krise weitere Belastungen erspart bleiben. Da ist es fast schon Ironie, dass Altmaiers Ministerium die Schirmherrschaft bei FiF innehat. Gündling warnt: "Krisen werden gern dafür genutzt, einen Backlash einzuleiten. Natürlich hat sich beim Thema Frauen in Führung in der Vergangenheit was getan. Aber speziell die Immobilienbranche ist immer noch sehr männerlastig. Da besteht einfach die Sorge, dass dieses zarte Pflänzchen jetzt in der Krise wieder verdorrt."

Die Krise ist jetzt schon Gift für dieses Pflänzchen. Laut der Hans-Böckler-Stiftung sind Männer und Frauen zwar in etwa gleich stark von Kurzarbeit betroffen. Doch die Frauen haben ihre Arbeitszeit wegen geschlossener Schulen und Kitas deutlich öfter (zusätzlich) reduziert. Dabei setzt sich nicht nur die Arbeitsteilung von vor der Krise fort. Vier von zehn Elternpaaren, die sich die Erziehungsarbeit vorher ungefähr gleich aufteilten, sind zu alten Rollenmustern zurückgekehrt.

"Corona macht die Mängel wieder sichtbar"

Was die Studie anhand von knapp 8.000 Erwerbstätigen zeigt, nimmt Izabela Danner täglich in ihrem Netzwerk wahr. "Die traditionellen Rollen werden wieder oft klassisch gelebt, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht", beobachtet die ehemalige Geschäftsführerin von JLL Deutschland. "Der Mann hängt den ganzen Tag in den Telkos - und die Frau natürlich auch. Denn wer die Verfügbarkeit für den Job nicht gewährleistet, ist ganz schnell weg vom Fenster." Für Frauen ohne Familie ist es vielleicht egal, wenn sie in Corona-Zeiten von morgens bis abends in Zoom-Meetings hängen. "Aber", betont Danner, "wenn kleinere Kinder da sind, dann läuft die Versorgung vorrangig bei den Müttern mit. Für viele ist die Belastung unerträglich geworden."

Danner erzählt von berufstätigen Frauen aus ihrem Bekanntenkreis: "Sie fangen teils um 5 Uhr morgens an - und wenn die Kinder schlafen, müssen sie aufholen, was sie den Tag über nicht geschafft haben. Corona macht die Mängel unserer Arbeitswelt wieder sichtbar - und vor allem klar, dass der Job nicht aus dem persönlichen Kontext herauslösbar ist." So manche Frau droht karrieretechnisch abgehängt zu werden: "Viele Entscheidungen müssen in der Krise schnell getroffen werden; da greift man automatisch zur starren Hierarchie oder zu denen, die rund um die Uhr verfügbar sind. Und das sind in unserer Branche besonders oft Männer."

Wie viele Frauen an der Spitze von Immobilienfirmen stehen, zeigt unsere IZ-Tabelle.

Details zur Initiative unter: www.frauen-in-fuehrung.info

Harald Thomeczek

FOM plant mit Bernd Wieberneit Einstieg ins Fondsgeschäft

Da waren sie noch unter dem Swiss-Life-Dach vereint: Bernd Wieberneit und Christine Bernhofer, anno 2017 auf der Mipim in Cannes.

Da waren sie noch unter dem Swiss-Life-Dach vereint: Bernd Wieberneit und Christine Bernhofer, anno 2017 auf der Mipim in Cannes.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Harald Thomeczek

Köpfe 17.03.2020
Fast 20 Jahre lang stand Dr. Bernd Wieberneit in Diensten von Corpus Sireo bzw. Swiss Life Asset Managers. Dieser Tage hat Wieberneit ein neues Kapitel seiner Laufbahn aufgeschlagen: Der ... 

Fast 20 Jahre lang stand Dr. Bernd Wieberneit in Diensten von Corpus Sireo bzw. Swiss Life Asset Managers. Dieser Tage hat Wieberneit ein neues Kapitel seiner Laufbahn aufgeschlagen: Der Ex-Geschäftsführer der Swiss Life Kapitalverwaltungsgesellschaft ist zum Heidelberger Projektentwickler und Immobilieninvestor FOM Real Estate gewechselt. Dem Vernehmen nach will FOM mit Hilfe von Wieberneit den Einstieg ins Fondsgeschäft wagen.

Head of Human Resources & Legal Affairs der Corpus Sireo Holding, CFO von Corpus Sireo Real Estate, Geschäftsführer der Swiss Life KVG - nicht zuletzt diese Positionen hatte Wieberneit in den beiden vergangenen Jahrzehnten inne. Im Zuge der Umbaumaßnahmen durch den Schweizer Eigentümer Swiss Life Asset Managers hat auch Urgestein Wieberneit Corpus Sireo bzw. die Swiss Life KVG nun verlassen. Wie so viele andere zuvor: Martin Eberhardt, Bernhard Berg, Michael Westerhove...

Wieberneit hat am 1. März 2020 bei FOM angefangen. Seine Rolle: Geschäftsführer. Abgelöst hat er niemanden, denn wie die Spatzen von den Dächern pfeifen, soll er für ein FOM ein zusätzliches Standbein aufbauen: Das Heidelberger Unternehmen wolle mit Wieberneit ins Immobilienfondsgeschäft hineinwachsen, ist zu hören. Wieberneit selbst gibt sich auf Anfrage der Immobilien Zeitung bedeckt. Er bestätigt lediglich seinen Wechsel - und verweist für alles andere auf kommende Ankündigungen.

FOM ist bisher nicht als Fondsplayer aufgefallen. Das vom geschäftsführenden Gesellschafter Reinhard Walter geführte Unternehmen hat sich eher als Projektentwickler und Immobilieninvestor, u.a. auch mit Private Placements für Family-Offices, einen Namen gemacht. Aktuell baut FOM auf dem früheren Tengelmann-Areal an der Landsberger Straße 350-356 im Münchner Westen ein Büroensemble mit 51.000 qm BGF für AXA IM Real Assets. In Berlin-Adlershof errichtete FOM als Generalübernehmer zusammen mit Corpus Sireo den neuen Allianz-Campus mit ebenfalls rd. 50.000 qm Mietfläche, der noch vor der Fertigstellung in koreanische Hände gelangte.

Die Swiss Life KVG wird nach Wieberneits Abschied als Geschäftsführer, der bereits im September 2019 erfolgte, von Dr. Christine Bernhofer und Carmen Reschke geführt. Wieberneit begleitete zuletzt den Start des neuen offenen Immobilienpublikumsfonds von Swiss Life. Bernhofer, die die Swiss Life KVG vor dreieinhalb Jahren mit aus der Taufe gehoben hatte, hat die CEO-Rolle von Eberhardt übernommen. Ihre vorherige Position als CFO der KVG füllt nun Reschke aus, die seit November 2017 bei der KVG ist.

Harald Thomeczek

Eberhardt kehrt Corpus Sireo den Rücken

Für Martin Eberhardt ist Schluss bei Corpus Sireo.

Für Martin Eberhardt ist Schluss bei Corpus Sireo.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

Karriere 31.10.2019
Vor drei Monaten erst stellte Swiss Life Asset Managers (AM) seine deutschen Töchter unter ein gemeinsames Dach. Die Geschäftsführung von Corpus Sireo wurde auf zwei Köpfe eingedampft: ... 

Vor drei Monaten erst stellte Swiss Life Asset Managers (AM) seine deutschen Töchter unter ein gemeinsames Dach. Die Geschäftsführung von Corpus Sireo wurde auf zwei Köpfe eingedampft: Martin Eberhardt und Anett Barsch.

Jetzt die Überraschung: Eberhardt, der seinerzeit zusammen mit Anett Barsch als Teil eines künftigen Führungsdoppels für Corpus Sireo präsentiert wurde, hat das Unternehmen verlassen. Barsch, die bei Corpus Sireo Geschäftsführerin für Projektentwicklung ist, wurde zum Head Real Estate Project Development in der neu geschaffenen Holding geschlagen. Sie hat das Sagen für das gesamte Entwicklungsgeschäft von Swiss Life AM in Deutschland. Eberhardt dagegen erhielt keinen Posten in der von Tina Störmer, CEO von Swiss Life AM in Deutschland, geführten Holding.

Auf seinem Profil auf der Karriereplattform LinkedIn gibt Eberhardt an, sich im Garden Leave zu befinden, was meist eine Freistellung eines Arbeitnehmers bis zum Ablauf eines gekündigten Arbeitsverhältnisses bedeutet. Yvonne Hoberg, Director Communications von Corpus Sireo, teilt auf Anfrage der Immobilien Zeitung (IZ) mit: "Martin Eberhardt hat sich dazu entschlossen, neue Herausforderungen außerhalb von Swiss Life AM anzunehmen."

Eberhardt ist nicht der erste Manager, der seinen Posten bei Corpus Sireo in letzter Zeit geräumt hat. Michael Westerhove, zuvor u.a. Chief Development Officer, verließ das Unternehmen im Zuge der jüngsten Umbaumaßnahmen. CEO Bernhard Berg, nach der Übernahme durch Swiss Life ins Amt gekommen, verabschiedete sich Anfang 2019 nach zweieinhalb Jahren Zugehörigkeit - parallel zur Inthronisierung von Störmer. Sein Vorgänger Ralph Günther, der nach Bergs Abgang vorübergehend wieder einsprang, sitzt jetzt nicht mal mehr im Aufsichtsrat. Dieser ist nun komplett mit Vertretern von Swiss Life besetzt.

Corpus Sireo wird nun von Barsch und Franz Krewel geführt. Krewel kümmert sich als CEO um die Bereiche Asset-Management und Investment/Transaktionen. Er ist schon ewig im Unternehmen und hatte diverse Führungsposten inne.

Eberhardt war erst im Mai 2018 in die Geschäftsführung gekommen. Er trat damals quasi in die Fußstapfen des früheren Chief Operating Officers Ingo Hartlief. Nach anderthalb Jahren ist nun schon wieder Schluss für ihn. Doch wie er selbst auf LinkedIn schreibt: "Change is the only constant in life." Was Eberhardt nach seiner Zeit bei Corpus Sireo beruflich vorhat - dazu mochte er sich auf Anfrage der IZ nicht äußern. In Schweigen hüllen sich die Beteiligten ebenfalls zu der Frage, ab wann sich Eberhardt wieder in neue Hände begeben kann.

Harald Thomeczek

Swiss-Life-Töchter unter einem Dach

Köpfe 18.07.2019
Swiss Life Asset Managers (AM) steuert jetzt alle Geschäftsbereiche hierzulande über eine Holding. Der Geschäftsleitung der Holding gehören u.a. Anett Barsch von Corpus Sireo und Hendrik ... 

Swiss Life Asset Managers (AM) steuert jetzt alle Geschäftsbereiche hierzulande über eine Holding. Der Geschäftsleitung der Holding gehören u.a. Anett Barsch von Corpus Sireo und Hendrik Staiger von Beos an.

Im Januar 2019 war Tina Störmer als CEO von Swiss Life AM für Deutschland eingesetzt worden. Dieser Posten war neu und ein Vorzeichen für das, was nun greift. Jetzt präsentieren die Schweizer eine neu geschaffene Geschäftsleitung für die Holding, die sich vor allem aus Führungskräften der Gesellschaften vor Ort zusammensetzt.

Anett Barsch, bei Corpus Sireo Geschäftsführerin für Projektentwicklung, hat jetzt als Head Real Estate Project Development in der Holding das Sagen für das gesamte Entwicklungsgeschäft von Swiss Life Asset Managers in Deutschland. Dieses umfasst sowohl die Büro- und Wohnungsprojekte von Corpus Sireo als auch die Projekte von Beos. Die operative Geschäftsführung von Corpus Sireo setzt sich übrigens nur noch aus Barsch und Martin Eberhardt zusammen. Michael Westerhove, zuvor in Personalunion Chief Development und Chief Investment Officer, hat das Unternehmen nach mehr als 14 Jahren verlassen. Und Ralph Günther, der nach dem Abgang von Ex-CEO Bernhard Berg eingesprungen war, zieht sich wieder auf den klangvollen Posten des Advisor to the Swiss Life Group CIO Stefan Mächler zurück.

Als Chief Operating Officer (COO) wird Christine Bernhofer, die Geschäftsführerin der deutschen Swiss Life Kapitalverwaltungsgesellschaft, eingesetzt. In ihren Verantwortungsbereich fallen die Entwicklung und das Management regulierter und nicht regulierter Fondsprodukte und Vehikel für Immobilien- und Wertpapieranlagen deutschen Rechts. Aktuell managt Swiss Life AM in Deutschland sieben Fonds und andere Anlagevehikel mit Vermögenswerten (AuM) im Wert von etwa 1 Mrd. Euro. Den Titel des Head Real Estate Asset Management trägt Hendrik Staiger aus dem Vorstand von Beos. In Deutschland managt Swiss Life AM zurzeit ein Immobilienvermögen von über 23 Mrd. Euro, in ganz Europa sind es 81 Mrd. Euro.

Deutscher Vertriebschef (Head of Sales) ist Michael Hennig. Er kam im März 2019 zu Swiss Life AM. Der Posten des Chief Financial Officer (CFO) wird vom externen Zugang Christian Schmid besetzt. Er geht zum 1. September 2019 an Bord. Sein bisheriger Arbeitgeber: der Rückversicherer Munich Re. Als Head Proprietary Insurance Asset Management firmiert jetzt Michael Essl. Er wirkt seit Mai 2018 bei Swiss Life AM als Chief Investment Officer Germany.

Anke Pipke,Anke Pipke ,Harald Thomeczek