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Digitales Netzwerken nutzt dem eigenen Business

Kontakte über Social Media zu knüpfen wirkt auf den ersten Blick oft einfach, doch nicht jede Anfrage wird auch beantwortet.

Kontakte über Social Media zu knüpfen wirkt auf den ersten Blick oft einfach, doch nicht jede Anfrage wird auch beantwortet.

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: Rymden

Karriere 17.06.2021
Da Veranstaltungen und Messen bedingt durch die Corona-Pandemie fast nur noch digital stattfinden, werden immer mehr Kontakte online geschlossen. Wer ein Netzwerk über Social Media ... 

Da Veranstaltungen und Messen bedingt durch die Corona-Pandemie fast nur noch digital stattfinden, werden immer mehr Kontakte online geschlossen. Wer ein Netzwerk über Social Media aufbauen will, sollte jedoch einige Spielregeln kennen.

Als Enrico Kürtös seine Firma Inreal Technologies gründete, musste er sich in der Immobilienbranche erst einmal bekannt machen. Bei Fachveranstaltungen und Messen sprach er immer wieder Leute an, bat um Tipps oder ein Telefonat am Folgetag. Über die Jahre baute sich der heutige CEO so ein Netzwerk auf - und damit auch sein Business. "Ich habe über solche Netzwerke schon mit 26 mit Grundstücken gedealt", erzählte der Geschäftsmann beim Auftakt der diesjährigen IZ-Karrierewoche und bestätigte damit eine These von Thomas Beyerle, Managing Director bei Catella Property Valuation und Professor an der Hochschule Biberach. Die besagt: "Netzwerken ist die effizienteste Form, ein Ziel zu erreichen". Damit meint Beyerle, dass sich viel Zeit sparen lässt, wenn man für ein Anliegen den richtigen Ansprechpartner hat.

Dass ein gutes Netzwerk zum Business dazugehört, berichtete auch Thomas Glatte in der Fachdiskussion. Der heutige Director Group Real Estate Management bei BASF erzählte, dass er seinen ersten Job über Kontakte bekam, heute sieht er das als den Grundstein seiner Karriere.

Doch wegfallende Messen und Fachveranstaltungen haben seit Ausbruch der Corona-Pandemie dazu geführt, dass sich das Netzwerken innerhalb der Branche immer mehr auf Social Media verlagert. Dabei führt nicht jede Anfrage bei Xing, LinkedIn und Co. tatsächlich zu einer Antwort oder gar zu einem nachhaltigen Kontakt. Gerade wer einen CEO anschreibt, sollte zudem Geduld haben oder gar mehrere Anläufe wagen, weiß Enrico Kürtös. Er habe schon etliche Anfragen per Chat verschickt und oft erst nach Monaten oder Jahren eine Rückmeldung bekommen.

Für Glatte ist klar, wer online auf eine Antwort hofft, muss sofort Interesse wecken und in seinen Chatnachrichten zeigen, dass er ein konkretes Anliegen mit einem klaren Ziel hat. "Man kann gerne nach einer digitalen Veranstaltung jemanden bei Social Media ansprechen und Nachfragen zum Thema stellen", nennt er ein Beispiel. In solchen Fällen sieht er in Social Media durchaus Potenzial, auch mit der Chefetage in Kontakt zu kommen.

Profil im Netzwerk sollte gepflegt werden

Doch nicht alles ist für Glatte durch die ständige Erreichbarkeit via Social-Media-Netzwerke einfacher geworden. "Die Zahl der Kanäle ist vielfältiger geworden. Dadurch werden aber nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Menschen immer transparenter." Er und viele seiner Kollegen nutzen Social Media oft, um sich über Bewerber oder geschäftliche Kontakte schlau zu machen, Profile sieht er als "digitale Lebensläufe" und erwartet, dass sie ohne Tippfehler und vollständig daherkommen. Zudem achte er immer auf die Fotos.

Auch bei Beyerle fällt der Blick oft zuerst auf das Profilbild - nicht nur online. "Auch wenn der Mainstream sagt, Bilder gehören nicht mehr in einen Lebenslauf, bin ich dadurch völlig beeinflussbar." Ihm falle es leichter, sich ein Bild von einer Person zu machen, wenn er ein Gesicht zu den Unterlagen hat. Dafür gebe es eine ganze Reihe anderer Themen, die weder in eine Bewerbung noch in ein soziales Netzwerk gehören. Die absoluten No-gos sind für ihn Posts, die verletzend sein könnten, und Beiträge zu Fragen aus Politik und Religion. "Diese Themen mit dem Business zu vermischen, ist gefährlich", betont er.

Um irgendwann vom Vitamin B zu profitieren, sollte das Netzwerken schon vor dem Berufseinstieg beginnen, "denn die Kommilitonen von heute sind vielleicht die Auftraggeber von morgen", sagt Beyerle. Deshalb sollten vor allem Berufseinsteiger auch Kontakt zu Gleichaltrigen suchen. Eine weitere wichtige Gruppe für ein erfolgreiches Netzwerk sieht Glatte in allen, die schon zwei bis drei Jahre länger in der gleichen Position tätig sind.

Karrierewoche bietet 280 Jobchancen

Der Terminkalender manch eines Studenten mit immobilienwirtschaftlichem Hintergrund dürfte diese Woche ungewöhnlich voll gewesen sein. Denn in diesen Tagen findet die IZ-Karrierewoche statt. Etwa 270 Teilnehmer haben sich dazu angemeldet, das Gros sind Studenten, aber auch etliche Berufstätige sind dabei. Die meisten wollen einen Direkteinstieg finden, die Lust auf ein Trainee-Programm ist dagegen deutlich verhaltener. Mehr als jeder Zweite hatte zu Beginn der digitalen Jobmesse ein Profil ausgefüllt, um sich mit seinen Leistungen den 28 Unternehmen zu präsentieren, die mit gut 280 exklusiven Jobs und mehr als 160 Ansprechpartnern aufwarteten. Darüber hinaus wurden hunderte Termine für Gespräche zwischen Bewerbern und den Unternehmen aus der Branche vereinbart. Dabei haben nicht nur die Kandidaten den Kontakt gesucht, auch die Firmen haben nach möglichen Mitarbeitern Ausschau gehalten. Im Veranstaltungsprogramm nutzten Arbeitgeber und weitere Branchenvertreter die Möglichkeit, den jungen Leuten ihr Unternehmen sowie neue Berufsfelder vorzustellen und ihnen Tipps etwa zu Einstiegsgehältern und Bewerbungsgesprächen zu geben. Anke Pipke

Janina Stadel

Zinsland findet CTO David Werner bei Xing

David Werner.

David Werner.

Quelle: Zinsland

Köpfe 21.05.2019
Die Hamburger Crowdinvesting-Plattform Zinsland hat sich im Personalpool des Online-Netzwerks Xing bedient. David Werner, der zuvor als Director Engineering für Xing tätig war, sitzt seit dem 1. ... 

Die Hamburger Crowdinvesting-Plattform Zinsland hat sich im Personalpool des Online-Netzwerks Xing bedient. David Werner, der zuvor als Director Engineering für Xing tätig war, sitzt seit dem 1. Mai 2019 auf dem Sessel des Chief Technology Officer (CTO) bei Zinsland. Den Platz hat zuvor Jost Künzel freigemacht. Er war seit September 2016 Teil des Zinsland-Teams, hat sich inzwischen selbstständig gemacht und unterstützt die Plattform nunmehr als Freelancer.

Werners aktuelle Aufgabe ist es, die gewerbliche Immobilienfinanzierung im Sinne der Plattform zu digitalisieren. Dabei steht vor allem der Aufbau der B2B-Erweiterung namens Caladio im Fokus und der Ausbau des Software-Engineering-Bereichs. Dabei greift der studierte Informatiker auf Erfahrungen aus früheren Tätigkeiten zurück - zum Beispiel beim Hamburger Spieleentwickler InnoGames, einer Station, die übrigens auch sein Vorgänger Künzel in seinem Lebenslauf vorweisen kann. Werner war dort zunächst Leiter des Entwicklungsteams und später Technical Product Lead.

Anke Pipke

51% der Immobilienprofis sind mit ihrem Gehalt unzufrieden

Karriere 03.05.2019
Die höchsten Gehälter werden in Deutschland in der Immobilienbranche gezahlt. Trotzdem ist mehr als die Hälfte der Immobilienprofis unzufrieden mit ihrem Gehalt. ... 

Die höchsten Gehälter werden in Deutschland in der Immobilienbranche gezahlt. Trotzdem ist mehr als die Hälfte der Immobilienprofis unzufrieden mit ihrem Gehalt.

Das Karrierenetzwerk Xing stellte unlängst eine Gehaltsstudie vor, die auf Basis einer Mitgliederbefragung erstellt wurde. Dabei kam heraus, dass Arbeitnehmer aus der Immobilienbranche mit einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt von 88.040 Euro (inklusive Boni bzw. Weihnachts- und Urlaubsgeld) das Ranking der Spitzenverdiener anführen. In vielen Branchen wird deutlich schlechter gezahlt. Menschen, die im Bereich Erziehung, Bildung und Wissenschaft arbeiten, müssen sich z.B. mit 47.054 Euro im Jahr bescheiden - der schlechteste Wert unter allen Branchen.

Für die Studie fragte Xing seine Mitglieder auch danach, wie zufrieden sie mit ihrem Gehalt sind. Es zeigte sich: 56% aller befragten Nutzer in Deutschland halten ihr Gehalt nicht für angemessen. Für die Immobilien Zeitung brach Xing dieses Ergebnis auf die Immobilienbranche herunter. Das Resultat: Selbst von den Topverdienern aus der Immobilienwirtschaft sind 51% unzufrieden mit ihrem Gehalt. Nur 49% der in der Immobilienbranche tätigen Befragten sind zufrieden damit, was am Monatsende auf ihrer Abrechnung steht.

Sinn oder Geld?

Ein wenig im Widerspruch mit der unter Immobilienprofis weit verbreiteten Unzufriedenheit mit dem Gehalt steht dieser Befund: 50% der Befragten aus der Immobilienbranche würden für mehr Sinn im Job ein geringeres Gehalt akzeptieren.

Zu den Befragten, die aus der Immobilienbranche kommen, gehören laut Xing Architekten und An-/Verkäufer, Immobilienmakler und Investmentmanager, Sales Direktoren, Produktmanager und PR-Manager. "Die Befragten haben auch höhere Positionen inne und sind zum Teil Geschäftsführer, Bereichsleiter und Abteilungsleiter", erläutert eine Xing-Sprecherin.

Harald Thomeczek

Xing-Gehaltsstudie: Immobilienleute verdienen am besten

Geldsegen, Geldregen: Immobilienprofis gehören laut Xing zu den Bestverdienern auf dem deutschen Arbeitsmarkt - Architekten und Ingenieure eher nicht.

Geldsegen, Geldregen: Immobilienprofis gehören laut Xing zu den Bestverdienern auf dem deutschen Arbeitsmarkt - Architekten und Ingenieure eher nicht.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: ArtFamily

Karriere 11.04.2019
Die Immobilienbranche ist der Wirtschaftszweig mit den höchsten Gehältern in Deutschland. Das gilt zumindest für die Arbeitnehmer, die auf der Karriereplattform Xing vertreten sind. ... 

Die Immobilienbranche ist der Wirtschaftszweig mit den höchsten Gehältern in Deutschland. Das gilt zumindest für die Arbeitnehmer, die auf der Karriereplattform Xing vertreten sind.

Xing hat mehr als 17.000 Mitglieder aus Deutschland zum Thema Gehalt befragt. Das Resultat: Im Schnitt gehen sogenannte Fach- und Führungskräfte mit 70.754 Euro nach Hause (Bruttojahresgehalt plus Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Boni). Spitzenverdiener sind Arbeitnehmer aus der Immobilienbranche. Sie führen das Feld mit einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 88.040 Euro an.

Selbst bei Banken und Autobauern wird nicht so gut verdient wie in der Immobilienbranche

Auf Platz zwei und drei der Topverdiener folgen Leute aus der Pharma- und Medizintechnikbranche mit 83.267 Euro sowie der Versicherungsbranche (79.816 Euro). Selbst Banker und Finanzdienstleister (78.818 Euro) und Automobilbauer (78.161 Euro) verdienen nicht so gut wie Immobilienprofis.

Architekten und Bauingenieure backen kleinere Brötchen

Nur im unteren Mittelfeld landen Architekten und Bauingenieure. Für die Branche Architektur und Bauwesen weist die Gehaltsanalyse ein Durchschnittsgehalt von 65.793 Euro aus. Menschen, die im Bereich Erziehung, Bildung und Wissenschaft arbeiten, müssen den Gürtel am engsten schnallen: Sie bekommen nur 47.054 Euro.

Lieber mehr Sinn oder mehr Geld?

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Umfrage: Jeder zweite Arbeitnehmer unter allen Befragten (also nicht nur aus der Immobilienbranche) würde für mehr Sinn im Job ein geringeres Gehalt akzeptieren, jeder Zehnte dafür sogar den Job wechseln.

Ausgenommen von der Gehaltsbefragung waren Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst und Beamte, Gründer und Inhaber, Selbstständige und Freiberufler, Arbeitnehmer im Ruhestand sowie Studenten und Erwerbslose. Mehrheitlich tummeln sich sogenannte White Collar Worker auf Xing. Darunter sind u.a. Berufsgruppen mit kaufmännischen, beratenden, administrativen und ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkten zu verstehen.

Harald Thomeczek

List umwirbt Wunschkollegen mit Geschenken

Die List-Gruppe setzt bei der Suche nach Fachkräften auf Individualität und persönliche Ansprache. Geschenke sind dabei ein sympathisches Mittel.

Die List-Gruppe setzt bei der Suche nach Fachkräften auf Individualität und persönliche Ansprache. Geschenke sind dabei ein sympathisches Mittel.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: Mangostar

Karriere 17.01.2019
Es erinnert ans moderne Dating: Die Nordhorner List-Gruppe schreibt auf der Suche nach Bauingenieuren ausgewählte Wunschkandidaten in sozialen Netzwerken an, beschenkt sie und lädt zum ... 

Es erinnert ans moderne Dating: Die Nordhorner List-Gruppe schreibt auf der Suche nach Bauingenieuren ausgewählte Wunschkandidaten in sozialen Netzwerken an, beschenkt sie und lädt zum Essen ein. Das preisgekrönte Konzept funktioniert, sagt der Personalchef. Und es spart die Kosten für den Headhunter.

Geeignete Fach- und Führungskräfte fürs Unternehmen zu finden, ist derzeit eine Kunst für sich. Der Bedarf ist hoch, das Angebot überschaubar. Der Arbeitsmarkt in der Immobilienbranche hat sich längst dahin entwickelt, dass sich die begehrten einstiegs- oder wechselbereiten Bewerber ihren künftigen Geldgeber aussuchen können. Der Chef muss um den Wunschkandidaten werben, nicht mehr andersherum.

Die List-Gruppe kennt das aus eigener Erfahrung. "Der Markt ist in unserer Branche so abgegrast wie noch nie", erklärt Sebastian Wirbals, Abteilungsleiter Personal und Organisation. Zudem sitze das Unternehmen mit seinen Standorten z.B. in Nordhorn, Bielefeld oder auch Essen nicht in den Metropolen des Landes, sondern in Gegenden, die nicht für jede Spitzenkraft reizvoll seien. Der Ausweg für die List-Gruppe: kreativ werden. Seit einem halben Jahr setzt sie ein Konzept um, das ohne großen Einsatz von Geld und Zeit gute Ergebnisse im Kampf um die Hochkaräter bringt. Es heißt "Hans, wo bleibst Du?" und kommt ganz ohne Bewerbungsunterlagen aus.

Ausgangspunkt sind die Personalempfehlungen bereits beschäftigter Mitarbeiter. Sie kennen beide Seiten - zum einen die Person, die sie sich als Kollegen wünschen, vielleicht aus dem Studium oder von einem früheren Job, und zum anderen die Arbeitsweise und Aufgaben bei List. Sie können selbst abschätzen, ob beides zusammenpasst. List macht sich diese Vorauswahl schon seit Jahren zunutze. "Mit der persönlichen Ansprache von potenziellen Mitarbeitern sind wir sehr erfolgreich", sagt Wirbals.

Jetzt geht List einen Schritt weiter und umwirbt die Kandidaten noch mehr. Sobald er den Namen des Wunschkollegen kennt, setzt sich Wirbals mit ihm über die sozialen Medien in Kontakt. Dabei konzentriert er sich auf die beruflich orientierten Netzwerke Xing und LinkedIn. "98% der Kandidaten finden wir dort, die meisten auf Xing", erklärt der Personaler. Eine Ansprache über Facebook lehnt er indes ab. "Das ist uns zu privat, da stören berufliche Themen eher."

Die erste Nachricht besteht nur aus einem kleinen Textbaustein. Die Botschaft: "Wir finden Dich interessant und möchten mit Dir ins Gespräch kommen. Du stehst auf unserer WishList und wir haben ein Geschenk für Dich." Kurz und knapp, gleich kollegial per Du und auf keinen Fall aufdringlich sein, das ist List wichtig. "Der Kandidat hat einen stressigen Job mit viel Verantwortung, da hat er keine Zeit zu verschenken", sagt Wirbals. Auf Informationen zum Unternehmen verzichtet er deswegen. "Danach kann der Adressat bei Interesse selbst googeln."

Von großer Bedeutung ist hingegen der Link zu einer individuellen Landingpage. Dort wird der Ausgewählte noch einmal persönlich angesprochen und gelangt zu einem Video, in dem neben Wirbals auch der Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzende Gerhard List mitspielt. Sie unterhalten sich darüber, dass sie so gerne dem Kandidaten das Geschenkpaket zuschicken wollten, doch die Adresse gar nicht haben. Der Umworbene kann dann seine Daten eingeben und erhält kurze Zeit später ein Präsent. "Es ist meist etwas Hochwertiges, etwas zum Basteln", verrät Wirbals. Eben etwas, an dem viele Bauingenieure Spaß haben. Sollte Wirbals individuelle Vorlieben des Kandidaten kennen, passt er das Geschenk entsprechend an. Vielleicht erreicht List bereits damit, dass der Umworbene seine Telefonnummer herausrückt und zu einem Gespräch bereit ist. Wenn nicht, zündet die nächste Stufe: eine Einladung zum Essen in einem angesehenen Restaurant. "Dort liegt dann eine elektronische Grußkarte am Tisch", erzählt Wirbals. Die Message wiederum: "Jetzt sollten wir mal ins Gespräch kommen." Der Kandidat kann als Antwort seine Kontaktdaten hinterlassen, Chef List ruft ihn dann zurück.

Der Ausgewählte hat stets die Möglichkeit, selbst aktiv und ohne Begründung den Kontakt zu List zu beenden. Auf der Landingpage zeigt ihm der "Schade"-Button den Ausstieg. Selbst bei einem Abschied des Wunschkollegen aus dem Kontakt ist Wirbals nicht enttäuscht. "Das ist eine lang angelegte Kampagne", betont er. Womöglich habe diesmal der Zeitpunkt für das Gesprächsangebot nicht gepasst. "Aber vielleicht denkt er später an uns und bewirbt sich dann."

15 Kandidaten hat Wirbals in den vergangenen Monaten auf diese Weise kontaktiert, die Gesprächsquote liegt bei etwa 70%. "Drei Bauingenieure und Vertriebler haben wir über diesen Weg zu uns geholt", berichtet er. Auch wenn das keine Massen sind, die den noch immer hohen Bedarf an Bauingenieuren im Unternehmen decken, und sich die Dialoge gerne mal über mehrere Monate hinziehen, so sind es doch Erfolge, die sich nicht zuletzt auch im Budget bemerkbar machen. Denn auf diesem Weg hat List die Honorare für die Headhunter gespart. Die würden sonst beispielsweise etwa 25% bis 30% des Jahresbruttogehalts eines Bauingenieurs kassieren. "Und die Jungs verdienen nicht schlecht", gibt Wirbals zu bedenken.

Noch mehr freut es den Personaler, wenn die Kampagne selbst bei den Kandidaten erfolgreich ist, die bislang kein Interesse gezeigt haben. Aktuell sei es gelungen, einen Wunschkandidaten nach der Essenseinladung dazu zu bewegen, ein Gespräch mit dem Chef zu führen. Vorher hätten sich schon zwei Headhunter an dem Mann die Zähne ausgebissen.

Das Konzept der List-Gruppe ist das Ergebnis aus einer Zusammenarbeit mit der Kreativagentur Muuuh! Digital. Gemeinsam haben sie damit die Jury des HR Excellence Awards überzeugt und in der Kategorie Recruiting-Kampagne (KMU) den ersten Platz belegt.

Anke Pipke

Deutsche Industrie Reit: René Bergmann rückt zum CFO auf

Köpfe 23.08.2018