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Flexible Arbeitszeiten beugen Quiet Quitting vor

Wer sich die Arbeit eigenständig einteilen kann, bleibt länger motiviert.

Wer sich die Arbeit eigenständig einteilen kann, bleibt länger motiviert.

Quelle: stock.adobe.com, Urheberin: Kirsten Davis/peopleimages.com

Karriere 26.01.2023
Das Prinzip Dienst nach Vorschrift ist ein alter Hut. Doch jetzt gibt es dafür ein modernes Wort, das aus den sozialen Medien kommt: Quiet Quitting. Der Begriff suggeriert, dass vor allem ... 

Das Prinzip Dienst nach Vorschrift ist ein alter Hut. Doch jetzt gibt es dafür ein modernes Wort, das aus den sozialen Medien kommt: Quiet Quitting. Der Begriff suggeriert, dass vor allem die junge Generation nicht immer bereit ist, die Extrameile zu gehen. Dabei hängt sich der Nachwuchs durchaus rein – aber nur, wenn es einen passenden Ausgleich gibt.

Es ist das HR-Buzzword der Stunde: Quiet Quitting. Übersetzt lautet der Begriff "stille Verabschiedung" und bedeutet, dass Angestellte etwa nur noch das Nötige tun und sich leise vom Schreibtisch entfernen, sobald die Arbeitszeit endet. Die neue Beschreibung dessen, was früher Dienst nach Vorschrift hieß, entstammt der Videoplattform Tiktok. Nun bahnt sich der Begriff seinen Weg durch die internationale Medienwelt. Der Tiktoker Zaid Leppelin, wie er sich auf der Plattform nennt, hat im Sommer ein Video veröffentlicht, in dem er für eine Reform der Arbeit plädiert: Statt Teil der "Hustle-Kultur" zu sein, in der es nur ein Höher, Schneller, Weiter gibt, achten Quiet Quitter darauf, dass sie ihr Leben nicht vom Job bestimmen lassen. Einer halben Million Menschen gefiel das Video, in den fast 5.000 Kommentaren waren sich viele Tiktok-Nutzer einig: Über Gebühr zu arbeiten bringt vor allem eins – Stress. Und den will keiner.

Ziele motivieren mehr als Stundenvorgaben

Die Extrameile, die früher zum guten Ton in der Arbeitswelt gehörte, scheint nach weitläufiger Meinung – vor allem bei der jungen Generation – längst nicht mehr Teil der Karriereplanung zu sein. Ein Blick in die Immobilienbranche zeigt jedoch, dass Quiet Quitting vor allem eins ist: ein medialer Hype. Ein tatsächlich schrumpfendes Engagement stellt dort kaum jemand fest.

Svetlana Stockmann, Personalchefin des Immobilienunternehmens Ziegert-Gruppe, hat im vergangenen Jahr rund hundert Mitarbeiter eingestellt. Mehr als die Hälfte von ihnen war jünger als 30 Jahre. "Ich mag den Begriff Quiet Quitting überhaupt nicht", sagt Stockmann. "Er legt den Fokus auf ein Defizit, nämlich darauf, dass junge Menschen weniger Einsatz zeigen." Sie beobachtet zwar, dass sich die Einstellung des Nachwuchses von der älterer Generationen unterscheidet. Doch der Paradigmenwechsel tue der meist konservativ geprägten Branche gut, findet Stockmann. "Die Generation Z legt Wert auf ihre Freizeit. Dem müssen Arbeitgeber Rechnung tragen", sagt die Personalchefin. Bei der Ziegert-Gruppe heißt das: Homeoffice und Teilzeitangebote gehören zum Standard-Repertoire. Führungskräfte dürfen selbst entscheiden, wie sie die Anwesenheitspflicht ihrer Teams regeln. Und: Es gilt Vertrauensarbeitszeit. Statt eine vorgegebene Stundenzahl bis Dienstende am Schreibtisch abzusitzen, geben konkrete Zielvereinbarungen das Pensum vor. "Wer sich mit seinen Zielen identifizieren kann, hängt sich beruflich rein", beobachtet Stockmann. Es geht beim Quiet Quitting nämlich nicht darum, sich generell Überstunden zu verweigern, sondern darum, einen Ausgleich für Mehrarbeit an anderer Stelle einzufordern.

Auch Alexander Dahmen, Managing Director der Personalberatung Leaderslead Advisory, berichtet: Young Professionals haben andere Werte als ihre älteren Kollegen. Im Homeoffice zu arbeiten sei für viele junge Talente zum Standard geworden, sagt er. Wer fünf Tage Präsenz im Büro einfordert, dürfte es beim Nachwuchs also schwer haben. Ist der Arbeitgeber grundsätzlich bereit, den Wünschen seiner Mitarbeiter entgegenzukommen – nämlich Arbeit und Freizeit gut zu vereinbaren –, darf er im Gegenzug aber durchaus Leistung erwarten. "Nach wie vor gilt das ungeschriebene Gesetz, dass sich Arbeitnehmer auch über die geregelte Arbeitszeit hinaus für das Unternehmen einsetzen", sagt Dahmen. Dabei kommt es darauf an, dass stressige Arbeitsphasen ausgeglichen werden, etwa durch zusätzliche Urlaubstage oder den klassischen Abbau von Überstunden. "Die Attraktivität eines Unternehmens hängt maßgeblich davon ab, wie flexibel die Arbeitszeit gehandhabt wird", sagt Dahmen und spricht von einem "Geben und Nehmen".

Fordern Arbeitgeber nur ein, sinkt die Motivation ihrer Mitarbeiter. Dann zeigt sich unter Umständen die große Schwester des Quiet Quitting: die innere Kündigung. Während Quiet Quitter motiviert ihre Aufgaben erledigen, aber darauf achten, genügend Zeit für Freunde und Familie zu haben, geben innere Kündiger auf. Sie haben gedanklich mit dem Job abgeschlossen, sitzen ihre Zeit ab und erbringen nicht mehr die Leistung, die der Arbeitgeber von ihnen erwartet.

"Quiet Quitter sind nicht automatisch unzufrieden mit ihrem Job", erklärt Laura Venz, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Leuphana-Universität in Lüneburg. "Sie wollen aber nicht mehr leisten, als sie müssen." Auch wenn Quiet Quitter ihren Arbeitsplatz wechseln, bleiben sie wahrscheinlich bei ihrer Einstellung. Nicht so die inneren Kündiger: Wer von ihnen den Wechsel wagt, arbeitet danach meist wieder voller Elan und – wenn nötig – auch über Gebühr, wenn der Job für sie attraktiv ist.

Damit es gar nicht erst zur Kündigung kommt, können Arbeitgeber an einigen Stellschrauben drehen. "Achten Sie auf die Arbeitszeit Ihrer Mitarbeiter, auch im Homeoffice", rät Venz. Die Arbeitslast sollte von einer Person zu bewältigen sein. Und: Führungskräfte sollten ihre Erwartungen klar kommunizieren. "Studien haben gezeigt, dass Arbeitnehmer im Homeoffice abends das Gefühl haben, erreichbar sein zu müssen. Sie denken, der Arbeitgeber erwartet das, da sie ja nicht im Büro präsent sind", sagt Venz. Diesen Eindruck gilt es klar zu revidieren. Auch eine Befragung oder der direkte Dialog können helfen: Wie geht es den Kollegen? Was haben sie für Bedürfnisse? Denn auch ein offenes Gespräch ist Teil des Gebens und Nehmens.
Die Autorin: Anna Friedrich ist Journalistin in der Wirtschaftsredaktion Wortwert.

Anna Friedrich

EBZ Business School startet Planspiel für die Immobilienwirtschaft

Karriere 16.12.2022

Elena Wiezorek wird Vize-Direktorin bei der Bundesstiftung Bauakademie

Köpfe 06.12.2022

Pom Deutschland baut Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsberatung aus

Jakob von Heyl.

Jakob von Heyl.

Quelle: pom+

Köpfe 02.11.2022
Das Beratungsunternehmen pom+ Deutschland setzt Jakob von Heyl und Lisa Lamm-Winking für die Digitale Transformation, die Organisationsentwicklung und das Nachhaltigkeitsmanagement im Unternehmen ... 

Das Beratungsunternehmen pom+ Deutschland setzt Jakob von Heyl und Lisa Lamm-Winking für die Digitale Transformation, die Organisationsentwicklung und das Nachhaltigkeitsmanagement im Unternehmen ein. Mit diesen Aufgaben erweitern sie die Führungsebene.

Auf Führungsebene wird Jakob von Heyl beim Beratungsunternehmen pom+ in Deutschland seine Kenntnisse zu Lean Management und seine Erfahrungen in der Entwicklung von PropTech-Unternehmen einbringen. Weil er gleichzeitig Professor für Internationales Projektmanagement im Fachgebiet Digitale Projektabwicklung, Agile und Lean Management an der Hochschule für Technik in Stuttgart ist, soll er zudem die Nähe des Unternehmens zur Forschung sicherstellen. Lisa Lamm-Winking übernimmt bei pom+ Deutschland die Verantwortung für die Nachhaltigkeitsberatung, Klimafahrpläne, ESG-Due Diligence sowie für Entwicklungen und Revitalisierungen von Immobilien. Zuletzt war die gelernte Architektin Head of Project Advisory & Sustainability bei einem Immobilien-Beratungsunternehmen. Zudem ist sie Auditorin bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

Janina Stadel

Markus Viering leitet REM-Studiengang der TU Berlin

Markus Viering.

Markus Viering.

Quelle: KVL Group

Köpfe 13.10.2022

WHU institutionalisiert Real Estate Club

Tobias Wagner, Vorstandsmitglied des Real Estate Clubs an der WHU.

Tobias Wagner, Vorstandsmitglied des Real Estate Clubs an der WHU.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Karriere 06.10.2022
Das Thema Immobilien führte an der Management-Hochschule WHU in Vallendar bei Koblenz bisher ein Schattendasein, bis auf Initiative von Studenten und mithilfe von markterfahrenen ... 

Das Thema Immobilien führte an der Management-Hochschule WHU in Vallendar bei Koblenz bisher ein Schattendasein, bis auf Initiative von Studenten und mithilfe von markterfahrenen Immobilienexperten ein Real Estate Club gegründet wurde. Der wird jetzt als Verein eingetragen. Kümmern will er sich um Wissensvermittlung, Netzwerken und das Aufspüren von Geschäftschancen.

„Die Immobilie hat an der WHU bisher keine Rolle gespielt, weder in der Ausbildung noch in der Lehre“, sagt Tobias Wagner, CEO von ShareYourSpace, der dem Vorstand Real Estate Club angehört. Der ist auf Initiative von Studenten dieses Jahr entstanden und wird gerade ins Vereinsregister eingetragen. Weitere Vorstandsmitglieder sind Tillmann Wagner, der den Lehrstuhl Service Psychology an der WHU leitet, Patrick Breuer (CEO Mietshausverkaufen) und Frank M. Schmid (CEO Schmid Mobility Solutions) sowie Angehörige der Studentenschaft.

Wie Wagner auf der Expo Real erläuterte, basiert die Tätigkeit des Real Estate Club auf drei Säulen: Der Vermittlung von Know-how im Segment Immobilien, dem Austausch zwischen Hochschule und Fachleuten aus der Immobilienwirtschaft sowie einer Business-Plattform, die Investment- und Finanzprojekte für Projektentwicklungen und Proptechs identifiziert.
„Wir wollen die Real-Estate-Welt mit der WHU verknüpfen“, sagt Wagner. Geschehen soll das unter anderem über Fortbildungen und Events zu Themen wie Ressourcenschonung, Schaffung bezahlbaren Wohnraums, Kreislaufwirtschaft, Reduzierung des Energiebedarfs, Proptechs und Digitalisierung sowie Fragen der sozialen Gerechtigkeit.

Ulrich Schüppler

„Ohne festen Zeitplan geht hier für Studenten nichts“

Moritz Schmid im Interview mit der IZ.

Moritz Schmid im Interview mit der IZ.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Melanie Bauer

Karriere 06.10.2022
Viele junge Gesichter erwarten die 47 Aussteller beim heutigen Career Day auf der Expo Real. Doch die Nachwuchskräfte treiben sich auch an den Messeständen der Unternehmen herum. Sie ... 

Viele junge Gesichter erwarten die 47 Aussteller beim heutigen Career Day auf der Expo Real. Doch die Nachwuchskräfte treiben sich auch an den Messeständen der Unternehmen herum. Sie erhoffen sich tiefe Einblicke in die Welt ihrer zukünftigen Arbeitgeber, erklärt Moritz Schmid, Vorsitzender des Studentennetzwerks Students meet Real Estate (SMRE) der Technischen Hochschule Aschaffenburg.


Immobilien Zeitung:
Moritz, Studenten wie Dich trifft man während der Expo Real nicht nur an den Ständen der Hochschulen. Was treibt euch auf die Messe?
Moritz Schmid: Unser Netzwerk ist mit knapp 20 Leuten aus Aschaffenburg angereist. Als Exkursion ist die Expo Real sehr beliebt. Sie ist eine gute Möglichkeit, Branchenluft zu schnuppern und Einblicke in die Immobilienwirtschaft zu bekommen, die man vom Campus aus so nicht erlebt. So geht es nicht nur uns. Ein fester Bestandteil unserer Reise ist zum Beispiel ein Treffen mit Mitgliedern von Immopoint, dem Studentennetzwerk der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen.

IZ: Auf dem Messegelände angekommen, wie lautet Eure Mission?
Schmid: Wir wollen zum einen netzwerken. Sowohl mit Studenten anderer Hochschulen als auch mit Branchenakteuren, die schon fest im Beruf stehen. Dafür nutzen wir Alumni-Treffen. Zum anderen sind wir auf fachlichen Input und Ideen für die Karriereplanung aus. Gleichzeitig wollen wir als Netzwerk sichtbar werden und vielleicht den ein oder anderen neuen Partner als Unterstützer und Förderer für uns gewinnen. 

IZ: Habt Ihr dafür einen Zeitplan vorbereitet? Welche Termine stehen auf eurer To-Do-Liste?
Schmid: Ohne Zeitplan geht hier für Studenten nichts. Die Expo Real fokussiert sich nicht auf Nachwuchskräfte. Sie ist dafür gedacht, dass Branchenplayer zusammenkommen. Gerade am Eröffnungstag hat an den Ständen kaum jemand Zeit für junge Besucher. Wir haben im Vorfeld seit dem Sommer Termine mit unseren Netzwerkpartnern ausgemacht. Die richten ganz unterschiedliche Veranstaltungen für uns an ihren Ständen aus – die meisten besuchen wir im 45-Minuten-Takt. 

IZ: Ihr bekommt also ein Spezial-Programm geboten, das nur für Netzwerkmitglieder ist?
Schmid: Ja, genau. Unser Ziel ist es, direkte Ansprechpartner kennen zu lernen. Nicht zuletzt gibt es auch einige CEOs, die sich Zeit für uns nehmen. So starten wir den letzten Messetag zum Beispiel mit Andreas Muschter vom Projektentwickler Edge Technologies. 

IZ: Was habt Ihr mit ihm vor?
Schmid: Uns interessieren Werdegänge und Persönlichkeiten. Wie bei allen Treffen ist es unser Ziel, Einblicke in die Unternehmen zu bekommen, die nach dem Studium als Arbeitgeber für uns in Frage kommen. So können wir uns ein gutes Bild von einer Firma machen. Manchmal entdeckt man dabei sogar ganz neue Unternehmen, die man vorher nicht auf dem Schirm hatte, oder die man durch pures Lesen von Stellenangeboten nicht richtig einordnen konnte. Deshalb schauen wir uns ganz unterschiedliche Unternehmen an, damit wir den Arbeitsalltag und die Aufgaben bei DIC Asset, Union Investment Real Estate, BNP Paribas Real Estate und Co. miteinander vergleichen können. 

IZ: Was könnt Ihr Euren Gesprächspartnern im Gegenzug bieten?
Schmid: Wenn sich unsere Partner Zeit für uns nehmen, dann kommen sie mit sehr interessierten Nachwuchskräften ins Gespräch. So wie wir sie kennenlernen, so bekommen sie auch ein Bild von uns, unseren Fähigkeiten und unserer Motivation für den Berufsstart. Das könnte eine Bewerbung nicht leisten. Zudem können sie uns einen Karriereeinstieg bei ihnen schmackhaft machen oder generell herausfinden, wie sie Nachwuchskräfte auf ihre Seite ziehen können. Dass daran Interesse besteht, haben wir im Vorfeld bei der Planung gemerkt: Kurz nachdem wir bei LinkedIn angekündigt haben, dass wir zur Expo Real fahren, kamen viele Partner mit konkreten Einladungen auf uns zu. 

IZ: Der bloße Besuch beim Career Day reicht Euch also nicht?
Schmid: Er ist an sich ein gutes Angebot, vor allem, um sich über Karrierechancen allgemein zu informieren. Doch in unserer Gruppe sind vor allem Studenten aus höheren Semestern, die kurz vor dem Abschluss stehen, oder eine konkrete Möglichkeit für ein Praxisjahr suchen. Da gehen viele Fragen schon sehr tief. Durch unsere Termine sind wir nicht auf das Konferenzprogramm angewiesen. Im diesjährigen Programm zum Career Day habe ich zum Beispiel keine Runden mit Speakern von Hochschulen gefunden. Diese wären für uns aber interessant gewesen. Deshalb sehen wir es als Wertschätzung, dass unsere Partner uns spezifische Einblicke geben. Nicht zuletzt wäre die Exkursion für viele Studenten auch nicht möglich ohne die finanzielle Unterstützung der Unternehmen.  

IZ: Vielen Dank für das Gespräch – und habt noch eine gute Zeit in München. 

Unser Online-Special liefert einen Überblick über alle Messenews zur Expo Real.
Janina Stadel