Karriere News

Ihre gewählten Filter:

Wunscharbeitgeber haben viele Gesichter - und manchmal keines

Wer ist hier Student, wer Arbeitnehmervertreter? Speed-Dating auf dem IZ-Karriereforum 2019.

Wer ist hier Student, wer Arbeitnehmervertreter? Speed-Dating auf dem IZ-Karriereforum 2019.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Sell

Karriere04.07.2019
Eine spannende Aufgabe, Wohnortnähe oder Eigenverantwortung: Studierende setzen bei der Arbeitgeberwahl unterschiedliche Schwerpunkte. Und manche haben überhaupt keinen Wunscharbeitgeber. ... 

Eine spannende Aufgabe, Wohnortnähe oder Eigenverantwortung: Studierende setzen bei der Arbeitgeberwahl unterschiedliche Schwerpunkte. Und manche haben überhaupt keinen Wunscharbeitgeber. Denn so richtig lernt eine Firma erst kennen, wer dort arbeitet.

Dennis Hepp hat seinen Traumjob schon gefunden. Der 25-Jährige Saarländer arbeitet seit Mai bei BMW in München. Dabei sind ihm Autos eigentlich ziemlich egal: "Ich habe nicht den Anspruch, dass ich ein eigenes Auto habe. Wenn ich eins brauche, miete ich es mir über einen Shared Service oder nutze ein Fahrrad oder einen Elektroroller", sagt Hepp.

Große Namen aus der Immobilienbranche lassen Hepp eher kalt: Die JLLs oder CBREs dieser Welt sagen ihm persönlich nicht zu, erklärt er auf Nachfrage. Das sind zwar die bei Studenten mit Immobilienbezug beliebtesten Arbeitgeber, wie die diesjährige Arbeitsmarktumfrage der Immobilien Zeitung ans Licht gebracht hat (siehe "Der Nachwuchs votiert für JLL"). Hepp aber teilt diese Begeisterung nicht: "Solche Firmen machen oft das Angebot, die Kosten um einen bestimmten Prozentsatz zu senken. Doch die Konzepte hinter solchen Angeboten sind fragwürdig ..."

Hepp ist im Corporate Real Estate Management (CREM) tätig. Bei BMW leitet er ein Teilprojekt zur Einführung eines "Integrated Workplace Management Systems". "Dadurch wird eine Digitalisierung des Immobilienbestands stattfinden, und wir können unseren wichtigsten Kunden, unseren Mitarbeitern, bessere Services anbieten und unser Tagesgeschäft verschlanken", schwärmt er. Studiert hat Hepp an der TU Kaiserslautern und der FH Münster. Zuerst machte er einen Bachelor in Facility-Management (FM), dann packte er einen Master in Immobilienmanagement/FM drauf. Namhafte Automobilhersteller haben es ihm anscheinend angetan: Bei Audi machte er im Studium ein Praktikum im Bereich Infrastruktur- und Parkplatzmanagement. Später verbrachte er bei der Volkswagen-Tochter ein halbes Jahr als Masterand in der Energie-und Umweltabteilung in Mexiko. Seine Masterarbeit dreht sich um die CO2-Neutralität des mexikanischen Audi-Werks.

Wenn er nach den Kriterien seiner Arbeitgeberwahl gefragt wird, sagt der junge Mann: "Ich wollte zu einem breit aufgestellten deutschen Unternehmen mit internationaler Ausrichtung, damit ich mich weiterentwickeln kann, gerne auch mit einer späteren Tätigkeit im Ausland." Die Corporate-Seite des Immobilienmanagements interessierte ihn schon im Studium am meisten. Er findet es gut, dass er nicht für irgendwen als Dienstleister agiert, sondern dass seine Kunden gleichzeitig seine Kollegen sind. Auch die Vielfalt der Nutzungsarten und Standorte macht den CREM-Job spannend: Produktion, Logistik, Büros, Showrooms und Spezialimmobilien.

Wichtig ist Hepp auch, dass er eine "geregelte Arbeitszeit" hat. Klar mache er auch mal Überstunden, wenn es nötig ist. Die sollen dann aber bitte nicht mit seinem Gehalt abgegolten sein. Wie viel er verdient, sagt Hepp nicht genau: Sein Bruttojahresgehalt liege im Bereich des Wunschgehalts von ca. 50.000 Euro, dass er mit dem Masterabschluss anstrebte. Bei BMW kann er Überstunden, wenn welche anfallen, abfeiern oder er bekommt sie ausbezahlt.

Das ist auch so ein Punkt, der in Hepps Augen gegen einschlägige Immobilienberater wie JLL oder CBRE spricht. Über Kommilitonen hat er Einblick in den Alltag eines Immobilienberaters: "Die Arbeitszeiten sind utopisch, und Überstundenausgleich wird kleingeschrieben." Die ausgeprägte Reisetätigkeit ist für ihn ebenfalls ein Malus: "Die sind immer nur unterwegs."

Hepps Radius dagegen ist überschaubar: Er kümmert sich um die Immobilien in und um München, dem Hauptsitz von BMW. Nicht, dass einer wie er, der ein halbes Jahr für seine Masterarbeit in Mexiko war, längere Reisen und Auslandsaufenthalte scheute. Und vor dem Schritt nach München ist der junge Mann aus dem Saarland schließlich auch nicht zurückgeschreckt. Nur: Es gibt halt noch ein Leben neben dem Job. Und das möge bitteschön nicht zu kurz kommen.

Ehemalige Mitstudenten von Hepp sehen das genauso: "Viele Kommilitonen von mir waren beim Kickoff nicht auf ein Unternehmen fokussiert. Sie wollten einen Job in der Nähe ihres Studienorts oder in ihrer Heimat." Die Nähe zum Wohnort war auch für Lena Schulte-Zweckel ausschlaggebend. "Ich habe einen Arbeitsweg von 15 Minuten", sagt die 26-Jährige, die in Bottrop wohnt und bei einem Familienbetrieb aus Gladbeck arbeitet, der Immobilien vermittelt, verwaltet und bewertet. Im Mai machte sie ihren Bachelor an der EBZ Business School in Bochum.

In dem Familienunternehmen machte Schulte-Zweckel bereits ihre Ausbildung zur Immobilienkauffrau. Schon bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz sah sie die Wohnortnähe als Vorteil an, "was sich im Nachhinein bestätigt hat". Und noch einen Pluspunkt kleinerer Firmen macht sie aus: "Verglichen mit meinen Mitschülern in der Berufsschule, welche überwiegend in großen Unternehmen tätig waren, war mein Aufgaben- und Verantwortungsbereich deutlich größer." Nach einer neuen Stelle schaut sich Schulte-Zweckel trotz Studienabschlusses aktuell nicht um. Sollte sich das ändern, würde die Nähe zum Wohnort diesmal "nicht die oberste Priorität sein", räumt die Bachelor-Absolventin ein. "Aufgrund des abgeschlossenen Studiums würde der Fokus eher in Richtung Karrierechancen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten gehen. Daher würde die Wahl auf ein großes Unternehmen fallen, das im besten Fall international vernetzt ist."

Schulte-Zweckel hat bei der Arbeitsmarktumfrage der Immobilien Zeitung keinen Wunscharbeitgeber angegeben - wie so viele andere Studenten auch: Von 358 Befragungsteilnehmern ließen immerhin genau 149 dieses Feld im Onlinefragebogen leer. "Ich persönlich habe keinen Wunscharbeitgeber", sagt etwa ein 25-Jähriger, der im vierten Mastersemester Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Bau an der TU Darmstadt studiert. Seine Aussage ist erfahrungsgesättigt: Abgesehen von Ferienjobs und dergleichen hat der junge Mann schon ein fünfmonatiges Praktikum in der Bauleitung bei einem mittelständischen Bauunternehmen absolviert und elf Monate als Werkstudent bei einem Baukonzern gearbeitet. Zurzeit jobbt er bei einem Projektentwickler.

Das Fazit des Masterstudenten fällt ernüchternd aus: "Bei meinen bisherigen beruflichen Stationen ist mir immer wieder aufgefallen, dass die Außenwahrnehmung und das tatsächliche Betriebsklima in keiner Weise miteinander übereinstimmen müssen." Oft fielen in der Außendarstellung Begriffe, deren Sinn sich erst im Arbeitsalltag erschließe. Ein Beispiel: Die Aussage "Bei uns erhalten Sie Raum, sich zu entwickeln", bedeutete übersetzt, "dass man mit einer sehr geringen Hilfestellung und Einweisung ein großes Arbeitspensum bewältigen musste".

Drei Dinge, findet der junge Mann, müssen bei einem Job zusammenkommen: "Das Team, in dem man arbeitet, die eigenen Arbeitsfelder - wobei man natürlich nie davon ausgehen kann, dass man nur genau das macht, worauf man Lust hat - und die extrinsischen Anreize. Solange diese Dinge zusammenpassen, ist es meiner Meinung nach egal, welcher Name am Eingang der Firma steht." Bei dem einen oder anderen Punkt wäre der Student bereit, Abstriche zu machen, wenn das Gesamtpaket stimmt. Der Haken an der Sache: "So eine Einschätzung lässt sich erst dann treffen, wenn man wirklich einige Zeit bei dem entsprechenden Arbeitgeber gearbeitet hat, und nicht, wenn man noch vor dem Bewerbungsgespräch steht."

Harald Thomeczek

Den Master könnt ihr später immer noch machen

Gestatten, wir sind der begehrte Nachwuchs!

Gestatten, wir sind der begehrte Nachwuchs!

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Sell

Karriere06.06.2019
Soll ich den Master dranhängen oder gleich in die Praxis durchstarten? Diese Frage stellen sich Bachelorstudenten immer öfter. Auf dem IZ-Karriereforum gaben Arbeitgeber aus der ... 

Soll ich den Master dranhängen oder gleich in die Praxis durchstarten? Diese Frage stellen sich Bachelorstudenten immer öfter. Auf dem IZ-Karriereforum gaben Arbeitgeber aus der Immobilienbranche Antworten.

Rund 300 Bewerber hatten den Weg auf den Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität gefunden. Auf der von der Immobilien Zeitung und Heuer Dialog veranstalteten Jobmesse für die Immobilienwirtschaft trafen sie auf 46 Arbeitgeber aus der Branche und zehn Hochschulen. Die überwiegende Mehrheit der Besucher studiert noch, etwa jeder Fünfte gehörte zur Gruppe der Absolventen und Berufstätigen. Die meisten waren gekommen, um einen Job für nach dem Studium klarzumachen. Hauptmotiv Nummer zwei: einen Praktikumsplatz ergattern.

Der eine oder die andere schloss am Samstag persönlich Bekanntschaft mit Thomas Beyerle, dem Chefresearcher von Catella. Beyerle notierte zwar "weniger Standbesuche insgesamt, dafür aber 100%iges Erscheinen". Die Bewerber hätten "definitiv einen höheren Wissensstand" gehabt - mit dem Ergebnis, "dass man sofort auf die Position und die Rahmenparameter kam".

"Nicht die Masse macht's, sondern die Klasse!", fand Personalberater Olaf Kenneweg. "Auch wenn leider viele Studierende der Meinung sind, sie hätten den Besuch in Frankfurt nicht nötig - und viele Professoren sie in dieser Meinung vollkommen unverständlicherweise auch noch bestärken! -, sind die Bewerber, die den Aufwand mit Anreise und Übernachtung auf sich nehmen, beratungsinteressiert und aufgeschlossen."

Nicht gescheut hatten den Aufwand u.a. zwei Studentinnen von der HAWK in Holzminden. Die beiden jungen Damen (22 und 26 Jahre alt) studieren im 4. Semester Immobilienmanagement und sind auf der Suche nach einem Platz für ein Pflichtpraktikum im 6. Semester. Sie waren extra um fünf Uhr in der Früh aufgestanden, um den Zug von Hannover nach Frankfurt zu erwischen.

Angetan waren die jungen Frauen aus dem Norden davon, dass die Aussteller sich "auf Augenhöhe mit uns unterhalten". Am wichtigsten sind den beiden nicht etwa Kohle und Karriere, sondern "dass das Team passt" und "wie die Führungskräfte mit den Mitarbeitern umgehen". Die Ältere der beiden HAWK-Studentinnen ist gelernte Immobilienkauffrau. In diesem Job wurde sie nicht glücklich: "Das ist damals am Team gescheitert."

Die Kohle nicht in den Vordergrund zu stellen, muss man sich aber auch leisten können. Wo ohnehin vielerorten gutes Geld verdient wird, muss niemand die Wahl des Arbeitgebers allzu sehr vom Gehalt abhängig machen. Was sie wert sind, wissen die Studenten allerdings ziemlich genau (oder glauben es zumindest): 55.000 Euro zum Einstieg sollen es schon sein - mindestens, diktierte ein 25-Jähriger, der Baumanagement an der Hochschule Karlsruhe im Master studiert und insgesamt vier Praktika bzw. zwei Werkstudentenjobs vorweisen kann, dem IZ-Redakteur in den Notizblock.

Anders als dieser 25-Jährige überlegen sich viele Studenten das mit dem Master inzwischen zweimal: "Der Anteil von Bachelorstudierenden, welche die Frage stellten: ‚Soll ich jetzt den Master machen?‘, ist steil nach oben gegangen", konstatierte Beyerle, der in Biberach lehrt. "Das begegnet mir auch bei ‚meinem‘ Jahrgang an der Hochschule Biberach: jetzt Geld verdienen, Master später machen ..."

Bachelorstudenten der HfWU Nürtingen-Geislingen bezifferten das Verhältnis derjenigen Kommilitonen, die lieber direkt in die Praxis durchstarten wollen, zu denjenigen, die der HfWU länger erhalten bleiben, auf "fifty-fifty". Die Firmen suchen schließlich "händeringend nach Praktikanten, Werkstudenten, Personal".

Janina Rohmann, HR Business Partner bei Cushman & Wakefield (C&W), und ihre Kollegen haben ähnliche Erfahrungen gemacht: "Wir erhalten für die Einsteigerpositionen auffällig viele Bachelorbewerbungen." Am Messestand wurden zwar durchaus genügend Masterstudenten gesichtet, "bei den Kandidaten, die sich bei uns bewerben, sind allerdings einige dabei, die nach dem Abschluss ihres Bachelorstudiums erst praktische Erfahrungen sammeln wollen, bevor sie mit dem Masterstudium anfangen", berichtete Rohmann.

Fast wortgleich äußerte sich Holger Matheis, im Vorstand von Beos u.a. fürs Personal zuständig. "Es gibt tatsächlich mehr Bewerbungen von Bachelorabsolventen." Zwei Jahre arbeiten und dann on the job den Master nachmachen, z.B. über den Weiterbildungsstudiengang Real Estate Management an der TU Berlin oder an der Irebs, damit kann sich auch Matheis anfreunden. "Im Moment hat man die Möglichkeit dazu." Vor ein paar Jahren, so ergab Matheis' Blick in den Rückspiegel, waren die Unternehmen in der Tendenz eher auf "fertige Master mit Praktika" aus. Heute sei ein Berufseinstieg schon nach dem Bachelorabschluss, zumindest fürs Erste, weithin akzeptiert.

Manche Unternehmen werben geradezu dafür, so früh wie möglich in der Praxis durchzustarten: "In der heutigen Konjunkturlage gucken wir nicht auf Bachelor oder Master", formulierte trocken René Richter, Geschäftsführer von Kondor Wessels. "Entscheidender ist die Motivation der Bewerber, auf den Unis werden die Studenten ohnehin eher schlecht auf den konkreten Beruf vorbereitet." Die Folge: "Egal, ob Master oder Bachelor, alle müssen erstmal durch ein Einführungsprogramm. Der Aufwand ist also gleich groß." Und wenn der Mitarbeiter später einen Master berufsbegleitend machen möchte, "schauen wir gemeinsam, wie wir das umsetzen können". Das ist dann auch für die Mitarbeiterbindung förderlich.

"Wichtig für uns ist, dass das Mindset und die Persönlichkeit des Bewerbers zu uns passen - mit oder ohne Master", findet auch Bernd Lönner, Vorstandsmitglied bei Real I.S. "Frühzeitig in den Job einzusteigen und Erfahrung direkt in der Praxis zu sammeln, ist sicherlich kein Nachteil. Wer dann noch einen Master draufsatteln möchte, der kann das ja immer noch tun, auch berufsbegleitend."

Dass Bachelorabsolventen diese zweite Chance durchaus nutzen, war an den Ständen der Hochschulen zu vernehmen. Diese wussten von steigenden Teilnehmerzahlen in ihren Masterangeboten oder gar von ausgebuchten Masterstudiengängen zu berichten. "Für die große Mehrheit der von mir beratenen Bewerber war es selbstverständlich, nach dem Bachelor noch den Master zu absolvieren", bilanzierte Karriereberater Olaf Kenneweg. Die Frage ist also weniger: Master, ja oder nein? Sondern eher: Master, gleich oder später?

Anke Pipke,Harald Thomeczek

Der Nachwuchs will mehr vom Kuchen

Studenten mit Immobilienbezug wollen ein immer größeres Stück vom Kuchen abhaben.

Studenten mit Immobilienbezug wollen ein immer größeres Stück vom Kuchen abhaben.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: WavebreakmediaMicro

Karriere23.05.2019
Für die Immobilienbranche läuft es seit Jahren super. Doch Personal ist nur begrenzt verfügbar. Die Firmen reißen sich um Hochschulabsolventen. Das spielt den Frischlingen in die ... 

70.000 Euro - mit diesem Einstiegsgehalt liebäugelt ein Student, der seinen Master in Real Estate an der EBS in Wiesbaden macht. Der junge Mann arbeitet parallel zum Studium als Werkstudent bei einem namhaften Immobiliendienstleister. Dort will er später auch einsteigen. Das Jobangebot eines anderen Dienstleisters, das ihm vorliegt, wird er deshalb ausschlagen. Und das, obwohl der Wettbewerber ihm mit einem Bachelor "genau die gleiche Position anbietet, inklusive gleiches Gehalt, wie mit dem Master". Die Offerte sieht 45.000 Euro fix plus einen Bonus bis zu 50% des Grundgehalts vor.

Eine mündliche Zusage von seinem jetzigen Arbeitgeber liegt dem EBS-Studenten auch schon vor, nur noch kein Vertrag. Auf dem Recruitingportal Glassdoor hat er die Info gefunden, dass er zum Einstieg besagte 70.000 Euro verdienen dürfte. Er selbst findet diesen Wert allerdings "schon sehr hoch" und hat seine Zweifel, ob diese Zahl "wirklich realitätsnah" ist. Sein Wunschgehalt beziffert der Master in spe auf ca. 60.000 Euro, "weil das die Beitragsbemessungsgrenze für die private Krankenversicherung ist. Aber ich gebe mich natürlich auch mit weniger zufrieden - ca. 50.000 bis 55.000 Euro -, da der Job und das Team sehr gut passen."

Praktisch jeder mit einem Abschluss im Immobilienbereich findet schnell einen Job

Den Äußerungen des jungen Mannes ist ein gewisses Selbstbewusstsein zu entnehmen. Ob sie durch Jobportale surfen, sich in Unternehmen umhören, in denen sie jobben, oder mit ihren Professoren sprechen: Ständig bekommen Studenten mit Immobilienbezug zu hören, wie gut es in der Branche läuft, dass praktisch jeder mit einem Abschluss im Immobilienbereich schnell einen Job findet und welche Gehälter ehemalige Kommilitonen beim Einstieg heraushandeln konnten. Auf Jobmessen verfestigt sich der Eindruck: Nicht ich muss mich bewerben, sondern die Unternehmen bewerben sich bei mir. "Die Branche reißt sich aktuell um Nachwuchskräfte, das ist natürlich kein Geheimnis", sagt Mike Schrottke, Head Human Resources beim Immobiliendienstleister CBRE in Deutschland. Kein Wunder also, dass rund 90% der 358 Teilnehmer der diesjährigen Arbeitsmarktumfrage der Immobilien Zeitung (IZ) sich gute oder sogar sehr gute Chancen zum Berufseinstieg nach dem Studium ausrechnen.

Tatsächlich ist es kein Einzelfall, wenn ein Bachelorabsolvent konkrete Angebote bekommt. Mitunter nimmt das offensive Werben Ausmaße an, die selbst für die Objekte der Begierde zu viel des Guten sind: "Ich habe bereits zwei Jobangebote vorliegen, dabei habe ich mich noch nicht mal wirklich irgendwo beworben. Mein LinkedIn-Postfach wird auch schon wöchentlich mit ein bis zwei Anfragen geflutet", berichtet der Masterstudent von der EBS. Solche Offerten sind schöne Gelegenheiten, den eigenen Marktwert zu testen. Eine gute Quelle ist zudem der Buschfunk unter Kommilitonen und Werkstudenten.

Auch von ihren Professoren bekommen die jungen Leute Zahlen zugerufen, die diese bei ehemaligen Studenten oder Geschäftsführern in Erfahrung gebracht haben. "Daran orientiert man sich später natürlich selbst und versucht, im Laufe der Zeit aufgrund der steigenden bzw. gut verlaufenden Wirtschaft etwas auf die eigene Gehaltsvorstellung aufzuschlagen", verrät Johnny Salg (24), der Immobilienmanagement im Master an der TH Aschaffenburg studiert.

Gehaltswünsche ziehen kräftig an

Was am Ende bei diesem Vorgehen herauskommt - das zeigt die Arbeitsmarktumfrage 2019, die die Immobilien Zeitung (IZ) dieses Frühjahr zusammen mit Immo Media Consult durchführte. Als die IZ vor sechs Jahren erstmals die Frage stellte: "Welches Gehalt wollt ihr nach dem Abschluss eures derzeitigen Studiums von eurem künftigen Arbeitgeber fordern?", lautete die Antwort: durchschnittlich knapp 43.600 Euro. Im vergangenen Jahr waren es gut 46.800 Euro. Zwischen 2013 und 2018 stiegen die Gehaltsvorstellungen zum Berufseinstieg insgesamt um moderate 7,4%. Aktuell peilen die studierenden Köpfe durchschnittlich rund 50.000 Euro an. Allein von 2018 auf 2019 haben die Gehaltswünsche also um satte 6,6% zugelegt (siehe "Gehaltswünsche machen 2019 einen Sprung").

Der Tenor lautet: Der Markt gibt es her, also wollen wir ein größeres Stück vom Kuchen. Dies zeigt sich auch beim Wunschgehalt zwei bis drei Jahre nach dem Berufseinstieg. Dann möchten die Befragten im Schnitt gut 60.000 Euro verdienen. Gemessen am Einstiegsgehalt würde das einer Gehaltserhöhung von 20% binnen 24 bis 36 Monaten gleichkommen. Verglichen mit dem Young-Professional-Gehalt, das den Studenten bei der Befragung 2018 vorschwebte - durchschnittlich 56.500 Euro - bedeutet der aktuelle Wunschwert ein üppiges Plus von 6,2%.

Viele Bachelor-Studenten wollen keinen Master dranhängen - warum auch

Bei der Frage, ob es einen Master braucht, scheiden sich die Geister: Nur 53% planen, nach dem Bachelor direkt ein Masterstudium dranzuhängen. "Für geschätzt 90% aller Arbeitsstellen in der Immobilienbranche bedarf es meines Erachtens keines Masterabschlusses - unabhängig davon, wie sich die Immobilienwirtschaft entwickelt", sagt eine junge Frau, die nach einer Ausbildung zur Immobilienkauffrau und einer Weiterbildung zur Immobilienfachwirtin zurzeit nebenberuflich ein Kontaktstudium Immobilienökonomie an der Irebs absolviert. Der Master werde erst dann interessant, wenn es darum gehe, Karrierechancen zu erhöhen. "Aber auch hier ist es mehr ein Nice-to-have als ein absolutes Muss. Am Ende zählt die Praxis und was für Deals man verhandelt."

Für Fiona Krahn, die an der TU Dortmund Raumplanung studiert, kam ein direkter Berufseinstieg nach dem Bachelorstudium nicht infrage. In ihrem Studiengang sei der Master sinnvoll, "weil eine echte Vertiefung in Richtung Immobilienwirtschaft erst dann möglich ist und der Master in Raumplanung an der TU Dortmund nur zwei Semester dauert". Mehrere Kommilitonen von Krahn haben den Absprung dennoch schon nach dem Bachelor gewagt - offenbar mit Erfolg: Von den Ex-Kommilitonen wisse sie, dass "ein schneller Berufseinstieg, wenn man das will, möglich ist".

Wer den Master macht, auch das zeigt die Umfrage, will diese Mühen hinterher auch vergolten sehen. Während Bachelorstudenten direkt nach dem Abschluss 45.000 Euro verdienen möchten, beziffern Masterstudenten ihr Wunschgehalt nach dem Studium auf 52.500 Euro. Nach zwei bis drei Jahren sehen sich die Bachelorstudenten schon bei 55.500 Euro, den Masterleuten schweben 62.700 Euro vor.

"Das reine Studium ist für uns lediglich eine Grundvoraussetzung"

Doch bei der Vergütung spielt nicht nur die Art des Studienabschlusses eine Rolle. "Ob Hochschulabsolventen einen Bachelor- oder einen Masterabschluss mitbringen, ist oft nicht das entscheidende Kriterium", betont Claudia Theisel, Director Human Resources (HR) bei ECE. Auch Birgit Munsberg belohnt den Studienabschluss für sich genommen nicht. "Das reine Studium ist für uns lediglich eine Grundvoraussetzung", sagt die Geschäftsführerin von Domicil Investment Management, die für Personalthemen der gesamten Domicil-Gruppe zuständig ist.

Ins Gewicht fallen auch Praktika und Werkstudentenjobs, Auslandssemester oder ein vor dem Studium erlernter Ausbildungsberuf. "Viel ‚wert‘ auf dem Arbeitsmarkt sind Kandidaten, die praktische Erfahrungen gesammelt haben", resümiert Stefanie Greve, Gründerin der Personalberatung engagingtalents. Auch die Art des Berufseinstiegs - Direkteinstieg oder Traineeprogramm - ist nicht unwesentlich.

Von Bedeutung ist zudem, ob der Masterabschluss für die Position überhaupt nötig ist. Munsberg präzisiert: "Bei Domicil ist der Master z.B. im Property-Management oder im Vertrieb keine zwingende Voraussetzung. Dort ist eher eine praxisorientierte Ausbildung wie der Immobilienkaufmann bzw. der Immobilienfachwirt gefragt. Im Asset- und Investmentmanagement oder im Bereich Corporate Finance ist er wünschenswert." Wünschenswert, mehr nicht.

Alles in allem scheinen die Gehaltsvorstellungen der Studenten den Markt angemessen abzubilden. "Die Zahlen sind realistisch und entsprechen in etwa dem was Einsteiger bei der Commerz Real erhalten. Auch wir differenzieren zwischen einem Bachelor- und Masterabschluss", sagt Sandra Scholz, HR-Vorstand von Commerz Real. Sie honoriert damit die "intensivere Profilbildung".

Für Real I.S. sind die Erwartungen an die Einstiegsgehälter, Boni eingerechnet, ebenfalls "so in Ordnung" und "nicht überraschend". Die im Schnitt angepeilte Gehaltsentwicklung - 20% plus binnen zwei bis drei Jahren - findet Jana Reck, Leiterin Human Resources bei Real I.S., "jedoch überdimensioniert". Die Unterschiede zwischen Bachelor und Master erschienen auf den ersten Blick vielleicht recht groß, würden aber in der Branche "durchaus so gelebt".

Abschwung ist nur ein Wort

Der Optimismus der künftigen Immobilienprofis rührt daher, dass "so gut wie alle derzeitigen Studenten persönlich keine andere Wirtschaftslage kennen, da es seit der letzten Weltwirtschaftskrise - vor allem im Immobilienbereich - stets steil bergauf ging", weiß Masterstudent Salg. Eine mögliche Baisse nach der langen Hausse haben die Umfrageteilnehmer nicht im Blick - alle werden ihr Studium spätestens in zwei Jahren abschließen. Mindestens so lange wird der gute Lauf der Immobilienwirtschaft doch wohl weitergehen: "Liest man beispielsweise regelmäßig die IZ, erkennt man, dass die Branche fast einschlägig der Meinung ist, dass der Zyklus in den nächsten ein bis zwei Jahren noch anhalten wird", sagt Moritz Stang, der einen Master in Immobilienwirtschaft an der Irebs in Regensburg macht.

Selbst das Ende des Zyklus macht nicht bange: "Immobilien wird es immer geben. Auch die Nachfrage danach wird sich nur in der Intensität, Lage und Ausstattung ändern, egal ob Wohnen, Logistik, Einzelhandel oder Büro. In der Immobilienwirtschaft gibt es immer zwei Seiten: Mieter/Vermieter, Investor/Projektentwickler etc.", sagt die Studentin des Irebs-Kontaktstudiums.

Und wenn der Wind sich dreht, "dann wird man vielleicht nicht mehr für den Käufer nach Investitionen suchen, sondern für den Verkäufer neue Portfoliostrategien entwickeln und verkäuferseitig Transaktionen prüfen."

Harald Thomeczek

Hauptsache Karrierechancen

Karriere23.05.2019
Frauen achten stärker auf einen sicheren Arbeitsplatz als Männer. Gemeinsamkeiten bei den Ansprüchen an den künftigen Arbeitgeber legt die IZ-Arbeitsmarktumfrage hingegen in Sachen ... 

Frauen achten stärker auf einen sicheren Arbeitsplatz als Männer. Gemeinsamkeiten bei den Ansprüchen an den künftigen Arbeitgeber legt die IZ-Arbeitsmarktumfrage hingegen in Sachen Gehaltshöhe und Unternehmensgröße offen.

Losgelöst vom konkreten Tätigkeitsfeld sind es doch auch immer die "inneren Werte" eines Jobs, die den individuellen Arbeitsalltag bestimmen. Von besonders hoher Bedeutung sind den jungen Arbeitnehmern dabei die Aufstiegsmöglichkeiten und Perspektiven innerhalb des Unternehmens sowie die Möglichkeiten zum eigenverantwortlichen Arbeiten. Das besagt die IZ-Arbeitsmarktumfrage 2019 unter 358 Studierenden eines immobilienwirtschaftlichen Studiengangs. Für die meisten Teilnehmer gehören sie zu den wichtigsten Punkten bei der Auswahl des Arbeitgebers.

Ähnlich wie bei den Gehaltswünschen (siehe "Frauen sollten sich mehr trauen") lohnt sich ein differenzierter Blick auf die unterschiedlichen Erwartungen der beiden Geschlechter. Vor allem beim Wunsch nach einem sicheren Arbeitsplatz werden die Diskrepanzen deutlich. Weibliche Befragte geben ihm eine Bedeutung von durchschnittlich 1,85 auf der Schulnoten-Skala. Männlichen ist die Sicherheit hingegen nur eine 2,45 wert. Damit rangiert dieser Aspekt bei den Männern auf Platz zwölf von 13 abgefragten Werten, bei den Damen auf Platz sechs. Auch beim Wunsch nach attraktiven Arbeitszeiten gehen die Ansprüche auseinander. Die Frauen geben ihm eine 1,83 (Platz fünf von 13), die Herren hingegen nur eine 2,43 (Platz elf). Ein ähnliches Bild zeigt die Befragung zum Angebot flexibler Arbeitszeitmodelle: Junge Studentinnen (1,85) nehmen es begeisterter auf als ihre Kommilitonen (2,31).

Was den Umfrageteilnehmerinnen am wichtigsten erscheint, ist den Ergebnissen zufolge die Weiterbildung im Unternehmen (1,66). Dieser Punkt taucht in den Erwartungen der Männer erst auf Platz vier auf. Sie richten ihren Fokus eher auf die Aufstiegschancen und Perspektiven im Unternehmen (1,63). Ein Aspekt, der bei den Frauen ebenfalls weit oben rangiert, mit 1,67 auf Platz zwei.

Ebenfalls weit oben auf der Wunschliste steht bei beiden Geschlechtern die Erwartung an das eigenverantwortliche Arbeiten und an die Höhe des Einkommens. Mit der Durchschnittsnote 1,89 bringt es das Gehalt bei den künftigen Arbeitnehmerinnen auf Platz acht, mit 1,92 bei ihren männlichen Pendants auf Platz drei. An der ähnlichen Gewichtung, aber unterschiedlichen Platzierung dieses Aspekts lässt sich ablesen, dass die Frauen generell den "inneren Werten" eines Unternehmens mehr Bedeutung beimessen.

Unwichtig ist derweil sowohl Männern als auch Frauen bei ihrer Berufswahl die Größe des Unternehmens. Da sind sich beide sogar einig, vergeben dem Punkt eine durchschnittliche Wertung von 3,51 und den jeweils letzten Platz im Ranking.

Anke Pipke

Thomas Beyerle findet seine Berufung

Thomas Beyerle.

Thomas Beyerle.

Quelle: Catella Property Valuation GmbH

Köpfe26.04.2019
Thomas Beyerle hat im wahrsten Sinne des Wortes seine Berufung gefunden: Der 1967 geborene Chefresearcher von Catella verantwortet seit diesem Sommersemester das Lehrgebiet Immobilienresearch im ... 

Thomas Beyerle hat im wahrsten Sinne des Wortes seine Berufung gefunden: Der 1967 geborene Chefresearcher von Catella verantwortet seit diesem Sommersemester das Lehrgebiet Immobilienresearch im Studiengang BWL (Bau und Immobilien) an der Hochschule Biberach (HBC). Neuland ist die oberschwäbische 33.000-Seelen-Stadt für den gebürtigen Karlsruher nicht: Beyerle wirkte schon viele Jahre als Dozent an der HBC sowie an der Akademie der Hochschule in Biberach.

Der umtriebige Tausendsassa, der schon für Degi/Aberdeen oder die IVG geforscht hat, freut sich auf die „spannende Aufgabe, die für eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung, gerade in der Immobilienwirtschaft, von essentieller Bedeutung ist“. Zu Beyerles Forschungsschwerpunkten zählt u.a. das Investorenverhalten an den Kapitalmärkten. Auch in vielen Verbänden ist Beyerle ein oft gesehener Gast: So ist er u.a. Vorstandsmitglied der Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) und sitzt im Ausschuss Transparenz und Benchmarking des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA).

Harald Thomeczek

BWL-Studiengang mit Fokus auf Immobilienverwalter

Karriere27.03.2019
Die Hochschule für angewandtes Management (HAM) in Ismaning bei München und der Bundesverband der Immobilienverwalter (BVI) präsentieren zwei neue Studiengänge, die sich speziell an ... 

Die Hochschule für angewandtes Management (HAM) in Ismaning bei München und der Bundesverband der Immobilienverwalter (BVI) präsentieren zwei neue Studiengänge, die sich speziell an berufstätige und angehende Immobilienverwalter richten.

"Es handelt sich um einen Bachelor- und einen Masterstudiengang der Betriebswirtschaftslehre mit dem Branchenschwerpunkt Immobilienwirtschaft", berichtet Prof. Dr. Stephan Bauer, Programmleiter für Bau- und Immobilienwirtschaft an der HAM. Basis sei ein "semivirtuelles" Studienkonzept, das ein Fernstudium mit Präsenzphasen kombiniere. Dieses soll sich besonders für Teilnehmer eignen, die gleichzeitig arbeiten und studieren wollen. "Die Studierenden stehen ihren Unternehmen so ca. 40 Wochen im Jahr zur Verfügung", wirbt Bauer. Die Fächerkonzepte seien speziell auf die Anforderungen von Immobilienverwaltungen ausgerichtet.

BVI-Präsident Thomas Meier freut sich: "Mit den nun entwickelten Studiengängen an der HAM können wir gezielt Nachwuchs- und Fachkräfte für die Immobilienverwalterbranche ausbilden und direkt an die Unternehmen binden." Die beiden Angebote existieren seit dem Wintersemester 2018/2019. Neu ist der Branchenfokus auf die Immobilienverwaltung. Im Bachelorstudiengang gibt es aktuell zehn Studierende, im Masterstudiengang sechs. Die Studiengebühren betragen 395 Euro (Bachelor) bzw. 495 Euro (Master) im Monat. Die Regelstudienzeit beträgt sieben respektive drei Semester. Studiert werden kann in München, Hamburg und Neumarkt in der Oberpfalz. Bei einem erfolgreichen Abschluss winken der akademische Grad des Bachelor bzw. Master of Arts in Betriebswirtschaftslehre.

Harald Thomeczek

Researcher Günter Vornholz verlässt die Deutsche Hypo

Günter Vornholz.

Günter Vornholz.

Quelle: EBZ Business School

Köpfe13.03.2019
Der langjährige Researcher der Deutschen Hypo, Günter Vornholz, verlässt die Bank. Einen Nachfolger wird es nicht geben. ... 

Der langjährige Researcher der Deutschen Hypo, Günter Vornholz, verlässt die Bank. Einen Nachfolger wird es nicht geben.

Harald Thomeczek

Wie wohnen wir, wenn wir 200 Jahre alt werden?

Karriere13.03.2019
Die Irebs Immobilienakademie schreibt den "6. Ideenpreis Immobilien für eine alternde Gesellschaft aus". Gesucht werden diesmal Zukunftsvisionen für eine Wohnungswirtschaft im Jahr 2080 - ... 

Die Irebs Immobilienakademie schreibt den "6. Ideenpreis Immobilien für eine alternde Gesellschaft aus". Gesucht werden diesmal Zukunftsvisionen für eine Wohnungswirtschaft im Jahr 2080 - allerdings unter der Voraussetzung, dass die Menschheit die mittlere Lebenserwartung in den nächsten 15 Jahren bei voller Gesundheit um rund 50 Lebensjahre verlängert.

Die Lebenserwartung ist schon in den vergangenen Jahrzehnten in fast allen Ländern der Erde gestiegen. Die einschlägigen Bevölkerungsvorausberechnungen gehen von einer Fortschreibung dieser Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten aus. Damit würde aber auch die Zahl älterer Menschen steigen, die mit körperlichen Einschränkungen leben müssen. Denn der Alterungsprozess bringt Beschwerlichkeiten mit sich – jedenfalls Stand heute.

Technikgläubige wie der israelische Historiker Yuval Harari erwarten jedoch, dass der Fortschritt auf den Feldern der Biotechnologie, der künstlichen Intelligenz und der Robotik den Aktionsradius vor allem älterer Menschen in den nächsten Jahrzehnten viel stärker erweitern könnte, als die gängigen Bevölkerungsvorausberechnungen unterstellen. Harari hält es für möglich, dass die Lebenserwartung bereits in den kommenden 15 Jahren auf 150 bis 200 Jahre zunimmt.

Gute Essays gesucht, keine wissenschaftlichen Beiträge

Wie werden wir wohnen, wenn Harari mit seiner Prognose Recht behielte? Gefragt sind Zukunftsvisionen für die Wohnungswirtschaft im Jahr 2080. Ideen für dieses Szenario sollen natürliche Personen entwerfen, in die Form eines Essays gießen und bis zum 13. Mai 2019 einreichen. Die Arbeiten sollen 5.000 bis 10.000 Zeichen inklusive Leerzeichen umfassen. Die besten Essays werden mit einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.000 Euro prämiert und auf der Website der Irebs Immobilienakademie veröffentlicht.

Bewertet werden die eingereichten Aufsätze von Professor Dr. Tobias Just, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter der Irebs-Akademie, Sponsor Frank Löwentraut, Geschäftsführer von Aaetas Consult, und Professor Dr. Stefanie Birkner von der Universität Oldenburg. Die drei wollen gute Essays lesen und keine wissenschaftlichen Beiträge. Es zählen also Argumente und gute Sprachbilder.

Bewerbungen für den "6. Ideenpreis Immobilien für eine alternde Gesellschaft" können unter der E-Mail-Adresse ideenpreis@irebs.de eingereicht werden. Die Preisverleihung findet am 29. Juni 2019 im Kloster Eberbach in Eltville statt. Die Immobilien Zeitung ist Medienpartner des Wettbewerbs - und das schon, seit dieser anno 2014 ins Leben gerufen wurde.

Harald Thomeczek