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"Es gilt kein Halt, unser Blick ist nach vorn gerichtet"

Von oben links im Uhrzeigersinn: Bettina Timmler, Harald Thomeczek, Maria Wolleh, Sabine Wieduwilt, Janine Jaensch und Johanna Friedek.

Von oben links im Uhrzeigersinn: Bettina Timmler, Harald Thomeczek, Maria Wolleh, Sabine Wieduwilt, Janine Jaensch und Johanna Friedek.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Harald Thomeczek

Karriere 14.01.2021
Am 16. Dezember sank Deutschland zum zweiten Mal in den Dornröschenschlaf. Dabei schienen die Zeichen zwischenzeitlich auf Entspannung zu stehen. Fünf Immobilienfrauen erzählen, wie sie ... 

Am 16. Dezember sank Deutschland zum zweiten Mal in den Dornröschenschlaf. Dabei schienen die Zeichen zwischenzeitlich auf Entspannung zu stehen. Fünf Immobilienfrauen erzählen, wie sie im Job und privat mit den Aufs und Abs klarkommen und wie sie 2021 unter diesen fragilen Bedingungen angehen.

Im Juni sprachen fünf Immobilienfrauen mit der Immobilien Zeitung über ihr Leben und Arbeiten in der Corona-Krise: Sabine Wieduwilt (Dentons), Johanna Friedek (DIC Asset), Maria Wolleh (kallan), Janine Jaensch (Educia) und Bettina Timmler (Comm.Pass). Corona & Co. schienen damals langsam auf dem Rückzug ("Unsere Männer machen auch einen Riesenjob!", IZ 27/2020). Für ein zweites Treffen ein halbes Jahr später hofften alle darauf, das Schlimmste hinter sich gelassen zu haben. Es kam anders.

Janine Jaensch und ihr Mann sind beide in Vollzeit berufstätig. Er trägt die Verantwortung für ein weltweit agierendes Team, sie steckt mitten im Aufbau des Projektentwickler-Startups Educia, das sich auf Schulen, Kitas & Co. spezialisiert. Mit dem zweiten Lockdown sind Jaensch und ihr Mann beide wieder komplett ins Homeoffice zurückgekehrt und haben wie im Frühjahr einen Stundenplan aufgestellt, wer wann arbeiten darf und mit wem wann zu rechnen ist. "Auf unsere Eltern können wir nicht zurückgreifen, und die Notbetreuung im Kindergarten wollen wir nur ungern nutzen", erzählt Jaensch im Videocall. "Wir sind sehr dankbar für das Verständnis, das unsere Arbeitgeber aufbringen, niemand macht uns ein schlechtes Gewissen."

Länger im Homeoffice zu arbeiten und sich gleichzeitig rund um die Uhr um zwei Kinder im Alter von einem und vier Jahren zu kümmern - auf Dauer kann sich Jaensch das nicht vorstellen. "Ich hoffe sehr, dass es dazu nicht kommen wird. Es wäre für alle eine nicht zufriedenstellende Situation, die an Eltern, Kindern und Firmen in gleichem Maße zehrt."

Als Leiterin Unternehmensentwicklung eines Start-ups empfindet sie den Lockdown als Fluch und Segen zugleich. "Wir haben Zeit, die Dinge richtig aufzusetzen, rasen nicht gleich mit Vollgas von einer Veranstaltung zur nächsten. Aber die persönliche Ansprache fehlt. Digitale Medien fangen einiges auf, können aber nicht alles ersetzen." Um potenziellen Geschäftspartnern und Kunden das Geschäftsmodell von Educia schmackhaft zu machen, wären öffentlichkeitswirksame Präsenzveranstaltung hilfreich, bedauert Jaensch.

Johanna Friedek, Leiterin der Kölner Niederlassung von DIC Asset, ist da im Vorteil. Ihre Kinder sind schon älter, und Distanzunterricht scheint bei ihnen - was fürwahr keine Selbstverständlichkeit ist in diesem Land - zu funktionieren: "Der erste Lockdown hat zu einer massiven Digitalisierung in den Schulen meiner Kinder geführt, bereits seit den Herbstferien wird zum Teil digital unterrichtet." Homeschooling sei für sie, ihren Mann und die beiden schulpflichtigen Kinder (ein Teenager und eine Grundschülerin) zum Alltag geworden, auch wenn an der ein oder anderen Stelle eine "kleine Wissenslücke" entstehe.

Sabine Wieduwilt, Partnerin bei der Kanzlei Dentons, sieht es ähnlich gelassen: "Das Schulleben geht auf und ab - wie in jedem Jahr. 100% gradlinig kannte ich vorher auch nicht." Wieduwilts drei schulpflichtige Kinder hatten vor Weihnachten, bis auf die Klausuren des Abiturienten, ausschließlich Distanzunterricht, "was nach wenigen Anlaufschwierigkeiten gut funktionierte". Doch auch das stabilste Elternhaus, da machen sich beide nichts vor, kann ein soziales Umfeld nicht ersetzen: Die Kinder vermissen ihre Freunde, die spielerische Freiheit im Alltag und den Freizeitsport.

Der Sohn von Bettina Timmler, Inhaberin der Agentur Comm.Pass und Regionalleiterin des Vereins Frauen in der Immobilienwirtschaft im Rheinland, hat es kurz vor dem ersten Lockdown noch geschafft, sein BWL-Studium an der Universität zu Köln abzuschließen. Doch statt es mit einer Abschlussparty mit allen Kommilitonen gebührend krachen zu lassen, hat der junge Mann "sein Abschlusszeugnis, eine Schutzmaske mit Logo, einen Examensfeiercocktail und ein Video der Fachschaft per Post erhalten - das war enttäuschend", erzählt seine Mutter.

Ungleich härter hat die Freundin ihres Sohnes getroffen, die an der TH Köln Restaurierung von Kunst- und Kulturgut studiert. Das erfordert viele Präsenztage in Laboren und am Mikroskop und Praktika in Museen. "Wie die meisten Studierenden hat sie ihr Studium um zwei Semester verlängern müssen. Das ist schon eine enorme Belastung und frustrierend für die jungen Menschen", ärgert sich Timmler.

Maria Wolleh, Partnerin der in Schweden verwurzelten Berliner Kanzlei kallan und Vorstandsmitglied bei den Frauen in der Immobilienwirtschaft, ist seit November wieder im Homeoffice, ihr Mann auch. Dabei standen die Zeichen zwischenzeitlich auf Entspannung. "Beruflich gestalteten sich die Sommermonate wieder relativ normal; es gab Präsenzmeetings und innerdeutsche Reisen." Im Herbst wurde Wolleh jedoch klar, dass die übliche Kontaktpflege mit Reisen, persönlichen Treffen und Messen mittelfristig nicht mehr so wie früher möglich sein wird. "Dies stellt uns als Berater vor eine besondere Herausforderung, weil wir auf neue Mittel für die Pflege und Erweiterung unserer Netzwerke angewiesen sind. Aufgrund des nordischen Fokus unserer Kanzlei waren wir ansonsten viel in Skandinavien unterwegs, was nun nicht mehr geht." Sie und ihre Kollegen versuchen das mit vielen virtuellen Treffen aufzufangen. Einen Haken hat die Sache: Zufallsbegegnungen, die nicht selten das Salz in der Suppe sind, lassen sich nicht planen.

Die Wollehs haben mit ihrer Tochter und ihrem Sohn u.a. eine formelle zweiwöchige Quarantäne hinter sich. "Eine Quarantäne, bei der die Wohnung nicht verlassen werden darf, ist für ein Kind natürlich eine besondere Herausforderung. Wir können noch nicht wirklich abschließend sagen, in welchem Umfang die Kinder durch die Umstände und auch das Homeschooling zurückgeworfen sind, machen uns aber Gedanken."

"Am Wochenende wache ich gefühlt im Büro auf"

Auch Wieduwilt arbeitet jetzt wieder oft zuhause. Sie sieht die schönen Seiten: "Für mich ist die derzeitige Situation mit Corona persönlich eine Gelegenheit, meinen Kindern und meinem Mann unter der Woche zu begegnen und unter dem gleichen Dach zu sein. Nur am Wochenende habe ich manches Mal das Gefühl, ich wache im Büro auf, weil die räumliche Trennung fehlt."

Am Horizont sieht Wieduwilt viele gesetzliche Änderungen stehen, zum Beispiel beim Thema Restrukturierungsrahmen oder zum Wegfall der Geschäftsgrundlage bei der Miete. "Das sind Themen, die für unsere Mandanten Wirkung haben werden und die wir in der Beratung adressieren müssen." Oder mit Friedeks Worten: "Es gilt kein Halt, es gibt kein Zurück - unser Blick ist nach vorne gerichtet!" Trotz Corona und Lockdown habe DIC Asset ein "wirklich starkes Jahresendgeschäft" mit einer "Aufholjagd von Investoren und Mietern" erlebt. Die Leerstandsquote im rheinländischen DIC-Portfolio, das zu rund 90% aus Büros besteht, gehe gegen Null. Das neue Jahr dürfte ebenfalls ein intensives werden: "Wir gehen von einem weiteren starken Zuwachs aus und arbeiten dran, diesen vor allem mit unseren Mietern zu erreichen."

"Et es wie et es, et kütt wie et kütt"

Timmler hegt gemischte Gefühle: "Mit meiner Agentur schaue ich zuversichtlich ins neue Jahr, aber es gibt Imponderabilien: Ich bewege mich zum Teil in Nischen." Sich selbst und allen anderen ruft sie das kölsche Grundgesetz in Erinnerung, Artikel 1 und 2: "Et es wie et es. Et kütt wie et kütt."

Harald Thomeczek

Bestnoten für sieben Headhunter in der Immobilienbranche

Karriere 16.12.2020
Sieben Personalberatungen, die auch oder ausschließlich Positionen in der Immobilienbranche besetzen, haben im Headhunter-Ranking des Magazins Wirtschaftswoche (WiWo) Bestnoten erhalten. ... 

Sieben Personalberatungen, die auch oder ausschließlich Positionen in der Immobilienbranche besetzen, haben im Headhunter-Ranking des Magazins Wirtschaftswoche (WiWo) Bestnoten erhalten.

Zu den sieben Personalberatungen, die im Immobilienbereich im WiWo-Ranking 2020 mit fünf von maximal fünf möglichen Sternen ausgezeichnet wurden, zählen in alphabetischer Reihenfolge: Bernd Heuer Karriere, Egon Zehnder, Fred Executive Search, Hager, Heidrick & Struggles, LAB und Russell Reynolds. Im Immobilienbranchenranking taucht auch noch die Personalberatung ifp auf. Sie hat vier Sterne erhalten. Das WiWo-Headhunterranking wurde 2020 zum fünften Mal erstellt.

Es listet die Top-Generalisten sowie die jeweiligen Branchenchampions auf. Erarbeitet wird es von Christel Gade, Professorin an der IUBH Internationalen Hochschule Bad Honnef. Für die Erstellung der Rangliste(n) hat die Expertin einen eigenen Fragebogen entwickelt, den sie jedes Jahr an eine Vielzahl von Personalentscheidern aus deutschen Unternehmen schickt. Diese beantworten darin u.a., wie zufrieden sie als Kunden mit ihren Headhuntern waren oder welche Bekanntheit Letztere genießen. Am Ende gab es mehr oder weniger Sterne für die einzelnen Anbieter. Nur die Beratungen mit den besten Noten halten anschließend Einzug ins Ranking.

Harald Thomeczek

"Nur wegen Corona sind Sie nicht weniger wert"

Das Berufsleben kreist von Anfang an um die alles entscheidende Frage: Wie viel bin ich wert?

Das Berufsleben kreist von Anfang an um die alles entscheidende Frage: Wie viel bin ich wert?

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: olly

Karriere 26.11.2020
Absolventen immobilienwirtschaftlicher Fachrichtungen befürchten, sich bei einem Berufseinstieg in der Corona-Krise unter Wert verkaufen zu müssen. Doch das müssen sie nicht, Jobs für ... 

Absolventen immobilienwirtschaftlicher Fachrichtungen befürchten, sich bei einem Berufseinstieg in der Corona-Krise unter Wert verkaufen zu müssen. Doch das müssen sie nicht, Jobs für Einsteiger sind schließlich trotz mancher coronabedingter Einschläge immer noch genug da. Personalberater Frank Groß empfahl Nachwuchskräften darum auf der digitalen Karrierewoche der Immobilien Zeitung Ende Oktober, ihr Licht bloß nicht unter den Scheffel zu stellen.

"Die Gehälter in der Immobilienwirtschaft sind sehr intransparent", sagt ein Student, der bald seinen Abschluss macht. Der junge Mann führte auf der digitalen Karrierewoche der Immobilien Zeitung, einer Jobmesse für die Branche, Gespräche mit einer zweistelligen Zahl an potenziellen Arbeitgebern. "Außer einem Unternehmen, das mir eine grobe Orientierung gegeben hat, wollte mir niemand sagen, was ich ungefähr verdienen könnte."

Den ehrgeizigen Berufseinsteiger in spe treibt die Furcht um, sich "unter Wert verkaufen zu müssen", weil viele Unternehmen, so seine Beobachtung, wegen Corona heute deutlich weniger offene Stellen haben als noch vor einem Dreivierteljahr. "Die haben vor allem Einsteigerjobs gestrichen und nehmen aktuell nur noch Berufserfahrene." In einem virtuellen Meeting mit einem potenziellen Arbeitgeber auf der IZ-Karrierewoche habe es sogar geheißen: "Der Einstieg läuft bei uns nur über ein Praktikum." Diese Aussicht findet die zielstrebige Nachwuchskraft nach mehreren Jahren Studium nicht besonders attraktiv. Andererseits: Wer weiß, wie sich die Lage in ein paar Monaten darstellt, wenn das Coronavirus weiterwütet?

Der Jobmarkt für Neulinge, die erst einmal Geld kosten und einer intensiven Einarbeitung bedürfen - was aus der Ferne besonders schwer ist -, hat sich dieses Jahr nicht zum Besseren entwickelt. "Das Mindset hat sich auf jeden Fall aufgrund der Pandemie verändert", stellt Verena Rock, Immobilienprofessorin an der Technischen Hochschule Aschaffenburg, fest. "Noch vor einem Jahr schienen Absolventen sehr überzeugt von ihren Qualitäten und ihrer guten Vermittelbarkeit auf dem Arbeitsmarkt. Dies hat sich verändert."

Geschichten von Absolventen tun ihr Übriges: Gehaltserhöhungen fallen um einiges geringer aus als in den Vorjahren, und auch Bonuszahlungen haben massiv gelitten. "Sofern man aktuell das Glück hat, einen Praktikums- oder Festanstellungsplatz zu finden, sollte man kompromissbereit sein", bilanziert Rock. Weniger Jobs, krisenbedingt vorsichtigere Arbeitgeber: Konnten sich Nachwuchskräfte von der Hochschule in der Vergangenheit gleichsam die Rosinen rauspicken, ist jetzt das Thema Krisensicherheit in den Fokus gerückt.

Der anonyme Student war nicht der einzige Teilnehmer der IZ-Karrierewoche, der sich angesichts dieser Gemengelage Sorgen macht. "In den Gesprächen wurden teilweise Gedanken einzelner Berufseinsteiger geäußert, ob sie sich nunmehr günstiger präsentieren müssen, um einen Job zu erhalten", sagt Frank Groß, Inhaber der Personalberatung immopersonal. Groß gab Tipps und Tricks zu Gehaltsverhandlungen und coachte Bewerber.

Der Personalberater versuchte die Gemüter zu beruhigen: "Auf der Seite der Arbeitgeber kann ich nicht erkennen, dass Corona als Vorwand für reduzierte Einstiegsgehälter ausgenutzt wird. Die Gehälter sind auf dem Stand von vor dem Corona-Cut geblieben."

Von seinen Mandanten werde Corona jedenfalls nicht als Preisdrücker eingesetzt. Unternehmen, die vor der Zäsur Bedarf an gut ausgebildetem Personal hatten, "haben diesen immer noch, teilweise intensiver, und wollen diesen auch marktgerecht vergüten", versichert Groß.

Stärker als früher müssen Absolventen in Corona-Zeiten jedoch ihre Qualitäten herausstreichen. "Mein Tipp: Zeigen Sie einem potenziellen Arbeitgeber den Wert auf, den Sie ins Unternehmen einbringen", sagt Groß. Schulbildung, Ausbildung, Berufserfahrung, Studieninhalte, Praktika und Noten - alles muss in die Waagschale geworfen werden. Dabei bloß nicht tiefstapeln und sein Licht unter den Scheffel stellen, sondern selbstbewusst in Gehaltsverhandlungen gehen. "Warum sollte sich mein Wert nur wegen Corona - in einem Zeitraum von acht Monaten! - verändert haben?", fragt Groß rhetorisch.

Commerz Real sieht das genauso. Der Asset-Manager stellt über alle Arten von Nachwuchs hinweg ein: Trainees, Praktikanten, Werkstudenten und Auszubildende. "Die Gehälter für unsere Nachwuchsgruppen bleiben konstant. Die Anforderungen an den Mitarbeiter sind durch Corona nicht geringer geworden, sodass eine Absenkung der Einstiegsgehälter keine logische Schlussfolgerung ist", betont das Unternehmen auf Anfrage.

Oksana Hübert von Deka Immobilien bringt noch einen Aspekt ins Spiel: "Einsteigergehälter sind bei uns unverändert, da stehen Tarifverträge mit festen Konditionen dahinter." Die Stimmung sei sicher etwas verhaltener, was Zuwachs angehe, "dennoch stellen wir und andere Unternehmen weiter ein".

Wer in seiner Region keinen Job findet, muss den Radius ausweiten

Studenten und Absolventen sollten sich trotzdem an den Gedanken gewöhnen, die Komfortzone unter Umständen verlassen zu müssen. Groß rät dazu, sich nicht auf eine Region zu beschränken, sondern deutschlandweit zu suchen. "Bei der IZ-Karrierewoche gab es doch allein ca. 200 Jobangebote!" Preissenkungen, glaubt der Headhunter, werden frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2021 zu spüren sein. Noch müsse ein Nachfrageüberhang befriedigt werden. Als grobe Richtschnur für aktuell realistische Einstiegsgehälter in der Immobilienwirtschaft gab Groß dem Nachwuchs mit auf den Weg: 40.000 Euro mit Bachelorabschluss, 45.000 Euro für Masterabsolventen.

Immobilienprofessorin Rock ist ebenfalls nicht bang um ihre Studierenden: "Mit einer guten Ausbildung und einschlägiger Praktikums- bzw. Berufserfahrung sehe ich - wenn auch gerade weniger bei den Maklerhäusern und vielleicht im Shopping- und Hotelbereich - weiterhin recht gute Perspektiven in der Immobilienbranche." Studenten berichteten ihr zwar, dass es durchaus länger gedauert hat, einen Praktikumsplatz oder eine Traineestelle zu finden. "Ich weiß aber von niemandem, der überhaupt nichts gefunden hätte."

Eine harte Zahl zum Gehalt gab es auf der IZ-Karrierewoche dann doch noch. Die einzige Firma, die öffentlich eine Hausnummer nannte, war Kaufland. Trainees, die bei dem Händler anheuern, erwartet während ihres zwölfmonatigen Rundumschlags ein Bruttogehalt von 48.000 Euro.

Harald Thomeczek

Die digitale Karrierewoche überzeugt

Statt wie 2019 auf dem IZ-Karriereforum persönlich, trafen sich die Teilnehmer 2020 bei der digitalen IZ-Karrierewoche komplett im virtuellen Raum.

Statt wie 2019 auf dem IZ-Karriereforum persönlich, trafen sich die Teilnehmer 2020 bei der digitalen IZ-Karrierewoche komplett im virtuellen Raum.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Melanie Bauer

Karriere 12.11.2020
Über 200 exklusive Jobs vom Praktikum bis zur Führungsposition, mehr als 400 Matches und virtuelle Meetings zwischen Ausstellern und Bewerbern: Die erste digitale IZ-Karrierewoche hatte ... 

Über 200 exklusive Jobs vom Praktikum bis zur Führungsposition, mehr als 400 Matches und virtuelle Meetings zwischen Ausstellern und Bewerbern: Die erste digitale IZ-Karrierewoche hatte für Jobsucher und Köpfejäger viel zu bieten. Auf seine Kosten kam auch, wer gar keine Stelle sucht: 150 der rund 300 Teilnehmer nahmen Coachings und Lebenslauf-Checks in Anspruch. Das Tagungsprogramm war vollgepackt mit interaktiven Interviews und Vorträgen von insgesamt 31 Akteuren.

So rosig wie vor Corona sind die Aussichten für Einsteiger in der Immobilienwirtschaft nicht mehr. "Ich könnte mir vorstellen, dass es für den einen oder anderen Absolventen gerade ein Durchschnaufen gibt", räumte Pamela Hoerr, Vorstandsmitglied der BayernLB-Tochter Real I.S., zu Beginn der Karrierewoche ein, als der Lockdown light schon in der Luft lag. "Haben Sie ein bisschen Geduld. Das Blatt wird sich in den nächsten zwölf bis 18 Monaten wieder von einer anderen Seite zeigen." Die Immobilienbranche komme bislang besser durch die Krise als viele andere Branchen.

Die Verheerungen in Hotellerie und Handel träfen Real I.S. nicht sonderlich. "Wir stellen daher", betonte Hoerr, "unverändert ein, auch zu Corona-Zeiten." Die Assets under Management sollen schließlich in den nächsten fünf Jahren von 10 Mrd. auf 15 Mrd. Euro wachsen. Der Münchner Asset- und Fondsmanager befüllt seine Vehikel mit dem Geld von Sparkassen, Volksbanken, Institutionellen und Privatkunden - und die stünden dank niedrig gehaltener Zinsen weiter unter gewaltigem Anlagedruck.

Hoerr konnte die Menschen, zu denen sie diese Worte sprach, nicht sehen. Anders als auf dem seit 2010 traditionell auf dem Campus der Frankfurter Goethe-Universität ausgetragenen IZ-Karriereforum erblickte sie vor sich auf dem Bildschirm lediglich die Moderatorin der Karrierewoche, Eva-Vanessa Ernst von Heuer Dialog. Vor-Ort-Termine mit Masken, Coachings und Gespräche hinter Plexiglas, ein Abstands- und Hygienekonzept waren durchaus denkbar - die Immobilien Zeitung (IZ) und Heuer Dialog glaubten aber nicht daran, dass unter solchen Bedingungen die besondere Atmosphäre entstehen kann, die die Karriereforen prägen und ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Präsenzveranstaltung ist.

So verlegten die Veranstalter die Messe in den rein digitalen Raum. Das gab den Ausstellern früh Planungssicherheit: Einen Ausfall der Veranstaltung - wie beim Expo Real Hybrid Summit - aufgrund steigender Infektionszahlen und wieder hochgefahrener Beschränkungen des öffentlichen Lebens mussten sie zu keiner Zeit befürchten. Zudem gab es einen Zeitvorteil im Gegensatz zum eintägigen Karriereforum: Hoerr und die anderen Unternehmensvertreter der 27 Aussteller hatten eine ganze Woche Zeit, mit Interessenten und Bewerbern via Matching-Verfahren in Kontakt für ein virtuelles Meeting zu treten.

Speziell für berufstätige Teilnehmer gesellte sich als Pluspunkt hinzu, sich je nach Interessenslage für eine halbe Stunde aus ihrem aktuellen Berufsalltag aus- und in die Jobmesse einzuklinken. Und von dieser Spezies wurden diesmal ungewöhnlich viele Exemplare gesichtet: Jeder Dritte der rund 300 Interessenten steht in Lohn und Brot. Letztes Jahr traf das nur auf jeden Achten zu. Entsprechend war es das wichtigste Ziel der diesjährigen Teilnehmer, "einen neuen Job zu finden".

Im Jahr 2019 suchten die Teilnehmer in erster Linie einen Direkteinstieg nach dem Studium, gefolgt von einem Praktikumsplatz. Eine Rolle für die große Zahl bereits Berufstätiger dürfte auch die Anonymität des Netzes gespielt haben: Bewerber konnten ihr Profil so gestalten, dass ein Unternehmen erst im Falle eines zustande gekommenen Matchings über ihre Identität informiert wurde.

Die Aussteller zeigten sich, von technischen Verbesserungsmöglichkeiten abgesehen, angetan von der neuen Variante: "Wir möchten ein großes Kompliment an die Organisatoren aussprechen. In einer turbulenten Zeit haben sie es geschafft, technisch, inhaltlich und organisatorisch ein sehr spannendes Format auf die Beine zu stellen, die Aussteller rechtzeitig abzuholen und die Bewerber dafür zu begeistern", sagt Elena Wiggers, Expert Employer Branding bei ECE. Auch mit der Qualität der Bewerber zeigt sich Wiggers in der Rückschau auf die 22 Matches der ECE zufrieden: "Die Kandidaten waren in der Regel sehr gut vorbereitet, und ihr Lebenslauf bzw. ihre Erfahrungen haben gut zu unseren Stellenprofilen gepasst."

"Nicht so ungezwungen wie am Messestand"

Wie schon 2019 tummelten sich auch diesem Jahr rund 300 Studenten, Absolventen, Young Professionals und Immobilienprofis auf der IZ-Jobmesse. Pirmin Schuster hat sich bei den Matchings auf seine drei Favoriten beschränkt - welche das waren, das bleibt sein Geheimnis. "Natürlich ist es nicht ganz so ungezwungen wie persönlich auf einem Messestand. Nichtsdestotrotz haben die Gespräche sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich schon leicht unter Druck war, als auf der anderen Seite gleich zwei, drei Personen am Gespräch teilgenommen haben und ich nicht wusste, inwieweit das schon einem Bewerbungsgespräch gleicht."

Schuster wird im Frühjahr 2021 mit dem Studium fertig und ist auf der Suche nach einem Einstieg als Trainee oder normaler Berufseinsteiger. Bei zwei Firmen, mit denen er auf der Karrierewoche Gespräche geführt hat, will er ausloten, ab wann Stellen frei werden. "Hierzu schicke ich den Unternehmen nochmals Unterlagen zu, damit diese schauen können, wann und wie es am besten passen könnte und worauf ich mich dann konkret bewerben kann."

Friederike Bobenhausen schließt ihr Masterstudium in Stadtplanung an der RWTH Aachen ebenfalls im März 2021 ab. Diesmal hat sie sich noch mit Gesprächen zurückgehalten - das soll sich aber ändern: "Tolles Format - wird es das im nächsten Frühjahr nochmal geben?", fragt die 24-Jährige. Klassischerweise würde ihr Weg in eine Behörde oder ein Planungsbüro führen. "Ich interessiere ich mich aber auch für die Projektentwicklung und das Immobilienmanagement. Für mich wären virtuelle Meetings im kommenden Frühjahr, zum Ende meines Studiums, interessant." Diesmal nahm sie aus den Young-Professional-Talks mit: "Ein Quereinstieg ist immer möglich."

Harald Thomeczek

Virtuelle Tuchfühlung mit potenziellen Arbeitgebern

So manches Meeting auf der IZ-Karrierewoche entwickelte sich von einem Kennenlernen zu einem echten Vorstellungsgespräch.

So manches Meeting auf der IZ-Karrierewoche entwickelte sich von einem Kennenlernen zu einem echten Vorstellungsgespräch.

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: New Africa

Karriere 12.11.2020
Es gab schon bessere Zeiten für einen Berufseinstieg in der Immobilienbranche: Halb so viele Arbeitgeber, halb so viele Jobs wie 2019 - das ist die nackte Bilanz der digitalen ... 

Es gab schon bessere Zeiten für einen Berufseinstieg in der Immobilienbranche: Halb so viele Arbeitgeber, halb so viele Jobs wie 2019 - das ist die nackte Bilanz der digitalen IZ-Karrierewoche 2020. Die gute Nachricht: Corona hin oder her, es gibt noch jede Menge Immobilienunternehmen, die einstellen. Den Teilnehmern sind die Einschläge zwar nicht verborgen geblieben, doch die Zuversicht überwiegt.

Keine Ahnung, wo ich mich bewerben soll. Alles hört sich so superspannend an", sagt eine Studentin. Die junge Frau, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will, berichtet von "wahnsinnig positiven Gesprächen" mit Corpus Sireo, Commerz Real, HIH, Instone oder Bauwens. Die ambitionierte Nachwuchskraft hat sich nach eigenen Angaben einen guten Überblick verschafft, indem sie auf der Karrierewoche mit fast allen 27 Ausstellern gesprochen hat. Vermisst hat sie ein paar große Namen wie Union Investment oder Drees & Sommer.

"Vor Corona gab es so unfassbar viele Jobs, wie Sand am Meer", erzählt die Anonyma. "Jetzt sagen viele Unternehmen, dass sie aufgrund der Corona-Lage gerade keine Jobs für Einsteiger haben. Dies wurde mir von Kommilitonen bestätigt." Angesichts der vielversprechenden virtuellen Meetings auf der Karrierewoche geht sie dennoch davon aus, dass es für qualifizierte und ehrgeizige Talente genug Chancen auf einen zeitnahen und gut dotierten Einstieg gibt, ob als Trainee oder als Junior. "Eine endgültige Bilanz, ob es trotz Corona noch so einfach ist, eine passende Stelle zu finden, werde ich jedoch erst nach den Rückmeldungen auf meine Bewerbungen ziehen können."

Wer dieses oder kommendes Jahr den Arbeitsmarkt betritt, beobachtet das Suchverhalten potenzieller Arbeitgeber genau: "Was mir bereits im Vorhinein bei der Terminvereinbarung aufgefallen ist: Im Gegensatz zum letzten Jahr haben die Unternehmen von sich aus weniger Terminanfragen geschickt, und auch mein Bewerberprofil wurde weniger oft besucht - was sicher auch daran lag, dass weniger Unternehmen an der Messe teilgenommen haben", bilanziert Annalena Graf. Sie studiert an der Technischen Hochschule Aschaffenburg Immobilienmanagement und visiert ihren Bachelor-Abschluss für 2021 an.

Graf hatte per Matching-Verfahren virtuelle Gespräche mit HIH, Deka Immobilien, alstria und Art-Invest klargemacht. "Bei alstria und HIH hatte ich auf jeden Fall das Gefühl, dass Interesse besteht und die Bereitschaft durchaus da ist, Werkstudenten- und auch Traineestellen zu vergeben", erzählt die Aschaffenburger Studentin. HIH und alstria warben, so der Eindruck von Graf, deutlich mehr um sie als Deka und Art-Invest.

"Jedoch hatte ich bei den Gesprächen mit Deka und Art-Invest auch nicht das Gefühl, dass sie die Bremse angezogen haben, sie haben lediglich weniger aktiv Werbung für ihre Stellen gemacht. Zusammenfassend hatte ich bei keinem der vier Gespräche das Gefühl, dass die Einstellungsbereitschaft derzeit gering ist."

Im Gegensatz dazu hat eine Bachelorabsolventin der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden dieses Gefühl durchaus. Geknickt schaut sie drein, als sie mit dem Verfasser dieser Zeilen videotelefoniert. Im September hat sie ihr Immobilienmanagement-Studium abgeschlossen. Zehn Bewerbungen hat sie schon verschickt - ohne ins Schwarze zu treffen. Die Hoffnung, dass sich das Blatt schnell wenden könnte, hat die IZ-Karrierewoche bei ihr nicht genährt. "Ich hatte nicht den Eindruck, dass die wollen, dass ich da arbeite. Bei manchen hieß es, wegen Corona haben sie im Moment keine Stellen für Berufseinsteiger. Vielleicht Anfang 2021. Ich soll dann nochmal schauen." Angeboten wurden ihr Traineestellen: "Das wäre in Ordnung - aber keine zwei Jahre." Eine Firma biete zum Einstieg nur Praktika an, keine Junior-Stellen: "Ein Praktikum wäre zur Not auch in Ordnung."

Sarah-Madeline Buschmann hat längst einen Job, mit dem sie glücklich ist: Die 28-jährige gelernte Immobilienkauffrau ist Projektleiterin im Bereich Projektentwicklung bei dem kommunalen Hannoveraner Wohnungsunternehmen hanova. Neben dem Job macht sie den Master Real Estate Management an der EBZ, der Abschluss steht 2021 auf dem Programm.

Eines möglichen neuen Jobs wegen hat Buschmann die digitale IZ-Karrierewoche beileibe nicht besucht, vielmehr wohnte sie Young Professional Talks bei, machte sich für ihre Masterarbeit über das Recherche-Toolkit IZ Research schlau, nahm ein Coaching zu agiler Karrieregestaltung wahr und verfolgte den Bewerbungsaufruf für einen Award für Nachwuchskräfte der Immobilienbranche.

Die Angst von Immobilienabsolventen, die in Corona-Zeiten auf den Jobmarkt kommen, keinen - oder nicht den richtigen - Job zu finden und sich vielleicht unter Wert verkaufen zu müssen, kann Buschmann nachvollziehen. "Zum Glück haben wir die Hürde des Berufseinstiegs bereits genommen und sitzen bei einem verlässlichen Unternehmen fest im Sattel", hat sie neulich zu einer Bekannten aus einem anderen städtischen Unternehmen gesagt. "Manchmal heißt es ja, dass kommunale Arbeitgeber nicht so sexy sind - doch in Sachen Beständigkeit sind diese besonders attraktiv, vor allem in der Krise!"

Mehr Vielfalt, weniger Laufkundschaft

Ein virtuelles Dating kann eine Präsenzveranstaltung nicht ersetzen, ist aber in Corona-Zeiten a) besser als nichts und hat b) sogar den einen oder anderen Vorteil gegenüber einer physischen Messe. Julia Faeser, Personalrecruiterin beim Bauträger Instone Real Estate, ist angetan von der "fast gleichmäßigen Verteilung" der Interessenten auf Studenten, Absolventen und Berufserfahrene. Faeser freut sich außerdem darüber, dass "eine Vielzahl an Bewerbern aus technischen Studiengängen" dabei waren - und nicht nur aus den klassischen Immobilienmanagement-Studiengängen. Der Asset-Manager Beos fügt dem Befund einer stärkeren Ausdifferenzierung des Teilnehmerfelds noch eine Facette hinzu: "Während in den Vorjahren primär Interessenten von uns gut bekannten Hochschulen - u.a. Irebs Regenburg, Holzminden, Aschaffenburg und Geislingen - das Karriereforum besuchten, waren in diesem Jahr auch deutschlandweite Universitäten vertreten, die bisher seltener auf der Präsenzveranstaltung in Frankfurt präsent waren, z.B. die Universität Stuttgart oder die RWTH Aachen." Ein weiterer, unübersehbarer Unterschied: In den Hallen der Frankfurter Goethe-Universität können sich die Besucher treiben lassen. "Die Quantität der Gespräche war geringer als auf der Messe, da Laufkundschaft fehlte", sagt Oksana Hübert von der Deka. "Dafür war die Qualität höher." Kaufland vermisste die Laufkundschaft: In den vergangenen Jahren fischte das traditionell große Kaufland-Team bis zu 170 Besucher aus dem Passantenstrom heraus. Vergangenes Jahr kamen so 50 bis 60 vertiefende Gespräche zustande. Dieses Jahr waren es nur um die 20 Gespräche. "Wer da war, war gut - aber es fehlte die Möglichkeit der Ansprache", bilanziert Nadine Sohlich, Personalerin Immobilien/Bau bei Kaufland. Auch Commerz Real gießt etwas Wasser in den Wein: "Der Kontakt mit dem Bewerber kommt nur durch einen vereinbarten Termin zustande. Im jetzigen Format gibt es möglicherweise eine kleine Hemmschwelle für die Bewerber. Und ein informeller Austausch, wie es auf dem IZ-Karriereforum der Fall sein kann, ist leider nicht möglich." Der Austausch mit anderen Unternehmensvertretern kam dem Fonds- und Asset-Manager ebenfalls zu kurz. Erste Bewerbungen im Nachgang zur Karrierewoche sind bei den Ausstellern angekommen. Deka hat eine von zwei versprochenen Bewerbungen erhalten. Kaufland hat an zwei Kandidaten schon Einladungen für Vorstellungsgespräche verschickt - vor Ort in der Zentrale in Neckarsulm. Auch Corpus Sireo erreichten "vielversprechende Bewerbungen, die bereits erfolgreiche Vorstellungsgespräche ergaben". Harald Thomeczek

Harald Thomeczek

IZ matcht Firmen und Bewerber digital

Die IZ-Karrierewoche: 200 Jobs und spannende Talks.

Die IZ-Karrierewoche: 200 Jobs und spannende Talks.

Quelle: Immobilien Zeitung

Karriere 29.10.2020
Die IZ-Karrierewoche 2020, die erste digitale Jobmesse für die Immobilienwirtschaft, ist am Montag an den Start gegangen. Anders als auf den analogen Vorgängerveranstaltungen tummeln sich ... 

Die IZ-Karrierewoche 2020, die erste digitale Jobmesse für die Immobilienwirtschaft, ist am Montag an den Start gegangen. Anders als auf den analogen Vorgängerveranstaltungen tummeln sich viele Berufstätige unter den Bewerbern.

Planungssicherheit ist ein hohes Gut im Eventmanagement. Das hat nicht zuletzt die Komplettabsage des Expo Real Hybrid Summit kurz vor Messebeginn gezeigt. Eine von Anfang an rein digital ausgelegte Jobmesse ist indes gegen Absagen wegen steigender Infektionszahlen gefeit.

Die 26 Immobilienfirmen, die an der Karrierewoche der Immobilien Zeitung teilnehmen, haben gut 200 offene Stellen an die digitale Jobwall gepinnt. Damit kann die große Mehrheit der - zu Beginn der Karrierewoche - gut 250 Teilnehmer einen Job abstauben. Die Veranstaltung läuft noch bis zum 30. Oktober. Kurzentschlossene können bis Freitagvormittag ein Ticket lösen.

Die meisten Unternehmen waren schon auf dem IZ-Karriereforum an der Goethe-Universität in Frankfurt dabei. Diesmal kommen sie aber mit mehr Berufserfahrenen in Kontakt: Jeder dritte Bewerber ist berufstätig, jeder Vierte über 30. Im Vorjahr lag der Anteil der Berufstätigen nur bei 12%. Der Anteil der Studenten und Absolventen ist dagegen von 80% auf 61% gesunken.

Dazu passt, dass das mit Abstand wichtigste Motiv für eine Teilnahme heißt: Ich will einen neuen Job finden. Erst danach folgt der Direkteinstieg nach dem Studium. Den Unternehmen kommt diese stärkere Durchmischung gelegen: "Da 2020 zum ersten Mal auch Berufserfahrene durch die Veranstaltung angesprochen werden, erhoffen wir uns besonders in dieser Zielgruppe einige interessante neue Kontakte", sagt Anabel Wunderlich, Director Human Resources bei Savills. Ihre Jobangebote richten sich daher "an Kandidaten sämtlicher Senioritätsstufen, von Studenten bis hin zu sehr berufserfahrenen Kandidaten".

Wechselwillige können sich unbeobachtet von ihrem jetzigen Arbeitgeber nach Offerten umschauen. Dazu müssen sie nur ihr Bewerberprofil anonymisieren. Ihre Identität wird erst gelüftet, wenn eine Anfrage für ein virtuelles Gespräch positiv beschieden wird, es also zu einem Matching kommt. Eine Kontaktaufnahme ist in beide Richtungen möglich. Montagvormittag hatten Firmen und Bewerber schon ca. 200 Karriere-Matches klargemacht.

Harald Thomeczek

IZ bringt Jobs und Bewerber auf der Karrierewoche zusammen

Das reichhaltige Vortragsprogramm ist einer der wichtigten Gründe der Bewerber für den Besuch der IZ-Karrierewoche.

Das reichhaltige Vortragsprogramm ist einer der wichtigten Gründe der Bewerber für den Besuch der IZ-Karrierewoche.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Harald Thomeczek

Karriere 26.10.2020
Mit der Karrierewoche der Immobilien Zeitung ist heute morgen die erste digitale Jobmesse für die Immobilienwirtschaft an den Start gegangen. Mit an Bord: 26 Immobilienunternehmen, rund ... 

Mit der Karrierewoche der Immobilien Zeitung ist heute morgen die erste digitale Jobmesse für die Immobilienwirtschaft an den Start gegangen. Mit an Bord: 26 Immobilienunternehmen, rund 200 Jobs und - Stand jetzt - mehr als 260 Bewerber.

Die meisten Unternehmen waren schon auf dem IZ-Karriereforum an der Goethe-Universität in Frankfurt dabei. Diesmal bekommen sie mehr Berufserfahrene zu Gesicht: Jeder dritte Bewerber ist bereits berufstätig, jeder Vierte über 30. Im Vorjahr lag der Anteil der Berufstätigen nur bei 12%. Der Anteil der Studenten und Absolventen ist dagegen von 80% auf 61% gesunken.

Viele wollen einen Jobwechsel

Dazu passt, dass das mit Abstand wichtigste Motiv für eine Teilnahme heißt: Ich will einen neuen Job finden. Erst danach folgt der Direkteinstieg nach dem Studium. Der drittwichtigste Grund ist das Vortragsprogramm mit Unternehmenspräsentationen, Chef-Interviews oder Karriere-Coachings, z.B. zu Gehaltsverhandlungen.

Wechselwillige können sich unbeobachtet von ihrem derzeitigen Arbeitgeber nach Offerten umschauen. Dazu müssen sie nur ihr Bewerberprofil anonymisieren. Ihre Identität wird erst gelüftet, wenn eine Anfrage für ein virtuelles Gespräch positiv beschieden wird, es also zu einem Karriere-Matching kommt. Bis Montag Nachmittag hatten Firmen und Bewerber schon weit über 200 Matches klargemacht.

Harald Thomeczek