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Die Absolventen bleiben bei der Jobwahl selbstbewusst

Studierende auf Jobsuche achten bei möglichen Arbeitgebern wegen der Corona-Krise nun auf andere Details.

Studierende auf Jobsuche achten bei möglichen Arbeitgebern wegen der Corona-Krise nun auf andere Details.

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: Artem

Karriere 23.07.2020
Die Immobilienbranche ist in der Corona-Krise - im Vergleich zu anderen Branchen - bisher mit einem blauen Auge davongekommen. Studierende immobilienwirtschaftlicher Fachrichtungen bereuen ... 

Die Immobilienbranche ist in der Corona-Krise - im Vergleich zu anderen Branchen - bisher mit einem blauen Auge davongekommen. Studierende immobilienwirtschaftlicher Fachrichtungen bereuen jedenfalls nicht, diesen Weg eingeschlagen zu haben. Die eine oder andere Assetklasse ist in der Gunst des Nachwuchses allerdings gesunken.

Das Angebot für Absolventen ist nicht mehr ganz so üppig. So manche Firma hat Stellenausschreibungen auf Eis gelegt und besetzt nur nach, was unbedingt nötig ist. Trainee-Programme wurden im Frühjahr mitunter gestoppt oder, sofern erst für den Herbst geplant, zumindest mit einem dicken Fragezeichen versehen. Der Grund ist noch nicht mal unbedingt, dass es so schlecht läuft. Es ist vielmehr die große Ungewissheit, der sich vor allem Handelsimmobilien ohne Lebensmittelanker, Hotels und Bürogebäude ausgesetzt sehen. Und mit ihnen die Unternehmen, die sie bauen, managen und vermitteln. Maklerhäuser wie Avison Young, NAI apollo, Colliers, Savills, JLL oder BNP Paribas Real Estate führten Kurzarbeit ein. Erzählungen von nicht verlängerten Probezeiten oder gar Kündigungswellen, abgebrochenen Assessment-Centern und gekündigten Werkstudenten machen die Runde.

Mark Spangenberg, COO bei CBRE in Deutschland, beteuert jedoch: "Einen klassischen Einstellungsstopp hatten wir nicht." Und Personalchef Mike Schrottke ergänzt: "Wir haben uns mit dem Thema Kurzarbeit beschäftigt. Es steht aber nicht im Vordergrund. Sowohl das Management als auch unsere Mitarbeiter in den betroffenen Bereichen haben freiwillig auf Gehalt verzichtet und zusätzlich ihren Resturlaub, größtenteils auch ihre Überstunden abgebaut."

Spuren hinterließ das Coronavirus dennoch auch bei CBRE. "Wir schauen noch etwas genauer hin, wo die Bedarfe im Unternehmen sind", gibt Spangenberg zu. Er präzisiert: "Wir sehen in einigen Bereichen Rückgänge, etwa im Retail Leasing und im Hotelsegment gibt es negative Einflüsse. Dort sind wir zurzeit mit Neueinstellungen vorsichtiger." Dafür läuft es beispielsweise im Bereich Industrial & Logistics weiter sehr gut. "Dort gewinnen wir aktuell Marktanteile und haben zuletzt auch verstärkt eingestellt", berichtet Spangenberg. Im Bürobereich laufen alle großen Mandate weiter, heißt es. Das Fazit der Führungskräfte für CBRE Germany: "Im europäischen Vergleich mit anderen Ländergesellschaften kommen wir wohl glimpflich davon." Mangels Glaskugel müssen Spangenberg und Schrottke beim Blick in die Zukunft allerdings orakeln: "Fraglich sind allerdings die Auswirkungen der Rezession und der Entwicklung im Jahr 2021."

Den Studierenden sind die kleinen und großen Einschläge in bestimmten Assetklassen und bei bestimmten Geschäftsmodellen nicht verborgen geblieben. Das gilt auch für die selektivere Einstellungspolitik einiger Unternehmen. Sie sind aber fest davon überzeugt, dass sich die Corona-Pandemie langfristig nicht negativ auf ihre berufliche Laufbahn auswirken wird - und würden sich, wenn sie wieder vor der Wahl stünden, noch einmal für die Immobilienwirtschaft entscheiden.

"Selbstverständlich tangiert die Corona-Krise auch die Immobilienbranche, einige Bereiche durchaus mehr als andere, und es bestehen gewisse Risiken", sagt Farina Lutz, die als selbstständige Immobilienmaklerin tätig ist und an der Hochschule Biberach studiert. "Dennoch hat diese Branche meiner Meinung nach Zukunft und ein enormes Potenzial, weshalb ich meine Entscheidung, diesen Weg eingeschlagen zu haben, nicht bereue", meint sie stellvertretend für viele andere.

Im Branchenvergleich ist die Immobilienwirtschaft in der Corona-Zeit in der Gunst des Nachwuchses sogar gestiegen. Auch weil der Anlagedruck der Investoren sich nicht einfach in Luft aufgelöst hat. Immobilien gelten jetzt noch mehr als sicherer Hafen. Selbst coronabedingte schlechte Nachrichten lassen meist keine Zweifel aufkommen. Ein Beispiel: Der Wohnungsentwickler Instone kassierte die Prognose für 2020 und stellte den Vertrieb eines Projekts in Augsburg aufgrund stockender Nachfrage ein. Schon abgeschlossene Kaufverträge hat er rückabgewickelt. Ein Bachelorstudent von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Holzminden, der Instone in der Arbeitsmarktumfrage 2020 der Immobilien Zeitung (IZ) als Wunscharbeitgeber Nummer eins angegeben hat, bleibt bei seiner Wahl: "Instone hat die Entscheidungen in meinen Augen plausibel begründet, weswegen sich meine Wahrnehmung auf das Unternehmen nicht geändert hat."

"Logistikimmobilien hatte ich vor Corona nur latent auf dem Schirm"

Das mag an der Assetklasse liegen: Wohnen steht mehr denn je für Sicherheit. Andere Nutzungsarten haben einen schwereren Stand: "Vor allem die Assetklassen Retail und Hotel würde ich definitiv als kritischer ansehen, da diese durch die Corona-Krise stark gelitten haben bzw. immer noch stark leiden", sagt Amira Hollweg, die Immobilienmanagement im Master an der HAWK studiert. Handel ist natürlich nicht gleich Handel: "Vor Probleme gestellt werden vor allem Einzelhandelsimmobilien abseits der Ia-Lagen und Shoppingcenter", weiß Masterstudent Mario Sterl von der Universität Regensburg (Irebs). Für Sarah Schwarz ist klar: "Für mich kommt der Lebensmitteleinzelhandel an erster Stelle, da er grundsätzlich systemrelevant war und als Gewinner aus der Krise gehen wird." In der IZ-Umfrage hatte die junge Frau, die im vierten Mastersemester Humangeographie mit dem Schwerpunkt Raumplanung, Raumentwicklung und Raumkonflikte an der WWU in Münster studiert, noch CBRE als ihren Favoriten angegeben. Doch mit der Krise hat sich ihr vorheriger Zweitkandidat Lidl vor den Immobiliendienstleister geschoben.

"Bei Hotels mitzumischen, stelle ich mir äußerst spannend vor"

Hotels haben weiter ihre Fans. Obgleich die Hotellerie wegen des Lockdowns schwer zu kämpfen hat - für Immobilienspezialisten eröffnen sich durch die Umwälzungen, die dem Hotelmarkt prophezeit werden, Chancen. Da ist sich Julius Range, der ebenfalls an der Irebs studiert, sicher: "Hier wird es Insolvenzen geben, die den Markt mit Hotelimmobilien fluten könnten. Die Markenhotellerie wird noch mehr an Einfluss gewinnen. Die Bewertung von Hotelimmobilien wird höhere Risiken einkalkulieren, und die Pachtverträge werden an Krisen angepasst werden müssen. Dort mitzumischen, stelle ich mir äußerst spannend vor." Ein anderer Regensburger Irebs-Student hat gar eine neue Immobilienart für sich entdeckt: "Mich reizen Einblicke in Logistikimmobilien, die ich vor der Corona-Krise nur sehr latent auf dem Schirm hatte."

Und dann ist da noch der Büromarkt, dem viele einen gewaltigen Wandel voraussagen: "Der Bereich Office wird sich bestimmt durch die neuen Möglichkeiten des Homeoffice stark verändern, und ich bin gespannt, wie sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird. Deswegen schaue ich auch auf Investmentunternehmen und hinterfrage deren Strategien seit Corona intensiver", erzählt Hollweg. Bei vielen der Studierenden wecken die möglichen Umwälzungen im Bereich Büro besonderes Interesse. Masterstudent Sterl ist sich sicher: "Die Büroimmobilie wird neu gedacht werden, und digitale Lösungen bekommen einen Schub, sodass sich Smart-Office-Solutions schneller am Markt etablieren könnten." Sterl sollte es wissen: Seine Masterarbeit schreibt er über die Wirtschaftlichkeit intelligenter Büroobjekte.

"Wer schlagartig viele Studierende vor die Tür setzt, verliert an Ansehen"

Bei den Nachwuchskräften verloren haben vor allem Unternehmen außerhalb der Immobilienbranche - die durch den Shutdown oft heftigere Einschnitte zu verkraften hatten als die meisten Immobilienunternehmen. "Automobilhersteller fallen aktuell als Arbeitgeber für mich weg. Vor Corona konnte ich mir das gut vorstellen", sagt Tim Hackenberg, der dieses Jahr seinen Bachelorabschluss in Immobilienwirtschaft an der HfWU Nürtingen-Geislingen macht. Bei Range hat der Umgang mit dem Lockdown die Sicht auf zuvor favorisierte Arbeitgeber negativ beeinflusst. "Bosch und Daimler, die ich zusammen mit Art-Invest angegeben habe, haben auf einen Schlag eine große Anzahl an Praktikanten und Werkstudenten vor die Tür gesetzt. Das halte ich nicht für nachhaltig. Diese Unternehmen haben bei mir an Ansehen verloren." In der Gunst von Alexandra Hell sind insbesondere Unternehmen gesunken, die sich gegenüber ihren Vermietern nicht korrekt verhalten haben: "Es kursierten ja Schlagzeilen, dass manche Großfirmen in der Corona-Krise keine Miete mehr zahlen wollten. Das finde ich überhaupt nicht gut."

Harald Thomeczek

Artprojekt holt zwei UBM-Geschäftsführer an Bord

Köpfe 13.07.2020
In der Geschäftsführung von UBM Deutschland ist mächtig viel Bewegung drin. Denn mit Christian Berger und Udo Sauter verlassen zwei langjährige Geschäftsführer das Unternehmen. Sie wechseln ... 

In der Geschäftsführung von UBM Deutschland ist mächtig viel Bewegung drin. Denn mit Christian Berger und Udo Sauter verlassen zwei langjährige Geschäftsführer das Unternehmen. Sie wechseln gemeinsam zu der in Berlin und Brandenburg tätigen Artprojekt-Gruppe. Dort werden sie ab Jahresbeginn 2021 als Geschäftsführer von Artprojekt Real Estate hinzustoßen.

UBM Deutschland hatte bereits in jüngerer Vergangenheit über Veränderungen in der Geschäftsführung informiert. Im Herbst 2019 wurde Prokurist Werner Huber auf einen Chefposten befördert. Und der nächste Neue für die Geschäftsführung steht bereit: Andreas Thamm soll ab dem 1. August den Vorsitz von Dr. Bertold Wild übernehmen. Dieser verabschiedet sich in die Rente. UBM teilte noch Ende April mit, dass sich damit ab dem Sommer die Geschäftsführung aus Thamm, Huber, Berger und Sauter zusammensetze. Tut sie auch, nur nicht für eine allzu lange Zeit, da Berger und Sauter Anfang 2021 zu Artprojekt wechseln.

Mit den beiden Neuzugängen erweitert Artprojekt-Gründer und Hauptgesellschafter Thomas Hölzel sein Partner- und Managementteam. Berger und Sauter treffen in der Geschäftsführung der Bauträgergesellschaft auf die langjährigen Partner Tobias Willmeroth und Hanns Kastner.

Artprojekt will weiter wachsen

Artprojekt unterstreicht mit diesen Personalien seinen Wachstumswillen. Die Berliner peilen mit ihrem etwa 50-köpfigen Team an, ein Investitionsvolumen von mindestens 250 Mio. Euro zu akquirieren. Dabei haben sie vor allem die Entwicklung und den Bau von Wohn- und Gewerbeprojekten in der Region Berlin-Brandenburg im Blick. Neben Artprojekt Real Estate gehören auch Artprojekt Hospitality und Artprojekt Farms & Fisheries zur Unternehmensgruppe.

Anke Pipke

Weniger Gehalt, mehr Zeit und Sicherheit

NHW-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer will die Krise zur Mitarbeitergewinnung nutzen.

NHW-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer will die Krise zur Mitarbeitergewinnung nutzen.

Quelle: NHW, Urheber: Olaf Hermann

Karriere 04.06.2020
Während Arbeitgeber außer- und innerhalb der Immobilienwirtschaft in Corona-Zeiten mit Kurzarbeit, Entlassungen und Gehaltskürzungen von sich reden machen, wuchert die Unternehmensgruppe ... 

Während Arbeitgeber außer- und innerhalb der Immobilienwirtschaft in Corona-Zeiten mit Kurzarbeit, Entlassungen und Gehaltskürzungen von sich reden machen, wuchert die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte Wohnstadt (NHW) mit dem Pfund der Solidität. Wohl dem, der in diesen Tagen einen öffentlichen Eigentümer hat.

37-Stunden-Woche, bis zu 25% Telearbeit (auch schon vor Corona), ein sicherer Arbeitsplatz mit einem soliden Gehalt, soziale Verantwortung: In den renditegetriebenen Ecken der Immobilienbranche sind das vermutlich eher nicht die Dinge, die für Arbeitnehmer einen attraktiven Arbeitgeber ausmachen. In diesen Tagen könnte sich ein Arbeitgeber wie die landeseigene hessische Wohnungsgesellschaft für den einen oder anderen Immobilienprofi jedoch tatsächlich als sicherer Hafen auf dem Arbeitsmarkt entpuppen, wenn Projekte und Investments überdacht werden und die eine oder andere Stelle vielleicht dem Rotstift zum Opfer fällt.

Mitten in der Krise, quasi antizyklisch, verschickte die NHW eine Pressemitteilung mit der Überschrift: "Trotz Corona auf Wachstumskurs: NHW sucht Mitarbeitende". Untertitel: Die Wirtschaftsflaute führe in vielen Branchen zu Entlassungen, Hessens größtes Wohnungsunternehmen zeige sich jedoch "krisenfest". So in die Offensive gehen zurzeit nur wenige Arbeitgeber aus der Immobilienbranche. Grund genug für einen Anruf bei NHW-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer.

"Wir brauchen Kolleginnen und Kollegen, die mit uns unsere Bauprojekte verwirklichen. Schließlich haben wir zurzeit ca. 3.300 Wohneinheiten in der baulichen Umsetzung und Planung", berichtet Fontaine-Kretschmer. Mit rund 59.000 Mietwohnungen in 130 Städten und Gemeinden ist die NHW das größte in Hessen ansässige Wohnungsunternehmen und zählt sich selbst zu den zehn führenden deutschen Wohnungsvermietern. Durch Neubau, Verdichtung und Zukäufe will die NHW in den nächsten Jahren auf 75.000 Wohnungen wachsen. Zudem soll der Bestand bis 2050 klimaneutral sein.

Von nicht notwendigen Modernisierungs- und Reparaturmaßnahmen in den Wohnungen abgesehen, zieht die NHW alle vorgesehenen Baumaßnahmen Stand heute durch. Und das geht - demografische Entwicklung und Fachkräftemangel hin oder her - nicht ohne zusätzliches Personal. Die Krise kommt der NHW so gesehen zupass.

"Wir suchen händeringend Personal in ganz Hessen für verschiedenste Bereiche und mit unterschiedlichem Ausbildungshintergrund, zum Beispiel ArchitektInnen, BauingenieurInnen, ProjektmanagerInnen, StadtentwicklerInnen, Haus- und SiedlungsbetreuerInnen, aber auch SachbearbeiterInnen in der Debitorenbuchhaltung", zählt Susanne Hesse, Leiterin des Fachbereichs Personalbetreuung bei der NHW, auf. "Wenn Interessierte sich nicht sicher sind, ob sie das Anforderungsprofil komplett erfüllen, freuen wir uns auch über Initiativbewerbungen. Dann prüfen wir gerne, ob und wo sie oder er noch eingesetzt werden könnte."

Geschäftsführerin Fontaine-Kretschmer ergänzt: "Für Bauvorhaben mit 150 bis 300 Wohneinheiten brauchen wir schon erfahrene Mitarbeitende." Die NHW zieht aber auch selbst Nachwuchs groß: "Wir haben Stellen für Juniorprojektleiter neu aufgelegt." Schließlich sollen Nachwuchskräfte im Windschatten der alten Hasen langsam an der Projektgröße und der Verantwortung für Teilaspekte wachsen können, ehe sie in die Fußstapfen ihrer seniorigen Kollegen treten.

Einstiegsgehalt von rund 50.000 Euro für Juniorprojektleiter

Fontaine-Kretschmer räumt selbst ein, dass die NHW in puncto Vergütung nicht mit Immobilienunternehmen, bei denen die Rendite stärker im Vordergrund steht, mithalten kann. Denn eine Beteiligung am Projekterfolg - sprich Boni - gibt es nicht. Als Unternehmen im mehrheitlichen Besitz des Landes Hessen zahlt die Wohnungsgesellschaft ausschließlich nach Tarif. Zu verachten sind die Gehälter der Kollegen jedoch auch nicht. Juniorprojektleiter bzw. -projektsteuerer z.B. starten in aller Regel bei der NHW mit einem Jahresgehalt von rund 50.000 Euro. Wer sich der NHW anschließt, nehme dafür, wirbt Fontaine-Kretschmer, soziale Verantwortung in Gestalt von bezahlbaren Wohnungen wahr. "Zwischen 7 und 12,50 Euro/m² für geförderte und frei finanzierte Wohnungen, Neubauerstbezug in Frankfurt: Günstigeren Wohnraum mit Balkon bekommen Sie nicht! Wir bauen kostenoptimiert und setzen uns als Erstes ein Limit für die Miete."

Noch ein Pfund, mit dem Fontaine-Kretschmer wuchert: die Work-Life-Balance. Wer in eine Lebensphase kommt, in der er vielleicht nicht mehr durch die ganze Republik und ins Ausland reisen, sondern lieber mehr Zeit mit seinen Enkeln verbringen will, aber trotzdem Verantwortung für Projekte mit mehreren Hundert Wohnungen übernehmen will, auch der sei bei der NHW genau richtig. Zeit ist eben auch Geld.

Harald Thomeczek

Pantera baut Vorstand und Aufsichtsrat aus

Köpfe 21.04.2020
Nachdem der französische Immobilienentwickler und -dienstleister Nexity das Ruder bei pantera übernommen hat, mischt er nun auch personell in der Führung des Kölner Wohnentwicklers mit. ... 

Nachdem der französische Immobilienentwickler und -dienstleister Nexity das Ruder bei pantera übernommen hat, mischt er nun auch personell in der Führung des Kölner Wohnentwicklers mit. Pantera-Gründer Michael Ries sitzt dem auf fünf Personen erweiterten Vorstand vor. Auch der Aufsichtsrat wurde verstärkt.

Vorbei sind die Zeiten, da pantera-Gründer Michael Ries Alleinvorstand der Kölner AG war. Nach dem Abschied von Thomas Becker aus dem operativen Geschäft oblag ihm seit Mitte 2013 die alleinige Führungsrolle. Jetzt bekommt der 52-Jährige mit Uwe Auerbach, Horst Lehmann, Jil Caroline Gunsenheimer und Herbert Beck vier Mitstreiter an die Seite gestellt. Ries führt den Vorstand.

Uwe Auerbach (55) ist ein Mann der ersten pantera-Stunde. Er wechselte im Gründungsjahr des Kölner Unternehmens 2009 von Vivacon, wo auch Ries zuvor tätig war. Zuletzt Geschäftsführer von pantera Sales Services und von pantera Development, ist Auerbach nun zum Chief Investment Officer aufgestiegen. Er kümmert sich um die Immobilienakquise und -konzeption.

Horst Lehmann ist seit 2013 als Finanz- und Bilanz-Spezialist für pantera tätig. Es überrascht entsprechend kaum, dass er im Vorstand als Chief Financial Officer eingesetzt wird.

Gunsenheimer und Beck kommen von Nexity

Jil Caroline Gunsenheimer (37) deckt als Geschäftsführerin der Nexity Deutschland Holding zusammen mit Herbert Beck (57), seit 2005 an der Entwicklung von Gewerbeimmobilien für Nexity aktiv, den Part des Mehrheitseigners ab. Gunsenheimer übernimmt neben ihrer Arbeit für Nexity bei pantera die Rolle der Chief Development Officer und fokussiert sich auf die Unternehmensentwicklung und die Verbindung zu Nexity. Beck übernimmt bei pantera derweil die Verantwortung als Chief Operating Officer und ist somit für den Baubereich zuständig.

Ex-Aufsichtsratschef Horst Gräf berät jetzt den Vorstand

Im Aufsichtsrat von pantera bekommen die bisherigen Mitglieder Thomas Zacher (57), Rechtsanwalt und Steuerberater, und Francesco Fedele (56), Gründer und Vorstand der BF.direkt, Gesellschaft. Die beiden sind bereits mehrere Jahre im Gremium: Zacher seit der Gründung im Jahr 2009, Fedele seit 2014.

Den Vorsitz des Aufsichtsrats übernimmt Julien Carmona (49), stellvertretender CEO der Nexity-Gruppe und verantwortlich für die internationale Expansion. Er folgt damit auf Horst Gräf, der seit 2009 den Vorsitz innehatte. Gräf wird künftig als Berater des Vorstands tätig sein.

Ebenfalls von Nexity in den Aufsichtsrat entsandt wurden Eric Agnesa (60), verantwortlich für die Entwicklung von Konzernaktivitäten außerhalb Frankreichs, sowie Fabrice Aubert (36), der Nexity-Generalsekretär und juristischer Sekretär des Vorstands.

Das Ziel sind mehr Serviced Apartments

Im März hatte Nexity 65% des Aktienkapitals der pantera übernommen, die restlichen 35% verblieben bei Gründer Ries. "Ziel der Zusammenarbeit ist die bundesweite Expansion der pantera AG, vor allem im Bereich sogenannter Serviced Apartments", teilen die Kölner mit. Nexity gelte als Wohnimmobilienentwickler und Betreiber von Studentenwohnheimen und Seniorenresidenzen in Frankreich als marktführend.

Anke Pipke

"Wir bekommen weiter Baugenehmigungen"

Bonava-Chefin Sabine Helterhoff: "Morgen kann alles schon wieder anders sein."

Bonava-Chefin Sabine Helterhoff: "Morgen kann alles schon wieder anders sein."

Quelle: Bonava

Karriere 25.03.2020
Das Corona-Virus und seine Bekämpfung sind eine echte Prüfung für Unternehmenslenker. Sie können praktisch nur noch von einem Tag zum anderen denken - und müssen dennoch täglich ... 

Das Corona-Virus und seine Bekämpfung sind eine echte Prüfung für Unternehmenslenker. Sie können praktisch nur noch von einem Tag zum anderen denken - und müssen dennoch täglich weitreichende Entscheidungen treffen. So auch Sabine Helterhoff, Deutschlandchefin des Bauträgers Bonava, und Ralf-Jörg Kadenbach, Vorstandsvorsitzender des Projektentwicklers Europa-Center.

"Bei uns ist eine ganze Menge los", berichtet Helterhoff. Von den rund 800 Angestellten arbeiten jetzt etwa zwei Drittel mobil bzw. von zu Hause. Manche komplett, andere zur Hälfte usw. Für manche fängt der Arbeitstag jetzt schon um 5 Uhr an, für andere endet er erst um 21 Uhr. Schichtbetrieb abseits der Baustelle. Väter und Mütter müssen ihren Nachwuchs zwischendurch ja auch noch bespaßen, verköstigen und unterrichten.

"Unsere Baustellen laufen weiter"

Das Ziel ist klar: "Wir möchten gern unser Geschäft weiterführen", sagt Helterhoff. "Im Moment geht's für uns darum, unsere Planung aufrechtzuerhalten, Projekte zu planen und vorzubereiten", schildert Helterhoff - und dabei doch immer auf jede mögliche Zukunft schnell reagieren zu können. Denn "morgen kann alles schon wieder anders sein".

Reißende Lieferketten? Nachunternehmer, denen die ausländischen Bautrupps abhanden kommen? Im Großen und Ganzen Fehlanzeige, versichert Helterhoff. "Unsere Baustellen laufen weiter."

Auf Baustellen den Corona-Abstand einhalten? "Das kann man schon so organisieren." Den Weg zur Baustelle legen die Bauarbeiter auf Geheiß ihres Arbeitgebers jetzt aber nicht mehr zu viert im Auto zurück. Und sich gemeinsam umziehen oder die Pausen zusammen zu verbringen gehören auch erst mal der Vergangenheit an.

Was Helterhoff auch noch positiv stimmt: "Wir bekommen auch weiter Baugenehmigungen." Bauanträge schreiben und stellen, auch das geht, das Architektenheer von Bonava Deutschland ist weiter gut beschäftigt. Und Projekte können starten und mit Abstrichen weitergetrieben werden: Alles, wo man bei B-Planverfahren "die Öffentlichkeit einschalten muss, geht natürlich momentan nicht mehr".

"Es wird weiter beurkundet"

Und der Vertrieb? "Es wird weiter beurkundet, und Kunden übernehmen weiter ihre Immobilien", so Helterhoff. Der Kontakt zu den Kunden sei "gut vorhanden, aber anders als sonst". An den Besuchen auf der Website merkt Bonava allerdings schon, "dass die Menschen jetzt andere Probleme haben - aber einen Rieseneinbruch erleben wir nicht".

Zum Thema Recruiting sagt die Deutschlandchefin des schwedischen Wohnungsbaukonzerns: Bonava suche in Deutschland händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern. Suchprozesse seien nicht gestoppt - im Moment jedenfalls: "Wenn wir Auswirkungen sehen, müssen wir natürlich darüber nachdenken, welche Folgen das auf unsere Recruitingprozesse hat."

Europa-Center sieht keine Gefährdung des Geschäftsmodells

Auch der Vorstandschef von Europa-Center sieht keinen Grund, jetzt schon auf die Stopptaste zu drücken: "Wir stellen wie geplant ein. Da wir langfristig wachsen wollen, und keine Gefährdung unseres Geschäftsmodells sehen, werden wir unsere Neueinstellungen nicht zurückstellen", sagt Kadenbach. Aktuell laufen Besetzungsprozesse über Videokonferenzen. Aber: "Die finalen Entscheidungen treffen wir nur nach persönlichen Gesprächen", stellt Kadenbach klar.

Aktuell hat Europa-Center sieben Stellen ausgeschrieben. "Wir brauchen für die Fortführung unserer Projektentwicklungen vor allem dringend Architekten", präzisiert Kadenbach.

Den Zeitplan für das aktuelle Bürogroßprojekt in Frankfurt sieht der Vorstandsvorsitzende von Europa-Center zurzeit nicht in Gefahr. "Unsere Baustelle für das künftige Europa-Center Gateway Gardens in der Nähe des Frankfurter Flughafens läuft - Stand heute - ohne Verzögerungen oder Einschränkungen weiter", sagte Kadenbach der Immobilien Zeitung am 24. März. In der Frankfurter Nachbarstadt Eschborn hat das Hamburger Unternehmen außerdem zwei Grundstücke gekauft; das B-Planverfahren läuft. Und in Hamburg-Finkenwerder wird die Baugenehmigung für das Büroprojekt Europa-Center AirDock Richtung Sommer 2020 erwartet.

Homeoffice ist "über Nacht gelebte Praxis"

Europa-Center beschäftigt knapp 100 Menschen, vor allem am Hauptsitz im hohen Norden. An den Standorten sind Objektleiter, Haustechniker usw. vor Ort im Einsatz. Die Mitarbeiter arbeiten aktuell, soweit möglich, im Homeoffice. "Das läuft gut", konstatiert Kadenbach. Dabei war Homeoffice bzw. mobiles Arbeiten vorher "eher eine Ausnahme - und ist jetzt über Nacht gelebte Praxis bei uns geworden". Auch für Bonava ist der Wechsel zur Heimarbeit keine Selbstverständlichkeit: Im vergangenen Herbst erst startete das Unternehmen hierzulande eine Testphase - "die ist jetzt in den offenen Betrieb übergegangen", schmunzelt Helterhoff.

Harald Thomeczek

ECE und Dreso stellen Gros der Neueinstellungen zurück

Steffen Szeidl, Vorstandsmitglied von Drees & Sommer, will Neueinstellungen vorerst nur noch auf "strategisch relevanten" Positionen vornehmen.

Steffen Szeidl, Vorstandsmitglied von Drees & Sommer, will Neueinstellungen vorerst nur noch auf "strategisch relevanten" Positionen vornehmen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Karriere 23.03.2020
Die Wucht der Bekämpfung des Coronavirus trifft auch die Immobilienwirtschaft. Wie hart, weiß niemand. Weil sie nur noch auf Sicht navigieren können, haben sich mindestens zwei große ... 

Die Wucht der Bekämpfung des Coronavirus trifft auch die Immobilienwirtschaft. Wie hart, weiß niemand. Weil sie nur noch auf Sicht navigieren können, haben sich mindestens zwei große Unternehmen Zurückhaltung bei der Einstellung neuer Mitarbeiter auferlegt. Das ist ein erstes Ergebnis einer stichprobenhaften Blitzumfrage der Immobilien Zeitung unter namhaften Immobilienarbeitgebern.

"Gegenwärtig kümmern wir uns mit absoluter Priorität darum, dass alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter optimal ausgelastet sind. Einen großen Teil der geplanten Neueinstellungen haben wir daher auf einen späteren Zeitpunkt verschoben", sagt Steffen Szeidl aus dem Vorstand des Stuttgarter Beratungs- und Planungsunternehmens Drees & Sommer (Dreso).

Zur Zukunftssicherung gehört für ihn und seine Kollegen aus dem Management und Partnerkreis des Unternehmens aber auch, "strategisch relevante Positionen weiterhin zu besetzen". Dazu zählen, so Szeidl, "die Stellen, die unseren übergeordneten Unternehmenszielen dienen, Nachhaltigkeit und Digitalisierung in der Bau- und Immobilienbranche weiter zu verankern". Denn hier sieht Dreso eine langfristig steigende Nachfrage - und damit große Wachstumschancen. Das Unternehmen beschäftigt aktuell ca. 4.300 Menschen an weltweit mehr als 40 Standorten.

ECE stellt nur noch für Spezialpositionen ein

Stark und unmittelbar von der Coronakrise betroffen ist die ECE, deren größtes Standbein das Centermanagement ist. Viele Einzelhändler mussten in den letzten Tagen schließen; geöffnet bleiben dürfen nur Geschäfte, die der Grundversorgung dienen. "Unsere Center laufen aufgrund der aktuellen Beschränkungen für den Einzelhandel nur noch im Teilbetrieb, und das führt auch bei der ECE zu erheblichen Umsatzeinbußen", so ECE-Presssesprecher Lukas Nemela.

Zudem gebe es natürlich große Herausforderungen in der Projektentwicklung. "Wir haben daher in der aktuellen Situation die Neueinstellungen weitgehend heruntergefahren und stellen vorerst nur noch in Einzelfällen für bestimmte Spezialpositionen ein. "Mit der Finanzkraft der Eigentümerfamilie Otto im Rücken sieht sich die ECE mit rund 3.400 Mitarbeitern im In- und Ausland jedoch gut für die Krise gerüstet.

Auch so manches andere große Immobilienunternehmen soll sich, von der Wucht der Ereignisse rund um die Eindämmung des Coronavirus überrollt, in der vergangenen Woche einen regelrechten Rektrutierungsstopp verordnet haben, wie aus Marktkreisen verlautet. Zu groß sei die Unsicherheit der Auswirkungen der Krise z.B. auf die Investmentmärkte.

Consus und Pandion treten (noch) nicht auf die Bremse

Keine Zurückhaltung bei Neueinstellungen erlegen sich die beiden Projektentwickler Pandion aus Köln und Consus aus Berlin auf. Von einem Einstellungsstopp weiß Anette von Zitzewitz, Head of Corporate Communications des Wohnungsentwicklers Consus, nichts. "Im Gegenteil, wir haben Stellen ausgeschrieben und suchen Mitarbeiter, auch auf Projektleiterebene. Wir haben gegenüber unseren Kunden die Verpflichtung, unsere Projekte fertig zu bauen." Bei Consus inklusive der Töchter Consus Swiss Finance (früher SSN Group) und CG Gruppe arbeiten rund 800 Leute.

Neueinstellungen auf ein Minimum beschränken, neue Kollegen in der Probezeit auf den Prüfstand stellen, Kurzarbeit oder gar Entlassungen - die Palette denkbarer Reaktionen auf die Coronakrise an der Personalfront ist breit. Bei Pandion ist all das derzeit kein Thema: "Maßnahmen dieser Art sind bei Pandion weder getroffen noch geplant. Aus unserer Sicht ist es viel zu früh, derartige Entscheidungen jetzt zu treffen", erklärt Rahel Camps, Leiterin Unternehmenskommunikation des Kölner Unternehmens. Bei Pandion entwickeln, bauen und vertreiben rund 180 Kollegen Wohn- und Gewerbeobjekte.

Noch haben nicht alle Unternehmen auf die am Wochenende gestartete IZ-Blitzumfrage zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf Jobs in der deutschen Immobilienwirtschaft reagiert. U.a. stehen noch Antworten von Cushman & Wakefield, CBRE, Instone Real Estate oder Patrizia aus. Sie wollen uns wissen lassen, wie Sie sich auf der Personalseite für mögliche Folgen der Corona-Bekämpfung auf Ihr Geschäft wappnen? Eine Mail (thomeczek@iz.de) oder ein Anruf genügen (0611-97326-38).

Harald Thomeczek