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Makler und Verwalter lernen häppchenweise

Um die Weiterbildungspflicht zu erfüllen, nutzen viele Makler und Verwalter Online-Tools.

Um die Weiterbildungspflicht zu erfüllen, nutzen viele Makler und Verwalter Online-Tools.

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: fizkes

Karriere 23.09.2021
Weil im Berufsalltag nicht immer genug Zeit für die geforderten Fortbildungen bleibt, setzen viele Makler und Hausverwalter auf E-Learning-Tools. Sie ermöglichen es, die Pflichtstunden in ... 

Weil im Berufsalltag nicht immer genug Zeit für die geforderten Fortbildungen bleibt, setzen viele Makler und Hausverwalter auf E-Learning-Tools. Sie ermöglichen es, die Pflichtstunden in kleinen Portionen abzuarbeiten oder kurz vor Ablauf der Frist Versäumtes nachzuholen.

Inhalte müssen MaBV-konform sein

Seit August 2018 gilt für Makler und Verwalter eine Fortbildungspflicht. Konkret bedeutet das, dass in einem Zeitrum von drei Jahren 20 Stunden Weiterbildung absolviert werden müssen. Wer diese gegenüber den zuständigen Aufsichtsbehörden wie Gewerbe- oder Ordnungsamt nicht nachweisen kann, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro nach sich ziehen kann. Weil die Teilnahme an Präsenzveranstaltungen bei Weiterbildungszentren jedoch im Berufsalltag für viele schwer zu organisieren ist, kann die Pflicht auch in Form von betrieblichen Weiterbildungen oder einem begleitenden Selbststudium mit E-Learning-Tools erfüllt werden. Besonders letztere sind seit den Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie sehr beliebt geworden und schießen wie Pilze aus dem Boden. Doch wer sich einen Kurs anrechnen lassen will, muss darauf achten, dass die Inhalte der Online-Angebote den Vorgaben der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) entsprechen.

"Wenn im Dezember der Drei-Jahres-Zyklus ausläuft, wird es für manche schon mal knapp", berichtet Frank Rottenbacher, Vorstand der Akademie Going Public. Dass viele noch einzelne Stunden zum Nachweis gebraucht haben, liest er an den Nutzungsdaten das Online-Tools Webthek ab. "Das System ist nach dem Vorbild einer Bibliothek aufgebaut. Für einen festen Jahresbeitrag kann man orts- und zeitunabhängig unsere Angebote nutzen. Letztes Jahr hatten wir in der Woche nach Weihnachten ein Vielfaches an aktiven Nutzern - zum Teil auch in den Nachtstunden. Manchen fehlten nur kurze Zeiten, um die geforderten 20 Stunden voll zu bekommen", berichtet er. Deshalb bestehe die Webthek aus kurzen Lerneinheiten, die zum Teil nur einige Minuten dauern. "Der eigentliche Gedanke ist nicht, dass wir kurz vor der Frist Feuerwehr spielen, sondern dass Nutzer sich häppchenweise fortbilden oder bei Bedarf zielgenaue Lösungen für bestimmte Probleme oder Fragen finden", rät er zur regelmäßigen Nutzung in kleinen Portionen. Das System dokumentiert minutengenau das Selbststudium. Regelmäßige Zwischenfragen stellen sicher, dass der Nutzer das Programm nicht nur abspielt, sondern auch zuhört.

Ein ähnliches mobiles Tool bietet die Akademie des Europäischen Bildungszentrums der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft EBZ mit der App EBZ4U an. Das E-Learning-Tool für Makler und Verwalter wurde zusammen mit Trainern aus der Branche erstellt und soll ein erster Schritt in Richtung vollständiger Digitalisierung des Fortbildungsangebots sein. Auch die EBZ4U-App bietet häppchenweises Lernen an. Die Inhalte können einzeln abgerechnet oder als Pakete für Selbstständige oder Firmen gebucht werden. Von der mobilen Nutzung profitieren dabei nicht nur die Anwender. Ein Reporting-Tool hilft den Betreuern des Angebots im Hintergrund bei der genauen Analyse des User-Verhaltens. So sollen Themen, die besonders oft geklickt werden, inhaltlich erweitert und Einzelkurse mit einer hohen Abbruchrate überarbeitet werden.

Janina Stadel

Fabian Fröhlich erklärt im Netz die Immo-Welt

Influencer Fabian Fröhlich ist vor allem auf Youtube unterwegs.

Influencer Fabian Fröhlich ist vor allem auf Youtube unterwegs.

Quelle Porträt: GMFF GmbH, Urheber: Jan Weiss; Quelle Rahmen: stock- .adobe.com, Urheber: yan4ik; Montage: IZ

Karriere 29.08.2021
Über seine Social Media-Känale erreicht Fabian Fröhlich regelmäßig mehrere Tausend Follower. Er berichtet auf der Plattform Youtube von seinem eigenen Immobilienunternehmen und knüpft ... 

Über seine Social Media-Känale erreicht Fabian Fröhlich regelmäßig mehrere Tausend Follower. Er berichtet auf der Plattform Youtube von seinem eigenen Immobilienunternehmen und knüpft bei Instagram als Influencer Kontakte in die Branche.

Rundgänge auf Baustellen statt einer Roomtour, Finanzierungsbeispiele statt Shopping-Hauls (Videos auf denen Einkaufserfolge präsentiert werden) und Backstage-Führungen beim Darmstädter Immopreneur Kongress. Mit Filmen in klassischen Youtube-Formaten und seinen immobilienwirtschaftlichen Inhalten, erreicht Fabian Fröhlich regelmäßig bis zu 12.000 Nutzer der Plattform - fast 6000 haben Fröhlichs Kanal abonniert. Damit zählt der 29-Jährige zu den erfolgreichsten Immobilien-Youtubern in Deutschland.

Social Media als Schlüssel zum Branchennetzwerk

Sein Ziel war beim Start des Channels ein ganz anderes. "Youtube und auch Instagram sollten ein Schlüssel zu einem Netzwerk sein", erklärt Fröhlich. 2017 habe er begonnen, die Plattformen für sich zu nutzen, als er mit drei Geschäftspartnern ins Immobilienbusiness einsteigen wollte. Der Plan: Sie kaufen Häuser, sanieren sie und vermieten oder verkaufen die Wohnungen weiter. "Immobilien haben lange Bestand. Wenn man früh gut arbeitet, kann man irgendwann von den Mieteinnahmen leben", so Fröhlichs Vision.

Einen klassischen immobilienwirtschaftlichen Studiengang hat keiner aus der Vierergruppe absolviert. Trotzdem haben sie schon in insgesamt rund 50 Häuser in ihrer Heimatregion bei Heilbronn investiert. "Unsere Devise lautete von Anfang an: Learning by Doing. Den ein oder anderen Ankauf hätte ein studierter Immobilienökonom sicher nicht gemacht, oder länger gezögert. Aber im Immobiliengeschäft geht es um Schnelligkeit - und manchmal kommt es eben mehr auf handwerkliches Geschick an", sagt Fröhlich, der oft selbst mit anpackt, wenn ein Haus saniert wird.

Immobilien in Videos und Lifestyle auf Bildern

Wie viel Arbeit in den Sanierungen steckt, erklärt der Influencer in seinen Videos. "Vor allem bei Umbauten bekomme ich oft Anfragen aus der Community, wann es das Video vom fertigen Haus gibt." Auf seinem Instagram-Account kommen sogar Angebote für Objekte als Direktnachrichten rein und Neuinvestoren fragen ihn regelmäßig um Rat. "Bei Instagram hat Netzwerken - vor allem am Anfang - noch besser funktioniert als bei Youtube, obwohl der Kanal schon immer thematisch breiter aufgestellt war", fasst Fröhlich zusammen. Er erklärt sich das Phänomen so: "Instagram nutzen viele in ihrer Freizeit und im Privaten, auch die Leute, die in der Immobilienbranche arbeiten." Deshalb interessieren sich seine Follower auf der Foto-Plattform auch für Lifestyle-Themen wie Reisen, Sport oder Ernährung.

Auf Youtube hingegen konzentriert sich Fröhlich ganz auf den Immobiliencontent. "Viele Videos haben zeitlose Themen, oder werden von den Followern als Beispiele angesehen. Sie werden oft noch nach Jahren geklickt." Deshalb nehme er sich inzwischen mehr Zeit für die Konzeption der Beiträge. "Ich überlege genau, was ich zeigen will, welches Thema für meine Follower einen Mehrwert hat und welchen Gesprächspartner aus meinem Netzwerk ich in einem Beitrag interviewen könnte. Das nimmt manchmal einiges an Vorbereitungszeit in Anspruch." Zwischen den Veröffentlichungen liege deshalb nun mehr Zeit als am Anfang.

In der Zwischenzeit hat der Netzwerker mit seinen Partnern ein neues Projekt aus dem Boden gestampft: 7 Plus Club, eine Online-Plattform, die Käufer und Verkäufer von hochvolumigen Immobilienobjekten zusammenbringen soll.

Den Tipp, etwas Digitales zu machen, habe er aus seinem Netzwerk bekommen, das inzwischen breit aufgestellt sei. Mit Youtube und Instagram will er aber noch lange nicht Schluss machen. Durch die extreme Reichweite wird er inzwischen für manche Posts sogar bezahlt. Auf seinem 117.000 Follower starken Instagramkanal, gibt es daher manchmal auch Werbung für Trockenrasierer, Fitnesstracker oder Parfüm. "Das war so nicht geplant, nehme ich aber gerne mit", gibt Fröhlich zu.

Janina Stadel