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Gehälter von Immovorständen steigen schneller

Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes war 2015 der bestbezahlte Immobilienvorstand im MDax.

Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes war 2015 der bestbezahlte Immobilienvorstand im MDax.

Bild: tja

Karriere 09.06.2016
Die Vorstandsgehälter der Immobilien- und Bauunternehmen im MDax sind 2015 stärker gestiegen als die Bezüge eines durchschnittlichen MDax-Vorstands. Darin spiegelt sich die deutlich ... 

Die Vorstandsgehälter der Immobilien- und Bauunternehmen im MDax sind 2015 stärker gestiegen als die Bezüge eines durchschnittlichen MDax-Vorstands. Darin spiegelt sich die deutlich bessere Gewinnentwicklung der meisten Branchenvertreter.

Dies ist einer Analyse der Personalberatung Kienbaum zu entnehmen. Für die Studie wurden die jährliche Grundvergütung und die variablen Vergütungsbestandteile, also die kurzfristige variable Vergütung, die ausgezahlte langfristige nicht-aktienbasierte Komponente und der zugeteilte aktienbasierte Bestandteil, berücksichtigt. Ein Vorstandsvorsitzender eines MDax-Unternehmens hat Kienbaum zufolge 2015 eine Gesamtvergütung von durchschnittlich 2,7 Mio. Euro erhalten, gut 10% mehr als im Jahr 2014. Die anderen Vorstandsmitglieder verdienten praktisch so viel wie 2014 (+1%), nämlich im Schnitt 1,4 Mio. Euro.

Im Vergleich damit haben die Vorstandsgehälter in den Immobilien- und Bauunternehmen, bei denen ein Vergleich mit dem Jahr 2014 möglich ist, 2015 im Schnitt deutlich stärker zugelegt. Sie liegen jedoch nicht über bzw. noch unter dem jeweiligen Gesamtniveau.

Was die Gehälter der Vorstandsvorsitzenden angeht, ist nur bei dreien der acht Unternehmen aus der Immobilienbranche ein Vergütungsvergleich mit dem Vorjahr möglich: Hochtief, Deutsche Wohnen und LEG Immobilien. Marcelino Fernández Verdes, Michael Zahn und Thomas Hegel haben bei der Gesamtdirektvergütung 2015 im mathematischen Durchschnitt um 21% auf rund 2,65 Mio. Euro zugelegt, also fast doppelt so stark wie ein MDax-Vorstandschef im Schnitt. Damit liegt dieses Trio jedoch knapp unter dem durchschnittlichen Salär eines MDax-Vorstandsvorsitzenden von 2,7 Mio. Euro.

Die höchste Steigerung verbucht hat Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn mit einem Plus von 30% auf 2,7 Mio. Euro. Thomas Hegel von LEG Immobilien kann sich über ein Gehaltsplus von 25% auf 810.000 Euro freuen. Dieser Anstieg relativiert sich jedoch, wenn man berücksichtigt, dass es 2013 bei LEG eine Systemänderung bei der Vorstandsvergütung gab: Damals wurden neue Pläne für die nicht-aktienbasierte mehrjährige Vergütung vereinbart. Diese Komponente wird zwar jährlich ausgezahlt, die erste Auszahlung war aber erst 2015 möglich, 2014 war noch keine Auszahlung vorgesehen.

Ohne diesen "Sondereffekt" wäre Hegels Gehalt im vergangenen Jahr nur um 9% gestiegen. Bei Hegels beiden Vorstandskollegen schrumpft der durchschnittliche Gehaltsanstieg so gesehen ähnlich stark von 25% auf 11%. Der LEG-Chef liegt im MDax-Ranking auf dem vorletzten Platz (38) - trotz des 25%igen Gehaltsplus. Nur die beiden Co-Chefs der pbb bekamen weniger. Sie erhalten erst ab 2016, nach der Re-Privatisierung der Bank, zusätzlich zum Festgehalt eine variable Vergütung.

Fernández Verdes von Hochtief hat 2015 weniger stark als die beiden Vertreter der Wohnungswirtschaft zugelegt (16%), war aber mit 4,43 Mio. Euro der mit Abstand bestbezahlte Immobilienchef - nicht nur im MDax: Der Hochtief-Chef hat es damit nämlich nicht nur auf Rang fünf im Index-Ranking geschafft, er hat auch den einzigen Immobilien-Vorstandschef im Dax 30, Rolf Buch von Vonovia, deutlich überflügelt. Buch strich im vergangenen Jahr 2,86 Mio. Euro ein (2014: 2,57 Mio. Euro). An den Spitzenverdiener im MDax, den inzwischen ausgeschiedenen Chef des Werkzeugmaschinenherstellers DMG Mori, Rüdiger Kapitza, reichen weder der spanische Hochtief-Boss noch Buch heran: Kapitzas Gesamtvergütung notierte 2015 bei 9 Mio. Euro.

Nackte Zahlen sind oft erklärungsbedürftig: Bei der Deutschen Euroshop ergibt sich die 60%ige Gehaltssteigerung beim einzigen Vorstandsmitglied Olaf Borkers aus der Tatsache, dass der nicht-aktienbasierte langfristige Vergütungsplan nur alle fünf Jahre zur Auszahlung kommt - zuletzt 2015. Ohne diese Komponente wäre der Anstieg mit 5% überschaubar ausgefallen. Bei Bilfinger wurde 2015 ein neues Vergütungssystem eingeführt, und im Vorstand blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Und bei TAG gab es 2015 eine Auszahlung aus dem mehrperiodischen nicht-aktienbasierten Plan, 2014 nicht.

Das dicke Gehaltsplus von 45% bei den ordentlichen Vorstandsmitgliedern der Deutsche Wohnen relativiert sich, wenn man die 1,65 Mio. Euro hohe Abfindung außen vor lässt, die Andreas Segal zum Abschied Ende 2015 erhalten hat. Die Bezüge von Lars Wittan, neben Zahn aktuell das einzige Vorstandsmitglied bei Deutsche Wohnen, sind 2015 um 27% gestiegen.

Lässt man all dies unberücksichtigt, haben die Gesamtbezüge der normalen Immobilienvorstände im MDax um 21% zugelegt, während ein durchschnittlicher MDax-Vorstand im vergangenen Jahr kaum mehr verdiente als 2014. Mit knapp 1,13 Mio. Euro lagen die Immobilienvorstände aber noch deutlich unter dem MDax-Durchschnitt von 1,37 Mio. Euro.

Das höhere Gehaltsplus bei den Immobilienchefs steht im Zusammenhang mit der besseren Gewinnentwicklung der Immobilienunternehmen: Während der durchschnittliche Gewinn eines MDax-Unternehmen nach Analyse von Kienbaum 2015 bei 264,3 Mio. Euro lag und damit stagnierte (2014: 265,3 Mio. Euro), legte er bei den acht ausgewählten Unternehmen aus der Immobilienbranche um 21% auf 291,2 Mio. Euro zu (2014: 240,7 Mio. Euro).

So hat sich das Konzernergebnis von TAG auf 147,3 Mio. Euro verfünffacht, Deutsche Wohnen hat mit 1,2 Mrd. Euro einen um 36% höheren Konzerngewinn als 2014 geschrieben, und LEG Immobilien hat den Jahresüberschuss um 39% auf 217,7 Mio. Euro gesteigert. Bei der Deutschen Euroshop steht ein Plus von 74% auf 309,3 Mio. Euro zu Buche, und die Aareal Bank hat ein Konzernergebnis von 374 Mio. Euro eingefahren (+12%). Nur die beiden Baukonzerne, vor allem Bilfinger, ziehen den Schnitt in puncto Gewinnentwicklung nach unten.

Harald Thomeczek

Fiktive Währung für Flüchtlinge

"Best Startup Next" (v.l.n.r.): Georgina Miles, Margaret Stivers, Clara Álvarez-Cascos, Sarah Cobbe und Noemie Jeannin.

"Best Startup Next" (v.l.n.r.): Georgina Miles, Margaret Stivers, Clara Álvarez-Cascos, Sarah Cobbe und Noemie Jeannin.

Bild: Fotostudio Heyer

Karriere 09.06.2016
Ein Wohnkonzept mit Punkteanreizsystem zur Integration von Flüchtlingen und eine digitale Plattform zur Untervermietung von Wohnraum an Studenten: Das sind die beiden Gewinnerideen des ... 

Ein Wohnkonzept mit Punkteanreizsystem zur Integration von Flüchtlingen und eine digitale Plattform zur Untervermietung von Wohnraum an Studenten: Das sind die beiden Gewinnerideen des Real I.S. Innovation Award 2016.

Die Idee der fünf Studierenden Clara Álvarez-Cascos, Sarah Cobbe, Noemie Jeannin, Georgina Miles und Margaret Stivers: das Zusammenleben von Flüchtlingen und deren Integration in die Gesellschaft durch ein Punkte-Bonus-System zu steuern. Bestimmte Aktivitäten bzw. die Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben inner- und außerhalb der Wohn-Gemeinschaft sowie der verantwortliche Umgang mit dem Gebäude, in dem die Flüchtlinge leben, werden mit einer fiktiven Währung belohnt. Die erarbeiteten Punkte können sie gegen andere Leistungen eintauschen. So sollen die Flüchtlinge einen Anreiz erhalten, Tag für Tag einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen, auch wenn sie keine Arbeitserlaubnis haben. Langeweile, Perspektivlosigkeit, Vandalismus und Kriminalität soll der Nährboden entzogen werden.

Dafür gab es den mit 1.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie "Best Startup Next". Ebenfalls 1.000 Euro strich die Gruppe um Drew Davis, Hunter Hite, Akshay Patel, Nick Burk und Gordon Wang in der Kategorie "Best Startup Now" ein. Ihr Konzept: eine digitale Plattform zur - für den Vermieter - gebührenpflichtigen Untervermietung von Wohnungen an Studierende im Praktikum oder Auslandssemester. Die synchronisierte App- und Web-Plattform ermöglicht eine virtuelle Besichtigung via 360-Grad-Panorama-Plug-in, ein integriertes Online-Bezahlsystem und ein standardisiertes oder auf Wunsch individualisiertes Vertragswerk.

Insgesamt warben acht Studentengruppen im Rahmen des Kurses Real Estate Innovation & Entrepreneurship am Real Estate Management Institute der EBS Universität für Wirtschaft und Recht um die Gunst der Award-Jury. Real I.S. und EBS hatten den Preis gemeinsam ausgelobt.

Harald Thomeczek

WCM aktualisiert Prognose

Karriere 02.05.2016
Die WCM hat ihre Prognose für 2016 aktualisiert. Wie die Gewerbeimmobilien-AG im Rahmen der Bekanntgabe der testierten Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 mitteilt, rechnet sie in diesem Jahr mit ... 

Die WCM hat ihre Prognose für 2016 aktualisiert. Wie die Gewerbeimmobilien-AG im Rahmen der Bekanntgabe der testierten Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 mitteilt, rechnet sie in diesem Jahr mit einem operativen Ergebnis (Funds from Operations/FFO I) von 18 Mio. bis 21 Mio. Euro.

Im November 2015, bei der Bekanntgabe der Zahlen für die ersten drei Quartale 2015, hatte die WCM noch auf Grundlage des damals vertraglich gesicherten Portfolios einen FFO I von rund 20,2 Mio. Euro für 2016 prognostiziert. In der aktuellen FFO-Prognose sind die Zu- und Verkäufe berücksichtigt, die im laufenden Jahr stattgefunden haben: So hat sich die Gesellschaft seit Jahresbeginn drei Einzelhandelsimmobilien für insgesamt knapp 48 Mio. Euro gesichert bzw. erworben und sich von drei Objekten für insgesamt 7,9 Mio. Euro getrennt.

Zukäufe schlagen erst 2016 voll zu Buche

7,9 Mio. Euro - so hoch ist auch der FFO I, den die WCM im vergangenen Jahr erreicht hat. Die für 2016 erwartete beträchtliche Steigerung erklärt sich daraus, dass die Gesellschaft im Laufe 2015 kräftig eingekauft hat und diese Zukäufe erst in diesem Jahr voll zu Buche schlagen. So belaufen sich die annualisierten Mieterträge aus den Transaktionen des vergangenen Jahres auf 31,5 Mio. Euro. Im Vorjahr addierten sich die Mieterlöse auf 10,4 Mio. Euro.

Die WCM will ihren Immobilienbestand weiter ausbauen: "Gemessen am Bruttovermögenswert (Gross Asset Value) der bestehenden Immobilien wird das Portfolio voraussichtlich um mindestens 20% wachsen. Je nach Attraktivität potenzieller Investments kann hiervon deutlich abgewichen werden", heißt es dazu im Prognosekapitel des jüngsten Geschäftsberichts. In puncto Nettovermögenswert wird "angestrebt, einen NAV (Net Asset Value) von 246 Mio. Euro oder mehr zum Ende des Jahres zu bilanzieren", steht dort ebenfalls zu lesen. Per Ende 2015 stand ein EPRA NAV von 290,6 Mio. Euro zu Buche.

Unter dem Posten "Zum Verkauf gehaltene Immobilien" finden sich im aktuellen Geschäftsbericht Assets im Wert von knapp 4,2 Mio. Euro: Dabei handelt es sich um Büroimmobilien in Dresden und Frankfurt am Main, "die innerhalb erworbener Portfolien als zur Veräußerung gehalten eingestuft wurden". Der Wert des gesamten WCM-Immobilienportfolios lag Ende 2015 bei 505,7 Mio. Euro.

Die bereits in der vergangenen Woche publizierten vorläufigen Geschäftszahlen für 2015 hat die WCM mit der Veröffentlichung der testierten Zahlen bestätigt.

Harald Thomeczek