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Mehr Frauen, mehr Erfolg

Die Mischung macht's - auch bei den Geschlechtern.

Die Mischung macht's - auch bei den Geschlechtern.

Bild: iStockphoto/zest_marina

Karriere 28.04.2016
Ein ausgeglichener Anteil von Frauen und Männern in Führungspositionen wirkt sich langfristig erfolgsfördernd aus. Das sagen 83% von 43 Immobilienfirmen, die sich an einer Umfrage des ... 

Ein ausgeglichener Anteil von Frauen und Männern in Führungspositionen wirkt sich langfristig erfolgsfördernd aus. Das sagen 83% von 43 Immobilienfirmen, die sich an einer Umfrage des Zentralen Immobilien Ausschusses ZIA zu Frauen in der Immobilienwirtschaft beteiligt haben. Das eine oder andere Haus ist schon auf einem guten Weg in Richtung Gender Diversity.

Satte 86% setzen sich nach eigenem Bekunden bereits dafür ein, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Aber: Nur jedes dritte Unternehmen hat dies auch als ein Unternehmensziel definiert, und einen verbindlichen Plan zur Umsetzung dieses Vorhabens haben lediglich 19%.

"Diversity im Allgemeinen trägt zu einem kreativeren Denken auf Führungsebenen bei", sagt Bärbel Schomberg aus dem Vorstand des Branchenverbands ZIA. Luft nach oben gibt es allemal: Der Frauenanteil auf den ersten beiden Führungsebenen der Firmen, die den Fragebogen ausfüllten, liegt bei 14,5% bzw. 16,1%, auf der Ebene darunter sind 27,6% der Führungskräfte Frauen. Erst auf Führungsebene vier kann man von einer Ausgeglichenheit der Frauen- (44%) und Männeranteile sprechen. Diese Zahlen wirken vor dem Hintergrund höherer Frauenanteile bei Neueinstellungen gering: So sind 34% der von den Umfrageteilnehmern rekrutierten Senior Professionals und 37% der Hochschulabsolventen weiblichen Geschlechts.

Der ZIA befragte 313 Verbandsmitglieder bzw. Mitglieder des Vereins Initiative Corporate Governance der deutschen Immobilienwirtschaft. Die 43 abgeschlossenen Fragebögen entsprechen einer Rücklaufquote von 14%.

Gut, die Geschichte der Frau in der Immobilienwirtschaft ist so lang noch nicht, viele künftige Leaderinnen wachsen erst noch in Führungsrollen hinein. Viele gehen jedoch auf dem Weg nach oben auch verloren. "Junge Frauen mit guter Qualifikation zu finden, ist kein Problem. Schwieriger ist es, sie längerfristig im Unternehmen zu halten. Nach dem ersten Kind steigen viele aus, vor allem im Development bzw. im Baubereich", sagt Nora Steiner, Head of Human Resources von CA Immo. Natürlich erfordere es eine sehr gute Organisation, wenn beide Partner arbeiten wollen. Doch "wir als Firmen müssen auch das nötige Umfeld schaffen, damit Kinder kein Hinderungsgrund mehr sind", fordert Steiner.

In der Projektentwicklung haben es Frauen besonders schwer, mit Kindern am Ball zu bleiben. Denn Projektleiter kommen viel herum, haben den Ort ihres Schaffens häufig weit weg von ihrem Lebensmittelpunkt, müssen flexibel reagieren können und zur Not auch viele Überstunden schieben. Das macht sich bei Stellenausschreibungen bemerkbar: "Bei Junior-Developern halten sich Bewerbungen von Frauen und Männern in etwa die Waage. Für Senior-Positionen überwiegen Bewerbungen von Männern, geschätzt liegt das Verhältnis dort bei 70 zu 30", berichtet Steiner.

Ein mögliches Lösungsmodell, das der österreichische Immobilienkonzern demnächst erstmals im Ernstfall testen wird, ist es, die Verantwortung bei großen Projektentwicklungen auf mehrere Schultern zu verteilen, z.B. in Form einer Doppelspitze. Dann kann bei Elternzeiten auch mitten in einer Projektentwicklung flexibler reagiert werden: Entscheidet sich eine Projektleiterin (oder ein Projektleiter) für eine Babypause, kann ein Kollege bzw. eine Kollegin übernehmen. Durch die Aufteilung auf eine(n) kaufmännische(n) und eine(n) technische(n) Leiter(in) soll es auch leichter möglich werden, als Projektleiter bzw. -leiterin in Teilzeit zu arbeiten.

Der Aufwand für Teilzeitarbeit in der Projektentwicklung ist hoch. Eine Projektleiterin der ECE, die Kinder hat, handhabt ihre Arbeitszeit flexibel: Fordert ein Projekt ihre volle Aufmerksamkeit, verbringt sie mehr Zeit auf der Baustelle. Läuft es in ruhigeren Bahnen, kann sie anschließend kürzer treten. Doch "das erfordert ein hohes Maß an Disziplin und an Abstimmung" mit Kollegen und Dienstleistern, so Ulrike Menzel, Diversity Managerin von ECE.

Ob ein verbindlicher Plan für mehr Führungsfrauen nötig ist? "Nur, wenn niemand im Vorstand oder der Geschäftsführung Frauenförderung zu seiner Herzensangelegenheit erklärt bzw. wenn die Personalabteilung im Recruiting nicht von selbst darauf achtet, dass immer ein gewisser Anteil Frauen in der Endauswahl steht", findet Steiner. Auch bei ECE "achten wir darauf, immer beide Geschlechter bis zur Endauswahl dabei zu haben", sagt Menzel. Und "wenn sich zwei gleich qualifizierte Kandidaten um eine Stelle bewerben, versuchen wir in der Regel, die Frau zum Zug kommen zu lassen", berichtet Menzel.

ECE hat sich 2011 Ziele für mehr weibliche Führungskräfte gesetzt: Im Top-Management und auf Direktoren-Ebene liegt die für 2017 gesteckte Zielmarke bei jeweils 25%. Auf der Chefetage ist dieses Ziel längst erreicht, und auch auf der Führungsebene darunter hat sich der Frauenanteil zwischen 2013 und 2015 auf 29% mehr als verdoppelt. Auf der nächsten Führungsetage ging es auch nach oben (von 10% auf 15%), hier ist jedoch noch ein Stück Weg zu gehen.

Die CA Immo setzt sich keine festen Ziele für Frauenanteile auf den verschiedenen Hierarchieebenen: "Bei unserem jungen Team müssten wir schon jungen Männer kündigen, um den Frauenanteil schnell zu steigern. Das wollen wir nicht", argumentiert Steiner.

"Letztlich braucht es immer den ausdrücklichen Willen der Unternehmensleitung, um den notwendigen Druck auf das Thema Diversity zu erzeugen", sagt Menzel von ECE. "Führungskräfte werden auch pekuniär danach bewertet, ob sie in ihren Teams für eine größere Vielfalt sorgen, oder müssen es zumindest der Unternehmensleitung erläutern", wenn es mit der Durchmischung nicht so klappt.

In den vergangenen fünf Jahren habe die ECE die Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Freizeit grundlegend verändert: "War die Akzeptanz z.B. für Homeoffice in der Vergangenheit bei uns eher gering, so ist diese stetig gestiegen", sagt Menzel. In Deutschland nutzen derzeit 169 von rund 2.500 Mitarbeitern das Angebot zur Heimarbeit, "nicht gerechnet diejenigen, die von der Möglichkeit des mobilen Arbeitens Gebrauch machen". Zudem arbeitet rund ein Fünftel der Belegschaft aktuell in Teilzeit, darunter auch Führungskräfte. Laut ZIA-Umfrage greift nur eines von 43 Unternehmen auf Job-Sharing für Führungskräfte als ein Mittel zurück, um den Anteil weiblicher Führungskräfte zu steigern.

Harald Thomeczek

Michael Vogt

Diese private Aufnahme zeigt Michael Vogt an den Hamburger Landungsbrücken.

Diese private Aufnahme zeigt Michael Vogt an den Hamburger Landungsbrücken.

Bild: Privat

Karriere 28.04.2016
In seinem ersten Job war Michael Vogt Assistent der Geschäftsleitung der Lotto-Gesellschaft Hessen. Anno 1993 wechselte der studierte Volljurist als Referent für Recht und Steuern zum ... 

In seinem ersten Job war Michael Vogt Assistent der Geschäftsleitung der Lotto-Gesellschaft Hessen. Anno 1993 wechselte der studierte Volljurist als Referent für Recht und Steuern zum Fondsverband BVI, 1998 übernahm er die Bereichsleitung für u.a. neue Produkte der BfG Immobilien Investmentgesellschaft. Im Jahr 2002 wurde Vogt Geschäftsführer der LB Immo Invest, ab 2007 baute er als Sprecher der Geschäftsführung die Patrizia Immobilien KAG, heute Patrizia Wohninvest KAG, auf. Seit 2012 führt der 54-Jährige die Geschäfte des Fondsanbieters mondial. Vogt ist verheiratet und hat zwei Kinder (14 und 17 Jahre). Fit hält der gebürtige Wiesbadener sich bei Blau-Weiß Buchholz in der Nordheide (Niedersachsen).

IZ: Wo wohnen Sie zur Zeit?

Michael Vogt: Im Eigentum.

IZ: Bitte beschreiben Sie Ihre Immobilie mit ein paar Worten.

Vogt: Ruhige Lage auf dem Land mit Platz für Familie und Freunde.

IZ: Wo ist Ihr Lieblingsplatz im Haus?

Vogt: Im Wintergarten; bei Eis und Schnee gefühlt im Freien zu sitzen.

IZ: Haben Sie bei dieser Immobilie oder einer anderen schon selbst Hand angelegt?

Vogt: Ja, ich habe beim Bau meines Hauses praktisch alles mitgemacht: Schlitze geklopft, Rohre verlegt, Leitungen gelegt.

IZ: Was muss das perfekte Haus für Sie unbedingt haben?

Vogt: Eine große Küche.

IZ: Wo möchten Sie gern im Alter wohnen?

Vogt: In der Stadt.

IZ: Wie haben Sie den Weg in die Immobilienbranche gefunden?

Vogt: Über einen Alumni-Kontakt in den Rechts- und Immobilienausschuss des BVI.

IZ: Was braucht man, um es in Ihrem Job zu etwas zu bringen?

Vogt: Eine schnelle Auffassungsgabe und ein gutes Team.

IZ: Was stört Sie in der Immobilienbranche am meisten?

Vogt: Die reine Nachweismakelei ohne Auftrag.

IZ: Und was finden Sie dort besonders gut?

Vogt: Industriearchitektur, z.B. in der Hamburger Speicherstadt.

IZ: Was wären Sie heute gerne wenn nicht Immobilienprofi?

Vogt: Landwirt und Pferdezüchter.

IZ: Haben Sie eine Lieblingsimmobilie?

Vogt: Den Kölner Dom.

IZ: Und welches Gebäude in Deutschland würden Sie gerne abreißen?

Vogt: Innerstädtische Autobahnbrücken.

IZ: Was bringt Sie privat auf die Palme? Und was beruflich?

Vogt: Privat: Unzuverlässigkeit. Beruflich: Unzuverlässigkeit.

IZ: Wo oder wie können Sie sich besonders gut entspannen oder abschalten?

Vogt: Bei einem guten Buch.

IZ: Nennen Sie bitte einen Ihrer Lieblingssongs.

Vogt: Bohemian Rhapsody von Queen.

IZ: Wenn Sie an Ihren letzten Urlaub denken, denken Sie an ...

Vogt: Sonne.

IZ: Welche kürzlich besuchte Veranstaltung hat Ihnen besonders gut gefallen?

Vogt: Ein Kabarett im Alten Bahnhof in Gödenstorf in der Lüneburger Heide.

IZ: In welcher Location kann man Sie häufiger antreffen?

Vogt: Das ist Privatsache.

IZ: Mit welcher noch lebenden Persönlichkeit würden Sie gern mal einen Abend verbringen?

Vogt: Jorge Mario Bergoglio.

IZ: Verraten Sie uns auch noch Ihre Lieblingsspeise?

Vogt: Crème brûlée.

IZ: Mit wem würden Sie gerne mal einen Tag lang tauschen?

Vogt: Mit niemandem.

IZ: Sie können 100.000 Euro komplett frei ausgeben: Welchen Traum erfüllen Sie sich?

Vogt: Ein Kinderhospiz zu unterstützen.

IZ

Patrizia: Matthias Moser geht, ein CIO kommt

Köpfe 14.04.2016
Matthias Moser, seit 2011 Leiter Alternative Investments bei Patrizia Immobilien, ist von seinen Aufgaben freigestellt worden. Das Unternehmen bestätigte gegenüber der Immobilien Zeitung, dass ... 

Matthias Moser, seit 2011 Leiter Alternative Investments bei Patrizia Immobilien, ist von seinen Aufgaben freigestellt worden. Das Unternehmen bestätigte gegenüber der Immobilien Zeitung, dass Moser zum 8. April 2016 aus der Geschäftsführung der Patrizia Alternative Investments ausgeschieden ist.

"Die Zusammenarbeit mit Herrn Moser wurde in dieser Funktion aufgrund von unterschiedlichen Auffassungen über die Zusammenarbeit und die zukünftige strategische Ausrichtung des Geschäftsbereich beendet", lautet die Begründung. Die Zusammenarbeit der letzten Jahre sei jedoch "äußerst erfolgreich" gelaufen. Mosers Vertrag läuft noch bis Ende 2018. Seit seinem Antritt bei Patrizia im Jahr 2011 hat er für den Konzern zahlreiche Großdeals eingefädelt, z.B. die Übernahme der LBBW-Immobilien oder den Kauf des Harald-Portfolios.

Als sein Nachfolger wurde Oliver Kolle bestellt, bislang Leiter Alternative Asset Management. Der Geschäftszweig Patrizia Alternative Investments sollen künftig weiter ausgebaut werden, heißt es zudem, und zwar "durch strukturiertes Deal-Sourcing und durch eine weitere Verstärkung der europäischen Aktivitäten". Außerdem wird der Patrizia-Konzernvorstand um einen Chief Investment Officer verstärkt, der den Alternative-Bereich gemeinsam mit Kolle führen soll.

Monika Leykam

Nachtrag zum Verkauf des Siemens-Hochhaus

Karriere 14.04.2016
Im Artikel "Bindung durch Bildung" (IZ 14/16, Seite 10) konnte der Eindruck entstehen, die dort vorgestellte Masterarbeit, eingereicht im Januar 2015, habe bei dem im September 2015 verkündeten ... 

Im Artikel "Bindung durch Bildung" (IZ 14/16, Seite 10) konnte der Eindruck entstehen, die dort vorgestellte Masterarbeit, eingereicht im Januar 2015, habe bei dem im September 2015 verkündeten Verkauf des Siemens-Hochhauses, München, von Hubert Haupt Immobilien an Isaria Wohnbau eine Rolle gespielt. Autor Norman Romeike zieht darin den Schluss, dass das Gebäude "für eine Umwidmung in einen klassischen Geschosswohnungsbau nicht infrage kommt". Die Isaria Wohnbau teilt hierzu mit: "Es war niemals geplant, dass der Projektentwickler Hubert Haupt Immobilien und unsere Firma, die Isaria Wohnbau AG, bei dem Projekt bis zur Realisierung und Fertigstellung gemeinsam zusammenarbeiten würden. Die Struktur sah von vornherein so aus, dass eine Projektgesellschaft der Isaria das Grundstück erwirbt, die Isaria eine Anzahlung auf den Kaufpreis leistet, beide Parteien sich gemeinsam um eine Baurechtsschaffung für Wohnen bemühen und nach Zahlung der letzten Kaufpreisrate die Projektgesellschaft der Isaria selbst das Projekt realisiert (die endgültige Baugenehmigung erlangt und das Projekt fertigstellt). Daher hatte schon mit Kaufvertrag vom 21. Juli 2011 eine Projektgesellschaft der Isaria das Objekt von einer Projektgesellschaft der Hubert Haupt Immobilien erworben."

Harald Thomeczek

Ex-Boss von Rewe bei Signa im Gespräch

Dieter Berninghaus (r.) mit Migros-Chef Dieter Bolliger und Depot-Geschäftsführer Hans-Dieter Christ (Mitte).

Dieter Berninghaus (r.) mit Migros-Chef Dieter Bolliger und Depot-Geschäftsführer Hans-Dieter Christ (Mitte).

Bild: Ute Schmidt/bildfolio

Köpfe 07.04.2016
René Benko scheint es mit dem Handel ernst zu meinen. Seine Signa-Gruppe holt angeblich Dieter Berninghaus, einen Top-Manager der Schweizer Migros-Gruppe. Der gebürtige Deutsche ... 

René Benko scheint es mit dem Handel ernst zu meinen. Seine Signa-Gruppe holt angeblich Dieter Berninghaus, einen Top-Manager der Schweizer Migros-Gruppe. Der gebürtige Deutsche Berninghaus stand auch einmal fünf Monate lang an der Spitze des Rewe-Konzerns.

Ich hatte immer die Gabe, die besten Leute für mich zu begeistern." So hat Signa-Gründer René Benko einmal das Geheimnis seines Erfolgs erklärt.

Demnächst verstärkt sich seine Firma offenbar mit einem prominenten Manager aus dem deutschen und schweizerischen Einzelhandel. Wie das Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz berichtet, wechselt Dieter Berninghaus, derzeit noch Mitglied der Generaldirektion des Migros Genossenschaftsbundes, zu Signa. Dem Blatt zufolge soll Berninghaus Benko an der Spitze des Signa-Beirats nachfolgen. Dieses 13-köpfige Gremium, besetzt u.a. mit Signa-Investoren, thront über den operativen Gesellschaften der Gruppe. Ein Dementi gibt es weder von Berninghaus noch von Signa. Ein Signa-Sprecher erklärte auf Anfrage: "Wir kommentieren keine Gerüchte."

Signa hat unlängst gegenüber der Immobilien Zeitung angekündigt, dass die Handelssparte des Unternehmens in einigen Jahren für zehn Milliarden Euro Umsatz stehen solle (siehe "Signa hat große Pläne und sucht einen Immobilienvorstand", www.iz.de, 29. Februar 2016). Derzeit besteht Signa Retail im Wesentlichen aus der Warenhauskette Karstadt und einer 51%-Beteiligung an der KaDeWe Group, was in etwa einem Umsatz von 3 Mrd. Euro entspricht. Die Personalie Berninghaus könnte darauf hindeuten, dass es der Immobilienprofi Benko mit dem Einzelhandel tatsächlich ernst meint.

Berninghaus hat trotz seiner erst 51 Jahre ein an Höhen und Tiefen reiches Berufsleben hinter sich. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler war ein Shootingstar im deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und schaffte es nach einigen Jahren bei Metro 2001 in den Rewe-Vorstand, dessen Vorsitz er 2004 im Alter von 38 Jahren übernahm. Auf dem Chefposten des zweitgrößten deutschen LEH-Konzerns konnte er sich allerdings nur fünf Monate halten. 2007 wechselte er in die Schweiz zum Lebensmitteldiscounter Denner, der ein Jahr später von Migros gekauft wurde. Dort führt er seit 2008 das Department Handel. Beim Schweizer Handelsriesen machte sich Berninghaus, wie es in einer Mitteilung von Migros heißt, um den Discounter Denner, die Convenience-Schiene Migrolino und die "digitale Transformation" verdient. Berninghaus ist gebürtiger Deutscher, hat aber die Schweizer Staatsbürgerschaft angenommen.

Unerwähnt lässt Migros in seiner Würdigung das Kapitel Das Depot. Berninghaus war es, der, glaubt man einem Bericht der Schweizer Illustrierten von 2009, mit einem Anruf bei Depot-Inhaber Christian Gries die Übernahme des Deko-Filialisten durch Migros einfädelte. Laut letzter veröffentlichter Bilanz verbuchte die Ladenkette 2014 einen Konzernjahresfehlbetrag von 26,5 Mio. Euro (2013: -42,4 Mio. Euro). Angesichts der aufgelaufenen Verluste verkündete Berninghaus im Februar 2014 eine zwölf bis 24 Monate dauernde Atempause für Das Depot (siehe dazu "Migros haut bei Depot die Bremse rein", IZ 8/14).

Christoph von Schwanenflug