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GSW-Chefs müssen gehen

Köpfe 04.07.2013
Eckart John von Freyend, Aufsichtsratschef der GSW, zieht Konsequenzen aus der massiven Kritik der Aktionäre an seiner Personalpolitik und verlässt das Unternehmen. Den erst vor wenigen Monaten ... 

Eckart John von Freyend, Aufsichtsratschef der GSW, zieht Konsequenzen aus der massiven Kritik der Aktionäre an seiner Personalpolitik und verlässt das Unternehmen. Den erst vor wenigen Monaten angetretenen Vorstandsvorsitzenden (CEO) Bernd Kottmann nimmt er mit.

Beide Manager hatten in früheren Jahren Führungspositionen bei der schwer angeschlagenen Gewerbeimmobilien-AG IVG inne. Der Auswahlprozess, aus dem Kottmann als bester Kandidat für den GSW-Chefposten hervorgegangen war, löste eine massive Welle der Kritik bei zahlreichen institutionellen Investoren aus, die sich auf der Hauptversammlung in einem Misstrauensvotum gegen den CEO und einem Beinahe-Vertrauensentzug für von Freyend niederschlug.

Von Freyend stellt sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender zum 31. Juli zur Verfügung - auf eigenen Wunsch, wie er betont. Er übernehme die "politische Verantwortung" für das Abstimmungsdebakel und werde zum Wohle des Unternehmens den Weg für einen geordneten Übergang frei machen, hieß es.

Zum 15. Juli endet auch der Vorstandsvertrag mit Kottmann, der mit sofortiger Wirkung freigestellt wurde. Der Vertrag wurde einvernehmlich aufgelöst. Kottmanns Bereitschaft, sein Mandat zur Verfügung zu stellen, verdiene Respekt, so von Freyend. Bis über die personelle Neuordnung final entschieden sein wird, führen die beiden Vorstände Andreas Segal und Jörg Schwagenscheidt die GSW.

Monika Leykam

Spot an für den Personaler

Peter Jaksch ist konzentriert.

Peter Jaksch ist konzentriert.

Bild: Alexander Sell

Karriere 27.06.2013
Peter Jaksch, Personalleiter bei Patrizia Immobilien, wurde auf den "heißen Stuhl" gesetzt. 30 Minuten lang beantwortete er auf dem IZ-Karriereforum Fragen von Studenten zum Bewerbungsprozess. ... 

Peter Jaksch, Personalleiter bei Patrizia Immobilien, wurde auf den "heißen Stuhl" gesetzt. 30 Minuten lang beantwortete er auf dem IZ-Karriereforum Fragen von Studenten zum Bewerbungsprozess. Ohne Vorbereitung musste er spontan antworten. Trotzdem ist es nicht gelungen, ihn zu "grillen".

Jaksch sitzt einsam auf der Bühne im Scheinwerferlicht. So ähnlich läuft es auch in seinem Unternehmen. Vier bis sechs Wochen nach Antritt ihrer neuen Position müssen sich die Führungskräfte von Patrizia eine Stunde lang auf dem "heißen Stuhl" den anonymisierten Fragen ihrer Mitarbeiter stellen (siehe Artikel "Auf Führungskräfte wartet der ,heiße Stuhl'", IZ 34/12).

Eine unerwartete Antwort gibt Jaksch auf die Frage, wie sich die eigene Bewerbungsmappe von der Konkurrenz absetzen könne. "Bewerbungsunterlagen können erst mal negativ aus der Masse herausstechen", betont er. Auf verknickte Mappen, Kaffeeflecken oder Zigarettengeruch würden manche Personalverantwortliche sehr empfindlich reagieren. Auch mit einem schlechten Foto, unvollständigen Unterlagen oder vielen Dateianhängen bei der E-Mail-Bewerbung könne man sich negativ bemerkbar machen. Jaksch weist explizit darauf hin, dass das Anschreiben nicht länger als eine Seite sein sollte. Und wie sieht es mit dem Inhalt aus? "Ein gutes Anschreiben beinhaltet die Motivation, warum man sich auf diese Stelle, in diesem Unternehmen bewirbt", erklärt Jaksch. Außerdem müsse in wenigen Worten auch erklärt werden, warum man auf diese Position passt. Zusätzlich sollte auch eine "gewisse Lust" auf die Stelle vermittelt werden.

Nach einigen Minuten erreicht auch der Personalprofi immerhin mal erhöhte Temperatur. Jaksch ist konzentriert und das Scheinwerferlicht blendet. Als es ums Geld geht, wird er deutlich. "Das Einstiegsgehalt ist in der Regel nicht das Entscheidende", sagt er. Mit Position und Leistung werde das Gehalt nachkommen. Und sind zu hohe Forderungen von Bewerbern ein Ausschlusskriterium? Jaksch antwortet sofort: "Wir verhandeln nicht gern!"

Florian Manthey

Smartphones auch mal abschalten

Bruno Bittis (mfi), Andreas Muschter (Commerz Real) und Timo Tschammler (Jones Lang LaSalle; v.l.n.r.) haben kein Problem mit Facebook während der Arbeitszeit.

Bruno Bittis (mfi), Andreas Muschter (Commerz Real) und Timo Tschammler (Jones Lang LaSalle; v.l.n.r.) haben kein Problem mit Facebook während der Arbeitszeit.

Bild: Alexander Sell

Karriere 27.06.2013
Die Generation Facebook hat in der Immobilienbranche Einzug gehalten. Auf dem vierten RICS Hochschultag, der parallel zum IZ-Karriereforum stattfand, diskutierten Führungskräfte, Studenten und ... 

Die Generation Facebook hat in der Immobilienbranche Einzug gehalten. Auf dem vierten RICS Hochschultag, der parallel zum IZ-Karriereforum stattfand, diskutierten Führungskräfte, Studenten und Personaler darüber, ob dies in den Unternehmen Probleme auslöst.

Weder Timo Tschammler, Board Member Germany Jones Lang LaSalle (JLL), noch Andreas Muschter, Sprecher des Vorstands der Commerz Real, sehen für die älteren Mitarbeiter noch große Kommunikationsprobleme in den neuen Medien: "Es gibt keine Sollbruchstelle", sagt Tschammler. "Es ist besser geworden", sagt Muschter. Gerade Geräte wie Smartphones machten es leichter, auch Ältere an die neue Technik heranzuführen. Zu klären seien aber generelle Fragen der Firmenkultur, z.B. wie schnell im Unternehmen auf Mails geantwortet oder welche Anrede darin gewählt wird.

Der Umgang mit Facebook & Co. ist in den Unternehmen unterschiedlich geregelt. "mfi setzt keine Limits", sagt Bruno Bittis, Leiter Personal bei der mfi. Er achte aber genau darauf, dass Mitarbeiter mit dem richtigen Titel im Facebook-Profil stehen. "Die Bankenwelt ist da restriktiver", sagt Birgid Rita Schlasius, Human Resources Development, Aareal Bank. Grund seien die Sicherheitsanforderungen an die Banken-Kommunikation. Sie informiere sich aber auch nicht über die Facebook-Aktivitäten von Bewerbern. Anna Fominykh, Asset-Manager bei Hatfield Philips und EBS-Alumna, hat gar keinen Bedarf, Facebook während ihrer Arbeitszeit zu nutzen: "Facebook gehört in meine private Freizeit und geht deshalb nur mich etwas an."

Michael Zingel, Manager Ernst & Young Real Estate und Executive-Master-Student bei der EBS, sieht zudem Firmen-Smartphones kritisch. "Die Mitarbeiter werden mit Smartphones ausgestattet, weil sie 24 Stunden am Tag erreichbar sein sollen." Muschter fordert ebenfalls einen verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones. Teilweise sei für Mitarbeiter sogar eine psychologische Betreuung notwendig, weil sich diese ihrem Handy ausgeliefert fühlen und dieses partout nicht abschalten können. Fominykh kennt da eine einfache Lösung: "Der E-Mail-Empfang wird Freitags um 18 Uhr gesperrt."

Lars Wiederhold