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WeWork setzt Nikolay Kolev als Nordeuropa-Chef ein

Nikolay Kolev.

Nikolay Kolev.

Quelle: Nikolay Kolev

Köpfe 07.01.2020
Er hat Deloitte Digital verlassen und gehört seit dem heutigen Dienstag zur Führungsmannschaft des Coworkinganbieters WeWork: Nikolay Kolev ist nun Managing Director für die DACH-Region ... 

Er hat Deloitte Digital verlassen und gehört seit dem heutigen Dienstag zur Führungsmannschaft des Coworkinganbieters WeWork: Nikolay Kolev ist nun Managing Director für die DACH-Region und Nordeuropa und wird die globale Strategie des US-Unternehmens regional in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Skandinavien umsetzen.

Anke Pipke

Vielfalt soll gut fürs Geschäft sein

Diversity hat viele Gesichter.

Diversity hat viele Gesichter.

Quelle: stock.adobe.com, Urheber: Djomas

Karriere 12.12.2019
Das besagt zumindest eine Studie aus der Feder von PwC im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA): "Diversity is good for growth". Zugrunde liegt der Studie die Befragung von 138 ... 

Das besagt zumindest eine Studie aus der Feder von PwC im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA): "Diversity is good for growth". Zugrunde liegt der Studie die Befragung von 138 Immobilienfirmen, davon 53% veritable Großunternehmen. Das Resultat: Die deutsche Immobilienbranche hinke in Sachen Vielfalt gewaltig hinterher. Wer sich aber anstrenge, werde mit harter Münze belohnt.

Mehr Ausländer, mehr Frauen im Management, ein partizipativer Führungsstil oder flexibles Arbeiten - all das und noch viel mehr verstehen die Autorinnen der Studie unter dem schillernden Begriff "Diversity". Die Ergebnisse der Untersuchung: Nur bei 2% der befragten Firmen hat die Geschäftsführung das Thema zur Chefsache erklärt - was nach Ansicht vieler nötig ist, um eine echte Veränderung einzuleiten. In jedem zweiten Unternehmen gibt es überhaupt niemanden, der offiziell für Diversity zuständig ist. Entsprechend klein ist die Rolle, die Diversität und Inklusion (D&I) zumeist spielt, wie PwC über eine Abfrage relevanter Kriterien feststellt. Gut jedes zweite Unternehmen weist einen Frauenanteil von unter 10% auf der Ebene der Geschäftsführung auf, und mehr als zwei Drittel haben auch auf den anderen Führungsebenen einen überschaubaren Frauenanteil von unter 30%. Auf europäischer Ebene haben 24% der Immobilienunternehmen keinen D&I-Verantwortlichen.

"Beim Thema Diversity liegt die Immobilienwirtschaft im internationalen Vergleich und gemessen an anderen Wirtschaftszweigen zurück", lautet das Fazit von Bärbel Schomberg, ZIA-Vizepräsidentin und Vorsitzende des ZIA-Ausschusses Diversity. "Hier gibt es dringenden Nachholbedarf - zumal unsere Branche in großem Maße vom Fachkräftemangel betroffen ist." Die ermittelten Zahlen versteht Schomberg als Bestätigung für ihre Absicht, weiterhin "auf die hohe Bedeutung von Diversity für den geschäftlichen Mehrwert aufmerksam machen" zu wollen.

Stichwort "geschäftlicher Mehrwert": Diejenigen Firmen, bei denen die Autorinnen einen höheren "D&I-Reifegrad" ausmachen, profitieren u.a. von einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit und einem stärkeren Umsatzwachstum. So schätzen 56% dieser Unternehmen ihren Umsatz im Vergleich zum Wettbewerb selbst als überdurchschnittlich stark steigend ein. Von den Firmen mit einem niedrigen Reifegrad glauben das nur 26% von sich.

Ein ähnliches, wenngleich nicht ganz so eindeutiges Bild ergibt sich auch mit Blick auf die Profitabilität. Hier sehen sich 41% der Unternehmen mit einem hohen Reifegrad im Branchenvergleich als überdurchschnittlich profitabel. Bei den Firmen mit einem niedrigen Reifegrad teilen nur 34% diese Einschätzung.

Stellt sich die Frage, ob Firmen, die besonders vielfältig sind, sich nur als umsatzträchtiger und profitabler einschätzen als der Wettbewerb - oder es wirklich sind. Und ob ein größerer wirtschaftlicher Erfolg eine direkte Folge von mehr Diversität ist. Die Urheber der Studie sehen anhand der erhobenen Daten "statistisch signifikante Zusammenhänge" zwischen D&I und u.a. der Umsatzentwicklung. Sie räumen jedoch ein, dass für den Nachweis einer echten Kausalbeziehung "weiterführende Analysen notwendig" wären. In anderen Studien sei diese Ursache-Wirkung-Beziehung aber bereits erbracht worden.

Auch beim Thema Mitarbeiterzufriedenheit bleibt ein zartes Fragezeichen. Laut Studie haben Unternehmen mit einem hohen D&I-Reifegrad doppelt so oft zufriedene oder sehr zufriedene Mitarbeiter wie Arbeitgeber mit geringer Reife. Als ein Best-Practice-Beispiel für eine gelungene Unternehmenskultur wird JLL genannt. Der börsennotierte US-Konzern stehe für ein "Führungsverständnis", das "den Menschen in den Mittelpunkt stellt". Nicht jeder Mitarbeiter in Deutschland konnte diesem Satz zuletzt zustimmen (vgl. "Was ist nur los bei JLL?", IZ 49/2019).

Harald Thomeczek

"Viele haben den Schuss noch nicht gehört"

Die leeren Stühle lassen es erahnen: Das Interesse der Immobilienbranche an Nachhaltigkeit im weitesten Sinne ist ausbaufähig.

Die leeren Stühle lassen es erahnen: Das Interesse der Immobilienbranche an Nachhaltigkeit im weitesten Sinne ist ausbaufähig.

Quelle: ICG

Karriere 20.11.2019
Kein Immobilienunternehmen kann es sich heute noch leisten, auf Nachhaltigkeit zu pfeifen. Weil die Gewinne in der Immobilienbranche aber weiter sprudeln, tun viele so, als gingen sie ... 

Kein Immobilienunternehmen kann es sich heute noch leisten, auf Nachhaltigkeit zu pfeifen. Weil die Gewinne in der Immobilienbranche aber weiter sprudeln, tun viele so, als gingen sie Themen wie Klimawandel oder gesellschaftliche Verantwortung nichts an. Wem das zu weit weg ist, kann damit anfangen, Boni nach und nach auszuzahlen. So wird es für Mitarbeiter wichtiger, dass Kunden dauerhafte Freude an ihren Leistungen haben.

Das ist die Botschaft des Instituts für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft (ICG). Das ICG stellte in der vergangenen Woche in Berlin eine Publikation mit dem Titel "Nachhaltige Management- und Kompensationssysteme" vor. Untertitel: "Ein innovativer Praktiker-Leitfaden für die Immobilienwirtschaft". Dem Aufruf zur Teilnahme an der Vorstellung des Leitfadens waren jedoch weit weniger Unternehmen gefolgt als erwartet - irgendwie symptomatisch für die Resonanz, die das - weit gefasste - Thema Nachhaltigkeit in weiten Teilen der Immobilenbranche im Moment noch erfährt: "Viele haben den Schuss noch nicht gehört", sagte Werner Knips, Partner bei der Personalberatung Heidrick & Struggles und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des ICG, der Immobilien Zeitung.

Warum soll es uns in fünf oder zehn Jahren noch geben?

Dabei gäbe es für alle Immobilienunternehmen der Gründe genug, sich schon heute zu hinterfragen, wie in der brandaktuellen Publikation nachzulesen ist: Klimawandel (Fridays for Future), gesellschaftliche Verantwortung (Mietendeckel, Enteigungsdebatte), Handelskrieg zwischen den USA und China. Unternehmen und Unternehmern, die ihr Geschäftsmodell auf nachhaltigere Beine stellen wollen, rät Knips: "Wichtig ist, dass Eigentümer und Management sich darüber klarwerden: Warum soll es uns in fünf oder zehn Jahren noch geben? Was ist unser Beitrag für die Gesellschaft, unsere Mitarbeiter und Shareholder? Diese Fragen haben sich bisher wenige Unternehmen gestellt."

Der Immobilienbranche geht es einfach (noch) zu gut

Frank Billand, früher Investmentchef von Union Investment Real Estate und zusammen mit Knips Leiter der Arbeitsgruppe Nachhaltige Management- und Kompensationssysteme beim ICG, hat eine Erklärung für dieses Phänomen parat: "Die Immobilienbranche ist seit zehn Jahren in Partylaune. Welche Branche hat noch so ein Umfeld wie wir dank des Niedrigzinses der EZB? Fast jeder kann hier tolle Geschäfte machen."

Als Best-Practice-Beispiele in Sachen Klimaschutz oder nachhaltige Bonifizierung traten auf der Veranstaltung in Berlin der börsennotierte französische Shoppingcenterkonzern Unibail-Rodamco-Westfield und die Hamburger Investmentgesellschaft Aquila Capital auf. Michaela Maria Eder von Grafenstein, Executive Board Member von Aquila Capital, erläuterte z.B., wie sie die Denke "Ich mache jetzt den Deal und nach mir die Sintflut" aus den Köpfen ihrer Kollegen fernhält.

Einfach mal die Boni strecken

Damit der Aquila-Kunde, sprich: Investor, möglichst lange Freude z.B. an der von Aquila errichteten Logistikimmobilie oder Wohnanlage hat, streckt das Unternehmen die Auszahlung von Boni auf bis zu fünf Jahre. Denn, so die Logik dahinter, die (pekuniären) Interessen des Mitarbeiters an diejenigen des Anlegers zu binden, erhöhe die Wahrscheinlichkeit, Letzteren nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft glücklich zu machen.

Den kompletten Artikel zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der Immobilien Zeitung, die morgen erscheint.

Harald Thomeczek

WoWi-Mitarbeiter stehen auf gute Kollegen und Wertschätzung

Menschen aus der Wohnungswirtschaft lieben ihren Job, wenn das Team passt und der Chef ihre Arbeit wertschätzt.

Menschen aus der Wohnungswirtschaft lieben ihren Job, wenn das Team passt und der Chef ihre Arbeit wertschätzt.

Quelle: imago images, Urheber: Westend61

Karriere 04.11.2019
Der Teamzusammenhalt, ein sicherer Arbeitsplatz, eine Kultur der Wertschätzung und flexible Arbeitszeiten: Diese Faktoren sind Mitarbeitern aus der Wohnungswirtschaft (WoWi) im Job am ... 

Der Teamzusammenhalt, ein sicherer Arbeitsplatz, eine Kultur der Wertschätzung und flexible Arbeitszeiten: Diese Faktoren sind Mitarbeitern aus der Wohnungswirtschaft (WoWi) im Job am wichtigsten. Das hat die EBZ Akademie zusammen mit der FH Bielefeld bei einer Befragung von Beschäftigten aus der Wohnungswirtschaft im Sommer 2019 herausgefunden.

Auf einer Skala von 1 bis 5 erhielten die genannten Kriterien Werte zwischen 4,56 und 4,45. Das absolute Topkriterium für einen attraktiven Arbeitsplatz in einem Wohnungsunternehmen ist die Kollegialität bzw. eine vom Arbeitgeber beförderte Kultur der gegenseitigen Wertschätzung.

Am wenigsten wichtig sind Mitarbeitern aus der Wohnungswirtschaft eine moderne Gebäudearchitektur (2,96), mobiles Arbeiten (3,45), Gesundheitsförderung durch den Arbeitgeber (3,47) und flexible Teilzeitmodelle (3,6). Eine "angemessene Belohnung" - sprich ein ordentliches Grundgehalt und mögliche Boni - gehören zwar nicht zu Top-Fünf-Aspekten, sind den Befragten aber auch nicht ganz unwichtig: Sie landen ganz knapp auf Platz sechs (4,4).

IT-Spezialisten und Bauingenieure legen mehr Wert auf gutes Geld

Und: Fachkräfte wie IT-Leute oder Bauingenieure, die nicht direkt mit dem Kerngeschäft eines Wohnungsunternehmens zu tun haben - der Vermietung von Wohnraum -, liegt der schnöde Mammon mehr am Herzen. Sie legen zudem mehr Wert auf inspirierende Führungskräfte und ein modernes, "transformationales" Führungsverständnis. Leute, die schon lange in der Wohnungsbranche sind, können dagegen nicht so viel mit Innovation und Dynamik anfangen.

Für die vorliegende Untersuchung durften 839 Menschen aus der Wohnungswirtschaft ihre persönlichen Ansichten in puncto Arbeitgeberattraktivität zu Protokoll geben. Ziemlich genau zwei Drittel von ihnen fallen in die Kategorie gemeiner Mitarbeiter oder Referent, jeder Fünfte gilt als Führungskraft und je 6% zählen zur Unternehmensleitung bzw. zum Kreise des Nachwuchses (Azubis).

Die Autoren der Studie nehmen für sich in Anspruch, die erste ausgefeilte Analyse zum Thema Arbeitgeberattraktivität für die Wohnungswirtschaft vorgelegt zu haben. Sie haben ein sogenanntes Arbeitgeberattraktivitätsmodell entwickelt, das acht Faktoren umfasst, die sich aus jeweils vier branchenspezifischen "Attraktivitätstreibern" speisen.

Mietendemos machen die Wohnungswirtschaft als Arbeitgeber nicht beliebter

Hintergrund ist, dass die Mitarbeitersuche auch für Wohnungsunternehmen nicht leichter wird. Besonders in den Bereichen Technik, Rechnungswesen und IT dauert es immer länger, offene Stellen zu besetzen. Hinzu komme: "Aktuelle Entwicklungen bestärken die Notwendigkeit für Wohnungsunternehmen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Beispielsweise durch die zunehmenden Demonstrationen in Berlin gegen steigende Mieten stehen Wohnungsunternehmen in der Pflicht, an ihrem Image zu arbeiten."

Harald Thomeczek

"Die hohe Branchentreue überrascht uns"

Zwei Drittel der Absolventen sind weiblich, doch die Männer inszenieren sich öfter in sozialen Berufsplattformen.

Zwei Drittel der Absolventen sind weiblich, doch die Männer inszenieren sich öfter in sozialen Berufsplattformen.

Quelle: Staatliche Studienakademie Leipzig, Urheber: Mario Schmitt

Karriere 31.10.2019
Wohin nur hat es unsere Absolventen verschlagen? Das fragen sich sicher viele Hochschulen. Die Staatliche Studienakademie Leipzig als Teil der Berufsakademie Sachsen ist dieser Frage mit ... 

Wohin nur hat es unsere Absolventen verschlagen? Das fragen sich sicher viele Hochschulen. Die Staatliche Studienakademie Leipzig als Teil der Berufsakademie Sachsen ist dieser Frage mit einer Studie auf den Grund gegangen. Die drei Kernergebnisse: Mit einem Abschluss in Leipzig stehen alle Karrierewege offen. Die meisten Ehemaligen sind tatsächlich noch immer in der Immobilienwirtschaft unterwegs. Und die männlichen Absolventen können sich besser verkaufen als ihre weiblichen Pendants.

Der Autor der Untersuchung, die der Immobilien Zeitung exklusiv vorliegt, verfolgte zwei Jahre lang akribisch die Werdegänge der Absolventen der Immatrikulationsjahrgänge 1993 bis 2010 nach. Zwei Jahre lang sichtete Hans G. Krone, Professor an der Staatlichen Studienakademie Leipzig, in mühsamer Detailarbeit die Einträge der ehemaligen Studenten auf den Jobplattformen Xing und LinkedIn, googelte die Betreffenden, spürte sie auf Firmenwebseiten auf und wertete auch die Facebook-Seiten ehemaliger Schützlinge aus. Gegenstand der Analyse waren nicht weniger als 1.708 Menschen, die im genannten Zeitraum in Leipzig ein praxisorientiertes Studium im Studiengang Vermögensmanagement aufgenommen und auch abgeschlossen haben, davon ziemlich genau die Hälfte (exakt 856) mit der Studienrichtung Immobilienwirtschaft.

Ein Movens hinter dem ganzen Aufwand: Der Landesgesetzgeber hält seit dem Erlass des Sächsischen Berufsakademiegesetzes anno 1994 daran fest, die Berufsakademie Sachsen formal zwischen der Berufsausbildung und einem klassischen Hochschulstudium einzuordnen. Andere Länder, die ebenfalls diese Form des dualen Studiums eingeführt hatten, sind inzwischen schon einen Schritt weitergegangen, mehrheitlich in Richtung Dualer Hochschule.

Die Berufsakademie Sachsen kann ihren Absolventen zudem bisher keinen Masterabschluss als Add-on zum bereits berufsqualifizierenden Bachelorabschluss anbieten. Dabei ist eine theoretische Erweiterung des persönlichen Horizonts auch für viele studierte Köpfe in der Immobilienbranche inzwischen ein Must-have. Die Leipziger Absolventen mussten bisher gezwungenermaßen an eine Hochschule abwandern, um sich diesen Wunsch zu erfüllen - und dabei "Redundanzen" in Kauf nehmen, wie Krone zu bedenken gibt.

Eine Aufwertung wünscht sich auch Kerry-U. Brauer, stellvertretende Präsidentin der Berufsakademie Sachsen und Direktorin der Staatlichen Studienakademie Leipzig. Mit der vorliegenden Bestandsaufnahme wollen sie und Krone dem Gesetzgeber "zeigen, was wir leisten". Brauer freut sich zunächst über die "geringe Quote von Studienabbrechern": In der Studienrichtung Immobilienwirtschaft liege diese nur bei 22%. Überrascht zeigt sie sich sodann über die "hohe Branchentreue" der Immobilienstudenten: Die ermittelte "Verbleibensquote" in dieser Studienrichtung liege im gesamten Beobachtungszeitraum bei 82% - und das, obwohl die Immobilienstudenten ein komplettes betriebswirtschaftliches Studium absolvieren und also "nicht auf Gedeih und Verderb" an die Immobilienbranche gefesselt seien.

Die stabile Absolventenquote und die Branchentreue machen auch den Autor der Analyse stolz. Die Studierenden der Studienrichtung Immobilienwirtschaft seien "schließlich mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, die bei den anderen in Augenschein genommenen Studienrichtungen (Bankwirtschaft und Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung, Anm. d. Red.) in einem vergleichbaren Umfang nicht gelten", schreibt Krone in der Studie. So leide das bediente Berufsfeld "in der öffentlichen bzw. medial transportierten Wahrnehmung an einem negativen Image, was von den Studieninteressierten und Studierenden ein besonders dickes Fell verlangt".

Das Ansehen der Immobilienwirtschaft, fährt Krone fort, leide "an klischeehaften Inszenierungen in Fernsehsendungen und Darbietungen von Prominenten aus dieser Branche". Für die naheliegende Annahme, die Studienrichtung Immobilienwirtschaft könnte Personen anlocken, "die es diesen ‚Vorbildern‘ durch eine Studienaufnahme gleichzutun trachten", liefere die Untersuchung jedoch keine Belege. Dies spreche für die Qualität der Arbeit der Berufsakademie und ihrer Praxispartner.

Peilt die Berufsakademie für ihre Absolventen grundsätzlich eine Position in der mittleren Führungsebene kleinerer und mittelständischer Firmen an, so tauchen auch größere Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten in der Liste der Arbeitgeber auf. Brauer zufolge ist schon so mancher ehemalige Student bei JLL oder BNP Paribas Real Estate gelandet, einer hat es bei einem großen Maklerhaus sogar zum Niederlassungsleiter in Leipzig gebracht. Auch die Handelsimmobilienbranche um ECE oder die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland ist ein dankbarer Abnehmer für Menschen, die zum Center- oder Vermietungsmanager taugen - und später sogar zum Geschäftsführer.

Andere Absolventen sind mittlerweile Vorstände von Wohnungsgenossenschaften. Tatsächlich sind die meisten Praxispartner Wohnungsunternehmen (aus Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen), auch Kommunen mit Liegenschaftsabteilung bieten duale Studienplätze an, ebenso wie der Immobilieneigenbetrieb des Freistaats, die Deutsche Bahn oder regional bekannte Maklerhäuser wie Der Immotip.

Krone nennt ein paar Namen und liefert hieb- und stichfeste Zahlen. Die Namen: Achim Weitkamp, Gesellschafter des Maklerhauses Lührmann, Ulrich Dahl, Geschäftsführer bei Engel & Völkers Commercial Rhein-Main, oder Björn Petersen, Vizepräsident des IVD - sie alle haben in Leipzig ihren Bachelor in Vermögensmanagement mit Schwerpunkt Immobilienwirtschaft gemacht.

Und die Zahlen: Nicht weniger als jeder fünfte Absolvent der Studienrichtung Immobilienwirtschaft (20%) hat es bis zum Vorstand/Geschäftsführer oder Inhaber/Partner geschafft. Gut vier von zehn (42%) haben aktuell einen Managerposten inne. Die schillernde Funktionsbezeichnung des Managers schließt für Krone nicht nur eine leitende Position ein, "sondern auch die Möglichkeit, bei der inhaltlichen Gestaltung mitzuentscheiden".

Gut jeder dritte Immobilienabsolvent (37%) geht aktuell einer Tätigkeit als Sachbearbeiter nach. Was dröge klingt, kann es durchaus in sich haben: Krone subsumiert unter diesen Begriff auch Leute, die sich auf der operativen Ebene um Immobilienportfolios kümmern oder als Asset-Manager z.B. für ausländische Investoren Bilanzen möglicher Beteiligungsunternehmen checken - und nicht etwa nur Menschen, die sich mit Betriebskostenabrechnungen beschäftigen.

Krones Fazit: "Unseren Absolventen stehen alle Karrierewege offen." Die Grundausbildung in Leipzig befähige dazu, "sich dauerhaft und nachhaltig in der Immobilienbranche zu etablieren". Die Staatliche Studienakademie Leipzig wiederum erfülle damit ihren Auftrag, Nachwuchskräfte für das mittlere Management kleiner und mittelgroßer Immobilienfirmen zu generieren, "über das vorgegebene Maß hinaus".

Und noch eine interessante Zahl hat die Studie zu bieten: 64% der Absolventen sind weiblich, nur im Jahrgang 2003 schrieben sich an der Berufsakademie Leipzig mehr junge Herren als Damen für Vermögensmanagement mit Schwerpunkt Immobilienwirtschaft ein. Wer sich auf den Führungsebenen von Immobilienunternehmen umschaut, entdeckt jedoch immer noch einen deutlich geringeren Frauenanteil.

Warum das so ist - auch dafür liefert die Untersuchung Anhaltspunkte. So setzen sich die männlichen Absolventen auf Job- und Karriereplattformen im Internet besser in Szene als ihre weiblichen Ex-Kommilitonen. Krone konnte rund zwei Drittel aller Absolventen der Studienrichtung Immobilienwirtschaft auf Xing oder LinkedIn aufspüren. Der Frauenanteil an den erfassten Profilen liegt bei 57% - und damit sieben Prozentpunkte niedriger als der Frauenanteil unter allen Absolventen. In den beiden anderen Studienrichtungen liegt der Unterschied sogar bei je elf Prozentpunkten.

Dieses Delta deutet für den Autor darauf hin, "dass traditionelle Geschlechterrollen-Klischees noch wirkungsmächtig zu sein scheinen, männliche Absolventen also noch inszenierungsbedürftiger sind als weibliche". Absolventinnen seien vielleicht auch deshalb schlechter auffindbar, weil sie nach einer Heirat öfter den Nachnamen des Ehepartners annehmen - doch dies könne ebenfalls "als Indiz für die Persistenz traditioneller Geschlechterrollen verstanden werden", schreibt Professor Krone. Er rät weiblichen Absolventen daher, sich stärker auf internetbasierten Plattformen zu zeigen und dabei nach einer Eheschließung immer auch ihren Geburtsnamen zu hinterlegen, damit sie auffindbar bleiben - nicht nur für einen Professor, der Werdegänge von Ex-Schützlingen analysiert.

Harald Thomeczek

Der Nachwuchs hat seinen Preis

Susanne Tattersall, Managing Partner von Tattersall Lorenz, spricht über die junge Generation.

Susanne Tattersall, Managing Partner von Tattersall Lorenz, spricht über die junge Generation.

Quelle: Immobilien Zeitung

Karriere 08.10.2019
Geld regiert die Welt, es schießt Tore – und ist jungen Leuten angeblich weniger wichtig als Sinn und Spaß im Job, eine pfundige Unternehmenskultur oder nette Kollegen. Eine ... 

Geld regiert die Welt, es schießt Tore – und ist jungen Leuten angeblich weniger wichtig als Sinn und Spaß im Job, eine pfundige Unternehmenskultur oder nette Kollegen. Eine Studentenbefragung, die die Messe München im Vorfeld der Expo Real durchgeführt hat, legt jedoch nahe: Der schnöde Mammon entfaltet durchaus noch eine gewisse Zugkraft auf den Immobiliennachwuchs.

Von den rund 170 befragten Immobilienstudenten und Azubis finden 80% das Thema Gehalt wichtig oder gar sehr wichtig. In der Rangliste der wichtigsten Kriterien bei der Arbeitgeberwahl landen nur zwei Aspekte vor der Kohle: der Unternehmenserfolg (89%) und flexible Arbeitszeiten (84%).

Die Frage sei erlaubt, ob hinter dem Topkriterium Unternehmenserfolg tatsächlich unternehmerisches Denken steht – oder aber das Wissen, dass eine gute Performance des eigenen Arbeitgebers auch auf den eigenen Gehaltszettel durchschlägt. Nicht zuletzt darüber diskutieren Geschäftsführer, Headhunter und Young Professionals auf dem Panel "Geld oder Sinn – was will der Nachwuchs in der Immobilienbranche?" im Rahmen des CareerDay der Expo Real am Mittwoch, den 9. Oktober, ab 12 Uhr in Raum B11 im 1. Obergeschoss (in der Nähe von Eingang West).

Die Gehaltsvorstellungen der Nachwuchskräfte differieren stark. So stellen diejenigen, die das Abitur oder die Fachhochschulreife ihren höchsten Bildungsabschluss nennen, deutlich geringere Ansprüche als Befragte, die bereits einen Hochschulabschluss (Bachelor, Master, Diplom, Magister etc.) in der Tasche haben. Konkret: Knapp 40% der Teilnehmer, die (noch) nicht über einen solchen Hochschulabschluss verfügen, geben sich mit einem Bruttojahresgehalt von unter 40.000 Euro zum Berufseinstieg zufrieden. Von denjenigen, die bereits einen Abschluss an einer Universität oder Fachhochschule erworben haben und jetzt z.B. einen Master draufsatteln, sieht sich dagegen jeder Zehnte zum Einstieg nach dem aktuellen Studium bei mehr als 60.000 Euro.

Alle weiteren Details zur Umfrage – und was die Arbeitgeber zu den Gehaltswünschen des Branchennachwuchses sagen – erfahren Sie bei der Diskussionsrunde am Messemittwoch auf dem CareerDay.

Harald Thomeczek

Azubimangel ist in der Immobilienbranche fast ein Fremdwort

Azubis sind herzlich willkommen: Auch in der Immobilienbranche schaut ein nicht ganz kleiner Teil der Unternehmen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen in die Röhre.

Azubis sind herzlich willkommen: Auch in der Immobilienbranche schaut ein nicht ganz kleiner Teil der Unternehmen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen in die Röhre.

Quelle: iStock.com, Urheber: stockfour

Karriere 06.09.2019
Die allermeisten Immobilienunternehmen können die von ihnen angebotenen Stellen für Auszubildende besetzen. Das geht aus der aktuellen Ausbildungsumfrage des Deutschen Industrie- und ... 

Die allermeisten Immobilienunternehmen können die von ihnen angebotenen Stellen für Auszubildende besetzen. Das geht aus der aktuellen Ausbildungsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervor. Im Branchenvergleich steht die Immobilienbranche damit gut da.

Nur jedes zehnte für die Untersuchung befragte Immobilienunternehmen sagte, dass es im vergangenen Jahr nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze habe besetzen können. Zum Vergleich: Im Durchschnitt aller Branche klagt fast jedes dritte Unternehmen über zu wenige Azubis. Den größten Mangel leidet das Gastgewerbe. Dort bekommt mehr als jeder zweite Betrieb nicht alle Stellen besetzt.

Große Probleme hat auch das Baugewerbe. Hier sind es immerhin 37% der Firmen, die die Azubireihen nicht voll kriegen. Einziges Trostpflaster für die Baubranche: Die DIHK-Zahlen legen eine spürbare Linderung im Vorjahresvergleich nahe. Anno 2017 hatten noch 45% der Bauunternehmen angegeben, dass sie mindestens einen Ausbildungsplatz unbesetzt lassen mussten. In der Immobilienbranche lag der entsprechende Anteil 2017 mit 9% dagegen sogar noch etwas niedriger als im vergangenen Jahr.

An der Onlineumfrage der DIHK beteiligten sich im Mai 2019 exakt 12.467 Unternehmen. Davon kamen 3% oder rund 400 Firmen aus dem Immobilienbereich.

Harald Thomeczek