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Amandus Samsøe Sattler übernimmt DGNB-Präsidentenamt

Köpfe 21.09.2020
Seit 2015 gehört der Architekt Amandus Samsøe Sattler dem DGNB-Präsidium an, nun hat ihn das zehnköpfige Gremium zum Präsidenten gewählt. Er folgt auf Prof. Alexander Rudolphi und übernimmt ... 

Seit 2015 gehört der Architekt Amandus Samsøe Sattler dem DGNB-Präsidium an, nun hat ihn das zehnköpfige Gremium zum Präsidenten gewählt. Er folgt auf Prof. Alexander Rudolphi und übernimmt das Amt vorerst bis zur nächsten Mitgliederversammlung Mitte 2021.

Rudolphi war insgesamt acht Jahre lang Präsident - in zwei Etappen: als Gründungspräsident im ersten Vereinsjahr 2007 sowie seit 2013. Doch auch wenn er das Präsidentenamt nun abgibt, ist Rudolphi mit seiner Arbeit unter der Fahne der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) noch längst nicht fertig. "Die DGNB befindet sich seit vielen Jahren auf einem sehr guten Weg. Die Kernforderungen des Bewertungs- und Zertifizierungssystems sind heute richtiger und aktueller denn je", sagt Rudolphi. "Gleichzeitig bin ich zunehmend ungeduldig, dass es politisch und im Markt nicht schnell genug die notwendigen Fortschritte gibt. Hier möche ich mich in Zukunft noch stärker für unsere gemeinsamen Ziele einsetzen. Dafür wünsche ich mir mehr Freiräume - sowohl zeitlich als auch inhaltlich." Rudolphi wird also demnächst öfter im politischen Berlin und im noch recht DGNB-schwachen Nordosten Deutschlands anzutreffen sein.

Kein gravierender Kurswechsel zu erwarten

Samsøe Sattler, Gründer und Geschäftsführer des Münchner Büros Allmann Sattler Wappner Architekten, gibt derweil zu erkennen, dass er Rudolphis Kurs weitestgehend einhalten will. "Ich schätze die Zusammenarbeit mit der DGNB-Geschäftsstelle als sehr wertvoll ein und möchte den in den letzten Jahren eingeschlagenen Weg der DGNB weiter fortsetzen", sagt er. Er will derweil den Fokus darauf legen, das Thema Nachhaltigkeit noch stärker bei Architekten, Ingenieuren und Bauherren aus der Immobilienwirtschaft bewusst zu machen.

Neben Samsøe Sattler und Rudolphi zählen zum DGNB-Präsidium außerdem Barbara Ettinger-Brinckmann (Bundesarchitektenkammer), Martin Haas (haascookzemmrich - Studio 500), Hermann Horster (BNP Paribas Real Estate), Prof. Anett-Maud Joppien (TU Darmstadt), Prof. Anke Karmann-Woessner (Stadt Karlsruhe), Dr.-Ing. Peter Mösle (Drees & Sommer), Prof. Matthias Rudolph (Transsolar) und Prof. Josef Steretzeder (Lindner).

Anke Pipke

Schlichterspruch für den Bautarif steht fest

Im Mai haben zahlreiche Bauarbeiter aus verschiedenen Gewerken in Berlin für ein Lohnplus demonstriert.

Im Mai haben zahlreiche Bauarbeiter aus verschiedenen Gewerken in Berlin für ein Lohnplus demonstriert.

Quelle: imago images, Urheber: snapshot

Karriere 10.09.2020
Im Tarifstreit auf dem Bau steht jetzt der Schlichterspruch: Er sieht für die rund 850.000 Baubeschäftigten insgesamt ein Lohnplus von 2,6% im Westen und 2,7% im Osten vor. Die ... 

Im Tarifstreit auf dem Bau steht jetzt der Schlichterspruch: Er sieht für die rund 850.000 Baubeschäftigten insgesamt ein Lohnplus von 2,6% im Westen und 2,7% im Osten vor. Die Gewerkschaft IG Bau hatte eine Lohnerhöhung von 6,8% gefordert. Dennoch zeigt sie sich zufrieden. Bei den Tarifverhandlungen für die Gebäudereiniger läuft es ebenfalls schleppend.

Im Detail dröselt sich das von Schlichter Rainer Schlegel, dem Präsidenten des Bundessozialgerichts, ersonnene Plus auf den Lohnzetteln so auf: Ab Januar 2021 sollen die Löhne um 2,1% im Westen und um 2,2% im Osten klettern. Obendrauf kommt ein Lohnzuschlag von 0,5% für die Wegezeit zu den Baustellen. Die Wegezeit-Entschädigung soll es ab Oktober geben.

Diese Lösung soll allerdings nur der erste Schritt sein. "Es ist gelungen, das Fundament für eine Entschädigung bei der Wegezeit zu legen. Der Einstieg ist damit geschafft", sagt Robert Feiger, Bundesvorsitzender der IG Bau. Die häufig langen Fahrten zu den Baustellen seien für einen Großteil der Beschäftigten das "Job-Problem Nr. 1 auf dem Bau". Die IG Bau habe mit der Arbeitgeberseite im Zuge der Schlichtung eine Vereinbarung getroffen, "dass die Spitzen der Tarifparteien unter Leitung des Schlichters eine Lösung für eine verbindliche Einführung einer Wegezeit-Entschädigung erarbeiten". Wie sie aussieht, soll spätestens im Juni 2021 feststehen.

Auch die Auszubildenden sollen von den Tarifverhandlungen profitieren. Sie bekommen im ersten Ausbildungsjahr 40 Euro mehr pro Monat. Im zweiten Ausbildungsjahr liegt das Plus bei 30 Euro, im dritten bei 20 Euro. "Damit hätten Azubis am Ende ihrer dreijährigen Ausbildung 1080 Euro mehr in der Tasche", rechnet die IG Bau. Hinzu kommt die "Corona-Prämie" von einmalig 250 Euro. Für Bauarbeiter fällt die steuerfreie Sonderzahlung mit 500 Euro doppelt so hoch aus.

Der Schlichterspruch muss noch von den Tarifparteien angenommen werden, damit er wirksam wird. Die Gewerkschaft und die Arbeitgeberverbände von Bauhandwerk (ZDB) und Bauindustrie (HDB) haben dafür bis etwa Mitte nächster Woche Zeit. Uwe Nostitz, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vizepräsident des ZDB, zeigte sich mit dem Schlichterspruch zufrieden: "Wir sind froh, dass wir für die diesjährige Tarifrunde einen tragfähigen Kompromiss zwischen den Arbeitgebern und der Gewerkschaft gefunden haben und dass uns ein Arbeitskampf erspart bleibt." Auch IG-Bau-Chef Feiger findet friedliche Worte: "Wer auf dem Bau arbeitet, weiß jetzt wieder, dass seine Arbeit geschätzt wird. Schon deshalb hat sich das harte Ringen um jeden Cent gelohnt."

Die Schlichtung hatte sich über vier Tage und insgesamt mehr als 35 Verhandlungsstunden hingezogen. Der Tarifstreit dauerte seit März an. Schon 2018 hatten die Tarifparteien Ex-Arbeitsminister Wolfgang Clement als Schlichter einschalten müssen, der sie auf einen versöhnlichen Weg führte.

Diesen Pfad suchen die Tarifparteien bei den Verhandlungen für die Gebäudereiniger noch vergebens. Vergangene Woche ist die zweite Runde zwischen dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) und der IG Bau ergebnislos zu Ende gegangen. Am 20. Oktober wollen sie wieder an einen Tisch zurückkehren.

Die Gewerkschaft fordert einen Einstiegsverdienst von 12 Euro (+1,20 Euro) pro Stunde. Das Minimum für Glas- und Fassadenreiniger soll ebenso stark auf 15,30 Euro pro Stunde steigen. Für Auszubildende müsse ein monatliches Plus von 100 Euro drin sein. Darüber hinaus soll es ein Weihnachtsgeld in Höhe von 80 Stundenlöhnen geben. Christian Kloevekorn, Verhandlungsführer der BIV-Tarifkommission, kontert: "Angesichts der schwersten Rezession der deutschen Nachkriegsgeschichte" sei die Gesamtforderung von 15,5% der IG Bau "keine seriöse Gesprächsgrundlage".

Anke Pipke,Harald Thomeczek

ZIA holt Ex-Ministerin Aygül Özkan in die Geschäftsführung

Köpfe 03.09.2020
Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) baut seine Geschäftsführung etwas um. Die frühere niedersächsische Bauministerin Aygül Özkan (CDU) kommt als neues Mitglied hinzu, Sun Jensch ist in ... 

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) baut seine Geschäftsführung etwas um. Die frühere niedersächsische Bauministerin Aygül Özkan (CDU) kommt als neues Mitglied hinzu, Sun Jensch ist in die Geschäftsführung der ZIA Servicegesellschaft gewechselt.

Der ZIA bedient sich bei der Besetzung seiner Geschäftsführung erneut aus früheren Ministerreihen. Neben Oliver Wittke, ehemaliger NRW-Landesbauminister und parlamentarischer Staatssekretär des Bundeswirtschaftsministeriums, ist nun ebenso Ex-Ministerin Aygül Özkan als Mitglied des Führungsgremiums gesetzt.

Eine Frau mit vielen CDU- und Wirtschaftskontakten

Die 49-jährige gebürtige Hamburgerin war von 2010 bis 2013 die von der CDU-Fraktion gestellte Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit, Bau und Integration in Niedersachsen. Darüber hinaus wurde die Rechtsanwältin als CDU-Spitzenkandidatin für die Hamburger Bürgerschaftswahl 2020 gehandelt.

Die Juristin und Wirtschaftsmanagerin hat zudem viele Jahre Erfahrung aus Führungspositionen in der deutschen Wirtschaft gesammelt. Zu ihren früheren Arbeitgebern zählen etwa Deutsche Telekom und TNT Post. Zuletzt war sie Geschäftsführerin und Mitglied der Management Group Germany von Deutsche Bank PCC Services. Daneben ist sie u.a. Vorstand im Bundesverband der Migrantenwirtschaft und ein langjähriges Mitglied des Stiftungsrats Lebendige Stadt unter dem Vorsitz von ECE-Chef Alexander Otto.

Wittke kommt später zum ZIA

In der ZIA-Geschäftsführung trifft Özkan auf Wittke, der anders als ursprünglich geplant nicht zum Herbst 2020, sondern erst ab März 2021 für den Spitzenverband tätig wird. Er kommt als Nachfolger von Klaus-Peter Hesse, der dieser Tage bei ECE eingestiegen sein dürfte. Darüber hinaus gehört Rechtsanwalt Gero Gosslar zur ZIA-Geschäftsführung. Sun Jensch hingegen, seit Ende 2018 in diesem Team dabei, hat sich in das Pendant der ZIA Servicegesellschaft verabschiedet, um dort die wirtschaftlichen Aktivitäten des Verbands auszubauen.

Anke Pipke

Tarifstreit am Bau: Gordischer Knoten ist noch nicht gelöst

Karriere 28.08.2020
Die Schlichtung im Tarifstreit am Bau geht in eine zweite Runde. Die Tarifparteien konnten sich auch nach einem mehr als 20 Stunden langen Verhandlungsmarathon noch immer nicht einigen. ... 

Die Schlichtung im Tarifstreit am Bau geht in eine zweite Runde. Die Tarifparteien konnten sich auch nach einem mehr als 20 Stunden langen Verhandlungsmarathon noch immer nicht einigen.

Die IG Bau fordert 6,8% mehr Lohn für die rund 850.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe. Die Arbeitgeberseite mit dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes als Verhandlungsführer machte in drei Verhandlungs- und verschiedenen Gesprächsrunden vor der Schlichtung kein Angebot.

Die Gewerkschaft unterstreicht ihre Forderung mit guten Konjunkturdaten in der Baubranche, vor allem im Vergleich mit anderen Branchen, die die Corona-Beschränkungen schwer getroffen haben. Die Arbeitgeber lehnen die geforderte Lohnerhöhung mit dem Argument ab, dass sich die künftige Entwicklung der Baubranche aktuell nur schwer abschätzen lässt. Ein weiterer Streitpunkt ist die Vergütung von Wegezeiten zu den und von den Baustellen.

Nächste Runde am 2. September

Die nächste Verhandlungsrunde soll am 2. September 2020 in Kassel stattfinden. Nach dem Schlichtungsabkommen soll das Schlichtungsverfahren innerhalb von 14 Tagen, also bis zum 8. September, abgeschlossen sein. Dann endet die Friedenspflicht.

Beide Seiten, Bauverbände und Gewerkschaft, zeigen sich betont zuversichtlich, noch rechtzeitig ein gemeinsames Ergebnis erzielen zu können. Die IG Bau hatte vor einer Woche schon ziemlich unverhohlen mit Streik gedroht.

Harald Thomeczek

IG Bau droht mit "Herbstblockade"

Für die Schlichtung bleiben 14 Tage Zeit. Danach endet die Friedenspflicht. Was, wenn die Bauarbeiter im Herbst die Füße hochlegen?

Für die Schlichtung bleiben 14 Tage Zeit. Danach endet die Friedenspflicht. Was, wenn die Bauarbeiter im Herbst die Füße hochlegen?

Quelle: imago images, Urheber: Mito

Karriere 27.08.2020
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hat die Bautarifverhandlungen offiziell für gescheitert erklärt. Nun soll es ein Schlichter richten. Die Schlichtung sei "die letzte ... 

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hat die Bautarifverhandlungen offiziell für gescheitert erklärt. Nun soll es ein Schlichter richten. Die Schlichtung sei "die letzte Chance, um eine Herbstblockade auf dem Bau und damit einen Stillstand auf den Baustellen noch zu verhindern", gibt die Gewerkschaft zu bedenken. Sie fordert unter anderem 6,8% mehr Lohn für die Bauarbeiter. Die Bauverbände halten die Forderungen im jetzigen wirtschaftlichen Umfeld für überzogen.

Die Verbände der Bauwirtschaft und die IG Bau hatten ihre Verhandlungen eigentlich schon Ende Juni nach drei ergebnislosen Runden abgebrochen. Danach wurde in Gesprächsrunden ausgelotet, ob es nicht doch noch Möglichkeiten gibt, aufeinander zuzugehen - doch die gab es nicht.

Nun muss es ein Schlichter richten. Diese Rolle fällt Rainer Schlegel zu, dem Präsidenten des Bundessozialgerichts. Sein Job dürfte kein leichter werden, zu weit liegen die konkreten Vorstellungen der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberseite auseinander.

IG Bau hält an ihren Forderungen von vor Corona fest

Die IG Bau fordert für die rund 850.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe ein Lohnplus von 6,8%, mindestens aber 230 Euro mehr im Monat. Azubis aller Ausbildungsjahrgänge sollen monatlich 100 Euro mehr bekommen. Diese Forderungen hatte die IG Bau schon im Februar 2020 aufgestellt, vor der ersten, ursprünglich für März geplanten - und dann wegen Corona verschobenen - Tarifrunde. Ein weiteres Ziel der Gewerkschafter: Bauarbeiter sollen künftig ihre Wegezeit entschädigt bekommen, also die Fahrten zu den nicht immer nahe gelegenen Baustellen und wieder zurück.

Die Gewerkschafter stellen aber nicht nur Forderungen auf, sie untermauern diese auch mit Zahlen: Das Bauhauptgewerbe habe von Januar bis Mai 2020 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ein Umsatzplus von 7,1% und ein Beschäftigungsplus von 4,1% in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten verbucht. Auch real sei der Umsatz der Branche gestiegen (+3,9%). "Mit diesen Zahlen kann es Bauunternehmen gar nicht schlecht gehen. Und das in der Zeit der Corona-Pandemie", folgert Robert Feiger, Bundesvorsitzender der IG Bau. Bauhandwerk und Bauindustrie hätten kein Angebot vorgelegt, moniert die IG Bau.

Tatsächlich finden sich in einer gemeinsamen Mitteilung des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) und des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) keine Zahlen dazu, was die Arbeitgeberseite anbietet. Ilona Klein, Abteilungsleiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim ZDB, der die Verhandlungsführung innehat, bestätigt auf Anfrage der Immobilien Zeitung, dass die Arbeitgebervertreter sich bislang mit einem konkreten Angebot für ein wie auch immer geartetes Lohnplus zurückgehalten haben. Sie wollen dies aber in der Schlichtung nachholen.

Ein Statement von Uwe Nostitz, Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite und ZDB-Vizepräsident, lässt allerdings darauf schließen, dass die Bauverbände keine großen Sprünge für die Beschäftigten sehen: "Die Tarifverhandlungen finden in einem äußerst schwierigen Umfeld statt. Denn entgegen anderslautenden Behauptungen ist auch die Bauwirtschaft durch Corona betroffen", heißt es in der Erklärung. Während des Lockdowns sei nicht nur der Zugang zu Material und Behörden eingeschränkt gewesen, auch die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln habe einen entsprechenden Aufwand verursacht.

Doch damit nicht genug: Corona schlage sich auch ganz konkret in den Auftragsbüchern der Unternehmen nieder, beklagen die Bauverbände. "Die Auftragseingänge für die Monate Januar bis Mai 2020 liegen 2% unter dem Vorjahreswert. Im wichtigen Wirtschaftshochbau sind die Order im Monat Mai um 35% und im Straßenbau um 5,5% eingebrochen", betont Nostitz. Und der Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im Mai 2020, so darf man ergänzen, laut Destatis um 3% gesunken (verglichen mit Mai 2019).

"Hohe Lohnforderungen passen nicht zu Nullwachstum"

Die Bauverbände ziehen deshalb folgendes Fazit: "Wir müssen davon ausgehen, dass wir bestenfalls ein Nullwachstum für den Umsatz der Branche in diesem Baujahr erreichen werden. Diese wirtschaftlichen Tatsachen muss die IG Bau endlich zur Kenntnis nehmen. Hohe Lohn- und Gehaltsforderungen passen ebenso wenig in dieses Umfeld wie die Drohung mit einer Herbstblockade auf deutschen Baustellen."

Tatsächlich warnt IG-Bau-Chef Feiger die Baufirmen: Die Schlichtung sei "die letzte Chance, um eine Herbstblockade auf dem Bau und damit einen Stillstand auf den Baustellen noch zu verhindern".

Auftakt für die Schlichtung war am gestrigen Mittwoch (26. August). Die Tarifparteien haben maximal 14 Tage Zeit, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Danach endet die Friedenspflicht. Streiks hält ZDB-Sprecherin Klein für unwahrscheinlich: Die Bauverbände gehen fest davon aus, dass rechtzeitig eine Einigung gelingt.

Harald Thomeczek

Bautarifverhandlungen: IG Bau droht mit "Herbstblockade"

Für die Schlichtung bleiben 14 Tage Zeit. Danach endet die Friedenspflicht. Was, wenn die Bauarbeiter im Herbst die Füße hochlegen?

Für die Schlichtung bleiben 14 Tage Zeit. Danach endet die Friedenspflicht. Was, wenn die Bauarbeiter im Herbst die Füße hochlegen?

Quelle: imago images, Urheber: Mito

Karriere 21.08.2020
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hat die Bautarifverhandlungen gestern offiziell für gescheitert erklärt. Nun soll es ein Schlichter richten. Die Schlichtung sei "die ... 

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hat die Bautarifverhandlungen gestern offiziell für gescheitert erklärt. Nun soll es ein Schlichter richten. Die Schlichtung sei "die letzte Chance, um eine Herbstblockade auf dem Bau und damit einen Stillstand auf den Baustellen noch zu verhindern", gibt die Gewerkschaft zu bedenken.

Die Verbände der Bauwirtschaft und die IG Bau hatten ihre Verhandlungen eigentlich schon Ende Juni nach drei ergebnislosen Runden abgebrochen. Danach wurde in Gesprächsrunden noch ausgelotet, ob es nicht doch noch Möglichkeiten gibt, aufeinander zuzugehen - diese gab es aber nicht.

Nun muss es der Schlichter richten. Diese Rolle fällt Prof. Dr. Rainer Schlegel zu, dem Präsidenten des Bundessozialgerichts. Sein Job dürfte kein leichter werden, zu weit liegen die Vorstellungen der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberseite auseinander.

IG Bau fordert 6,8% mehr Lohn

Die IG Bau verlangt für die rund 850.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe ein Lohnplus von 6,8%, mindestens aber 230 Euro mehr im Monat. Azubis aller Ausbildungsjahrgänge sollen monatlich 100 Euro mehr bekommen. Diese Forderungen hatte die IG Bau schon im Februar 2020 aufgestellt, vor der ersten, ursprünglich für März geplanten - und dann wegen der Coron-Pandemie verschobenen - Tarifrunde.

Ein weiteres Ziel der Gewerkschafter: Bauarbeiter sollen künftig die Wegezeit entschädigt bekommen, also die Fahrten zu den nicht immer nah gelegenen Baustellen und wieder zurück.

Die Gewerkschafter stellen aber nicht nur Forderungen auf, sie untermauern diese auch mit Zahlen: Das Bauhauptgewerbe habe von Januar bis Mai 2020 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ein Umsatzplus von 7,1% und ein Beschäftigungsplus von 4,1% in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten verbucht. Real sei der Umsatz der Branche um 3,9% gestiegen.

"Den Bauunternehmen kann es gar nicht schlecht gehen"

"Mit diesen Zahlen kann es Bauunternehmen gar nicht schlecht gehen. Und das in der Zeit der Corona-Pandemie", folgert Robert Feiger, Bundesvorsitzender der IG Bau. Bauhandwerk und Bauindustrie hätten kein Angebot vorgelegt, moniert die Gewerkschaft. Tatsächlich finden sich in einer gemeinsamen Mitteilung des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) und des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) keine Zahlen dazu, was die Arbeitgeberseite anbietet.

"Auch die Bauwirtschaft ist von Corona betroffen"

Ein Statement von Uwe Nostitz, Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite und ZDB-Vizepräsident, lässt aber darauf schließen, dass die Bauverbände keine großen Sprünge für die Beschäftigten sehen: "Die Tarifverhandlungen finden in einem äußerst schwierigen Umfeld statt. Denn entgegen anderslautenden Behauptungen ist auch die Bauwirtschaft durch Corona betroffen", beginnt das Nostiz-Statement. So sei während des Lockdowns nicht nur der Zugang zu Material und Behörden eingeschränkt gewesen, auch die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln habe einen entsprechenden Aufwand verursacht.

Doch damit nicht genug: Corona schlage sich auch ganz konkret in den Auftragsbüchern der Unternehmen nieder, beklagen die Bauverbände. "Die Auftragseingänge für die Monate Januar bis Mai 2020 liegen um 2% unter dem Vorjahreswert. Im wichtigen Wirtschaftshochbau sind die Order im Monat Mai um 35% und im Straßenbau um 5,5% eingebrochen", betont Nostiz. Und der Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im Mai 2020, so darf man ergänzen, laut Destatis um 3% gesunken (verglichen mit Mai 2019).

"Hohe Lohnforderungen passen nicht in dieses Umfeld"

Fazit der Bauverbände: "Daher müssen wir davon ausgehen, dass wir bestenfalls ein Nullwachstum für den Umsatz der Branche in diesem Baujahr erreichen werden. Diese wirtschaftlichen Tatsachen muss die IG Bau endlich zur Kenntnis nehmen. Hohe Lohn- und Gehaltsforderungen passen ebenso wenig in dieses Umfeld wie die Drohung mit einer Herbstblockade auf deutschen Baustellen."

Tatsächlich warnt IG-Bau-Chef Robert Feiger die Bauunternehmen: Die Schlichtung sei "die letzte Chance, um eine Herbstblockade auf dem Bau und damit einen Stillstand auf den Baustellen noch zu verhindern".

Schlichtung startet am 26. August

Der Auftakt für die Schlichtung ist für den kommenden Mittwoch (26. August) geplant. Die Tarifparteien haben dann maximal 14 Tage Zeit, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Danach endet die Friedenspflicht.

Harald Thomeczek

BVI setzt in der Geschäftsführung auf ein Duo

Köpfe 11.08.2020
Sandra Lenzenhuber, Geschäftsführerin des BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter und der BVI Service Gesellschaft, verlässt Mitte September den Verband. Auf sie folgen zwei Herren: Dr. ... 

Sandra Lenzenhuber, Geschäftsführerin des BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter und der BVI Service Gesellschaft, verlässt Mitte September den Verband. Auf sie folgen zwei Herren: Dr. Oliver Möllenstädt und Dirk Lamprecht.

Eine stärkere Position im Dialog zwischen Immobilienverwaltern und der Politik, das erhofft sich der BVI mit dem Schritt, Dr. Oliver Möllenstädt ab dem 1. November an die neue Doppelspitze des Verbands zu setzen. Der 42-jährige Digitalisierungsexperte kennt sich als ehemaliger Landesvorsitzender der FDP Bremen auf dem politischen Parkett aus. Und auch das Verbandsleben ist für ihn Alltag. Seit etwa neun Jahren ist Möllenstädt Geschäftsführer des Gesamtverbands Kunststoffverarbeitende Industrie.

Möllenstädt definiert gleich seine Marschrichtung: Der BVI werde sich verstärkt bei öffentlichen und politischen Debatten zu Themen wie Immobilieneigentum und dessen Management einbringen. "Unser aktueller Schwerpunkt liegt auf der Einführung eines gesetzlich verpflichtenden Sachkundenachweises", sagt er.

Lamprecht kümmert sich um das Plus für BVI- Mitglieder

Bereits im Dienst ist derweil Dirk Lamprecht. Seit Anfang August führt er die Geschäfte der BVI Service Gesellschaft. Zu seinen Aufgaben gehört es, für die BVI-Verwalter und Fördermitglieder einen Mehrwert aus der Verbandsmitgliedschaft zu schaffen. Erfahrungen bringt Lamprecht nicht zuletzt aus seiner 13-jährigen Tätigkeit als Geschäftsführer der Automaten-Wirtschaftsverbände-Info, einer Servicegesellschaft für Verbände aus der Automatenwirtschaft, mit.

Noch-Geschäftsführerin Lenzenhuber verabschiedet sich nach fünf Jahren aus ihrer führenden Position für den BVI. Sie zieht nach Bayern und bleibt dem Verband als aktives Mitglied erhalten.

Anke Pipke

Lieber öfter mal aufs Fahrrad umsteigen!

Philipp Benseler, Head of Human Resources von BNP Paribas Real Estate Germany, fährt jetzt öfter mit dem Rad zur Arbeit.

Philipp Benseler, Head of Human Resources von BNP Paribas Real Estate Germany, fährt jetzt öfter mit dem Rad zur Arbeit.

Quelle: BNP Paribas Real Estate

Karriere 06.08.2020
Radfahren ist gesund und schont die Umwelt. Das haben schon vor der Corona-Pandemie immer mehr Menschen erkannt, die zur Arbeit pendeln müssen. Jetzt, wo viele sich in Bus und Bahn nicht ... 

Radfahren ist gesund und schont die Umwelt. Das haben schon vor der Corona-Pandemie immer mehr Menschen erkannt, die zur Arbeit pendeln müssen. Jetzt, wo viele sich in Bus und Bahn nicht mehr sicher fühlen, erlebt das Rad als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit einen zusätzlichen Schub. Immer mehr Firmen fördern deshalb den Wandel, nicht zuletzt mit Dienstradangeboten. Das ist nicht nur gut für das Employer-Branding, sondern drückt auch Wertschätzung für die Mitarbeiter aus.

Drees & Sommer, Piepenbrock, Commerz Real: Die Liste der Unternehmen in der Immobilienbranche, die ihren Leuten das Leasing eines Dienstrads ermöglichen, wird immer länger. Der Facility-Manager Piepenbrock hat vergangenen Herbst ein Pilotprojekt gestartet und das Angebot im März unternehmensweit ausgerollt. Commerz Real hat sich im April, mitten im Lockdown, in das bestehende Firmenradprogramm seiner Konzernmutter Commerzbank eingeklinkt. In beiden Fällen spielte die Corona-Pandemie keine Rolle als treibende Kraft. Als ein Katalysator für die vermehrte Nutzung von Fahrrädern im Allgemeinen und Diensträdern im Besonderen scheinen das Virus und seine Begleiterscheinungen gleichwohl zu fungieren.

"In der gegenwärtigen Situation schaffen sich viele Mitarbeiter ein Dienstrad an, um es angesichts der komplizierten Reisesituation für einen Inlandsurlaub zu nutzen", berichtet Steffen Menkhaus aus der Kommunikationsabteilung von Piepenbrock. "Einzelne Mitarbeiter haben ein Dienstrad explizit geleast, um auf öffentliche Verkehrsmittel wie den Bus verzichten zu können und so das eigene Infektionsrisiko zu senken."

Immerhin 250 Kollegen von Menkhaus nutzen schon ein Dienstrad. Auch beim Asset-Manager Commerz Real wird das Programm gut angenommen, berichtet Pressesprecher Gerd Johannsen: "Die Bestellungen liegen im zweistelligen Bereich." Beim Berater Drees & Sommer wurde das Dienstrad-Leasing schon im Februar 2018 eingeführt. Bis dato haben 207 Mitarbeiter zugegriffen - "33% davon allein seit Januar 2020", betont Madina Khidoyatova, Senior PR-Managerin bei Drees & Sommer.

Eine coronabedingte Sonderkonjunktur für das Rad als Fortbewegungsmittel ist kaum zu übersehen. Ein Blick vor allem in die Metropolen wie Berlin oder München zeigt: Es sind deutlich mehr Räder unterwegs. Verkehrszählungen bestätigen den Augenschein. Noch ein Indiz: Fahrradwerkstätten können sich zurzeit vor Aufträgen kaum retten. Radler, die z.B. im Taunusstädtchen Bad Schwalbach wohnen, müssen für eine zeitnahe Reparatur schon ins 70 km entfernte Bad Homburg reisen. Insbesondere die Großstädte reagieren mit Pop-up-Radwegen - die freilich kommen, um zu bleiben. Denn echte Radwegenetze sind hierzulande vielerorts ohnehin überfällig.

Die Unternehmen greifen beim Firmenradleasing meist auf die Dienste spezialisierter Anbieter zurück: Drees & Sommer und die Commerzbank arbeiten mit JobRad zusammen, Piepenbrock setzt auf Lease a Bike. Im Zentrum steht stets eine Entgeltumwandlung. Drei Jahre lang wird monatlich ein kleiner Teil des Bruttogehalts des Mitarbeiters einbehalten. In der monatlichen Rate, die meist irgendwo zwischen 30 und 50 Euro liegt, sind üblicherweise auch eine Versicherung gegen Diebstahl, Vandalismus und - bei E-Bikes - gegen Akkuschäden sowie eine Mobilitätsgarantie eingeschlossen.

Am Ende der 36 Monate Leasinglaufzeit kann der Mitarbeiter das Rad im Normalfall erwerben. Der Gebrauchtkaufpreis liegt - je nach dem tatsächlichen Zustand des Rads nach drei Jahren Nutzung - Pi mal Daumen bei ca. 10% des ursprünglichen Kaufpreises, heißt es bei Piepenbrock mit seinem Partner Lease a Bike. Dienstradler von Drees & Sommer können davon ausgehen, dass ihr Leasinggeber JobRad ihnen das Bike nach drei Jahren für 17% des eigentlichen Kaufpreises zur Übernahme anbietet.

Zahl neuer Diensträder verdoppelt sich jedes Jahr

Unterm Strich sparen die Mitarbeiter relativ viel Geld: In fiktiven Rechenbeispielen kommen Piepenbrock und Drees & Sommer jeweils auf eine Ersparnis von 34% bzw. 37% im Vergleich zum privaten Direktkauf. Wasilis von Rauch, Geschäftsführer des Bundesverbands Zukunft Fahrrad, sieht die Bandbreite bei 20% bis mehr als 40%. Die Ersparnis ergibt sich daraus, dass die monatliche Leasingrate vom Bruttogehalt abgezogen wird. Damit spart der Mitarbeiter Steuern und Sozialabgaben. "Und wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss zahlt - und das tun 80% aller Firmen -, ist der finanzielle Vorteil noch größer. Vor allem für untere Gehaltsklassen ist das attraktiv", sagt von Rauch. Piepenbrock etwa übernimmt die Kosten für einen Rundumschutz. Drees & Sommer bezuschusst jeden Leasing-Vertrag mit pauschal 9 Euro im Monat.

Geld ist aber nicht alles: "Der Mitarbeiter erhält nicht nur ein Dienstrad. Der Arbeitgeber kümmert sich auch um die Mobilität seiner Arbeitnehmer - das ist auch ein Zeichen von Wertschätzung", wirbt Fahrradbranchenvertreter von Rauch. Und macht allen, die den Aufwand scheuen, Mut: "Pro Mitarbeiter hat der Arbeitgeber, etwas überspitzt formuliert, vielleicht fünf Minuten Aufwand."

In der Tat machen immer mehr Arbeitgeber mit: Laut Zukunft Fahrrad hat sich die Anzahl der neu dazugekommenen Diensträder in den vergangenen drei Jahren alljährlich verdoppelt. Waren es im Jahr 2017 rund 50.000 neue Firmenräder, wurden 2018 rund 100.000 in Betrieb genommen. Im vergangenen Jahr belief sich die Zahl der Neuzulassungen dann schon auf ungefähr 200.000, und im laufenden Jahr ist diese Zahl schon jetzt überschritten.

Doch nicht nur Unternehmen, die den Umstieg aufs Rad mit Leasingangeboten fördern, zahlen mit Fahrradaktionen aufs Employer-Branding ein. Es gibt auch andere Möglichkeiten, sich als verantwortungsvollen und nachhaltig handelnden Arbeitgeber zu präsentieren - indem man z.B. bei der Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" von AOK und ADFC mitmacht, wie es die BNP-Paribas-Gruppe mit BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) tut.

Schon 2019 radelten die Kollegen von BNPPRE für die gute Sache - ein Aufforstungsprogramm - und ihre Gesundheit. Dieses Jahr fließen auch privat gefahrene Kilometer in die Wertung ein, weil durch das aktuell weit verbreitete Homeoffice viele Arbeitswege wegfallen.

Harald Thomeczek

Verband Micro-Living macht Michael Vogt zum Vorstandschef

Michael Vogt.

Michael Vogt.

Quelle: mondial kapitalverwaltungsgesellschaft mbH

Köpfe 23.07.2020
Michael Vogt ist nun um einen Chefposten reicher. Der Sprecher der Geschäftsführung der mondial-KVG wurde zum Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbands Micro-Living (BML) gewählt. Er ... 

Michael Vogt ist nun um einen Chefposten reicher. Der Sprecher der Geschäftsführung der mondial-KVG wurde zum Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbands Micro-Living (BML) gewählt. Er folgt in dieser Position auf Christian Wetzel.

Wetzel war zuletzt beruflich zu M&I Bauträger in Kassel gewechselt und hatte damit die Branche des Mikroliving verlassen. Im BML-Vorstand trifft Vogt auf Jan Müller-Seidler, Geschäftsführer der IHT Planungsgesellschaft, und Lutz Dammaschk, Geschäftsführer von Vegis Immobilien. Früher war der Verband bekannt als Bundesverband für Studentisches Wohnen, im vergangenen Jahr hatte er sich umbenannt.

Der Münchner Asset-Manager mondial ist seit längerem Mitglied des BML. Zurzeit hält er 2.000 Studentenwohnungen im Bestand, zusätzliche sind im Bau. Vogt hatte das Unternehmen 2012 gemeinsam mit Cornelius Hell gegründet. Zuvor war der heute 58-Jährige Sprecher der Geschäftsführung von Patrizia WohnInvest und Geschäftsführer von LB Immo Invest. Die Verbandstätigkeit ist dem studierten Juristen aus seiner fünfjährigen Zeit als Referent Recht und Steuern für den Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften (BVI) vertraut.

Vogt prognostiziert Dynamik im Micro-Living-Segment

"Wir gehen davon aus, dass sich der Micro-Living-Sektor trotz aktueller Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie weiter dynamisch entwickeln wird", sagt Vogt. "Der Schwerpunkt der Verbandsarbeit wird jetzt verstärkt auf den Austausch mit politischen Vertretern und die Mitwirkung des Verbands an Gesetzesinitiativen zielen."

Auf der jüngsten Jahreshauptversammlung hat der BML nicht nur einen neuen Vorstandschef gekürt, sondern auch vier Neumitglieder willkommen geheißen: Projektentwickler Cube Real Estate, Immobilienmarketing-Dienstleister Taktics, Telekommunikationsanbieter 1&1 Versatel Deutschland und WeWash, ein auf die Digitalisierung von Gemeinschaftswaschküchen spezialisiertes Tochterunternehmen der Bosch-Gruppe.

Anke Pipke