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Deutsche Teilkauf holt Thorre Björn Sauer, Jens Urban und Holger Franz ins Team

Köpfe 17.11.2022
Von LEG Immobilien wechseln Thorre Björn Sauer und Jens Urban zu Deutsche Teilkauf, außerdem wird der Ex-Geschäftsführer von Villa Circle, Holger Franz, General Counsel im ... 

Von LEG Immobilien wechseln Thorre Björn Sauer und Jens Urban zu Deutsche Teilkauf, außerdem wird der Ex-Geschäftsführer von Villa Circle, Holger Franz, General Counsel im Proptech-Unternehmen. 

Auf ein Team mit rund 80 Mitarbeitern ist das Kölner Proptech-Unternehmen Deutsche Teilkauf gewachsen. Unter den letzten Neuzugängen sind Thorre Björn Sauer als Head of Financing und Portfolio-Management, Jens Urban als Head of Financing und Controlling und Jurist Dr. Holger Franz als General Counsel. Sie werden v.a. den Bereich Corporate Finance im Unternehmen unterstützen. 

Dafür wechselten Sauer und Urban beide von LEG Immobilien. Dort stieg Sauer 2017 als Head of Capital Markets ein und verantwortete bis zu seinem Wechsel als Head of Corporate Finance und Treasury das Finanzwesen des Unternehmens. Urban war die letzten zweieinhalb Jahre als Head of Controlling and Risk Management für LEG Immobilien tätig, davor arbeitete er für Patrizia Alternative Investments. Der dritte Neuzugang, Franz, war vor seinem Einstieg bei Deutsche Teilkauf Geschäftsführer und Chief Legal Officer bei Villa Circle. Davor war er Mitglied im Vorstand vom Finanzdienstleister FWU und General Counsel bei Gagfah. 


Janina Stadel

"Führungskräfte, die sich nicht für Menschen interessieren, scheitern"

Alcay Kamis führt die SGH Bad Oeynhausen seit November 2020.

Alcay Kamis führt die SGH Bad Oeynhausen seit November 2020.

Urheber: Christian Schwier

Karriere 29.09.2022
Bei der Städtischen gemeinnützigen Heimstätten- Gesellschaft (SGH) Bad Oeynhausen ist Kommunikation Chefsache. Geschäftsführer Alcay Kamis tauscht sich regelmäßig mit seinen ... 

Bei der Städtischen gemeinnützigen Heimstätten- Gesellschaft (SGH) Bad Oeynhausen ist Kommunikation Chefsache. Geschäftsführer Alcay Kamis tauscht sich regelmäßig mit seinen Mitarbeitern aus und betrachtet Personalgespräche nicht nur als seine Aufgabe, sondern auch als die Grundlage seines Führungsstils.

Immobilien Zeitung: Herr Kamis, was reizt Sie an Ihrem Job besonders?

Alcay Kamis: Wenn ich im privaten Umfeld erzähle, dass ich in der Wohnungswirtschaft tätig bin, denken viele an einen Makler. Die Branche ist nach außen hin eine große Unbekannte, doch mich haben die kaufmännischen Herausforderungen gereizt. Außerdem habe ich schnell gelernt, dass es um mehr geht als um das bloße Produkt Wohnung. Mich interessiert vor allem die Fragestellung, welchen Einfluss ein Wohnumfeld auf Bildungsbiografien haben kann. Dabei geht es nicht nur um bloße Geschäftsberichte, sondern es kommen soziologische, ökonomische und soziale Aspekte zusammen. Denn durch mein Investitionsverhalten kann ich dafür Sorge tragen, welche Ausrichtung ein Quartier langfristig bekommt.

IZ: Wie viel Verantwortung tragen Sie dabei bei der verhältnismäßig kleinen SGH Bad Oeynhausen?

Kamis: Bad Oeynhausen zählt 50.000 Einwohner und wir haben derzeit rund 1.250 Wohneineinheiten im Bestand. Damit machen wir 15% des Bestands im Geschossbau vor Ort aus.

IZ: Und wie wirkt sich die Unternehmensgröße auf Ihre Rolle als Führungskraft aus?

Kamis: Ich profitiere von kurzen Entscheidungswegen. Als ich die Position angenommen habe, hat mir das die Möglichkeit geboten, mir in relativ kurzer Zeit einen Überblick über das Personal zu verschaffen. Vor allem aber konnte ich Mitarbeitergespräche mit jedem einzelnen führen.

IZ: Sie haben Ihre Rolle als Geschäftsführer also mit Mitarbeitergesprächen gestartet?

Kamis: Ich musste erst einmal Ziele für das Unternehmen definieren, um diese anpacken zu können. Ich musste feststellen, dass viele Strukturen gar nicht klar definiert und dokumentiert waren. Gemeinsam mussten wir diese erarbeiten. Dafür musste ich wissen, welchen Beitrag jeder einzelne im Team zuletzt geleistet hat, um ableiten zu können, welche Anforderungen er in Zukunft erfüllen soll. Das ging nur in Gesprächen, bei denen ich viel zuhören musste. Mein Job und mein Tag müssen zu 80% aus Kommunikation bestehen. Führungskräfte, die sich nicht für Menschen interessieren, scheitern.

IZ: Das bedeutet, bei Ihnen steht der Austausch bis heute regelmäßig an?

Kamis: Ja. Zum einen gibt es individuelle Meetings mit den jeweiligen Fachbereichen und zum anderen fachbereichsübergreifende Treffen mit dem gesamten Team. Darüber hinaus tägliche Gespräche in alle Richtungen. Wenn Mitarbeiter Gesprächsbedarf haben, suchen sie mich aktiv auf. Aber ich gehe auch selbst regelmäßig durch die Büros und zeige mich als Ansprechpartner.

IZ: Warum sind Ihnen Gespräche so wichtig?

Kamis: Wenn der Geschäftsführer direkt kommuniziert, entsteht weniger Raum für Missverständnisse. Außerdem zeugt es von Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern. Wenn Informationen zeitgleich an alle übermittelt werden, entsteht wenig Raum für Flurfunk und wenig Futter für die Gerüchteküche. Zudem steigert es die Motivation von Mitarbeitern, wenn über Erfolge im Unternehmen möglichst schnell berichtet wird.

IZ: Wie laufen diese Gespräche bei Ihnen ab?

Kamis: Wenn ich jemanden für eine Stunde in mein Büro einlade, muss derjenige in dieser Zeit auch im Mittelpunkt stehen. Auf keinen Fall darf man vorgefertigte Fragebögen abarbeiten. Auf die ersten Gespräche konnte sich deshalb niemand vorbereiten, weshalb einige zunächst etwas Angst davor hatten. Wenn jemand eine Frage nicht beantworten konnte, habe ich ihm Zeit zum Nachdenken gegeben und das Thema bei einem Folgetreffen wieder aufgenommen. Zwischen den Gesprächen habe ich die Inhalte selbst reflektiert und mir auch Hilfe geholt, um Formulierungen vorzubereiten, denn ich wollte sichergehen, dass alles, was ich sage, auch richtig verstanden wird. Zudem protokolliere ich Gespräche nicht, sondern mache mir nur Randnotizen. Diese kann jeder Mitarbeiter einsehen und ich kann darauf zurückgreifen, sodass keine Themen, die dem Mitarbeiter wichtig sind, verloren gehen.

IZ: Es geht also auch um Feedback?

Kamis: In den persönlichen Gesprächen gebe und nehme ich Feedback. Ich erkundige ich mich danach, wofür ein Mitarbeiter steht, was also seine Werte und Normen sind, aber auch seine Erwartungen. Ich möchte erfahren, was ein Mitarbeiter bereit ist zu geben und ob er weiß, was von ihm erwartet wird. Dann ist es wichtig, zu wissen, ob ihm alle Mittel zur Verfügung stehen, die er für seine Aufgaben braucht, und ob er jeden Tag Gelegenheit dazu hat, das zu tun, was er am besten kann. Umgekehrt habe ich erfahren, dass meine Mitarbeiter sich von mir Transparenz, Offenheit und klare Entscheidungen wünschen.

IZ: Wie motivieren Sie Mitarbeiter, neue Aufgaben und Herausforderungen anzunehmen?

Kamis: Motivation muss vom Mitarbeiter ausgehen. Meine Aufgabe als Führungskraft ist es, dafür zu sorgen, dass sie im Job nicht demotiviert werden. Dabei musste ich den Mitarbeitern klarmachen, dass es nicht um die Beurteilung dessen geht, was sie zuletzt geleistet haben, sondern wie sie sich in Zukunft einbringen sollen.

IZ: Welche Auswirkungen hatte das bisher auf Karriereschritte im Unternehmen?

Kamis: Das Organigramm wurde seit meinem Einstieg maßgeblich umgebaut. Wir haben neue Stellen und Aufgabenprofile entwickelt. Die Mitarbeiter sahen das als Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln, statt Dienst nach Vorschrift zu machen, und Beförderungen als Vertrauensvorschuss zu verstehen, der ihnen neue Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten gibt, um aktiv an der Unternehmensentwicklung mitzuwirken.

IZ: Herzlichen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Janina Stadel.

Janina Stadel