Karriere-News

Ihre gewählten Filter:

Krawinkel sieht AfD-Spende als "Zeichen des Gegengewichts"

Der von Björn Höcke geführte Thüringer Landesverband der AfD darf sich über eine Großspende über 100.000 Euro des Berliner Immobilienentwicklers Christian Krawinkel freuen.

Der von Björn Höcke geführte Thüringer Landesverband der AfD darf sich über eine Großspende über 100.000 Euro des Berliner Immobilienentwicklers Christian Krawinkel freuen.

Quelle: Imago Images, Urheber: foto2press

Karriere 12.02.2020
Der Berliner Immobilienunternehmer Christian Krawinkel hat der als rechtspopulistisch geltenden AfD 100.000 Euro gespendet. Eingegangen ist die Spende bei der Partei am 7. Februar - zwei ... 

Der Berliner Immobilienunternehmer Christian Krawinkel hat der als rechtspopulistisch geltenden AfD 100.000 Euro gespendet. Eingegangen ist die Spende bei der Partei am 7. Februar - zwei Tage, nachdem der FDP-Politiker Thomas Kemmerich sich mit Schützenhilfe von AfD und CDU zum Ministerpräsidenten Thüringens hatte wählen lassen.

Kemmerich ist inzwischen nach massiver Kritik von seinem Amt zurückgetreten und nur noch geschäftsführend als Ministerpräsident tätig. Dies hat Krawinkel zu seiner Großspende an den Thüringer Landesverband der AfD bewogen.

In einer Stellungnahme vom heutigen Tage, die der Immobilien Zeitung (IZ) vorliegt, erklärt der Chef von CKV Vermögensverwaltung: "Was sich zum Thema Thüringen abspielt, beschädigt unsere Demokratie, da die Menschen so vermittelt bekommen, dass Entscheidungen frei gewählter Abgeordneter aus den Parteizentralen in Berlin ferngesteuert werden und die Führung der Union erst zufrieden ist, wenn ein abgewählter Ministerpräsident der Linkspartei zurück ins Amt gehoben wird."

"Was sich zum Thema Thüringen abspielt, beschädigt unsere Demokratie"

Krawinkel verhehlt nicht, wem seine Empörung besonders gilt: "Eine CDU-Kanzlerin, die einen demokratisch legitimierten und von der CDU selbst mitgewählten Ministerpräsidenten der bürgerlichen Mitte wegputscht, um einen vormals vom Verfassungsschutz beobachteten Linken-Kandidaten zu installieren, hat jeden Bezug zur Demokratie und den Bürgern verloren." Seine Spende fasst Krawinkel als "Zeichen des Gegengewichts hierzu" auf.

Sowohl in der Stellungnahme wie in dem auf den 7. Februar datierten Schreiben an die Geschäftsstelle der Thüringer AfD, das der IZ ebenfalls vorliegt, betont Krawinkel, parteipolitisch ungebunden zu sein. So listet er in dem heutigen Statement Spenden an andere politische Parteien auf. Die Münchner SPD habe er z.B. einst mit 100.000 D-Mark für den Kommunalwahlkampf des ehemaligen Oberbürgermeisters Christian Ude unterstützt. Eine weitere Geldspende über 20.000 D-Mark sei an die CSU in München gegangen.

"Ich werde auch weiterhin an verschiedene politische Parteien spenden"

Krawinkels jüngste Spende soll nicht die letzte gewesen sein: "Ich werde auch weiterhin an verschiedene politische Parteien spenden, um meiner Meinung nach die fehlenden demokratischen Grundsätze in Deutschland durchzusetzen und den gezielten Lobbyismus endlich zu beseitigen", kündigt der Immobilieninvestor an.

Die finanzielle Zuwendung des Projektentwicklers ist die größte Spende an die AfD seit mehr als drei Jahren. Spenden über mehr als 50.000 Euro müssen dem Präsidenten des Deutschen Bundestages angezeigt und als Drucksache sowie auf der Internetseite des Bundestags veröffentlicht werden. Der letzte AfD-Eintrag datiert von Ende Dezember 2016: Damals hatte eine gewisse Marianne Zubrzycki-Lederhausen der Partei ebenfalls 100.000 Euro überwiesen.

Krawinkel hatte zuletzt im Sommer 2019 für Schlagzeilen gesorgt, als er für knapp 500.000 Euro bei einer Zwangsversteigerung Memorabilia von Tennisstar Boris Becker erstand. Der Immobilienunternehmer wollte Becker die Erinnerungsstücke später im Rahmen einer "geordneten Finanzplanung" zurückgeben. Zwischenzeitlich hat sich Krawinkel jedoch für eine "alternative Nutzung der Sammlung" entschieden. Ein persönlicher Kontakt zu Becker kam nie zustande, wie Krawinkel der Bild-Zeitung im November 2019 sagte. Stattdessen sollte er die Sammlung an eine Tennisakademie ausleihen, die im hessischen Hochheim entstehen soll.

Harald Thomeczek

Wechsel an der vbw-Spitze: Feßler folgt auf Bullinger

Köpfe 30.06.2011
Beim vbw Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen folgt Sigrid Feßler zum 1. Juli dieses Jahres als neue Verbandsdirektorin auf Dr. Friedrich Bullinger. Bullinger ... 

Beim vbw Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen folgt Sigrid Feßler zum 1. Juli dieses Jahres als neue Verbandsdirektorin auf Dr. Friedrich Bullinger. Bullinger hatte seit Anfang 2008 an der Spitze des Verbands gestanden. Der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende wird neuer Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion.

Feßler ist seit Anfang 2010 stellvertretende Verbandsdirektorin und leitete bislang die Rechtsabteilung und Geschäftsstelle des vbw in Karlsruhe. Sie ist seit mehr als 20 Jahren als Rechtsanwältin für den Verband tätig und Mitglied im Fachausschuss Rechtsfragen und Verträge des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Feßler wird gemeinsam mit Hans Maier als hauptamtliches und geschäftsführendes Vorstandsmitglied den Verband führen. Der Verbandsrat bestätigte Maier in seinem Amt als Prüfungsdirektor für weitere fünf Jahre. Der Verbandsdirektor wird im Vorstand für den Bereich Wirtschaftsprüfung verantwortlich sein und Feßler für den Bereich Interessenvertretung und Beratung.

Sonja Smalian

Zu Guttenberg wird Partner von Engel & Völkers

Zu Guttenberg in der Linzer Hauptstr. 11.

Zu Guttenberg in der Linzer Hauptstr. 11.

Bild: Engel & Völkers

Köpfe 01.04.2011
Diese Meldung war ein Aprilscherz!Wer auf eine baldige Rückkehr Karl-Theodor zu Guttenbergs in die Politk gehofft hat, wird wohl noch etwas warten müssen. Der ehemalige ... 

Diese Meldung war ein Aprilscherz!

Wer auf eine baldige Rückkehr Karl-Theodor zu Guttenbergs in die Politk gehofft hat, wird wohl noch etwas warten müssen. Der ehemalige Bundesverteidigungsminister ist beim führenden Maklerunternehmen für hochwertige Immobilien eingestiegen. Er leitet künftig den neuen Firmenbereich E&V Aristocracy advisory. Hauptaktionär der Engel & Völkers AG bleibt Christian Völkers, sein Bruder Thomas verlässt das Unternehmen.

Ute Gräfin Ballestrem, Thilo von Trotha, Felix von Saucken, Tim Freiherr von Campenhausen, Bettina Prinzessin Sayn-Wittgenstein-Berleburg - es ist kaum zu übersehen, dass Engel & Völkers-Chef Christian Völkers bei der Auswahl seiner Mitarbeiter ein Faible fürs Adlige hat. Und dass er sich gerne mit Prominenten zeigt, beweisen nicht nur die Poloturniere auf seiner mallorquinischen Finca Son Coll, sondern dies ist spätestens seit seinem Techtelmechtel mit Claudia Schiffer auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Dass mit zu Guttenberg nun ein weiterer exklusiver Politprominenter die Reihen ergänzt, kann da nicht verwundern, zumal sich die beiden bereits seit Jahren kennen: Bruder Philipp zu Guttenberg ist über die CC-H GmbH Lizenzpartner von E&V im österreichischen Linz, die Engel & Völkers Charity unterstützt das Hilfsprojekt Innocence in Danger, dem Stephanie zu Guttenberg vorsteht.

Über die vermögensverwaltende Guttenberg GmbH München steigen nun Philipp und Karl-Theodor zu Guttenberg bei der Engel & Völkers AG ein. Sie übernehmen sowohl den 24,62%igen Anteil von Thomas Völkers als auch die 15,1%, die bislang noch von der Peter Döhle Schiffahrts-KG gehalten werden. Thomas Völkers war Anfang 1997 an der Hamburger Maklergruppe beteiligt worden, um vor allen Dingen das Projektentwicklungsgeschäft auszuweiten. Er wird sich nun verstärkt um die Hamburger Atlas Gesellschaft für Projektentwicklung kümmern. An den übrigen Gesellschaftsverhältnissen soll sich nichts ändern.

Zu Guttenberg wird im Management zuständig sein für den neu geschaffenen Unternehmensbereich Engel & Völkers Aristocracy advisory, mit dem künftig eine genauere Überprüfung neu eingestellter Mitarbeiter möglich sein soll. Erst kürzlich entpuppte sich ein langjähriger Mitarbeiter des Maklerhauses als Hochstapler. Der angebliche Baron hatte sich auf den sogenannten „Millionärsgürtel“ rund um Frankfurt spezialisiert. Er machte sich u.a. einen Namen mit der Vermittlung von als unverkäuflich geltenden Villen und Herrschaftshäusern aus Adelskreisen. Das Haus Hessen, dessen zahllose Linien (Hanau, Butzbach, Heimrod, Homburg etc.) umfangreichen Grundbesitz in Süd- und Mittelhessen ihr eigen nennen, gehörte zu seinen Stammkunden.

F. arbeitete neun Jahre für Engel & Völkers. Am Wochenende lebte er angeblich mit seiner Familie in einem Chalet am Genfer See. Er besaß dort auch eine Adresse, ließ sich die Post aber von einem Freund nachschicken. Telefonanrufe wurden auf ein Handy mit Schweizer Vorwahl umgeleitet. Eine Schweizer Email-Adresse vervollständigte das Täuschungsmanöver. Tatsächlich verbrachte F. die Wochenenden meist in seinem Heimatort in der Pfalz, wo er sogar für die FDP im Gemeindeparlament saß.

Dass der Schwindel aufflog, ist letztlich eine Folge der Guttenberg-Affäre. E&V-Chef Völkers hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den früheren Verteidigungsminister eine Titelüberprüfung sämtlicher deutschen Mitarbeiter angeordnet. Träger von Doktortiteln mussten entsprechende Nachweise vorlegen. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass für Engel & Völkers in Deutschland niemand arbeitet, der promoviert hat, konzentrierten sich die Nachforschungen auf die zahllosen Prinzen und Prinzessinen, Grafen, Barone und Freiherrn im Unternehmen. Dabei flog das jahrelange Doppelleben des E&V-Maklers auf. Unter anderem stellte sich auch heraus, dass F. als Inhaber eines Uhrenhandels in Pirmasens vor über 20 Jahren wegen Insolvenzverschleppung und Scheckbetrug zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war.

„Um uns vor solchen Betrügern zu schützen, werden wir künftig deutlich genauer hinschauen, wen wir uns ins Haus holen“, erklärt Völkers. Adlige Bewerber müssen bei E&V ab sofort eine notariell beglaubigte Kopie ihres Adelsbriefs vorlegen bzw. eine entsprechende Bescheinigung des Deutschen Adelsarchivs in Marburg. Die Titelüberprüfung, die ganz in den Händen von zu Guttenberg liegen wird, soll auf alle ausländischen E&V-Mitarbeiter und Lizenznehmer ausgeweitet werden. Völkers: „Mir geht es darum auszuschließen, dass Hochstapler für unsere Firma arbeiten. Ich lasse mir unser in Jahrzehnten aufgebautes Ansehen nicht von Blendern kaputtmachen. Ohne Adelsnachweis wird bei uns in Zukunft niemand mehr eingestellt.“

Thomas Porten,Christoph von Schwanenflug

Immobilienrechtskanzlei aus Überzeugung

Köpfe 03.11.2005
Die Kanzlei Heiermann Franke Knipp (HFK) ist eine Immobilienrechts-Boutique - und schon immer gewesen. Lange bevor dieser Begriff für Büros mit einem einzigen Kernrechtsgebiet in der Szene ... 

Die Kanzlei Heiermann Franke Knipp (HFK) ist eine Immobilienrechts-Boutique - und schon immer gewesen. Lange bevor dieser Begriff für Büros mit einem einzigen Kernrechtsgebiet in der Szene Einzug hielt, konzentrierten sich die HFK-Anwälte bereits nur auf Immobilien.

"Wir sind alle Immobilienrechtler, im gleichen Geschäft tätig, und so können wir alle jeden Tag über das Gleiche reden", fasst Bernd Knipp zusammen, was aus seiner Sicht ein Vorteil der Spezialisierung ist. Daraus ergibt sich eine offene Arbeitsatmosphäre, meint Knipp: "Jeder kann die Arbeit des anderen schätzen und einschätzen, jeder kann einen Beitrag liefern." Der Profi auf dem Gebiet des privaten Baurechts, insbesondere des Architektenrechts, ist seit 1994 Leiter des Frankfurter Büros.

Obwohl Horst Franke die erste Begegnung mit Wolfgang Heiermann als lautstarke Auseinandersetzung schildert, beide waren damals beim Verband der deutschen Bauindustrie tätig, begründete dieses Treffen eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Mit der Aufnahme von Franke in die Sozietät komplettierte sich 1993 das Trio, dessen Mitglieder mit ihren Namen heute für die Kanzlei stehen. Seit 30 Jahren bilden die Immobilien den Mittelpunkt der Beratung.

Bei der Arbeit schwer zu bremsen

Franke ist einer der Schiedsrichter und Mediatoren der Kanzlei. Der Anwalt mit Zweitwohnsitz in Südtirol macht äußerlich einen gemütlichen Eindruck, ist aber schwer zu bremsen, wenn er von seiner Arbeit berichtet. "23.000 Mängel, 157 Nachträge, neun Beweissicherungsverfahren, ein großes Einkaufszentrum, hohe Vertragsstrafen im Raum, in anderthalb Jahren habe ich die Parteien zusammengebracht", zählt Franke auf. "Ich musste durch Fleiß auf einem rechtlichen Fundament überzeugen, ich habe ein mehrere Hundert Seiten langes Quasi-Urteil geschrieben und daraus vorgetragen", fährt er fort. "Konflikte vermeiden, indem etwas geregelt wird - das fand ich im Studium faszinierend, und es fasziniert mich immer noch", endet er.

Nach seiner Karriere befragt, sagt Franke zwar: "In meinem Leben war eigentlich vieles Zufall." Der Eindruck, den er vermittelt, ist ein anderer. "Mit elf Jahren habe ich mir mit meinem Freund zusammen ein Grundgesetz gekauft", erzählt er, "ich wollte unbedingt wissen, was Richtlinienkompetenz ist." Danach ließ ihn die Rechtswissenschaft nicht mehr los. "Ich habe ein ausgeprägtes Grundmisstrauen. Aber das Jurastudium habe ich nie angezweifelt", meint Franke. Mit Umweg über eine Stelle als Bundestagsassistent bei FDP-Größe Hans Friderichs landete er bei der Bauindustrie und wurde schließlich Immobilienanwalt.

Zum Profifußball reichte es nicht

Auch sein Kollege Knipp gerät in Begeisterung, wenn er von seiner Tätigkeit erzählt. "Am spannendsten ist für mich die Rechtsberatung in Bereichen, wo es keine Literatur und keine Rechtsprechung gibt." Sein Traumberuf war ursprünglich aber ein ganz anderer, gesteht Knipp: "Am liebsten wäre ich Berufsfußballer geworden, aber dafür hat es nicht gereicht." Stattdessen plante er ein Sportstudium - bis in der Oberstufe Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts besprochen wurden. "Diese Kombination aus Recht, Politik und Sprache gefiel mir", blickt Knipp zurück. An der Universität stellte der Bad Homburger zufrieden fest: "Das macht nicht nur Spaß, das kann ich auch." Nach dem Studium sammelte Knipp in einer allgemein ausgerichteten Kanzlei drei Jahre lang Prozesserfahrung. An einem kuriosen Tag trat er vor fünf verschiedenen Gerichten auf. Er schmunzelt: "Ich war damals ein Prozesshansel." Seit 1990 ist er nun bei Heiermann. "Mein Vater, Beamter einer Baubehörde, hat sich sehr gefreut, dass ich doch noch was mit Bauen zu tun habe und Baurecht mache", sagt Knipp.

Vergabespezialist Franke, der sich wegen seiner Lehrtätigkeit Professor nennen darf, ist es zu verdanken, dass HFK ein Büro in Wien hat. Durch sein Leben vor Ort besitzt er die notwendigen lokalen Kontakte. Der dortige Markt sei zwar klein und überschaubar, aber es gebe keine Kanzlei, die baubegleitende Beratung anbiete, erläutern die Partner die Entscheidung für die österreichische Hauptstadt. Noch eine zweite Stadt überrascht auf dem Briefbogen: Essen. "Das ist ein Standort, den andere nicht haben", weiß Knipp. Diesen Entschluss hätten sie bewusst gefällt, auch um sich abzuheben. In der Tat tummeln sich in Düsseldorf zahlreiche Kollegen. Aber schließlich sei Essen eine große Stadt in Nordrhein-Westfalen mit einer Bauszene und Unternehmen wie Hochtief, stellt Knipp klar - und der Draht ins Ruhrgebiet sei direkter.

Essen statt Düsseldorf

Nicht nur zum Mandanten, auch innerhalb der Kanzlei sind die Wege kurz. Knipp beschreibt die interne Stimmung mit den Worten liberal und wenig hierarchisch. "Unsere Strategie ist, den Rechtsanwalt als Freiberufler zu sehen", sagt er und meint es anscheinend auch so. "Wir reden offen: über das, was ich weiß, und vor allem auch das, was ich nicht weiß", skizziert er den Umgang miteinander. Gerade Fachgespräche seien eine gute Basis für eine lebhafte Kommunikation, glaubt Knipp.

Den Aufbau eines Notariats fassten die Immobilienspezialisten schon länger ins Auge. In den kommenden fünf bis acht Jahren soll es so weit sein. "Wir hatten Bedenken, dass uns das wegen Interessenkollisionen sozusagen lahm legt", erklärt Knipp das Zögern. Unter anderem deshalb vereinbarte HFK eine Kooperation mit Bögner Hensel Gerns & Partner aus Frankfurt am Main. Notariat, steuer- und gesellschaftliche Kompetenz im Tausch gegen Immobilienwissen liegt der Zusammenarbeit zu Grunde.

Mittelfristig sollen aber neue Kollegen hinzukommen. Gerade auf dem Gebiet des Immobilienwirtschaftsrechts sehen die HFK-Partner Ausbaupotenzial. Knipp zieht jedoch mit Blick auf die Struktur der Kanzlei eine klare Grenze: "60 Anwälte, größer wollen wir nicht werden." Derzeit sind es 49. Als Kerngeschäft bezeichnet Knipp die Beratung in schwierigen und exklusiven Rechtsfragen sowie die baubegleitende Beratung. "Wir müssen immer darauf achten, dass wir unser hohes juristisches Niveau nicht verlieren", legt er die Messlatte an. Und warnt: "Routine ist gefährlich."

Keine reinen Fleißarbeiten

Reine Fleißarbeiten seien kein Fall für HFK: "10.000 Mietverträge auf Plausibilität prüfen, das haben wir bisher nicht gemacht und wollen wir auch nicht machen." Reine Prozessmandate, die neu kommen, sind nicht so gern gesehen. "Wenn wir nicht selbst vorher beraten haben, gibt es oft viele Unwägbarkeiten", sagt Knipp. Streitigkeiten um Ingenieurhonorare und Werklohnforderungen seien solche Fälle. Eine vernünftige aufwandsbezogene, wirtschaftliche Abwicklung müsse möglich sein. Etwa 70% der Mandanten sind derzeit Auftraggeber. "Die Auftragnehmer sind weggebrochen, weil wir bei Großprojekten häufig auf Auftraggeberseite, wie z.B. der Deutschen Bahn AG, waren", erklärt Knipp. Inzwischen kämen die Auftragnehmer wieder, berichtet er, auch wenn im eigentlichen Baubereich im Moment nicht viel passiere. "Vor drei bis vier Jahren gab es hier eine Fülle von Kränen", blickt er auf die Frankfurter Skyline.

Knipp steht immer noch gerne vor Gericht. "Im Gerichtssaal wird die juristische Tätigkeit überprüft, und ich bekomme ein Ergebnis, ob positiv oder negativ", sagt er. Als unnachgiebig kennen ihn Prozessgegner, und er bekräftigt: "Lieber in erster Instanz verurteilen lassen als ein schlechter Vergleich." So verunsicherte er, zur Begeisterung des Mandanten, einen zögerlichen Gegenanwalt mit der Frage: "Was sagen Sie da eigentlich, ich verstehe Ihre Sprache nicht?" Der unglückliche Kollege konnte offenbar nicht mitreden - anders als die Immobilientruppe von HFK. (ba)

Heiermann Franke Knipp

§ 1 - KANZLEI

Sechs eigene Büros in Frankfurt am Main, Berlin, München, Hamburg, Essen und Wien; Kooperationsbüros in Washington, Barcelona, Warschau, Shanghai. Insgesamt 91 Mitarbeiter in Deutschland, davon 49 Rechtsanwälte.

§ 2 - IMMOBILIENABTEILUNG

Alle Anwälte der Kanzlei sind im Immobilienrecht tätig, die Kanzlei ist auf diesen Bereich spezialisiert, insbesondere auf das private Baurecht, das Vergaberecht und die baubegleitende Beratung.

§ 3 - HISTORIE

Gegründet im Jahr 1974 von Namenspartner Heiermann, Zusammenschlüsse mit anderen Sozietäten gab es keine, die Kanzlei ist organisch gewachsen. 1992 gab es einen Einschnitt, zwei Drittel der damaligen Anwälte verließen die Ursprungskanzlei. Die Partner Heiermann und Knipp bauten mit zu Beginn sechs Anwälten neu auf, 1993 kam Franke hinzu; derzeit hat die Kanzlei 15 Partner.

§ 4 - KANZLEIVERBUND

Kooperation mit der Frankfurter Kanzlei Bögner Hensel Gerns & Partner, die die Kompetenz auf den Gebieten des Gesellschafts- und Steuerrechts erweitert und über ein Notariat verfügt.

§ 5 - LEISTUNGEN

Neben der Rechtsberatung Schiedsgerichtstätigkeit, Mediation, Kooperation mit Ingenieurbüros und Sachverständigen aus dem Bereich Baubetrieb; Kernkompetenzen vor allem im privaten und öffentlichen Baurecht, Architekten- und Vergaberecht, Insolvenzrecht mit Immobilienbezug; der Bereich Immobilienwirtschaftsrecht (Transaktionen) soll in den kommenden Monaten gezielt verstärkt werden; Schwerpunkte in der baubegleitenden Beratung.

§ 6 - HONORARE

Zwischen 180 EUR und 500 EUR pro Stunde, abhängig von Seniorität und Erfahrung der jeweiligen Anwälte.

§ 7 - VERANSTALTUNGEN

Immobilienrechtliche Abende zu aktuellen Themen mit Gästen aus der Branche (nächster Abend in Essen am 17. November), Vorträge, Lehrtätigkeit u.a. Euroforum, IBR-Seminare, Fachanwaltslehrgänge, Deutsche Gesellschaft für Baurecht.

§ 8 - MESSEN

Teilnahme an der Expo Real und an der Mipim (ohne Stand).

§ 9 - AUSWAHL DER VERÖFFENTLICHUNGEN

Heiermann/Riedl/Rusam, Handkommentar zur VOB, Teile A und B, Vieweg Verlag, Wiesbaden, 10. Aufl. 2003; Heiermann/Kullack/ Bayer, Kommentar zur Schiedsgerichtsordnung für das Bauwesen, Vieweg Verlag, Wiesbaden, 2. Aufl. 2002; Heiermann/Franke/ Knipp, Handbuch Baubegleitende Rechtsberatung, Beck Verlag, München, 2002; Franke/Zanner/Kemper/Knipp/Laub, Die Immobilie, Werner Verlag, Düsseldorf, 2004; Franke/Kemper/Zanner/Grünhagen, VOB-Kommentar Bauvergaberecht Bauvertragsrecht Bauprozessrecht, Werner Verlag, Düsseldorf, 2. Aufl. 2005.

§ 10 - ANSPRECHPARTNER

Bernd Knipp

E-Mail: knipp@kanzlei-hfk.de,

Tel. 069/97 58 22 134

IZ