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REaL soll Praxis- und Forschungslücke schließen

Gruppenfoto zum Start: Heinemann, Samuels, Kutscher, Kämpf-Dern, Moderatorin Lucia Brauburger und Müller (v.l.)

Gruppenfoto zum Start: Heinemann, Samuels, Kutscher, Kämpf-Dern, Moderatorin Lucia Brauburger und Müller (v.l.)

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Karriere 15.02.2018
Der Masterstudiengang Real Estate & Leadership an der Hamburger HSBA soll die Praxislücke staatlicher Immobilienstudiengänge schließen und die Forschungslücke bei Themen der ... 

Der Masterstudiengang Real Estate & Leadership an der Hamburger HSBA soll die Praxislücke staatlicher Immobilienstudiengänge schließen und die Forschungslücke bei Themen der Immobilienwirtschaft verkleinern. Die Studierenden sollen interdisziplinär denken lernen. Eine Million Euro Fördermittel haben Sponsoren zugesagt.

Gute Mitarbeiter sind Wettbewerbsfaktor Nummer 1", erklärt Uve Samuels, Geschäftsführer der Hamburg School of Business Administration (HSBA). Das wissen alle bei der Vorstellung des neuen Masterstudiengangs Real Estate & Leadership Anwesenden und das treibt sie an. Auch in der Immobilienwirtschaft tobt der war of talents.

Und die 14 Studierenden, die seit Beginn des Wintersemesters 2017/2018 die Erstlinge des neuen Studiengangs an der HSBA sind, werden den Mangel an Nachwuchsfachkräften nicht umgehend umfassend befriedigen. Aber die Mitglieder und Förderer des im Februar 2015 in Hamburg gegründeten gemeinnützigen Vereins Real Estate and Leadership Foundation (REaL) hoffen schon, dass ihr Engagement mit Zusagen der Absolventen ab 2020 belohnt wird.

"Wir brauchen Leute, die interdisziplinär arbeiten können und Leadership-Kompetenzen mitbringen, um Projekte zum Erfolg zu bringen", fasst Reinhard Kutscher, Union Investment Real Estate und REaL-Vorstand, Erwartung und Anspruch zusammen. Der Verein will Wissenschaft, Forschung und Bildung zu interdisziplinären, schnittstellenübergreifenden und Leadership-Themen der Immobilienwirtschaft fördern.

Und auch die Studierenden freuen sich über die fördernden Schwergewichte der Branche. "Die Attraktivität der Förderer spielt schon eine Rolle", erklärt Annika Barkmann. "So bekomme ich gleich den praktischen Bezug." Sie hat bereits einen Bachelor of Engineering Bau- und Immobilienmanagement von der Hochschule 21 in Buxtehude in der Tasche und wird als Teilzeitstudentin von ihrem Arbeitgeber Garbe Industrial Real Estate unterstützt.

Um den Blick über den eigenen Fachhorizont zu heben, wird bei Aufnahme der Studierenden auf eine Mischung ihrer Basisqualifikation geachtet. "Die Struktur der Bewerber spiegelt etwa die der aufgenommenen Studierenden wider", erläutert Immo Schmidt-Jortzig, stellvertretender Geschäftsführer der HSBA. "40% sind BWLer, jeweils 30% Architekten/Stadtplaner sowie Bauingenieure."

REaL hat die Akkreditierung des Studiengangs angeschoben und die Einrichtung von drei Professuren unterstützt. Eine Million Euro wurden dazu bis dato von den Förderern zugesagt. Die finanzielle Unterstützung erlaubt zudem die Reduzierung der Studiengebühren - jährlich 22.000 Euro - für ausgewählte Studierende. Studiengangsleiter Nikolas Müller stellt jedoch klar: "Die Unternehmen können sich nicht einkaufen und mitbestimmen. Aber sie können sich mit Fragestellungen einbringen."

Und das tun sie, indem Mitarbeiter als Dozenten ihre Erfahrungen teilen und Praxisbezug schaffen. Wie Philipp Goltermann, Drees & Sommer. "Schon die Gründer von Drees & Sommer waren in der Hochschulausbildung engagiert, weil die staatliche Ausbildung zu wenig Praxisbezug schafft. Diese Lücke wollen wir schließen." Dem dienen auch Mentorenprogramme, Praktika und Projekte bei und mit den Mitgliedern sowie Förderern. "Aber es geht nicht nur um die Vermittlung von Erfahrungswissen", betont Müller. "Einzigartig ist der starke Fokus auf Forschung. Wir haben Dozenten zur Vermittlung einer wissenschaftlichen Problemlösungskompetenz."

Die Forschungsqualifikation sei auch bei der Entscheidung für Müller wichtig gewesen, unterstreicht Annette Kämpf-Dern, Initiatorin und Vorstand der Foundation sowie Professorin an der Bauhaus Universität Weimar. "Die Fragestellungen, die von den Unternehmen eingebracht werden, können auch in der Forschung weitergetrieben werden." Es gebe höchstens 20 Immobilienprofessuren deutschlandweit im Bereich Forschung, aber viele Themen. "Zum Beispiel die Entwicklung der Arbeitswelten. Wie prägen Räume die Produktivität? Die großen Unternehmen probieren da gerade rum. Vielleicht investieren hier gerade alle falsch. Das wäre wenig nachhaltig."

Und nachhaltig und zukunftsgerichtet sollen die vermittelten Kompetenzen sein. "Union Investment hängt Nachhaltigkeit sehr hoch und fordert uns bei den Immobilien, die wir für sie entwickeln", beschreibt Robert Heinemann, ECE Projektmanagement, den Druck aus der Branche. "Organisation, Koordination und Kooperation" nennt Müller als "Leadership-Skills". Thematisch dreht sich viel um Digitalisierung - auch im Kontext mit Themen wie Urban Planning, etwa um den Klimawandel bei Stadtplanung und Immobilienentwicklung zu antizipieren.

Friedhelm Feldhaus

Immobilienfachwissen ist am wichtigsten

Welche Bücher aus dem Stapel können Studierende eher mal beiseite legen? Die Antwort lautet: die Finanzmarkt- und Steuerschwarten, denn diese Kenntnisse sind von Unternehmen weniger gefragt als Immobilienwissen.

Welche Bücher aus dem Stapel können Studierende eher mal beiseite legen? Die Antwort lautet: die Finanzmarkt- und Steuerschwarten, denn diese Kenntnisse sind von Unternehmen weniger gefragt als Immobilienwissen.

Bild: BilderBox.com

Karriere 05.11.2015
Wenn Immobilienunternehmen junge Bewerber einstellen, legen sie besonderen Wert auf immobilienspezifisches Fachwissen sowie Verlässlichkeit, Motivation und Teamfähigkeit, wie eine Umfrage der ... 

Wenn Immobilienunternehmen junge Bewerber einstellen, legen sie besonderen Wert auf immobilienspezifisches Fachwissen sowie Verlässlichkeit, Motivation und Teamfähigkeit, wie eine Umfrage der Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) zeigt. Internationale Erfahrungen spielen dagegen eher eine untergeordnete Rolle.

Vor allem ein immobilienwirtschaftliches Studium oder eine Ausbildung sind beim Einstieg in die Branche entscheidend. 62% der 214 befragten Immobilienunternehmen bewerten diese als "sehr wichtig", wie eine aktuelle Umfrage der gif zeigt. Weitere 28% sehen das immobilienspezifische Know-how als "wichtig" an - das sind in Summe 90% der Befragten. Doch auch mit einem betriebs- oder volkswirtschaftlichen Abschluss können junge Bewerber punkten: 88% schätzen dies als "wichtig" bzw. "sehr wichtig" an, kaum weniger. Doch nur 34% bewerten einen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss als "sehr wichtig". Das Branchenwissen könnte im Vorstellungsgespräch also das Zünglein an der Waage sein.

Auch beim Gegencheck, also der Frage nach den sogenannten harten Qualifikationen, steht immobilienspezifisches Fachwissen an erster Stelle und wird von gut jedem zweiten als "sehr wichtig" eingestuft, gefolgt von Computerkenntnissen (40%). Jeder vierte Befragte legt Wert auf Sprachkenntnisse. Einigkeit herrscht bei dem Thema Soft Skills unter den befragten Immobilienunternehmen, die mehrheitlich ihren Hauptsitz in Deutschland haben und meist nicht mehr als 249 Beschäftigte zählen: Verlässlichkeit (84%), Motivation (83%), Teamfähigkeit (76%) und Belastbarkeit (60%) gelten als "sehr wichtige" Qualifikationen. "Internationalität", also interkulturelle Kompetenzen, hingegen, erhält nur von 14% der Teilnehmer diese Zuschreibung.

Das dürfte viele Studierende schmerzen, denn 59% würden gerne im Ausland arbeiten, wie die diesjährige Umfrage der Immobilien Zeitung unter 428 Studierenden immobilienwirtschaftlicher Fächer zeigt. Immerhin 25% von ihnen gaben an, sogar schon Auslandserfahrung durch Praktika, Jobs oder Studium gesammelt zu haben. Und nicht wenige Hochschulen schmücken sich mit internationalen Partnerhochschulen, integrierten Austauschprogrammen oder internationalen Doppelabschlüssen, wohlwissend um die Sogkraft der "Internationalität".

Doch die allein ist eben nicht das Wichtigste und kein Garant für einen Job. Nach einem dreijährigen Immobilienwirtschaftsstudium in Nottingham sowie Praktika auf Mallorca und in New York "hat das Internationale im Vorstellungsgespräch gar nicht interessiert", klagte ein junger Mann während einer Diskussionsrunde der gif auf der Expo Real. Dass er Englisch und Spanisch spreche, habe keine Rolle gespielt.

Die Panel-Teilnehmer sprachen ihm Mut zu: "Suchen Sie sich ein Unternehmen, das Ihre Qualifikationen schätzt", empfahl Annette Kämpf-Dern von der HafenCity Universität Hamburg. Ralf Klann, Geschäftsführer von Bilfinger Real Estate Asset Management, sagte: "Wenn Sie auf dem deutschen Markt arbeiten möchten, müssen Sie die Usancen des deutschen Marktes kennen." Zuvor hatte Klann von seiner Zeit in Abu Dhabi gesprochen und wie ihn diese positiv geprägt hat. Er riet den meist jungen Zuhörern, mindestens ein Jahr in einem anderen Kulturkreis zu verbringen. Und so fand er denn auch noch ermutigende Worte für den enttäuschten Absolventen. "Ich denke, es gibt auf jeden Fall Arbeitsplätze, auf die Ihr Profil passen würde."

Sonja Smalian

HafenCity Universität plant Immobilien-Master

Die Lage stimmt. Eines der größten aktuellen Stadtentwicklungsprojekte Europas gab der Universität ihren Namen - die Hafencity. In diesem Jahr bezog die Hochschule ihren Neubau am Kaiufer.

Die Lage stimmt. Eines der größten aktuellen Stadtentwicklungsprojekte Europas gab der Universität ihren Namen - die Hafencity. In diesem Jahr bezog die Hochschule ihren Neubau am Kaiufer.

Bild: David Roether

Karriere 08.12.2014
Seit Jahren wird über die Einführung eines Immobilien-Studiengangs an der HafenCity Universität (HCU) geredet. Nun soll es endlich so weit sein: Ein Konzept für einen ... 

Seit Jahren wird über die Einführung eines Immobilien-Studiengangs an der HafenCity Universität (HCU) geredet. Nun soll es endlich so weit sein: Ein Konzept für einen Vollzeit-Masterstudiengang steht, und es gibt die ersten festen Kooperations- und Förderpartner aus der Privatwirtschaft.

Vier Semester umfasst der geplante Studiengang an der HCU, der den Arbeitstitel Real Estate and Leadership trägt und zum Wintersemester 2015/16 beginnen soll. Das interdisziplinäre Studium legt seine Schwerpunkte sowohl auf kaufmännischen als auch die technisch-ingenieurwissenschaftlichen Aspekte der Immobilienwirtschaft. Zudem werden Kommunikations-, Management- und Führungsfähigkeiten vermittelt. "In unserer Branche braucht jeder jeden Tag Leadership-Skills", sagt Prof. Dr. Annette Kämpf-Dern. Denn jeder in der Immobilienwirtschaft habe Team- oder Projektverantwortung. Zudem müssten die Mitarbeiter Visionen vermitteln und zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen "übersetzen" können. Den Studierenden soll ein ganzheitlicher Blick vermittelt werden. Kämpf-Dern hat das Konzept für den Studiengang entwickelt und koordiniert nun die Umsetzung.

30 Studienplätze gibt es für High Potentials, die einen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss in den Fächern Architektur, Bauingenieurwesen, Betriebswirtschaft, Geografie, Immobilienmanagement, Stadtplanung oder einem verwandten Fach erworben haben. Zudem müssen die Bewerber mindestens ein Jahr Berufserfahrung in der Bau- bzw. Immobilienbranche gesammelt haben und gute Englischkenntnisse vorweisen können. Denn etwa 80% der Lehrinhalte werden auf Englisch vermittelt. Die Module heißen dementsprechend auch Building Physics & Materials, Real Estate Economics & Business Administration oder Stakeholder Management & Communication. Die Studenten erarbeiten sich 120 ECTS-Punkte und erhalten den Abschluss Master of Science. Eine Akkreditierung durch die Royal Institution of Chartered Surveyors werde angestrebt, sagt Kämpf-Dern.

Die Idee, einen eigenständigen Immobilien-Studiengang an der HCU einzurichten, ist nicht neu. Schon 2007 berichtete die Immobilien Zeitung (IZ) über entsprechende Pläne (vgl. Artikel "Mehr immobilienökonomisches Know-how", IZ 13/07). Auch in den anderen Studiengängen spielt die Immobilie eine Rolle, denn die HCU - Universität für Baukunst und Metropolentwicklung, wie ihr vollständiger Name lautet - vereint unter ihrem Dach alle im Bereich der "gebauten Umwelt" angesiedelten Studien- und Forschungsbereiche. Entstanden war die HCU 2006 durch die Zusammenführung von vier Fachbereichen aus drei Hamburger Hochschulen. Seitdem wurden die Studienangebote in den Bereichen Ingenieur- und Naturwissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Gestaltung und Entwurf weiter ausgebaut. Der neue Masterstudiengang wird in diese interdisziplinäre Infrastruktur voll integriert und dementsprechend thematisch breit angelegt sein.

"Inhaltlich stoßen wir mit dem Studiengang auf großes Interesse", sagt Kämpf-Dern, die schon rund 80 Gespräche mit Unternehmen geführt hat. Denn das Angebot muss zu einem großen Teil über die Privatwirtschaft finanziert werden. Kämpf-Dern hat dafür ein Kooperationsmodell entwickelt, das Förderbeiträge von 5.000 Euro bis zu 100.000 Euro jährlich vorsieht, sodass sich sowohl kleinere wie auch große Unternehmen beteiligen können. Die ersten Kooperations- und Förder- partner hat sie schon an Bord geholt: Union Investment Real Estate, ECE, Wentzel Dr., Ernst & Young Real Estate sowie die Hamburger Sparkasse und die Sutor-Stiftung.

Frank Billand, Mitglied der Geschäftsführung von Union Investment Real Estate, sieht künftig einen Bedarf an Generalisten. Denn durch die Auffächerung der Berufe in der Immobilienbranche und die Trennung zwischen den technischen und den kaufmännischen Bereichen brauche es Leute, die den Gesamtüberblick über ein Projekt haben. Ihn überzeugt auch, dass der Bereich Leadership und Kommunikation einen großen Raum einnimmt, denn sein Unternehmen ist in 23 Ländern aktiv. Er könnte sich vorstellen, HCU-Absolventen als An- und Verkaufsexperten oder als Asset-Manager einzusetzen. Auch die Möglichkeit, Masterarbeits- oder Forschungsthemen an die Hochschule heranzutragen und durch die räumliche Nähe den fachlichen Austausch aktiv pflegen zu können, findet Billand interessant.

Lothar Kappich, Geschäftsführer der Hamburger ECE, überzeugte vor allem die Interdisziplinarität und die Verknüpfung mit Führungsthemen. Als Hamburger Unternehmen gehört es für ECE auch zum gesellschaftlichen Engagement, den Studiengang zu unterstützen. Zumal im Norden ein derartiges universitäres Angebot für die Branche noch fehlt. Auch deswegen sieht Kappich das Einzugsgebiet des Studiengangs "viel breiter als nur in Hamburg".

Ansprechpartnerin für interessierte Kooperationspartner und Studenten ist Prof. Dr. Annette Kämpf-Dern (E-Mail: annette.kaempf-dern@hcu-hamburg.de).

Sonja Smalian