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Cureus-CEO Gerald Klinck zieht sich in den Beirat zurück

Köpfe 16.01.2024
Gerald Klinck ist zwar mit Jahresbeginn aus dem operativen Geschäft von Cureus, einem Projektentwickler und Bestandshalter von Pflegeimmobilien, ausgestiegen. Doch gänzlich verabschieden tut er ... 

Gerald Klinck ist zwar mit Jahresbeginn aus dem operativen Geschäft von Cureus, einem Projektentwickler und Bestandshalter von Pflegeimmobilien, ausgestiegen. Doch gänzlich verabschieden tut er sich nicht. Er wechselt vom Geschäftsführerposten auf den Vorsitz des neu gegründeten Cureus-Beirats.

Das operative Geschäft mit der Entwicklung, dem Vertrieb und der Bestandspflege von Pflege- und Wohneinheiten, liegt nun hinter Gerald Klinck. Nach außen hin bleibe er aber „das Gesicht“ des Unternehmens, das sei mit der Führungsebene so vereinbart, sagt er selbst. Doch er tut dies nun vom Vorsitz des neu gegründeten Beirats aus. Dieses Gremium werde die Eigentümerseite und die Geschäftsführung in Themen zur weiteren Unternehmensentwicklung beraten.

Im Zuge dieses Wechsels wird die Aufgabenliste von Christian Möhrke umso länger. Zu seinen bisherigen Verpflichtungen als COO kommen die To-Dos von Klinck hinzu, dafür darf sich Möhrke jetzt auch CEO nennen. Unverändert bleiben die Positionen in der Geschäftsführung von CCO Frank Oberländer und CFO Oliver Sturhahn.

Gut 1.600 Pflege- und Wohneinheiten wurden 2023 fertiggestellt

Klinck blickt auf ein reges Jahr 2023 zurück, setzt man dazu die allgemeine Zurückhaltung bei Bauprojekten und Investitionen in die Assetklasse der Pflege- und Seniorenimmobilien ins Verhältnis. 1.617 Pflege- und Service-Wohneinheiten wurden fertiggestellt und der Bau von weiteren 728 Einheiten begonnen.
Im letzten Quartal 2023 hat Cureus ein dreiteiliges Portfolio mit 367 Einheiten an Patrizia verkauft.

Für 2024 peilt Cureus die Fertigstellung und den Baustart von jeweils über 1.000 Einheiten für stationäre Pflege und Service-Wohnen an. Darüber hinaus zeigt sich der Entwickler offen für Grundstücksangebote. „Unser Fokus liegt hier im Wesentlichen auf Nordrhein-Westfalen oder auch Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein“, zählt CEO Möhrke auf. „Interessant sind vor allem zentral gelegene Grundstücke in Wohn- oder Mischgebieten ab 3.000 qm Größe, die infrastrukturell gut erschlossen sind.“

Zum Cureus-Bestand gehören 62 verpachtete Immobilien mit 6.139 Pflegeplätzen, 714 Service-Wohneinheiten und 26 sonstigen Einheiten. Im Bau befinden sich 1.811 Pflegeplätze, 224 Service-Wohneinheiten und 76 sonstige Einheiten an 16 Standorten, in Planung und notariell gesichert sind rund 3.530 Pflegeplätze und 1.100 Service-Wohneinheiten an 29 Standorten.
Anke Pipke

Ouram kontrolliert TLG-Aufsichtsrat

Auf der gestrigen Hauptversammlung von TLG Immobilien gab es unerwarteten Wirbel.

Auf der gestrigen Hauptversammlung von TLG Immobilien gab es unerwarteten Wirbel.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Gerda Gericke

Köpfe 22.05.2019
Der israelische Investor Amir Dayan hat sich mit seinem Bestreben, den Aufsichtsrat von TLG Immobilien zu kontrollieren, durchgesetzt. Seit der gestrigen Hauptversammlung stellt das ... 

Der israelische Investor Amir Dayan hat sich mit seinem Bestreben, den Aufsichtsrat von TLG Immobilien zu kontrollieren, durchgesetzt. Seit der gestrigen Hauptversammlung stellt das Ouram-Lager vier von sechs Aufsichtsratsmitgliedern.

Dayan hält über seine Ouram Holding 29,33% an TLG. Den anderen Aktionären muss er so kein Übernahmeangebot unterbreiten, weil er unterhalb der 30%-Schwelle bleibt. Dafür hat Dayan nun das Sagen im Aufsichtsrat, der seinerseits den Vorstand kontrolliert.

Lars Wittan wird nicht gewählt, dafür aber ein zusätzlicher Ouram-Kandidat

Und das kam so: Intown-Chef Sascha Hettrich sitzt schon länger für Ouram im Aufsichtsrat. Gestern kamen, wie von Ouram gewünscht, auch der frühere Blackstone-Manager Jonathan Lurie und DIM-Vorstand Klaus Krägel dazu. Der vom alten Aufsichtsrat vorgeschlagene Kandidat Lars Wittan, Noch-Vizechef bei Deutsche Wohnen, wurde dagegen nicht gewählt - dafür aber ein gewisser Ran Laufer, wohnhaft in Israel und Geschäftsführer einer Immobiliengesellschaft mit Sitz in Monheim am Rhein. Ins Rennen geschickt wurde Laufer von Ouram.

Sascha Hettrich ist neuer Chefaufseher

Der neu zusammengesetzte Aufsichtsrat tagte gestern noch und bestimmte seinen neuen Vorsitzenden. Zur Erinnerung: Der Vertrag des bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden, Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn, lief aus. Den Hut des TLG-Hauptkontrolleurs hat nun Hettrich auf.

"Ohne Rücksicht auf die anderen Aktionäre"

Aktionärsschützer sehen das Vorgehen von Ouram kritisch: "Es ist sehr unerfreulich, dass es im Hintergrund der erfolgreichen Gesellschaft offensichtlich einen Machtkampf mit dem neuen Großaktionär gibt, eingeleitet durch den Antrag am Anfang des Jahres für eine außerordentliche Hauptversammlung, der dann wieder zurückgezogen wurde", sagt Michael Kunert von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. "Nach der Tagesordnung sah es erst nach einer Befriedung aus. Durch den Gegenantrag bei Aufsichtsratswahl mit einem eigenen Kandidaten hat der Großaktionär aber nun nur seine eigenen Interessen durchgedrückt, ohne Rücksicht auf die anderen Aktionäre."

Die TLG-Aktie reagierte so auf das Geschehen: Sie büßte bis Mittag am Handelsplatz Frankfurt 2,85% ein und war noch 25,60 Euro wert.

4:1 für Ouram

Aufsichtsratsmitglied Stefan Kowski hatte sein Mandat kurzfristig zum 15. Mai niedergelegt. Es steht zu vermuten, dass dies mit dem jüngst erfolgten Ausstieg von Gerhard Schmidt, zuvor einer der größten TLG-Aktionäre, zu tun hat. Schmidt hat seine TLG-Beteiligung in den vergangenen Wochen in zwei Tranchen verkauft. Kowski war auf Vorschlag von Schmidt in den Aufsichtsrat gelangt. Ein Nachfolger für ihn steht noch nicht fest. Das einzige aktuelle Aufsichtsratsmitglied, das nicht gleichsam von Ouram entsendet wurde, ist damit aktuell Helmut Ullrich, der bisherige Vorsitzende des Prüfungsausschusses. Auch ihn hatte Ouram ursprünglich Anfang des Jahres absägen wollen, ebenso wie Zahn und Michael Bütter, den bisherigen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden.

TLG bekommt CEO

Mit der Kontrolle über den Aufsichtsrat hat Dayan auch bei Personalentscheidungen im Vorstand ein gewichtiges Wörtchen mitzureden - etwa bei der Einsetzung eines Vorstandsvorsitzenden. "Der Markt kann davon ausgehen, dass in der Gesellschaft zukünftig ein dreiköpfiger Vorstand in der klassischen Struktur CEO/CFO/COO angestrebt wird", steht im TLG-Geschäftsbericht 2018. Nachdem ein COO (Jürgen Overath) und ein CFO (Gerald Klinck) vor nicht allzu langer Zeit schon an Bord geholt werden, fehlt nur noch ein CEO. Ein heißer Kandidat für diesen Posten soll schon in den Startlöchern stehen. Weil der Aufsichtsrat jetzt aber ein ganz neues Gesicht hat, wollte der alte Aufsichtsrat den Kandidaten gestern noch nicht der Öffentlichkeit vorstellen.

Die Entlastung der beiden alten TLG-Vorstände, Niclas Karoff und Peter Finkbeiner, wollte der Ouram-Vetreter auf der gestrigen Hauptversammlung nicht mittragen, wie er in einer Rede sagte. Daher wurden Karoff und Finkbeiner - mit den Gegenstimmen von Ouram - nur mit knapper Mehrheit entlastet, wie jemand berichtet, der gestern dabei war. Bei der Entlastung der Aufsichtsräte wollte sich der Ouram-Vertreter enthalten.

Harald Thomeczek

Ouram baut TLG-Aufsichtsrat um

Der TLG steht eine außerordentliche Hauptversammlung ins Haus.

Der TLG steht eine außerordentliche Hauptversammlung ins Haus.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Karriere 31.01.2019
TLG-Großaktionär Ouram will das Kontrollgremium der Berliner Gewerbeimmobilien-AG neu bestücken. Nachdem schon Intown-Chef Sascha Hettrich im Aufsichtsrat installiert wurde, sollen jetzt ... 

TLG-Großaktionär Ouram will das Kontrollgremium der Berliner Gewerbeimmobilien-AG neu bestücken. Nachdem schon Intown-Chef Sascha Hettrich im Aufsichtsrat installiert wurde, sollen jetzt nach dem Willen von Ouram-Chef Amir Dayan mehrere Aufseher ausgetauscht werden. Chefkontrolleur Michael Zahn schießt zurück.

Dayans Ouram Holding, Anfang 2018 bei der TLG eingestiegen und heute mit 23,36% größter Anteilseigner, hat die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung beantragt. Auf der Tagesordnung soll a) die Abberufung von Zahn, seinem Stellvertreter Michael Bütter und Helmut Ullrich sowie b) die Wahl von vier neuen Aufsehern stehen: Beatrice Ruskol, CFO von PBM Construction Germany; Amir Ramot, Managing Director des Investmentberaters Spark Capital; Klaus Krägel, CEO der DIM Holding, und Jon Lurie, Senior Adviser Real Estate bei McKinsey.

Weshalb Ouram den Aufsichtsrat umkrempeln will, erklärt das Unternehmen auf Anfrage der Immobilien Zeitung so: "Wir sind besorgt, dass Mitglieder des Aufsichtsrats von TLG Immobilien möglicherweise nicht länger in der Position sind, die Entwicklung des Unternehmens effektiv zu unterstützen. Es handelt sich hierbei um eine dringliche Angelegenheit, denn mehrere Aufsichtsratsmitglieder haben entschieden, ihre Ämter als Aufsichtsräte zur Verfügung zu stellen."

Der selbst erst seit September 2018 amtierende TLG-Vorstand um Jürgen Overath (COO) und Gerald Klinck (CFO) hat den Antrag von Ouram geprüft und sah bis Redaktionsschluss keinen Grund, dem Wunsch des größten Minderheitsaktionärs nicht zu entsprechen. Das außerplanmäßige Aktionärstreffen soll im März steigen.

An Bord bleiben sollen dann nach dem Willen von Dayan nur die beiden neuen Aufsichtsräte Sascha Hettrich, Deutschlandchef von Intown, und Stefan Kowski, die beide im Mai 2018 ins Amt kamen. Kowski war vom zweitgrößten TLG-Aktionär Gerhard Schmidt (rund 16%) vorgeschlagen worden. Ausgeschieden ist zwischenzeitlich das langjährige Aufsichtsratsmitglied Claus Nolting. Er legte sein Mandat zum 31. Dezember 2018 nieder, vorzeitig und aus freien Stücken.

Noltings Posten muss also ohnehin nachbesetzt werden. Das sollte ursprünglich auf der für den 10. Mai 2019 geplanten regulären Hauptversammlung passieren, wie Aufsichtsratschef Zahn in einem Brief an die (übrigen) Aktionäre schreibt. Auch über die Besetzung zweier weiterer Aufsichtsratsposten hätte ganz regulär im Mai entschieden werden sollen. Sowohl Zahns als auch Bütters Mandat enden dann. Und Zahn steht, wie er schreibt, nicht für eine Fortsetzung zur Verfügung, was Vorstand und Aufsichtsrat auch "seit geraumer Zeit" wüssten. Ein Auswahlprozess für Nachfolgekandidaten laufe.

Der scheidende Chefaufseher Zahn warnt: Die TLG könnte "zukünftig von einem Minderheitsaktionär kontrolliert werden, ohne dass dieser den anderen Aktionären die Möglichkeit gibt, ihm Aktien im Rahmen eines Kontrollübernahmeangebots anzudienen". Denn Ouram würde selbst mit den 6% der TLG-Anteile, die sich das Unternehmen vergangenen Dezember gesichert hat, unterhalb der magischen 30%-Schwelle bleiben, die die Pflicht zu einem Übernahmeangebot an die anderen Anteilseigner auslöst. "Mit einer Kontrolle über den Aufsichtsrat", schreibt Zahn weiter, "wäre es Herrn Dayan möglich, den Vorstand neu zu besetzen und damit die Geschäftspolitik der TLG nach seinen Wünschen und Prioritäten auszurichten."

Harald Thomeczek

TLG-Aufsichtsratschef sieht Aktionärswohl gefährdet

TLG-Chefaufseher Michael Zahn wollte sein Amt nach eigenem Bekunden sowieso im Mai abgeben. TLG-Großaktionär Ouram will ihn jetzt schon im März aus dem Amt befördern.

TLG-Chefaufseher Michael Zahn wollte sein Amt nach eigenem Bekunden sowieso im Mai abgeben. TLG-Großaktionär Ouram will ihn jetzt schon im März aus dem Amt befördern.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Monika Leykam

Köpfe 28.01.2019
Die Ouram Holding, der Großaktionär von TLG Immobilien, will den Aufsichtsrat der Gewerbeimmobilien-AG umkrempeln. Jetzt hat sich Aufsichtsratschef Michael Zahn zu Wort gemeldet. ... 

Die Ouram Holding, der Großaktionär von TLG Immobilien, will den Aufsichtsrat der Gewerbeimmobilien-AG umkrempeln. Jetzt hat sich Aufsichtsratschef Michael Zahn zu Wort gemeldet.

Zahn, sein Stellvertreter Michael Bütter und Helmut Ullrich, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, sollen das Kontrollgremium, so will es Ouram, verlassen und durch vier von Ouram vorgeschlagene Kandidaten ersetzt werden. Vier, weil der langjährige Aufseher Claus Nolting seinen Posten zum 31. Dezember 2018 vorzeitig geräumt hatte. Die Neubesetzung des Aufsichtsrats soll im März erfolgen, weshalb der mit gut 23% größte Minderheitsaktionär der TLG die zügige Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung beantragt hat. Der TLG-Vorstand hat signalisiert, dass er dem Willen des Großaktionärs entsprechen will.

Aufsichtsratsposten müssen im Mai ohnehin nachbesetzt werden

Zahn versteht nicht, so schreibt er in einem auf den 24. Januar datierten und auf der Internetseite der TLG veröffentlichen Brief an die (übrigen) Aktionäre, weshalb die Neubesetzung des Aufsichtsrats nicht bis zu der für den 10. Mai 2019 geplanten ordentlichen Hauptversammlung des Gewerbeimmobilienbestandshalters warten kann. Schließlich hätte dann ohnehin über die Neuwahl von Aufsichtsratsmitgliedern entschieden werden müssen: Sein - Zahns - Mandat ende dann nämlich und er stehe nicht für eine Fortsetzung desselben zur Verfügung - was Vorstand und Aufsichtsrat auch "seit geraumer Zeit" wüssten und weshalb bereits ein Auswahlprozess für Nachfolgekandidaten laufe. Zudem läuft im Mai auch der Vertrag von Bütter aus, und der Posten von Ex-Kollege Nolting muss ja sowieso nachbesetzt werden.

Ouram hatte im Mai 2018 bereits einen Vertreter aus den eigenen Reihen in den Aufsichtsrat der TLG entsendet: Intown-Deutschlandchef Sascha Hettrich. Zur gleichen Zeit zog auch Stefan Kowski auf Vorschlag des zweitgrößten TLG-Aktionärs Gerhard Schmidt (16%) in das Kontrollgremium ein. Nun sollen nach dem Willen von Ouram auch Beatrice Ruskol, Amir Ramot, Klaus Krägel und Jon Lurie in den Aufsichtsrat gewählt werden. Damit wären fünf von dann sechs Aufsichtsräten gleichsam dem Ouram-Lager zuzurechnen.

Vor diesem Hintergrund könnte, warnt der scheidende Chefaufseher Zahn, "zukünftig von einem Minderheitsaktionär kontrolliert werden, ohne dass dieser den anderen Aktionären die Möglichkeit gibt, ihm Aktien im Rahmen eines Kontrollübernahmeangebots anzudienen". Denn Ouram würde selbst mit den 6% der TLG-Anteile, die sich das Unternehmen des israelischen Investors Amir Dayan vergangenen Dezember gesichert hat, unterhalb der magischen 30%-Schwelle bleiben. Erst deren Überschreiten löst eine Pflicht zu einem solchen Übernahmeangebot an die anderen Anteilseigner aus.

"Die Geschäftspolitik der TLG nach seinen Wünschen auszurichten"

"Mit einer Kontrolle über den Aufsichtsrat", schreibt Zahn weiter, "wäre es Herrn Dayan möglich, den Vorstand neu zu besetzen und damit die Geschäftspolitik der TLG nach seinen Wünschen und Prioritäten auszurichten. Somit könnten Unternehmensinteressen, insbesondere die der anderen Aktionäre, vernachlässigt oder gar ignoriert werden." Wie wahrscheinlich ein abermaliger Austausch des Vorstands ist, sei dahingestellt: Die beiden amtierenden Vorstandsmitglieder, COO Jürgen Overath und CFO Gerald Klinck, waren erst im September 2018, also lange nach dem Einstieg von Ouram Anfang des vergangenen Jahres, für Niclas Karoff und Peter Finkbeiner ins Amt gekommen.

Besonders fragwürdig findet Zahn, dass Dayan auch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses Ullrich, dessen Mandat noch bis 2021 läuft, so kurz vor der Hauptversammlung durch jemanden ersetzen will, der mit den TLG-Zahlen nicht vertraut ist. Auch dies zeige, so Zahn, dass Dayan "möglichst schnell und ohne unabhängigen Aufsichtsratsbesetzungsprozess in eine Position kommen will, die TLG zu kontrollieren".

Ouram sieht dringenden Handlungsbedarf

Ouram mag diese Kritik nicht auf sich sitzen lassen. Auf Anfrage der Immobilien Zeitung erklärt der Investor mit folgenden Worten, weshalb er es so eilig mit der Neubesetzung des TLG-Aufsichtsrats hat: "Wir sind besorgt, dass Mitglieder des Aufsichtsrats von TLG Immobilien möglicherweise nicht länger in der Position sind, die Entwicklung des Unternehmens effektiv zu unterstützen. Es handelt sich hierbei um eine dringliche Angelegenheit, denn mehrere Aufsichtsratsmitglieder haben entschieden, ihre Ämter als Aufsichtsräte zur Verfügung zu stellen."

Den Vorwurf, die TLG als Minderheitsaktionär kontrollieren zu wollen, weist Ouram zurück: "Anschuldigungen, dass Ouram versuche, das Unternehmen über den Aufsichtsrat zu kontrollieren, entbehren jeder Grundlage. Ouram ruft andere Aktionäre auf, eigene Kandidaten vorzuschlagen, und ist offen dafür, geeignete Kandidaten zu unterstützen. Wir streben eine Lösung an, die im Sinne aller Aktionäre und des Unternehmens ist."

Das sind die Ouram-Kandidaten

Bei den von Ouram vorgeschlagenen Kandidaten handelt es sich um die Finanzchefin von PBM Construction Germany, Beatrice Ruskol. Ruskol ist Jahrgang 1977 und wurde in der israelischen Stadt Haifa geboren. PBM Construction Germany ist offensichtlich Teil der Intown-Gruppe, welche wiederum zu Dayans Firmenreich gehören soll. Klaus Krägel, Baujahr 1960, ist Vorstandsvorsitzender der Holding des Property-Managers DIM Deutsche Immobilien Management. Der Israeli Amir Ramot ist Gründer und Managing Director des Investmentberaters Spark Capital, der Anfang 2018 den 500 Mio. Euro schweren Erwerb des Frankfurter Behördenzentrums für Aroundtown einfädelte. Jon Lurie wirkt als Senior Adviser Real Estate bei McKinsey in London und gründete mit dem Beratungsunternehmen ein Joint Venture zur Beratung von Immobiliendeals namens Realty Corporation.

Harald Thomeczek

Ouram greift im TLG-Aufsichtsrat durch

Der TLG steht eine außerordentliche Hauptversammlung ins Haus.

Der TLG steht eine außerordentliche Hauptversammlung ins Haus.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Karriere 22.01.2019
Die Ouram Holding von Investor Amir Dayan will dem Aufsichtsrat von TLG Immobilien ein komplett neues Gesicht verpassen. Drei der fünf vorhandenen Aufseher sollen das Kontrollgremium ... 

Die Ouram Holding von Investor Amir Dayan will dem Aufsichtsrat von TLG Immobilien ein komplett neues Gesicht verpassen. Drei der fünf vorhandenen Aufseher sollen das Kontrollgremium verlassen, vier neue Kontrolleure dort einziehen.

Dayan, mit 23,36% größter TLG-Aktionär, hat bei TLG die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung (HV) beantragt. Auf der Tagesordnung soll a) die Abberufung der TLG-Aufsichtsräte Michael Zahn (Vorsitzender), Michael Bütter (Stellvertreter) und Helmut Ullrich sowie b) die Wahl von vier neuen Aufsehern stehen: Beatrice Ruskol, Amir Ramot, Klaus Krägel und Jon Lurie.

Außerordentliche HV im März

Der selbst erst seit September 2018 amtierende TLG-Vorstand um Jürgen Overath (COO) und Gerald Klinck (CFO) hat den Antrag des Großaktionärs geprüft und will seinem Wunsch entsprechen. Die Einladung zu der außerordentlichen Hauptversammlung, die im März über die Bühne gehen soll, geht wahrscheinlich morgen an den Bundesanzeiger raus. Mit einer Veröffentlichung ist dann spätestens für Montag oder Dienstag kommender Woche zu rechnen.

Nur Hettrich und Kowski bleiben an Bord

An Bord bleiben sollen nur die beiden neuen TLG-Aufsichtsräte Sascha Hettrich, Deutschlandchef von Intown, und Stefan Kowski, die Mai 2018 ins Amt kamen - ebenfalls nach dem Einstieg von Ouram bei TLG. Auch Intown gehört zum Firmenreich von Amir Dayan, dem jüngsten Sohn der israelischen Unternehmerfamilie Dayan. Ouram war Anfang 2018 bei TLG eingestiegen und hatte seinen Anteil schrittweise auf die genannten gut 23% ausgebaut. Weitere 6% sicherte sich Ouram im Dezember 2018 von DIC. Vollzogen werden soll diese Transaktion, so hieß es damals, im ersten Halbjahr 2019. Summa summarum käme Ouram, wenn der Deal durch ist, auf knapp unter 30%.

Wer sind die Kandidaten?

Über die Aufsichtsratskandidaten hat man bei TLG noch keine Erkundigungen eingeholt, und auch Ouram hat TLG noch keine Lebensläufe geschickt. Ruskol scheint eine Führungsposition bei der Gesellschaft PBM Construction Germany inne zu haben, welche wiederum offensichtlich zu Intown gehört. Ramot ist hierzulande u.a. 2017 als Managing Director des Asset-Managers Aurec durch den Erwerb des Bürokomplexes Eschborn Plaza aufgefallen. Ein Konsortium institutioneller Investoren aus Israel, das von Aurec als beteiligter Investor angeführt wurde, kaufte die Immobilie damals von Commerz Real.

Bei Klaus Krägel dürfte es sich um den gleichnamigen Vorstand des Property-Managers DIM Deutsche Immobilien Management handeln. Und bei "Jon Lurie" könnte es sich um Jonathan Lurie handeln, dem Managing Partner des Londoner Private-Equity-Immobilieninvestors Realty Corporation. Bei Ouram bzw. Intown war bis dato jedenfalls niemand zu erreichen, der zur Aufklärung der Identitäten hätte beitragen können - oder zur Klärung der Frage, was Ouram mit der geplanten Personalrochade bezweckt.

Harald Thomeczek

TLG wechselt Vorstand aus

Köpfe 18.07.2018
Peter Finkbeiner und Niclas Karoff werden den Vorstand der TLG Immobilien, einer der größten Gewerbeimmobililen-AGs Deutschlands, verlassen. Der Zeitpunkt ihres Ausscheidens sei noch nicht ... 

Peter Finkbeiner und Niclas Karoff werden den Vorstand der TLG Immobilien, einer der größten Gewerbeimmobililen-AGs Deutschlands, verlassen. Der Zeitpunkt ihres Ausscheidens sei noch nicht festgelegt, teilt das Unternehmen in einer dürren Meldung mit.

Einen Antrittstermin für die neuen Führungskräfte gibt es allerdings schon: Am 1. Oktober werden Jürgen Overath als COO und Gerald Klinck als CFO in das Gremium einziehen. Overath ist derzeit noch Deutschlandgeschäftsführer der Schweizer SSN Group, Klinck war bis Mai 2018 Vorstandsmitglied bei Deutschlands größter Wohn-AG Vonovia.

Welche Rolle spielen die Anteilseigner?

Gerüchten zufolge war der Aufsichtsrat mit der Arbeit des aktuellen Vorstands nicht zufrieden, andere Stimmen sprechen von "strategischen Differenzen". Seit April ist der israelische Unternehmer Amir Dayan (intown-Gruppe) mit knapp 22,5% größter Anteilseigner im Unternehmen, gefolgt von Gerhard Schmitt (14,6%), der bei der Deutschen Immobilien Chancen die Fäden zieht. Drittgrößter Anteilseigner ist der Staatsfonds von Singapur GIC.

Dem Kurs der TLG-Aktie hat die gestern nach Börsenschluss publizierte Nachricht über den Führungswechsel weder geschadet noch geholfen. Seit Mitte Mai sinkt die Börsenbewertung des Papiers, allein in den vergangenen vier Wochen verlor die Aktie gut 4%.

Monika Leykam

Vonovia: Helene von Roeder übernimmt auch das Finanzressort

Helene von Roeder.

Helene von Roeder.

Urheber: Joppen

Köpfe 06.03.2018
Vonovia-Finanzchef Stefan Kirsten lässt seinen bis Ende 2020 laufenden Vertrag aufheben. Das Finanzressort übernimmt die bisherige Deutschlandchefin der Credit Suisse, Helene von Roeder, die ... 

Vonovia-Finanzchef Stefan Kirsten lässt seinen bis Ende 2020 laufenden Vertrag aufheben. Das Finanzressort übernimmt die bisherige Deutschlandchefin der Credit Suisse, Helene von Roeder, die künftig auch für das Controlling bei der Wohnungs-AG zuständig sein wird.

Kurz vor 15 Uhr machte gestern die Nachricht die Runde, die im Dax notierte Wohnungs-AG Vonovia habe in Jürgen Fitschen einen neuen Aufsichtsratschef gefunden. Keine drei Stunden ließ Vonovia dann auch die eigentliche Breaking News aus dem Sack: Finanzchef Dr. Stefan Kirsten verlässt das Unternehmen nach der Hauptversammlung am 9. Mai 2018. Und zwar "auf eigenen Wunsch", so Vonovia. Sein Vertrag lief eigentlich bis zum 31. Dezember 2020.

Das Finanzressort übernimmt dann Helene von Roeder (47), die bisherige Deutschlandchefin der Credit Suisse. Die Dame ist im Vonovia-Vorstand ab der Jahresmitte auch für das Controlling zuständig. Dies hatte Vonovia bereits im Mai bekanntgegeben. Als Chief Controlling Officer ersetzt von Roeder den scheidenden Gerald Klinck, der das Unternehmen wie Kirsten verlässt. Klincks Vertrag läuft im Mai 2018 aus. Kirsten war seit Januar 2011 Vorstandsmitglied bzw. Finanzchef bei Vonovia.

Von Roeder ist künftig also in Personalunion für die externen Finanzen und das interne Controlling zuständig. Vom amtierenden Vorstand bleiben nur Chef Rolf Buch und COO Klaus Freiberg an Bord. Der Vorstand soll trotzdem auch künftig vierköpfig sein: Der Vorstandsvorsitzende der Buwog, Daniel Riedl, soll - eine erfolgreiche Übernahme der Buwog durch die Vonovia vorausgesetzt - ebenfalls in den Vonovia-Vorstand einziehen. Die Buwog-Aktionäre haben noch bis zum 13. März 2018 Zeit, ihre Buwog-Anteile in Vonovia-Papiere zu tauschen.

Harald Thomeczek