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Die beliebtesten Arbeitgeber: 4. CORPUS SIREO

Iris Schönbeck, Executive Director Human Resources Management.

Iris Schönbeck, Executive Director Human Resources Management.

Quelle: Corpus Sireo Real Estate

Karriere04.07.2019
Nun kennen wir sie, die zehn beliebtesten Wunscharbeitgeber der befragten Studierenden. Doch für wen wird der Wunsch Wirklichkeit? Die Unternehmen verraten uns, wie der Einstieg bei ihnen ... 

Nun kennen wir sie, die zehn beliebtesten Wunscharbeitgeber der befragten Studierenden. Doch für wen wird der Wunsch Wirklichkeit? Die Unternehmen verraten uns, wie der Einstieg bei ihnen funktionieren kann, welche Stellen sie bieten und was die Absolventen später erwartet. Ein Praktikum oder ein Werkstudentenjob zum gegenseitigen Kennenlernen ist bei allen schon mal ein guter Anfang. Dann klappt es später vielleicht auch mit einem Direkteinstieg.

Bei Corpus Sireo arbeiten um die 450 Menschen an elf deutschen Standorten, u.a. dem Hauptsitz in Heusenstamm. Rund 40% sind Männer, die anderen 60% Frauen. Vor allem die Älteren sind eher männlichen Geschlechts. Der Altersdurchschnitt liegt bei 42/43 Jahren. Vier von fünf Mitarbeitern können einen akademischen Abschluss vorweisen. Die Fluktuation lag laut Iris Schönbeck, Executive Director im Bereich Human Resources Management, im Jahr 2018 aufgrund von "Umstrukturierungen" bei "7% bis 8%", was mehr ist als die "5%, 6%" der Vorjahre.

Aufgrund "gesellschaftlicher Zusammenhänge" mit der Muttergesellschaft Swiss Life Asset Managers, die Corpus Sireo 2015 übernahm, hält aktuell eine "Fokussierung" auf bestimmte Geschäftsbereiche, namentlich Asset- und Investment-Management, Einzug. Das Property-Management gibt Corpus Sireo dagegen ab. Über eine Trennung vom Centermanagement wird nachgedacht.

Hochschulabsolventen können bei Corpus Sireo im Prinzip an allen Standorten ins Asset-Management starten. Das Gleiche gilt für das Bauträgergeschäft. Wer hingegen ins Investment-Management will, hat regional nur vier Optionen: Hamburg, Heusenstamm, München und Köln. Ein Direkteinstieg ist nicht üblich. Bis auf die dualen Studenten, die Corpus Sireo begleitet, steigen alle Absolventen als Trainees ein (15 Monate). "Normal haben unsere Trainees einen Masterabschluss", so Schönbeck. Vorzugsweise in Wirtschaftswissenschaften, BWL mit Immobilienschwerpunkt, Bauingenieurwesen, Wirtschaftsrecht oder Ähnlichem. Pro Jahr fangen zwölf bis 15 Trainees neu an. Außerdem sind laufend zehn bis zwölf duale Studenten sowie 70 bis 80 Praktikanten und Werkstudenten im Haus.

Harald Thomeczek

Swiss Life macht JLL den Titel streitig

JLL lässt sich den Titel Top-Arbeitgeber nicht nehmen. Doch die Swiss-Life-Familie - in Gestalt von Corpus Sireo und Beos - ist eine harte Konkurrenz.

JLL lässt sich den Titel Top-Arbeitgeber nicht nehmen. Doch die Swiss-Life-Familie - in Gestalt von Corpus Sireo und Beos - ist eine harte Konkurrenz.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: Roman Stetsyk

Karriere23.08.2018
JLL bleibt der Traumarbeitgeber von Immobilienstudenten. Der Seriensieger im IZ-Ranking schafft es 2018 zum siebten Mal in Folge auf den ersten Platz. Corpus Sireo verteidigt Rang zwei. ... 

JLL bleibt der Traumarbeitgeber von Immobilienstudenten. Der Seriensieger im IZ-Ranking schafft es 2018 zum siebten Mal in Folge auf den ersten Platz. Corpus Sireo verteidigt Rang zwei. Langeweile kommt trotzdem nicht auf: Dritter ist überraschend eine andere (künftige) Swiss-Life-Tochter: Beos. Zusammen holen die beiden Einheiten des Schweizer Asset-Managers mehr Stimmen als JLL.

Seit 2009 fragt die Immobilien Zeitung Studenten aus immobilienwirtschaftlichen und verwandten Studiengängen im Rahmen einer Arbeitsmarktbefragung, für wen sie nach ihrem Studium am liebsten arbeiten wollen. Dieses Jahr haben sich 221 Studenten an der Abstimmung über die Top-Arbeitgeber beteiligt. Im letzten Jahr verrieten uns 303 Teilnehmer ihren Wunscharbeitgeber - wohl ein Grund, weshalb die meisten der aktuellen Top Ten weniger Punkte verbuchten als im IZ-Arbeitgeberranking 2017. So hat JLL dieses Jahr 141 Zähler eingesammelt. Vergangenes Jahr waren es noch 203.

Bis auf die ersten beiden Ränge blieb in den Top Ten kein Stein auf dem anderen (siehe die Tabelle "Die 10 Wunscharbeitgeber der Studenten"). Beos hat insgesamt sieben Unternehmen überholt. Der diesjährige Siebte, Art-Invest, hat gleich acht Plätze gutgemacht. Der Projektentwickler, Asset- und Fondsmanager - und mit ihm die Zech-Gruppe - ist 2018 erstmals in den Top Ten vertreten. Beos und Art-Invest sind die einzigen Unternehmen aus den Top Ten, die trotz gesunkener Teilnehmerzahlen mehr Punkte einheimsten. Zu den Aufsteigern im Ranking gehört auch ECE. Der Vorjahresdritte CBRE muss sich dafür diesmal mit Rang vier begnügen. Auch für Drees & Sommer, Patrizia Immobilien, Union Investment und BNP Paribas Real Estate ging es abwärts.

Insgesamt sind den Studenten 154 verschiedene Namen eingefallen. Doch nur für 23 Unternehmen hat es zu einer nennenswerten - zweistelligen - Punktzahl gereicht. Dazu gehören neben den bereits genannten Firmen: Colliers, Deka Immobilien, Tishman Speyer, Cushman & Wakefield, PwC, Becken Development, Savills, Ernst & Young, Hochtief, Vonovia, Blackrock, Daimler Real Estate und Strabag.

Hochtief, der Gewinner der ersten drei IZ-Arbeitgeberrankings der Jahre 2009 bis 2011, hat zuletzt Federn gelassen - was nach dem Verkauf der Wohnentwicklungssparte, dem Wandel zum Service-Developer und dem erwarteten perspektivischen Ausstieg aus der Projektentwicklung keine Überraschung ist. Schon eher überraschend ist der Abstieg von Apleona: Die ehemalige Real-Estate-Sparte von Bilfinger war seit 2010 ein Dauergast in den Top Ten und belegte selbst letztes Jahr, als der Verkauf an den Finanzinvestor EQT und die Umfirmierung in Apleona schon über die Bühne gegangen waren, noch Platz acht. Dieses Jahr wurde der Immobilienmanager auf Rang 32 durchgereicht.

Die Punkte für die Wunscharbeitgeber wurden gewichtet nach Nennung vergeben. Jeder Student konnte bis zu drei Unternehmen in einer priorisierten Reihenfolge angeben. Hinter den 141 Punkten von JLL z.B. verbergen sich 58 Studenten, die ihre Sympathie zu dem Immobilienmakler und -dienstleister bekundeten. Addiert man in einem Gedankenspiel die Stimmen, die Corpus Sireo (32) und Beos (27) erhielten, kommen 59 Nennungen zusammen. Die Swiss-Life-Familie hätte JLL so gesehen den ersten Rang abgetrotzt. Doch noch ist die Übernahme von Beos durch Swiss Life Asset Managers nicht abgeschlossen. Außerdem sollen beide Firmen separate Einheiten bleiben und nicht etwa zusammengeführt werden. Und drittens nannten vier Studenten Corpus Sireo und Beos. Diese hätten Swiss Life gar zwei Stimmen gegeben.

Die Gefühle von Izabela Danner, im deutschen Management Board von JLL für das Personal zuständig, dürfte dieses Zahlenspiel kaum trüben: "Wir sind stolz auf die Auszeichnung." Der Titel des Top-Arbeitgebers werde "auch von JLL-Kollegen in anderen Ländern wahrgenommen". Das unterstreiche seine Bedeutung. "Für Studenten ist das gute Abschneiden in den vergangenen Jahren sicherlich ein zusätzlicher Grund, sich bei JLL zu bewerben", glaubt Danner.

Etwas nüchterner sieht das Claudia Theisel, Director Human Resources der ECE: "Die Präsenz im Arbeitgeberranking der IZ trägt sicher dazu bei, unser Image und unsere Bekanntheit als Arbeitgeber zu steigern, und ist damit auch eine öffentlichkeitswirksame Unterstützung bei der Anwerbung von neuen Mitarbeitern." Klar sei aber auch, dass dies "nur ein Aspekt unter vielen ist und wahrscheinlich kein Mitarbeiter allein aufgrund der Positionierung im Ranking zu uns gestoßen ist".

Kai Johnson, Leiter Personal Hamburg bei Union Investment, hängt die Bedeutung des Arbeitgeberrankings höher: "Wir gehen davon aus, dass sich in den Top Ten tatsächlich die besten Arbeitgeber befinden. Dass nur die Hälfte der Teilnehmer einen Wunscharbeitgeber angegeben haben, lässt erwarten, dass diese sich sehr dezidiert mit den Unternehmen beschäftigt haben." Tatsächlich nahmen insgesamt 418 Studenten an der Arbeitsmarktumfrage teil, doch nur gut jeder Zweite gab einen Wunscharbeitgeber an.

Besonders viel Beachtung schenkt offenbar Beos dem Arbeitgeberranking. Gleich mehrere Studenten gaben bei der Frage, weshalb sie an der Befragung teilnahmen, an, von dem Berliner Projektentwickler und Investmentmanager darauf aufmerksam gemacht worden zu sein. Die meisten Studenten, die dem Aufruf von Beos folgten, schenkten dem Unternehmen ihre Stimme. Dies fällt deshalb auf, weil die anderen Top-Arbeitgeber hier gar nicht oder nur sehr vereinzelt genannt werden. Beos‘ Hinweis hat sich offenbar ausgezahlt. Er hat neben dem ganzjährigen Engagement um den Nachwuchs dazu beigetragen, dass die Berliner von Platz 10 im Vorjahr jetzt auf den Bronzerang vorpreschen konnten. Eine beachtliche Entwicklung.

Die Vermutung, Beos könnte bei seinem Sprung aufs Treppchen nachgeholfen haben, weist Beos-Personalchef Holger Matheis zurück: "Die Befragung Studierender durch die Immobilien Zeitung trägt zur Transparenz der gesamten Immobilienbranche bei. Von diesem Mehrwert profitieren Arbeitgeber und Berufseinsteiger gleichermaßen. Uns ist es ein besonderes Anliegen, die Bedürfnisse potenzieller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu kennen, um die Unternehmensentwicklung entsprechend voranzutreiben. In diesem Sinne haben wir in unserem Netzwerk auf die Befragung aufmerksam gemacht und zu einer generellen Teilnahme angeregt."

Studenten, die von Beos zu einer Teilnahme ermuntert wurden und für die Firma gestimmt haben, bestätigen Matheis' Darstellung: Carolin Fischer (24) etwa, die gerade ihr Bachelor-Studium in Internationalem Immobilienmanagement an der Hochschule Aschaffenburg abgeschlossen hat, versichert: Nach einem sechsmonatigen Praktikum bei Beos in Hamburg "habe ich von der Beos eine Art Follow-up-Mail erhalten, die sehr freundlich auf das Ranking hingewiesen hat. Die Mail beinhaltete jedoch keinerlei Druckmittel, sich für Beos zu entscheiden. Es hieß lediglich, dass Umfragen dieser Art auch für Beos wichtig sind, um die Ergebnisse umzusetzen und ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen."

Andere ehemalige Praktikanten und Werkstudenten von Beos äußern sich ähnlich. Ebenso Studierende, die das Unternehmen nur von außen kennen. Viele kommen mit der Firma über Gastvorlesungen und Unternehmenspräsentationen an Hochschulen, Karrieremessen und Jobbörsen, über eine Exkursion in eine Beos-Niederlassung oder ein Karrieredinner in Kontakt. Wie die Aussagen der Studenten, mit denen die IZ stichprobenhaft gesprochen hat, zeigen, versteht sich Beos offenbar darauf, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen - der sich dann häufig im Praktikum oder im Werkstudentenjob bestätigt.

Die anderen Top-Arbeitgeber unternehmen natürlich auch so einiges, um den akademischen Nachwuchs für sich einzunehmen. Frei nach dem Motto: "Wer gesehen werden will, muss sich zeigen!", wie es Iris Schönbeck, Head of HR Operations von Corpus Sireo Real Estate, formuliert. Schönbeck versteht den zweiten Platz als "Gesamt-Feedback zu all unseren gezielten Aktivitäten im Hochschulmarketing in den vergangenen Jahren". Sie ist sich sicher: "Die Studierenden kennen Corpus Sireo und verknüpfen diese Marke mit positiven Qualitäten." Bei CBRE sehen sie das ähnlich: "Die Präsenz eines Unternehmens an Hochschulen, auf Messen, durch Sponsoring und andere Events ist sicherlich bei der Wahl der Immostudenten nicht zu unterschätzen."

Sie könnten gar nicht präsent genug an den Hochschulen sein, findet auch Sinan Eliguel, Head of Group HR von Drees & Sommer: "In Sachen Campus Relation machen wir vergleichsweise eher noch viel zu wenig und wollen das ausbauen. Wir haben uns daher für die kommende Zeit noch sehr viel vorgenommen, um nächstes Jahr noch besser zu werden." Denn von nichts kommt nichts: "Wer als Arbeitgeber von den Studierenden wahrgenommen werden will, muss sich schon die Mühe machen, auf sie zuzugehen, um in ihr Blickfeld zu geraten. Das ist natürlich eine Investition, aber diese wird durch mehr und bessere Bewerber belohnt", sagt Rüdiger Freiherr von Stengel, geschäftsführender Gesellschafter von Art-Invest.

Der Aufstieg von Art-Invest verdankt sich ebenfalls einer stärkeren Präsenz auf der Studentenbühne. Das Unternehmen ist seit seiner Gründung vor acht Jahren von vier auf 180 Mitarbeiter gewachsen, fast drei Viertel der Leute haben über persönliche Empfehlungen zu Art-Invest gefunden. "In vielen Bereichen reicht dies nicht mehr aus", weiß von Stengel. Deshalb hat er letztes Jahr beschlossen, "auf ausgewählte Hochschulen zuzugehen, um auf uns aufmerksam zu machen".

Art-Invest nimmt darum jetzt an Karrieremessen teil und "trägt in Seminaren zum Thema Projektentwicklung mit hauseigenen Fallbeispielen bei". Und die Firma bietet in diesem Jahr zum ersten Mal ein Traineeprogramm an. Praktika und Werkstudentenjobs, duale Studiengänge, Traineeplätze und Direkteinstieg: Das Angebot an Schnupper- und Einstiegsmöglichkeiten für Studenten und Absolventen ist groß - und wächst. Welche Sprungbretter die Top-Arbeitgeber dem Nachwuchs bieten, lesen Sie auf Seite 15 ("Die beliebtesten Wunscharbeitgeber im Porträt").

Allerdings: Entdecken immer mehr Unternehmen das Hochschulmarketing für sich und bieten Jobs für Studenten und Einsteiger an, wird es immer schwerer, sich vom Wettbewerb abzuheben. Philipp Benseler, Head of Human Resources von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE), nimmt dies für sich und sein Haus in Anspruch: "Wir sind eins der sehr wenigen Unternehmen in der Branche, das spezielle Recruiting-Events veranstaltet. Für ein erstes Kennenlernen gehen wir beispielsweise gemeinsam mit Absolventen und Studierenden im Hochseilgarten klettern oder kochen."

Die Gründe, weshalb Studenten gern für ein Unternehmen arbeiten würden, sind recht unterschiedlich. Eine große Rolle spielt bei fast allen Adressen die Erwartung, dass sich die eigenen Interessen mit den Tätigkeiten decken, die sie bei dieser oder jener Firma ausüben können. Oft versprechen sich die Studenten auch gute Karriereperspektiven von einem Engagement. Bei Drees & Sommer und Beos fällt auf, dass vergleichsweise viele Studenten, die die Unternehmen gewählt haben, schon persönlich Bekanntschaft mit ihnen geschlossen haben.

Seriensieger JLL punktet dagegen vor allem mit internationalem Charme. Passenderweise "führen wir in diesem Jahr ein globales Karrieremodell ein, in dem alle Jobs bei JLL weltweit abgebildet werden", erzählt Personalchefin Danner. Auch bei CBRE und BNPPRE fällt die Internationalität ins Gewicht. Bei Silbermedaillengewinner Corpus Sireo sticht ein besonders positives Image hervor. (Was die Studenten im Detail an den Top-Arbeitgebern schätzen - und auch was ihnen nicht gefällt -, erfahren Sie im Artikel "Daumen hoch, Daumen runter".)

Dass die Studenten eine sehr differenzierte, zum Teil sehr kritische Sicht auf die Unternehmen haben, zeigen die Antworten auf eine Frage, die zum ersten Mal Bestandteil der Umfrage war: Für welches Unternehmen willst du auf keinen Fall arbeiten? Auch hier macht überraschend JLL mit 20 Nennungen mit weitem Abstand das Rennen. Mit Blick darauf, dass JLL mit 58 positiven Studentenvoten den ersten Platz im Beliebtheits-Ranking verteidigt, sind 20 Antipathiebekundungen nicht wenig. Vergleichsweise viele Gegenstimmen bekamen auch Engel & Völkers (16) und Vonovia (13).

Harald Thomeczek

Die beliebtesten Wunscharbeitgeber im Porträt

Izabela Danner, Head of Human Resources.

Izabela Danner, Head of Human Resources.

Quelle: JLL, Urheber: Anastasia Kromm

Karriere23.08.2018
Nun kennen wir sie, die zehn beliebtesten Wunscharbeitgeber der Befragten. Jetzt ist die Frage: Für wen wird der Wunsch Wirklichkeit? Die Unternehmen verraten uns, wie der Einstieg bei ihnen ... 

Nun kennen wir sie, die zehn beliebtesten Wunscharbeitgeber der Befragten. Jetzt ist die Frage: Für wen wird der Wunsch Wirklichkeit? Die Unternehmen verraten uns, wie der Einstieg bei ihnen funktionieren kann, welche Stellen sie bieten und was die Absolventen später erwartet. Ein Praktikum oder ein Werkstudentenjob zum gegenseitigen Kennenlernen ist bei allen schon mal ein guter Anfang. Dann klappt es später vielleicht auch mit einem Direkteinstieg.

1. JLL

Izabela Danner, Head of Human Resources.

Ein Einstieg beim Immobilienberater JLL ist auf mehreren Wegen möglich. Für solche, die es über ein duales Studium schaffen wollen, gibt es neben den Plätzen am Berliner Standort ab Herbst 2019 auch in Frankfurt die Möglichkeit dazu. Damit setzen wir einen Schwerpunkt im Bereich Bewertung und Transaktionsberatung.

Darüber hinaus bieten wir ein Traineeprogramm für Absolventen an, das explizit so gestaltet ist, dass keine internen Vorkenntnisse nötig sind. Auch Bewerber ohne vorheriges Praktikum oder Werkstudentenjob bei JLL können somit daran teilnehmen. Wir sehen allerdings auch, dass Absolventen, die praktische Erfahrung gesammelt haben, oft über höheres Fachwissen verfügen.

Absolventen, die über einen Direkteinstieg und ohne Berufserfahrung bei uns anfangen wollen, beginnen vor allem in den Bereichen Bewertung, Vermietung und Objektverwaltung. Die dort gesammelten Erfahrungen sind auch später in anderen Bereichen von großem Vorteil. Abteilungen wie Corporate Solutions und Asset-Management setzen ein breites Grundwissen voraus. Sie kommen für Einsteiger erst in einem zweiten Schritt infrage.

JLL wird in diesem Jahr voraussichtlich 180 Praktikums-, 150 Aushilfs- und Werkstudenten- sowie 95 Junior-Stellen besetzen. Sie verteilen sich über das ganze Unternehmen. Schwerpunkte liegen naturgemäß in unseren großen Standorten Frankfurt, München, Berlin, Hamburg und Düsseldorf.

Dank des globalen Karrieremodells, das wir dieses Jahr einführen, sind die Aufstiegsmöglichkeiten für alle transparenter und gerechter. Es unterstreicht zudem den internationalen Charakter des Unternehmens.

2. CORPUS SIREO

Iris Schönbeck, Head of HR Operations.

Das Traineeprogramm ist der gängigste Einstieg bei Corpus Sireo, einem Asset- und Investment-Manager sowie Projektentwickler. Es richtet sich an Hochschulabsolventen mit immobilienwirtschaftlichem Schwerpunkt. Chancen darauf haben auch solche, die zuvor noch keine Erfahrung als Praktikant oder Werkstudent bei Corpus Sireo gesammelt haben. Alle Bewerber durchlaufen den gleichen Bewerbungsprozess.

Schülern oder Auszubildenden, die sich nicht zwischen theoretischem Studium und praktischer Ausbildung entscheiden wollen, bieten wir ein duales Studium an. Corpus Sireo begleitet Studierende hier sehr zielgerichtet vom ersten Semester bis zum Schreiben der Bachelor- und Masterarbeit.

Für unser Traineeprogramm haben wir etwa zehn Plätze jährlich, für Werkstudenten und Praktikanten stellen wir gut 50 Plätze pro Jahr zur Verfügung. Corpus Sireo kann man dabei an allen Standorten und in allen Divisionen (Business Development, Portfolio Management, Investment & Transaction, Asset- & Property-Management, Real Estate Development) kennenlernen.

Bei der weiteren Karriereplanung ist vieles möglich. Ob sich ein fachlicher Karrierepfad mit Expertenwissen entwickelt oder eine Führungsposition - sei es in einem Projekt oder mit Personalverantwortung -, das hängt natürlich auch von jedem selbst ab. Bei der Orientierung, wo die Reise hingeht, helfen der regelmäßig stattfindende Austausch mit dem Mentor und das Angebot von gezielten Experten- und (Führungskräfte-)Entwicklungsprogrammen sowie Seminare der Corpus Sireo Academy, die auch Trainees und Studenten offenstehen.

3. BEOS

Holger Matheis, Mitglied des Vorstands.

Das Portfolio des Berliner Investmentmanagers Beos wächst kontinuierlich. Deswegen suchen wir u.a. Talente für die Bereiche Projektentwicklung/Asset-Management, Baumanagement, Portfoliomanagement, Corporate Solutions und für die Arbeitsfelder des Finanzteams. Neben fachlichem Wissen ist es uns ebenso wichtig, Mitarbeiter zu finden, die eigenverantwortlich, zielorientiert und unternehmerisch denken und handeln. Zudem bilden wir selbst aus, z.B. zum Projektentwickler/Asset-Manager, zum Controller und Portfoliomanager.

Beos sucht ganzjährig Praktikanten an allen sechs Standorten (Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, München und Stuttgart), u.a. für die Bereiche Projektentwicklung/Asset-Management, Baumanagement, Corporate Solutions und Finanzen. Aus den Praktika ergeben sich nicht selten weiterführende Werkstudententätigkeiten. Diese Erfahrungen sind für spätere Beos-Einsteiger zwar hilfreich, aber kein Muss. Neben der Möglichkeit eines dualen Studiums bietet Beos den Direkteinstieg als Projektmanager.

Absolventen können und sollen bei Beos vom ersten Tag an gestalten. Um sie in unsere Prozesse und Projekte einzuarbeiten, durchlaufen alle Beos-Starter ein umfangreiches Onboarding-Modulprogramm und profitieren von dem Wissen der erfahrenen Beos-Experten.

4. CBRE

Mark Spangenberg, COO Deutschland.

Als weltweit größter Immobiliendienstleister bieten wir Absolventen Traineeprogramme grundsätzlich in all unseren Bereichen an, sowohl rotierend als auch innerhalb nur eines Bereichs. Eine Auslandsstation ist dabei Pflicht. Dabei handelt es sich aber zunächst nur um eine Schnupperwoche. Längere Auslandsstationen können folgen. Darüber hinaus gibt es bei uns die Möglichkeit des Direkteinstiegs. Parallel zu den Ausbildungsplätzen für Immobilienkaufleute und Kaufleute für Büromanagement bieten wir zudem Plätze für duale Studenten an. Diese richten sich in erster Linie an Kandidaten ohne abgeschlossenes Studium.

Absolventen suchen wir z.B. für das generalistische Traineeprogramm in der Beratung, Vermittlung, Bewertung und Vermietung am Standort in Hamburg sowie für das fachspezifische Traineeprogramm in der Immobilienbewertung, als Junior Accountant in der Debitorenbuchhaltung, als Asset-Manager im Segment Loan Services, als Junior Consultant in den Bereichen Valuation Advisory Services oder Facility-Management, als Analyst in der Abteilung Capital Markets und als Junior Project Manager in den Bereichen Bau und Immobilien sowie Technical Asset Management.

Bis Anfang August haben wir mehr als 90 Absolventen, Werkstudenten und Praktikanten eingestellt und hatten dato bundesweit 20 weitere Vakanzen quer durch alle Bereiche (Asset Services, Capital Markets, Digital Advisory, Digital Innovation, Digital Intelligence, Facility-Management, Finance, Human Re-sources, Technical Asset-Management, Valuation Advisory Services).

5. DREES & SOMMER

Sinan Eliguel, Head of Group HR.

Wir bieten als Beratungs- und Projektmanagementunternehmen alle Möglichkeiten eines Einstiegs. Dazu gehören u.a. Direkteinstieg, Traineeprogramm oder duales Studium. Wir arbeiten derzeit daran, neben unseren lokalen bzw. standortbezogenen Traineeprogrammen auch unternehmensübergeordnete bzw. internationale Programme anzubieten.

Es werden etwa 300 Studenten jährlich als Absolventen, Werkstudenten und Praktikanten gesucht und eingestellt. An nahezu jedem Standort und in jedem Leistungsfeld können Studenten eine Position ergattern. Die Erfahrungen aus einem Praktikum oder aus einem Werkstudentenjob bei Drees & Sommer sind kein Muss für den Berufseinstieg bei uns. Allerdings ist es uneingeschränkt empfehlenswert, sich zunächst über diesen Weg einen ersten Eindruck über den Job und den Arbeitgeber zu verschaffen. Andernfalls erkennt man wohl viel zu spät, dass man vielleicht den falschen beruflichen Weg eingeschlagen hat.

Da wir unseren Kunden mehr als 80 Leistungsfelder bieten, sind nahezu alle Studiengänge herzlich willkommen. Auch wenn die Ingenieursberufe bzw. technischen Berufe unser Kerngeschäft repräsentieren, gibt es Platz für Absolventen anderer Studiengänge. Wir beschäftigen heute auch Betriebswirte, Volkswirte, Soziologen, ja sogar Mediziner.

Mit Blick auf die Karrieremöglichkeiten gibt es keine vorgegebenen fixen Stationen oder auch keinen Automatismus, um auf der Karriereleiter nach oben zu steigen. Jeder Mitarbeiter hat es vielmehr selbst in der Hand. Viele unserer Führungskräfte sind als Praktikant bei Drees & Sommer gestartet und haben die Leiter bis ganz nach oben erklommen.

6. PATRIZIA

Sabine Schillinger-Köhne, Head of HR Germany.

Absolventen können beim Investmenthaus Patrizia Immobilien ihre Karriere im Rahmen des Direkteinstiegs, des Management-Trainee-Programms sowie des dualen Studiums starten. Derzeit suchen wir Absolventen für die Bereiche Asset-Management, Fund Management, Digitalisierung sowie Real Estate Development - gerne mit erster Berufserfahrung im Rahmen von Praktika und Werkstudententätigkeiten. Wer diese schon bei Patrizia gesammelt hat, ist zwar im Vorteil für einen späteren Einstieg bei Patrizia, entscheidend ist letztlich allerdings die Gesamtqualifikation. In Summe haben wir in diesem Jahr bereits etwa 30 Absolventen, Werkstudenten oder Praktikanten in den unterschiedlichen Bereichen und Standorten in Europa eingestellt.

Da wir nun durch Unternehmenszukäufe international stark gewachsen sind, begrüßen wir es, wenn Mitarbeiter Abteilungen und Standorte auch über Landesgrenzen hinweg wechseln, um fachliches und standortspezifisches Know-how zu transferieren und die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens weiterhin zu intensivieren. Unser Management-Trainee-Programm sieht zudem eine verbindliche Auslandsstation vor. Auch unseren dualen Studenten bieten wir diese Möglichkeit.

Auch Quereinsteiger haben bei Patrizia eine Chance. Das Studium an sich erachten wir allerdings als allgemeine Qualifikation. Und in gewissen Bereichen ist ein Immobilienschwerpunkt im Studium sicherlich von Vorteil.

7. ART-INVEST REAL ESTATE

Dr. Rüdiger Freiherr von Stengel, geschäftsführender Gesellschafter.

Art-Invest Real Estate ist nicht nur Projektentwickler, sondern auch Investmentmanager und KVG. Etwa ein Sechstel der insgesamt 180 Mitarbeiter sind in der KVG tätig, fünf Sechstel kümmern sich um die immobilienwirtschaftlichen Themen oder sind in unterstützenden Funktionen tätig. Wir bieten die Möglichkeit, uns schon als Praktikant, Werkstudent, Bachelorand und Masterand im Studium kennenzulernen. Danach gibt es das Angebot eines Direkteinstiegs oder die Teilnahme an unserem Traineeprogramm. Je nach vakanten Stellen können Berufseinsteiger in allen Funktionsbereichen (z.B. Projektentwicklung, Asset-Management, Transaktion, Fondsmanagement, Controlling, Finanzierung) starten.

Aus dem Kreis der Studierenden beschäftigt Art-Invest Real Estate 2018 ca. 25 bis 30 Personen in unterschiedlichen Positionen an allen Standorten (Köln, München, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Wien). Zusätzlich werden wir dort zehn bis 15 Absolventen einstellen. Insbesondere für den Direkteinstieg ist ein Praktikum oder ein Werkstudentenjob bei Art-Invest sehr hilfreich, aber kein Ausschlusskriterium. Für Quereinsteiger und exzellente Generalisten empfiehlt sich das Traineeprogramm.

Eine lange Karriereleiter gibt es bei uns nicht. Für die Agilität von Art-Invest Real Estate bleibt es essenziell, dass zwischen dem Geschäftsführer und dem Projektverantwortlichen in der Regel nur eine Führungsebene existiert.

Das Thema Internationalität wird derweil bei Art-Invest präsenter. Noch sind wir zu über 90% in Deutschland investiert, haben aber in vier anderen Ländern bereits unsere Fühler ausgestreckt. Da werden sich weitere Möglichkeiten in Zukunft eröffnen.

8. ECE

Claudia Theisel, Director Human Resources, ECE Projektmanagement.

Der europaweit tätige Shoppingcenter-Entwickler und -Manager ECE aus Hamburg ermöglicht den Berufseinstieg sowohl für Abiturienten als auch für Absolventen und (Young) Professionals mit einem dualen Studium, über Traineeprogramme oder als Direkteinstieg. Mit einem erfolgreich abgeschlossenen Studium und mit Berufserfahrung, auch in Form von Praktika oder Werkstudententätigkeiten, gibt es je nach Stellenprofil und Anforderungen des Fachbereichs gelegentlich die Möglichkeit, unmittelbar nach dem Studium einzusteigen. Ein duales Studium bieten wir im Bereich Business Administration (Berufsziel Leasing Manager) mit der HSBA Hamburg School of Business Administration und im Bereich Handelsmanagement (Berufsziel Centermanager) mit der EUFH Europäischen Fachhochschule Brühl an. Wer Leasing-, Center- oder Projektmanager werden will, kann auch am Traineeprogramm für Absolventen teilnehmen.

Generell wichtig ist uns, dass Hochschulabsolventen, die bei uns einsteigen wollen, Erfahrungen aus Werkstudententätigkeiten oder Praktika mitbringen. Sie müssen dabei nicht unbedingt bei ECE gesammelt worden sein. Für Quereinsteiger ohne Immobilien-Know-how ist ein kaufmännisches und technisches Verständnis auf jeden Fall wichtig, mit dem sie dann in ein Traineeprogramm einsteigen können.

9. UNION INVESTMENT

Kai Johnson, Leiter Personal Hamburg.

Der Immobilien-Investmentmanager Union Investment Real Estate (UIRE) stellt jedes Jahr am Standort Hamburg, dem Kompetenzzentrum für Immobilien von Union Investment, etwa 50 Praktikanten und Werkstudenten sowie 20 Absolventen plus zwei Trainees ein. Oft gibt es ein Wiedersehen, denn viele unserer Werkstudenten und Praktikanten schaffen den Sprung auf eine Absolventen- und Traineestelle. Nichtsdestotrotz zählt bei der Besetzung das Gesamtpaket aus Berufserfahrung, Studienleistung und der persönlichen Eignung, sodass wir oftmals auch externe Kandidaten ohne vorherigen Jobeinsatz bei uns einstellen.

Teilnehmer des einjährigen Traineeprogramms in Hamburg lernen die Wertschöpfungsstufen der Immobilie kennen: vom Kauf bis zum Verkauf, über Research und das Asset-Management sowie das Bestandsmanagement und die Projektentwicklung. Bei einem Direkteinstieg, also der Besetzung einer konkreten (Junior-)Position arbeiten die Nachwuchskräfte innerhalb eines fest umrissenen Aufgabengebiets und werden von den Fachabteilungen in fach- und abteilungsspezifische Themen eingebunden. Dazu erhalten sie eine intensive und strukturierte Einarbeitung. Ein Direkteinstieg ist prinzipiell an allen Standorten möglich.

Wie es anschließend weitergeht, kann der Mitarbeiter ganz individuell entscheiden. Neben dem Aufstieg in eine Führungsposition gibt es auch die Möglichkeit einer Spezialistenlaufbahn.

Mit Engagements in derzeit 22 Ländermärkten spielt Internationalität für uns eine wichtige Rolle. Ge-schäftsreisen ins Ausland gehören beim An- und Verkauf von Im-mobilien für viele unserer Mitarbeiter zum Alltag.

10. BNP Paribas Real Estate

Philipp Benseler, Head of Human Resources.

Der Immobilienberater BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) bietet Einstiegsmöglichkeiten in allen Geschäftsbereichen: Wir fördern Berufseinsteiger und Absolventen als Junior (m/w) oder im Rahmen eines zwölfmonatigen Traineeprogramms. Darüber hinaus bieten wir ein duales Studium im Property-Management und im Investment an. Und wir bilden an neun Standorten selbst aus - jedes Jahr etwa 14 Auszubildende sowie acht duale Studenten. Zudem werden wir bald weitere Traineeprogramme einführen.

Wir bieten Bachelor- und Masterstudierenden im Rahmen eines Praktikums, einer Werkstudententätigkeit sowie im Direkteinstieg fortlaufend Einstiegsmöglichkeiten in allen unseren Geschäftsbereichen bundesweit an, auch in unseren neuen Büros in Stuttgart und Dresden. Über Initiativbewerbungen besetzen wir ebenfalls eine Vielzahl an Positionen. Es lohnt sich also in jedem Fall auch dann eine Bewerbung, wenn keine passende Stellenanzeige ausgeschrieben ist. Wir sind auch offen für Absolventen, die bei anderen Unternehmen wertvolle Praxiserfahrung sammeln konnten. Ein BNPPRE-Praktikum oder -Studentenjob ist allerdings vorteilhaft, weil die Absolventen schon bei uns ein Netzwerk aufgebaut haben. Wir suchen Kollegen mit einem immobilienbezogenen, wirtschaftswissenschaftlichen oder technischen Studienabschluss. Bei uns sind motivierte Persönlichkeiten mit einem Abschluss in Immobilienmanagement, Wirtschaftsingenieurswesen, Architektur, Facility-Management, Geografie, Betriebs-/Volkswirtschaftslehre und vieles mehr willkommen. Wer stark performt, steigt bei uns schnell auf. Wir haben hierbei keinen Standard, wie etwa einen Beförderungsrhythmus alle drei Jahre. Jeder hat seine individuellen Karrieremöglichkeiten.

IZ

Was Immobilienfirmen Einsteigern zahlen

Was der erste Gehaltsscheck eines Betriebswirts in der Bau- oder Immobilienbranche zeigt, ist nicht nur von seinem Studienabschluss abhängig.

Was der erste Gehaltsscheck eines Betriebswirts in der Bau- oder Immobilienbranche zeigt, ist nicht nur von seinem Studienabschluss abhängig.

Quelle: istockphoto.com, Urheber: AndreyPopov

Karriere10.08.2017
BWL-Absolventen mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung verdienen laut einer aktuellen Gehälterauswertung in Bauunternehmen im Schnitt gut 45.000 Euro. Für Immobilienunternehmen weist die ... 

BWL-Absolventen mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung verdienen laut einer aktuellen Gehälterauswertung in Bauunternehmen im Schnitt gut 45.000 Euro. Für Immobilienunternehmen weist die Analyse ein niedrigeres Durchschnittsgehalt von rund 44.000 Euro für Betriebswirte aus. Diese Zahlen bilden die Verdienstmöglichkeiten von BWLern in der Immobilien- und Baubranche offenbar ganz gut ab. Insbesondere in der Immobilienwirtschaft scheint für Berufsanfänger jedoch auch mehr drin zu sein.

Wer einen Master-Abschluss in BWL gemacht hat und in der Immobilienbranche arbeitet, erhält laut besagter Gehaltsdatenanalyse der Hamburger Vergütungsberatung Gehalt.de und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Durchschnitt ein Bruttojahresgehalt von ca. 50.100 Euro. Die Bachelor-Absolventen kommen demnach mit ca. 39.200 Euro deutlich schlechter weg. In der Bauwirtschaft zeigt sich eine ähnliche Relation, hier verdienen BWLer der Untersuchung zufolge jedoch etwas mehr als in Immobilienfirmen, nämlich durchschnittlich 51.700 Euro bzw. 42.200 Euro.

Dafür wird in Immobilienunternehmen mit einem Master-Abschluss in der Spitze besser verdient: 25% der Master-Absolventen in Immobilienunternehmen kriegen mehr als ca. 59.100 Euro. In Bauunternehmen fängt die Gruppe der Spitzenverdiener unter den Master-Absolventen schon bei knapp 54.900 Euro an. In der Immobilienbranche ist allerdings laut der Analyse auch das Gefälle größer als in der Bauwirtschaft: So erhalten 25% der in Immobilienfirmen tätigen Bachelor-Absolventen weniger als rund 31.500 Euro. Unter den Bachelor-Absolventen in der Baubranche verdienen die 25% mit den niedrigsten Gehältern immerhin bis zu 36.300 Euro.

Die genannten Zahlen fußen auf 145 (Bau) bzw. 62 (Immobilien) Gehaltsdatensätzen. Insgesamt wurden 3.288 Datensätze aus den vergangenen zwölf Monaten per Zufallsstichproben ausgewertet. Über alle Branchen hinweg verdienen BWL-Einsteiger im Durchschnitt 43.947 Euro. Am meisten bekommen sie in der Autoindustrie (52.226 Euro). Unternehmensberatungen (51.803 Euro), Versicherungen (51.444 Euro) und Banken (50.703 Euro) folgen. Ca. 90% aller Angaben wurden von Arbeitnehmern beim Ausfüllen von Online-Fragebögen auf Gehalt.de bzw. dem Gehaltsportal Gehaltsvergleich.com gemacht und wurden einer Plausibilitätsprüfung unterzogen.

Die Frage ist nur, wie zuverlässig sie das Gesamtbild in der Immobilien- und Bauwelt abbilden. Die ist schließlich sehr heterogen, und die Gehälter schwanken von Region zu Region mit u.a. den Lebenshaltungs- und Immobilienkosten stark. Außerdem gibt die Auswertung keinen Aufschluss darüber, wie viele der Betreffenden ein BWL-Studium mit Immobilienspezifizierung - die preistreibend wirken könnte - absolviert haben. Hinzu kommt, dass die Durchschnittswerte nicht nur die Gehälter von Frischlingen, sondern auch von Leuten mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung enthalten.

Den Kölner Personalberater Olaf Kenneweg überrascht es, dass "im Bereich Bau mehr - wenn auch nicht so viel, aber immerhin - als in der Immobilienwirtschaft zu verdienen sein soll". Davon mal abgesehen, scheinen die ermittelten Durchschnittsgehälter ein zutreffendes Abbild der Branche zu geben: Kenneweg hält für bau- und immobilienwirtschaftliche Absolventen Einstiegsgehälter von 42.000 bis 48.000 Euro für realistisch. Bei Top-Kandidaten seien auch Ausschläge bis zu 50.000 oder 52.000 Euro möglich. Mit der Berufserfahrung klettern die Gehälter nämlich relativ schnell, wenn die Leistung stimmt. Nach drei Jahren sind Kenneweg zufolge realistischerweise 54.000 bis zu 70.000 Euro drin.

Wer ein gutes bis sehr gutes Gehalt anstrebt, muss einiges mitbringen, zuförderst ein spezialisiertes bau- und immobilienwirtschaftliches Studium. Gefragt sind je nach Ausrichtung BWL mit der Vertiefungsrichtung Immobilienwirtschaft, ein Abschluss in Bau- bzw. Wirtschaftsingenieurwesen oder in Architektur. Für das Rechnungswesen und das Controlling reicht auch ein BWL-Studium mit den üblichen kaufmännischen Vertiefungen, aber ohne Immobilienspezifizierung. Weiterhin schätzen Arbeitgeber praxisrelevante Praktika und zumindest in Teilbereichen gute bis sehr gute Englischkenntnisse "und eine entsprechende Persönlichkeit mit dem notwendigen Drive, die nicht nur an die Work-Life-Balance denkt, sondern mehr erreichen möchte als andere", skizziert Kenneweg.

In den unterschiedlichen Teilsegmenten wird unterschiedlich gut gezahlt: Ein Asset-Manager z.B. verdient in aller Regel besser als ein Property-Manager, aber schlechter als ein Portfolio- oder Fonds-Manager. Auf dem Arbeitsmarkt insgesamt stehen die Zeichen für den Immobiliennachwuchs günstig: Ein Junior-Projektentwickler, der noch vor fünf Jahren 42.000 Euro im Einstieg verdienen konnte, kann heute ein Jahresgehalt von 48.000 Euro erzielen.

Auch der Personalchef eines Immobilienvermögensverwalters, den die IZ befragt hat, käme mit 44.000 Euro in Verhandlungen mit Berufseinsteigern nicht mehr weit. "Die Leute, die wir brauchen, kriegen wir aktuell ab 4.000 bis 4.200 Euro brutto im Monat", sagt er. Macht um die 50.000 Euro im Jahr. "Das ist aber nur das Grundgehalt. Da kommen 10% als Bonus obendrauf." Das liegt auch daran, schränkt der Personaler ein, dass er a) ausschließlich "Top-Absolventen" sucht und b) mit Investment-Banken, M&A-Beratungen, Private-Equity-Gesellschaften und Investment-Boutiquen um die besten Köpfe kämpft. Das treibt die Preise. Für die Immobilienbranche insgesamt will er seine Aussagen aufgrund der hohen und speziellen Anforderungen, die er an Kandidaten stellt, nur bedingt gelten lassen.

Ganz wichtig sind dem HR-Chef des Vermögensverwalters neben einem exzellenten Studienabschluss möglichst viele Praktika, zumindest ein Schuss internationale Erfahrung, z.B. durch ein Masterstudium im Ausland, und perfekt sitzendes Englisch. "Solche Leute gibt es durchaus - aber sie sind am meisten gesucht. Das ist ein ganz aggressiver Markt." Um gute Leute länger zu halten, muss der Mann allerdings nicht nur zu Beginn des Anstellungsverhältnisses gewaltige Anstrengungen unternehmen. Der abwerbungswillige Wettbewerb schläft nicht: "Unsere Leute kriegen wöchentlich Anrufe. Wir müssen die Gehälter darum entsprechend dem Marktwert anheben. Geld darf nicht der Grund sein, dass wir gute Leute verlieren, wenn alle anderen Rahmenbedingungen passen." In den ersten vier, fünf Berufsjahren - vor allem in fetten Jahren wie diesen - verdopple ein sehr guter Absolvent sein Gehalt und stoße in den sechsstelligen Bereich vor.

Izabela Danner, Personalchefin von JLL, beantwortet die Frage nach dem Einsteigergehalt von BWLern in ihrem Haus so: "Berufseinsteiger mit BWL-Studium werden bei JLL individuell nach ihren Erfahrungen und Kenntnissen eingestuft. Wer relevante Praktika und Berufserfahrung vorweisen kann, hat entsprechende Vorteile." Zudem spiele es eine Rolle, in welchem Geschäftszweig die neuen Kollegen anfangen: In den Transaktionsbereichen gibt es Umsatzbeteiligungen, in anderen Abteilungen hingegen einen Ermessensbonus auf Grundlage getroffener Zielvereinbarungen. "Insofern kann es trotz gleichen Studiengangs Unterschiede in den Vergütungsmodellen geben."

Danner wird noch etwas konkreter: Die Studenten, die JLL im IZ-Arbeitgeberranking 2017 zum begehrtesten Arbeitgeber des Branchennachwuchses gewählt haben, hegen im Durchschnitt einen Gehaltswunsch von rund 47.000 Euro. "Als Gesamtvergütung kann das aufgehen", sagt Danner. "Aber nicht als Grundgehalt, sondern als Gesamtpaket inklusive Boni, und auch nicht für Trainees, sondern nur für Direkteinsteiger."

Die Studenten, die Corpus Sireo bei der IZ-Arbeitsmarktumfrage 2017 zu ihrem Wunscharbeitgeber erkoren und das Unternehmen damit auf Platz zwei im IZ-Arbeitgeberranking gehievt haben, erwarten von ihrem künftigen Arbeitgeber im Schnitt ein Bruttojahresgehalt von rund 46.000 Euro nach dem Abschluss ihres derzeitigen Studiums. "Die Größenordnung stimmt", sagt Iris Schönbeck, Head of Human Resources Management von Corpus Sireo.

Das Unternehmen ist offen für Bewerber mit Bachelor- oder Master-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften, Betriebswirtschaft oder Immobilienwirtschaft/-management und idealiter ersten praktischen Erfahrungen. Schönbeck präzisiert: "Berufseinsteiger können nach dem Abschluss eines Trainee-Programms bei uns in Abhängigkeit von ihrem Bildungsweg - Bringen sie einen Bachelor oder einen Master mit? Haben sie Praktika gemacht, und, wenn ja, wie viele? - und dem Standort, an dem sie für uns tätig werden, in aller Regel mit marktgerechten Gehältern von 45.000 und 48.000 Euro rechnen."

Beim Kölner Baukonzern Strabag mit u.a. der Projektentwicklungstochter Strabag Real Estate hält man die von Gehalt.de ermittelten Gehälter für BWL-Einsteiger für "einigermaßen realistisch". Letztlich sei immer das Stellenprofil ausschlaggebend dafür, wie viel jemand bei Strabag verdiene. Grundsätzlich erfolge die Einstufung der Einstiegsgehälter nach Tarif. Abweichungen nach oben nicht ausgeschlossen, wenn "einschlägige Praktika, erste Vorerfahrung oder Zusatzqualifikationen" vorliegen. Zwischen unterschiedlichen Studienrichtungen würden jedenfalls keine Unterschiede gemacht.

Harald Thomeczek

Zum König gewählt

Timo Tschammler - hier in einer Fotomontage - ist erst seit wenigen Monaten Deutschlandchef von JLL. Für ihn ist es also die erste Krönung zum Top-Arbeitgeber der Immobilienstudenten.

Timo Tschammler - hier in einer Fotomontage - ist erst seit wenigen Monaten Deutschlandchef von JLL. Für ihn ist es also die erste Krönung zum Top-Arbeitgeber der Immobilienstudenten.

Quelle: istockphoto.com, Urheber: nullplus/Montage: IZ

Karriere06.07.2017
JLL zementiert seinen Status als Wunscharbeitgeber von Immobilienstudenten. Im IZ-Arbeitgeberranking 2017 hat es JLL zum sechsten Mal in Folge auf den Königsthron geschafft. Corpus Sireo ... 

JLL zementiert seinen Status als Wunscharbeitgeber von Immobilienstudenten. Im IZ-Arbeitgeberranking 2017 hat es JLL zum sechsten Mal in Folge auf den Königsthron geschafft. Corpus Sireo hat seinen Rang als zweitbegehrtester Brötchengeber des Branchennachwuchses knapp verteidigt. Der Vorjahresvierte CBRE überholt Drees & Sommer und rückt mit großen Schritten auf Platz drei vor.

Rund 220 Unternehmen haben die Teilnehmer der diesjährigen Studentenumfrage von Immobilien Zeitung und Immo Media Consult, die Immobilienwirtschaft, Baumanagement, Facility-Management oder ein verwandtes Fach studieren, auf die - offene - Frage nach ihren Wunscharbeitgebern genannt. Seriensieger JLL vereinte alleine über 12% der gewichteten Stimmen auf sich. Vizemeister Corpus Sireo und CBRE auf Rang drei erhielten 7% bzw. 6,8% aller zugeteilten Zähler. Schon ab Platz vier mit Drees & Sommer (3,4%) wird es recht kleinteilig. 200 Arbeitgeber erhielten weniger als 1% der gewichteten Stimmen. Die zehn Bestplatzierten vereinen zusammen 45,4% aller vergebenen Punkte auf sich.

Gewichtet deshalb, weil die Studenten jeweils bis zu drei von ihnen präferierte Arbeitgeber aufführen konnten und ihre Nennungen priorisieren mussten. Jede Nennung als Wunscharbeitgeber Nummer eins war drei Punkte wert, für einen zweiten Platz gab es zwei Zähler und für einen dritten Platz immerhin noch einen Punkt. Insgesamt verrieten 320 von 548 Umfrageteilnehmer, also rund 58%, uns ihre Favoriten. 264 davon nannten auch noch das Unternehmen, bei dem sie am zweitliebsten arbeiten würden, und 194 vergaben auch noch eine Bronzemedaille. Immerhin rund 42% der Studierenden, die sich durch die 56 Fragen starke Online-Befragung klickten und die erforderliche Studienbescheinigung vorlegten, gaben an, keinen Wunscharbeitgeber zu haben.

Neueinsteiger finden sich in den diesjährigen Top Ten nicht (siehe Tabelle auf dieser Seite). Doch die Karten wurden teilweise neu gemischt: Von der Aufholjagd von CBRE abgesehen, haben sich auch BNP Paribas Real Estate und Union Investment verbessert: Sie klettern von Rang sieben bzw. neun auf Platz sechs respektive sieben. ECE findet sich dafür auf Rang neun wieder. Patrizia Immobilien verteidigt Rang fünf, ebenso wie Beos den zehnten Platz. Apleona, ehemals Bilfinger Real Estate, festigt Rang neun. Der Verkauf an einen Finanzinvestor und die Umfirmierung haben dem Bekanntheitsgrad bzw. der Reputation unter Studierenden offenbar nicht geschadet.

PwC und Ernst & Young verfehlen die Top Ten knapp und teilen sich Platz elf. Mit Cushman & Wakefield (13.) hat es noch ein viertes - vereinfacht gesprochen - Maklerhaus unter die Top 15 geschafft. Auf den weiteren Plätzen folgen die Deka (14.), Art-Invest (15.) und Strabag (16.) - wobei die Strabag wohl eher ob ihrer Projektentwicklungssparte gefragt sein dürfte als ob ihrer Aktivitäten am Bau.

Der Abstieg von Hochtief, dem dreimaligen IZ-Top-Arbeitgeber der Jahre 2009 bis 2011 (also der ersten drei IZ-Arbeitgeberrankings), setzt sich fort: Zwar beschäftigt Hochtief auch heute noch mehr als 80 Mitarbeiter im Bereich der Projektentwicklung, doch der Glanz früherer Tage ist - zumindest im Spiegel des IZ-Arbeitgeberrankings - verflogen, seit der spanische Mehrheitseigentümer die Projektentwicklung nicht mehr zum Kerngeschäft zählt und Hochtief zum reinen Baukonzern umbaut. Mehr als Platz 17 ist für die Essener nicht drin. Auf den weiteren Plätzen folgen die Allianz (18.), Tishman Speyer (19.) und die Deutsche Bank bzw. deren Vermögensverwalter Deutsche Asset Management.

Wohnungsunternehmen sind wie eh und je nur unter ferner liefen im Ranking vertreten, allen voran Dax-Konzern Vonovia auf Position 52. Die Nachfolger der IVG, Triuva und OfficeFirst, verfehlen die Top 20 - selbst wenn man ihre Punktzahlen addiert. Corporates wie die Deutsche Bahn auf Platz 30 oder Bayer und Daimler, beide punktgleich auf Position 36, schneiden besser ab als z.B. Colliers, die Helaba, Credit Suisse und UBS oder DIC.

Beim Blick auf die Wahlmotive fällt auf: Klar kennen Studierende die Unternehmen, für die sie votieren, mitunter auch von innen, weil sie dort z.B. ein Praktikum machen bzw. gemacht haben oder als Werkstudent tätig sind oder waren.

Meist fällen die Studenten ihr Urteil aber aus der Außenperspektive: Von den zwölf in der Umfrage vorgegebenen Aspekten, die die genannten Wunscharbeitgeber für den einzelnen Studenten so begehrt machen, gehörte das Kriterium, bereits persönlich Bekanntschaft mit einem Unternehmen geschlossen zu haben, zu den weniger wichtigen. Nur in 18% der Fälle begründeten die Studenten ihre Wahl damit.

Mit weitem Abstand am wichtigsten ist den Studierenden, dass sie bei dem von ihnen präferierten (künftigen) Arbeitgeber in dem Bereich arbeiten können, für den sie im Studium oder während eines Praktikums Feuer gefangen haben, also z.B. in der Projektentwicklung, im Asset-Management oder im Investment- bzw. Fondsgeschäft. In mehr als jedem zweiten Fall wurde die Wahl eines Top-Arbeitgebers mit der Übereinstimmung des Tätigkeitsfeldes mit den eigenen Wünschen begründet (55%).

Besonders wichtig sind dem Nachwuchs zudem die Karriereperspektiven (38%), das positive Image des Unternehmens bzw. der Marke im Allgemeinen (36%), die internationale Präsenz eines Unternehmens (31%) und dass ihr (künftiger) Arbeitgeber dort sitzt, wo die Studenten auch leben bzw. leben wollen (30%). Die Größe eines Unternehmens (22%), finanzielle Aspekte (19%) oder das positive Image eines Unternehmens speziell als Arbeitgeber (15,5%) oder Zusatzangebote für Mitarbeiter wie Familien-, Gesundheits- oder Programme für eine gute Balance zwischen Arbeiten und Leben (7%) werden dagegen seltener genannt.

Die Fans von JLL zieht vor allem das positive Image, das das Unternehmen bzw. die Marke - nicht zu verwechseln mit dem Image als Arbeitgeber - ausstrahlt, an. Fast jeder Zweite (49%), der JLL zu seinen drei Wunscharbeitgebern zählt, begründet seine Wahl mit diesem Argument. Das ist deshalb interessant, weil JLL damit eines der ganz wenigen Unternehmen ist, bei denen das gute Image schwerer wiegt als die Übereinstimmung des Tätigkeitsfelds mit den persönlichen Präferenzen einer Nachwuchskraft. Der letztgenannte Aspekt ist natürlich auch für viele JLL-Anhänger nicht unwichtig, ebenso wie die Internationalität und die Karriereperspektiven (je 45%).

Izabela Danner hüpft fast aus dem Hörer, als ihr der Autor dieser Zeilen per Fernsprecher die frohe Botschaft von der Titelverteidigung überbringt. Für die Personalchefin von JLL, die auch dem deutschen Management Board angehört, ist dieser Erfolg keine Selbstverständlichkeit: "Wir haben ein bisschen gezittert", verrät sie. Mit dem abermaligen Titelgewinn sieht Danner, die seit Anfang 2013 Head of Human Resources von JLL ist, all die "harte Arbeit" belohnt, die sie und ihr 19-köpfiges Team im Personalmarketing leisten.

So hat JLL in diesem Jahr bereits u.a. auf sechs Hochschulmessen, etwa auf der Jobbörse IZ-Karriereforum, Präsenz gezeigt. Mindestens drei weitere sollen bis Jahresende folgen. Die Social-Media-Kanäle von JLL Germany bespielen die Personaler gemeinsam mit den Kollegen aus der Marketingabteilung. So wird z.B. für das hauseigene Trainee-Programm auf diesem Wege die Trommel gerührt. Und auf den Karriereportalen Xing und LinkedIn werden nicht nur Stellenanzeigen an die virtuelle Jobwall genagelt, sondern auch Kandidaten angesprochen.

In der realen Welt lässt der Seriensieger ebenfalls kaum etwas unversucht, den Nachwuchs für sich einzunehmen, noch bevor er auf den Arbeitsmarkt kommt. Studenten werden eingeladen, sich in JLL-Niederlassungen an Case-Studies zu versuchen, und lernen so by the way mitunter auch höherrangige Mitarbeiter kennen. So haben sich z.B. Marcel Abel, geschäftsführender Direktor und Niederlassungsleiter in Düsseldorf, und vier Teamleiter Anfang Juni Zeit für eine studentische Reisegruppe der HfWU Nürtingen-Geislingen genommen.

Zudem halten Mitarbeiter an ihren ehemaligen Hochschulen Vorlesungen oder stellen JLL als Dienstleister und Arbeitgeber vor. "Unsere wichtigsten Testimonials sind aber unsere Studenten im Haus", ist Danner überzeugt. Und davon gibt es einige: Rund 150 Praktikanten und studentische Aushilfen sind 2017 bereits eingestellt worden. Insgesamt beschäftigt JLL rund 1.300 Mitarbeiter hierzulande.

Beim Zweitplatzierten fällt beim Blick auf die Aspekte der Arbeitgeberwahl zweierlei auf. Zum einen führt jeder Dritte (34%) Corpus-Sireo-Wähler das positive Image als Arbeitgeber ins Feld. Das ist ein vergleichsweise hoher Anteil: Bei JLL und dem Dritten, CBRE, war der gute Ruf als Arbeitgeber jeweils nur für jeden sechsten bis siebten Wähler (17% bzw. 15%) ausschlaggebend. Zum anderen fällt auf, dass vergleichsweise viele Studierende mit Corpus Sireo schon persönlich Bekanntschaft geschlossen haben, nämlich ebenfalls 34%. Bei den JLL- und CBRE-Wählern kennt nur ungefähr jeder vierte bzw. siebte Wähler die Unternehmen schon persönlich (24% bzw. 15%).

"Die Ergebnisse zeigen, dass die ganzen kleinen Bausteine, die wir in den letzten Jahren aufeinandergeschichtet haben, wirken", freut sich Iris Schönbeck, Leiterin Human Resources Management bei Corpus Sireo. "Wir tun schließlich alles dafür, dass man uns kennt; seit einigen Jahren sind wir extrem im Hochschulmarketing unterwegs." An 18 Hochschulen machen Mitarbeiter Studierenden das Unternehmen und den Arbeitgeber Corpus Sireo schmackhaft, sei es direkt auf Karriereabenden oder an Campustagen oder indirekt durch Gastvorträge und Case-Studies.

Zudem werden "studentische Botschafter", sprich: duale Studenten, Praktikanten oder studentische Aushilfen, gezielt dafür eingesetzt, das Unternehmen an den Hochschulen ins rechte Licht zu rücken. Sogar eigene Visitenkarten haben die "Botschafter" designed bekommen. Sich abheben, um aufzufallen: Nach diesem Motto lässt Corpus Sireo jedes Jahr auch eine immer neue Kollektion an Polo-Shirts, Armbändern und Ansteckern entwerfen. Dieses ungewöhnliche Outfit - besonders in einer relativ konservativen Branche wie der Immobilienwirtschaft - soll nicht zuletzt auf Hochschulmessen für Aufmerksamkeit sorgen.

Zudem lädt das Unternehmen kleine Gruppen Studierender regelmäßig in die verschiedenen Niederlassungen ein. "Besonders bei diesen speziellen Veranstaltungen im kleinen Rahmen haben wir immer mehrere Studenten rekrutiert, z.B. als duale Studenten oder Trainees. Veranstaltungen dieser Art mit einer qualitativ hochwertigen Studentengruppe schaffen eine persönlichere Atmosphäre und eine äußerst hohe Recruiting-Effektivität", sagt Schönbeck.

CBRE hat rund 50% mehr Punkte eingefahren als im Vorjahr und den Vorjahresdritten locker überholt - und das bei einer leicht gesunkenen Zahl der Befragten. Fast hätte man sogar die Vizemeisterschaft geholt. Mark Spangenberg, COO von CBRE Germany, und seine Personalchefin Jacobé Gölz sind happy: "Studenten sind ein wichtiger Indikator, darum diskutieren wir das Arbeitgeberranking natürlich intern. Schließlich ist es nicht einfach, gute Leute zu bekommen, ob erfahrene oder Nachwuchsleute", sagt Spangenberg.

CBRE punktet - anders als JLL - vor allem mit seinem internationalen Flair. Fast zwei von drei CBRE-Wählern (63%) führen diesen Aspekt an. Die Übereinstimmung der eigenen Neigungen mit den tatsächlichen Tätigkeitsfeldern wird von 46% als Kriterium genannt - nur noch, muss man sagen, denn vor zwei Jahren waren es noch 68%. Auf Platz drei folgen die Karriereperspektiven (44%).

Mögliche Gründe für die deutliche Verbesserung fallen Gölz viele ein. "Der Besuch von Hochschulmessen ist mittlerweile ein fester Bestandteil in unserem Recruiting", beginnt die Personalerin aufzuzählen. "Angefangen haben wir mal mit nur dem IZ-Karriereforum. In diesem Jahr besuchen wir schon sieben Hochschulmessen." Und am Start bzw. Stand seien dort immer auch Kollegen aus den Fachabteilungen.

Damit sich Studenten und CBRE näherkommen können, lädt man drei, vier Mal im Jahr 20 bis 30 Studenten zu sich nach Frankfurt ein. Das Motto: Open House Day. "Es kommt aber nicht jeder rein, sondern nur Studierende, die uns mit ihrem Motivationsschreiben überzeugt haben", betont Gölz. Schließlich sollen ja Praktikanten und Werkstudenten angeworben werden - aus denen später, wenn es gut läuft, Trainees oder Direkteinsteiger werden. Deutschlandchef Alexander von Erdély macht dem Nachwuchs bei dieser Gelegenheit persönlich seine Aufwartung. Im Anschluss erzählen Kollegen aus den Fachabteilungen von ihrer täglichen Arbeit - ehe sich die Studenten an einem Beispiel aus der Praxis beweisen können. Der heimliche Höhepunkt ist das abschließende Get-together, bei dem die ersten Kontakte geknüpft werden.

Solche Events hinterlassen einen bleibenden Eindruck: "Es kommen immer mehr Firmen auf uns zu und laden uns zu sich ein. Wir Studenten müssen kaum noch selbst aktiv werden. Dadurch wird uns vermittelt, dass um uns gekämpft wird", sagt ein Student, der bei so einem Tag der offenen Tür dabei war.

Harald Thomeczek

So können Absolventen bei JLL, Corpus Sireo und CBRE starten

Izabela Danner, Personalchefin von JLL, will bis Jahresende noch 50 bis 60 Berufseinsteiger bzw. Absolventen einstellen.

Izabela Danner, Personalchefin von JLL, will bis Jahresende noch 50 bis 60 Berufseinsteiger bzw. Absolventen einstellen.

Quelle: JLL, Urheber: Fritz Philipp

Karriere06.07.2017
Auf Studenten üben JLL, Corpus Sireo und CBRE die größte Anziehungskraft aus. Doch suchen die drei Bestplatzierten im diesjährigen IZ-Arbeitgeberranking aktuell überhaupt ... 

Auf Studenten üben JLL, Corpus Sireo und CBRE die größte Anziehungskraft aus. Doch suchen die drei Bestplatzierten im diesjährigen IZ-Arbeitgeberranking aktuell überhaupt Nachwuchskräfte? Und, wenn ja, welche und wofür? Andersherum: Was können die Unternehmen ihnen bieten?

JLL, Wunscharbeitgeber Nummer eins unter Deutschlands immobilienaffinen Studenten, kalkuliert pro Jahr mit 100 bis 120 Stellen für Absolventen bzw. Berufseinsteiger mit bis zu einem Jahr Berufserfahrung - Ersatz für abgewanderte Junioren oder solche, die innerhalb des JLL-Konzerns eine neue Berufung gefunden haben, allerdings inbegriffen. "Bis Jahresende ist noch von 50 bis 60 Neueinstellungen auszugehen", blickt Personalchefin Izabela Danner nach vorn.

Ihr Pendant bei CBRE in Deutschland, Jacobé Gölz, zählt als Beleg, welches Gewicht der Nachwuchs hat, auf: "40 bis 50 Young Professionals - mit einem bis zwei Jahren Berufserfahrung - und Trainees, 15 bis 25 Auszubildende sowie 60 bis 70 Praktikanten und Werkstudenten." Macht einen Anteil an Nachwuchskräften im weitesten Sinne von rund 20% am gesamten Personalbestand von derzeit 650 Köpfen.

Bei JLL liegen die Schwerpunkte im Absolventen-Recruiting im Vermietungsgeschäft, im Asset- und Property-Management sowie in der Bewertung. Der beliebte Investment-Bereich ist weniger gut für Anfänger geeignet, so Danner, "weil die Mandate dort sehr komplex sind". Statt Direkteinsteiger sind es eher Trainees, die sich mit Investment-Themen auseinandersetzen: Sie werden jedoch behutsam an die diffizile Materie herangeführt. Gesucht werden für die vielen verschiedenen Tätigkeiten nicht nur BWLer, sondern auch Geografen, Bauingenieure oder Architekten.

CBRE-Frau Gölz hat dieses Jahr schon 66 Studierende bzw. Berufseinsteiger mit allenfalls geringer Berufserfahrung eingestellt. "Und wir könnten ad hoc noch 15 weitere Stellen für Praktikanten und Werkstudenten besetzen", sagt die HR-Leiterin. Außerdem warten noch zwei freie Trainee-Plätze in der Bewertung und im Wohninvestment für 2018 sowie sieben offene Stellen für Berufseinsteiger bzw. Young Professionals auf Anwärter. Gesucht werden u.a. vier Projektmanager im Bereich Building Consultancy & Project Management, der ausgebaut werden soll.

Wer für CBRE arbeiten möchte, sollte - mit Ausnahme der technischen Jobs vielleicht - ein breites wirtschaftswissenschaftliches Fundament mitbringen, sich auch mit Kunden und Kollegen, die des Deutschen nicht mächtig sind, verständigen können, und schon ein paar Erfahrungen, z.B. im Rahmen von Praktika, gesammelt haben. Der Abschluss ist nicht kriegsentscheidend: "Unsere Mitarbeiter haben über 100 verschiedene Abschlüsse", zeigt sich Gölz offen.

Für 2018 hat Gölz einen ganz neuen Pfeil im Köcher: "Im März 2018 starten wir ein abteilungsübergreifendes Trainee-Programm." Geschaffen werden voraussichtlich 15 bis 20 Trainee-Stellen an den Standorten Frankfurt, Berlin und München, "und gegebenenfalls auch noch in Düsseldorf". Die Trainees werden je sechs Monate bei der wirtschaftlichtechnischen Beratungstochter CBRE Preuss Valteq, im Bereich Advisory and Transaction Services (An- und Vermietung in allen Assetklassen) und im Bereich Occupier (Nutzervertretung) verbringen.

Auch das Trainee-Programm von JLL soll ausgeweitet werden. Allerdings nicht um zusätzliche Bereiche, sondern um neue Standorte: Nachdem es 2016 bereits auch in Berlin, Hamburg und München angeboten wurde - und nicht mehr nur in Frankfurt -, überlegt man nun, ab 2018 weitere Standorte auf die Trainee-Landkarte zu heben. An allen bisherigen Standorten zusammen sind am 1. Juli rund ein Dutzend Trainees bei JLL an den Start gegangen. Sie werden im Verlauf von zwölf Monaten vier Geschäftsfelder kennenlernen. Die neue Bewerbungsrunde für 2018 startet voraussichtlich diesen Herbst.

Bewerbe ich mich für ein Trainee-Programm oder lieber auf eine Junior-Stelle - diese Qual der Wahl haben Absolventen, die zu Corpus Sireo wollen, nicht: "Absolventen legen bei uns normalerweise keinen Direkteinstieg hin", sagt Personalchefin Iris Schönbeck. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Corpus Sireo "so vielfältig ist", dass Berufsanfänger ihr Tagesgeschäft besser verrichten können, wenn sie zuvor während eines (15-monatigen) TraineeProgramms alle Seiten des Unternehmens kennengelernt haben.

Bis zum Erwerb durch Swiss Life bestand die besagte Vielfalt von Corpus Sireo in einer Dreifaltigkeit aus Asset-Management (Gewerbe und Wohnen), Wohnprojektentwicklung und Wohnungsmakelei. Mitte 2016 ist das Property-Management dazugekommen, das Corpus Sireo für die Bestände von Mutter Swiss Life samt ihrer Kapitalverwaltungsgesellschaft erbringt (deren Assets man auch managt bzw. an- und verkauft). Ob der gewachsenen Vielfalt denkt Corpus Sireo darüber nach, die Dauer des TraineeProgramms auch zeitlich und räumlich auszuweiten, auf 18 Monate bzw. um eine Auslandsstation bei Swiss Life Asset Managers in London, Paris und Zürich.

Auch für Abiturienten, die studieren, dies aber mit einer Ausbildung kombinieren wollen, hat Corpus Sireo etwas im Angebot: "Seit etwa anderthalb Jahren sind wir stark im dualen Studium engagiert und sind das Thema auch marketingtechnisch angegangen", berichtet Schönbeck. Zum Start im vergangenen Jahr wurden 16 duale Studenten aufgenommen, dafür wurde die Anzahl der neuen Trainees auf sechs heruntergefahren. In diesem Jahr wurde das Trainee-Programm wieder hochgefahren, das Budget dafür erhöht: Acht Trainees gingen schon an Bord, "weitere sieben oder acht können wir 2017 noch einstellen", so Schönbeck. Bewerbungsfristen gibt es nicht. Außerdem sollen künftig jedes Jahr etwa zehn duale Studenten starten.

Die Gretchenfrage "Reicht ein Bachelor oder braucht es einen Master?" beantworten die Personalchefinnen der drei Top-Arbeitgeber unterschiedlich: "Präferenzen haben wir nicht. Im Trainee-Programm halten sich Bachelor- und Master-Absolventen in etwa die Waage", erzählt Schönbeck. Gleichwohl hegt sie höhere Ansprüche an Leute mit Master-Abschluss: "Zum Ende eines Trainee-Programms sollte sich der Unterschied schon spürbar bemerkbar machen", erwartet Schönbeck. Dafür ist sie auch bereit, mehr zu zahlen: "Ein 5% bis 10% höheres Einstiegsgehalt ist durchaus drin, weil Master-Absolventen ja - zumindest theoretisch - mehr draufhaben sollten und man sie schneller in eigenverantwortliche Tätigkeiten entlassen kann."

"Wenn man die Wahl hat, nimmt man den Master", bringt es Jacobé Gölz von CBRE auf den Punkt. "Aber es kann natürlich vorkommen, dass ein Master-Absolvent auf die konkrete Stelle weniger gut passt als jemand, der ‚nur' einen Bachelor gemacht hat, aber vielleicht viel Erfahrung mitbringt." Bei komplexeren Tätigkeiten, z.B. in der technischen Immobilienberatung bei CBRE Preuss Valteq, sieht sie jedoch Master-Absolventen im Vorteil.

Izabela Danner von JLL will auf die Frage "Reicht ein Bachelor-Abschluss?" keine pauschale Antwort geben: "Was das angeht, haben wir keine dogmatische Einstellung. In bestimmten Bereichen, z.B. der Immobilienbewertung, ist es vielleicht besser, wenn jemand länger an der Uni war und seine analytischen Skills geschult hat." Ein Topverkäufer dagegen brauche andere Qualifikationen bzw. Qualitäten.

Harald Thomeczek

Wie Studenten bei den Top-Arbeitgebern landen können

Izabela Danner, Personalchefin von JLL.

Izabela Danner, Personalchefin von JLL.

Bild: Melanie Bauer

Karriere14.07.2016
JLL, Corpus Sireo, Drees & Sommer: Das sind 2016 die drei beliebtesten Arbeitgeber bei Studenten, die in die Immobilienwirtschaft wollen. Doch wollen diese Arbeitgeber umgekehrt auch ... 

JLL, Corpus Sireo, Drees & Sommer: Das sind 2016 die drei beliebtesten Arbeitgeber bei Studenten, die in die Immobilienwirtschaft wollen. Doch wollen diese Arbeitgeber umgekehrt auch Berufseinsteiger einstellen? Und, wenn ja, was für Studenten oder Absolventen suchen sie und für welche Jobs? Last but not least: Welche Einstiegsmöglichkeiten bieten die Arbeitgeber?

Der Wege, bei einem Unternehmen anzudocken, sind viele: Praktikum, Werkstudententätigkeit, duales Studium, Direkteinstieg, Trainee-Programm. Doch nicht überall ist alles möglich, und der Zuschnitt z.B. von Trainee-Programmen unterscheidet sich von Arbeitgeber zu Arbeitgeber. Drum prüfe auch, wer sich auf Zeit nur bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet, möchte man da mit Schiller ausrufen. Denn: "Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang", heißt es bekanntlich in seinem Gedicht "Das Lied von der Glocke".

Bei JLL, 2016 das fünfte Jahr in Folge Sieger im IZ-Arbeitgeberranking, ist laut Personalchefin Izabela Danner "der Direkteinstieg die gängige Variante". Das in mehr als 80 Ländern aktive Unternehmen ist in Deutschland in den Geschäftsfeldern Investment, Vermietung, Immobilienbewertung, Immobilienfinanzierung, Immobilien-Asset-Management, Corporate Real Estate Management, Shopping Center Services, Projektmanagement und Innenausbau tätig.

Wer bei JLL landen will, sollte eine betriebs-, immobilienwirtschaftliche, technische (Architektur, Ingenieurwesen, IT und Datenmanagement) oder juristische Qualifikation mitbringen. Was den Abschluss angeht, "beschäftigen wir sowohl Bachelor- als auch Masterstudenten, wobei unser Fokus auf Master liegt", sagt Danner. Auch Soft Skills sind gefragt, insbesondere in der Tätigkeit als Makler:"Bei JLL macht man nicht als Einzelkämpfer, sondern immer im Team Geschäft. Infos und Daten werden geteilt, es gibt nicht ‚deinen‘ und ‚meinen' Kunden, sondern nur JLL-Kunden", stellt Danner klar.

Im laufenden Jahr wird JLL im gesamten Kalenderjahr voraussichtlich rund 250 Mitarbeiter eingestellt haben. Davon wird rund ein Viertel Berufseinsteiger sein. In der zweiten Jahreshälfte 2016 sind noch etwa zehn bis 15 Stellen mit Einsteigern zu besetzen. Derzeit werden vor allem für die Bereiche Innenausbau, Projektentwicklung und -management, Bewertung sowie Vermietung und Investment Kandidaten gesucht.

Dass der Direkteinstieg bei JLL die übliche Form des Einstiegs ist, heißt nicht, dass es nicht auch anders geht: Neun bis zwölf Trainees fangen pro Jahr bei JLL in Deutschland an. "Das Trainee-Programm ist für diejenigen gedacht, die noch nicht genau wissen, wo sie hinwollen", erklärt Danner. Die JLL-Trainees hierzulande starten immer im Juni. Die nächste Ausschreibungsrunde beginnt Ende 2016/Anfang 2017. In diesem Jahr hat JLL auch Trainees in Hamburg, München und Berlin eingestellt, nicht mehr nur in Frankfurt. Auch 2017 sollen an diesen Standorten Plätze angeboten werden. Das Trainee-Programm von JLL dauert nicht länger als zwölf Monate. Die Trainees sind in dieser Zeit jeweils drei Monate in vier verschiedenen Abteilungen unterwegs.

Beim diesjährigen Zweiten im IZ-Arbeitgeberranking, Corpus Sireo, kann der Branchennachwuchs erste praktische Erfahrung über ein Schülerpraktikum, ein studentisches Praktikum, als studentische Aushilfe oder über eine Abschlussarbeit sammeln. Der Berufseinstieg läuft hier in aller Regel über ein Trainee-Programm, der Direkteinstieg ist für Berufsanfänger bei Corpus Sireo hingegen eher die Ausnahme.

Corpus Sireo sucht derzeit sowohl Trainees als auch duale Studenten, die während ihres Ausbildungsprogramms in verschiedenen Unternehmensbereichen eingesetzt werden können. "Die Einsätze finden oft in den Bereichen Acquisition, Asset Management, Development, Letting und Sales statt", sagt Iris Schönbeck, Director Human Resources. Das duale Studium auf Bachelor oder Master biete Corpus Sireo regelmäßig an allen Standorten an.

Bewerber für das Traineeprogramm von Corpus Sireo sollten ein Bachelor- oder Masterstudium in den Fachrichtungen Wirtschaftswissenschaften, Betriebswirtschaft oder Immobilienwirtschaft/-management und erste praktische Eindrücke mitbringen. Wer nach einem abgeschlossenen Studium in einer dieser Fachrichtungen als Trainee bei Corpus Sireo angeheuert hat, durchläuft in 15 Monaten fünf Stationen.

"Die fünfte Station bleibt in der Regel offen und dient bereits als Einstieg zur Übernahme nach Beendigung des Programms", erläutert Schönbeck. Voraussichtlich ab Mitte 2017 haben Trainees auch die Möglichkeit, ins Property-Management reinzuschnuppern. Dieser Bereich wird bei Corpus Sireo gerade aufgebaut und soll dann auch als Station im Trainee-Programm angeboten werden.

Auf die jeweils besten Trainees wartet als Auszeichnung ein Einsatz bei Swiss Life Asset Manager (Slam), dem Eigentümer von Corpus Sireo. Wer sich mit "hervorragenden Leistungen und Engagement" hervorgetan habe, könne für weitere drei Monate bei SLAM in Zürich und künftig auch in Frankreich eingesetzt werden.

Für das Jahr 2016 hat Corpus Sireo aktuell noch drei Traineestellen zu besetzen. Auch für 2017 sucht man bereits Trainees, ebenso duale Masterstudenten für das Sommersemester 2017, die sich für ein Studium mit vertiefter Praxis in Kooperation mit der Hochschule Aschaffenburg interessieren. "Wir verfügen hier über insgesamt ca. 15 Stellen pro Jahr", berichtet Schönbeck.

JLL testet neuerdings auch die Variante duales Studium. "Wir erarbeiten dazu gerade ein Konzept", erzählt Danner. Momentan sei in einem Pilotprojekt ein knappes halbes Dutzend dualer Studenten bei JLL in Berlin an Bord, u.a. auch bei dem von JLL übernommenen, auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierten Asset-Manager Acrest. Aktiv um duale Studenten werben wolle sie derzeit aber (noch) nicht, so Danner.

Beim drittplatzierten Wunscharbeitgeber der Immobilienstudenten, dem Projektmanager und Berater Drees & Sommer, ist ein duales Studium laut Friederike Schammann-Vogel, Leiterin HR, "eher in Unterstützungsbereichen" vorgesehen, weniger in den Kerngeschäftsfeldern Projektmanagement, Engineering oder Consulting. "Hier sind Einsteiger, die ein duales Studium absolviert haben, bei uns eher die Ausnahme. Wer für uns arbeiten will, muss fachliches Rüstzeug mitbringen und einen Fuß im Bauwesen haben. Darum haben wir so viele Akademiker an Bord", erläutert Schammann-Vogel.

Ein Trainee-Programm im Sinne einer befristeten Anstellung, an deren Ende über eine Weiterbeschäftigung entschieden wird, bietet Drees & Sommer nicht an, sondern nur unbefristete Anstellungen "mit einem intensiven hausinternen Ausbildungsplan". Ins kalte Wasser geworfen werden Frischlinge also nicht, versichert die Personalchefin: "Wenn wir uns für jemanden entschieden haben, erhält er oder sie in allen Leistungsbereichen eine zweijährige systematische Weiterbildung mit Vorlesungen, Seminaren, Mentoring etc. von unseren Experten." Ein Einstieg ist nicht nur in der Projektsteuerung, dem mit Abstand bedeutendsten Geschäftszweig, sondern in allen Bereichen möglich.

Um bei Drees & Sommer im Projektmanagement zu arbeiten, sollte man möglichst Studiengänge wie Bauingenieurwesen oder Wirtschaftsingenieurwesen mit einer Spezialisierung in Bau- oder Immobilienwirtschaft absolviert haben. Für den Bereich Engineering werden technisch geprägte Köpfe gesucht, etwa Versorgungstechniker, Bauphysiker, Elektrotechniker oder Maschinenbauer. Vor allem in den beratenden Geschäftsbereichen sind vermeintlich weiche Kompetenzen sehr wichtig, Fachwissen allein reicht nicht: "Im Projektmanagement spielen soziale Kompetenzen eine große Rolle, weil wir dort nah am Kunden sind. Bei einem Bauvorhaben muss man die Belange und die Sichtweise des Kunden erkennen und verstehen lernen", so Schammann-Vogel. Wie man Wissen und Handeln verbindet, wird in der hauseigenen Academy von Drees & Sommer in Form von Soft-Skills-Präsenzschulungen gelehrt. Wer ins Projektmanagement strebt, dem sollte zudem klar sein, dass er sich nicht auf einen Schreibtischjob einlässt: "Die Kollegen pendeln immer zwischen dem Kunden, der Baustelle und dem eigenen Büro hin und her."

Wer bei Drees & Sommer anfangen will, sollte auch Sprachkenntnisse mitbringen oder aufbauen,: "Wir suchen Leute, die auch flexibel international für uns arbeiten wollen." Drees & Sommer hat bei Bauvorhaben an 40 Standorten weltweit seine Finger im Spiel, u.a. auch in China oder Saudi-Arabien.

Bachelor-Studenten sind bei Drees & Sommer grundsätzlich ebenso willkommen wie Master-Absolventen, aber: "Wir honorieren es, wenn jemand einen Master-Abschluss mitbringt, und wir honorieren es auch, wenn er schon internationale Erfahrungen gesammelt hat - und es sind eben meist Master-Studenten, die mehr gesehen haben und mehr und vielfältigere Erfahrungen mitbringen", so Schammann-Vogel.

Ende 2016 wird sie insgesamt rund 100 Absolventen neu eingestellt haben. "Viele davon sind schon vorher als Studenten und/oder Praktikanten bei uns gewesen. Es ist bei uns gute Tradition, Mitarbeiter aus diesem Pool zu übernehmen." Über das Jahr verteilt arbeiten rund 600 Praktikanten und Studenten bei Drees & Sommer. Im Augenblick sind es insgesamt rund 250, davon etwa 200 in Deutschland.

Harald Thomeczek

JLL ist der Top-Arbeitgeber 2016

Izabela Danner, Personalchefin von JLL, bejubelt - hier in einer Fotomontage - den fünften Titel als Top-Arbeitgeber.

Izabela Danner, Personalchefin von JLL, bejubelt - hier in einer Fotomontage - den fünften Titel als Top-Arbeitgeber.

Bild: Ljupco Smokovski/Fotolia.com, Montage: IZ

Karriere13.07.2016
Selbst dem FC Bayern ist es in 53 Jahren Fußballbundesliga nicht gelungen, fünf Titel in Folge einzufahren. JLL hat das nun geschafft: Im achten IZ-Arbeitgeberranking hat der ... 

Selbst dem FC Bayern ist es in 53 Jahren Fußballbundesliga nicht gelungen, fünf Titel in Folge einzufahren. JLL hat das nun geschafft: Im achten IZ-Arbeitgeberranking hat der Immobilienberater 2016 zum fünften Mal in Serie den Titel als begehrtester Wunscharbeitgeber von Studenten immobilienwirtschaftlicher und verwandter Studiengänge abgeräumt.

Exakt 588 Studierende nahmen im Frühjahr 2016 an der Befragung im Rahmen der Joboffensive der Immobilien Zeitung (IZ) teil. Wie in den Vorjahren seit 2009 wurden sie dabei u.a. auch danach gefragt, für welches immobilienwirtschaftliche Unternehmen sie am liebsten nach dem Abschluss ihres Studiums arbeiten würden. Bei der Beantwortung dieser Frage konnten sie bis zu drei Wunscharbeitgeber nennen, und zwar sortiert nach Präferenz (eine Gleichgewichtung zweier oder mehrerer Namen war nicht möglich). Diese Frage war offen, es wurden keine möglichen Wunscharbeitgeber im Fragebogen vorgegeben. Insofern ist das Arbeitgeberranking auch ein Spiegel des Bekanntheitsgrads der einzelnen genannten (Immobilien-) Unternehmen.

Von den 588 Befragten haben 312 Teilnehmer oder 53% mindestens einen Wunscharbeitgeber genannt. Fast die Hälfte, rund 47%, nannte gar keinen Wunscharbeitgeber. Unterm Strich verteidigte JLL, seit 2012 durchgängig ganz oben auf dem Treppchen, seinen Titel als Top-Arbeitgeber souverän, baute seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten sogar deutlich aus. Der Makler/Immobilienberater kam auf eine Gesamtpunktzahl von 190. Das ist fast doppelt so viel wie im Vorjahr (+93%), als JLL 98 Punkte für den Titel reichten. Die Zahl der Umfrageteilnehmer und auch die Zahl der insgesamt vergebenen Punkte hat 2016 im Vorjahresvergleich zwar auch deutlich zugelegt, aber jeweils nur weniger als halb so stark wie die Punktzahl von JLL (+38%). Die Steigerung des Serien-Champions ist also bei Weitem nicht nur mit dem größeren Teilnehmerfeld zu erklären.

Corpus Sireo auf Platz 2

Die Silbermedaille geht in diesem Jahr an Corpus Sireo. Der Asset- und Fondsmanager, Projektentwickler und Makler fuhr 109 Punkte ein. Damit ist auch Corpus Sireo überproportional stark gewachsen: Im vergangenen Jahr erhielt das Unternehmen 69 Punkte, die Steigerungsrate in diesem Jahr beträgt also satte 58%. 2015 hatte sich Corpus Sireo noch mit dem dritten Platz hinter Bilfinger begnügen müssen.

Zu den Gewinnern des diesjährigen Arbeitgeberrankings gehört auch Drees & Sommer. Der Projektsteuerer steht seit dem ersten IZ-Arbeitgeberranking 2009 immer in den Top 10. In diesem Jahr gelang erstmals der Sprung unter die Top 3. Landete Drees & Sommer 2015 mit 47 Zählern noch auf Platz sechs, sicherte man sich diesmal mit 81 Punkten (72% mehr als im Vorjahr!) Rang drei.

Das Tätigkeitsfeld ist entscheidend bei der Arbeitgeberwahl

Um die Wahl ihres Wunscharbeitgebers zu begründen, konnten die Studierenden aus zwölf vorgegebenen Aspekten pro genanntem Arbeitgeber bis zu drei Kriterien als entscheidend benennen oder frei andere Kriterien auflisten. Die größte Rolle spielt für die Studierenden demnach, dass das Tätigkeitsfeld mit den eigenen Wünschen übereinstimmt. Fast 60% der Teilnehmer machten hier ihr Kreuzchen. Die Karriereperspektiven, die ein Unternehmen eröffnet, sind der zweitwichtigste Aspekt bei der Arbeitgeberwahl (41%). Das positive Image eines Unternehmens bzw. der Marke im Allgemeinen (34%) wurde von den Studierenden am dritthäufigsten als Antwort angegeben.

Die Anziehungskraft der Unternehmen speist sich aus durchaus unterschiedlichen - vermuteten oder tatsächlichen - Eigenschaften (siehe "Die Top-10-Arbeitgeber" auf dieser Seite). So landet bei JLL das Tätigkeitsfeld im Ranking der wichtigsten Aspekte nur auf Platz vier, während es bei sieben Top-Ten-Platzierten (Corpus Sireo und Drees & Sommer sowie CBRE, Patrizia, Bilfinger, Union Investment und Beos) das allerwichtigste Kriterium für die Studenten ist und bei ECE und BNP zumindest zu den drei wichtigsten Aspekten gehört.

Die größte Zugkraft haben bei JLL die Karriereperspektiven. Mehr als die Hälfte (52%) derer, die JLL als Wunscharbeitgeber aufführen, fühlen sich davon angezogen. Interessant ist das auch deshalb, weil 2015 nur knapp 38% derer, die damals für JLL votiert haben, dieses Kriterium zur Begründung ihrer Entscheidung anführten. "Super! Das freut mich riesig", sagt Izabela Danner, Head of Human Resources im Management Board Germany von JLL in Deutschland. "Ich habe nicht verstanden, warum wir im vergangenen Jahr in diesem Punkt so schwach abgeschnitten haben. Daran haben wir gearbeitet."

Gewinner sind im Nachwuchsmarketing aktiv

So nimmt JLL laut Danner allein an acht Hochschulmessen im Jahr teil. Auch das Management Board zeigt bei solchen Gelegenheiten Präsenz: "Timo Tschammler war dieses Jahr z.B. auf dem RICS Hochschultag", der im Rahmen des IZ-Karriereforums 2016 in Frankfurt stattfand. JLL schickt zudem Mitarbeiter als Dozenten an Hochschulen oder organisiert Kaminabende für Talente. Schließlich bietet das Unternehmen Studierenden Plätze für freiwillige Praktika und Pflichtpraktika sowie Werkstudententätigkeiten an. Im Durchschnitt beschäftigt JLL um die 100 bis 120 Praktikanten und Studenten pro Jahr.

Während bei JLL die Karriereperspektiven das größte Pfund sind, ist die Übereinstimmung der Tätigkeitswünsche mit den Tätigkeitsbereichen, in denen ein Unternehmen aktiv ist, bei Corpus Sireo und noch mehr bei Drees & Sommer ein viel wichtigeres Kriterium für die Studierenden als beim Erstplatzierten. Während nur gut ein Drittel der JLL-Anhänger aufgrund dieser Übereinstimmung gern bei JLL anheuern würde, gilt das für mehr als die Hälfte der Corpus-Sireo-Fans (51%) und sogar für 69% von denen, die bei Drees & Sommer ihre Karriere starten wollen. Die Karriereperspektiven werden bei Corpus Sireo und Drees & Sommer dafür weniger stark gewichtet als bei JLL: Jeweils 43% der Befragten, die diesen Unternehmen ihre Stimme geben, nennen sie als Grund für ihre Wahl.

Ein positives Image wirkt magnetisch

Das positive Image zieht bei Drees & Sommer (49%) mehr als bei JLL (43%) oder Corpus Sireo (39%). Dafür hat JLL in puncto Internationalität die Nase vorn (43%): Bei Drees & Sommer spielt die Tatsache, dass das Unternehmen rund um den Erdball an Bauprojekten beteiligt ist, nur für jeden Dritten eine Rolle.

Für das Management von Corpus Sireo hat das gute Abschneiden beim Arbeitgeberranking "eine sehr hohe Bedeutung, denn es erleichtert uns das Recruiting", sagt Bernd Wieberneit, der in der Konzerngeschäftsführung u.a. den Bereich Human Resources (HR) verantwortet. Studenten nehmen Unternehmen in erster Linie ja von außen wahr, sei es als Aussteller auf Messen oder über PR- bzw. Marketingmaßnahmen. "Daher versuchen wir hier gezielt Präsenz zu zeigen und mit Studierenden im Gespräch zu bleiben, egal ob an ausgewählten Unis oder bei Branchenveranstaltungen", sagt Iris Schönbeck, Director Human Resources von Corpus Sireo. Über verschiedenste Personalmarketingmaßnahmen habe man die Zahl der Werkstudenten, Praktikanten und dualen Studenten ausgebaut: "Denn wer könnte anderen Studenten über die Arbeit und die Menschen bei Corpus Sireo mehr verraten als die, die bei uns waren!", so Schönbeck.

Auch Drees & Sommer setzt viele Hebel in Bewegung, um Studierende auf sich aufmerksam zu machen und bei ihnen auch dann in guter Erinnerung zu bleiben, wenn sich die Wege trennen. So machen 70 Lehrbeauftragte aus den eigenen Reihen indirekt Werbung für Drees & Sommer als Arbeitgeber. Außerdem "versuchen wir, immer in Kontakt mit Studenten, die bei uns ein Praktikum gemacht oder eine Werkstudententätigkeit ausgeübt haben, zu bleiben, mitunter auch über die erste Berufsstation hinweg", sagt Friederike Schammann-Vogel, Leiterin HR bei Drees & Sommer. Die Studierenden werden zu Messen, auf denen Drees & Sommer als Aussteller dabei ist, Fachvorträgen oder Workshops eingeladen. "Und zum Geburtstag schicken wir ihnen eine handgeschriebene Glückwunschkarte", so Schammann-Vogel.

Praktikanten tragen positive Erfahrungen zurück an die Unis

Das jährliche IZ-Arbeitgeberranking bewertet sie als eine "bedeutende Außenbild-Rückmeldung einer sehr wichtigen Zielgruppe. Denn die Studenten von heute sind unsere Mitarbeiter von morgen." Das Ranking zeige, "dass die jungen Leute, die schon als Praktikanten oder Werkstudenten bei uns gearbeitet haben, bei ihren Kommilitonen positiv über uns berichten". Und wer von den heutigen Absolventen nicht sofort bei Drees & Sommer anfange, behalte das Unternehmen zumindest in positiver Erinnerung: "Eventuell für einen späteren Einstieg bei uns, oder um einmal auf Kundenseite oder in einer Kooperation mit uns zusammenzuarbeiten."

Die Studenten, die in diesem Jahr an der Abstimmung zum Top-Arbeitgeber der deutschen Immobilienwirtschaft teilgenommen haben, listen insgesamt 245 Namen auf. Die deutsche Immobilienbranche ist mittelständisch geprägt, die Bandbreite und Heterogenität an Betätigungsfeldern und die Zahl der dort aktiven Firmen sind groß, und verheißungsvolle Immobilienarbeitgeber finden sich auch unter Unternehmen, deren Kerngeschäft nichts mit Immobilien zu tun hat.

Unter den Genannten sind Einzelhandelsketten wie Rewe, Edeka oder Kaufland, Autobauer wie Audi oder Daimler, BMW oder VW, BASF, die Deutsche Bahn oder Online-Händler Zalando und Flughafenbetreiber Fraport. Mehr als eine einstellige Punktzahl erreichen 27 Unternehmen. 182 Unternehmen bekommen nur drei Punkte oder weniger.

Wohnungsunternehmen? Uninteressant für die Befragten

Auffällig ist, dass Wohnungsunternehmen auch 2016 nur sehr selten genannt werden. So kommt das erste Immobilienunternehmen im Dax 30, Vonovia, nur auf vier Zähler - was immer noch mehr ist als die drei Pünktchen, die LEG oder TAG Immobilien erhalten. Die Deutsche Wohnen taucht gar nicht auf. Der Wohnimmobilienboom, geglückte Fusionen und spektakulär gescheiterte Übernahmeversuche haben an der schwach ausgeprägten Attraktivität - oder der mangelnden Bekanntheit - der großen Wohnungsvermieter hierzulande anscheinend nichts geändert.

Das Wohnungsunternehmen mit den meisten Zählern, nämlich sechs, ist die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft. Jedenfalls, wenn man Formart als Wohnungsentwickler außen vor lässt; die Ex-Hochtief-Tochter landet mit 21 Zählern immerhin auf Platz 17. Hochtief selbst, in den ersten drei Jahren des Arbeitgeberrankings immer auf Platz eins, schneidet als 13. mit 27 Zählern nicht viel besser ab.

Umstrukturierungen schaden den Bauunternehmen

Der Abstieg von Hochtief seit 2014 dürfte nicht zuletzt auf die Übernahmeschlacht mit dem heutigen Mehrheitseigentümer, dem spanischen Baukonzern ACS, und anschließende Verkäufe von Immobilienaktivitäten zurückzuführen sein. Mit Bilfinger hat in diesem Jahr ein weiterer Baukonzern und Immobiliendienstleister, der in turbulenteres Fahrwasser geraten ist, Federn gelassen: Gewinnwarnungen, Rekordverlust und Führungswechsel haben vermutlich dazu beigetragen haben, dass die Arbeitgeberattraktivität abgenommen hat.

Studenten von 112 Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien und Dualen Hochschulen sowie Weiterbildungsinstituten haben 2016 an der IZ-Umfrage teilgenommen. Rund 70% haben sich für einen Studiengang entschieden, der den Bereichen Immobilienwirtschaft/Immobilienmanagement bzw. Bau- und Projektmanagement zuzuordnen ist.

Die Studenten sind im Schnitt 25 Jahre alt. Jeder zweite Teilnehmer schließt sein aktuelles Studium in diesem Jahr ab. Knapp die Hälfte hat bereits einen akademischen Grad, meist den Bachelor.

In acht Jahren Arbeitgeberranking haben es nur 18 Unternehmen geschafft, in die Top Ten einzuziehen. Wer das - neben den aktuellen zehn Besten - war und wie sich alle 18 Firmen über die Jahre entwickelt haben, sehen Sie im Artikel "Die Top-Arbeitgeber 2009 bis 2016".

Einen Artikel mit weiteren Details zu den Aspekten der Arbeitgeberwahl im IZ- Arbeitgeberranking 2016 lesen Sie in Ausgabe 29, die am 21. Juli 2016 erscheint.

Harald Thomeczek

Geld allein macht nicht glücklich

Bei der Wahl des Arbeitgebers werden viele Aspekte gegeneinander abgewogen.

Bei der Wahl des Arbeitgebers werden viele Aspekte gegeneinander abgewogen.

Bild: Milles Studio/fotolia.com

Karriere02.06.2016
Die meisten Teilnehmer der IZ-Studentenumfrage 2016 sind noch zu haben. Unternehmen, die sich die Schaffenskraft von Talenten sichern wollen, sollten deren Kriterien bei der Arbeitgeberwahl ... 

Die meisten Teilnehmer der IZ-Studentenumfrage 2016 sind noch zu haben. Unternehmen, die sich die Schaffenskraft von Talenten sichern wollen, sollten deren Kriterien bei der Arbeitgeberwahl ernst nehmen. Denn Geld allein macht die Jungen nicht glücklich.

Fast drei Viertel (72%) aller 588 Studenten, die an der IZ-Umfrage 2016 im Rahmen der Joboffensive für die Immobilienwirtschaft teilgenommen haben, haben noch keine Stelle für die Zeit nach dem Studium. Bei den 447 Vollzeitstudenten liegt dieser Anteil mit rund 77% höher als bei den 94 Weiterbildungsstudenten, wobei auch hier immerhin 53% noch keinen (neuen) Job für die Zeit danach haben, und den 47 dualen Studenten (66%).

Bei der Umfrage durften allerdings auch Studierende bis vier Semester vor Abschluss mitmachen. Nicht für alle Befragten hat also bislang die Notwendigkeit bestanden, sich nach einer Anstellung für die Zeit danach umzuschauen. Doch auch der Blick auf die 296 Studierenden - gut die Hälfte aller Teilnehmer -, die noch in diesem Jahr fertig werden sollten, offenbart kein substanziell anderes Bild: Von diesen sagten immerhin weniger als 61%, dass sie noch keine Stelle für die Zeit nach dem Studium haben. Im Vorjahr lag der vergleichbare Anteil noch deutlich höher: Damals standen 75% derer, die im selben Jahr ihren Abschluss machten, noch ohne Job da.

Also lautet die gute Nachricht für die Arbeitgeber auch in diesem Jahr: Die meisten Nachwuchskräfte sind noch zu haben. Doch wie können sich Unternehmen die Arbeitskraft eines Mitarbeiters in spe sichern? Am besten, indem sie die Kriterien, die Studierende bei ihrer Arbeitgeberwahl anlegen, ernst nehmen.

Welche das sind, zeigt die IZ-Studentenbefragung ebenfalls. Unangefochten auf Platz eins liegt seit Jahr und Tag der Aspekt Aufstiegsmöglichkeiten bzw. Karriereperspektiven. Ebenfalls hoch im Kurs bei den Studenten stehen - und zwar in genau dieser Reihenfolge - Weiterbildungsangebote, die Unternehmenskultur, die Höhe des Gehalts und der Standort des Unternehmens. Wobei sich die Unternehmenskultur im Studenten-Ranking der Aspekte für die Arbeitgeberwahl in diesem Jahr noch vor das Gehalt geschoben hat und damit erstmals auf Rang drei liegt, nach Platz sechs im Vorjahr. Nachwuchskräfte, so möchte man schließen, die sich zunehmend aussuchen können, wem sie ihre Schaffenskraft leihen, können die Jobwahl verstärkt nach vermeintlich soften Faktoren ausrichten.

"Die Gen Y schaut nicht nur aufs Gehalt", weiß Tim Schomberg, im Hauptberuf Head of Business Development Institutionals bei Catella Real Estate in München und im Ehrenamt Chair des Young Leaders Committee von ULI Germany. "Es geht ihr nicht um den letzten Euro, sondern um Pakete." Womit Schomberg zum einen variable, erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile meint, zum anderen aber auch nicht-monetäre Aspekte wie Weiterentwicklungsmöglichkeiten oder Aufstiegschancen.

Nach Erfahrung von Iris Schönbeck, Director Human Resources von Corpus Sireo, legen Studierende bei der Auswahl des Arbeitgebers - und zwar stärker als Vorgängergenerationen - höchste Priorität darauf, "schon früh Verantwortung übernehmen und eigenständig arbeiten zu können". Dafür hat bei ihnen offenbar die Bereitschaft abgenommen, sich um der Karriere willen zu entwurzeln: "Wenn sich zum Ende eines Trainee-Programms die Frage stellt, ob wir einen Trainee übernehmen, zeigt sich häufig, dass die Jungen teilweise sehr fokussiert auf ihre Heimatregion sind", berichtet Schönbeck.

Barbara Hatzer, Head of HR Development & Marketing von ECE, hat bislang nur selten erlebt, dass Verhandlungen zur Übernahme von Trainees an den Gehaltsvorstellungen scheitern. Angesprochen würden vor allem die Rahmenbedingungen: Welche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bietet man mir im Unternehmen? Welche Arbeitsbedingungen und welche Karriereperspektiven habe ich? Identifiziere ich mich mit der Unternehmenskultur?

In puncto Fortentwicklung gehen Arbeitgeber unterschiedliche Wege. Art-Invest Real Estate ist grundsätzlich bereit, Weiterbildungen zu unterstützen: "Macht z.B. ein Mitarbeiter mit Bachelor ein berufsbegleitendes Masterstudium, fördern wir so etwas durchaus finanziell und übernehmen gegebenenfalls die Studiengebühren, wenn der Mitarbeiter die Reisekosten trägt. Für die Präsenzzeiten bringt der Mitarbeiter Urlaubstage ein, und die andere Hälfte steuern wir bei. Voraussetzung ist, dass der Mitarbeiter einen Bindungsvertrag über typischerweise drei Jahre unterschreibt", sagt der geschäftsführende Gesellschafter Rüdiger Freiherr von Stengel. Verlässt der betreffende Mitarbeiter Art-Invest dennoch vor Ablauf dieser Frist, muss er die übernommenen Studiengebühren anteilig zurückerstatten.

Gerd Kropmanns, bei der Wohnkompanie NRW geschäftsführender Gesellschafter, steht dem Ansinnen von Mitarbeitern, eine Weiterbildung zu machen, grundsätzlich ebenfalls offen gegenüber: "Wir übernehmen auch einen Teil der Kosten von hochwertigen Fortbildungen wie zum Beispiel dem Kontaktstudium Immobilienökonomie an der Irebs."

Eine Garantie auf eine solche Förderung gibt es freilich nicht: "Hier entscheiden wir individuell und im engen Austausch mit dem jeweiligen Mitarbeiter. Unabhängig von dem einhergehenden Incentive muss es für beide Seiten Sinn machen und letztendlich ‚erarbeitet‘ sich der Mitarbeiter diese Belohnung während seiner Beschäftigung", erklärt Kropmanns. Die Wohnkompanie NRW finanziert Fortbildungen anteilig vor und vereinbart mit dem Mitarbeiter eine Rückzahlung über die Beschäftigungsjahre. Tritt er vor dem vereinbarten Zeitraum aus, muss er dem Unternehmen anteilig die Kosten zurückerstatten.

In Zeiten boomender Immobilienmärkte mag die Tatsache überraschen, dass die Arbeitsplatzsicherheit - wenngleich sie 2016 nicht mehr ganz so stark gewichtet wurde wie im Vorjahr - weiterhin relativ weit oben im Ranking der wichtigsten Aspekte bei der Wahl des Arbeitgebers liegt. Schönbeck erklärt sich das so: "In der Immobilienwirtschaft kann es sensationell gut laufen - aber auch weniger gut." Diese Zyklen, die die Branche kennzeichnen, könnten ein Grund sein, warum junge Menschen, die sich gezielt für eine immobilienspezifische Ausbildung entscheiden - und die also genau wissen, worauf sie sich einlassen -, bei der Jobwahl besonders genau hinschauen, wem sie ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen.

Programme zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielen für die Befragten keine große Rolle. Und zwar unabhängig davon, ob man Männlein oder Weiblein fragt: Den 333 männlichen Studenten sind nur drei Aspekte weniger wichtig, bei den 249 Damen landet dieses Kriterium unter insgesamt 21 Faktoren auf Platz 15.

Harald Thomeczek