Karriere-News

Ihre gewählten Filter:

Talentsucher nutzen soziale Netzwerke

In einer Online-Kampagne gab Apleona Einblicke in den Berufsalltag von Mitarbeitern in Rom.

In einer Online-Kampagne gab Apleona Einblicke in den Berufsalltag von Mitarbeitern in Rom.

Quelle: Apleona

Karriere 22.09.2022
Auf der Suche nach Kandidaten für offene Stellen bewegen sich viele Personaler online. Sie klinken sich etwa in Facebook-Gruppen ein, um Kontakt zu Technikern aufzunehmen, posten ... 

Auf der Suche nach Kandidaten für offene Stellen bewegen sich viele Personaler online. Sie klinken sich etwa in Facebook-Gruppen ein, um Kontakt zu Technikern aufzunehmen, posten Azubi-Storys bei Instagram oder schreiben potenzielle Kandidaten für Chefposten bei Linkedin persönlich an. Dahinter stecken oft ganze Recruiting-Teams, die sich passende Inhalte für die Beiträge im Web überlegen.

Um Stellen zu besetzen, sind Recruiter in sozialen Netzwerken unterwegs, denn mit einfachen Stellenausschreibungen auf der eigenen Webseite oder Karriereportalen wie Stepstone und Indeed ist es aufgrund des andauernden Fachkräftemangels längst nicht mehr getan. Dass Wohnungsunternehmen und Verwalter händeringend neue Mitarbeiter suchen, bestätigte jüngst der EBZ-HR-Monitor 2022. 88% der befragten Immobilienunternehmen gaben an, dass die Rekrutierung von technischen Fachkräften immer schwieriger wird. Auch im kaufmännischen Bereich wird dringend Nachwuchs gesucht. Allein der Immobiliendienstleister Apleona hat 600 offene Stellen, quer durch alle Bereiche. Potenzielle Kandidaten auf Social Media gezielt anzuschreiben, erscheint im heutigen Arbeitnehmermarkt Erfolg versprechend. Während manche Firmen noch damit beschäftigt sind, sich überhaupt Präsenzen auf Xing oder Facebook einzurichten, haben andere schon ausgefeilte Recruiting-Strategien im Social Web entwickelt.

Stellenanzeigen alleine reichen nicht mehr

Zur zweiten Kategorie gehört Apleona. Findige HR-Mitarbeiter des Unternehmens nutzten im Juli zum Beispiel ein großes Pop-Konzert als Anlass, um für ihren Arbeitgeber zu werben. Im Frankfurter Waldstadion fand die ausverkaufte Show der britischen Band Coldplay statt. Die Recruiter hatten sich direkt vor dem Eingang positioniert, um Konzertgänger über freie Stellen zu informieren. In den sozialen Netzwerken wies das Unternehmen auf die Aktion hin, lud Interessierte zum Info-Stand, was diesem großen Zulauf bescherte. "Social Media ist für die Suche nach Talenten unverzichtbar geworden", sagt Apleona-Personalchefin Catharina Lenz.

Viele andere haben im Social-Media-Recruiting noch Luft nach oben. Das Berliner Wohnungsbauunternehmen Degewo beispielsweise will nach eigener Aussage in Sachen Social Media aktiver werden. Aktuell werden die Stellenanzeigen hauptsächlich auf der Degewo-Karrierepage und bei Portalen wie Stepstone und Indeed veröffentlicht, künftig wollen die HRler Xing und Linkedin stärker einbinden. Dort ist die Konkurrenz groß, denn die meisten Unternehmen setzen bei der Personalsuche auf diese klassischen Karrierenetzwerke. So auch der Immobiliendienstleister BNP Paribas Real Estate (BNPPRE), der Linkedin vor allem dafür verwendet, offene Stellen in den Geschäftsbereichen Transaction, Consulting, Valuation und Investmentmanagement zu besetzen. Auf Xing versucht das Unternehmen technische Property-Manager für sich zu gewinnen.

BNPPRE ist in den sozialen Netzwerken generell sehr aktiv, teilt dort beispielsweise regelmäßig den eigens produzierten Podcast. Auch in diesem Format spielte das Thema Karriereoptionen schon eine Rolle. Personalchef Philipp Benseler informierte beispielsweise in einer Folge im Frühjahr 2022 über Einstiegs- und Weiterentwicklungschancen in der Immobilienbranche.

Die Immobilienvermittlung Heimstaden Deutschland teilt auf Linkedin Jobinserate und verlinkt auf die eigenen Karriereseiten. Zudem versieht Manuel Kiep, Head of People & Culture, gepostete Stellenausschreibungen mit einem persönlichen Aufruf. Apleona-Personalchefin Lenz und ihr 16-köpfiges Recruiting-Team schreiben passende Kandidaten via Xing und Linkedin direkt an. "Wir fügen in der persönlichen Nachricht gern unsere E-Mail-Adresse und Handynummer an", sagt sie. "Dann können die Kandidaten mit dem jeweiligen Recruiter über Whatsapp in Kontakt treten." Es soll möglichst unkompliziert sein, sich zurückzumelden – je niedriger die Hemmschwelle, desto größer der Erfolg. Auch nutzt das Unternehmen die jeweiligen kostenpflichtigen Recruitingtools, wie den Xing-Talentmanager, der Arbeitgebern beispielsweise Kandidatenempfehlungen anhand festgelegter Suchkriterien liefert. Weil die Profile passgenau ausgewählt werden können, sei die Erfolgsquote über eine Direktansprache hoch, sagt das Unternehmen.

Auf Instagram sieht Apleonas Strategie dagegen anders aus: Hier gibt der Immobiliendienstleister Einblicke in den Arbeitsalltag, um Auszubildende für sich zu gewinnen und Junior-Positionen zu besetzen. Während Lenz und ihr Recruiting-Team Kandidaten eigentlich siezen, machen sie bei Instagram eine Ausnahme. "Eine formale Ansprache würde überhaupt nicht zur Zielgruppe passen", sagt die HR-Expertin. Stattdessen präsentiert Apleona Testimonials aus den eigenen Reihen, sogenannte Corporate-Influencer, die selbst Inhalte produzieren. Geht es zum Beispiel um offene Ausbildungsstellen für Bürokaufleute, dann berichten Azubis aus dem Unternehmen von ihrem Alltag, meist in einer multimedialen Instagram-Story.

Netzwerke schaffen Kontaktmöglichkeiten

Auch Apleona-Mitarbeiter von Auslandsstandorten zeigen sich auf dem Kanal: In einer aktuellen Corporate-Influencer-Kampagne präsentieren sich zum Beispiel italienische Apleona-Mitarbeiter in ihrer Berufskleidung vor den Wahrzeichen Roms und Venedigs. Da passiert es schon mal, dass die Techniker vor der Kamera Jeans zur Arbeitsjacke tragen – in der Realität aus Sicherheitsgründen ein No-Go. Apleona-Konzernsprecher Oliver Stumm zuckt dann schon mal zusammen, wie er sagt, "wenn wir sehen, dass jemand auf einem Bild Jeans trägt statt der vorgeschriebenen Arbeitshose". Aber solche kleinen Schönheitsfehler seien für das Recruiting zu verschmerzen. Hinzu kommt: Engagierte Mitarbeiter in den Dienst der Arbeitgebermarke zu stellen, ist eine gleichermaßen wirksame wie kostengünstige Option.

Er selbst habe bei Linkedin zur Kampagne einen "staatstragenden Post" geschrieben, sagt Stumm und lacht. Die HR-Kollegen setzen indessen auf lockere Formulierungen. Mit dem Marketing gibt es in Sachen Social Media natürlich Überschneidungen, schließlich möchte der Konzern ein einheitliches Bild bieten. Aber für die Recruiting-Kanäle sind HR-Chefin Lenz und ihr Team verantwortlich. Sie posten nicht nur Storys und Bilder aus dem Unternehmen – meist in Verbindung mit dem Link zur eigenen Karriere-Website –, sondern gehen gezielt auf die Suche nach potenziellen Talenten.

Facebook steht bei Lenz ebenfalls hoch im Kurs: vor allem für die Ansprache von Menschen mittleren Alters, beispielsweise Techniker und Handwerker, die sich in entsprechenden Gruppen austauschen. In diese geschlossenen Gruppen versucht sich die Apleona-HR einzuklinken. Gelingt das, ist es besonders vielversprechend, Direktnachrichten an Gruppenmitglieder zu senden, denn dort ist genau die gewünschte Zielgruppe vertreten. Gerade bei Facebook ist es zudem gängige Praxis, über kostenpflichtige Tools Posts abzusetzen, die dann beispielsweise an Nutzer aus einer bestimmten Region oder eines bestimmten Alters ausgespielt werden. Apleona nutzt dafür sein Werbebudget. Die Höhe sei abhängig von der Dauer und Region der Anzeige. Für vier Wochen müsse man mit rund 3.000 Euro für einen solchen Post rechnen.

Das Wohnungsunternehmen Heimstaden setzt bei der dringlichen Suche nach Handwerkern und Hausmeistern auf klassische Rekrutierung abseits des Netzes: zum Beispiel über regionale Aushänge in Supermärkten. Hier gilt die goldene Regel: Recruiter sollten dort sein, wo die Talente sind. Deswegen überlegt Apleona-Personalerin Lenz, die Aktivitäten weiter auszubauen. "Der Ruf bei uns wird lauter, auch einen Tiktok-Kanal im Recruiting einzusetzen", erzählt sie. "Da sind so viele junge Leute unterwegs – es wäre schade, sie zu verpassen."

#/ZZ#

Die Autorin: Anne Hünninghaus ist Journalistin bei der Wirtschaftsredaktion Wortwert.

Anne Hünninghaus

Gefragte Arbeitgeber – Platz 5: BNP Paribas Real Estate

Philipp Benseler, Head of Human Resources, Marketing & Communications.

Philipp Benseler, Head of Human Resources, Marketing & Communications.

Quelle: BNP Paribas Real Estate

Karriere 14.07.2022
Kreative Köpfe mit guter Ausbildung sind über alle Tätigkeitsfelder hinweg begehrt in der Immobilienbranche. Um junge Talente auf sich aufmerksam zu machen, nutzen Unternehmen u.a. ... 

Kreative Köpfe mit guter Ausbildung sind über alle Tätigkeitsfelder hinweg begehrt in der Immobilienbranche. Um junge Talente auf sich aufmerksam zu machen, nutzen Unternehmen u.a. Karrieremessen und Netzwerkveranstaltungen und laden Studenten zu Get-togethers in die eigenen Räumlichkeiten ein. Bei diesen Events stellen sie ihre Aufgabenfelder, Karriere- und Einstiegsmöglichkeiten vor. Gerade diese persönlichen Treffen gewinnen seit Ende der strengen Kontaktbeschränkungen wieder an Bedeutung für das Recruiting. Und auch die Bewerber schätzen das persönliche Zusammenkommen mehr denn je: Bevor sie sich für einen Arbeitgeber entscheiden, wollen sie nicht nur die Aufstiegsmöglichkeiten in den Unternehmen kennen, sondern legen auch einen Fokus auf die Mitarbeiter und ihren Umgang miteinander – denn sie könnten nicht nur wertvolle Geschäftskontakte, sondern auch Kollegen werden.

Geschäftsfelder

Der Gewerbemakler BNP Paribas Real Estate gehört zur französischen Großbank BNP Paribas. Zu den Geschäftsfeldern des Unternehmens zählen neben der Beratung auch Property- und Investmentmanagement und Bewertung.

BNP Paribas Real Estate in Deutschland

Die Mitarbeiterzahl an den Standorten Berlin, Dresden, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Köln, Leipzig, München, Hamburg, Hannover, Stuttgart ist seit 2020 von 880 auf 830 gesunken. Diese Teamgröße soll in den kommenden Jahren gehalten werden. Im Unternehmen finden sich Mitarbeiter mit Studienabschlüssen in Immobilienwirtschaft und Immobilienmanagement sowie ausgebildete Immobilienkaufleute. Häufig vertreten sind außerdem Absolventen aus den Bereichen BWL, Geografie, Facility-Management, Bauingenieurswesen, Architektur.

Einstieg 2022

Grundsätzlich sind in allen Geschäftsbereichen Einstiegsstellen möglich, etwa in Form einer Ausbildung. Während des Studiums können Nachwuchskräfte in der Immobilienwirtschaft als Praktikant oder Werkstudent einsteigen. Ein Traineeprogramm im Investmentmanagement wird am Standort München angeboten. Stark gesucht sind Mitarbeiter für die Geschäftsbereiche Transaction, Junior Consultants, Trainees und Einsteiger im Property-Management.

Das Unternehmen nutzt teilstrukturierte Bewerbungsgespräche, um Kandidaten kennenzulernen und festzustellen, wer am besten für die jeweilige Position geeignet ist. Potenzielle Auszubildende und dual Studierende durchlaufen eine Vorauswahl in einem Assessment-Center. Ein Corporate-Talent-Programm bietet Schulungen und Workshops. Es gibt eine betriebliche Altersvorsorge, Zuschüsse zum ÖPNV und Dienstwagen und Events zur Förderung des bereichsübergreifenden Austauschs.

Dreso kämpft sich zu JLL und CBRE aufs Podest
Vom Berufseinstieg bei einem Big Player versprechen sich Studenten eine sichere und steile Karriere. Doch im Unternehmen angekommen, stehen vor allem Persönlichkeiten im Fokus der Nachwuchskräfte. Das hat Auswirkungen auf einige Platzierungen im IZ-Arbeitgeberranking 2022.
Immobilien Zeitung

Einsteiger suchen Internationalität

Bei der Jobwahl halten Berufseinsteiger Ausschau nach Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen.

Bei der Jobwahl halten Berufseinsteiger Ausschau nach Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Sell

Karriere 14.07.2022
Berufseinsteiger möchten am liebsten schon früh in der Karriere ins Ausland. Von einem international tätigen Unternehmen erwarten sie deshalb, das es dies ermöglicht, zeigt die ... 

Berufseinsteiger möchten am liebsten schon früh in der Karriere ins Ausland. Von einem international tätigen Unternehmen erwarten sie deshalb, das es dies ermöglicht, zeigt die IZ-Arbeitsmarktumfrage 2022. Doch bei manchen Arbeitgebern, die die Studierenden zu ihren Top-Arbeitgebern wählten, schätzen sie die Möglichkeiten falsch ein.

Bevor die Familienplanung losgeht, wollen Berufseinsteiger ihre Freiheiten nutzen und raus in die Welt. Besonders nach den Reisebeschränkungen der letzten Jahre verspüren Absolventen das Bedürfnis, schon beim Berufseinstieg international zu arbeiten. "Ich erhoffe mir dadurch unter anderem meinen Horizont zu erweitern. Darüber hinaus ist es natürlich auch einfach schön, neue Städte und Länder zu sehen, egal ob beruflich oder privat", sagt Felix Möller. Die Pandemie habe zwar gezeigt, dass es sich auch digital über Ländergrenzen hinweg gut arbeiten lässt, doch der Masterstudent sagt kurz vor dem Berufseinstieg: "Wenn ein Unternehmen einen attraktiven Job im In- und Ausland anbietet, wirkt sich das durchaus auf seine Attraktivität als Arbeitgeber aus." Beim Arbeitgeberranking der Immobilien Zeitung (IZ) war nicht nur für ihn die Internationalität eines Unternehmens ausschlaggebend bei der Wahl des Wunscharbeitgebers.

Auslandsaufenthalte locken junge Bewerber an

99,1% der Befragten gaben an, gut Englisch zu beherrschen, knapp 30% bringen Französisch- und 17,5% Kenntnisse im Spanischen beim Berufseinstieg mit. Für einen Auslandsaufenthalt als Trainee oder Young Professional sind Fremdsprachenkenntnisse Voraussetzung. "Und die Nachfrage ist groß", sagt Silke Paffhausen, Senior Manager Human Resources bei Art-Invest Real Estate Management. Das Unternehmen ermöglicht Trainees Auslandsaufenthalte an seinen Standorten in Wien und London. Doch gerade letzteres ist als berufliches Reiseziel seit dem Brexit schwierig geworden. "Wer nach London möchte, muss das frühzeitig ankündigen. Bis alle Papiere wie z.B. ein Visum da sind, kann es bis zu sechs Monate dauern", erklärt sie. Dennoch wolle das Unternehmen Berufseinsteigern die Möglichkeit geben, Einblicke in die ausländischen Niederlassungen zu bekommen. Darauf abgesehen hatte es jedoch keiner der Studenten, die Art-Invest zu ihrem Top-Arbeitgeber gewählt haben.

Fremdsprachen sind Voraussetzung

Anders bei Union Investment. Dort war die Internationalität des Unternehmens der meistgenannte Grund für die Nominierung. Doch Kai Johnson, Leiter Personal in Hamburg, muss die Erwartungen der Studenten dämpfen. "Da unsere Auslandsstandorte nur mit sehr kleinen Teams besetzt sind, bleiben Auslandsstationen bei Absolventen und Young Professionals die Ausnahme." Dass internationales Arbeiten auch vom eigenen Schreibtisch aus funktioniert, erklärt Philipp Benseler, Head of Human Resources, Marketing und Communications. "Das Tagesgeschäft in unserem Investmentmanagement ist insbesondere durch die länderübergreifende Zusammenarbeit mit Immobilien im europäischen Ausland sowie eine starke Bindung zu unserem Headquarter in Paris international geprägt. Darüber hinaus stehen Mitarbeitende im Bereich Transaction in ihrem Arbeitsalltag teilweise regelmäßig in Kontakt mit internationalen Kunden oder Kollegen aus unseren internationalen Niederlassungen." Zur Vorbereitung darauf seien Stationseinsätze im europäischen Ausland für Trainees keine Seltenheit.

Am meisten mit seiner Internationalität punkten konnte CBRE. Fast 20% der Studenten, die für das Beratungsunternehmen arbeiten wollen, begründeten ihre Wahl damit. Das Unternehmen, das in mehr als 100 Ländern Niederlassungen hat, hat erst kürzlich sein Swap-and-Share-Programm wieder aufleben lassen. "Es ist darauf ausgerichtet, unseren Mitarbeitern für einen Zeitraum von mehreren Wochen Erfahrungen in einem anderem Land zu ermöglichen", erklärt Mike Schrottke, Head of People Deutschland. "In vielen Bereichen arbeiten wir sehr oft länderübergreifend. Bereits zum Karrierebeginn ist der Austausch und die Zusammenarbeit mit internationalen Kollegen und Kunden bei CBRE nichts Ungewöhnliches." Aus Unternehmenssicht betont er: "Dadurch bieten sich viele anregende neue Perspektiven und niemand läuft Gefahr, einen zu einseitigen Blick auf den deutschen Markt zu entwickeln."

Janina Stadel

Dreso kämpft sich zu JLL und CBRE aufs Podest

Karriere 14.07.2022
Vom Berufseinstieg bei einem Big Player versprechen sich Studenten eine sichere und steile Karriere. Doch im Unternehmen angekommen, stehen vor allem Persönlichkeiten im Fokus der ... 

Vom Berufseinstieg bei einem Big Player versprechen sich Studenten eine sichere und steile Karriere. Doch im Unternehmen angekommen, stehen vor allem Persönlichkeiten im Fokus der Nachwuchskräfte. Das hat Auswirkungen auf einige Platzierungen im IZ-Arbeitgeberranking 2022.

"Man verwaltet große Summen und trägt viel Verantwortung", dieses Bild hat Student Paul seit frühen Bachelorsemestern vom Berater, Dienstleister, Makler und Investmentmanager JLL. Nach seinem Studium würde er gerne für den Branchenriesen arbeiten. So wie er sind auch viele seiner Kommilitonen fasziniert von hohen Geschäfts- und Mitarbeiterzahlen. Von ihnen versprechen sie sich sichere Arbeitsplätze, hohe Gehälter und die Möglichkeit, schon früh in der Karriere Verantwortung zu übernehmen. Je mehr Abteilungen in einem Haus vertreten sind, desto mehr Einblicke in die Branche erwarten sie schon als Werkstudenten und wollen Jobs vor dem Abschluss nutzen, um sich auf ein Tätigkeitsfeld innerhalb der Branche festzulegen.

Mit diesen Argumenten haben es in diesem Jahr wieder drei Big Player der Branche aufs Treppchen im Rennen um den Titel Top-Arbeitgeber geschafft. Mehr als 170 Wunscharbeitgeber haben die 429 Studenten genannt, die an der Arbeitsmarktumfrage der Immobilien Zeitung (IZ) teilgenommen haben. Die meisten Punkte gingen zum elften Mal in Folge an JLL. Vor allem Bachelor- und FH-Studenten nannten das Unternehmen als ihren Favoriten. Doch weil sich das Unternehmen ein Image als sicheren Arbeitgeber aufgebaut hat, gab es auch Punkte von Absolventen, die eigentlich gerne für ein anderes Unternehmen arbeiten würden, die "sichere Bank" aber auf ihre persönlichen Plätze zwei und drei setzten.

Um sich beim Nachwuchs zu positionieren, macht JLL laut Patricia Offermanns, Head of Human Resources Central Europe, vor allem auf Messen für Berufseinsteiger, durch Gastdozentenschaften und bei Netzwerktreffen auf sich aufmerksam. Mit die meisten Bewerber kämen über diese Kanäle und über das Netzwerk der eigenen Mitarbeiter.

Die Silbermedaille verteidigt wie in den vergangenen Jahren CBRE – und das sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweit- und Drittstimmen. Um Nachwuchskräfte zu überzeugen, baut der Berater seit einigen Jahren gezielt das Hochschulmarketing aus.

Laut Mike Schrottke, Head of People Deutschland, stellt CBRE dabei "die Größe und internationale Verflechtung", die Breite an Dienstleistungen und Assetklassen und die Arbeitsumgebung heraus. Vor allem die Studenten, die CBRE auf den persönlichen Platz drei setzten, begründeten ihre Wahl damit, dass sie Wert auf einen langfristigen Arbeitsplatz bei einem bekannten Branchenplayer legen. Studenten, die CBRE als ihren Favoriten angaben, berichteten zusätzlich von persönlichen Begegnungen mit Mitarbeitern bei Veranstaltungen, die ihnen ein Gefühl von gutem Zusammenhalt im Team vermittelten.

Genau durch dieses Argument mischt das Beratungs- und Planungsunternehmen Drees & Sommer (Dreso) das Treppchen auf. Letztes Jahr noch auf Platz acht, hat es sich um fünf Plätze auf Rang drei vorgekämpft – und ist somit der Aufsteiger des Jahres im Rennen um den Titel. Bestehende und ehemalige Praktikanten und Werkstudenten schwärmen vom "Dreso-Spirit", wie sie ihn nennen. Gemeint ist damit ein "familiäres Umfeld im Team", berichtet ein 26-jähriger Student für Stadt- und Raumplanung der HfWU in Nürtigen-Geislingen davon, wie er die Arbeitsatmosphäre bei einem Praktikum wahrgenommen hat. Laut Head of HR, Sinan Eliguel, ist das kein Zufall: "Um eine positive Arbeitsatmosphäre, Fairness und Offenheit zu fördern, setzen wir auf regelmäßige Teambuildings."

Mit jährlich rund 300 Stellen für Studenten bietet Drees & Sommer die meisten Einstiegsmöglichkeiten vor dem Abschluss an. Mindestens drei Monate sollen Praktikanten bleiben. Trotz Homeoffice-Regelungen in den Teams ließ das Unternehmen die Studenten im vergangenen Jahr möglichst oft in Präsenz arbeiten. "So können Praktikanten beispielsweise Einblicke in Bauprojekte vor Ort bekommen und ihren Teamkollegen auf der Baustelle über die Schulter schauen", erklärt Eliguel.

Um auf die Praktikumsmöglichkeiten aufmerksam zu machen, lädt Drees & Sommer regelmäßig zu Campus meets Company Events ein. Studenten und Absolventen aus fachlich passenden Studienrichtungen bekommen dann Führungen durch die Büros und Einblicke in aktuelle Projekte, die Aufgaben der Mitarbeiter und deren Umgang miteinander. Zwei Jahre lang musste die Veranstaltungsreihe pausieren, kurz nach Ende der harten Corona-Kontaktbeschränkungen haben bereits drei Treffen am Stuttgarter Hauptsitz wieder stattgefunden, weitere sind für die zweite Jahreshälfte geplant.

Durch die persönliche Präsenz bei den Studenten hat Drees & Sommer den Projektentwickler und Asset-Manager Beos vom Treppchen gekickt. Das Unternehmen, das seit 2018 zu Swiss Life Asset Managers gehört, jedoch weiterhin unter eigenem Namen agiert, ist um drei Plätze auf Rang sechs abgerutscht, obwohl den Studenten das Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens positiv aufgefallen ist. Zwar zählt das Thema zu den großen Herausforderungen der Branche, doch nur jeder bzw. jede Zweite gab an, dass nachhaltiges Handeln für ihn tatsächlich eine wichtige bis sehr wichtige Rolle bei der Jobwahl spielt.

Der Mutterkonzern Swiss Life Asset Managers belegt Platz zehn und schafft es damit erstmalig ins Ranking. Einige Punkte für den Vermögensverwalter wurden eigentlich an die Marke Corpus Sireo vergeben, die sich im letzten Jahr aus der Top Ten verabschieden musste. Dass das Unternehmen im Sommer 2021 vollständig in Swiss Life Asset Managers überging, war einigen beim Voting offenbar nicht bewusst. In der Kommunikation an mögliche Bewerber setzte der 690 Mitarbeiter starke Konzern weniger auf die Aufklärung über die Strukturen, sondern auf Gesichter – und hat es ausgerechnet während der Kontaktbeschränkungen geschafft, bei Messen ein stärkeres Bild von den Persönlichkeiten zu vermitteln als zuvor. "Durch die Verschiebung ins Digitale war die Teilnahme mehrerer Unternehmensvertreter möglich, da An- und Abreise wegfielen und standortübergreifend partizipiert werden konnte", sagt CEO Per Erikson.

Obwohl das Gehalt für die mehr als 400 befragten Studierenden der wichtigste Punkt bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber ist, haben sie im Nach-Corona-Jahr ein deutliches Augenmerk auf die Personen in den Unternehmen gelegt. Davon profitierte Commerz Real: Der Asset- und Investmentmanager hat sich seit 2021 erneut um einen Platz nach vorne gekämpft und belegt 2022 Rang vier. Fast jeder fünfte Commerz-Real-Wähler gab persönliche Erfahrungen als Grund für seinen Favoriten an. Gerade durch die Praktika hinterließ das Unternehmen das Bild eines "modernen, aufgeschlossenen und zukunftsorientierten Arbeitgebers". Mit diesen Eindrücken hat Commerz Real fast nur Erstnennungen erhalten. Auf allen weiteren Plätzen ab Rang 5 mussten die Konkurrenten im Vergleich zum Vorjahr Stimmen einbüßen.

Dass das Tätigkeitsfeld und Aufstiegschancen bei der Jobwahl passen müssen, zeigt die Art, wie sich Absolventen über mögliche Stellen informieren. Ausschreibungen hinterfragen sie genau und holen sich Erfahrungsberichte bei Bekannten oder früheren Praktikantinnen ein. Für rund 65% der Studenten sind eine exakte Aufgabenbeschreibung und aufgeführte Verantwortlichkeiten wichtig bis sehr wichtig bei der Entscheidung, ob ihnen eine Stelle zusagt. 80% legen Wert auf Weiterbildungsangebote und fast 90% benannten Aufstiegsmöglichkeiten im Unternehmen als wichtig bis sehr wichtig bei der Job- und somit bei der Arbeitgeberwahl.

Einsteiger suchen Internationalität
Berufseinsteiger möchten am liebsten schon früh in der Karriere ins Ausland. Von einem international tätigen Unternehmen erwarten sie deshalb, das es dies ermöglicht, zeigt die IZ-Arbeitsmarktumfrage 2022. Doch bei manchen Arbeitgebern, die die Studierenden zu ihren Top-Arbeitgebern wählten, schätzen sie die Möglichkeiten falsch ein.

Wie genau eine Stelle in der Praxis aussehen kann, zeigt der Gewerbemakler BNP Paribas über seine Online-Präsenzen und verteidigt seinem Ruf als guten Ausbilder und den fünften Platz. "Über verschiedene Social-Media-Kanäle und Kampagnen bieten wir einen authentischen Einblick in unseren Unternehmensalltag, zum Beispiel in Form von Erfahrungsberichten von Mitarbeitenden, Video-Content sowie unserem Podcast", nennt Philipp Benseler, Head of Human Resources, Marketing & Communications, einige Beispiele. In einer Podcastfolge vom März spricht er selbst über Unternehmensspirit, Teamevents und offene Einstiegspositionen.

„Die neue Generation legt auf zwei Dinge viel Wert. Sie wollen zwar flexibel arbeiten, gucken aber sehr wohl auch auf Gehalt, Förder- und Karrieremöglichkeiten.“
Silke Paffhausen, Senior Manager Human Resources bei Beos Art-Invest

Zwei Plätze weiter unten, auf Rang sieben, reiht sich hinter Beos Art-Invest ein. Dort kennt Silke Paffhausen, Senior Manager Human Resources, die Vorstellungen von jungen Bewerbern und sagt: "Die neue Generation legt auf zwei Dinge viel Wert. Sie wollen zwar flexibel arbeiten, gucken aber sehr wohl auch auf Gehalt, Förder- und Karrieremöglichkeiten."

Bei Präsenzmessen hat sie festgestellt, dass Kandidaten sich zum einen über konkrete Unternehmensprojekte informieren, aber zum anderen auch wissen wollen, "ob sie von den Leuten um sich herum etwas lernen können". Dass beides miteinander zusammenhängt, ließe sich am besten in persönlichen Gesprächen oder während eines Praktikums vermitteln. "In jeder unserer Niederlassung sind permanent zwei bis drei Praktikanten, die mitlaufen", berichtet Paffhausen. "Weil Praktikanten bei uns voll eingebunden werden, profitieren wir von der Unterstützung. Zudem entsteht ein inhaltlicher Austausch mit den Hochschulen", sagt sie und ergänzt, "Praktika sind außerdem eine gute Recruitingmöglichkeit." Das liege daran, dass die Mitarbeiter sehen, wie Kandidaten sich im Alltag und bei Problemlösungen schlagen. Gleichzeitig nutzen die Studierenden die Gelegenheit auch selbst für ihre berufliche Orientierung.

Platz acht teilen sich ECE und Union Investment. Bei ECE gaben nur 13% der Wähler an, das Unternehmen bereits persönlich durch einen Job oder Praktikum kennengelernt zu haben, im Vergleich zum letzten Jahr ist es um einen Platz abgerutscht. Dennoch waren die Wähler, die sich zum Großteil mit Einzelhandelsimmobilien beschäftigen wollen, überzeugt, dort in ihren Wunschtätigkeiten aufgehen zu können. Zudem kamen viele Stimmen von Studenten, die sich auch die Arbeit im Bereich der Corporates gut vorstellen könnten. Von denen, die für Union Investment stimmten, begründeten nur knapp über 5% ihre Wahl mit persönlichen Erfahrungen. 2021 waren es noch 9%. Kai Johnson, Leiter Personal Hamburg, erklärt, dass seit der Corona-Pandemie studentische Stellen reduziert wurden. Der Grund: Weil viele Mitarbeiter im Homeoffice sind, können Praktikanten nicht in gewünschtem Umfang betreut werden. Dennoch hat die Fondsgesellschaft zwei Plätze gutgemacht, im vergangenen Jahr bildete sie noch das Schlusslicht der Top Ten und hatte weniger Stimmen als der Investmentmanager Patrizia, der sich 2022 aus den besten Zehn verabschieden musste.

Obwohl die Gehaltswünsche der Studenten wachsen (siehe "Beim Gehalt haben es Einsteiger eilig", IZ 25/2022), sind sie während des Studiums bereit, auch für wenig Geld ein Praktikum zu machen, denn es dient als Türöffner in die Branche. Rund die Hälfte der Befragten hat bereits ein Pflichtpraktikum absolviert, ein freiwilliges haben rund 40% angetreten. Rund 60% davon wurden laut Angaben der Studenten vergütet, im Schnitt mit zehn Euro pro Stunde.

Beim Gehalt haben es die Einsteiger eilig
Schon im ersten Berufsjahr verlangen die Teilnehmer der IZ-Arbeitsmarktumfrage mehr Geld, als viele Unternehmen zahlen. Doch langfristig sind ihre Vorstellungen von einer guten Bezahlung nicht unrealistisch. Die Zwischenschritte bis zum Zielgehalt vergessen aber die meisten.

Von den Top Ten von 2022 äußerten sich nur Drees & Sommer, ECE und Commerz Real konkret zu Gehältern für Praktikanten. Sie liegen zwischen 1.770 und 2.100 Euro. Wie das Ranking in diesem Jahr zeigt, nehmen Studenten vor Ort im Unternehmen nicht nur die Karrieremöglichkeiten, sondern auch den Umgang in den Teams und die Persönlichkeiten auf verschiedenen Positionsebenen unter die Lupe. Und so gaben in der IZ-Umfrage mehr als 80% der Studierenden an, dass sie die Unternehmenskultur stark bis sehr stark gewichten, wenn es letztlich um die Entscheidung für einen Job geht.

Janina Stadel

Gefragte Arbeitgeber: Art-Invest, Commerz Real und BNPPRE

Philipp Henkels (Airef).

Philipp Henkels (Airef).

Quelle: Art-Invest Real Estate

Karriere 08.07.2021
Die Corona-Pandemie hat die Art und Weise, wie Unternehmen sich Studierenden immobilienwirtschaftlicher Fachrichtungen präsentieren, verändert. Virtuelle Kanäle sind wichtiger denn je ... 

Die Corona-Pandemie hat die Art und Weise, wie Unternehmen sich Studierenden immobilienwirtschaftlicher Fachrichtungen präsentieren, verändert. Virtuelle Kanäle sind wichtiger denn je und ersetzen als Übergangslösung bis zum Ende der Kontaktbeschränkungen klassische Formate des Hochschulmarketings wie Messen und Tage der offenen Tür. Die Top drei der Wunscharbeitgeber der Absolventen, JLL, CBRE und Beos, haben es auch über den digitalen Weg geschafft, für den Nachwuchs sichtbar zu bleiben und ihre Unternehmensphilosophien und Einstiegsmöglichkeiten zu kommunizieren. Viele junge Männer und Frauen wollen schon früh in ihrer Karriere Berufserfahrungen bei einem der Top-Player der Branche sammeln, um mit der Station in ihrem Lebenslauf glänzen zu können. Doch gerade in der Krisenzeit wird bei manchen auch der Wunsch nach einem sicheren Arbeitsplatz und einer langfristigen Anstellung lauter. Die Bewerber legen bei der Jobsuche einen stärkeren Fokus auf die Werte, die die Unternehmen repräsentieren, und erkundigen sich gezielt nach Erfahrungen und Bewertungen von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern. So sind in diesem Jahr viele Unternehmen in den Top Ten vertreten, die sich insbesondere in der Pandemie einen Ruf als flexibler und sicherer Arbeitgeber erworben haben. Auf Platz vier hat es Art-Invest geschafft, den fünften Platz teilen sich Commerz Real und BNP Paribas Real Estate (BNPPRE).

4. ART-INVEST

Getrennt und doch vereint: Art-Invest besteht eigentlich aus zwei Unternehmen: Art-Invest Real Estate Management (kurz: Airem) kümmert sich um die Projektentwicklungen und das Asset-Management, ihre Schwester Art-Invest Real Estate Funds (kurz: Airef) ist die hauseigene Kapitalverwaltungsgesellschaft. Diese Trennung ist allerdings nur aufsichtsrechtlich bedingt.

Art-Invest wird diesen Sommer erst elf Jahre alt. Dafür dreht die Firma kein kleines Rad: 7,7 Mrd. Euro Assets under Management, verteilt auf ca. 100 Bestandsobjekte bzw. Projektentwicklungen mit mehr als 1,5 Mio. m² Fläche.

Jugendlich präsentiert sich auch die auf über 250 Köpfe in der gesamten Gruppe angewachsene Belegschaft: Der Recruiting-Fokus liegt auf Young Professionals. Diese sollen den jeweils letzten Stand der Wissenschaft ins Unternehmen tragen und zu "Senioren" bzw. Stabsstellenkräften hochgezogen werden. Nachwuchskräfte müssen damit rechnen, schon früh Verantwortung zu übernehmen: So kümmert sich eine Juniorin im Team der Projektentwicklung I/D Cologne mit etwa 160.000 m² Bruttogrundfläche um die gesamte Außenanlage des Kölner Vorhabens.

Im Corona-Jahr 2020 lief das Personalwachstum nicht mehr ganz so zügig wie in den Vorjahren, aber um gut zehn Personen ist das Team größer geworden. Für 2021 nehmen sich die beiden Personalgeschäftsführer Philipp Henkels (Airef) und Ferdinand Spies (Airem) einen personellen Zuwachs in ähnlicher Größenordnung vor. Absolventen begrüßen die beiden Personalchefs durchschnittlich um die 20 im Jahr, die meisten als Direkteinsteiger. Seit drei Jahren nimmt Art-Invest aber auch vier, fünf Trainees im Jahr auf. Weil Art-Invest inzwischen auch in Wien und London Geschäfte macht, können Trainees internationale Luft schnuppern.

Die erste duale Studentin ist auch schon an Bord. Und angesichts der eigenen Hotelkette mit der Ghotel Group und einem 20%igen Anteil von Hotels am Portfolio hat Art-Invest zudem den Nachschub an Profis aus diesem Segment im Blick. Ein dualer Studiengang soll das Wissen um die Hotelimmobilie mit dem Know-how zum Hotelbetrieb verzahnen. (Harald Thomeczek)

5. COMMERZ REAL

Commerz Real versteht sich als Asset- und Investmentmanager für Immobilien und Infrastruktur und gehört zur Commerzbank-Gruppe. Die Schwerpunkte des Unternehmens mit Hauptsitz in Wiesbaden liegen auf dem Asset-Management, dem Fondsmanagement und der Projektleitung. Das Unternehmen zählt etwa 800 Mitarbeiter in Deutschland und sieht sich selbst auf dem Weg hin zu einem nachhaltigen und digitalen Asset-Manager. Deshalb sind in den vergangenen Jahren einige neue Berufsprofile und Ausbildungen entstanden - etwa in der IT.

Der Einstieg ist über eine Ausbildung, ein duales Studium oder eine Traineestelle möglich. Die meisten Absolventen entscheiden sich für das zweijährige Traineeprogramm, das entweder in der Wiesbadener Zentrale oder am zweiten Standort Düsseldorf stattfinden kann. Weil es als "Training on the job" ausgelegt ist, sollten Bewerber einige Vorkenntnisse mitbringen. Seit Juni sind Bewerbungen für die nächste Runde mit Start im Oktober möglich, ab Dezember werden Stellen mit Start im April ausgeschrieben. Bewerben können sich sowohl Absolventen mit Bachelor- als auch mit Masterabschluss.

Jährlich gibt es ca. 40 Traineestellen bei Commerz Real, 70% der Kandidaten haben einen Masterabschluss. Zudem waren in der ersten Jahreshälfte zwölf Auszubildende, zehn Praktikanten und 26 Werkstudenten für das Unternehmen tätig. Als Benefits verspricht Commerz Real flache Hierarchien, flexible Arbeitszeitmodelle, Laptops, Zuschüsse zu Fahrrädern und ÖPNV-Tickets für den Arbeitsweg und einen Dresscode, der Sneakers erlaubt. (Janina Stadel)

5. BNP PARIBAS REAL ESTATE

Mit BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) hat es ein dritter Gewerbemakler unter die Top fünf des IZ-Arbeitgeberrankings 2021 geschafft. Der Immobilienarm der französischen Großbank BNP Paribas beschäftigt in elf deutschen Städten von Berlin bis Stuttgart 880 Menschen. BNPPRE ist aber nicht nur Makler, sondern tummelt sich auch in der Beratung, der Bewertung, dem Property- und Investmentmanagement.

Die Mitarbeiterzahl ist 2020 trotz Corona nicht geschrumpft, versichert Philipp Benseler, Head of HR bei BNPPRE in Deutschland, und auch für die Zukunft ist eine "Fortführung dieser Entwicklung geplant". Wie viele Jobs es bei BNPPRE aktuell für Einsteiger gibt, kann Benseler nicht genau sagen: "Das hängt unter anderem von der internen Fluktuation ab." Absolventen können generell als Direkteinsteiger "mit einheitlichen marktüblichen Vergütungspaketen" in allen Geschäftsbereichen und an allen Standorten oder als Trainees im Investmentmanagement (BNP Paribas Reim) starten. Letzteres ist nur in München möglich.

Aktuell zu besetzen sind u.a. Stellen im Property-Management in Frankfurt und Hamburg. Weitere Einstiegsmöglichkeiten als Investment-Analyst gibt es in Düsseldorf im Office-Investment- und als Assistenz im Office-Advisory-Team sowie in Köln im Bereich Retail Advisory. Gesucht werden auch Leute für die Münchner Immobilienfonds-Truppe: Neben Willigen für die Traineeships im Immobilienbereich und im Compliance & Risk Management sind dort Direkteinsteiger als Fund Analyst oder Real Estate Transaction Analyst willkommen. (Harald Thomeczek)

Harald Thomeczek,Janina Stadel

Lieber öfter mal aufs Fahrrad umsteigen!

Philipp Benseler, Head of Human Resources von BNP Paribas Real Estate Germany, fährt jetzt öfter mit dem Rad zur Arbeit.

Philipp Benseler, Head of Human Resources von BNP Paribas Real Estate Germany, fährt jetzt öfter mit dem Rad zur Arbeit.

Quelle: BNP Paribas Real Estate

Karriere 06.08.2020
Radfahren ist gesund und schont die Umwelt. Das haben schon vor der Corona-Pandemie immer mehr Menschen erkannt, die zur Arbeit pendeln müssen. Jetzt, wo viele sich in Bus und Bahn nicht ... 

Radfahren ist gesund und schont die Umwelt. Das haben schon vor der Corona-Pandemie immer mehr Menschen erkannt, die zur Arbeit pendeln müssen. Jetzt, wo viele sich in Bus und Bahn nicht mehr sicher fühlen, erlebt das Rad als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit einen zusätzlichen Schub. Immer mehr Firmen fördern deshalb den Wandel, nicht zuletzt mit Dienstradangeboten. Das ist nicht nur gut für das Employer-Branding, sondern drückt auch Wertschätzung für die Mitarbeiter aus.

Drees & Sommer, Piepenbrock, Commerz Real: Die Liste der Unternehmen in der Immobilienbranche, die ihren Leuten das Leasing eines Dienstrads ermöglichen, wird immer länger. Der Facility-Manager Piepenbrock hat vergangenen Herbst ein Pilotprojekt gestartet und das Angebot im März unternehmensweit ausgerollt. Commerz Real hat sich im April, mitten im Lockdown, in das bestehende Firmenradprogramm seiner Konzernmutter Commerzbank eingeklinkt. In beiden Fällen spielte die Corona-Pandemie keine Rolle als treibende Kraft. Als ein Katalysator für die vermehrte Nutzung von Fahrrädern im Allgemeinen und Diensträdern im Besonderen scheinen das Virus und seine Begleiterscheinungen gleichwohl zu fungieren.

"In der gegenwärtigen Situation schaffen sich viele Mitarbeiter ein Dienstrad an, um es angesichts der komplizierten Reisesituation für einen Inlandsurlaub zu nutzen", berichtet Steffen Menkhaus aus der Kommunikationsabteilung von Piepenbrock. "Einzelne Mitarbeiter haben ein Dienstrad explizit geleast, um auf öffentliche Verkehrsmittel wie den Bus verzichten zu können und so das eigene Infektionsrisiko zu senken."

Immerhin 250 Kollegen von Menkhaus nutzen schon ein Dienstrad. Auch beim Asset-Manager Commerz Real wird das Programm gut angenommen, berichtet Pressesprecher Gerd Johannsen: "Die Bestellungen liegen im zweistelligen Bereich." Beim Berater Drees & Sommer wurde das Dienstrad-Leasing schon im Februar 2018 eingeführt. Bis dato haben 207 Mitarbeiter zugegriffen - "33% davon allein seit Januar 2020", betont Madina Khidoyatova, Senior PR-Managerin bei Drees & Sommer.

Eine coronabedingte Sonderkonjunktur für das Rad als Fortbewegungsmittel ist kaum zu übersehen. Ein Blick vor allem in die Metropolen wie Berlin oder München zeigt: Es sind deutlich mehr Räder unterwegs. Verkehrszählungen bestätigen den Augenschein. Noch ein Indiz: Fahrradwerkstätten können sich zurzeit vor Aufträgen kaum retten. Radler, die z.B. im Taunusstädtchen Bad Schwalbach wohnen, müssen für eine zeitnahe Reparatur schon ins 70 km entfernte Bad Homburg reisen. Insbesondere die Großstädte reagieren mit Pop-up-Radwegen - die freilich kommen, um zu bleiben. Denn echte Radwegenetze sind hierzulande vielerorts ohnehin überfällig.

Die Unternehmen greifen beim Firmenradleasing meist auf die Dienste spezialisierter Anbieter zurück: Drees & Sommer und die Commerzbank arbeiten mit JobRad zusammen, Piepenbrock setzt auf Lease a Bike. Im Zentrum steht stets eine Entgeltumwandlung. Drei Jahre lang wird monatlich ein kleiner Teil des Bruttogehalts des Mitarbeiters einbehalten. In der monatlichen Rate, die meist irgendwo zwischen 30 und 50 Euro liegt, sind üblicherweise auch eine Versicherung gegen Diebstahl, Vandalismus und - bei E-Bikes - gegen Akkuschäden sowie eine Mobilitätsgarantie eingeschlossen.

Am Ende der 36 Monate Leasinglaufzeit kann der Mitarbeiter das Rad im Normalfall erwerben. Der Gebrauchtkaufpreis liegt - je nach dem tatsächlichen Zustand des Rads nach drei Jahren Nutzung - Pi mal Daumen bei ca. 10% des ursprünglichen Kaufpreises, heißt es bei Piepenbrock mit seinem Partner Lease a Bike. Dienstradler von Drees & Sommer können davon ausgehen, dass ihr Leasinggeber JobRad ihnen das Bike nach drei Jahren für 17% des eigentlichen Kaufpreises zur Übernahme anbietet.

Zahl neuer Diensträder verdoppelt sich jedes Jahr

Unterm Strich sparen die Mitarbeiter relativ viel Geld: In fiktiven Rechenbeispielen kommen Piepenbrock und Drees & Sommer jeweils auf eine Ersparnis von 34% bzw. 37% im Vergleich zum privaten Direktkauf. Wasilis von Rauch, Geschäftsführer des Bundesverbands Zukunft Fahrrad, sieht die Bandbreite bei 20% bis mehr als 40%. Die Ersparnis ergibt sich daraus, dass die monatliche Leasingrate vom Bruttogehalt abgezogen wird. Damit spart der Mitarbeiter Steuern und Sozialabgaben. "Und wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss zahlt - und das tun 80% aller Firmen -, ist der finanzielle Vorteil noch größer. Vor allem für untere Gehaltsklassen ist das attraktiv", sagt von Rauch. Piepenbrock etwa übernimmt die Kosten für einen Rundumschutz. Drees & Sommer bezuschusst jeden Leasing-Vertrag mit pauschal 9 Euro im Monat.

Geld ist aber nicht alles: "Der Mitarbeiter erhält nicht nur ein Dienstrad. Der Arbeitgeber kümmert sich auch um die Mobilität seiner Arbeitnehmer - das ist auch ein Zeichen von Wertschätzung", wirbt Fahrradbranchenvertreter von Rauch. Und macht allen, die den Aufwand scheuen, Mut: "Pro Mitarbeiter hat der Arbeitgeber, etwas überspitzt formuliert, vielleicht fünf Minuten Aufwand."

In der Tat machen immer mehr Arbeitgeber mit: Laut Zukunft Fahrrad hat sich die Anzahl der neu dazugekommenen Diensträder in den vergangenen drei Jahren alljährlich verdoppelt. Waren es im Jahr 2017 rund 50.000 neue Firmenräder, wurden 2018 rund 100.000 in Betrieb genommen. Im vergangenen Jahr belief sich die Zahl der Neuzulassungen dann schon auf ungefähr 200.000, und im laufenden Jahr ist diese Zahl schon jetzt überschritten.

Doch nicht nur Unternehmen, die den Umstieg aufs Rad mit Leasingangeboten fördern, zahlen mit Fahrradaktionen aufs Employer-Branding ein. Es gibt auch andere Möglichkeiten, sich als verantwortungsvollen und nachhaltig handelnden Arbeitgeber zu präsentieren - indem man z.B. bei der Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" von AOK und ADFC mitmacht, wie es die BNP-Paribas-Gruppe mit BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) tut.

Schon 2019 radelten die Kollegen von BNPPRE für die gute Sache - ein Aufforstungsprogramm - und ihre Gesundheit. Dieses Jahr fließen auch privat gefahrene Kilometer in die Wertung ein, weil durch das aktuell weit verbreitete Homeoffice viele Arbeitswege wegfallen.

Harald Thomeczek

Gefragte Arbeitgeber: 5. BNPPRE

Philipp Benseler, Head of Human Resources.

Philipp Benseler, Head of Human Resources.

Quelle: BNP Paribas Real Estate

Karriere 23.07.2020
JLL, CBRE, Beos und Co. sind unter den Studierenden immobilienwirtschaftlicher Fachrichtungen keine Unbekannten. Solche Stationen einmal im Lebenslauf stehen zu haben, ist das Ziel vieler junger ... 

JLL, CBRE, Beos und Co. sind unter den Studierenden immobilienwirtschaftlicher Fachrichtungen keine Unbekannten. Solche Stationen einmal im Lebenslauf stehen zu haben, ist das Ziel vieler junger Männer und Frauen. Bevor sie Kontakt zu den Großen der Branche aufnehmen, kennen sie schon deren Geschäftsfelder, erahnen die Unternehmenskultur und recherchieren zu Benefits. Doch was keiner vorher wissen kann: Wie reagieren die Unternehmen auf eine solche Ausnahmesituation wie die Corona-Pandemie? Wie gehen die Chefs in diesen Monaten mit den jungen Mitarbeitern um und was ist da noch zu erwarten? Keiner der Personalchefs kann vorhersagen, was die Zukunft bringt. Was sie jedoch voneinander unterscheidet, ist ihr Handeln für den Moment.

Bei BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) handelt es sich mit 850 Mitarbeitern an elf Standorten und einem umfassenden Leistungsangebot um eines der bekannten Maklerhäuser in Deutschland. Es ist eine Tochter der französischen Großbank BNP Paribas.

Das Kerngeschäft besteht darin, Büro-, Industrie- und Einzelhandelsflächen zu vermieten und sie an institutionelle Investoren und Privatanleger zu verkaufen. Hinzu kommen die Geschäftsfelder Consult, Valuation und Property-Management. Das Investmentmanagement obliegt der Sparte BNP Paribas Real Estate Investment Management (BNPPREIM).

Die Corona-Pandemie hat BNPPRE bei der Schaffung neuer Stellen etwas vorsichtiger werden lassen. Frei gewordene, bestehende Posten wurden nach Auskunft von Philipp Benseler, Head of Human Resources, aber wieder nachbesetzt. "Bei uns wurden keine Stellen abgebaut oder Mitarbeitende aufgrund der Corona-Krise gekündigt, auch nicht in der Probezeit. Ebenso ist das Trainee-Programm, das wir im Bereich Investmentmanagement anbieten, weitergelaufen", erzählt Benseler. Die Pandemie habe zudem keine Auswirkungen auf Übernahmen gehabt. "In diesem Jahr bleiben sechs duale Studierende und 13 Auszubildende nach ihrem Abschluss weiter in unserem Unternehmen beschäftigt. Darüber hinaus haben wir vor kurzem unsere insgesamt 23 Plätze für Auszubildende und dual Studierende besetzt sowie von zwei auf vier Traineestellen für 2020 aufgestockt", berichtet Benseler. Dies seien wichtige Investitionen in die Zukunft.

Anke Pipke

Homeoffice ist ein Thema, das nicht allen behagt

Izabela Danner, CHRO Northern Europe bei JLL.

Izabela Danner, CHRO Northern Europe bei JLL.

Quelle: JLL, Urheberin: Anastasia Kromm

Karriere 04.10.2019
Das Thema Homeoffice ist unter Nachwuchskräften ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Arbeitgebers, berichten Personalberater. Das ist Grund genug, bei den fünf Erstplatzierten des ... 

Das Thema Homeoffice ist unter Nachwuchskräften ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Arbeitgebers, berichten Personalberater. Das ist Grund genug, bei den fünf Erstplatzierten des Arbeitgeberrankings der Immobilien Zeitung (siehe "Der Nachwuchs votiert für JLL", IZ 27/19) nachzufragen, wie sie es mit der Arbeit von zuhause aus handhaben.

Die technischen Voraussetzungen für Homeoffice zu schaffen, ist eine der Herausforderungen auf dem Weg, gelegentliches Arbeiten am Küchentisch oder im heimischen Büro zu ermöglichen. Eine andere ist die arbeitsrechtliche Komponente. Manche der befragten Firmen verfügen über ein Regelwerk, das für jeden Mitarbeiter gilt. Dort ist u.a. der Umgang mit gesetzgeberischen Vorgaben wie Arbeitsschutz und die Gestaltung der Arbeitsbedingungen festgehalten.

Auch wegen der rechtlichen Rahmenbedingungen ist Homeoffice oft nicht so spontan umsetzbar, wie mancher Arbeitnehmer es wünscht. Dass das Thema zunehmend in den Fokus rückt, zeigt der Vorstoß des Bundesarbeitsministeriums Anfang 2019, Homeoffice per Gesetz als Recht für alle festzuzurren.

JLL

Das internationale Immobilienberatungsunternehmen JLL bietet grundsätzlich all seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, nach Rücksprache mit dem Vorgesetzten Homeoffice zu machen - außer den Empfangsmitarbeitern, die der Natur des Jobs entsprechend stets vor Ort sein müssen.

Das Unternehmen bietet zwei Varianten des Homeoffices: mal das "mobile Arbeiten" unregelmäßig je nach Bedarf, mal als sogenannte "alternierende Telearbeit", die bis zu zweimal wöchentlich genutzt werden kann und wegen ihrer Regelmäßigkeit einer schriftlichen Genehmigung bedarf. Diese Standards wurden 2016 eingeführt.

In der Homeoffice-Guideline hat JLL festgelegt, dass der Mitarbeiter daheim ein passendes Arbeitsumfeld gewährleisten muss. "Es muss grundsätzlich den rechtlichen Anforderungen sowie den arbeitsmedizinischen und ergonomischen Bestimmungen entsprechen", sagt Izabela Danner, CHRO Northern Europe. Ergänzend gebe es jährlich eine verpflichtende Onlineschulung zum Thema Homeoffice und Arbeitssicherheit.

Dem Thema Arbeitszeiterfassung begegnet JLL recht locker. "Wir haben bei JLL grundsätzlich die Vertrauensarbeitszeit", sagt Danner. Mit der Nutzung von Homeoffice verfüge der Mitarbeiter zwar über mehr Freiheiten, verpflichte sich allerdings auch, "die Leistung gleichwertig zu erbringen, erreichbar zu sein, an Telefonkonferenzen und Webmeetings teilzunehmen usw. Genauso ist er dafür verantwortlich, seine Arbeitszeiten auf das nötige Maß zu beschränken. In der Praxis ist hier vor allem das Vertrauensverhältnis zwischen Teamleiter und Teammitgliedern entscheidend."

Mobil ist JLL auch im Büro in Frankfurt. Dort gibt es zum Beispiel kaum personalisierte Arbeitsplätze. Das sorge "täglich für neue Konstellationen und Dynamik", erzählt die Personalchefin.


CBRE

Im Grunde dürfen alle Mitarbeiter des Immobilienberatungsunternehmens CBRE Homeoffice nutzen - in Abstimmung mit dem Vorgesetzten und unter der Voraussetzung, dass die betrieblichen Prozesse nicht beeinträchtigt werden. Bis zu 20% der Arbeitszeit dürfe der Mitarbeiter im Homeoffice verbringen, erklärt Personalchef Mike Schrottke.

Genutzt werde das vor allem dann, wenn die Kinderbetreuung spontan ausfällt, das Kind krank ist oder der Mitarbeiter einfach mal ein paar Stunden Ruhe fürs konzeptionelle Arbeiten braucht. Es gebe Kollegen, so erzählt Schrottke weiter, die das Homeoffice recht regelmäßig nutzen, andere nur nach Bedarf. Das hänge auch stark von den Abteilungen ab. Im Investmentbereich zum Beispiel werde Homeoffice eher weniger praktiziert, weil es sehr viele Ad-hoc-Termine gibt, an denen die Mitarbeiter teilnehmen müssen. In anderen Bereichen hingegen sei es nicht unüblich und werde vor allem von Müttern genutzt.

Ein erhöhtes Interesse an Homeoffice über die vergangenen Jahre bemerkt Schrottke derweil nicht. Es sei ein Thema, das einfach im Arbeitsalltag mitlaufe.

Technisch betrachtet sind alle CBREler mit Laptops und Handys für das mobile Arbeiten ausgerüstet. Sie verfügen zudem über zahlreiche Programme, die den digitalen Wissenstransfer und die Kommunikation per Chat oder Video unterstützen. Dadurch, dass die sensiblen Unternehmensdaten auf einem Server liegen, sei deren Sicherheit bei einem Zugriff außerhalb des Büros gegeben.

Auch CBRE folgt im Übrigen dem Trend in der Arbeitsplatzgestaltung und bietet seinen Mitarbeitern künftig im Frankfurter Omniturm viele mobile Arbeitsplätze, die nicht mehr fest zugewiesen werden. Da CBRE selbst als Berater im Workplace Management auftrete, sollten auch die eigenen Büros modern sein, sagt Schrottke.


BEOS

"Homeoffice spielt bei uns eine sehr große Rolle und ist an der Tagesordnung", sagt Holger Matheis, der im Vorstand des Berliner Projektentwicklers und Asset-Managers Beos für Personalthemen verantwortlich ist. Das hängt u.a. damit zusammen, dass die Arbeitsplätze in der Unternehmenszentrale knapp kalkuliert sind, Homeoffice also schon im Raumkonzept eingerechnet worden ist.

"Wir haben nicht festgeschrieben, wann und wie viele Tage Homeoffice die Mitarbeiter nehmen dürfen", sagt Matheis. Das könnten "auch mal zwei Tage die Woche" sein. Voraussetzung ist, dass die Abwesenheit mit dem Vorgesetzten und dem Team abgesprochen ist.

Abgesehen von den Kolleginnen und Kollegen am Empfang dürfen alle 200 Beschäftigten das Arbeiten ab und an nach Hause verlegen. Anfangs ohne konkrete Regelung gehandhabt, gibt es nun eine Homeoffice-Vereinbarung mit jedem Mitarbeiter. Darin sind u.a. gesetzgeberische Vorgaben wie der Arbeitsschutz thematisiert. "Eigentlich ist das ja lustig", bemerkt Matheis, mit Blick auf die Rechtslage. Beim mobilen Arbeiten, das überall - also auch Zuhause - stattfinden kann, interessiere sich der Gesetzgeber hingegen nicht für das Arbeitsumfeld.

"Die Nachfrage nach Homeoffice hat sich in den vergangenen Jahren erhöht", erzählt Matheis. Gerade bei Neueinstellungen sei es inzwischen ein wichtiges Thema. Dabei habe ein neuer Kollege in seinen ersten sechs Monaten bei Beos wohl kaum Gelegenheit dazu. Es gebe dann einfach zu vieles vor Ort zu lernen und zu erfahren.

Technisch gesehen arbeiten alle Mitarbeiter in der Cloud, sie haben also von überall aus Zugriff auf die relevanten Daten. Das ist eine Folge des sogenannten Werkbankprinzips, der flexiblen Arbeitsplätze bei Beos. Der mobile Umgang mit Daten und mit der Cloud werde regelmäßig geschult.


CORPUS SIREO

Seit Anfang 2018 gibt es beim Immobiliendienstleister Corpus Sireo eine Regelung für mobiles Arbeiten. Nach Absprache mit der Führungskraft können die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz kurzzeitig nach Hause verlegen, z.B. um somit Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bekommen. "Bisher haben wir damit positive Erfahrungen gemacht", resümiert Yvonne Hoberg, Mediensprecherin bei Corpus Sireo. "Sowohl Mitarbeitende als auch Vorgesetzte nutzen das Arbeitsmodell. Unabhängig von diesem Modell hat jeder Mitarbeitende bei uns einen eigenen Arbeitsplatz."


BNPPRE

BNP Paribas Real Estate möchte sich zum Thema Homeoffice nicht äußern.

Kommentar Zu "Homeoffice ist ein Thema, das nicht allen behagt"

Das Thema Homeoffice scheint für Personaler und Geschäftsführer ein ganz heißes Eisen zu sein. Früher hat es irgendwie funktioniert, dem einen Mitarbeiter teilweise zuhause zu arbeiten zu gewähren, dem anderen nicht. Vielleicht ließen sich da die individuellen Gründe besser vermitteln. Inzwischen wird es damit schwieriger. Mehr Mitarbeiter pendeln jeden Tag weite Strecken zwischen dem Büro und ihrem Zuhause, viele sehnen sich nach der Ruhe am Küchentisch, wenn konzeptionelle Aufgaben anstehen, andere sind auf das Homeoffice angewiesen, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Die Gründe dafür, nicht am Schreibtisch gefesselt zu sein, werden immer vielfältiger. Gut, wenn sich Unternehmen auf eine für alle Mitarbeiter gültige Regelung berufen können. Dann können sie unbefangen aus dem Alltag mit Homeoffice berichten. Demgegenüber zeigt unsere kleine Umfrage, dass es Unternehmen gibt, die sich bei dem Thema eher zurückhalten. Warum? Vielleicht ist es die üppige Vielfalt der aktuellen Möglichkeiten? Vielleicht fürchten sie, dass zu viel Transparenz Begehrlichkeiten weckt? Vielleicht sind sie aber auch gerade auf dem Weg zur Regulierung und wollen nicht gestört werden?

Anke Pipke

Der richtige Dreh für die Kollegensuche

Der Mann mit der Pferdemaske ist ein Hingucker, Blau ist ein Hingucker. "Blau ist wow", sagt Gegenbauer, und rückt seine Unternehmensfarbe in den Fokus der Kampagne.

Der Mann mit der Pferdemaske ist ein Hingucker, Blau ist ein Hingucker. "Blau ist wow", sagt Gegenbauer, und rückt seine Unternehmensfarbe in den Fokus der Kampagne.

Quelle: mc-quadrat im Auftrag von Gegenbauer

Karriere 12.09.2019
Wer etwas zu zeigen hat, tut das heutzutage gerne per Video. Auch das Employer-Branding findet zunehmend auf YouTube statt. Von Facility-Managern über Baufirmen bis hin zu ... 

Wer etwas zu zeigen hat, tut das heutzutage gerne per Video. Auch das Employer-Branding findet zunehmend auf YouTube statt. Von Facility-Managern über Baufirmen bis hin zu Beratungshäusern - alle versuchen auf unterschiedliche Weise, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren.

Rezo - ein Name, den man selbst in der Offline-Welt seit der Europawahl kennt. Der YouTuber hat es mit seiner harten Kritik an der CDU geschafft, in die Schlagzeilen zu kommen, sogar in althergebrachten Zeitungen zum Anfassen. Während sich die Zahl der Print-Leser kaum exakt erfassen lässt, beeindruckt die Aufmerksamkeit, die Rezos Video auf YouTube erlangt hat: etwa 16 Mio. Aufrufe.

Die Reaktionen auf das Rezo-Video zeigen, dass YouTube, Videos und Bewegtbilder aus dem Alltag der Bevölkerung nicht mehr wegzudenken sind. Vor allem Männer und Frauen im Alter von 18 bis 34 Jahren gehören zur Hauptnutzergruppe des Videoportals. Aus Sicht der Personaler also meist jene, die sich im Berufsleben noch orientieren. Somit ist YouTube eine Chance, sich Berufseinsteigern und Young Professionals im Video als Arbeitgeber zu präsentieren.

Einige Unternehmen aus der Immobilienbranche nutzen bereits diese Möglichkeit. Zu den aktivsten Branchenzweigen dürfte das Facility-Management gehören. Caverion ist mit seiner mehrteiligen Weltraum-Saga noch in Erinnerung (zum Nachlesen: "Caverion schraubt am Warp-Antrieb", IZ 9/16). In ähnlichem Maßstab angelegt als große Employer-Branding-Kampagne mit Kinospot und Werbung im öffentlichen Raum ist aktuell "Blau ist wow" von Gegenbauer. Seit Februar 2019 und derzeit in Münchner Multiplex-Kinos sowie auf YouTube ist der Werbespot zu sehen. Im Videoportal zählt er inzwischen etwa 1,3 Mio. Aufrufe.

"Blau ist doch eigentlich nur ne Farbe, oder? Falsch. Blau ist viel mehr." So startet der 50-Sekünder, in dem der Zuschauer in Kombination mit blaudominierten und dynamischen Bildern samt fetziger Musik erfährt: "Blau ist der Himmel, das Wasser, blau ist Deine Zunge." Aber auch: "Blau ist der Gang durch Deine alte Schule, der gemähte Rasen, die warme Heizung, das saubere Büro, der fette Bass beim Konzert. Blau ist hoch über der Stadt (Bild: Fensterputzer am Hochhaus) und tief unter der Erde (Bild: Prüfung der Gebäudetechnik). Blau ist Vielfalt und Zusammenhalt. (...) Blau ist unsere Farbe und unser Stolz. Blau ist Dein Style. Blau ist unser Style. Blau ist wow - Gegenbauer."

Mit diesem Spot will der Facility-Manager gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: sowohl nach innen als auch nach außen wirken, junge wie erfahrene Arbeitskräfte, Vertreter unterer wie höherer Hierarchien erreichen. Es gehe darum, die Werte des fast 100-jährigen Unternehmens zu präsentieren, Stolz und Identifikation auszulösen, berichtet Tom Kalányos, Leiter Digitale Medien bei Gegenbauer. Damit soll sich die Mitarbeiterbindung erhöhen - abseits vom sonst vielerorts üblichen Mittel der Lohnerhöhungen, die in dieser Branche wegen der knappen Margen nur schwer umsetzbar sind. Dazu trägt auch bei, dass etwa ein Dutzend der Personen, die im Spot zu sehen sind, Original-Mitarbeiter Gegenbauers sind.

Dass die Kampagne "Blau ist wow" zieht, macht Kalányos nicht nur an den vielen Aufrufen auf YouTube fest, sondern auch an den Besucherzahlen der unternehmenseigenen Corporate- und Karriere-Webseite. Seit der Spot zu sehen ist, gebe es dort ein Wachstum von 20% bis 25%. Zudem werde Kalányos bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter oft auf die Kampagne und den Kurzfilm angesprochen. Mindestens so stolz macht es ihn, wenn Kollegen den Spot z.B. bei Pitches zur Präsentation des Unternehmens vor (potenziellen) Kunden einsetzen.

Der personelle, zeitliche wie finanzielle Einsatz für diese Kampagne ist beträchtlich. Das dreiköpfige Team Digitale Medien hat sie zusammen mit der Agentur mc-Quadrat realisiert, die Planung reicht bis ins Jahr 2025 - bis zur Feier der 100-jährigen Unternehmensgeschichte. Nächstes Jahr werde eine weitere Stufe der Kampagne gezündet, berichtet Kalányos. Er will noch nicht zu viel verraten, nur das: "Dann wird es darum gehen, weitere Kollegen zu aktivieren und sie zu Botschaftern für die Marke Gegenbauer zu machen."

Genau das macht gerade Wettbewerber Piepenbrock. Der Facility-Manager stellt in kurzen Zwei-Minuten-Spots seine Mitarbeiter als "Piepenbrocker" vor. Mit dabei ist z.B. Daniel Erdmann, Objektleiter für die Niederlassung Göttingen. Er berichtet frei von der Leber weg, wie vielfältig seine Arbeit sei, was er an seinem Berufsalltag schätze, dass das Geld immer pünktlich komme und er sich auf seinen Meisterbrief im Gebäudereinigerhandwerk freue. Erdmann ist seit 20 Jahren bei Piepenbrock, ein Neuzugang im Vergleich dazu ist derweil Jonas Vetter, Implementierungsmanager des Technischen Managements für Großkunden. Er erzählt vom Einstieg ins Großunternehmen und dem Teamspirit.

Dieses Format, im Video engagierte und zufriedene Mitarbeiter zu Wort kommen zu lassen, ist weit verbreitet und bietet sich auch für kleinere und mittelständische Unternehmen und Firmen aus anderen Branchenzweigen an. Die Limburger Bauunternehmung Albert Weil zum Beispiel ließ einen Azubi, einen Polier und einen Bauleiter erzählen, wie es auf einer Baustelle zugeht. In einem anderen Spot berichten drei Mitarbeiter, auf welchen unterschiedlichen Wegen sie nach dem Studium allesamt bei Albert Weil gelandet sind. Damit will die Baufirma nicht nur die Vielfalt möglicher Einsatzgebiete zeigen, sondern auch einen möglichst authentischen Einblick in die Unternehmenskultur bieten. Der Zuschauer bekommt einen Eindruck, welche Stimmung im Team herrscht, mit welchen Geräten auf der Baustelle gearbeitet wird und wie die Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter sind. Künftig will Albert Weil nach eigenen Angaben noch mehr Videos à la "Ein Tag mit ..." initiieren.

Einen komplett anderen Weg, Nachwuchskräfte und Young Professionals für sich als Mitarbeiter zu gewinnen, geht aktuell BNP Paribas Real Estate (BNPPRE). Der Immobilienberater hat seine vierteilige Videoreihe "The Secret to" veröffentlicht. Die ersten drei Titel suggerieren, dass es auf den ersten Blick um praktische Tipps für den Business-Alltag geht: "Keine Angst vor Smalltalk", "Beim Geschäftsessen punkten" und "Auf Geschäftsreisen bestens vorbereitet". Im letzten Teil kommt BNPPRE dann zum wesentlichen Punkt: "Wann es Zeit wird, den Job zu wechseln". Die Videos sind keine dröge Anleitung, in welcher Reihenfolge z.B. das Hemd zu falten, der Ärmel in welchem Winkel zu legen ist. Vielmehr sind es humorige Episoden, in denen auch ein Teil des echten BNPPRE-Teams zu sehen ist. "Wir wollen damit zeigen, wie wir ticken", erzählt Philipp Benseler, Head of Human Resources bei BNPPRE. Er erinnert sich, dass zu früheren Zeiten in Videos eher die Informationen im Vordergrund standen, heutzutage gehe es mehr ums Storytelling. Informationen auf unterhaltsame Art und Weise und Unternehmenswerte eher implizit zu vermitteln, steht dabei im Fokus.

Während die kurzen Spots von "The Secret to" aktuell auf etwa 3.000 bis 4.000 Aufrufe kommen, hat das Video vom jüngsten Event Adventure@BNPPRE mit angehenden Nachwuchskräften eine deutlich größere Resonanz erzeugt (siehe "Recruiting mit dem Extra-Kick", IZ 4/19). Satte 315.000 Aufrufe wurden bis jetzt gezählt. Junge Menschen in lockerer Atmosphäre, Abenteuer und Adrenalin sind offenbar gute Zutaten für ein aufmerksamkeitsstarkes Video.

YouTube erreicht Milliarden Menschen

Das Online-Videoportal YouTube, das ein Tochterunternehmen von Google ist, zählte Anfang 2019 monatlich rund 1,9 Mrd. Nutzer weltweit. In der Onlinestudie von ARD und ZDF für das Jahr 2018 gaben 83% der befragten 14- bis 29-Jährigen an, ein Videoportal mindestens einmal wöchentlich zu nutzen, 47% schauten sich die Videos mindestens ebenso oft auf Facebook an. Das Statista-Ranking der beliebtesten YouTube-Channels weltweit führt dato das indische Musiklabel T-series mit 110,47 Mio. Abonnenten an, gefolgt von der Einzelperson Pewdiepie mit 100,8 Mio. Abos. Das meistgesehene Video ist laut Statista derweil der Spot zum Song Despacito von Luis Fonsi feat. Daddy Yankee mit 6,4 Mrd. Aufrufen. Es führt sogar die Liste der beliebtesten Videos an, wenn man auf die vergebenen Likes schaut. Da kommt das Video auf 34 Mio. Daumen nach oben. Nach unten zeigen nur 4,2 Mio. Kommentiert wurde es 3 Mio. Mal. api

Anke Pipke