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"Gutes Geld verdienen wollen wir auch!"

Der Immobiliennachwuchs glaubt zu wissen, was er wert ist.

Der Immobiliennachwuchs glaubt zu wissen, was er wert ist.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Sell

Karriere21.10.2019
Geld regiert die Welt, es schießt Tore - und ist jungen Leuten angeblich weniger wichtig als Sinn und Spaß im Job, eine pfundige Unternehmenskultur oder nette Kollegen. Eine ... 

Geld regiert die Welt, es schießt Tore - und ist jungen Leuten angeblich weniger wichtig als Sinn und Spaß im Job, eine pfundige Unternehmenskultur oder nette Kollegen. Eine Studentenbefragung, die die Messe München im Vorfeld der Expo Real durchgeführt hat, legt jedoch nahe: Der schnöde Mammon entfaltet durchaus noch eine gewisse Zugkraft auf den Immobiliennachwuchs.

Von den rund 170 befragten Immobilienstudenten und Azubis finden 80% das Thema Gehalt wichtig oder gar sehr wichtig. In der Rangliste der wichtigsten Kriterien bei der Arbeitgeberwahl landen nur zwei Aspekte vor der Kohle: der Unternehmenserfolg (89%) und flexible Arbeitszeiten (84%). Wert legen die Jungen der aktuellen Umfrage zufolge zudem auf eine gute Verkehrsanbindung (79%) des Unternehmensstandorts und einen unbefristeten Arbeitsvertrag (76%). Eine betriebliche Altersvorsorge (60%) und das Homeoffice stehen nicht ganz so hoch im Kurs (48%). Und auf einen Firmenwagen (25%) und eine Kantine (19%) können viele Nachwuchskräfte verzichten.

Die Frage sei erlaubt, ob hinter dem Topkriterium Unternehmenserfolg tatsächlich unternehmerisches Denken steht - oder aber das Wissen, dass eine gute Performance des Arbeitgebers auch auf den Gehaltszettel durchschlägt. Teilnehmer der Diskussionsrunde "Geld oder Sinn - was will der Nachwuchs in der Immobilienbranche?" auf dem CareerDay der diesjährigen Expo Real wie Reinhard Kutscher (Vorsitzender der Geschäftsführung von Union Investment Real Estate), Susanne Tattersall (geschäftsführende Gesellschafterin von Tattersall Lorenz) oder Gerd Kropmanns (Geschäftsführer und Gesellschafter der Wohnkompanie NRW) tendierten eindeutig zu letzterer Lesart.

Die Gehaltsvorstellungen der Nachwuchskräfte differieren stark. So stellen diejenigen, die das Abitur oder die Fachhochschulreife ihren höchsten Bildungsabschluss nennen, deutlich geringere Ansprüche als Befragte, die bereits einen Hochschulabschluss (Bachelor, Master, Diplom, Magister etc.) in der Tasche haben. Konkret: Knapp 40% der Teilnehmer, die (noch) nicht über einen solchen Hochschulabschluss verfügen, geben sich mit einem Bruttojahresgehalt von unter 40.000 Euro zum Einstieg zufrieden. Mehr als 50.000 Euro erwartet hier nur jeder Vierte.

Von denjenigen, die bereits einen Abschluss an einer Universität oder Fachhochschule erworben haben und jetzt z.B. einen Master draufsatteln, sieht sich fast jeder Zweite schon zum Einstieg bei über 50.000 Euro. Jedem Zehnten aus dieser Gruppe schweben sogar mehr als 60.000 Euro zum Einstieg nach dem aktuellen Studium vor.

Mit der Zeit nähern sich die Gehaltsvorstellungen an. Zwei bis drei Jahre nach dem Berufseinstieg wollen 37% derjenigen, die aktuell ihr zweites Studium absolvieren, mehr als 70.000 Euro von ihrem (künftigen) Arbeitgeber fordern. Bei denen, die noch keinen Studienabschluss vorweisen können, ist der entsprechende Anteil mit etwa einem Drittel ähnlich hoch.

Harald Thomeczek

Union Investment: Die Ära Reinhard Kutscher geht zu Ende

Reinhard Kutscher.

Reinhard Kutscher.

Quelle: Union Investment

Köpfe01.03.2019
Dr. Reinhard Kutscher wird Ende 2019 nach dann 20 Jahren bzw. im Alter von 65 Jahren die Geschäftsführung von Union Investment Real Estate verlassen. Sein Nachfolger steht schon fest: Er ... 

Dr. Reinhard Kutscher wird Ende 2019 nach dann 20 Jahren bzw. im Alter von 65 Jahren die Geschäftsführung von Union Investment Real Estate verlassen. Sein Nachfolger steht schon fest: Er kommt aus den eigenen Reihen. Ein Nachfolger für den Nachfolger indes wird noch gesucht.

Dr. Reinhard Kutscher, Vorsitzender der Geschäftsführung von Union Investment Real Estate (UIRE), geht in Rente. Nicht sofort, sondern erst Ende 2019 mit dann 65 Jahren. Dann endet eine Ära: Kutscher gehörte der Geschäftsführung seit 1999 an. Den Vorsitz übernahm er 2007. In seine Fußstapfen tritt zum 1. Januar 2020 Jörn Stobbe, der im Februar 2017 von Rreef Management zu UIRE wechselte, für Frank Billand in die Geschäftsführung rückte und seither als Chief Operating Officer (COO) firmiert.

Stobbe gibt COO-Job ab

Den COO-Posten gibt Stobbe ab, wenn er von Kutscher die Leitung des Immobiliensegments bei der Union Investment Gruppe übernimmt, das neben UIRE auch Union Investment Institutional Property und Union Investment Real Estate Austria umfasst. Alle drei Gesellschaften zusammen managen Immobilien im Wert von aktuell mehr als 40 Mrd. Euro.

Ein neuer Geschäftsführer wird noch gesucht

Die durch Stobbes Aufstieg vakante gewordene Position des Geschäftsführers soll auf jeden Fall nachbesetzt werden. Wann und durch wen, ist noch offen. Auch ist noch nicht entschieden, ob es wieder einen COO geben oder das vakant gewordene Mandat anders definiert wird. Die Stelle des COO war erst mit Stobbes Amtsantritt vor gut zwei Jahren geschaffen worden. Klar ist dagegen, dass Martin Brühl (51) Chief Investment Officer bleibt und Volker Noack (55) sich weiter um das Asset-Management kümmert.

Harald Thomeczek

Uwe Fröhlich übernimmt Aufsichtsratsvorsitz der DZ Hyp

Köpfe13.08.2018
Die Immobilienbank DZ Hyp ist bekanntlich das Produkt der Fusion der DG Hyp mit der WL Bank. Nun hat sie mit Wirkung zum 1. August 2018 auch einen frisch berufenen Aufsichtsrat mit 18 Personen. ... 

Die Immobilienbank DZ Hyp ist bekanntlich das Produkt der Fusion der DG Hyp mit der WL Bank. Nun hat sie mit Wirkung zum 1. August 2018 auch einen frisch berufenen Aufsichtsrat mit 18 Personen. Vorsitzender ist Uwe Fröhlich (57), Generalbevollmächtigter der DZ Bank.

Fröhlich hat damit die Nachfolge von Uwe Berghaus angetreten, der zuvor DG-Hyp-Chefaufseher war und nun dem neuen Aufsichtsrat als ordentliches Mitglied erhalten bleibt. Berghaus ist zudem Vorstandsmitglied der DZ Bank. Auch Michael Speth, Vorstandsmitglied der DZ Bank, hat seinen Interims-Posten als AR-Chef der WL Bank wieder abgegeben. Er gehört ebenfalls nun als ordentliches Mitglied zum Aufsichtsrat der DZ Hyp. Fröhlichs Stellvertreter sind die Hamburger Bankangestellte Dagmar Mines und Thomas Müller, Vorstandssprecher der Volksbank Dresden-Bautzen.

Fröhlich war seit 2008 Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Ende vergangenen Jahres kam er als Generalbevollmächtigter zur DZ Bank. Ab 2019 wird Fröhlich zusammen mit DZ-Bank-Vorstandsmitglied Dr. Cornelius Riese als Co-Vorsitzende des Vorstands die DZ Bank führen. Zuvor wird sich DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch Ende 2018 in den Ruhestand verabschiedet haben.

Weitere Mitglieder des Aufsichtsrats der DZ Hyp sind: Brigitte Baur, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der VR Bank Nürnberg, die Hamburger Bankangestellte Anja Franke, der Hamburger Bankangestellte Ralph Gruber, Dr. Holger Hatje, Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank, der Hamburger Bankangestellte Olaf Johnert, Dr. Reinhard Kutscher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Union Investment Real Estate in Hamburg, die Hamburger Bankangestellte Ulrike Marcusson, Rainer Peters, Vorsitzender des Vorstands der Volksbank Halle/Westfalen, Johannes Röhring, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Westfälische Landschaft, Martin Schmitt, Vorsitzender des Vorstands der Volksbank Kassel Göttingen, Hans-Peter Ulepić, Sprecher des Vorstands der Gladbacher Bank Aktiengesellschaft von 1922, der Hamburger Bankangestellte Thorsten Wenck, und Hans Rudolf Zeisl, Vorsitzender des Vorstands der Volksbank Stuttgart.

Anke Pipke

REaL soll Praxis- und Forschungslücke schließen

Gruppenfoto zum Start: Heinemann, Samuels, Kutscher, Kämpf-Dern, Moderatorin Lucia Brauburger und Müller (v.l.)

Gruppenfoto zum Start: Heinemann, Samuels, Kutscher, Kämpf-Dern, Moderatorin Lucia Brauburger und Müller (v.l.)

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Karriere15.02.2018
Der Masterstudiengang Real Estate & Leadership an der Hamburger HSBA soll die Praxislücke staatlicher Immobilienstudiengänge schließen und die Forschungslücke bei Themen der ... 

Der Masterstudiengang Real Estate & Leadership an der Hamburger HSBA soll die Praxislücke staatlicher Immobilienstudiengänge schließen und die Forschungslücke bei Themen der Immobilienwirtschaft verkleinern. Die Studierenden sollen interdisziplinär denken lernen. Eine Million Euro Fördermittel haben Sponsoren zugesagt.

Gute Mitarbeiter sind Wettbewerbsfaktor Nummer 1", erklärt Uve Samuels, Geschäftsführer der Hamburg School of Business Administration (HSBA). Das wissen alle bei der Vorstellung des neuen Masterstudiengangs Real Estate & Leadership Anwesenden und das treibt sie an. Auch in der Immobilienwirtschaft tobt der war of talents.

Und die 14 Studierenden, die seit Beginn des Wintersemesters 2017/2018 die Erstlinge des neuen Studiengangs an der HSBA sind, werden den Mangel an Nachwuchsfachkräften nicht umgehend umfassend befriedigen. Aber die Mitglieder und Förderer des im Februar 2015 in Hamburg gegründeten gemeinnützigen Vereins Real Estate and Leadership Foundation (REaL) hoffen schon, dass ihr Engagement mit Zusagen der Absolventen ab 2020 belohnt wird.

"Wir brauchen Leute, die interdisziplinär arbeiten können und Leadership-Kompetenzen mitbringen, um Projekte zum Erfolg zu bringen", fasst Reinhard Kutscher, Union Investment Real Estate und REaL-Vorstand, Erwartung und Anspruch zusammen. Der Verein will Wissenschaft, Forschung und Bildung zu interdisziplinären, schnittstellenübergreifenden und Leadership-Themen der Immobilienwirtschaft fördern.

Und auch die Studierenden freuen sich über die fördernden Schwergewichte der Branche. "Die Attraktivität der Förderer spielt schon eine Rolle", erklärt Annika Barkmann. "So bekomme ich gleich den praktischen Bezug." Sie hat bereits einen Bachelor of Engineering Bau- und Immobilienmanagement von der Hochschule 21 in Buxtehude in der Tasche und wird als Teilzeitstudentin von ihrem Arbeitgeber Garbe Industrial Real Estate unterstützt.

Um den Blick über den eigenen Fachhorizont zu heben, wird bei Aufnahme der Studierenden auf eine Mischung ihrer Basisqualifikation geachtet. "Die Struktur der Bewerber spiegelt etwa die der aufgenommenen Studierenden wider", erläutert Immo Schmidt-Jortzig, stellvertretender Geschäftsführer der HSBA. "40% sind BWLer, jeweils 30% Architekten/Stadtplaner sowie Bauingenieure."

REaL hat die Akkreditierung des Studiengangs angeschoben und die Einrichtung von drei Professuren unterstützt. Eine Million Euro wurden dazu bis dato von den Förderern zugesagt. Die finanzielle Unterstützung erlaubt zudem die Reduzierung der Studiengebühren - jährlich 22.000 Euro - für ausgewählte Studierende. Studiengangsleiter Nikolas Müller stellt jedoch klar: "Die Unternehmen können sich nicht einkaufen und mitbestimmen. Aber sie können sich mit Fragestellungen einbringen."

Und das tun sie, indem Mitarbeiter als Dozenten ihre Erfahrungen teilen und Praxisbezug schaffen. Wie Philipp Goltermann, Drees & Sommer. "Schon die Gründer von Drees & Sommer waren in der Hochschulausbildung engagiert, weil die staatliche Ausbildung zu wenig Praxisbezug schafft. Diese Lücke wollen wir schließen." Dem dienen auch Mentorenprogramme, Praktika und Projekte bei und mit den Mitgliedern sowie Förderern. "Aber es geht nicht nur um die Vermittlung von Erfahrungswissen", betont Müller. "Einzigartig ist der starke Fokus auf Forschung. Wir haben Dozenten zur Vermittlung einer wissenschaftlichen Problemlösungskompetenz."

Die Forschungsqualifikation sei auch bei der Entscheidung für Müller wichtig gewesen, unterstreicht Annette Kämpf-Dern, Initiatorin und Vorstand der Foundation sowie Professorin an der Bauhaus Universität Weimar. "Die Fragestellungen, die von den Unternehmen eingebracht werden, können auch in der Forschung weitergetrieben werden." Es gebe höchstens 20 Immobilienprofessuren deutschlandweit im Bereich Forschung, aber viele Themen. "Zum Beispiel die Entwicklung der Arbeitswelten. Wie prägen Räume die Produktivität? Die großen Unternehmen probieren da gerade rum. Vielleicht investieren hier gerade alle falsch. Das wäre wenig nachhaltig."

Und nachhaltig und zukunftsgerichtet sollen die vermittelten Kompetenzen sein. "Union Investment hängt Nachhaltigkeit sehr hoch und fordert uns bei den Immobilien, die wir für sie entwickeln", beschreibt Robert Heinemann, ECE Projektmanagement, den Druck aus der Branche. "Organisation, Koordination und Kooperation" nennt Müller als "Leadership-Skills". Thematisch dreht sich viel um Digitalisierung - auch im Kontext mit Themen wie Urban Planning, etwa um den Klimawandel bei Stadtplanung und Immobilienentwicklung zu antizipieren.

Friedhelm Feldhaus