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Timo Tschammler führt neues Board von Quo Vadis

Timo Tschammler wird künftig das neue Board des Quo Vadis führen. Schon beim aktuellen Quo Vadis hatte er heute einen Auftritt als Moderator.

Timo Tschammler wird künftig das neue Board des Quo Vadis führen. Schon beim aktuellen Quo Vadis hatte er heute einen Auftritt als Moderator.

Quelle: Heuer Dialog, Urheber: Johannes Haas

Karriere 04.05.2021
Der Veranstalter Heuer Dialog greift künftig im Rahmen des Jahreskongresses Quo Vadis auf ein neu zusammengesetztes Board aus namhaften Vertretern der Immobilienbranche zurück. In erster ... 

Der Veranstalter Heuer Dialog greift künftig im Rahmen des Jahreskongresses Quo Vadis auf ein neu zusammengesetztes Board aus namhaften Vertretern der Immobilienbranche zurück. In erster Reihe des Unterstützerkreises steht Timo Tschammler, Managing Partner von Twain Towers. Er wird zudem von Karsten Trompetter die Rolle des Moderators übernehmen.

Zu dem frisch gekürten Board gehören außerdem Maria Teresa Dreo, Vorstand bei Berlin Hyp, Annette Kröger, Mitglied der Geschäftsführung von Allianz Real Estate Germany, Nikolas Samios, Co-Founder und Managing Partner von Proptech1 Management, sowie Anke Tsitouras, Vorstand von Landmarken.

Gleichzeitig verabschiedet sich der Gründungsbeirat im Rahmen der gerade stattfindenden 31. Auflage des Quo Vadis aus seiner aktiven Rolle. An seiner Spitze stand Karsten Trompetter, darüber hinaus zählten Jürgen Engel, Ulrich Höller, Dr. Jochen Keysberg, Dr. Andreas Muschter, Dr. Hans Volkert Volckens und Kurt Zech dazu. Der Gründungsbeirat blickt auf ein zehnjähriges Engagement zurück.

"Das Board wird jünger und weiblicher und zudem mit dem ausgewiesenen Proptech-Fachmann und ESG-Verfechter Nikolas Samios digitaler", resümiert Tschammler. Das Quintett wird Heuer Dialog zufolge erstmals bei Quo Vadis Unplugged, dem Präsenztreffen am 1. Oktober in Berlin, auftreten. Der Gründungsbeirat wird ihnen weiterhin mit Rat zur Seite stehen.

Anke Pipke

Maren Tschammler wird Investmentleiterin bei Savills Berlin

Maren Tschammler.

Maren Tschammler.

Quelle: Savills Immobilien-Beratungs GmbH

Köpfe 01.04.2021
Maren Tschammler wird nach einer kleinen beruflichen Auszeit Teamleiterin Investment mit Schwerpunkt auf Büroimmobilien bei Savills in Berlin. ... 

Maren Tschammler wird nach einer kleinen beruflichen Auszeit Teamleiterin Investment mit Schwerpunkt auf Büroimmobilien bei Savills in Berlin.

Die 31-Jährige übernimmt die Leitung des fünfköpfigen Investmentteams von Savills in Berlin im Juni 2021 von Niederlassungsleiter Philipe Fischer. Fischer kann sich so wieder auf seinen Job als Head of Berlin Office konzentrieren. Der vorherige Investmentchef von Savills in Berlin, Steffen Pulvermacher, war im Oktober 2019 zu CBRE gewechselt.

Tschammler war in ihrer vorherigen Position Head of Asset Management beim Food-Retailimmobilieninvestor X+Bricks in Frankfurt, wo sie als Managing Director bzw. Head of Asset-Management das Asset-Management-Team aufbaute. Vorher wirkte die studierte Immobilienwirtschaftlerin bei der Triuva KVG, die später von Patrizia geschluckt wurde. Dort war Tschammler u.a. als Associate Director Teil der Investmentmanagement-Mannschaft. Als Transaktionsmanagerin fädelte sie u.a. den Verkauf des Traction-Portfolios mit 30 Immobilien in sechs europäischen Ländern mit ein. Auch beim Ankauf des Hofgartens in der Berliner Friedrichstraße und beim Verkauf der Düsseldorfer Metro-Zentrale durch Patrizia an Arminius hatte sie ihre Finger im Spiel. Zu Savills bringt sie - wie das Neudeutsch so schön heißt - einen Track Record von über 2 Mrd. Euro mit.

Softes Onboarding

Maren Tschammler hat sich zuletzt mit ihrem Mann Timo Tschammler - Ex-Deutschlandchef von JLL und seit November 2020 als Investor, Berater und Mandatsträger zurück auf der Branchenbühne - eine kleine berufliche Auszeit genommen: Eigenheimerwerb und Umzug in ihre Heimstadt Berlin, Geburt ihres (ersten) Sohnes. Bei Savills wird sie ab Juni Verantwortung übernehmen. Gerade befindet sie sich, auch den Corona-Umständen geschuldet, in einer Art softem Onboarding.

Savills beschäftigt in der Hauptstadt ca. 60 Leute: u.a. Investment (Office und Retail), Bürovermietung, Corporate Finance und Research. "Eine riesige Personalentwicklung werden wir erstmal nicht erleben", sagt Berlin-Chef Fischer und kündigt für 2021 eine "marktstabilisierende Strategie" an: "Der Personalstamm soll zur Ruhe kommen. 2022 werden wir sehr behutsam in einzelnen Bereichen - im Investment aber vermutlich fürs Erste noch nicht - nachlegen, eher in Office Agency."

"Wir müssen lernen, wie wir für Maren funktionieren"

Tschammler ihrerseits hat sich u.a. vorgenommen, die "Marktposition von Savills in Berlin auszubauen und Schnittstellen zu Office Agency zu optimieren". Fischer will der jungen Mutter, die eine Vollzeitstelle bei Savills antritt, dabei alle nötigen Freiheiten lassen: "Wir müssen lernen, wie wir am besten für Maren funktionieren; es gibt schließlich auch noch andere Lebensmittelpunkte."

Tschammler lobt ihren neuen Chef: "Wir reden schon seit Monaten über die Stelle. Savills hat sich hochflexibel gezeigt, sowohl beim Startzeitpunkt als auch bei der Organisation: Wie ich arbeite, wo ich arbeite, wann ich arbeite, wie ich mich mit dem Team koordiniere - das hat mir Savills alles freigestellt."

Harald Thomeczek

Timo Tschammler

Neuseeland, Dezember 2019: Bungysprung in ein neues Leben.

Neuseeland, Dezember 2019: Bungysprung in ein neues Leben.

Karriere 04.03.2021
Geboren vor rund 44 Jahren in Frechen bei Köln und aufgewachsen in Euskirchen am Fuße der Voreifel, hat es Timo Tschammler bis zum Deutschlandchef von JLL gebracht. Nach 25 Jahren in Konzernen ... 

Geboren vor rund 44 Jahren in Frechen bei Köln und aufgewachsen in Euskirchen am Fuße der Voreifel, hat es Timo Tschammler bis zum Deutschlandchef von JLL gebracht. Nach 25 Jahren in Konzernen (Deutsche Bank, Atis Real/BNPPRE, DTZ) hat er seine eigene Firma gegründet - TwainTowers Boards & Counsel - und auch privat ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Wo wohnen Sie?

Wir leben in Berlin-Grunewald. Hier hatten meine Frau Maren und ich schon vor den Kündigungen unserer Jobs ein Eigenheim erworben, das zunächst renoviert werden musste, bevor wir im April 2020 einzogen. Im Kaufpreis war eine dreijährige Mitgliedschaft im benachbarten Tennisclub LTTC Rot-Weiß inkludiert.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Wohnung?

Mein Lieblingsplatz ist der Schaukelstuhl im Zimmer unseres Ende September geborenen Sohns Leon Maxim. Hier sitze ich oft morgens mit ihm, nachdem wir uns aus dem Schlafzimmer geschlichen haben, damit meine Frau nach einer "durchstillten" Nacht etwas Schlaf nachholen kann.

Wie verdienten Sie zum ersten Mal Geld?

Vor dem Abitur hatte ich zahlreiche Jobs: Umfragen in Fußgängerzonen oder stadtweite Prospektverteilungen organisieren, Videos und Computerspiele kopieren und auf dem Schulhof verkaufen (ist verjährt!), Röntgengeräte abbauen und ins Ausland verschiffen, Pizzataxi-Fahrer, Babysitter, Telefondienst im väterlichen Immobilienmaklerbüro und vieles mehr.

Die Immobilienbranche wurde Ihnen also in die Wiege gelegt?

Kurz vor dem Abitur dachte ich noch in drei völlig verschiedene Richtungen: diplomatischer Dienst, Profiler oder Immobilien. Letzteres war in der Tat geprägt durch meinen Vater. Er betrieb in meiner Heimatstadt ein kleines Immobilienbüro mit Maklerleistung, Hausverwaltung und Bewertung. Und er war es auch, der mir ganz subtil einen Artikel über den bevorstehenden ersten Studienjahrgang der Immobilienwirtschaft an der Berufsakademie Mannheim auf den Schreibtisch legte.

Ihr Vater hatte einen guten Riecher: Sie haben eine steile Karriere hingelegt. Aber wie gehen Sie mit Misserfolgen um?

Meine väterliche Erziehung hat mich spielerisch darauf getrimmt, dass verlieren wehtut. Und so wurde ich wahrscheinlich überdurchschnittlich kompetitiv. Nach Niederlagen ziehe ich mich meist getroffen zurück, reflektiere und versuche es beim nächsten Anlauf besser zu machen.

Was stört Sie in der Immobilienbranche am meisten?

Ungesund große Egos, ungesühnte moralische Verfehlungen und ungeahndete Gesetzesverstöße.

Stimmt, Immobilienmenschen haben nicht immer den besten Ruf: Baulöwe, Miethai, Heuschrecke ...

Große Vermögensbewegungen, wie sie in der Immobilienwirtschaft an der Tagesordnung sind, verführen nicht nur zu moralisch verwerflichen Entscheidungen und Vorteilsnahmen, sondern locken unweigerlich auch Glücksritter, Bestechlichkeit, Vetternwirtschaft und kriminelle Machenschaften an. Umso wichtiger ist in meinen Augen eine funktionierende Compliance, undurchlässige Kontrollmechanismen und echte werteorientierte Führung.

Und was finden Sie an der Branche gut?

Die Farbenpracht und den Facettenreichtum bei gleichzeitig unverkennbarer volkswirtschaftlicher Bedeutung. Megatrends wie Digitalisierung, Urbanisierung und Sustainability kann man in dieser Ballung kaum anderswo so erleben und vor allem so mitgestalten wie in diesem Teil der Volkswirtschaft.

Was bringt Sie auf die Palme?

Privat: Extremismus. Beruflich: alleinige Amtsautorität, Doppelmoral und Ja-Sager.

Wie schalten Sie ab?

Für mich gibt es nichts Schöneres, als einen sonnigen Tag mit Freunden und meinen Liebsten auf dem Wasser zu verbringen.

Ihre Lieblingssongs?

Derzeit "Music" von Erick Sermon featuring Marvin Gaye. Stark finde ich auch "Devils Ball" von Kurt Maloo vs Double.

Ihren letzten Urlaub verbinden Sie mit …?

Unser letzter Urlaub führte uns drei Wochen durch Neuseeland - zurück kamen wir im Januar mit "unserer" Schwangerschaft.

Mit wem würden Sie gerne einen Abend verbringen?

Eindeutig mit Robert de Niro. Er ist einer der begnadetsten Schauspieler unserer Zeit. Seine Filme prägten schon meine Jugend. Er scheint ein starker Charakter mit unumstößlichen Prinzipien zu sein.

Und mit wem würden Sie gerne für einen Tag tauschen?

Ich wäre gerne mal der Manager von Donald Trumps Twitter-Account. Hier gibt es einiges wiedergutzumachen.

Welchen Traum erfüllen Sie sich "nach Corona"?

Ich hole mit meiner Familie die 2020 wegen Corona geplatzte Weltreise nach.

IZ

2020: Das waren die meistgelesenen Personalien

2020 war die gesammte Palette an personellen Veränderungen vertreten.

2020 war die gesammte Palette an personellen Veränderungen vertreten.

Quelle: Pixabay, Urheber: Gerd Altmann

Köpfe 31.12.2020
Wer kam? Wer ging? Im Jahr 2020 war die gesamte Palette an personellen Veränderungen vertreten. Doch welche Nachrichten haben das Leserinteresse geweckt und haben es in die Top Ten ... 

Wer kam? Wer ging? Im Jahr 2020 war die gesamte Palette an personellen Veränderungen vertreten. Doch welche Nachrichten haben das Leserinteresse geweckt und haben es in die Top Ten geschafft? Mit dabei: Avison Young, JLL und ECE.

Der Anlass ist ein trauriger, weswegen gleich zwei Meldungen auf den ersten Plätzen der meistgelesenen Personalien stehen: Der Tod von Kai Richter (52), Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter von 12.18., und der von Wisag-Geschäftsführer Ralf Hempel (59). Richter führte seit 2013 zusammen mit Jörg Lindner 12.18. Investment Management, das sich auf touristisch geprägte Immobilien mit Potenzial fokussiert. Schon Jahre zuvor haben die beiden gemeinsam an Plänen zum Ausbau des Nürburgrings in der Eifel gearbeitet. Richter ist nach kurzer und schwerer Erkrankung gestorben. Plötzlich und unerwartet war auch der Tod von Ralf Hempel. Der Wisag-Geschäftsführer war mehr als ein Vierteljahrhundert für den Facility-Manager tätig. Darüber hinaus galt er viele Jahre als eines der Gesichter der Brancheninitiative Die Möglichmacher und damit der gesamten FM-Branche.

Platz vier: Rosskur bei Avison Young

Eine ganz andere Meldung stieß ebenfalls auf großes Interesse. Der SPD-Vizechef Kevin Kühnert hatte am Rande des Branchentreffs Quo Vadis mitgeteilt, dass er für den Bereich Immobilien, Bauen und Wohnen im SPD-Vorstand zuständig sei. Die Aufgaben hatte er gerade einige Tage vor dem Immobilienkongress übernommen.

Auf Platz vier der zehn meistgelesenen Personalmeldungen steht die Rosskur bei Avison Young. Im Sommer hatte das Maklerhaus die Belegschaft um etwa 15% reduziert. Mit dem Schnitt habe das Unternehmen auf die durch die Corona-Krise ausgelösten Veränderungen am Markt reagiert, erklärte Deutschlandchef Udo Stöckl seinerseits dazu.

Das Mittelfeld der Klickcharts dominieren ferner JLL-Personalien. Es sind die Nachwehen aus dem Vorjahr, die sich in 2020 auswirkten. Zur Erinnerung: 2019 gab es eine ganze Serie von personellen Abgängen bei JLL. Noch Anfang dieses Jahres verließ ein Investmentteam das Unternehmen, um bei Eastdil Secured anzuheuern. Im Frühjahr war schließlich die Nachfolge von Timo Tschammler, der alle Ämter mit Wirkung zum 31. März 2020 niederlegte, geklärt. Mit Sabine Eckhardt übernahm eine Branchenfremde den Chefposten. Sie hatte bisher nicht in der Immobilien- sondern der Medienbranche Karriere gemacht. Eckhardt übernahm nicht nur die Verantwortung für das Deutschlandgeschäft, sondern auch für Zentraleuropa.

Die Ankündigung, dass ECE sich zum 1. Januar 2021 neu aufstellt, erhielt ebenfalls viel Aufmerksamkeit. Danach wird das Unternehmen seine unterschiedlichen Geschäftsbereiche zukünftig als eigenständige Gesellschaften führen.

Tina Maren Below, Elisabeth Michalowski sowie Dr. Andreas Muschter beschließen Top Ten

Auf den beiden letzten Plätzen der Top Ten: Anfang des Jahres taten sich zwei ehemalige Comfort-Mitarbeiterinnen, Tina Maren Below und Elisabeth Michalowski, zusammen und gründeten in Köln die Maklerfirma Tilli City Immobilien.

Dr. Andreas Muschter verließ im Sommer die Commerz Real und ging als Chief Financial Officer zu The Student Hotel, einem niederländischen Entwickler, Betreiber und Investor von Hotels und Coworkingspaces. Vorerst, denn schon im November wurde bekannt, dass der frühere Commerz-Real-Vorstandschef ab Februar 2021 in den Vorstand der Zech-Group wechseln wird.

IZ

"Die Refinanzierung der Hilfspakete bereitet mir Sorgen"

Timo Tschammler.

Timo Tschammler.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Gerda Gericke

Karriere 17.12.2020
Timo Tschammler hat 2020 größtenteils als Zaungast erlebt. Nach seinem Abschied von JLL spann er die Fäden für seine Selbstständigkeit. Das einschneidendste Ereignis war die Geburt seines ... 

Timo Tschammler hat 2020 größtenteils als Zaungast erlebt. Nach seinem Abschied von JLL spann er die Fäden für seine Selbstständigkeit. Das einschneidendste Ereignis war die Geburt seines Sohnes Leon Maxim.

Immobilien Zeitung: Herr Tschammler, Ihre letzten Tage als CEO von JLL fielen mit dem ersten Lockdown zusammen. Seit Oktober stehen Sie auf eigenen Füßen. Lässt sich eine Krise besser im Konzern oder im Einmannboot abwettern?

Timo Tschammler: Ich habe 25 Jahre in Konzernstrukturen verbracht. Allgemein gesprochen: Krisenmanagement im Konzern ist nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig. Denken Sie an die Finanzkrise, deren Ausbruch ich bei DTZ in London erlebt habe: Konzerne haben dann ein bestimmtes Instrumentarium, mit dem sie spielen und spielen müssen - dazu gehören drastische Kostensenkungsprogramme. So gesehen war das Timing für meinen lange geplanten Ausstieg aus der Konzernwelt perfekt. Mein Start in die Selbstständigkeit verlief besser als gedacht: Gerechnet hätte ich vielleicht mit drei Aufträgen zum Start, geworden sind es sieben.

IZ: Mit Ihrer neuen Firma TwainTowers übernehmen Sie Mandate in Boards und als Berater. Ist der unerwartet hohe Beratungsbedarf ein Zeichen der Krise?

Tschammler: Meine Mandate haben häufig Business-Development-Komponenten; ein Teil von ihnen ist wahrscheinlich auch Ausdruck des Corona-Effekts.

IZ: Steht es sehr böse um den Büromarkt?

Tschammler: Ein Rückgang von rund 30% in der Bürovermietung ist schon ordentlich. Aber das BIP sackte auch anderen Krisen brutal ab - und dann gab es eine rasche Erholung. Drei Viertel der deutschen CFOs erwarten laut Deloitte, dass das 2019er-Niveau spätestens 2021 wieder erreicht ist.

IZ: Wie verlief Ihr Abschied von JLL?

Tschammler: Ich hätte nicht gedacht, dass meine letzte Amtshandlung sein würde, im März alle deutschen Standorte zu schließen und mich um Hygienekonzepte und Kontaktnachverfolgung zu kümmern.

IZ: Bei unserem letzten Treffen im Dezember 2019 standen eine Weltreise mit Ihrer Frau Maren und ein Umzug auf Ihrer To-do-Liste.

Tschammler: Die Weltreise sollte eigentlich fünfeinhalb Monate dauern. Die Route haben wir schon im Januar umgestellt und gekürzt, als wir erfuhren, dass wir ein Kind bekommen. Mit den Reisebeschränkungen mussten wir unsere Pläne leider begraben. Den Umzug nach Berlin - wir haben uns im Grunewald eine Eigentumswohnung in einer historischen Villa gekauft - haben wir spontan um zehn Tage vorverlegt. Ich war damals noch ein paar Tage die Woche in Frankfurt, wir wollten nicht wegen eines Reiseverbots getrennt werden.

IZ: Was war 2020 das einschneidendste Erlebnis für Sie?

Tschammler: Der Wechsel von einer stringenten Konzernkarriere hin zu mehr Selbstbestimmtheit, Investorendasein und Unternehmertum ist schon ein Megakontrast. Der einschneidendste Moment war aber definitiv die Geburt unseres ersten Kindes Ende September.

IZ: Haben Sie Angst vor der Zukunft?

Tschammler: Sorgen bereitet mir die Refinanzierung der Hilfspakete. Es könnten Rufe nach einer Vermögenssteuer laut werden. Staatlich verordnete Zwangshypotheken haben wir in der deutschen Geschichte schon erlebt.

IZ: Besten Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Harald Thomeczek.

Harald Thomeczek

Ex-Vonovia-COO Klaus Freiberg wird Partner bei PropTech1

Köpfe 18.11.2020
Klaus Freiberg, ehemaliger COO von Vonovia, wird Venture Partner und Investor bei PropTech1 Ventures. ... 

Klaus Freiberg, ehemaliger COO von Vonovia, wird Venture Partner und Investor bei PropTech1 Ventures.

Nachdem PropTech1 Ventures kürzlich den Einstieg von Timo Tschammler, vormaliger CEO von JLL Germany, verkündet hat, schließt sich nun mit Klaus Freiberg erneut eine erfahrene Führungskraft dem europäischen Venture-Capital-Fonds an. Der ehemalige COO von Vonovia beteiligt sich an der VC-Plattform als Venture Partner und Investor.

Freiberg engagierte sich nach seinem Rückzug aus dem Wohnungskonzern im Mai 2019 u.a. als Business Angel sowie als Gründer und Geschäftsführer des Company Builders 1648 factory. "Klaus erweitert nicht nur unseren kollektiven Wissens-Pool an der Schnittstelle von Immobilie und Innovation, sondern verstärkt insbesondere auch unser Verständnis zu den Kräften, die auf börsennotierte Immobilienunternehmen und deren Großaktionäre einwirken", sagt Nikolas Samios, Managing Partner von PropTech1.

Stefan Merkle

Ex-JLL-Chef Timo Tschammler gründet Berater TwainTowers

Timo Tschammler.

Timo Tschammler.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Gerda Gericke

Köpfe 04.11.2020
Der ehemalige Deutschlandchef von JLL, Timo Tschammler, ist zurück. Nach seinem Abschied von JLL im Frühjahr 2020 und der anschließenden Freistellung hat der 43-Jährige die Beratungsfirma ... 

Der ehemalige Deutschlandchef von JLL, Timo Tschammler, ist zurück. Nach seinem Abschied von JLL im Frühjahr 2020 und der anschließenden Freistellung hat der 43-Jährige die Beratungsfirma TwainTowers gegründet.

Das Geschäft von TwainTowers ruht auf zwei Säulen. Zum einen möchte Tschammler Aufsichtsrats-, Beirats- und andere Non-Executive-Mandate sowie Rollen in Gremien und Kommissionen übernehmen. Zum anderen will er Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft beratend zur Seite stehen. Sie sollen dabei auf seine "langjährige Branchen- und Führungserfahrung" und sein "belastbares Netzwerk" zugreifen können, wie Tschammler mitteilt. Schwerpunkte lägen dabei auf dem Bereich Business Development sowie auf Immobilien- und Kapitalstrategien.

Zu den ersten Auftraggebern gehört der ZIA

Erste Mandate hat Tschammler an Land gezogen. Zu seinen Auftraggebern gehören seinen Angaben zufolge der Vorstand des Branchenverbands ZIA sowie Akteure aus Projektentwicklung, Private Equity und Investmentmanagement.

TwainTowers hat seinen Sitz in Frankfurt und ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen von London Gate, der Vermögensverwaltungsgesellschaft von Tschammler. Mit London Gate investiert er seit 2008 in Bestandsimmobilien und Projektentwicklungen und beteiligt sich an Unternehmen.

Als Deutschland-CEO von JLL führte Tschammler mehr als 1.000 Mitarbeiter und verantwortete einen Jahresumsatz von mehreren 100 Mio. Euro, jährliche Investmenttransaktionen im Umfang von bis zu 10 Mrd. Euro und Vermietungen mit einem Flächenumsatz von bis zu 600.000 qm im Jahr. Er war 2012 von DTZ zu JLL gewechselt. Den Chefposten übernahm er dann im Frühjahr 2017 von Frank Pörschke.

Harald Thomeczek

Der eiserne Thron

Sabine Eckhardt, Deutschlandchefin von JLL, verteidigt den Thron.

Sabine Eckhardt, Deutschlandchefin von JLL, verteidigt den Thron.

Quelle Thronbild: imago images, Urheber: Zuma Press; Quelle Sabine Eckhardt (Kopf): JLL; Montage: Immobilien Zeitung

Karriere 23.07.2020
JLL erobert auch 2020 den Titel als beliebtester Arbeitgeber von Studierenden immobilienwirtschaftlicher Fachrichtungen. Doch der Kampf war dieses Mal hart. Die Verfolger im ... 

JLL erobert auch 2020 den Titel als beliebtester Arbeitgeber von Studierenden immobilienwirtschaftlicher Fachrichtungen. Doch der Kampf war dieses Mal hart. Die Verfolger im Arbeitgeberranking der Immobilien Zeitung (IZ) - CBRE und Beos - sind so dicht dran am Dauersieger wie nie zuvor.

Branchenkönig! Top Global Player der Immobilienbranche! Marktführer! - die Studierenden sparen nicht mit Lob für ihren Arbeitgeberfavoriten. Für eine Person ist es der erste Titel mit JLL als Wunscharbeitgeber der Studierenden: Sabine Eckhardt, die neue CEO Central Europe. Die ehemalige Vorstandsfrau von ProSiebenSat1 hat bei JLL in Frankfurt als Nachfolgerin von Ex-Deutschlandchef Timo Tschammler im April dieses Jahres das Zepter übernommen - und nun den Thron, den JLL seit Jahren innehat, verteidigt (siehe unter anderem "Zum König gewählt", IZ 27/2017).

JLL hat es geschafft, sich beim Branchennachwuchs einen Namen zu machen. Der Immobilienberater und -dienstleister mit Hauptsitz in Chicago belegt 2020 bereits zum neunten Mal hintereinander den ersten Platz im IZ-Arbeitgeberranking. Dabei kennt nicht einmal jeder zehnte Studierende, der JLL dieses Jahr seine Stimme gegeben hat, das Unternehmen aus eigener Anschauung.

Die Firma punktet mit Internationalität, Größe und Vielfalt und den damit einhergehenden Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten. Manche Nachwuchskraft sieht JLL ganz profan als ideales Sprungbrett ins Berufsleben. Selbst weniger gute Nachrichten, wie z.B. gehäufte personelle Abgänge, können dem Prestige von JLL als Toparbeitgeber nichts anhaben (siehe "Was ist nur los bei JLL?", IZ 49/19). "Weiterhin sehr gutes Image trotz ‚Straucheln‘ im Jahre 2019", notiert ein Teilnehmer der diesjährigen IZ-Arbeitsmarktumfrage. (Zum kompletten Top-Ten-Ranking und Arbeitgeberporträts.)

Über CBRE, den alten und neuen Silbermedaillengewinner im IZ-Arbeitgeberranking, urteilen die Studierenden ähnlich. Auch über diesen Immobiliengroßkonzern US-amerikanischer Prägung sagt nur jeder zehnte seiner Wähler: "Ich kenne das Unternehmen bereits persönlich und habe gute Erfahrungen mit dem Unternehmen gemacht." Doch es hat erneut nicht gereicht. Vizemeister CBRE verpasste es mit 149 Punkten in diesem Jahr um Haaresbreite, den Seriensieger JLL vom Thron zu stürzen.

Bei Unistudenten und Frauen liegt Beos vorn

JLL weist nicht nur die meisten Nennungen als Wunscharbeitgeber Nummer eins auf (30), sondern erzielt auch in der Addition die höchste Gesamtpunktzahl (154). Geschmolzen ist zudem der Abstand zu Platz drei. Den sicherte sich wie schon im vergangenen Jahr Beos (139 Zähler). In zwei Teilrankings belegt Beos sogar den Platz an der Sonne: Die Tochter von Swiss Life Asset Managers hat bei den Universitätsstudenten die Nase vorn und bei den weiblichen Studierenden sammelte Beos - wie auch CBRE - mehr Punkte als JLL.

Insgesamt tauchen rund 150 Namen auf der Liste der Wunscharbeitgeber auf. Und immerhin jeder vierte Studierende votierte zumindest auch auf der Grundlage von Erfahrungen, die er mit dem betreffenden Unternehmen gesammelt hat, z.B. als Praktikant oder Werkstudent. In dieser Hinsicht sticht der Drittplatzierte Beos heraus: Den Asset-Manager und Projektentwickler, der ausschließlich in Deutschland aktiv ist, kennt fast jeder zweite seiner Wähler persönlich. Unter den Top Ten gehört dieser Aspekt nur bei noch zwei weiteren Unternehmen zu den drei wichtigsten Wahlkriterien.

Das Verfolgerfeld halten die drei Topplatzierten auf Abstand: Drees & Sommer auf Rang vier bringt es auf 103 Zähler. Der Projektsteuerer schob sich gegenüber 2019 um zwei Plätze vor. Union Investment hat sogar drei Plätze gutgemacht und findet sich auf Rang sieben wieder (2019: Platz zehn).

Die großen Gewinner 2020 heißen jedoch Art-Invest und Commerz Real. War Art-Invest im vergangenen Jahr noch aus den Top Ten herausgerutscht und auf Platz 13 gelandet, katapultierten die Studenten das Unternehmen nun auf Rang sechs. Commerz Real schafft erstmals den Sprung in die Top Ten, die genau genommen dieses Mal eine Top Eleven ist: Die Commerzbank-Tochter (2019: Rang 18) teilt sich mit ECE (Vorjahr: Platz neun) wegen Punktgleichheit den zehnten Rang.

Überzeugt hat Commerz Real u.a. mit "interessanten Transaktionen am Büroimmobilienmarkt", wie die Befragten preisgaben. Damit dürfte nicht zuletzt das milliardenschwere Millennium-Portfolio gemeint sein, das der Fondsmanager 2019 dem Publikumsfonds hausinvest einverleibte.

Den fünften Platz aus dem Vorjahr behauptet hat BNP Paribas Real Estate (BNPPRE). BNPPRE macht damit die Riege der drei "Maklerhäuser" unter den ersten Fünf wie schon 2019 komplett. Abgerutscht ist Patrizia: von Sechs auf Acht.

Die großen Verlierer des Arbeitgeberrankings 2020 heißen allerdings Corpus Sireo und Cushman & Wakefield. Corpus Sireo, eine weitere deutsche Tochter von Swiss Life Asset Managers, musste einen Abstieg von Platz vier auf Platz neun hinnehmen. Das ist die schlechteste Platzierung seit 2011. Von 2014 bis 2018 gehörte Corpus Sireo gar stets zu den Top Drei. Cushman & Wakefield wiederum verabschiedete sich gleich ganz aus den Top Ten. Vergangenes Jahr noch als einziger Neueinsteiger auf Position acht gelandet, reichte es für den Immobilienberater diesmal nur für Rang 19. Interessant ist, dass anders als in den Vorjahren in der aktuellen Ausgabe fast alle Teilnehmer der IZ-Arbeitsmarktumfrage einen oder mehrere Wunscharbeitgeber angegeben haben. In der Vergangenheit nannte meist rund die Hälfte der Teilnehmer keinen Wunscharbeitgeber.

Der Studierenden liebstes Betätigungsfeld ist laut der IZ-Befragung übrigens die Projektentwicklung (siehe "Traumjobs in der Immobilienwelt", IZ 25/20). Dass mit Art-Invest wieder ein Projektentwickler in den Top Ten vertreten ist, ist daher nur konsequent. Mit Strabag und Instone stehen zwei weitere Entwickler und Bauträger vor den Top-Ten-Toren. Ob die weiteren Tätigkeitsfelder von Strabag, das Unternehmen ist u.a. im Facility- bzw. Property-Management aktiv, die Wahrnehmung bei den Absolventen in spe beeinflussen, ist nicht auszumachen. Im Verfolgerfeld dahinter tummeln sich jedenfalls Unternehmen, die - auch oder ausschließlich - Immobilien entwickeln: Edge auf Platz 16, Signa und Catella gemeinsam auf Rang 17, die CG Gruppe auf Rang 20 und Hines auf Rang 25.

Das einzige Unternehmen, das außer JLL jemals an der Spitze des IZ-Arbeitgeberrankings stand, war mit Hochtief eines, das ebenfalls nicht zuletzt als Projektentwickler Anziehungskraft auf die Immobilienstudenten entfaltete. Die Essener wurden von 2009 bis 2011 dreimal in Folge auf Platz eins gewählt.

Die Wohnungswirtschaft gibt ein trauriges Bild ab

Während Makler bzw. Berater sowie Asset- und Fondsmanager reich im Ranking vertreten sind und auch das Entwickeln und Steuern von Baustellen dort seinen Platz hat, fehlt die klassische Wohnungswirtschaft wie eh und je im IZ-Arbeitgeberranking. Genau genommen geben die großen Wohnungsvermieter hierzulande ein trauriges Bild ab: Die größte deutsche Wohn-AG Vonovia teilt sich Platz 32 mit dem Chemiekonzern BASF, und der neue DAX-Wert Deutsche Wohnen, erst Ende Juni anstelle der von Corona gebeutelten Lufthansa in den deutschen Leitindex aufgerückt, erhält keine einzige Stimme. Auch die Gewerbe-AG Aroundtown, immerhin der größte Bestandshalter deutscher Gewerbeimmobilien, sucht man vergebens.

Größe allein reicht nicht: Tatsächlich ist sie für den studierenden Nachwuchs das unbedeutendste Kriterium bei der Jobwahl. Die beliebtesten Arbeitgeber der Immobilienbranche bestechen mit anderen Vorzügen. So ist ein positives Image ein entscheidendes Wahlkriterium für Studenten. Bei fast allen Top-Ten-Unternehmen zählt es zu den drei wichtigsten Aspekten.

Am allermeisten wird die Arbeitgeberwahl aber davon beeinflusst, ob das Tätigkeitsfeld mit den persönlichen Wünschen der Studierenden übereinstimmt. Dieses Kriterium taucht nicht nur bei praktisch allen Top Ten unter den drei wichtigsten Gründen auf. "Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Rolf Elgeti, war an meiner Hochschule für mehrere Vorlesungen als Gastdozent da und hat unglaublich interessante Einblicke in seine Tätigkeit gegeben, die mit meinen Wünschen an einen späteren Job übereinstimmen", begründet etwa eine 20-jährige Bachelorstudentin der Hochschule Anhalt ihr Votum für Deutsche Konsum Reit.

Positives Image beeindruckt die Studenten

Die drei Maklerhäuser in den Top Five bestechen dafür, ebenso wie die global agierenden Asset-, Investment- und Fondsmanager Union Investment und Patrizia, durch ihre Internationalität und die damit verbundenen Möglichkeiten und Karriereaussichten. Finanzielle Aspekte dagegen spielen bei der Entscheidung für den Wunscharbeitgeber eine völlig untergeordnete Rolle, und zwar sowohl bei den Top Eleven wie auch generell. Was nicht heißt, dass die jungen Leute nicht auf die Zahlen bzw. den Unternehmenserfolg schauen würden, ganz im Gegenteil. Ein Fan des Maklerhauses Engel & Völkers z.B. betont: "Ich bin ein Zahlenmensch. Und hier bei diesem Unternehmen sprechen einfach die Zahlen für sich. 2018 wurde ein Rekord-Markencourtage-Umsatz in Höhe von 720 Mio. Euro erzielt. Dieser Umsatz wurde 2019 um weitere 13% gesteigert."

Die IZ-Umfrage fand größtenteils vor dem Lockdown Mitte März statt. Grund genug, beim Seriensieger noch einmal genau hinzuschauen. Zu den Nachwuchskräften, die für JLL votiert haben, gehört auch eine Bauingenieurstudentin, die Werkstudentin im Unternehmen war, als sie an der Befragung teilnahm. "Das Team hat mir so gefallen, dass ich gerne nach meinem Abschluss dort geblieben wäre." Doch wie mancher Wettbewerber führte JLL im April Kurzarbeit ein. Damit beendete JLL zugleich die Vertragsverhältnisse mit Werkstudenten und Praktikanten, "um die Stammbelegschaft zu schützen und weil ein Regelbetrieb in unseren Büros nicht mehr aufrechtzuerhalten war", sagt Anita Thelen, seit Mai 2020 Head of Human Resources Central Europe bei JLL und damit auch für das Personal in Deutschland zuständig. Die Bauingenieurstudentin, die ihren Job als Werkstudentin verlor, zeigt Verständnis: "Der Schritt der Entlassungen ist durchaus nachvollziehbar. JLL wäre diesen Schritt sicher nicht gegangen, wenn das Unternehmen nicht gravierende Folgen der Corona-Situation für sich befürchten müsste."

Dennoch ist die Studentin nicht einverstanden mit dem Vorgehen ihres alten Arbeitgebers: "Es ist verständlich, dass schnell Maßnahmen eingeführt werden, um Arbeitsplätze zu sichern. Allerdings zeigt sich im gleichen Maße auch, wer als sicherungswürdiger Arbeitsplatz gilt. Gerade die studentischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die vielfach finanziell auf ihren Werkstudentenjob angewiesen sind, sollten in die Sicherungskonzepte eingebunden werden. Wenn alle Werkstudenten und Werkstudentinnen vor die Tür gesetzt werden, ist das ein klares Signal, was diese für einen Stellenwert haben."

Fehlende Wertschätzung moniert die betroffene Studentin insbesondere in Anbetracht der Art und Weise, wie JLL bei den Kündigungen vorgegangen ist: "Der Kommunikationsprozess war so intransparent und indirekt, dass bei den Werkstudenten und Werkstudentinnen unterschiedliche Informationen angekommen sind. Eine zentrale Kommunikation durch HR oder den Vorstand wäre wünschenswert gewesen."

JLL trennte sich nicht nur von Werkstudenten und Praktikanten, sondern brach ebenso das Assessment-Center für das Trainee-Programm ab, das im Juni beginnen sollte. Das Auswahlverfahren war noch nicht beendet. "Einen Einstellungsstopp haben wir nicht verhängt", betont Thelen jedoch. "Wir genehmigen jede Woche Stellen, je nach den Anfragen aus den Business-Bereichen, aber sehr reduziert und nur kritische Positionen." Für Nachwuchskräfte sei die Tür nicht per se verschlossen: Fünf der acht Teilnehmer des kürzlich ausgelaufenen Trainee-Programms wurden unbefristet übernommen.

Anders als JLL reagierte der Zweitplatzierte CBRE auf den Corona-Cut. "Wir haben keine Studenten entlassen, aber teilweise die Stunden vorübergehend heruntergesetzt oder die Studenten intern auf andere Stellen allokiert", sagt Mike Schrottke, Head of People. Die Trainee-Programme, versichert er, seien "nicht gestoppt worden". Das Assessment-Center für den Start im Oktober fand im März/April statt - mitten im Lockdown.

Schrottke argumentiert: "Wir haben 60% bis 70% Millennials unter unseren Mitarbeitern in Deutschland. Und da es nach der Krise weitergeht, wäre es falsch gewesen, die Trainee-Programme zu stoppen. Jetzt bereiten wir uns auf den Durchgang für das Jahr 2021 vor." Auch Juniors stellt CBRE laut Schrottke normal ein. Die Gesamtzahl der angebotenen Jobs für Einsteiger liege 2020 wie schon im Vorjahr bei 80 bis 90 Positionen. Corona ändere da nichts.

Auch an der Verteidigung des Throns hat Corona nichts geändert - zumindest in diesem Jahr. Doch der Kampf ist enger geworden und die "Machtverhältnisse" werden ausgeglichener.

Harald Thomeczek