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Bei JLL kehrt keine Ruhe ein - der Umbau geht weiter

Die Frankfurter Niederlassung von JLL wird von Markus Kullmann geleitet - offenbar aber nicht mehr lange.

Die Frankfurter Niederlassung von JLL wird von Markus Kullmann geleitet - offenbar aber nicht mehr lange.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Karriere 14.12.2020
Paukenschläge bei JLL: Das Strategy Board wird offenbar schon wieder aufgelöst, und die Zuständigkeiten der Niederlassungsleiter werden weiter beschnitten. Markus Kullmann, Regional ... 

Paukenschläge bei JLL: Das Strategy Board wird offenbar schon wieder aufgelöst, und die Zuständigkeiten der Niederlassungsleiter werden weiter beschnitten. Markus Kullmann, Regional Manager Frankfurt, und Retail-Chef Jörg Ritter stehen vor dem Absprung.

Das Strategy Board war erst vor einem Jahr aufgesetzt worden. Offiziell sollte dieses Board "eine serviceübergreifende Geschäftsstrategie erarbeiten, die mit den weltweiten Zielen des Unternehmens korrespondiert und alle wesentlichen Dienstleistungen des Unternehmens optimal auf die Bedürfnisse der Kunden ausrichtet", wie JLL damals erklärte. Insidern zufolge sollte es jedoch nur von den Kündigungen hochrangiger Führungskräfte ablenken, nicht zuletzt von Ex-Deutschland-CEO Timo Tschammler und Izabela Danner, im damaligen Management Board u.a. für HR zuständig. Nun soll das Gremium schon wieder aufgelöst werden, wie mehrere voneinander unabhängige Quellen übereinstimmend berichten.

Ein Sprecher von JLL sagt dazu: "Das Strategy Board bleibt nicht nur erhalten, sondern wird zu einem Sales Strategy Board weiterentwickelt und zusätzlich personell ausgeweitet."

Eine Quelle kommentiert diese offizielle Darstellung wie folgt: "Das alte Strategy Board hat vorher bekanntlich eine Führungs- und Managementfunktion gehabt, analog zur alten Emea-Struktur. Diese Funktion wurde aufgelöst, jetzt beinhaltet das Board nur noch Sales."

Strategy Board nach nur einem Jahr schon Geschichte

Das alte Management Board löste JLL Ende 2019 auf. Es wurde ersetzt durch ein Operations Board und eben das Strategy Board. Dem Operations Board gehören die im April angetretene neue CEO Sabine Eckhardt, COO Yama Mahasher, Head of HR Anita Thelen, Düsseldorf-Chef Marcel Abel, CFO Henning Kloos und Retail-Chef Jörg Ritter an.

Im elfköpfigen Strategy Boards sitzen neben Eckhardt, Mahasher, Ritter und Abel außerdem noch Martina Williams (Head of Corporate Solutions), Gunnar Gombert (Niederlassungsleiter in München), Ralf Kemper (Head of Valuation & Transaction Advisory), Konstantin Kortmann (Head of Residential Investment), Stephan Leimbach (Head of Office Leasing), Marcus Lütgering (Head of Office Investment) und Kai Zimprich (Chief Information Officer).

Ritter und Kullmann auf dem Sprung

JLL-Urgestein Ritter soll vor dem Absprung stehen, er kam mit Kemper's zu JLL. Seine Betriebszugehörigkeit beläuft sich auf insgesamt mehr als 20 Jahre. Verabschieden wird sich offenbar auch Markus Kullmann, Leiter der Frankfurter Niederlassung, zugleich Deutschland-Headquarter von JLL. Kullmann hatte das Zepter als Regional Manager Frankfurt zum 1. Januar 2020 übernommen. Er ist seit 13 Jahren im Unternehmen.

Kullmanns kolportierter Abschied soll im Zusammenhang mit einer Beschneidung der Zuständigkeiten der Niederlassungsleiter stehen. Den Niederlassungsleitungen werde, berichtet ein Kenner der Materie, die disziplinarische Verantwortung für die Vermietungsabteilungen entzogen. "Die fortschreitende Zentralisierung, innerdeutsch und auf europäischer Ebene, sieht eine Spartenbildung vor. Das fing mit den Servicebereichen wie Finance und HR an. Dann ging es mit den operativen Einheiten wie Corporate Solutions, der Innenausbautochter Tétris oder Valuation weiter, später wurde Capital Markets erfasst - und jetzt sind die Vermieter dran, ob Office, Industrial oder Retail."

Die lokalen Vermietungsabteilungen waren die letzten Abteilungen, die nicht nur an die jeweiligen bundesweiten fachlichen Führungskräfte, sondern auch an die Niederlassungsleiter vor Ort berichteten.

Kompetenzen der Vermietungsleiter werden wohl massiv beschnitten

Auch diese bundesweiten Vermietungsleiter müssen sich, wie zu hören ist, auf eine Veränderung einstellen: Ihnen werde innerhalb der deutschen Organisation ein neuer Vorgesetzter vor die Nase gesetzt, heißt es. Konkret: Die drei deutschen Spitzen bei der Büro-, Einzelhandels- und Logistikvermietung - Leimbach (Office Leasing), Dirk Wichner (Retail Leasing) und Frank Weber (Industrial Agency) - würden nach dieser innerdeutschen Zentralisierung Konstantin Kortmann, dem bisherigen Leiter der Wohninvestmentabteilung, unterstellt sein.

Gunnar Gombert, Leiter des Münchner JLL-Büros, soll sich im Zusammenhang mit dem Bedeutungsverlust der Niederlassungsleiter intern neu orientieren. Er gebe, sagt eine mit den Vorgängen vertraute Person, seine Position als Niederlassungsleiter auf und bekomme einen Posten im Bereich Business Development. Gombert war im Oktober 2018 von Wealthcap zu JLL gewechselt.

Eckhardt: "Key Account Management und Sales & Business Development als Bindeglied"

JLL bestätigt in einer Pressemitteilung, die nach der ursprünglichen Fassung dieses Online-Artikels auf IZ.de erschien, eine Neuausrichtung der Strategie in Deutschland: "Zum 1. Januar 2021 wird das Unternehmen analog zu der internationalen Geschäftsfeldstruktur in die Bereiche Leasing, Capital Markets, Asset Management, Corporate Solutions sowie Valuation & Transaction Advisory gegliedert." Der Beschleunigung von Entwicklungen in bestimmten Assetklassen durch Corona trage das Unternehmen Rechnung, "indem wir künftig zusätzliche service- und produktübergreifende Lösungen für unsere Kunden anbieten. Dazu bauen wir als Bindeglied zwischen unseren Geschäftsbereichen ein Key Account Management und ein Sales & Business Development auf", so Eckhardt in der Mitteilung.

Personelle Neuerungen begründet JLL mit diesen strukturellen Veränderungen. Die Personalien Kortmann, Gombert, Ritter und Kullmann bestätigt das Unternehmen. Ritter gibt seine operative Rolle zum Jahresende 2020 ab und firmiert bis Mitte 2021 als Advisor. Gombert wird als Head den neugeschaffenen Bereich Sales & Business Development führen. Die Leitung der Münchner Niederlassung führe er nur interimistisch fort. Auf Kortmann, der die neu geschaffene Position des Head of Leasing & Agency übernimmt, folgt Michael Bender, aktuell Team Leader Residential Investment Frankfurt.

Personalwechsel bis in die oberste Europaebene

Eine ehemalige Führungskraft berichtet: Die neue Deutschlandchefin Eckhardt ziehe alle Register, um die - auch, aber nicht nur durch die Corona-Krise - verursachten Umsatzverluste in Grenzen zu halten. Selbst Standortschließungen seien nicht ausgeschlossen. Einen anderen JLL-Kenner verblüfft das nicht: "Standortschließungen sind immer mal wieder in der Diskussion: Hannover, Leipzig, Köln, Stuttgart, in dieser Reihenfolge. Ich wäre nicht überrascht, wenn das jetzt durchgezogen wird." Eckhardt entgegnet: "Wir bekennen uns klar zu unseren zwölf erfolgreichen Standorten in Deutschland."

Über die Niederlassungsleiter sagt die Deutschlandchefin: Diese übernähmen in Zukunft "eine Schlüsselrolle im Key Account Management". Der JLL-Sprecher präzisiert: Die Regional Manager seien nicht nur nach wie vor für die Umsätze an den jeweiligen Standorten verantwortlich, sondern würden "künftig auch als Key-Account-Manager spezifische Kunden in der Region betreuen – bekommen also Verantwortung hinzu". Ein ehemaliger hochrangiger JLL-Mann dagegen sieht einen Bedeutungsschwund drohen: Er führt das "Interesse" der Niederlassungsleiter am "operativen Fee-Earner-Geschäft" ins Feld.

Vor wenigen Tagen erst hatte Sandra Ludwig, Head of Retail Investment bei JLL in Deutschland, ihren Wechsel in die Geschäftsführung des Hamburger Maklerhauses Grossmann & Berger publik gemacht. Mit Spannung verfolgt der Markt zudem eine Personalie auf EMEA-Ebene: Europachef Guy Grainger schlüpft Anfang 2021 in eine neue globale Rolle. Sein Nachfolger wird ein JLL-Mann aus den USA: "Der neue Europachef wird sicher wieder neue Ideen mitbringen."

Harald Thomeczek

Savills-Chef Lemli schließt Stuttgarter Büro

Savills-Deutschlandchef Marcus Lemli sieht trotz der feststehenden Schließung des Stuttgarter Büros "keine Anzeichen für eine Strategieumkehr".

Savills-Deutschlandchef Marcus Lemli sieht trotz der feststehenden Schließung des Stuttgarter Büros "keine Anzeichen für eine Strategieumkehr".

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Sell

Karriere 01.12.2020
Savills wird sich aus dem Stuttgarter Markt zurückziehen. Wie aus Marktkreisen verlautet, wird das Maklerhaus diesen kleineren Standort im Laufe des ersten Halbjahrs 2021 vom Netz nehmen. ... 

Savills wird sich aus dem Stuttgarter Markt zurückziehen. Wie aus Marktkreisen verlautet, wird das Maklerhaus diesen kleineren Standort im Laufe des ersten Halbjahrs 2021 vom Netz nehmen. Das vor fünf Jahren eröffnete Stuttgarter Büro soll nicht auf Dauer profitabel gewesen sein.

Das 2015 eröffnete Stuttgarter Büro sei, so heißt es im Markt, in den vergangenen Jahren überwiegend unter den Erwartungen geblieben. Daher habe sich Deutschlandchef Marcus Lemli dazu entschlossen, die dauerhafte Quersubventionierung zu beenden und das Büro im Südwesten zuzumachen. Die Würfel seien gefallen, die Entscheidung unumstößlich. Der Corona-Krise sei dieser Schritt nicht geschuldet. Savills ist in Stuttgart in der Bürovermietung und dem Investmentgeschäft tätig.

Geleitet wird das Stuttgarter Büro von Savills von Frank Urfer. Urfer ist seit 2011 bei Savills und war vorher Director Investment in München. Er hat den Stuttgarter Standort ab 2015 zusammen mit einem kleinen Münchner Savills-Team aufgebaut. Von der anstehenden Schließung sind acht Mitarbeiter betroffen. Diese sollen allerdings nicht alle ihren Job verlieren. Dem einen oder anderen soll eine Alternative an einem anderen Standort angeboten werden. Die Mandate bzw. Kunden, die Savills bislang aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt heraus bearbeitet bzw. betreut, sollen von den entsprechenden Teams in München und Frankfurt übernommen werden.

"Wir sind weiterhin voll auf Expansion programmiert"

Savills-Deutschlandchef Marcus Lemli hat die Schließung des Stuttgarter Büros auf Anfrage der Immobilien Zeitung bestätigt. "Wir sind weiterhin voll auf Expansion programmiert", charakterisierte Lemli die allgemeine Strategie. "Wir haben mit der Übernahme von Omega Immobilien in diesem Jahr in unser Property- und Facility-Management-Business investiert und wir werden auch weiter Senior-Leute einstellen. Mit Matthias Huss von WeWork haben wir einen Niederlassungsleiter in Hamburg an Bord genommen und in Frankfurt haben wir mit Christian Krieg einen neuen Bürovermietungsleiter von CBRE geholt. Anzeichen für eine Strategieumkehr gibt es bei uns nicht."

Savills ist hierzulande – inklusive Stuttgart – mit acht Büros in den Top-Sieben-Städten vertreten (davon zwei in Köln). Das Unternehmen bietet u.a. Dienstleistungen in den Bereichen Vermietung (Büro, Einzelhandel, Industrie/Logistik), Investment, Gebäudemanagement oder Bewertung an. PM-Mandate betreut Savills von einem halben Dutzend zusätzlicher Projektbüros aus. Das Unternehmen beschäftigt hierzulande mehr als 300 Mitarbeiter, davon etwa ein Drittel im Property- und Facility-Management, der Rest verteilt sich auf Vermietung und Investment. Was den Umsatz angeht, sind die Gewichte anders gelagert: Ungefähr ein Viertel der jährlichen Einnahmen entfällt auf das Immobilienmanagement, während rund drei Viertel aus dem Transaktionsgeschäft kommen.

Harald Thomeczek

Vonovia zahlt Mitarbeitern Corona-Prämie

Karriere 24.11.2020
Vonovia zahlt seinen Mitarbeitern im Dezember eine Corona-Prämie von 1.500 Euro. ... 

Vonovia zahlt seinen Mitarbeitern im Dezember eine Corona-Prämie von 1.500 Euro.

Die Wohn-AG nutzt so den vom Gesetzgeber festgelegten, maximal zulässigen Rahmen einer steuer- und sozialversicherungsfreien Prämie aus. Mit der Sonderzahlung will sich das Unternehmen bei seinen Mitarbeitern für ihren Einsatz in den vergangenen Monaten bedanken.

So habe Vonovia Mieter seit der Corona-Zäsur bei wirtschaftlichen Problemen unterstützt. Älteren Mietern habe man Hilfe im Alltag angeboten, zum Beispiel beim Einkaufen. Nicht nur die Leistung des - ins Homeoffice umgezogenen - Kundenservice, auch die Performance von Handwerkern und Objektbetreuern würdigt Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch: Instandhaltungen und Modernisierungen, der Neubau und die Bewirtschaftung des Bestands seien "in gewohnter Qualität" weitergeführt worden.

Vonovia beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter. Das Wohnungsunternehmen ist im Dax notiert.

Harald Thomeczek

Westwind vermittelt mehr Personal als im Vorjahr

Karriere 20.11.2020
Bei Westwind hat die Krise keinerlei Bremsspuren hinterlassen. Die Personalberatung besetzt im Corona-Jahr mehr Positionen als in ihrem bisherigen Rekordjahr 2019. ... 

Bei Westwind hat die Krise keinerlei Bremsspuren hinterlassen. Die Personalberatung besetzt im Corona-Jahr mehr Positionen als in ihrem bisherigen Rekordjahr 2019.

"Nach einer spürbaren Zurückhaltung im Frühjahr haben die meisten Unternehmen ab Sommer wieder volle Fahrt aufgenommen", bilanziert Westwind-Geschäftsführer Michael Harter. "Wir haben bereits zum jetzigen Zeitpunkt mehr Positionen besetzt als in unserem gesamten Rekordjahr 2019. Die Anfragen der Arbeitgeber haben sich erhöht, und der Kandidatenmarkt bleibt genauso eng wie im Vorjahr."

Insgesamt wird die Personalberatung am Jahresende 2020 über 100 Führungs- und Fachkräften einen neuen Job verschafft haben. Corona habe die Immobilienwirtschaft "nur kurz in Schockstarre versetzt", das Personalkarussell drehe sich "ebenso nachhaltig" wie in den Vorjahren, freut sich Harter. Er rechnet mit einer Fortsetzung des positiven Trends mindestens über die nächsten ein bis zwei Jahre hinweg und hat deshalb im Oktober zwei neue Mitarbeiter eingestellt. Damit beschäftigt er nun 18 Personalberater und Searcher in Berlin und Hamburg.

Einige Berufsgruppen haben es schwerer als andere

Doch nicht für alle Berufsgruppen sind die Aussichten gleich gut. "Die zeitweise vorherrschende Transaktionsvorsicht bzw. zum Teil das Einstellen von Ankäufen hat direkte negative Auswirkungen auf das Maklergeschäft und damit auch – aufgrund der zumeist vorherrschenden, deutlich variablen Vergütungsmodelle – auf die Verdienste der Mitarbeiter", sagt Sascha Köneke, Senior Consultant bei Westwind. Im Laufe des Sommers stellte er eine gewisse Normalisierung fest. "Inwiefern diese in den nächsten Monaten beibehalten wird, muss offen bleiben."

Keinen leichten Stand haben auch Asset-Manager für Einzelhandels- und Hotelimmobilien: Zwar ist ihr Knowhow gefragt, um laufende Assets zu stabilisieren. "Sind die Portfolios allerdings stark von Schließungen betroffen, ergibt sich natürlich die Frage der Stellenstreichung. Bezüglich der Einstellung neuer Mitarbeiter muss der Ausblick derzeit negativ sein", konstatiert Köneke. Eine Umschulung, sofern angestrebt oder nötig, könne in naheliegenden Assetklassen erfolgen. "So besteht ein Bedarf an Wissen aus dem Bereich der Hotelimmobilien zum Beispiel im wachsenden Segment der Serviced Apartments, im Bereich studentisches Wohnen und in anderen neuen Wohnformen." Auch Retail-Kenntnisse, insbesondere aus dem Asset-Management und dem Investmentbereich, "lassen sich zumeist fließend in anderen gewerblichen Assetklassen einbringen".

Harald Thomeczek

Erster Streik in der Geschichte der LEG

Der Wohnungskonzern LEG sieht sich laut der Gewerkschaft ver.di erstmals mit einem Streik konfrontiert.

Der Wohnungskonzern LEG sieht sich laut der Gewerkschaft ver.di erstmals mit einem Streik konfrontiert.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Karriere 06.11.2020
Heute Morgen haben Beschäftigte der Handwerkergesellschaft im Wohnungskonzern LEG Immobilien, der 2017 gegründeten TSP (Technik Service Plus), in Dortmund die Arbeit niedergelegt. Damit ... 

Heute Morgen haben Beschäftigte der Handwerkergesellschaft im Wohnungskonzern LEG Immobilien, der 2017 gegründeten TSP (Technik Service Plus), in Dortmund die Arbeit niedergelegt. Damit sind nicht nur zum ersten Mal TSP-Mitarbeiter in den Streik getreten: Laut der Gewerkschaft ver.di handelt es sich um den ersten Streik in der Geschichte der LEG überhaupt.

Die Gewerkschaft hatte die TSP-Geschäftsführung schon im Juni 2020 zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Sie kritisiert die "fehlende Gesprächsbereitschaft" und die "Verweigerungshaltung der Arbeitgeber zur Aufnahme von Tarifverhandlungen". Mit dem heutigen Streikauftakt wollen die Gewerkschafter den Druck erhöhen, auch mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen für den Haustarifvertrag der LEG, der Ende Dezember 2020 ausläuft und der die 400 TSP-Kollegen bisher nicht umfasst.

Die LEG hält den Vorwürfen dies entgegen: "Die Geschäftsführung unserer Tochtergesellschaft Technik Service Plus GmbH (TSP) hat in fairen, bilateralen Gesprächen mit dem Betriebsrat der TSP bislang viele Anliegen der Mitarbeiter erfolgreich und auf Augenhöhe umgesetzt. Die Gehälter bei der TSP bewegen sich im marktüblichen Rahmen."

"Bei der LEG waren Streiks bisher nicht nötig"

Nach den Worten von Benedikt Frank, dem zuständigen Gewerkschaftssekretär für die Gesellschaft TSP, ist die heutige Arbeitsniederlegung der Handwerkerkollegen der erste Streik bei der LEG überhaupt: "Bei der LEG waren Streiks bisher sonst nicht nötig", sagte Frank der Immobilien Zeitung.

Dem Gewerkschafter zufolge verdienen TSP-Mitarbeiter - also Maler, Elektriker, Tischler, Dachdecker sowie Kollegen aus dem Gewerk Heizung und Sanitär - zwischen 2.300 und 2.600 Euro brutto im Monat, bei zwölf Monatsgehältern. Würden sie nach dem Haustarifvertrag verdienen, erhielten sie laut Frank "knapp über 3.000 Euro, und das bei 14 Monatsgehältern". Der Haustarifvertrag wurde in den 1990er Jahren erstmalig eingeführt.

"Keine kontinuierliche Entwicklung der Löhne"

Die Gewerkschaft moniert zudem: Was sonst durch den bestehenden LEG-Haustarifvertrag für die meisten Beschäftigten im Konzern geregelt sei, beispielsweise regelmäßige Lohnerhöhungen, werde den Beschäftigten in der TSP verweigert. Seit Bestehen der TSP gebe es "unregelmäßige freiwillige Leistungen des Arbeitgebers, aber keine kontinuierliche Entwicklung der Löhne".

LEG zahlt auch TSP-Mitarbeitern Corona-Bonus

Die LEG kann die Streikaufforderung der Gewerkschaft weder inhaltlich noch vom Zeitpunkt her nachvollziehen: Seit Gründung der TSP seien, über die "marktüblichen" Gehälter hinaus, "weitere Mitarbeiterleistungen eingeführt oder erweitert" worden. Zusätzlich zahle die LEG "in diesem Monat einen konzernweiten Corona-Bonus von 1.111 Euro".

"In den nächsten Wochen kommen die anderen Standorte dran", kündigt Frank an. Die 400 Mitarbeiter verteilen sich auf insgesamt vier Standorte. In Dortmund beteiligen sich knapp 20 Beschäftigte, also etwa ein Viertel der Mitarbeiter am Standort, an dem Ausstand. "Wir werden zudem unsererseits alles dafür tun, die Auswirkungen der Auseinandersetzung für unsere Kunden so gering wie möglich zu halten", sagt LEG-Sprecher Mischa Lenz.

Harald Thomeczek

Jürgen Michael Schick sucht Investmentmaklerinnen

Karriere 27.10.2020
Jürgen Michael Schick, Geschäftsführer des Berliner Maklerhauses Michael Schick Immobilien, freut sich über mehr Arbeit und mehr Bewerbungen. Nur eines fehlt Schick: Ausreichend gut ... 

Jürgen Michael Schick, Geschäftsführer des Berliner Maklerhauses Michael Schick Immobilien, freut sich über mehr Arbeit und mehr Bewerbungen. Nur eines fehlt Schick: Ausreichend gut ausgebildete Investmentmaklerinnen.

"Viele Firmen nehmen derzeit Personalreduzierungen vor", konstatiert Schick. "Die Wechselbereitschaft ist deutlich höher als vor Corona." Schick merkt das an den vielen Bewerbungen, die er in letzter Zeit erhält. "Die Quantität hat deutlich zugenommen." Die Bewerber, die bei Schick vorsprechen, kommen nicht nur von anderen Immobilienberatern: Vertriebe, Projektentwickler oder Privatbanken sind weitere Quellen. Schick selbst hat, versichert er, im Corona-Jahr keinen einzigen Mitarbeiter in Kurzarbeit gesetzt, geschweige denn Entlassungen vorgenommen.

Sechs, sieben Investmentmakler kann Schick noch gebrauchen

Schick beschäftigt gut 40 Mitarbeiter in Berlin. Sie suchen für Investoren Wohninvestmentobjekte - Zinshäuser, Wohnanlagen und Neubau-Projektentwicklungen - bzw. andersherum für Verkäufer solcher Objekte nach kaufwilligen Interessenten. Nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in Ostdeutschland (Leipzig, Magdeburg, Dresden oder Halle) und Niedersachsen (Braunschweig, Hannover). Viele Kollegen haben Immobilienökonomie studiert. Auch drei Bauingenieure und zwei Juristen finden sich in Schicks Truppe.

Etwa ein halbes Dutzend zusätzlicher Investmentmakler mit Vorqualifikation bzw. Erfahrung im Transaktionsbereich könnte Schick insgesamt noch für diese Standorte gebrauchen: "Ich würde gern noch sechs, sieben Maklerkollegen zum Onboarden haben, kurz- bis mittelfristig." Denn er und seine Bestandskollegen haben "mehr zu tun als vor Corona. Die Tage sind noch länger, wir haben mehr Angebote auf dem Tisch." Anders als vielleicht die Assetklasse Commercial sei der Wohninvestmentmarkt "sehr lebendig".

"Mein Leitbild ist die gut qualifizierte Maklerin"

Besonders eine Mitarbeiter-Spezies vermisst Schick: "Mein Leitbild ist die gut qualifizierte weibliche Maklerin." In seinem Unternehmen seien diese aber noch unterrepräsentiert: Die Geschlechterquote liegt bei 60 zu 40, Vorteil Herren. Schade, denn: "Eine ausgewogene Mischung ist gut für das Team und gut für den Kunden", glaubt Schick. Und sieht auch andere Unternehmen in der Pflicht. "Die männliche Domäne zu durchbrechen ist eine Challenge für die gesamte Branche." Genug gut ausgebildete Frauen mit Expertise für das Transaktionsgeschäft, die für den Beruf des Investmentmaklers taugen, gebe es schließlich allemal.

Harald Thomeczek