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Michael Peter

Michael Peter ist Gründer der P&P Group.

Michael Peter ist Gründer der P&P Group.

Quelle: Michael Peter

Karriere 14.04.2022
Seinen Berufseinstieg hatte Michael Peter nach einer verkürzten Lehre am Bau mit 21 Jahren beim Ingenieurbüro Würffel in Neustadt an der Aisch direkt nach seinem Wehrdienst. Nur zwei ... 

Seinen Berufseinstieg hatte Michael Peter nach einer verkürzten Lehre am Bau mit 21 Jahren beim Ingenieurbüro Würffel in Neustadt an der Aisch direkt nach seinem Wehrdienst. Nur zwei Jahre später machte er sich selbstständig. Bis heute ist der 51-Jährige Inhaber der P&P Group, eines Investors und einer Investorenplattform mit Standorten in München, Fürth und Frankfurt. 2011 rief er die Stiftung P&P Vita ins Leben, die sich um benachteiligte Jugendliche kümmert und entsprechende Projekte unterstützt. An der Immobilienbranche schätzt er die Möglichkeiten, Dinge zu gestalten und mit unterschiedlichen Menschen zusammenzukommen.

Wie und wo wohnen Sie zurzeit?

Ich wohne derzeit sowohl in München als auch in Zirndorf in der Metropolregion Nürnberg im Eigentum. Die Häuser befinden sich jeweils im Grünen und bestechen durch helle und lichtdurchflutete Räume. Sie sind teilweise in Bauhausstil, mit klaren Linien und entsprechenden Sichtachsen. Im Haus in Zirndorf befinden sich helle und große Fensterfronten mit Blick in die Natur, teilweise haben wir einen parkähnlichen Blick. Man hat das Gefühl im Grünen zu wohnen. Ich wohne dort mit meiner Lebenspartnerin und unserem Hund, einem Ridgeback. Besonderheiten sind die Wellnessbereiche sowie Innen- und Außenfitnessgeräte. Der Lieblingsplatz ist die Küche.

Warum ist das Ihr Lieblingsplatz in der Wohnung?

Unsere Küche ist hell, mit einer gemütlichen Eckbank und befindet sich im Zentrum des Hauses. Hier ist auch der Schlafplatz unseres Hundes, einem Ridgeback.

Haben Sie bei einer Immobilie schon mal selbst Hand angelegt?

Ja, mein erstes Haus habe ich teilweise selbst renoviert, das heißt: entkernt. Ich war jedes Wochenende auf der Baustelle, auch an Sonn- und Feiertagen. Das Haus befindet sich in Diebach bei Neustadt an der Aisch, einem Dorf mit 80 Einwohnern.

Wie haben Sie den Weg in die Immobilienbranche gefunden?

Durch meinen Vater. Er war Unternehmer im Pharmaziebereich, wo er aber viel mit Grund zu tun hatte. Hier habe ich entsprechende Prägung erhalten, nach dem Motto: "Ein Fahrzeug nimmt mit jedem gefahrenen Kilometer an Wert ab, Grund und Boden nimmt an Wert zu." Das habe ich mit der Muttermilch aufgesogen. Ebenfalls durch entsprechende Ferienjobs am Bau. Und nach dem Abitur absolvierte ich die auf 1,5 Jahre verkürzte Ausbildung am Bau und erlernte somit ein Handwerk. Danach war ich zwei Jahre bei einem Ingenieurbüro tätig - „learning by doing“. Ich wurde in der Praxis angelernt, um dann selbständig als Bauträger im Bereich Altbausanierung in Zwickau, Dresden und in Bayern zu starten.

Was braucht man, um es in Ihrem Job zu etwas zu bringen?

Fokus, Fleiß, Ausdauer, Disziplin sowie emotionale Intelligenz. Gut ist auch, wenn man einen visionären Blick bzw. Sichtweise mitbringt.

Wie feiern Sie Erfolge?

Still, und zu wenig. Ich bin häufig schon beim nächsten Ziel.

Wie gehen Sie mit Misserfolgen um?

Es gibt kein Scheitern, nur Lernen! Grundsätzlich bin ich hungrig zu lernen, also lernen ich und mein Team täglich. Mein Credo heißt: Alles (selbst der größte Misserfolg) muss mir zum Besten dienen. Das bedeutet im Klartext: Ich muss überall für mich etwas Positives herausziehen, eine Erfahrung, eine Lesson to learn. Vorher ist die Sache für mich nicht abgeschlossen bzw. gebe ich nicht auf. Somit wird auch das Negative zum Positiven, da ich daraus gelernt habe. Fazit: Aus Minus Plus machen, aus Mist Dünger!

Was stört Sie an der Immobilienbranche am meisten?

Die Protzerei bzw. der Stolz oder gar Überheblichkeit.

Was finden Sie an der Immobilienbranche besonders gut?

Dass man in der Branche schöpferisch, innovativ und kreativ gestalten kann und mit inspirierenden Menschen zusammenkommt.

Immobilienleute haben oft einen schlechten Ruf, zurecht?

Teilweise ja, wir müssen und dürfen noch stärker unsere soziale und gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen, z.B. durch Gründung einer Stiftung für soziale Zwecke. Wir haben vor ca. 12 Jahren die Stiftung Vita gegründet, sie kümmert sich um benachteiligte Jugendliche und unterstützt entsprechende Projekte. Mittlerweile haben wir 1 Mio. Euro in die verschiedenen Projekte gespendet.

Warum würden Sie jungen Leuten raten, den Weg in die Immobilienwirtschaft einzuschlagen?

Weil man in dieser Branche etwas gestalten kann. Vor allem in der jetzigen Zeit wird es extrem viele Chancen geben für innovative neue Konzepte – Ideen sowohl im Bereich Ökologie als auch im Bereich der Assetklassen Office, Wohnen etc. Vieles darf und muss neu gedacht werden. Jetzt besteht eine Offenheit für Veränderung wie noch nie.

Was wären Sie gerne, wenn nicht Immobilienprofi?

Ich bin vor allem Investor, daher würde ich wie bislang weiter in Start-ups investieren – v.a. in Proptechs und Cleantechs. Dort können wir unsere Erfahrung und unser Netzwerk teilen, auch ohne selbst Immobilien zu entwickeln und zu handeln. Ich empfinde Selbstständigkeit als eine Reise, man beginnt als Selbständiger, dann als Unternehmer und entwickelt sich zum Investor.

Welche Gebäude in Deutschland würden Sie gerne abreißen und warum?

Keine! Wir engagieren uns weniger für den Abriss, vielmehr für das Upcycling. Wir haben in den letzten 30 Jahren sehr viele Immobilien revitalisiert. Ich liebe dieses Wort, denn es steckt "Vita" für Leben darin. Letztlich heißt das, alten, heruntergekommenen und vernachlässigten Immobilien wieder neues Leben einzuhauchen, das ist meine Leidenschaft.

Wo arbeiten Sie am häufigsten?

Ich arbeite am häufigsten an unterschiedlichen Orten. Ich bewege mich zwischen unseren Büros in München, Fürth und Frankfurt. Ich liebe insbesondere die Abwechslung, immer wieder ein anderes, neues Umfeld und eine andere Perspektive zu haben.

Wo gehen Sie am liebsten aus?

Ich gehe sehr gerne beim Italiener um die Ecke in Fürth essen. Das fühlt sich mittlerweile aufgrund der herzlichen Art der Betreiber wie „nach Hause kommen“ an und es ist eine freundschaftliche Beziehung entstanden. Das Restaurant heißt „La Palma“.

Mit welcher lebenden Person würden Sie dort gerne einmal einen Abend verbringen und warum?

Ich würde gerne mit Anthony Robbins dort einen Abend verbringen. Der Mann hat eine solche Power, positive Energie und Mindset. Er hat so vielen Menschen im Coaching geholfen, die nächste Ebene zu erklimmen, an sich zu glauben und in ihr Potenzial hineinzuwachsen. Er hat eine gigantische Weite und viel Erfahrung aus unendlich vielen Gesprächen und Seminaren. Ich würde ihn gerne in diesem Gespräch hautnah spüren, konkrete Fragen stellen und von ihm lernen!

Gibt es etwas im Ausland, was Sie in Deutschland vermissen?

Ja, ich empfinde in Deutschland eine gewisse Enge in Bezug auf Veränderungen, neue bzw. innovative Ideen. Ich vermisse die Gründerkultur und einen gewissen Pragmatismus. Ich empfinde, dass vieles in Deutschland mittlerweile viel zu komplex und überreguliert ist, siehe Steuerrecht, Baurecht, Arbeitsrecht etc. Wir ersticken förmlich in der Bürokratie.

Was bringt Sie auf die Palme?

Unzuverlässigkeit oder um den heißen Brei herumreden, und nicht auf die Frage zu antworten bzw. auf den Punkt zu kommen.

Wie können Sie abschalten?

Ich entspanne aktiv z.B. beim Sport, durch entsprechende Anspannung und darauffolgende Entspannung. Oder in der Sauna beim Schwitzen und dann entsprechendes Abkühlen. Oder bei einer Wanderung auf einen Berggipfel.

Welchen Traum würden Sie sich mit 10.000 Euro erfüllen, wenn Sie das ganze Geld auf einen Schlag ausgeben müssten?

Eine Hüttentour in den Bergen, sprich eine Wanderung von Hütte zu Hütte mit einem Guide. Dies evtl. im Ausland und die Tour dauert über eine Woche!

Das Interview führte Janina Stadel.

Immobilien Zeitung