"Mir war immer egal, was ich verkaufe – aber nicht mit wem"

Karina Ilaew.

Karina Ilaew.

Quelle: Kunz-Schulze Immobilien

Karriere 06.06.2024
Karina Ilaew ist schon kurz nach ihrer Ausbildung als Gesellschafterin beim Maklerhaus Kunz-Schulze in Karlsruhe eingestiegen. In einigen Jahren will sie das Unternehmen übernehmen. Bis ... 

Karina Ilaew ist schon kurz nach ihrer Ausbildung als Gesellschafterin beim Maklerhaus Kunz-Schulze in Karlsruhe eingestiegen. In einigen Jahren will sie das Unternehmen übernehmen. Bis dahin leitet sie es mit den Namensgebern Thomas Kunz und Roland Schulze als Dreiergespann zusammen.

Immobilien Zeitung: Frau Ilaew, wie haben Sie Ihren Weg in die Immobilienbranche gefunden?


Karina Ilaew:
Durch viele Umwege. Nach dem Realschulabschluss habe ich zunächst mein Fachabitur gemacht. Dann habe ich ein Studium in Wirtschaftsrecht begonnen, aber schnell gemerkt, dass mir der theoretische Ausbildungsweg nicht liegt. Mein Studium habe ich schließlich abgebrochen. Doch mit Mitte 20 wurde mir klar, dass ich langsam mal ein Papier brauche, auf dem steht, dass ich etwas kann. So habe ich mich entschlossen, eine Ausbildung zu machen. Infrage kamen damals zwei Optionen: entweder als Automobilkauffrau oder als Immobilienmaklerin.

IZ: Die Maklerin ist es geworden. Und schon die Ausbildung haben Sie bei Kunz-Schulze gemacht. Wie kamen Sie auf dieses Unternehmen?

Ilaew: Ich kannte das Maklerhaus durch eine Freundin. Mir hat gefallen, dass die Persönlichkeitsentwicklung sowie das unternehmerische Denken im Mittelpunkt der Ausbildung standen.

IZ: Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Ausbildung?

Ilaew: Bis ich damit starten konnte, musste ich nach meiner Bewerbung vier Monate überbrücken. Diese Zeit habe ich für ein Praktikum genutzt und habe schnell richtig beim Vertrieb mit angepackt. Damals noch im Segment Wohnen, das wir als Unternehmen nicht mehr abdecken. Ich habe es genossen, während meiner Ausbildung die Möglichkeit zu haben, viel selbst zu machen und so zu lernen. Eine Verkürzung der Ausbildung kam aber für mich trotz vorherigem Studium nie infrage. Ich habe die drei Jahre Ausbildungszeit immer auch als Sicherheitspuffer gesehen – allein schon wegen des festen Gehalts in dieser Phase.

IZ: Wie kam es zur Entscheidung, dass Sie als Gesellschafterin einsteigen?

Ilaew: Diese Pläne entstanden schon während meiner Probezeit. Selbstständigkeit bedeutet immer ein unternehmerisches Risiko – gerade als Immobilienmakler. Doch mir wurde schon in den ersten Jahren klar, dass das bei Kunz-Schulze gut funktionieren wird. 2019 war es dann so weit.

IZ: Und wie sehen Ihre Aufgaben heute aus?

Ilaew: Wir sind inzwischen komplett auf Gewerbeimmobilien spezialisiert. Ich verantworte die Vermietung von Büroflächen, was in unserer Region Karlsruhe ein wichtiges Geschäftsfeld ist. Aber ich kümmere mich auch um Personalthemen, die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing sowie um unsere Charity-Aktivitäten, bei denen wir Projekte für Kinder unterstützen und die von Anfang an ein Beweggrund für mich waren, mich für Kunz-Schulze zu entscheiden.

IZ: Sehen Sie sich eher als Strategin oder mehr im operativen Geschäft zuhause?

Ilaew: Die Mischung ist es, die mir gefällt. Mir war es immer egal, was ich beruflich mache oder verkaufe. Wichtig war mir aber, mit wem. Eine Strategie zu erarbeiten und Verantwortung zu tragen, erfüllt mich, ebenso wie messbare Ergebnisse in meinem Tagesgeschäft in der Beratung. Aber ich möchte nicht nur von Zahlen getrieben sein, sondern im Unternehmen einen Ort schaffen, an dem sich jeder wohlfühlt.

IZ: Wie funktioniert das mit drei Chefs in einem Unternehmen?

Ilaew: Ich sehe mich nicht als Chef. Wenn mich jemand so nennt, dann nur, um mich zu ärgern. Ich sehe uns drei als Verantwortungsträger, die Entscheidungen immer gemeinsam fällen.

IZ: Und was ist, wenn sich die drei Verantwortungsträger mal nicht einig sind?

Ilaew: Wir haben alle das gleiche Ziel. Nämlich immer die Lösung zu finden, die am besten für die Firma ist. Wenn jemand mal zu emotional in einer Frage steckt, dann geben wir ihm ein paar Tage Zeit. Und wenn jemand eine Fehlentscheidung trifft, dann steht er dazu.

IZ: Wie wichtig ist dieser Führungsstil für den Umgang mit Mitarbeitern?

Ilaew: Sehr. Wenn die Geschäftsführung etwas vorlebt – wie bei uns den offenen Umgang mit Fehlern –, dann fällt es auch den Mitarbeitern leicht, so zu arbeiten. Ehrlich miteinander umzugehen und Hilfe einzufordern statt vor Scham etwas zu verheimlichen ist wichtiger Bestandteil unserer Unternehmenskultur.

IZ: Wie schwer ist die Mitarbeitersuche im Moment?

Ilaew: Ich würde sagen, es war schon leichter. Im Gegensatz zum Wohnsegment gibt es bei Gewerbeimmobilien derzeit mehr Objekte als Interessenten. Das war nicht immer so und bedeutet, dass wir mehr denn je auf kreative Köpfe angewiesen sind. Der Makler ist im Moment derjenige, der eine Entscheidung beim Kunden veranlassen muss. Dazu braucht man Fachwissen und Austausch mit den Kunden. Die Beraterfunktion wird aus meiner Sicht immer wichtiger im Berufsbild.

IZ: Wie finden Sie genau diese Leute?

Ilaew: Ich suche Mitarbeiter, die ein klares Ziel vor sich sehen. Ich möchte keinen Lebensweg vorgeben, sondern ihn begleiten. Bei uns gibt es immer eine Probewoche, da sieht man, ob Teamfit und Motivation wirklich passen.

IZ: Und Ihre Pläne für die Zukunft?

Ilaew: Klar ist schon jetzt, ich werde das Unternehmen einmal übernehmen. Wann genau steht aber noch nicht fest. Wir wollen den Übergang schrittweise gestalten. Ob es, wenn sich Thomas Kunz und Roland Schulze zurückziehen, noch weitere Gesellschafter geben wird, kann ich heute noch nicht sagen. Aber ich fühle mich schon jetzt bereit, das Unternehmen auch alleine zu führen. Meine wichtigste Aufgabe jetzt ist es, den beiden Gründergesellschaftern ein gutes Gefühl damit zu geben, sodass sie irgendwann beruhigt loslassen können. Der Unternehmensname Kunz-Schulze soll aber auch dann fortbestehen.

IZ: Frau Ilaew, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Janina Stadel.

Janina Stadel

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KI soll die Tür zum Wissen für alle öffnen

Natalie Bräuninger im Gespräch mit Gerhard Feldmeyer, Hanna Huber und Nadja Stachowski (von links) bei der Real Estate Arena.

Natalie Bräuninger im Gespräch mit Gerhard Feldmeyer, Hanna Huber und Nadja Stachowski (von links) bei der Real Estate Arena.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Janina Stadel

Karriere 20.06.2024
Unternehmenseigene KIs könnten in Zukunft vorhandenes Wissen für alle Mitarbeiter zugänglich machen und aus bekannten Informationen Prognosen für die Zukunft ableiten. Dafür müssen ... 

Unternehmenseigene KIs könnten in Zukunft vorhandenes Wissen für alle Mitarbeiter zugänglich machen und aus bekannten Informationen Prognosen für die Zukunft ableiten. Dafür müssen die Nutzer die Programme aber beherrschen. Das kostet Arbeitszeit.

Ich bin der Meinung, dass man Menschen Wissen nicht eintrichtern kann", sagt Gerhard Feldmeyer, Gestaltungs- und Innovationstreiber beim Projektentwickler Moringa. "Stattdessen muss man sie dazu motivieren, sich mit einem Thema zu beschäftigen", lautet die Lösung des gelernten Architekten. Das gelte vor allem, wenn es darum geht, sich im Job weiterzubilden oder sich mit wichtigen Grundlagen aus benachbarten Abteilungen zu beschäftigen. Auf dicke Leitfäden in Buchform oder Datenbanken, wie er sie im Laufe seiner Karriere in vielen Unternehmen kennengelernt hat, greifen Mitarbeiter nach seiner Erfahrung nur zurück, wenn sie eine konkrete Frage haben. Einen Anreiz, sich mit dem gesammelten Wissen von Kollegen oder Vorgängern zu beschäftigen, bieten sie hingegen kaum. Die oft wertvollen Inhalte der Leitfäden gingen dadurch zum Teil verloren, nicht zuletzt, weil die Darstellung der Informationen meist unübersichtlich sei.

Um sich mit etwas zu beschäftigen, das über den Arbeitsalltag hinausgeht, müssten Mitarbeiter jedoch erst einmal wissen, was es alles zu entdecken gibt, meint Nadja Stachowski, Head of Business Development von GMP Architekten. In ihrem Unternehmen dienen derzeit regelmäßige Kurzmeetings dazu, Mitarbeiter auf Themen aufmerksam zu machen. In weniger als 15 Minuten werden Ideen, Tools und Infos zu Wettbewerben umrissen. Wer sich von etwas angesprochen fühlt, kann sich im Anschluss an einen passenden Ansprechpartner im Unternehmen wenden. "Dafür müssen Experten klar ausgewiesen sein, damit jeder seine erste Anlaufstelle kennt, um sich auf eigene Faust tiefer mit dem Thema zu beschäftigen und eigenes Wissen aufzubauen", betont Stachowski. Gleichzeitig lernen Mitarbeiter durch das Beibringen und Erklären ihrer Inhalte am meisten.

Um das weiter zu fördern, will sich Hanna Huber bei Drees & Sommer nicht nur auf die intrinsische Motivation von Mitarbeitern verlassen, ihr Know-how weiterzugeben. Sie leitet seit 2020 das Innovationscenter des Unternehmens und schlägt während einer Veranstaltung zum Thema Wissensmanagement auf der Messe Real Estate Arena in Hannover vor: "In Zielvereinbarungen müsste festgelegt werden, dass das Teilen von Wissen belohnt wird." Es dürfe nicht als zusätzliche Arbeit oder einem Gefallen gegenüber einem Kollegen angesehen werden, sondern als fester Bestandteil der eigenen Stelle.

Umgang mit den Tools muss trainiert werden

Bisher geschehe das bei Drees & Sommer durch Treffen zwischen Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen und Standorten, die sich als Expertengruppe zu einem festgelegten Thema austauschen. Für die Zukunft denkt Huber aber auch an eine unternehmenseigene KI als Plattform für die Wissensweitergabe. "Im Moment ist sie noch ein kleines Helferlein, doch langfristig könnte eine unternehmenseigene KI das Wissensmanagement innovieren", sagt sie. Ihre Vision ist es, dass sich Mitarbeiter nicht länger über ein Suchfeld in einer Datenbank orientieren. Aber auch mit einem Chatbot sollen sie nicht sprechen. Stattdessen wünscht sich Huber ein Tool, das einen virtuellen Austausch mit Mitarbeitern ermöglicht – und zwar zeit- und ortsunabhängig. Somit kann auch auf das Wissen von Mitarbeitern zurückgegriffen werden, nachdem die das Unternehmen schon verlassen haben. "Eine gute KI könnte es uns ermöglichen, aus einer kleinen Info auch Prognosen für die Zukunft abzuleiten", sagt sie. Damit das funktioniert, müsse die KI aber auch mit den passenden Inhalten gefüttert werden. "Und das kostet Zeit und Geld", räumt sie ein. Als Problem sieht sie den komplexen Aufbau einer KI, der von den Mitarbeitern verstanden werden muss. "Genutzt werden kann das Tool nur von denen, die genügend Zeit haben, sich richtig einzuarbeiten", so Huber. Einige Mitarbeiter – vor allem jüngere – beschäftigen sich bereits in ihrer Freizeit mit KI-Tools. Das sollte im Unternehmen gefördert und ausgebaut werden. Doch dabei gebe es einiges zu beachten. "Der Umgang mit der KI im Unternehmen unterscheidet sich vom privaten Gebrauch", warnt Huber. Als Beispiele nennt sie Bestimmungen zum Datenschutz und das Einspeisen von Geschäftsgeheimnissen. "Es wäre wünschenswert, wenn das Wissen der KI auch über Unternehmensgrenzen hinweg zur Verfügung stünde. Aber mit diesem Ziel ist es essenziell, genau zu klären, welche Informationen in die Plattform eingespeist werden dürfen."

Um die Schwierigkeiten klar zu machen und gleichzeitig zu ersten Erfahrungen im Umgang mit KI zu verhelfen, bietet Drees & Sommer schon jetzt sogenannte KI-Learning-Lunches für die Mitarbeiter an. Dort gibt es Schulungen beispielsweise zum Prompting, bei denen die Teilnehmer lernen und auch üben können, wie Befehle und Fragen an das Programm formuliert werden müssen, um die erhofften Antworten angezeigt zu bekommen. Damit sich die Inhalte der Schulungen verfestigen, gibt es inzwischen Challenges, bei denen sich zum Beispiel Abteilungen darin messen, wer das kreativste Bild mit einem KI-Programm erstellen kann. So sollen Anreize geschaffen werden, sich über die Seminarzeit hinaus mit den Inhalten zu beschäftigen und die eigenen Skills auszubauen.

Janina Stadel

Tarifkonflikt am Bau ist beendet

Karriere 14.06.2024
Nach den Gewerkschaftsvertretern haben die Arbeitgeber dem Tarif-Kompromiss im Bauhauptgewerbe zugestimmt. Damit ist der von Streiks begleitete Konflikt beendet. ... 

Nach den Gewerkschaftsvertretern haben die Arbeitgeber dem Tarif-Kompromiss im Bauhauptgewerbe zugestimmt. Damit ist der von Streiks begleitete Konflikt beendet.

Die Tarifgemeinschaft der Arbeitgeber teilte am Freitag mit, eine Mehrheit für den wenige Wochen zuvor ausgehandelten Kompromiss erzielt zu haben. Die Gewerkschaft IG Bau hat der Einigung zuvor zugestimmt. Von Baugewerbeverband und Bauindustrie heißt es, man sei froh über die gewonnene Planungssicherheit.

Der neue Tarifvertrag sieht eine Laufzeit von drei Jahren vor. Demzufolge sollen in einer ersten Stufe sämtliche Monatsgehälter pauschal um 230 Euro sowie um 1,2% im Westen und 2,2% im Osten steigen. Phase zwei sieht zum 1. April des kommenden Jahres noch einmal 4,2% mehr im Westen und 5,0% im Osten vor. Im Jahr darauf erfolgt noch einmal ein Schritt um 3,9% im Westen. Im Osten sollen die Löhne dann entsprechend an das Westniveau angeglichen werden.

Um die Attraktivität der Ausbildung auf dem Bau zu steigern, haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer darauf geeinigt, dass die Vergütung für das erste Ausbildungsjahr für alle Ausbildungsberufe bundeseinheitlich ab dem 1. Mai 2024 auf 1.080 Euro erhöht werden soll. Für die weiteren Ausbildungsjahre sind ebenfalls Erhöhungen vorgesehen. Ziel ist zudem eine stärkere Annäherung der Ausbildungsvergütung der technisch-kaufmännischen Ausbildungen an jene der gewerblichen Ausbildungen. Zum 1. April 2026 sollen die Ausbildungsvergütungen im Westen erneut um 3,9% angehoben und die Ost-West-Angleichung vollzogen werden.

Kristina Pezzei

Die Assetklasse ist zweitrangig

Längst nicht alle Bewerber sind auf eine Immobilienart festgelegt.

Längst nicht alle Bewerber sind auf eine Immobilienart festgelegt.

Quelle: Career Pioneer GmbH & Co. KG, Urheber: Alexander Sell

Karriere 13.06.2024
Inhalte aus dem Studium und erste Erfahrungen in Praktika bringen Nachwuchskräften die Eigenheiten verschiedener Gebäudetypen nahe. Doch gerade in ersten Karrierejahren bleibt es nicht ... 

Inhalte aus dem Studium und erste Erfahrungen in Praktika bringen Nachwuchskräften die Eigenheiten verschiedener Gebäudetypen nahe. Doch gerade in ersten Karrierejahren bleibt es nicht immer bei den Favoriten.

Durch den eigenen Bezug im Alltag, bleibt das Segment Wohnen die beliebteste Assetklasse der Berufseinsteiger. Mehr als drei Viertel der 516 Hochschulabsolventen, die an der diesjährigen Arbeitsmarktumfrage der Immobilien Zeitung (IZ) teilgenommen haben, können sich vorstellen, sich beruflich mit der Gebäudeart zu befassen. Doch nur die wenigsten geben eine einzige Immobilienart als Wunsch an. So können sich mehr als 60% auch die Arbeit mit Büros und jeder dritte Teilnehmer mit Handelsimmobilien vorstellen. Fast genauso viele interessieren sich für Logistikgebäude.

Dass Berufseinsteiger nur selten nach einer Arbeit mit einer bestimmten Assetklasse suchen, merken die Mitarbeiter von Office First an ihrem Ausstellerstand beim IZ Karriereforum. "Obwohl wir das Wort Büro im Namen tragen, bedienen wir auch andere Assetklassen, wie zum Beispiel Wohnen", erklären sie den Besuchern immer wieder. Für viele ist das ein Grund, sich genauer über Einstiegsmöglichkeiten im Unternehmen zu informieren. "Letzten Endes müssen die Aufgaben passen und der Standort", sagt ein Student, der einen Praktikumsplatz sucht.

Bei Savills zeigen Nachwuchsmakler in diesem Jahr verstärkt Interesse an Logistikimmobilien, weil sie die Größe reizt. Doch im Gespräch mit den Mitarbeitern wird vielen klar, dass durch niedrigere Mietpreise pro Quadratmeter auch Gewerbe- oder Büroflächen zu guten Boni und Provisionen führen können. Diese Aussicht sorgt bei manchem schnell für Interesse in diesem Segment.

Einen Wechsel zwischen den Assetklassen hat Celine Lee bereits hinter sich. "Viele steigen erst einmal im Feld Wohnen ein, weil man dazu in der Ausbildung und im Studium oft den meisten Input bekommt", sagt sie. Auch sie sei diesen Weg gegangen, bis sie sich vor vier Monaten umentschieden hat und ins Property-Management von CEV Handelsimmobilien wechselte. "Ausschlaggebend waren für mich der Umgang mit den Mietern und die Möglichkeit, individuellere Mietverträge zu gestalten", sagt sie. In Gesprächen mit Berufseinsteigern auf dem Karriereforum merkt sie, dass die meisten klar zwischen Wohn-, Gewerbe- und Handelsimmobilien unterscheiden. Gerade, wer in einem Praktikum schon Erfahrungen mit einer Assetklasse gesammelt hat, steuere bei der Jobsuche häufig die passenden Unternehmen an. Dabei ist für die Young Professional nach ihrem eigenen Wechsel klar: "Eine gute Ausbildung liefert die Grundlagen, die auf jede Gebäudeart anzuwenden sind. Erst im Laufe der Jahre zeigen sich die Eigenheiten der verschiedenen Immobilientypen. Wer für einen Wechsel bereit bleibt, hält sich mehr Auswahlmöglichkeiten in den ersten Berufsjahren offen."

Janina Stadel