"Viele Immobilienunternehmen haben Besetzungen gestoppt"

Personalberater Josef Homola arbeitet u.a. für Immobiliengesellschaften von Banken, Bauunternehmen, Investmentgesellschaften oder Ingenieurbüros.

Personalberater Josef Homola arbeitet u.a. für Immobiliengesellschaften von Banken, Bauunternehmen, Investmentgesellschaften oder Ingenieurbüros.

Quelle: Homola Personalberatung, Urheberin: Fotografin Alexandra Berninger

Karriere 26.03.2020
Prof. Josef Homola, Partner und Gründer von Homola Personalberatung aus Bad Homburg, ist in den letzten anderthalb Wochen ein nicht ganz unwesentlicher Teil seiner Auftragspipeline ... 

Prof. Josef Homola, Partner und Gründer von Homola Personalberatung aus Bad Homburg, ist in den letzten anderthalb Wochen ein nicht ganz unwesentlicher Teil seiner Auftragspipeline abhanden gekommen. Immobilienunternehmen hätten aufgrund der um sich greifenden Verunsicherung rund um die Bekämpfung des Coronavirus im Recruiting auf die Stopptaste gedrückt. Der Personalberater hält das nicht nur für übertrieben, sondern sogar für "gefährlich".

"Vor sechs Wochen hatten wir noch Anfragen ohne Ende. Es gab mehr Mandate, als man Bewerber finden konnte. Aufgrund der Unsicherheit durch Corona haben viele Unternehmen Besetzungen gestoppt und sind in einen Dornröschenschlaf gefallen. Uns ist binnen zehn Tagen ein Drittel unserer Mandate weggebrochen", berichtet Homola.

Egal ob Großbank, institutioneller Anleger oder angelsächsische Investmentgesellschaft: Viele Unternehmen hätten sich sehr schnell von der herrschenden Unsicherheit anstecken lassen. Dabei würden viele Immobilienunternehmen, so Homola, bislang ja noch gar keine Auswirkungen der Corona-Krise, z.B. in Form von Mietausfällen, zu spüren bekommen.

"Wir haben z.B. für eine hochgestellte Position den richtigen Mann gefunden; der Kunde war auch sehr interessiert. Jetzt will er aber keinen weiteren Schritt gehen, sondern hat auf die Stopptaste gedrückt", erzählt Homola. Seine Empfehlung: Die Unternehmen sollten Kandidaten, mit denen sie schon im Kontakt stehen, besser "zumindest für einen bestimmten Zeitraum zu binden versuchen und den Kontakt halten, indem sie z.B. Interviews per Videokonferenz führen".

"Sie signalisieren damit auch etwas am Markt"

Denn wenn der Bedarf da ist – "und das ist er, Fachkräfte werden dringend gesucht!" – sollten die Arbeitgeber Besetzungen lieber, und sei es auch gleichsam auf Sparflamme, weiterlaufen lassen. Homola jedenfalls hält es für "ungesund und sogar gefährlich", wenn Arbeitgeber Mandate bis auf Weiteres - in der jetztigen Situation also in aller Regel auf unbestimmte Zeit - stoppen. "Wenn sie sich so schnell verunsichern lassen, signalisieren sie damit ja auch etwas am Markt."

Homola Personalberatung versteht sich als Recruiting-Boutique für Führungs- und Fachkräfte u.a. in den Bereichen Projektentwicklung/Bauträger, Projektmanagement und Bau sowie Property- und Facility-Management.

Harald Thomeczek

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Corona ist Sand im Jobgetriebe

Alexandre Grellier 2019 auf der Mipim im französischen Cannes. Die Immobilienmesse in ihrem gewohnten Format fiel dieses Jahr dem Virus zum Opfer.

Alexandre Grellier 2019 auf der Mipim im französischen Cannes. Die Immobilienmesse in ihrem gewohnten Format fiel dieses Jahr dem Virus zum Opfer.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Karriere 30.03.2020
Die Geschäfte mit deutschen Immobilien und der Jobmarkt für Immobilienprofis liefen seit Jahren Hand in Hand auf Hochtouren. Das Coronavirus hat dem Treiben zumindest kurzfristig einen ... 

Die Geschäfte mit deutschen Immobilien und der Jobmarkt für Immobilienprofis liefen seit Jahren Hand in Hand auf Hochtouren. Das Coronavirus hat dem Treiben zumindest kurzfristig einen Dämpfer verpasst. Arbeitgeber aus der Immobilienbranche können Stellen nicht mehr so schnell besetzen wie gewünscht oder beschränken ihre Recruiting-Bemühungen mitunter auf das Nötigste.

Der Datenraumanbieter Drooms schaut im Moment genau hin: Welche freien Stellen müssen jetzt wirklich besetzt werden, welche nicht? "Aktuell beschränken wir uns auf Positionen, die unser Kernbusiness vorantreiben. Dazu gehören vor allem neue Mitarbeiter für unseren Entwicklungsbereich", sagt Alexandre Grellier, CEO und Mitgründer von Drooms, mit Blick auf laufende Einstellungsverfahren.

Eine Verschlechterung der Auftragslage verzeichnet der Chef von 150 Mitarbeitern - von denen die meisten im Frankfurter Headquarter arbeiten, wenn sie nicht Corona-bedingt im Homeoffice sitzen - bisher nicht. Neue Jobs will Grellier daher auch weiterhin ausschreiben - allerdings, siehe oben, nur "relevante", sprich: in erster Linie im Bereich Entwicklung.

Jobs mit "niedrigerer Priorität" zurückgestellt

Das Proptech WiredScore, das in Deutschland elf Mitarbeiter und global 90 Leute beschäftigt, geht ähnlich vor wie Drooms. Aktuell schreibt zwar auch WiredScore weiterhin Stellen aus - aber eben auch nur solche, "die essenziell für unser Kerngeschäft sind bzw. schon vor der Corona-Krise mit höchster Priorität gesucht wurden", wie Geschäftsführer Sebastian Kohts erklärt. Bei allen anderen Positionen mit einer "niedrigeren Priorität" würden momentan alle Einstellungsverfahren zurückgestellt. Das weitere Vorgehen werde alle zwei Wochen neu evaluiert, so Kohts. WiredScore zertifiziert Gebäude in puncto digitale Infrastruktur.

"Es macht zurzeit keinen Sinn, neue Jobs auszuschreiben"

Ungleich kleiner als Drooms oder WiredScore ist das Beratungsunternehmen ImmoTiss care. Zusammen mit seiner Tochter Trasenix kommt die auf Sozialimmobilien spezialisierte Firma auf ein Dutzend Mitarbeiter. Da will jede Neueinstellung besonders gut überlegt sein. Vielleicht auch deshalb sagen Jochen Zeeh, Geschäftsführer von ImmoTiss care, und Oliver Zirn, der die Geschäfte von Trasenix führt: "Solange der weitere Verlauf der Krise und insbesondere des Shutdowns nicht abzusehen ist, macht es aus unserer Sicht keinen Sinn, neue Jobs auszuschreiben." Der Auftragseingang der nächsten Wochen und Monate sei schließlich kaum abzuschätzen.

Die Zuversicht hat Zeeh und Zirn nicht verlassen: Sie gehen davon aus, dass es sich bei dem herrschenden Ausnahmezustand "um einen überschaubaren Zeitraum von mehreren Wochen, maximal wenigen Monaten handelt, und danach die Dynamik am Markt für Healthcare-Immobilien zurückkehrt" - und damit die Arbeit für sie und ihre Mitstreiter.

"Die Pandemie verändert unsere Personalstrategie nicht"

Während andere mehr oder minder kräftig auf die Personalbremse treten, sieht die Hamburger Projektentwicklungs- und Investmentgesellschaft Quest Investment Partners aktuell keinen Grund für Zurückhaltung. "Die Corona-Pandemie veranlasst uns derzeit nicht, unsere Personalstrategie zu ändern. Wir haben viel zu tun und aktuell sechs interessante Stellen zu besetzen. Wir werden dafür unverändert geeignete Kandidaten rekrutieren", sagt Theja Geyer, einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens mit aktuell 40 Beschäftigten.

"Der persönliche Kontakt bleibt maßgeblich" ...

Tobias Drasch aus der Geschäftsleitung des Handelsimmobilienentwicklers Ratisbona mit ca. 130 Mitarbeitern macht auf ein ganz praktisches Problem aufmerksam, das zurzeit so ziemlich alle Unternehmen haben dürften, wie offensiv oder defensiv sie auch unterwegs sein mögen. Ratisbona schreibe zwar "grundsätzlich weiterhin" Stellen aus und führe auch unverändert "erste" telefonische Gespräche, so Drasch. Von persönlichen Vorstellungsgesprächen sehe das Unternehmen aktuell aber "natürlich" ab.

"Daher gestaltet sich der Bewerbungsprozess derzeit länger als üblich", konstatiert Drasch. Denn allein nach Ferngesprächen stellen die Entscheider bei Ratisbona keine neue Kollegen ein: "Der persönliche Kontakt und Eindruck ist für uns weiterhin maßgeblich."

... darum ziehen sich Besetzungen zurzeit länger hin

Ähnliches lässt Ludwig von Busse, Co-Gründer und Geschäftsführer von Simplifa, verlauten: "Wir arbeiten derzeit bei Simplifa weiter nach Plan und stellen unverändert neue Mitarbeiter ein, die wir für die Umsetzung unserer Projekte dringend benötigen. Wir setzen beim Kennenlernen von potentiellen Mitarbeitern weiterhin auf das persönliche Gespräch, daher kann sich der Einstellungsprozess aufgrund der jetzigen Beschränkungen länger gestalten." Das im Bereich Aufzugsmanagement tätige Proptech zählt aktuell 40 Mitarbeiter.

Harald Thomeczek

Hemsö hilft Helfern

Blick ins Berliner Büro von Hemsö. Die Aufnahme entstand im September 2019, lange vor dem Ausbruch des Coronavirus.

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Quelle: Hemsö, Urheber: Jens Nagel

Karriere 26.03.2020
Hemsö stellt seine Mitarbeiter wegen der Corona-Krise bezahlt frei, damit sie sich angesichts geschlossener Schulen und Kitas z.B. um die Kinder von Ärzten und Pflegern kümmern können. ... 

Hemsö stellt seine Mitarbeiter wegen der Corona-Krise bezahlt frei, damit sie sich angesichts geschlossener Schulen und Kitas z.B. um die Kinder von Ärzten und Pflegern kümmern können.

Auch der Deutschlandchef des schwedischen Sozialimmobilieninvestors macht mit: "Ich habe mich bei meinem lokalen Krankenhaus angeboten und warte auf Rückmeldung. Ich werde ebenfalls bei Pflegeheimen in meinem Umfeld Hilfe anbieten", sagte Jens Nagel, Head of German Business von Hemsö, der Immobilien Zeitung Ende vergangener Woche. Die deutsche Dependance von Hemsö befindet sich in Berlin. Dort arbeiten sechs Mitarbeiter für das Unternehmen, das sich mehrheitlich im Besitz eines staatlichen schwedischen Pensionsfonds befindet und in Deutschland u.a. Pflegeheime kauft und entwickelt.

"Die Mitarbeiter, die neben der Betreuung ihrer eigenen Kinder noch Zeit haben und dazu bereit sind, bieten ihre Hilfe z.B. in Krankenhäusern, aber auch bei Menschen aus der Risikogruppe an", erzählt Nagel. Dabei geht es nicht nur um Kinderbetreuung, sondern auch um andere Formen der Unterstützung im Alltag, "also z.B. das medizinische Personal bei Einkäufen unterstützen, sich um Haustiere, die Wohnung etc. kümmern". Bezahlt freigestellt würden Hemsö-Mitarbeiter, die sich auf die eine oder andere Art engagieren, "so lange wie nötig", so Nagel.

Auch in Schweden ermutigen die Chefs von Hemsö ihre Mitarbeiter in der Coronakrise, ihren persönlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung eines funktionierenden Gesundheitssystems zu leisten. "Dort hat man aber bislang einen anderen Weg verfolgt als in Deutschland, eher den britischen Weg. Es gibt noch keine flächendeckenden Schulschließungen." Die Situation ändere sich jedoch täglich und sei deshalb sehr schwer einschätzbar.

Harald Thomeczek

"Ich würde auch für mehr Geld nicht wechseln"

CREM-Mann Jöri Engel mit Smartphone - wohl ein zarter Hinweis auf das Kerngeschäft seines Arbeitgebers.

CREM-Mann Jöri Engel mit Smartphone - wohl ein zarter Hinweis auf das Kerngeschäft seines Arbeitgebers.

Urheberin: Nadia Schweizer

Karriere 26.03.2020
Jöri Engel ist Head Corporate Real Estate Management (CREM) bei Swisscom. Er hält dem Schweizer Telekommunikationskonzern schon seit 18 Jahren die Treue - auch wenn er außerhalb der ... 

Jöri Engel ist Head Corporate Real Estate Management (CREM) bei Swisscom. Er hält dem Schweizer Telekommunikationskonzern schon seit 18 Jahren die Treue - auch wenn er außerhalb der CREM-Welt vielleicht größere Brötchen backen könnte. Sein Arbeitgeber punktet bei ihm mit anderen Werten.

Wissen Sie, was ein Global Head of Corporate Real Estate eines internationalen Finanzdienstleisters, eines Technologiekonzerns oder einer großen Versicherung verdient? Im vergangenen Jahr im Schnitt 307.000 US-Dollar (Grundgehalt plus Boni). Das waren 4,7% mehr als 2018. Das zeigt die aktuelle Gehaltsumfrage des Berufsverbands CoreNet Global, der seine Wurzeln in den USA hat, zusammen mit FPL Associates. Insgesamt lüfteten 158 CRE-Leute, vom Global Head of bis zum gemeinen Immobilienprofi, anonym das Geheimnis ihres Gehaltszettels. Die meisten von ihnen haben ihren Dienstsitz in Nordamerika.

In Europa werden etwas kleinere Brötchen gebacken: Hier wog das durchschnittliche Gehaltspaket, das der Chef einer CRE-Abteilung bekam, nur rund 256.000 USD - minus 7,2%. Doch Vorsicht: In Europa beteiligt sich traditionell nur eine Handvoll CREM-Leute an der Befragung. In diesem Jahr flossen nicht mehr als fünf Angaben von CREM-Leitern in die europäische Benchmark ein. Angesichts der Nordamerikalastigkeit des Zahlenwerks - und weil man nicht weiß, wer bei der Umfrage im jeweiligen Jahr aus Europa mitgemacht hat, - ist es wohl kaum statthaft, aus dem Vergleich der 2018er und der 2019er Zahlen eine Art Entwicklung der europäischen CREM-Gehälter herleiten zu wollen.

Sicher nicht mitgemacht hat Jöri Engel. Der Schweizer ist Head Corporate Real Estate Management beim Telekommunikations- und IT-Unternehmen Swisscom mit Sitz in Worblaufen bei Bern. "Früher haben wir bei solchen Gehaltsstudien auch mitgemacht. Dann mussten wir jedoch enttäuscht feststellen, dass die nicht viel hergeben." Ein Grund: In keinem Unternehmen sei eine bestimmte Rolle genau so definiert wie in einem anderen. "Bei uns ist ein Asset-Manager etwas ganz anderes als bei der Credit Suisse. Und bei der Schweizer Bundesbahn wäre mein Asset-Manager wahrscheinlich ein Portfoliomanager", nennt Engel Beispiele.

Dass Engel trotzdem an dieser Stelle zu Wort kommt, auch wenn er für die Gehälteranalyse keine Daten geliefert hat, liegt daran, dass er seit dem vergangenem Jahr Präsident von CoreNet Global in der Region Central Europe ist. Nicht, dass ihn die Gehälter anderer CREM-Chefs oder von Asset-, Investment- oder Projektmanagern in den CREM-Abteilungen anderer Konzerne aus der Schweiz oder Deutschland nicht interessieren würden. Aber um an Daten wie diese zu gelangen, setzt Engel eher auf einen "vertraulichen Austausch" mit Branchenkollegen.

Festgestellt hat er bei den Tête-à-Têtes insbesondere drei Dinge. Erstens: "Wenn wir uns im artreinen CREM-Umfeld bewegen, sind die Vergütungen vergleichbar. Zumindest, was die Basissaläre betrifft."

Zweitens gebe es in Konzernstrukturen für gewöhnlich Zulagen, "die andere, reine Immobilienunternehmen vielleicht nicht haben". Die Swisscom z.B. punktet bei Engel, indem sie einen großen Teil seiner Altersvorsorge übernimmt, ihm eine Lebensversicherung sponsert oder ihm einen Freibetrag für Telekommunikationsdienstleistungen gewährt.

"Sobald Rendite hineinspielt, werden andere Gehälter gezahlt"

Dritte Erkenntnis: "Sobald ein Unternehmen nicht mehr artrein CREM macht, sondern auch nur zum Teil Property-Company ist, z.B. Projektentwicklung gemacht oder in Liegenschaften investiert, sobald also das Renditeelement als Teil der Finanzwirtschaft hineinspielt, werden andere Gehälter gezahlt." Konkret können sich die Saläre laut Engel auf C-Level (CEO & Co.) teilweise verdoppeln.

Da stellt sich doch die Frage, warum Engel selbst dieser Verlockung bis dato widerstanden hat und seinem Arbeitgeber schon seit 18 Jahren die Treue hält. Seine Laufbahn bei Swisscom begann 2002 im Bereich Facility-Management. "Ich würde auch für mehr Geld nicht im Property-Management arbeiten", sagt Engel und meint mit Property-Management nicht die schnöde Immobilienverwaltung, sondern den rein renditeorientierten Umgang mit Gebäuden. "Im CREM geht es um Gestaltung. Wir haben direkten Zugang zu der Konzernleitung und sind Teil von vertraulichen Themen."

Von einer Tätigkeit bei Swisscom Immobilien fühlen sich, hat Engel festgestellt, vor allem Menschen mit einer technischen Affinität angesprochen. Menschen, die in erster Linie einen Bezug zum Kerngeschäft Telekommunikation/IT mitbringen. Menschen, die "nachhaltig" und "langfristig" orientiert seien und eher auf "wiederkehrende Projekte und Menschen" aus seien - und weniger auf einen großen Deal nach dem anderen.

"Wir gewinnen viele Leute, die sich in ihrem zweiten beruflichen Lebensabschnitt befinden, die schon Karriere gemacht haben und jetzt nicht mehr unbedingt einen Führungsjob brauchen", verrät der Immobilienchef des Schweizer Großkonzerns, der rund 17.000 Mitarbeiter beschäftigt (Festnetz, TV, Mobilfunk etc.).

Nicht, dass Engel nicht gern auch das eine oder andere jüngere Semester in seine Immobilienmannschaft aufnähme: "Das ist schon auch unsere Zielgruppe." Aber: "Wir können Absolventen vier, fünf, sechs Jahre begeistern - dann kommt das Problem, dass sie den beruflichen Aufstieg wollen." Der ist aber leider mit Führungspositionen verbunden, von denen es in der nur 27-köpfigen Truppe von Swisscom Immobilien - das Facility-Management hat Swisscom 2009 ausgelagert - kaum welche gibt. Und ins Kerngeschäft Telekom hineinentwickeln können sich die Immobilienspezialisten ja auch schlecht.

Wer zurzeit einen immobilienwirtschaftlichen Studiengang absolviert und sich nach seinem Abschluss ein Engagement im Ausland vorstellen kann, könnte nach seinem Abschluss einen Blick auf die Jobinserate von Swisscom werfen. Neulinge mit Masterabschluss, die z.B. FM-Dienstleister steuern, "starten bei uns mit rund 100.000 Franken", lockt Engel. Das wären Stand Mitte März rund 94.000 Euro. Selbst für Bachelorabsolventen wären zum Berufsstart um die 90.000 Franken drin. "Aber das Leben in der Schweiz kostet auch was", relativiert Engel diese üppigen Saläre.

Swisscom Immobilien kümmert sich in der Schweiz um knapp 1.200 Liegenschaften, von Rechenzentren über Bürogebäude bis hin zu Shops, mit einer Gesamtfläche von ca. 1,1 Mio. m². Eigentlich sind es sogar rund 13.000 Objekte - darunter allerdings viele kleine Parzellen mit Mobilfunkantennen, "die man nicht als Immobilien bezeichnen würde", so Engel. Von den Objekten, die "eine Tür, Fenster und ein Dach haben", gehören rund 1.000 Swisscom selbst, die restlichen 200 sind gemietet. Flächenmäßig machen die gemieteten Gebäude, darunter alle Büros und Shops, jedoch ca. 40% des Gesamtportfolios aus. Im Eigentum hält der Konzerns vor allem Betriebsobjekte, also u.a. die Rechenzentren.

Harald Thomeczek