Karriere-News

Jeder vierte Vater wagt heute Elternzeit

Hand aufs Herz: Wirkt dieser Anblick der drei Väter mit Kinderwagen irritierend auf Sie? Das könnte daran liegen, dass immer noch überwiegend Mütter in Elternzeit gehen. Doch Männer nutzen diese Chance, früh eine enge Bindung zu ihrem Kind aufzubauen, inzwischen immer öfter.

Hand aufs Herz: Wirkt dieser Anblick der drei Väter mit Kinderwagen irritierend auf Sie? Das könnte daran liegen, dass immer noch überwiegend Mütter in Elternzeit gehen. Doch Männer nutzen diese Chance, früh eine enge Bindung zu ihrem Kind aufzubauen, inzwischen immer öfter.

Bild: Fotolia.de/Olesia Bilkei

Karriere 26.02.2015
Immer mehr Väter in Deutschland nehmen Elternzeit. Viele Unternehmen unterstützen sie dabei. Dennoch bleiben die meisten bislang nur zwei Monate ihrem Arbeitsplatz fern. Auch sie sollten ihren ... 

Immer mehr Väter in Deutschland nehmen Elternzeit. Viele Unternehmen unterstützen sie dabei. Dennoch bleiben die meisten bislang nur zwei Monate ihrem Arbeitsplatz fern. Auch sie sollten ihren Aus- und Wiedereinstieg gut vorbereiten.

Als Enrico Blümel seine Elternzeit beantragte, hatte er einen festen Plan "Ich wollte die ersten Schritte meiner Kinder miterleben", sagt der Techniker im Regionalcenter Frankfurt der Immobilienbewirtschaftung bei der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt. Deswegen hat er bei seinen beiden jüngsten Kindern jeweils zwei Monate Elternzeit genommen, die so genannten Partnermonate, und währenddessen Elterngeld bezogen. So wie Blümel entscheiden sich immer mehr Väter dafür, zeitlich begrenzt für die Kinderbetreuung aus dem Job ganz oder teilweise auszuscheiden: Mehr als jeder vierte Vater nutzt inzwischen diese Möglichkeit, unterstützt durch das Elterngeld, heißt es in einer Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Die Pioniere unter den Elternzeit nehmenden Vätern bangten oft noch um ihre Jobs und ihre Karrierechancen. Nicht selten mussten sie sich Sprüche von Kollegen und Bekannten anhören. Der Wertewandel im Kopf sei oft eine größere Hürde als die organisatorischen, sagt Barbara Hatzer, Head of HR Development & Recruiting bei ECE Projektmanagement. Sei früher die Elternzeit für Männer eher ein Tabuthema gewesen, gehöre sie heute zum guten Ton. Damit die Elternzeit gelingt, sind Arbeitnehmer und -geber gemeinsam gefordert.

Bevor das Gespräch im Unternehmen geführt wird, sollten die Eltern zunächst jeder für sich und dann gemeinsam klären, wie sie die Elternzeit am liebsten gestalten würden, sagt Roland Jenner, Geschäftsführer des Vereins Väter in Hamburg. Dabei kann als Ergebnis auch herauskommen, dass einer der Partner keine Elternzeit, also die unbezahlte Freistellung von der Arbeit, nehmen möchte. Ergänzt wird die Elternzeit seit 2007 durch das Elterngeld, das für bis zu 14 Monate nach der Geburt des Kindes die Eltern während der Elternzeit finanziell unterstützen soll. Es beträgt zwischen 300 Euro pro Monat und maximal 1.800 Euro pro Monat. Das Elterngeld ersetzt den entfallenden Einkommensanteil, also die Differenz zum Einkommen vor der Geburt. Dabei ist Teilzeitarbeit bis zu 30 Wochenstunden erlaubt. Ein Partner kann das Elterngeld für zwei bis zwölf Monate beantragen. Beantragt der andere Partner ebenfalls Elternzeit, gibt es zwei zusätzliche Monate Förderung , die so genannten Partnermonate. Ab Juli 2015 können die Eltern zwischen dem bisherigen Elterngeld oder dem neuen ElterngeldPlus wählen bzw. beides kombinieren.

Häufig waren es in der Vergangenheit Väter, die dann für zwei Monate Elternzeit beantragt haben, obwohl theoretisch auch eine ganz andere monatliche Aufteilung möglich wäre. Tobias Bundschuh entschied sich ebenfalls bei beiden Töchtern, jeweils zwei Monate Elternzeit zu nehmen. Der Mitarbeiter im Immobilienvertrieb Neubauprojekte bei der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt informierte frühzeitig seinen Arbeitgeber, damit in Ruhe geplant werden konnte, wer während seiner Abwesenheit die Arbeit übernehmen würde. Als er beim zweiten Kind zwei einzelne Monate nahm, war die Organisation relativ einfach. "Das ist ja wie ein normaler Urlaub", sagt Bundschuh.

Rechtlich gesehen, muss die Elternzeit bis zum dritten Geburtstag des Kindes sieben Wochen vor Antritt angemeldet werden. Während der Elternzeit besteht Kündigungsschutz. Dieser beginnt jedoch frühestens eine Woche vor Beginn der jeweiligen Anmeldefrist für die Elternzeit. Wer sichergehen will, dass ihm der Arbeitgeber nicht die Kündigung wegen der Elternzeit überreicht, der sollte also in genau dieser Woche seinen Antrag einreichen und nicht früher.

Den Vorgesetzten sollten Väter mit ins Boot holen. Stephanie Danhof, Abteilungsleiterin Personalentwicklung bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall, rät davon ab, die Führungskraft vor vollendete Tatsachen zu stellen, sondern empfiehlt das Gespräch zu suchen und Optionen zu diskutieren. Je länger die Auszeit geplant sei, desto wichtiger ist es, frühzeitig den Kontakt aufzunehmen. Der BMFSFJ-Ratgeber "So sag ich's meinen Vorgesetzten" empfiehlt, alle Aufgaben aufzulisten, sich über die Arbeitszeitmodelle zu informieren, Ziele für die Rückkehr klar zu formulieren, eigene Ideen für die Übergabe einzubringen, die Frage der Weiterbildung zu klären und die Kollegen einzubeziehen. Auch wie der Vater während der Abwesenheit Kontakt zum Unternehmen hält, sollte geklärt werden.

Wenn Väter in Elternzeit gehen, dann entscheiden sie sich häufig für eher kurze Freistellungen von wenigen Monaten, mitunter auch in kleineren Einheiten, und arbeiten teilweise während der Elternzeit in Teilzeit. Kommen sie nach der Elternzeit zurück, arbeiten sie oft wieder in Vollzeit. Da sie nur kurz ausfallen, entfällt oftmals die Suche nach einer Vertretungskraft und eine Einarbeitung nach der Freistellung.

Auch bei den befragten Immobilienunternehmen stiegen die Zahlen der Väter, die Elternzeit nahmen, in den vergangenen Jahren spürbar an. Die Unternehmen fördern den Trend durch verschiedene Maßnahmen (die sich mitunter auch an beide Elternteile richten): Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt entwickelt derzeit verschiedene Ideen, um Väter im Betrieb besser zu vernetzen, dazu könnte auch eine Väter-Austauschgruppe zählen. ECE bezahlt seinen Mitarbeitern unter bestimmten Voraussetzungen einen monatlichen Zuschuss zur Kinderbetreuung, wenn sie die Elternzeit wahrnehmen, und arbeitet an einem Patensystem, um mit den freigestellten Mitarbeitern Kontakt zu halten. Zudem bieten die Unternehmen zunehmend andere Optionen an, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach der Rückkehr aus der Elternzeit zu erleichtern: Dazu zählen Eltern-Kind-Büros oder flexible Arbeitszeitmodelle.

Auch bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter hilft die Familienfreundlichkeit: Denn die Generation Y erkundigt sich danach durchaus, bevor sie anheuert. Die Unternehmen bekämen für ihr Engagement auch etwas wieder, betont Roland Jenner: einen hochmotivierten Vater. Enrico Blümel schwärmt noch heute von seiner Elternzeit, denn sein Plan ging auf. Er war dabei, als sein Sohn die ersten Schritte absolvierte. "Das vergesse ich mein Leben nicht."

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bietet viele Informationen zu Elterngeld und -zeit (www.bmfsfj.de - Menü: Familie - Themenlotse: Elterngeld/Elternzeit). Die Broschüre "So sag ich's meinen Vorgesetzten" ist über die Suche auffindbar. sma

Sonja Smalian

Joboffensive 2015: IZ befragt Studenten und Arbeitgeber

Schlange stehen für den Job? In ihrer aktuellen Umfrage ermittelt die Immobilien Zeitung die Arbeitsmarktlage in der Branche.

Schlange stehen für den Job? In ihrer aktuellen Umfrage ermittelt die Immobilien Zeitung die Arbeitsmarktlage in der Branche.

Bild: Fotolia.de/FotolEdhar

Karriere 25.02.2015
Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt in der Immobilienbranche? Seit 15 Jahren führt die Immobilien Zeitung im Rahmen der Joboffensive ihre jährliche Arbeitsmarktbefragung durch und ... 

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt in der Immobilienbranche? Seit 15 Jahren führt die Immobilien Zeitung im Rahmen der Joboffensive ihre jährliche Arbeitsmarktbefragung durch und ermittelt den Personalbedarf und die Qualifikationsanforderungen in der Immobilienwirtschaft. Arbeitgeber und Studenten sind jetzt wieder aufgerufen, ihre Einschätzung abzugeben.

Im vergangenen Jahr bescheinigten die Arbeitgeber der Branche einen Wachstumskurs. Insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Asset-Management, Planung/Steuerung und Immobiliendienstleistung waren damals auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Ob dieser Trend anhält, in welchen Tätigkeitsfeldern aktuell gesucht wird, welche Chancen Berufseinsteiger haben und mit welchen Gehältern sie rechnen können, ermittelt die aktuelle Befragung.

Sind Sie in Ihrem Unternehmen personalverantwortlich tätig? Dann beantworten Sie die kurze Umfrage für Arbeitgeber.

Die Arbeitsmarktanalyse in Form des neuen "IZ-Karriereführers 2015/16 für die Immobilienwirtschaft" erhalten die teilnehmenden Unternehmen gratis.

Studenten stehen ebenfalls im Fokus: Welche Jobwünsche haben sie und welche Qualifikationen bringen sie mit? Für Studierende der Fachrichtungen Immobilienwirtschaft, Facility-Management und verwandter Studiengänge ist die Teilnahme an der Joboffensive mit einer Verlosung verbunden: Sie können Preise im Gesamtwert von 58.000 Euro gewinnen, darunter Informationspakete der Immobilien Zeitung, Fachbücher und Eintrittskarten zur Expo Real 2015.

Schließen Sie Ihr Immobilienstudium voraussichtlich bis März 2017 ab? Dann beantworten Sie die Umfrage für Studenten und nehmen Sie an der Verlosung teil.

Die Joboffensive, eine Initiative der Immobilien Zeitung, fördert den Kontakt zwischen Arbeitgebern der Immobilienwirtschaft und dem Branchennachwuchs. Die Initiative wird von Aareal Bank Group, Bernd Heuer & Partner Human Resources, BNP Paribas Real Estate, CBRE, Commerz Real, Corpus Sireo, ECE, Kaufland, Messe München/Expo Real, Patrizia Immobilien und RGM unterstützt. Partner bei der Durchführung der Umfragen ist Immo Media Consult. Teilnahmeschluss ist der 17. April 2014.

Britta Kriechel

Fortbildung zur Wohnungslüftung

Karriere 19.02.2015
Sonja Smalian

Mehr Gehalt für Chefs von CRE-Einheiten

Betriebsimmobilien machen nicht selten 10% der Bilanzsumme und 5% bis 15% der Gesamtkosten bei Industrieunternehmen aus. Die Manager dieser Werte erhalten immer höhere Vergütungen.

Betriebsimmobilien machen nicht selten 10% der Bilanzsumme und 5% bis 15% der Gesamtkosten bei Industrieunternehmen aus. Die Manager dieser Werte erhalten immer höhere Vergütungen.

Bild: Monkey Business/Fotolia.com

Karriere 19.02.2015
Die Chefs von Corporate-Real-Estate-Einheiten (CRE) können sich freuen: Ihre Gesamtvergütungen sind 2014 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Besonders Corporate Real Estate Manager in Europa ... 

Die Chefs von Corporate-Real-Estate-Einheiten (CRE) können sich freuen: Ihre Gesamtvergütungen sind 2014 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Besonders Corporate Real Estate Manager in Europa konnten von diesem Aufwärtstrend profitieren, wie eine aktuelle Vergütungsstudie von CoreNet Global zeigt.

Mit einer Gesamtvergütung von durchschnittlich 228.059 USD (rund 201.000 Euro) wurden Heads of Corporate Real Estate im vergangenen Jahr in Europa entlohnt. Das entspricht einem Plus von 35% gegenüber dem Jahr 2013. Berücksichtigt wurden dabei neben kurzfristigen, variablen Vergütungsbestandteilen wie Boni auch der Wert von langfristigen zusätzlichen Vergütungsbestandteilen, z.B. in Form von Aktienpaketen. Besonders die variablen Vergütungsbestandteile sind für die deutliche Steigerung der Gesamtbezüge verantwortlich. Das Basisgehalt für die Position des Head of Corporate Real Estate war 2014 im Schnitt 18% höher als noch 2013 und betrug im vergangenen Jahr 158.301 USD (rund 139.540 Euro).

Eine Führungskraft innerhalb einer CRE-Einheit erhielt in Europa insgesamt im vergangenen Jahr kaum weniger als ein CRE-Bereichsleiter, nämlich 212.625 USD (rund 187.400 Euro). Das Basisgehalt lag mit 142.359 USD (rund 125.488 Euro) knapp 16.000 USD unter dem eines CRE-Leiters.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie von CoreNet Global (CNG) und FPL Associates. 229 CNG-Mitglieder aus 205 verschiedenen Unternehmen beteiligten sich an der Umfrage. Davon betreuen 54% der CRE-Einheiten Immobilien in Europa und 93% in den Vereinigten Staaten. Insgesamt wurden Vergütungszahlen für 19 Positionen ermittelt. Doch nur für zwei Positionen gibt es auch Werte für den europäischen Markt. Insgesamt liegen die einzelnen Vergütungsbestandteile der europäischen Corporate-Real-Estate-Chefs tendenziell eher unter denen ihrer nordamerikanischen Kollegen. Doch das habe auch etwas mit den unterschiedlichen Sozialsystemen zu tun, sagt Thomas Glatte, Präsident von CoreNet Global in Zentraleuropa.

Nicht nur die Heads of Corporate Real Estate in Europa profitierten von gestiegenen Basisgehältern. Insgesamt gaben 89% der Befragten an, dass sich ihre Basisgehälter zwischen 2013 und 2014 erhöht hatten. Dass sich dieser Trend auch in diesem Jahr fortsetzen wird, davon gehen 86% der Befragten aus. Sie rechnen mit einem Plus von rund 4%.

Boni erhalten 91% der Befragten. Diese berechnen sich überwiegend nach der individuellen Leistung. 52% erhielten 2013 einen höheren Bonus als im Vorjahr und genauso viele erwarten für 2014 wieder eine Steigerung ihrer variablen Vergütungsbestandteile, und zwar im Schnitt um 14%. Doch langfristige Vergütungsbestandteile gehören noch nicht zum Standard bei CRE-Einheiten: Lediglich 40% verfügen über ein solches Incentive-Programm. Doch wo ein solches existiert, rechnen 87% der Befragten damit, davon auch zu profitieren. Zu den am häufigsten gewährten weiteren Vergünstigungen zählen Zuschüsse für das Home-Office, ein Parkplatz, Vereinsmitgliedschaften, Mobilfunkpakete und eine Kantine bzw. gesponsertes Essen.

CRE-Manager kümmern sich um die betriebseigenen Immobilien von Unternehmen. Gut ein Drittel der Befragten sind in Technologie- oder Finanzunternehmen beschäftigt, doch 3,4% betreuen den Gebäudebestand von Immobilienunternehmen. Keine kleine Aufgabe: Im Schnitt kümmern sich die CRE-Einheiten um 565 Standorte mit einer Größe von rund 1,3 Mio. m2. Dabei hantieren die CRE-Teams nicht mit geringen Werten: Immobilien würden oft 10% und mehr der Bilanzsumme von Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen ausmachen, heißt es auf der Internetseite der Irebs Immobilienakademie, die eine Weiterbildung zum CRE-Management in Kooperation mit CNG anbietet. Zudem würden Experten die Immobilienkosten auf ca. 5% bis 15% der Gesamtkosten der Unternehmen schätzen.

Aus den Liegenschaftsverwaltern sind strategisch arbeitende Manager geworden, und zwar auch aus der Sicht der Unternehmen. "Die Flughöhe der CRE-Manager hat sich in den letzten zehn bis 15 Jahren sukzessive erhöht", sagt Glatte. Sie würden stärker strategische Aufgaben ausüben und belegen innerhalb der Unternehmen häufiger Führungspositionen. "Das Management von Betriebsimmobilien umfasst mittlerweile das Finanz-, Technologie-, Arbeitsplatz- und oft sogar das Markenmanagement des Unternehmens." Mit dieser Rollenveränderung erklärt Glatte auch die steigende Vergütung in der Branche.

Wer sich für das Berufsbild interessiert, sollte angesichts der vielfältigen und kommunikativen Aufgaben vor allem in den Soft Skills überzeugen können: abstrahieren, strukturieren, Themen zu den Führungskräften transportieren und diese überzeugen sei wichtig. Analytisch-strategisches Denken sei für die Aufgaben ebenfalls notwendig. Darüber hinaus zähle finanzwirtschaftliches Know-how. Je operativer CRE-Manager tätig sind, desto wichtiger sei auch technisches Wissen, sagt Glatte. "Und Englischkenntnisse sind ein absolutes Muss."

Sonja Smalian

Eine Frage des Profils: Wollen Sie netzwerken oder suchen Sie einen Job?

Einige Unternehmen unterstützen das Engagement ihrer Mitarbeiter auf Xing und tragen die Kosten für eine Premium-Mitgliedschaft. Bei wem das nicht der Fall ist, der kann versuchen sie steuerlich abzusetzen.

Einige Unternehmen unterstützen das Engagement ihrer Mitarbeiter auf Xing und tragen die Kosten für eine Premium-Mitgliedschaft. Bei wem das nicht der Fall ist, der kann versuchen sie steuerlich abzusetzen.

Bild: Natalia Merzlyakova/Fotolia.com

Karriere 12.02.2015
"Und es hat Xing gemacht ... als sich zum ersten Mal ein Headhunter bei mir gemeldet hat." Mit diesem Slogan warb das Netzwerk im Jahr 2010 für sich. Von einem plötzlichen Karrieresprung ... 

"Und es hat Xing gemacht ... als sich zum ersten Mal ein Headhunter bei mir gemeldet hat." Mit diesem Slogan warb das Netzwerk im Jahr 2010 für sich. Von einem plötzlichen Karrieresprung dürften viele Nutzer träumen. Doch Xing ist mehr als nur eine Plattform um "gefunden" zu werden. Es ist ein Werkzeug zum aktiven Selbstmarketing und für den unkomplizierten Austausch auf Augenhöhe. Dabei sollten Nutzer nicht nur aus arbeitsrechtlichen Gründen einiges beachten.

Wie in sein E-Mail-Programm, schaut Gerrit Fischer jeden Morgen auch in sein Xing-Profil. Der Berater von FMC Facility Management Consulting hält darüber Verbindung mit seinen beruflichen Kontakten und wendet sich bei Fachfragen schnell mal an jemanden aus seinem Bekanntenkreis. Für Marcel Köhler, Geschäftsführer von Weritas Immobilienbewertung & Consulting, ist das Xing-Profil ein Baustein in der Fülle von Werkzeugen für die Außendarstellung, und er hat auch schon auf Stellenausschreibungen seines Unternehmens hingewiesen. Beide sind mit einem kostenlosen Standardprofil bei Xing präsent, wie die große Mehrheit der knapp acht Millionen Mitglieder, die das Netzwerk in Deutschland, Österreich und der Schweiz zählt. 833.000 Nutzer lassen sich ihr Premium-Profil etwas kosten und zahlen für ihre Präsenz im Netz.

Täglich tummeln sich Millionen von Deutschen auf so unterschiedlichen Plattformen wie Facebook, Twitter, Flickr oder Instagram. Fürs Geschäftliche hat sich in Deutschland Xing durchgesetzt. Nach dem Austausch von Visitenkarten auf einem Branchenevent ist es für viele inzwischen Usus, sich anschließend in der digitalen Welt über Xing zu vernetzen.

Wer im Netz lieber wenige Spuren hinterlassen möchte, der kann von seinem Arbeitgeber nicht zur Xing-Mitgliedschaft gezwungen werden. "Es gibt jedoch eine Ausnahme", sagt Katrin Scheicht, Fachanwältin für Arbeitsrecht bei Norton Rose Fulbright. "Wenn die Mitgliedschaft Teil des Arbeitsvertrags ist. Gehört beispielsweise die Akquise über soziale Netzwerke wie Xing fest zum Stellenprofil, dann sollte der Arbeitgeber das explizit im Arbeitsvertrag aufführen." Andernfalls sei der Arbeitgeber in diesem Punkt nicht weisungsbefugt. Wird die Xing-Präsenz hingegen nicht vom Arbeitgeber gefordert, kann er dem Mitarbeiter die Verwendung der Firmenadresse als E-Mail-Kontakt untersagen.

Auch im Netz ist der Mitarbeiter das Gesicht des Unternehmens zur Welt. Doch wie gelungen der Auftritt dort ist, hängt oft von der Internetaffinität des Einzelnen ab. Wer weiß schon, dass er seinen Fotografen fragen muss, ob er das Bewerbungsfoto auch online stellen darf oder dafür weitere Nutzungsrechte erwerben muss? Dabei ist das Foto entscheidend für einen professionellen Auftritt. "Das Bild sollte die Persönlichkeit und die Tätigkeit unterstreichen", sagt Karen Gräper, Manager Corporate Communications bei Xing. Damit die Seite mobil gut nutzbar ist, werden die Fotos quadratisch angezeigt. Die optimale Bildgröße beträgt 1.024 x 1.024 Pixel.

Weitere wichtige Elemente des Profils sind die Bereiche Berufserfahrung und Ausbildung. Für Nutzer gilt zu überlegen, wie umfassende Angaben sie dort machen und wie dieses wirken. 70% bis 80% der normalen Nutzerprofile sehen in den Augen des Xing-Experten Joachim Rumohr, Autor des Buches "Xing optimal nutzen”, aus wie Karriereprofile in eigener Sache. Tatsächlich würden aber nur 5% bis 10% der Nutzer aktiv einen neuen Job suchen, sagt Rumohr. Diese missverständliche Aufmachung kann dann zum Problem werden, wenn sie neue Kontakte stutzig macht, ob die Person nicht vielleicht bald aus dem Unternehmen ausscheidet, weil sie auf dem Sprung in eine andere Firma ist. Provoziert wird dieses Gefühl häufig durch das Herzstück vieler Profile - den Lebenslauf. Aber kein Kunde benötige einen Lebenslauf, sagt Rumohr. Denn bei einem Angestellten schaue der Profil-Besucher eher auf das Unternehmen.

Die Suche auf Xing erfolgt über Schlagworte. Xing-Pressereferentin Gräper empfiehlt deswegen den Netzwerkmitgliedern, alle für ihr Tätigkeitsprofil relevanten Begriffe in ihr Profil einzugeben, z.B. Positionsbezeichnung und Aufgaben. Darüber hinaus sollten in die Felder "ich suche" und "ich biete" passgenaue Begriffe und branchenspezifische Schlagworte eingesetzt werden. Für ausführlichere Beschreibungen im Volltext sei der Bereich "Portfolio" vorgesehen, erläutert Gräper. Doch prinzipiell gilt: Je aktiver jemand in dem Netzwerk agiert, desto leichter wird er gefunden, sagt Rumohr. Dafür sorgen die üblichen Datenverknüpfungen.

Bei Kontaktanfragen sollten sich die Nutzer fragen, ob die Person ein Kunde, Dienstleister oder Kooperationspartner sein könnte, und zwar getreu dem Netzwerk-Gedanken für sich selbst - und die eigenen Kontakte. Wer eine Kontaktanfrage von jemand Unbekanntem erhält, könne auch mal zum Hörer greifen, um die Person kurz zu sprechen. Ergeben sich dann aber keinerlei Berührungspunkte, die eine Zusammenarbeit vermuten lassen, dann darf die Kontaktanfrage auch abgelehnt werden.

Immer wieder befassen sich Gerichte mit der Frage nach einer Impressumpflicht auf Xing. Das Portal bietet inzwischen ein entsprechendes Feld im Profil an und gibt Hilfestellung im eigenen Blog dazu. Doch die Rechtslage ist unsicher, ohne Impressum drohen Abmahnungen. "Angestellte sollten eines aufführen und kenntlich machen, dass sie bei dem genannten Unternehmen angestellt sind. Nur einen Link auf die Unternehmenswebseite zu setzen, reicht nicht", sagt Arbeitsrechtlerin Scheicht.

Weiter ist zu beachten, dass auf Xing ebenso wie im richtigen Leben die freie Meinungsäußerung nicht unbegrenzt gilt. "Beleidigung, unwahre Tatsachenbehauptungen oder die Offenlegung von Betriebs- und Geschäftszahlen sind nicht erlaubt", betont Scheicht. "Und niemand darf sich als Head of Sales darstellen, wenn er eigentlich am Empfang sitzt."

"Geschönte" Lebensläufe und falsche Positionsbezeichnungen fallen auch Aileen Abbas, Head of Human Resources von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE), bei Xing immer wieder auf. Ertappt sie einen schon längst ausgeschiedenen Mitarbeiter dabei, sich im Netz noch als BNPPRE-Angestellten zu präsentieren, meldet sie das an Xing. Die bitten dann das Mitglied, sein Profil zu korrigieren, sagt Abbas. "Im Normalfall klappt das."

Wegen der nicht wenigen Fragen, was man darf und was man sollte, sind Unternehmen gut beraten, sich Social Media Guidelines zu geben, um ihre Mitarbeiter zu unterstützen. In diesen kann der Arbeitgeber Empfehlungen zum sachlichen und höflichen Umgang im Netz formulieren und Angaben dazu machen, wer etwa Links zu Pressemitteilungen posten darf. Abbas arbeitet gerade an einem solchen Regelwerk - doch zunächst nur für die Führungskräfte ihres Unternehmens.

Sonja Smalian

So viel gibt's für Ingenieure am Bau

Karriere 12.02.2015
Zwischen rund 42.000 Euro und etwa 58.800 Euro pro Jahr gibt‘s für Ingenieure im Bauwesen im Schnitt, und damit am wenigsten im Gehaltsvergleich mit den anderen Ingenieurberufen. ... 

Zwischen rund 42.000 Euro und etwa 58.800 Euro pro Jahr gibt‘s für Ingenieure im Bauwesen im Schnitt, und damit am wenigsten im Gehaltsvergleich mit den anderen Ingenieurberufen.

Ingenieure mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung erhalten im Schnitt 58.801 Euro pro Jahr im Bauwesen. Damit liegt die Vergütung der erfahrenen Bauprofis über dem Bruttodurchschnittsgehalt von Fach- und Führungskräften in Deutschland, das rund 52.000 Euro beträgt. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle StepStone Gehaltsreport, für den rund 50.000 Fach- und Führungskräfte verschiedener Branchen befragt wurden. Etwa 70% der Befragten waren Fachkräfte ohne Personalverantwortung, die übrigen Führungskräfte. Eingeflossen sind nur die Angaben von Vollzeit-Berufstätigen.

Doch etwas anders sieht der Vergleich mit dem Durchschnittsgehalt aus, wenn die Vergütungsspannen von Ingenieuren im Bauwesen mit weniger Berufserfahrung betrachtet werden: Während Ingenieure, die sechs bis zehn Jahre im Beruf stehen, mit 52.096 Euro noch ganz knapp über dem branchenübergreifenden Durchschnittsgehalt liegen, landen die weniger Berufserfahrenen deutlich darunter (bis zwei Jahre Berufserfahrung: 42.008 Euro; drei bis fünf Jahre Berufserfahrung: 45.926 Euro).

Damit bilden die Ingenieure im Bauwesen das Schlusslicht im Gehaltsvergleich mit den anderen Ingenieurberufen. Spitzenverdiener sind Ingenieure in dem Bereich Telekommunikation mit einem durchschnittlichen Brutto-Jahresgehalt von 62.722 Euro inklusive variabler Anteile, gefolgt von der Luft- und Raumfahrttechnik.

Sonja Smalian

Bachelor plus Fachwirt

Karriere 05.02.2015
Die ersten Bachelor-Studenten der Hochschule RheinMain haben sich für die parallele Weiterbildung zum Immobilienfachwirt angemeldet. Eine Vereinbarung zwischen der Hochschule und der IHK ... 

Die ersten Bachelor-Studenten der Hochschule RheinMain haben sich für die parallele Weiterbildung zum Immobilienfachwirt angemeldet. Eine Vereinbarung zwischen der Hochschule und der IHK Wiesbaden macht dies möglich.

Sonja Smalian