Karriere-News

Gute Zeiten für Bewerber

Berufseinsteiger haben 2015 gute Einstiegschancen. Ein Drittel der offenen Stellen ist für Nachwuchskräfte vorgesehen. Und jedes zweite Unternehmen bemängelt die Masse und Klasse der eingehenden Bewerbungen.

Berufseinsteiger haben 2015 gute Einstiegschancen. Ein Drittel der offenen Stellen ist für Nachwuchskräfte vorgesehen. Und jedes zweite Unternehmen bemängelt die Masse und Klasse der eingehenden Bewerbungen.

Bild: contrastwerkstatt/Fotolia.com

Karriere 11.06.2015
Gute Nachrichten für künftige Berufseinsteiger. 61% der Unternehmen der Immobilienwirtschaft suchen neue Mitarbeiter, wie die aktuelle Umfrage zur IZ-Joboffensive zeigt. 264 offene Stellen ... 

Gute Nachrichten für künftige Berufseinsteiger. 61% der Unternehmen der Immobilienwirtschaft suchen neue Mitarbeiter, wie die aktuelle Umfrage zur IZ-Joboffensive zeigt. 264 offene Stellen wollen die Unternehmen bis zum Frühjahr 2016 mit Nachwuchskräften besetzen. Viele versuchen, diese schon während des Studiums zu rekrutieren.

Die Suche nach neuen Mitarbeitern steht bei vielen Immobilienunternehmen auch 2015/16 ganz oben auf der To-do-Liste. 61% der befragten hundert Unternehmen wollen sich bis zum Frühjahr 2016 personell vergrößern. Im vergangenen Jahr hatten nur 54% dieses Ziel verfolgt. Damit steigt der Anteil der Unternehmen auf personellem Wachstumskurs seit vier Jahren von 48% (2012) auf 61%, immerhin ein Plus von 13 Prozentpunkten.

Zu diesem Ergebnis kommt die Umfrage zur Joboffensive, an der sich in diesem Jahr 100 Unternehmen der Immobilienwirtschaft beteiligt haben. Diese jährliche Befragung zur Entwicklung des Arbeitsmarkts und der Gehälter für Hochschulabsolventen organisiert die Immobilien Zeitung (IZ) seit 15 Jahren (siehe Kastentext "Die IZ-Joboffensive"). Mit der Auswertung sollen sowohl Berufseinsteiger wie auch Personalverantwortliche einen Einblick erhalten, welche Gehälter in den verschiedenen Segmenten der Immobilienwirtschaft gezahlt und wo Nachwuchskräfte gesucht werden. Doch auch Studierende immobilienwirtschaftlicher und verwandter Fächer wurden zu ihren Gehaltsvorstellungen, ihren beruflichen Zielen und ihren Qualifikationen befragt. Und nicht immer liegen die Vorstellungen beider Seiten nahe beieinander (siehe "Wieder mehr Geld für Berufseinsteiger nach Nullrunde im Jahr 2014").

Doch die anhaltende Mitarbeiterexpansion dürfte vielen Studierenden die Angst vor dem Eintritt ins Berufsleben nehmen. Denn sie wissen nun, dass sie von vielen Unternehmen mit offenen Armen erwartet werden. Zumal die Personalverantwortlichen die Entwicklung des Arbeitsmarkts sogar noch positiver bewerten als in ihren eigenen Unternehmen: Exakt zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Beschäftigten in der Immobilienbranche bis zum Frühjahr 2016 erhöhen wird. Damit prognostizieren 10% mehr als noch im letzten Jahr (56%) der Branche ein Personalwachstum. Die Stimmung hat sich seit 2012 extrem positiv verändert. Damals rechneten nur 37% der Personalprofis mit einer solchen Entwicklung.

Mit ihren Prognosen pro Personalaufbau übertreffen die Personalverantwortlichen der Immobilienwirtschaft die Beschäftigungserwartung der Personaler der Gesamtwirtschaft deutlich. Deutschlandweit rechnen nämlich nur rund 34% der Unternehmen mit einem Beschäftigungsanstieg im Jahr 2015. Das zeigt die Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln aus diesem Frühjahr. Die Konjunkturforscher gehen im laufenden Jahr von einem Beschäftigungsplus von mehr als 0,75% aus.

Immo-Personaler stärker auf Bewerbersuche als Gesamtwirtschaft

Einen Rückgang der Beschäftigung erwarten laut IW-Umfrage 17% der Unternehmen und damit abermals deutlich mehr als in der Immobilienwirtschaft: Nur jeweils 4% der Immo-Personaler rechnen bis zum Frühjahr 2016 mit einem Personalabbau in der Branche (Vorjahr: 6%) allgemein oder planen einen solchen in ihrem Unternehmen (Vorjahr: 5%).

Nun darf nicht außer Acht gelassen werden, dass anders als an einer allgemeinen Konjunkturumfrage sich sicherlich eher Unternehmen an einer reinen Gehalts- und Arbeitsmarktumfrage beteiligen, die auf Personalsuche sind. Dennoch liegen die Zeiten, als auch die Personaler der Immobilienbranche ein schwärzeres Bild malten, noch nicht lange zurück: 2009 glaubte jeder zweite Personalverantwortliche, einen Personalabbau in der Branche zu beobachten. 37% von ihnen rechneten damit, dass sich der Trend in den folgenden zwölf Monaten fortsetzen würde.

Doch in diesem Jahr schlagen die Personaler der Immobilienwirtschaft eine andere Tonlage an. Allen voran die Unternehmen aus dem Bereich Entwicklung. Dazu zählen Projektentwickler und Bauträger. Von ihnen wollen 92% ihre Mitarbeiterzahl vergrößern. Von den Immobilienvermittlern, also Maklern und Anlageberatern, planen 85% mehr Mitarbeiter einzustellen. 59% der Immobilienmanager und -verwalter verfolgen ebenfalls dieses Ziel - mit durchschnittlich acht Positionen je Unternehmen.

Neben dem allgemeinen Trend sollten die Unternehmen auch konkrete Zahlen nennen - und da herrscht in diesem Jahr wieder Grund zur Freude: 264 offene Stellen melden die Unternehmen in diesem Jahr allein für Berufseinsteiger. Das ist ein Plus von 82% gegenüber dem Vorjahr, als nur ernüchternde 145 zu besetzende Positionen zusammenkamen. Dennoch ist die Branche noch weit entfernt von der fantastischen Zahl von 678 Planstellen, die im Jahr 2013 aufgerufen worden waren. Die Studierenden dürfte freuen, dass ein Drittel der insgesamt zu besetzenden Positionen für Berufseinsteiger reserviert ist.

Jede dritte Planstelle ist für Nachwuchskräfte reserviert

Am häufigsten suchen die Immobilienunternehmen jedoch Mitarbeiter mit Berufserfahrung. Auf sie warten 441 offene Stellen bis zum Frühjahr 2016. Das entspricht ebenfalls einem gehörigen Plus von 57% gegenüber dem Vorjahr. Etwa jede zehnte der insgesamt 778 Positionen ist für Führungskräfte vorgesehen.

Für Berufseinsteiger lohnt es sich vor allem, ein Auge auf die Planer und Steuerer sowie die Asset-Manager und Vermögensverwalter zu werfen. Diese Unternehmen wollen sich im Schnitt mit acht bzw. sechs Nachwuchskräften je Unternehmen verstärken.

Die Studierenden dürfte das freuen. Denn genau das sind ihre derzeit beliebtesten Tätigkeitsfelder. 18% der 428 Befragungsteilnehmer zieht es nach Abschluss ihres Studiums in die Projektentwicklung und 17% ins Asset- und Property-Management. Damit das Matching von Absolvent und Unternehmen gut gelingt, präsentieren sich viele Unternehmen den Studierenden schon früh als Arbeitgeber. Fast drei Viertel bieten Praktika an, jeder zweite Betrieb beschäftigt Werkstudenten. Das duale Studium und Traineeplätze gibt es bei fast jedem dritten Unternehmen. Zu Vorträgen oder Dozententätigkeit an den Hochschulen entsenden gut ein Drittel der befragten Unternehmen ihre Mitarbeiter. Das scheint auch nötig, denn an Bewerbungen von qualifizierten Kräften mangelt es. Jedes zweite Unternehmen erhält zu wenige Initiativbewerbungen sowie Zulauf auf ausgeschriebene Stellen. Und bei jeder zweiten Bewerbung stimme die Qualität nicht.

In gut einer Woche, am Samstag, den 20. Juni 2015, findet zum sechsten Mal das IZ-Karriereforum in Frankfurt statt. Auf der Jobmesse für die Immobilienwirtschaft präsentieren sich 31 Arbeitgeber, die 128 Positionen zu besetzen haben. Infos: www.iz-jobs.de/karriereforum

Sonja Smalian

Wieder mehr Geld für Berufseinsteiger nach Nullrunde im Jahr 2014

1.624 Euro mehr Gehalt als im Vorjahr gibt es im Schnitt für Berufseinsteiger 2015.

1.624 Euro mehr Gehalt als im Vorjahr gibt es im Schnitt für Berufseinsteiger 2015.

Bild: Andrey Popov/Fotolia.com

Karriere 11.06.2015
Die jungen Berufseinsteiger können sich freuen. Nach Nullrunden in den Jahren 2014 und 2012 steigen ihre Gehälter 2015 wieder an, und zwar um 4,6%. Das ist ein positives Signal für den ... 

Die jungen Berufseinsteiger können sich freuen. Nach Nullrunden in den Jahren 2014 und 2012 steigen ihre Gehälter 2015 wieder an, und zwar um 4,6%. Das ist ein positives Signal für den Nachwuchs. Der träumt allerdings von deutlich höheren Einstiegsgehältern, als die Unternehmen derzeit offerieren.

Die künftigen Berufseinsteiger in die Immobilienbranche können sich freuen. Das Durchschnittsgehalt ist um 4,6% auf 36.667 Euro gestiegen. Das ist die höchste Veränderungsrate seit 2009, als die Gehälter um 5,4% anzogen. Der positive Trend folgt auf eine Nullrunde im vergangenen Jahr, als die Gehälter um 0,4% auf 35.043 Euro gesunken waren. Auch 2012 hatten die Nachwuchskräfte mit einem hauchfeinen Plus von 0,25% quasi eine Nullrunde hinnehmen müssen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Umfrage zur Joboffensive, einer Initiative der Immobilien Zeitung (IZ).

An der Arbeitsmarkt- und Gehaltsumfrage beteiligten sich 100 Immobilienunternehmen und 428 Studierende immobilienwirtschaftlicher und verwandter Studiengänge (siehe "Die IZ-Joboffensive" auf dieser Seite). Zu Durchschnittsgehältern für Einsteiger nach einer Ausbildung bzw. einem Studium gaben die Unternehmen Auskunft und schätzten ihren Personalbedarf (siehe Artikel "Gute Zeiten für junge Bewerber" auf Seite 17).

Mit dem aktuellen Gehaltsplus übertrumpft das durchschnittliche Einstiegsgehalt den bislang besten Wert der seit 2001 jährlich durchgeführten IZ-Umfrage aus dem Jahr 2003 um 1.256 Euro. Damals erhielten die Berufsstarter im Schnitt 35.411 Euro.

Das Durchschnittsgehalt ist jedoch nur ein Indikator für die Entwicklung. In den verschiedenen Tätigkeitsfeldern der Immobilienwirtschaft weichen die Einstiegsgehälter mitunter deutlich vom Branchendurchschnitt ab (siehe Grafik "Am wenigsten zahlen die Immobilienvermittler, am meisten die Finanzierer" auf dieser Seite). Am meisten gibt es in diesem Jahr bei den Finanzierern, zu denen u.a. Banken, Leasinggesellschaften, Finanzdienstleister und Versicherer zählen. Dort beträgt das durchschnittliche Einstiegsgehalt 42.156 Euro - und liegt damit 15% über dem Durchschnittsgehalt. Mit den zweithöchsten Einstiegsgehältern locken die Asset-Manager und Vermögensverwalter. Ihr Angebot von 41.833 Euro übertrifft den Durchschnitt um 14%. Sie haben ihre Offerte im Vergleich zum Vorjahr um 7,5% erhöht. An dritter Stelle - mit 37.219 Euro - liegen die Planungs- und Steuerungsunternehmen.

Zu den Schlusslichtern auf der Gehaltsskala zählen die Immobilienvermittler, die Immobiliendienstleister (Unternehmensberater, Marktforschung, Sachverständige) sowie die Immobilienmanager und -verwalter. Sie haben zwar alle ihre Gehaltsangebote zwischen 2,5% und 10% (Immobiliendienstleister) erhöht, doch das reicht nicht für einen der vorderen Plätze auf der Rangliste. Mit Einstiegsgehältern zwischen 33.572 Euro und 34.676 Euro liegen sie zwischen 5,4% und 8,4% unter dem Branchendurchschnitt. Nicht berücksichtigt werden konnten aufgrund geringer Fallzahlen die Segmente Bau, Facility-Management und Investment.

Tatsächlich sind die Gehaltsbänder in den verschiedenen Segmenten recht breit. Denn je nach Qualifikation weichen die Offerten der Unternehmen voneinander ab. Zwei grundlegende Trends lassen sich dabei unterscheiden. Erstens honorieren die Unternehmen eine höhere und längere akademische Ausbildungsdauer, d.h. für einen Masterabschluss, der im Schnitt nach fünf Jahren Studium erreicht wird, gibt es höhere Einstiegsgehälter als beispielsweise für einen Bachelorabschluss, der meist ein dreijähriges Studium voraussetzt. Bei dieser Auswertung wurden sechs verschiedene Abschlüsse berücksichtigt, und zwar die immobilienspezifische Berufsausbildung (Lehre), der Bachelorabschluss von einer Berufsakademie (duales Studium), der allgemeine bzw. der immobilienspezifische Bachelorabschluss von einer Hochschule und der allgemeine bzw. der immobilienspezifische Masterabschluss oder das Diplom einer Hochschule.

Der zweite Trend zeigt, dass Unternehmen für immobilienwirtschaftliches Fachwissen durchaus tiefer in die Tasche greifen. Berufseinsteiger mit einem immobilienspezifischen Abschluss können sich also über höhere Einstiegsgehälter freuen als Bewerber mit beispielsweise einem allgemeinen betriebswirtschaftlichen Studienabschluss (siehe Grafik "Ein immobilienspezifischer Abschluss bringt rund 3.300 Euro mehr als ein allgemeiner Abschluss" auf dieser Seite).

Der erste Trend spiegelt sich deutlich in den Einstiegsgehältern je Ausbildungsart wider: Am wenigsten gibt es für Berufseinsteiger mit abgeschlossener Ausbildung in einem Immobilienberuf. Sie können mit einem durchschnittlichen Gehalt von 30.060 Euro rechnen. Wer einen Bachelorabschluss von einer Berufsakademie mitbringt, also ein duales Studium absolviert hat, erhält schon mehr, und zwar durchschnittlich 34.772 Euro. Wer hingegen seinen allgemeinen bzw. immobilienspezifischen Bachelorabschluss an einer Fachhochschule oder Universität erworben hat, erhält zwischen 34.880 Euro und 38.166 Euro zum Einstieg. Das sind bei gleicher Studiendauer und demselben akademischen Grad - Bachelor - immerhin bis zu knapp 10% Unterschied. Absolventen mit allgemeinem bzw. immobilienspezifischem Masterabschluss können zum Start mit 38.912 Euro bis 42.279 Euro rechnen.

Der zweite Trend besagt, dass die Unternehmen immobilienspezifisches Fachwissen mit höheren Einstiegsgehältern belohnen. Bachelorabsolventen mit immobilienwirtschaftlicher Spezialisierung erhalten zum Einstieg mit 38.166 Euro gut 9% mehr als ihre Kommilitonen mit einem allgemeinen Abschluss (insgesamt: 34.880 Euro). Das sind knapp 3.300 Euro mehr. Ein Blick auf die verschiedenen Segmente zeigt, dass insbesondere die Immobilienvermittler einen hohen Aufschlag für Immo-Fachwissen gewähren. Bei Bachelorabsolventen beträgt der fast 13%. Auch bei den Masterabsolventen lässt sich diese Tendenz beobachten. Wer Immobilien-Know-how mitbringt, erhält im Schnitt ebenfalls knapp 9% mehr als Bewerber ohne immobilienspezifisches Masterstudium. Das entspricht rund 3.300 Euro mehr. Absolventen eines immobilienspezifischen Masterstudiums streichen auch absolut betrachtet die höchsten Einstiegsgehälter ein (42.279 Euro).

Ein Vergleich der immobilienspezifischen Abschlüsse Bachelor und Master miteinander offenbart ein recht großes Gehaltsplus von 11% für die Masterabsolventen. Dieser Gehaltssprung überrascht. Denn unter den geforderten Qualifikationen von Berufseinsteigern rangieren die beiden Abschlüsse quasi gleichauf. 68% der befragten Unternehmen sehen den immobilienspezifischen Bachelorabschluss als wichtig bzw. sehr wichtig an, beim immobilienspezifischen Masterabschluss sind es 67%. Zumal zwei Drittel der deutschen Wirtschaftsunternehmen insgesamt keine finanzielle Differenzierung zwischen den Abschlüssen vornehmen, wie eine Studie des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft zeigte.

Ausgenommen von den beiden skizzierten Trends sind die Absolventen eines dualen Studiums an einer Berufsakademie. Die meisten von ihnen haben ein dreijähriges, immobilienspezifisches Bachelorstudium mit integrierten Praxisphasen in Immobilienunternehmen absolviert. Trotz dieser theoretischen und praktischen Expertise erhalten sie um fast 9% niedrigere Einstiegsgehälter als Absolventen eines immobilienspezifischen Bachelorstudiums an einer Universität oder Fachhochschule.

Bei der Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber ist das Gehalt eine wichtige Maßgabe. In der aktuellen Umfrage nennen die 428 Studenten es als viertwichtigstes Kriterium. Es ist wenig verwunderlich, dass die Gehaltswünsche der Berufseinsteiger von den Offerten der Unternehmen abweichen. Im Schnitt erwarten die Studierenden zum Einstieg 44.776 Euro. Das sind rund 22% mehr, als die Unternehmen im Durchschnitt (36.667 Euro) zu zahlen bereit sind. Selbst wenn als Vergleichswert das etwas höhere Durchschnittsgehalt nur der akademischen Abschlüsse (37.896 Euro) herangezogen wird, liegen die Studenten mit ihren Vorstellungen immer noch 18% darüber. Einen kleinen Trost gibt es für die Unternehmen jedoch: Die Differenz hat sich zumindest gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozentpunkte verringert.

Doch die junge Generation hat neben Geld auch andere Werte im Blick. Wichtig ist ihnen, ob ein Arbeitgeber Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und vor allem einen sicheren Arbeitsplatz anbietet. Die Unternehmen wissen darum: 77% versuchen ihre Mitarbeiter durch Weiterbildungen an sich zu binden und 75% locken mit Aufstiegsprogrammen. Auf Gehaltsergänzungen mittels variabler Vergütung und Firmenwagen setzen in Zeiten von Fachkräftemangel 68% der Immobilienunternehmen. Und auch auf die Frage nach der Work-Life-Balance haben die Unternehmen eine Antwort gefunden: 13% offerieren ihren Mitarbeitern Sabbaticals.

Die IZ-Joboffensive

Die Joboffensive ist eine Initiative der Immobilien Zeitung. Ein Kernelement ist die jährliche Arbeitsmarkt- und Gehaltsumfrage, an der sich in diesem Jahr 100 Immobilienunternehmen und 428 Studierende immobilienwirtschaftlicher und verwandter Fächer beteiligt haben. Knapp die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen kommen aus den Segmenten Immobilienmanagement und -verwaltung, Immobiliendienstleistung (Researcher, Gutachter etc.) und Immobilienvermittlung. Mehr als die Hälfte der befragten Studenten erwirbt einen Bachelorabschluss. Die Ergebnisse der beiden getrennt durchgeführten Umfragen werden im IZ-Karriereführer 2015/16 für die Immobilienwirtschaft veröffentlicht, der im August 2015 erscheint. Der Ratgeber umfasst zahlreiche Arbeitgeberporträts, eine Übersicht über das fachspezifische Studienangebot sowie viele Karrieretipps. Der IZ-Karriereführer ist im IZ-Shop für 29 Euro erhältlich. Die IZ-Joboffensive wäre nicht möglich ohne die Unterstützung folgender Unternehmen: Aareal Bank Group, Bernd Heuer & Partner Human Resources, BNP Paribas Real Estate, CBRE, Commerz Real, Corpus Sireo, ECE, Kaufland, Messe München/Expo Real, Patrizia Immobilien und RGM. sma

Sonja Smalian

Englisch online lernen

Karriere 11.06.2015
Ein Online-Kurs Real Estate English (REE) hat Scyo creating learning herausgebracht. Das Angebot richtet sich an Einzelpersonen, Vereine, Hochschulen und Unternehmen. ... 

Ein Online-Kurs Real Estate English (REE) hat Scyo creating learning herausgebracht. Das Angebot richtet sich an Einzelpersonen, Vereine, Hochschulen und Unternehmen.

Sonja Smalian

Richard Ott

Richard Ott während eines dreiwöchigen Wanderurlaubs in Südtirol.

Richard Ott während eines dreiwöchigen Wanderurlaubs in Südtirol.

Bild: Richard Ott

Karriere 05.06.2015
Seine erste Stelle trat Richard Ott 1986 als Gutachter bei der Hypobank in München an. Sein weiterer Berufsweg führte ihn als Geschäftsführer zu Bavaria Immobilienconsult nach Berlin, als ... 

Seine erste Stelle trat Richard Ott 1986 als Gutachter bei der Hypobank in München an. Sein weiterer Berufsweg führte ihn als Geschäftsführer zu Bavaria Immobilienconsult nach Berlin, als Leiter der Bewertung zur Nord/LB nach Hannover und als Bereichsleiter Wertermittlung zur Landesbank Berlin/Berlin Hyp. Seit 2013 ist er selbstständiger Gutachter. Der 60 Jahre alte gebürtige Bamberger ist Mitglied bei den Georgspfadfindern und geht in seiner freien Zeit am liebsten auf Reisen. Ott lebt mit seiner Frau in Berlin.

Womit haben Sie als Erwachsener zum ersten Mal Geld verdient?

Ich habe in einer Fabrik für Teddybären die Tiere "in Form" gebracht: Ziehen am linken Arm und rechten Fuß, dann am rechten Arm und linken Fuß, zum Abschluss mit der Stopfnadel die Glasaugen freilegen und ab in den Karton. In einer Stunde ca. 100 Bären x 8 = 800 Bären/Tag x 15 Tage = 12.000 Bären in drei Wochen. Verdient habe ich in dieser Zeit rund 500 DM, das waren ca. 4 Pfennige/Bär.

Wie haben Sie den Weg in die Immobilienbranche gefunden?

Es war der frische Beton. Der Weg in das Gutachterwesen sollte eigentlich nur als zweites Standbein dienen, wurde aber dann doch ein Fulltime-Job.

Was braucht man, um es in Ihrem Job zu etwas zu bringen?

Viel Erfahrung, damit man vergleichen kann. Der Gutachter muss verstehen, wie die Immobilie und der Markt funktionieren. Zum Bewerten reichen die vier Grundrechenarten (plus, minus, mal und geteilt).

Wie feiern Sie Ihre Erfolge?

Albert Einstein hat einmal gesagt: "Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." Wann sieht man den Erfolg einer Bewertung bei einer unterstellten Nutzungsdauer von 50 Jahren? Aber Sie bringen mich auf eine Idee: Ich habe vor 29 Jahren einen Discountmarkt mit einer Restnutzungsdauer von 30 Jahren bewertet. Ich werde da gleich mal vorbeischauen, ob der noch funktioniert.

Was stört Sie in der Immobilienbranche am meisten?

Als Gutachter stört mich, dass die Prozesse, Prüfungen und aufsichtsrechtlichen Verordnungen die Analyse der Immobilie immer mehr in den Hintergrund drängen.

Und was finden Sie besonders gut?

Das Netzwerk, welches in den 30 Jahren entstanden ist, und natürlich: frischen Beton.

Was wären Sie heute gerne, wenn nicht Immobilienprofi?

Ich wollte als Kind immer Polizist werden, weil ich geglaubt habe, das Geld, das er den Autofahreren wegnimmt, darf der Polizist behalten.

Haben Sie eine Lieblingsimmobilie?

Das historische Museum in Berlin mit dem Anbau von Ming Pei.

Wo wohnen Sie zurzeit?

Zur Miete in Berlin.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Wohnung?

Überall, nur nicht im Bad (da steht die Waage).

Bitte beschreiben Sie Ihre Wohnung.

Auf den ersten Blick eine ganz normale Vierzimmerwohnung in Berlin-Steglitz, aber mit zwei großzügigen Bädern, Fenstern, die bis fast auf den Boden reichen, barrierefreiem Zugang (man weiß ja nie), Parkettboden, zwei Tiefgaragenplätzen, einem schönen Balkon und Kastanienbäumen vor dem Haus.

Haben Sie bei dieser Immobilie oder einer anderen beim Bau schon einmal selbst mit Hand angelegt?

Ich stamme aus einer kleinen Baufirma in Franken. Den Geruch von frischem Beton liebe ich seit über 50 Jahren. Das hat sich bis heute nicht geändert. Aber beim Verputzen über Kopf scheitere ich noch immer.

Wo können Sie sich besonders gut entspannen?

In der Badewanne (aus dieser Position kann ich die Waage nicht sehen).

Welche kürzlich besuchte Veranstaltung hat Ihnen besonders gut gefallen?

Götz Alsmann mit seinem Programm Broadway im Admiralspalast in Berlin. Ein tolles Gesamtkunstwerk (Musiker, Show, Lieder und Texte).

Mit wem würden Sie gerne mal für einen Tag das Leben tauschen?

Mit Martin Winterkorn von VW. Dann hätte ich ca. 40.000 Euro verdient. Das wäre dann schon die Anzahlung für die letzte Frage.

Sie haben 100.000 Euro zur freien Verfügung und müssen das Geld komplett ausgeben - welchen Traum erfüllen Sie sich?

Ein Wohnmobil "La Strada Avanti EB".

Sonja Smalian

Kennenlernen per Co-Working - Job nicht ausgeschlossen

Wie ist es eigentlich, bei XY zu arbeiten? Deskaround hilft Studierenden und Unternehmen einander ohne bürokratischen Aufwand kennenzulernen und den Arbeitsalltag zu erleben.

Wie ist es eigentlich, bei XY zu arbeiten? Deskaround hilft Studierenden und Unternehmen einander ohne bürokratischen Aufwand kennenzulernen und den Arbeitsalltag zu erleben.

Bild: contrastwerkstatt/Fotolia.com

Karriere 05.06.2015
Praktika, Karrieremessen, Unternehmensbesuche - Unternehmen tun viel, um sich Studenten früh als Arbeitgeber zu präsentieren. Unterstützung bekommen die Personaler nun von einem jungen Startup, ... 

Praktika, Karrieremessen, Unternehmensbesuche - Unternehmen tun viel, um sich Studenten früh als Arbeitgeber zu präsentieren. Unterstützung bekommen die Personaler nun von einem jungen Startup, dass auf ein Workplace-Konzept setzt: Co-Working. Drei Studenten der HafenCity-Universität (HCU) vermitteln leere Schreibtische in Unternehmen an Studenten - inklusive Recruiting-Option.

Einen Schreibtisch, einen Stuhl, eine Steckdose und Internetzugang - mehr brauchen Unternehmen nicht, um sich bei Deskaround.de zu registrieren. Das Start-up-Unternehmen vermittelt leere Schreibtische und Konferenzräume an Studierende. Die Idee kam Thimon Triebel, Katharina Sack und Luise Letzner während eines Studienprojekts an der HCU. Die Frage "Wo in der Stadt können Studenten eigentlich überall sitzen und an ihren Projekten arbeiten?" stand plötzlich im Raum und verlangte eine Antwort. Gleichzeitig war den drei angehenden Stadtplanern bewusst, dass es im Umfeld der HCU viele interessante Unternehmen für baldige Absolventen gibt. Die Idee für Deskaround war gefunden und die drei testeten sie zunächst selbst. "Das Feedback von allen Seiten war gut", sagt Luise Letzner. Mit Deskaround verbinden sie Co-Working und Recruiting. Denn das Orientierungsproblem, wo es nach dem Studienabschluss einmal hingehen könnte, sei durch die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge nicht besser geworden, betont Letzner. Zumal Studierende gar nicht so viele Praktika absolvieren könnten, wie nötig wären, um Einblick in die verschiedenen Arbeitswelten zu bekommen.

Dass im Wettkampf und Fachkräfte auch Betongold glänzen kann, zeigte 2014 eine repräsentative Umfrage der HIH Hamburgische Immobilien Handlung. Wichtige Faktoren für die Zufriedenheit mit dem eigenen Arbeitsumfeld seien Lage und Ausstattung sagten 52% bzw. 86% der Befragten. Auch bei Berufseinsteigern zählt der Standort zu den wichtigen Faktoren bei der Arbeitgeberwahl, wie die diesjährige Umfrage zur IZ-Joboffensive offenbart. Immobilienunternehmen könnten also ihr eigenes Produkt bei der Suche nach Nachwuchskräften einsetzen.

Die Idee von Deskaround ist ganz einfach. Der Student sitzt mittendrin in einem Unternehmen, arbeitet aber an seinen eigenen Projekten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Anbietern von Co-Workingspaces ist der Service von Deskaround kostenlos für die teilnehmenden Studierenden und Unternehmen. Studenten können ihren Platzgebern etwas zurückgeben. Wie der Austausch aussieht, müssen beide Partner direkt miteinander vereinbaren. Wichtig ist den Gründern nur, dass es nicht zu einem unbezahlten Arbeitsverhältnis kommt.

Eine Stunde pro Nutzungstag müssen die Studierenden beispielsweise bei der HafenCity Hamburg GmbH bei leichten Aufgaben mit anfassen. Dafür erhalten sie freitags von 13 Uhr bis 18 Uhr Zugang zu einem Konferenzraum. Derzeit nutze eine zwölfköpfige Gruppe den Raum, sagt Marcus Menzl von der HafenCity Hamburg GmbH. Wie dieses richten sich viele Angebote an Studierende aus den planerischen und baufachlichen Studiengängen. So ist u.a. ein Architekturbüro und ein Büro für Bauprojektleitung registriert. Aber die Plattform steht allen Interessierten offen.

Dass ihr Konzept aufgeht, zeigen der erste abgeschlossene Werkstudentenvertrag und Anfragen von Unternehmen aus München und Zürich. Das Team arbeite bereits an weiteren Recruitingmaßnahmen, die integriert werden sollen.

Sonja Smalian