Karriere-News

Förderung für CAD-Talente

Karriere 13.11.2014
Nemetschek Allplan hat in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Studienstipendium vergeben. Eine Fortsetzung ist geplant. ... 

Nemetschek Allplan hat in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Studienstipendium vergeben. Eine Fortsetzung ist geplant.

Sonja Smalian

Neustart beim alten Arbeitgeber

Rainer Preisshofen wagte den Neustart beim alten Arbeitgeber: Nachdem er Drees & Sommer für einen anderen Job verlassen hatte, hielt das Unternehmen weiterhin Kontakt zu ihm. Als das passende Angebot nach zwei Jahren kam, heuerte er wieder bei dem Projektsteuerer an und ist nun als Geschäftsführer am Zürcher Standort von Drees & Sommer beschäftigt.

Rainer Preisshofen wagte den Neustart beim alten Arbeitgeber: Nachdem er Drees & Sommer für einen anderen Job verlassen hatte, hielt das Unternehmen weiterhin Kontakt zu ihm. Als das passende Angebot nach zwei Jahren kam, heuerte er wieder bei dem Projektsteuerer an und ist nun als Geschäftsführer am Zürcher Standort von Drees & Sommer beschäftigt.

Bild: sma

Karriere 13.11.2014
Bei Drees & Sommer bedeutet die Kündigung eines Mitarbeiters nicht das Ende des Dialogs, sondern das Gegenteil: Das Unternehmen versucht, mit den Mitarbeitern im Gespräch zu bleiben, und ... 

Bei Drees & Sommer bedeutet die Kündigung eines Mitarbeiters nicht das Ende des Dialogs, sondern das Gegenteil: Das Unternehmen versucht, mit den Mitarbeitern im Gespräch zu bleiben, und hält die Türen für Rückkehrer offen.

Fast im Laufschritt führt Rainer Preisshofen durch das Toni-Areal in Zürich. Der ehemals größte Milchverarbeitungsbetrieb Europas beherbergt seit wenigen Monaten eine Kunst- und eine Fachhochschule. Die breiten Treppenfluchten, Sichtachsen und die technisch hochgerüsteten Seminarräume, Tonstudios und Kinosäle begeistern Preisshofen. So viel wie möglich will er davon den Besuchern im Schnelldurchlauf zeigen und bleibt nur ungern für ein Foto stehen. Das Projekt, bei dem Drees & Sommer nur kurz vor Bezug mit hinzugezogen wurde, liegt wenige Meter vom Zürcher Büro des Projektsteuerers entfernt und lässt sein Herz höher schlagen. Mangelndes Interesse an Projekten dürfte kaum der Auslöser für seine Kündigung bei Drees & Sommer im Jahr 2011 gewesen sein.

"Ein Mitarbeiter verlässt nicht das Unternehmen, sondern seine Führungskraft", sagt Dierk Mutschler, Vorstand von Drees & Sommer. Wenn jemand geht, habe er immer gute Argumente warum. Doch Mutschler wollte es genau wissen und führte deswegen 2011 Exit-Gespräche ein. Kündigt ein langjähriger Mitarbeiter bei seinem Vorgesetzten, dann schaltet sich der Vorstand oder ein Partner ein und übernimmt, denn sie kennen die Bedarfe in der Gruppe und können ggf. eine neue Position anbieten. Bevor der Mitarbeiter das Haus verlässt, wird in einem offenen Gespräch versucht zu klären, warum es nicht mehr passt. Am Ende des Gesprächs wird ein fester Termin für ein weiteres Treffen vereinbart, etwa drei, vier Monate nach dem Ausscheiden, um ihm ein konkretes Angebot zu unterbreiten: eine neue Position an einem neuen Standort. Mutschler weiß, dass er es ist, der den Kontakt halten muss. "Der Mitarbeiter ruft uns nicht mehr an."

Auch Preisshofen führte sein Exit-Gespräch mit Mutschler. Bei dem Projektsteuerer hatte der 42-Jährige seine berufliche Laufbahn als Werkstudent begonnen und viele Großprojekte betreut, u.a. die Messe Stuttgart. Zwei Jahre war er mit seiner Familie als Geschäftsführer nach Dubai gegangen. "Dubai war der Wahnsinn von der Komplexität her", erinnert sich Preisshofen. Doch das Leben als Expatriate forderte auch von seinen Kindern viel Flexibilität, und so ging die fünfköpfige Familie zurück nach Deutschland. Stuttgart habe damals plötzlich sehr klein und engstirnig gewirkt. Auch wenn er weiterhin Projekte im Ausland, nun in Madrid, betreute, wünschte er sich, an der Umsetzung einer internationalen Strategie mitzuwirken.

Und dann kam die Anfrage eines Headhunters. Ein Schweizer Baukonzern suche jemanden, der die ausländischen Hochbauprojekte u.a. in Russland, Italien und dem Nahen Osten betreut. Als er das Vorstellungsgespräch mit einem Vorstand des Baukonzerns führte, besiegelte dieser den Deal sofort mit Handschlag. Zwei Tage später war der Vertrag da - und Preisshofen unterschrieb.

Doch zugleich freute er sich über die Wertschätzung, die er bei seinem Noch-Arbeitgeber auch nach der Kündigung erhielt, und sprach im Exit-Gespräch offen an, was ihm fehlte. Eine passende Alternative hatte Drees & Sommer jedoch nicht für ihn. Ein paar Monate später traf er Mutschler wie verabredet wieder. "Ich fand das sehr positiv, dass er sein Wort gehalten hatte", sagte Preisshofen, der inzwischen mit seiner Familie in Zürich lebte.

"Ein Mitarbeiter verlässt nicht das Unternehmen, sondern seine Führungskraft."

Der Kontakt riss auch danach nicht ab. Auf der Expo Real sahen sie sich wieder und Preisshofen lernte den Geschäftsführer vom Drees-&-Sommer-Standort in Zürich kennen. Dieser machte ihm später ein konkretes Angebot für eine neue Position. Rund zwei Jahre nach seinem Weggang wechselte Preisshofen zurück zu Drees & Sommer, aber ins Zürcher Büro. Zurück nach Stuttgart zu gehen, habe er sich nicht mehr vorstellen können, nachdem er das internationale Umfeld in Zürich schätzen gelernt hatte. Ausschlaggebend für die Rückkehr sei das Persönliche gewesen und das konkrete Angebot. Preisshofen kündigte bei dem Baukonzern - und wurde zu seinem zweiten Exit-Gespräch geladen, dieses Mal mit dem CEO des Baukonzerns, der ihm am letzten Tag auch noch mal persönlich die Hand schüttelte. "In der Schweiz wechselt man häufiger mal den Arbeitgeber", sagt Preisshofen. Abschiede gibt es öfter, anders als in Deutschland.

Mutschler engagiert sich auch deswegen so für seine Ex-Mitarbeiter, weil die Suche nach einem neuen Mitarbeiter viel Zeit und Personal koste, auch wenn ein Headhunter beauftragt wird. Die Besetzung einer Bauingenieursstelle dauerte 2010 im Schnitt 67 Tage, wie der Branchenbericht zum Arbeitsmarkt im Bausektor zeigt. Und Mutschler weiß, dass die Ex-Mitarbeiter im vertrauten Umfeld sofort wieder einsatzfähig sind und ihre Wirkung entfalten können. So war es auch bei Preisshofen. Zurück bei Drees & Sommer war er nach anderthalb Wochen wieder eingearbeitet. Manch ein Kollege, sagt er, habe gar nicht mitbekommen, dass er weg gewesen war.

Sonja Smalian

DGNB-Kurse ausgebaut

Karriere 13.11.2014

Detektive ausbilden

Karriere 13.11.2014
Sonja Smalian

Immobilien betreiben

Karriere 13.11.2014
Sonja Smalian

Kunz: "Die ersten drei Monate sind sehr harte Monate"

Unternehmensgründer Thomas Kunz (2.v.r.) mit einigen Teammitarbeitern: Mitgesellschafter Marco Ziegler (2.v.l.) und den Auszubildenden Boris Mäckler (links außen), Cathrin Wolf und Jan Kampmann. Die Fliege ist die Uniform des Unternehmens und Pflicht für alle männlichen Angestellten.

Unternehmensgründer Thomas Kunz (2.v.r.) mit einigen Teammitarbeitern: Mitgesellschafter Marco Ziegler (2.v.l.) und den Auszubildenden Boris Mäckler (links außen), Cathrin Wolf und Jan Kampmann. Die Fliege ist die Uniform des Unternehmens und Pflicht für alle männlichen Angestellten.

Bild: sma

Karriere 06.11.2014
Knapp 600 junge Menschen hatten sich für das aktuelle Ausbildungsjahr bei Kunz-Schulze Immobilien beworben. Sechs wurden ausgewählt und zwei davon sind noch an Bord. Um die besten Mitarbeiter zu ... 

Knapp 600 junge Menschen hatten sich für das aktuelle Ausbildungsjahr bei Kunz-Schulze Immobilien beworben. Sechs wurden ausgewählt und zwei davon sind noch an Bord. Um die besten Mitarbeiter zu finden, hat Mitgründer Thomas Kunz ein ausgefeiltes Prüfungssystem entwickelt. Und dazu zählt auch, eine Zielvereinbarung zu formulieren.

Die Mitarbeiter von Kunz-Schulze Immobilien haben ihre Ziele immer im Blick: Von ihren Büros im Gebäude der PSD Bank schauen sie über einen Teil Karlsruhes. Doch auch ihre Einzelziele sollen die Mitarbeiter nicht aus den Augen verlieren. Ein Flachbildschirm an der Wand zeigt sie in stetig wechselnden Kombinationen: die Ansicht einer Stadt, in der ein Mitarbeiter gern Urlaub machen möchte, die Location für die Unternehmensweihnachtsfeier, der goldene Bleistift, der symbolisch für das Herausstechen aus der Masse steht, und viele mehr.

Kunz erwartet von seinen Mitarbeitern, Ziele zu haben und die auch aktiv zu verfolgen. Wer bei ihm seine Ausbildung beginnt, unterschreibt daher gleich zwei Verträge: einen Ausbildungsvertrag und seinen persönlichen Fünfjahresplan mit beruflichen und privaten Zielen. Über die Jahre hat Kunz sein eigenes Auswahlsystem entwickelt. Den nötigen Umsetzungsimpuls dafür erhielt er bei einem Seminar des Schindlerhof-Hoteliers Klaus Kobjoll im Jahr 2000. Da ging es um Auswahlverfahren und wie Unternehmen es schaffen, dass ihre Mitarbeiter auch nach der Ausbildung bei ihnen bleiben. "Alles, was nach Innovation riecht, da schnuppere ich rein", sagt Kunz.

Bei Bewerbungen achte er u.a. auf Kreativität, Anschreiben und Rechtschreibung. Interessiert ihn der Kandidat, dann geht alles ganz schnell: "Ich rufe 50% der Bewerber an", sagt Kunz, und das zwischen fünf Minuten bis zu vier Stunden nach Eingang der Unterlagen. Wer mit diesem Überraschungseffekt umgehen und überzeugen kann, wird zum eintägigen Probearbeiten an einem Montag eingeladen. An diesem Tag muss er mehrere Tests absolvieren, dazu zählen u.a. Tippen mit zehn Fingern und ein schriftlicher Einstellungstest, bei dem u.a. charakterliche Eigenschaften geprüft werden. Zudem muss er ein Exposé erstellen und sich als Makler in verschiedenen Beispielsituationen bewähren. Zwischendrin guckt er den Mitarbeitern immer wieder über die Schulter. Kunz spricht mit den Kandidaten über ihre Träume, Wünsche und Ziele und er zeigt ihnen den Fünfjahresplan eines Mitarbeiters. "Das ist der Moment, in dem sich 20% bis 25% der Bewerber von sich aus verabschieden", sagt Kunz. 95% bis 98% der Kandidaten wüssten nicht, was ein konkretes Ziel ist. Doch einen Zielplan erwartet Kunz von seinen künftigen Mitarbeitern. Dabei geht es darum, ob Innen- oder Außendienst infrage kommen könnte oder vielleicht eine Stelle als persönliche Assistenz? Eine erste Version des Plans muss bis 17 Uhr erstellt werden, denn dann wird entschieden, ob der Kandidat in die Probewoche gehen darf.

Etwa 30 bis 50 Bewerber durchlaufen jährlich die Probewoche. Während dieser Zeit begleiten sie immer einen der 23 Mitarbeiter und feilen weiter an ihrer Zielvereinbarung - bis Donnerstagabend 17 Uhr. Dann muss der Plan vorliegen und unterschrieben werden. Wenn sich beide Seiten einig sind, erhält der Bewerber am Freitag den Ausbildungsvertrag. Wackelkandidaten wird ein weiteres Probepraktikum von vier Wochen vorgeschlagen. Die Mitarbeiter haben bei der Auswahl der Bewerber großes Mitbestimmungsrecht und können ihr Veto einlegen.

Wer diese Hürden genommen hat, beginnt im Idealfall zum 1. August mit der Ausbildung. Mit zehn Fingern zu tippen muss er vorher schon lernen, auf Kosten des Maklerhauses. In der viermonatigen Probezeit wird der Azubi weiterhin geprüft: Nach zwei Wochen steht die technische Prüfung an, dann muss der sichere Umgang mit allen technischen Geräten des Büros bewiesen werden, und nach vier Wochen derselbige mit der FlowFact-Software. Die Ortskenntnis wird nach acht Wochen getestet. Im dritten Monat gibt es einen einstündigen schriftlichen Text über zwei Kapitel des Kompendiums für Immobilienberufe. Eines davon dürfen die Azubis frei wählen. Die mündliche Nachprüfung zu den falsch beantworteten Fragen folgt zwei Wochen später. Sind die Ergebnisse schlechter als 3,5 nach dem IHK-Notenschlüssel, dann "haben wir die Möglichkeit, an der Reißleine zu ziehen", sagt Kunz, der auch IHK-Prüfer ist. "Das war aber noch nie nötig." Er weiß, dass er von seinen Schützlingen viel verlangt. "Die ersten drei Monate sind sehr harte Monate", sagt Kunz.

Ein Fünfjahresplan der eigenen Ziele ist Pflicht

Das erste Lehrjahr verbringen die Auszubildenden ausschließlich im Unternehmen. "Da entwickeln sie Rückgrat", sagt Kunz. "Wenn man die jungen Leute ranlässt, dann lernen sie auch ganz schnell." Oft müssten sie nur Ängste abbauen. Im zweiten und dritten Lehrjahr besuchen die Auszubildenden dann auch die Berufsschule. Am Ende des ersten Lehrjahres müssen sie sich zwischen Wohn- und Gewerbeimmobilien entscheiden, nach Abschluss des folgenden zwischen Außen- oder Innendienst. Wöchentlich gibt es Telefontrainings. "Wer das Gespräch zu jeder Zeit im Griff hat, der spart sich einfach viel Zeit", sagt Kunz. Weiterbildungen, wie den Fachwirt, finanziert das Unternehmen seinen Mitarbeitern nicht. Es gibt aber eine Woche Sonderurlaub vor den Prüfungen und der Chef hilft bei der Vorbereitung. Und wenn der Mitarbeiter erfolgreich war, erhält er monatlich mehr Geld.

Fast 600 Bewerber hatten ihre Unterlagen für das diesjährige Ausbildungsjahr geschickt. Sie kommen über das Arbeitsamt, das Internet oder Mundpropaganda zu ihm. "Geld für Anzeigen geben wir nicht aus", sagt Kunz. In der Vergangenheit hatte er mit ungewöhnlichen Aktionen bei der Nachwuchs-Akquise auf sich aufmerksam gemacht (siehe "Kunz-Schulze sucht den Super-Azubi", IZ 18/2009) und sogar einen AusbildungsContest entwickelt, bei dem der beste Azubi eine Geldprämie gewann.

Als Kunz zusammen mit Roland Schulze zum 1. April 1994 das Unternehmen gründete, hatte er eine vierjährige Karriere als Deutschlands bester Verkäufer hinter sich. Der gelernte Kfz-Mechaniker und Einzelhandelskaufmann hatte sich die finanzielle Grundlage für sein Maklerunternehmen im ProMarkt erarbeitet. Zudem ist er Fengshui-Berater und richtete das Büro ganz nach der chinesischen Harmonielehre ein, inklusive Yoga-Raum. Beim Yoga mitzumachen sei jedoch nicht verpflichtend, sondern freiwillig. Aber er verlangt von jedem, es zumindest einmal zu versuchen. Aus seiner Zeit als Verkäufer weiß er, was es heißt, mit Zielen zu arbeiten. Der Fünfjahresplan beeinflusse das Verhältnis zu den Kollegen nicht, sagt Kunz. Denn es müsse niemand Sorge haben, dass ihn jemand übervorteilt, weil jeder seine individuellen Ziele habe. Vielmehr soll er Anreiz bieten, dem anderen nachzueifern, ihn zu bewundern und sich vielleicht auch Niederlagen einzugestehen. Der Fünfjahresplan ermöglicht aber auch, Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen.

Und auf lange Sicht soll die Zahl der Gesellschafter von derzeit drei auf sechs erhöht werden. Auf diese Aufgabe bereitet Kunz seine Auszubildende im dritten Lehrjahr, Cathrin Wolf, derzeit vor. Sie absolvierte nach der Realschule das kaufmännische Berufskolleg und kam während eines Schulpraktikums zu Kunz-Schulze. Ursprünglich hatte sie mit dem Gedanken gespielt, Rechtsanwalts- oder Notargehilfin zu werden, doch das ist vorbei. In ihrem alten Fünfjahresplan standen Ziele wie ein Notartermin pro Monat oder drei Mal die Woche Sport machen, in ihrem neuen ist der künftigen Aufgabe Rechnung getragen. Sie soll sich einmal verstärkt um Personalthemen kümmern und unterstützt Kunz bei der Bewerberauswahl. Mehr als 1.600 Unterlagen hat sie schon gesichtet.

Den Sprung zum Gesellschafter hat Marco Ziegler schon geschafft. Er kam direkt nach der Ausbildung im Jahr 2009 zu Kunz-Schulze. Das Arbeiten mit den Fünfjahresplänen sei ein Lernprozess gewesen: "Was kann ich überhaupt leisten?" Er beschränkt die Zahl seiner Ziele bewusst. Dass er mit 26 Jahren schon Gesellschafter wurde, sei ein beiderseitiges Vertrauensgeschenk gewesen. Dass die beruflich motivierten Fünfjahrespläne auch Auswirkungen auf das Privatleben haben könnten, hätte Wolf nicht gedacht. Doch sie hat sich entfernt von den Freunden, die keine Ziele haben.

Sonja Smalian

Joachim Seeler kandidiert für die Hamburger Bürgerschaft

Joachim Seeler.

Joachim Seeler.

Bild: IZ

Karriere 03.11.2014
Der scheidende Lloyd-Fonds-Vorstand Joachim Seeler strebt in die Hamburger Landespolitik. Wie der 50-Jährige heute der Immobilien Zeitung bestätigte, wurde er von der ... 

Der scheidende Lloyd-Fonds-Vorstand Joachim Seeler strebt in die Hamburger Landespolitik. Wie der 50-Jährige heute der Immobilien Zeitung bestätigte, wurde er von der Landesvertreterversammlung der Hamburger SPD am Samstag mit fast 90% Zustimmung auf Platz 15 der Liste für die Bürgerschaftswahl am 15. Februar 2015 gewählt. Der Platz gilt bei den Genossen als vergleichsweise sicher dafür, in die 121 Sitze zählende Bürgerschaft einzuziehen.

"In der Wirtschaft wird immer viel über die Politik gemeckert, aber es engagiert sich auch niemand", sagt Seeler, der vor seiner Zeit bei Lloyd Fonds das Emissionshaus Hamburg Trust gegründet hatte. Davor führte er an der Seite von Angelika Kunath die Geschäfte der HSH-Real-Estate-Tochter HGA Capital. Er wolle mit seiner Kandidatur einen Kontrapunkt zur generellen Zurückhaltung von Unternehmenslenkern setzen, die sich nach seinem Eindruck zu wenig in die Politik einbringen.

Sollte Seeler in das Landesparlament einziehen, wäre die Immobilienbranche dort mit mindestens einem Sitz vertreten. ZIA-Geschäftsführer Klaus-Peter Hesse, der bislang für die CDU in der Bürgerschaft sitzt, scheidet 2015 aus dem Parlament aus.

Seeler sitzt seit 2010 im Landesvorstand seiner Partei und verantwortet dort die Bereiche Wirtschaft und Finanzen. Diese Themen soll er auch im Hamburger Wahlkampf vertreten. Der Manager setzt mit seiner Kandidatur eine Tradition seines Elternhauses fort. Vater Hans-Joachim Seeler war von 1967 bis 1978 Mitglied des Hamburger Senats. Mutter Ingrid Seeler gehörte der Bürgerschaft von 1974 bis 1986 an.

Neben seinem Einstieg in die Politik will der Hamburger auch sein Unternehmen Dr. Seeler Verwaltungs GmbH voranbringen. Die Vermögensverwaltung hatte er 2006 gegründet, ohne damit bislang nennenswert Geschäfte gemacht zu haben.

Bernhard Bomke

ULI-Magazin kürt die 40 Besten unter 40

Karriere 30.10.2014
Sonja Smalian

Wie beschreibe ich bloß meine Motivation?

Wer seine Motivation beschreibt, sollte ehrlich bleiben und nicht zu dick auftragen. Denn im Zweifelsfall werden die Angaben im Bewerbungsgespräch überprüft.

Wer seine Motivation beschreibt, sollte ehrlich bleiben und nicht zu dick auftragen. Denn im Zweifelsfall werden die Angaben im Bewerbungsgespräch überprüft.

Bild: Spectral Design/Fotolia.com

Karriere 30.10.2014
Egal ob Studienplatz, Stipendium oder Unternehmensveranstaltungen - regelmäßig werden neben den geläufigen Bewerbungsunterlagen auch Motivationsschreiben verlangt. Wer sich bewirbt, sollte ... 

Egal ob Studienplatz, Stipendium oder Unternehmensveranstaltungen - regelmäßig werden neben den geläufigen Bewerbungsunterlagen auch Motivationsschreiben verlangt. Wer sich bewirbt, sollte erklären können, warum er das tut. Was auf den ersten Blick ganz einfach scheint, verursacht nicht selten Kopfschmerzen beim Verfasser und beim Empfänger. Worauf Bewerber deswegen achten sollten.

Den richtigen Ton zwischen gelungener Selbstvermarktung und übertriebenem Anbiedern zu treffen, dürfte die größte Schwierigkeit beim Verfassen eines Motivationsschreibens sein. Um sich zunächst an die Sache heranzutasten, hilft es, ein paar Formalien zu beachten. Wie ein klassisches Bewerbungsschreiben gliedert sich das Motivationsschreiben in Einleitung, Mittel- und Schlussteil. Zuerst sollte kurz der Anlass skizziert werden, also beispielsweise die Bewerbung um einen Studienplatz. Alternativ könne auch die eigene Person vorgestellt werden, schreiben Dieter Herrmann und Angela Verse-Herrmann in ihrem Ratgeber "Erfolgreich bewerben an Hochschulen. So bekommen Sie Ihren Wunschstudienplatz." Danach erläutert der Bewerber, warum er sich für das Studienfach interessiert, welchen Berufswunsch er hegt und, sofern vorhanden, ob er bereits erste praktische Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt hat. Hinzu kommen noch Angaben, warum er sich gerade für diese Hochschule entschieden hat, und dann folgt auch schon ein klassischer Abschlusssatz: Der Bewerber würde sich über eine Einladung zu einem Auswahlgespräch oder eine Berücksichtigung seiner Bewerbung freuen. Das Ganze umfasst eine Länge von einer bis zu zweieinhalb Seiten. "Kurz, knapp und bündig" wünscht sich denn auch Prof. Dr. Robert Göötz, Studiendekan des Studiengangs Immobilienwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), die Motivationsschreiben. "Alles, was in Richtung Tränendrüse geht", sei nicht erwünscht.

Das Motivationsschreiben ist eine Chance für beide Seiten - denn der Bewerber kann mehr von sich erzählen, als es bei standardisierten Formularen möglich ist - und der Adressat erhält ein besseres Bild. Aus diesem Grund führt der Studiengang Immobilienwirtschaft an der HfWU zum kommenden Sommersemester diese Möglichkeit als ergänzendes Element ein. Damit will er Bewerbern mit immobilienwirtschaftlicher Berufserfahrung, also vor allem Immobilienkaufleuten und -fachwirten, eine Plattform bieten, um ihre praktischen Erfahrungen und Beweggründe zu präsentieren. Das Motiviationsschreiben sei freiwillig, betont Studiendekan Göötz. "Wir wollen Leute zum Studieren motivieren." Gesucht werden Kandidaten, die ihre Ausbildung mit der Note 2,5 oder besser abgeschlossen haben.

Auch Deloitte setzt auf das Motivationsschreiben und einen Lebenslauf bei der Suche nach Kandidaten für ihre Veranstaltung "Call for Innovation: Real Estate - The Challenge". Einen Tag schlüpfen Studenten in die Haut von Beratern und bearbeiten eine Fallstudie. Gerade jüngere Kandidaten, die noch nicht so viele Stationen im Lebenslauf vorzuweisen haben, hätten die Chance, mit einem guten Motivationsschreiben zu überzeugen, sagt Silja-Kristin Peisker, Referentin Personalmarketing und Recruiting bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche. Sie will ein Gefühl für den Bewerber und seinen Antrieb bekommen.

Um mehr über die praktischen Erfahrungen der Bewerber zu erfahren, nutze auch die Akademie der Hochschule Biberach das Motivationsschreiben, sagt Geschäftsführerin Miriam Rehm. Die Angaben im Lebenslauf der Bewerber für den Studiengang Master of Business Administration Internationales Immobilienmanagement seien oft viel zu knapp. Wichtig sei auch, welche Ziele die Kandidaten verfolgten. Entscheidend für eine Aufnahme seien vor allem die "harten Kriterien", u.a. Berufserfahrung, Hochschulabschluss und Englischkenntnisse.

Doch mit dem Motivationsschreiben lassen sich nicht nur Plus-, sondern auch Minuspunkte sammeln. Wer sich um einen Studienplatz bewirbt, sollte nicht mit den vermeintlich guten Berufs- oder Verdienstaussichten des angestrebten Studienabschlusses argumentieren. Denn es sei nicht sicher, dass die erworbenen Qualifikationen nach Studienende noch vom Arbeitsmarkt nachgefragt werden, warnen Herrmann und Verse-Herrmann in ihrem Ratgeber. Viel besser sei es, die Begeisterung für die mit dem Beruf zusammenhängenden Tätigkeiten zu betonen oder die breiten Einsatzmöglichkeiten, die der Studienabschluss biete.

Auf Platz eins der Minuspunkte-Hitparade steht ein Klassiker: Rechtschreibfehler. Sie sind besonders ärgerlich, weil sie leicht zu vermeiden sind. Entweder blicken ein Kommilitone oder die Eltern über den Text und wer auf deren Hilfe um 3 Uhr in der Früh nicht mehr zurückgreifen kann, der holt sich Hilfe im Netz, z.B. unter www.duden.de (Textprüfung), www.wortschatz.uni-leipzig.de (Synonyme und Wortverwendungen) oder www.blablameter.de (entlarvt Nominalstil). Analoges Hilfsmittel: Sich den Text selbst laut vorlesen. So lassen sich Schachtel- und Bandwurmsätze sowie fehlende Kommata leicht heraushören. Wer ein Motivationsschreiben verfasst, will damit vor allem den Adressaten motivieren - den Schreiber kennenlernen zu wollen. Und dabei ist weniger manchmal mehr. Göötz empfiehlt: "Lieber etwas zu bescheiden auftreten als zu dick auftragen."

Deloitte lädt Studenten wirtschaftswissenschaftlicher und technischer Fächer zum Call for Innovation: Real Estate - The Challenge ein, um die Arbeit eines Beraters kennenzulernen. Bewerber können sich bis zum 17. November 2014 mit Motivationsschreiben und Lebenslauf per E-Mail bewerben. Informationen: www.deloitte.com/de/rec-casestudy.

Sonja Smalian