Karriere-News

Joboffensive 2013: Halbzeit für die IZ-Arbeitsmarktumfrage

Wen die Immobilienunternehmen einstellen wollen, zeigt die IZ-Arbeitsmarktanalyse.

Wen die Immobilienunternehmen einstellen wollen, zeigt die IZ-Arbeitsmarktanalyse.

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Karriere 18.03.2013
Noch vier Wochen lang - bis zum 19. April - läuft die Umfrage der Immobilien Zeitung im Rahmen der Joboffensive 2013. Sie untersucht die aktuelle Arbeitsmarktsituation und ermittelt u.a., ... 

Noch vier Wochen lang - bis zum 19. April - läuft die Umfrage der Immobilien Zeitung im Rahmen der Joboffensive 2013. Sie untersucht die aktuelle Arbeitsmarktsituation und ermittelt u.a., welche Anforderungen an Berufseinsteiger gestellt und welche Einstiegsgehälter gezahlt werden. Ziel der Analyse ist es, für mehr Transparenz auf dem Arbeitsmarkt der Immobilienbranche zu sorgen und Nachwuchskräfte bei ihrem Berufseinstieg zu unterstützen.

Zur Teilnahme aufgerufen sind alle Personalverantwortlichen (u.a. Personalleiter, Geschäftsführer, Recruitingbeauftragte) aus Immobilienunternehmen mit mindestens fünf Mitarbeitern. Sie brauchen lediglich ihre E-Mail-Adresse anzugeben und können die Umfrage danach direkt starten. Die Auswertung der Daten erfolgt anonymisiert.

Nehmen Sie teil und unterstützen Sie die IZ-Arbeitsmarktanalyse! Hier geht es zur Umfrage für Arbeitgeber: http://www.iz-jobs.de/karriere/joboffensive/umfrage/unternehmen.php

Zum Dank für ihr Engagement werden den teilnehmenden Unternehmen sämtliche Analyseergebnisse mit dem "IZ-Karriereführer 2013/14 für die Immobilienwirtschaft", der im August erscheint, kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ebenfalls bis zum 19. April wird auch eine Umfrage unter Studierenden der Immobilienwirtschaft und verwandter Studiengänge durchgeführt. Unter allen Teilnehmern werden zahlreiche Preise im Gesamtwert von 60.000 Euro verlost! Hier geht es zur Umfrage für Studierende: http://www.iz-jobs.de/karriere/joboffensive/umfrage/studenten.php

Die Joboffensive für die Immobilienwirtschaft, eine Initiative der Immobilien Zeitung, wird von namhaften Unternehmen der Immobilienbranche unterstützt. So sind die Aareal Bank, Bernd Heuer & Partner Human Resources, Bilfinger Facility Services, BNP Paribas Real Estate, CBRE, Corpus Sireo, DTZ, ECE Projektmanagement, Irebs Immobilienakademie, IVG Immobilien, Kaufland, Messe München/Expo Real, mfi management für immobilien, Patrizia Immobilien und RGM Sponsoren der Initiative.

Britta Kriechel

Sperrvermerke nicht leichtfertig aussprechen

Prof. Dr. Ulrich Bogenstätter möchte, dass das Wissen der Studenten geteilt werden kann. So wie bei diesen Abschlussarbeiten im Schrank, die alle einsehbar sind.

Prof. Dr. Ulrich Bogenstätter möchte, dass das Wissen der Studenten geteilt werden kann. So wie bei diesen Abschlussarbeiten im Schrank, die alle einsehbar sind.

Bild: sma

Karriere 14.03.2013
Fachhochschulen zeichnen sich durch einen hohen Praxisbezug der Ausbildung aus. Deswegen wird es gern gesehen, wenn Studenten ihre Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben. Doch nicht selten ... 

Fachhochschulen zeichnen sich durch einen hohen Praxisbezug der Ausbildung aus. Deswegen wird es gern gesehen, wenn Studenten ihre Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben. Doch nicht selten wird der Einblick in betriebliche Abläufe mit einem Sperrvermerk "bezahlt". Zu leichtfertig werde dieses rigorose Mittel angewendet, sagt Prof. Dr. Ulrich Bogenstätter, Studiengangsleiter für das Technische Gebäudemanagement an der Fachhochschule Mainz. Er plädiert für einen sensiblen Umgang mit dem Werkzeug, damit interessante Arbeiten nicht weggeschlossen werden müssen.

Sperrvermerke sieht Bogenstätter kritisch, weil Fachhochschulen keinen akademischen Mittelbau ausbilden. Sie verfügen nicht über ein Heer von Doktoranden, wie es Universitäten haben, den Fachhochschulen fehlt das Promotionsrecht. Neues Wissen wird dort also durch die Professoren und die Studenten generiert. Sind die Arbeiten jedoch mit einem Sperrvermerk versehen, kann auf die Erkenntnisse nicht aufgebaut werden.

Seit 1999 haben 428 Studenten ihre Bachelor- oder Masterarbeit im Technischen Gebäudemanagement an der FH Mainz verfasst. Davon waren 48 Arbeiten mit einem Sperrvermerk versehen. Das sind immerhin 11%, also jede neunte Arbeit, die weggeschlossen wird - und damit quasi für den Papierkorb produziert wurde.

Praxispartner wünschen sich häufig den Sperrvermerk

Eine Arbeit kann aus verschiedenen Gründen gesperrt sein. Zum einen hat der Verfasser das Recht, seine Arbeit unter Verschluss zu halten. Häufiger geschieht es jedoch, dass der Praxispartner, also das Unternehmen, bei dem der Student seine Arbeit angefertigt hat, einen Sperrvermerk wünscht.

Über die Gründe kann auch Bogenstätter nur spekulieren. Vielleicht hat das Unternehmen Sorge, dass firmeninterne Daten auf diesem Wege zugänglich werden. Ein anderer möglicher Grund könnte sein, dass die Unternehmen sich den Wettbewerbsvorteil durch die Erkenntnisse der Arbeit sichern wollen. Dafür müssten die aber erst einmal im Unternehmen umgesetzt werden, gibt Bogenstätter zu bedenken. Doch auch der umgekehrte Fall ist denkbar: Das Unternehmen möchte unter Verschluss halten, dass bestimmte Verfahren im Unternehmen noch nicht "state-of-the-art" sind.

Nicht selten dürften auch rein menschliche Nöte Auslöser sein. Vielleicht sorgt sich der Betreuer im Unternehmen, dass er sich gegenüber seinem Chef rechtfertigen muss, welche Daten der Student bearbeiten durfte. Der Sperrvermerk wird pauschal und leichtfertig als Sicherungsnetz eingezogen.

Durch Sperrvermerke bringen sich Studenten selbst um Chancen

Dabei bringen sich die Studenten um einige Chancen, wenn sie die Arbeit unter Verschluss halten wollen. Sie könnten diese dann nicht mehr bei Wettbewerben einreichen, sagt Bogenstätter. Auch als Türöffner bei Vorstellungsgesprächen lässt sich das Werk nicht mehr einsetzen. Von einer Veröffentlichung in einer Hochschulreihe ganz abgesehen. Doch genau das plant Bogenstätter. Er möchte künftig Kurzfassungen der Abschlussarbeiten auf der hochschuleigenen Internetseite präsentieren. Das geht nur, wenn die Arbeiten frei zugänglich sind. Auch in der Immobilien Zeitung werden in der Rubrik mit dem "Doktorhut" ebenfalls nur immobilienwirtschaftliche Abschlussarbeiten ohne Sperrvermerk vorgestellt.

"Ich habe in meiner elfjährigen Hochschulpraxis keine Arbeit gesehen, die sperrwürdig gewesen wäre", sagt Bogenstätter. Zumindest die Titel der Arbeiten lassen dahinter nicht sofort brisante Firmeninterna vermuten. Da geht es beispielsweise um die Verringerung der Verschmutzungsneigung von Fassaden, das Flächenmanagement von Büroflächen oder eine Methode zur Auswahl und Entwicklung reinigungsgerechter Bauwerksteile in Sanitärräumen.

Nicht vergessen werden darf zudem, dass sich die Studenten auch nur eine begrenzte Zeit mit ihrem Thema beschäftigen: Am Ende des Bachelorstudiums haben sie zwei und am Ende ihres Masterstudiums drei Monate Zeit für die Bearbeitung ihres Themas. Auch diese Bearbeitungszeit lässt es sinnvoll erscheinen, wenn Themen von anderen Studenten "weitergedreht" werden können.

Es gibt viele alternative Lösungen zum Sperrvermerk

Und selbst wenn bestimmte Daten nicht für jeden einsehbar sein sollen, gibt es dafür eine Vielzahl von Lösungen: Zum einen könnten die Daten anonymisiert oder die Zahlen verändert werden. Zum anderen gibt es auch die Möglichkeit, das Thema so zuzuschneiden, dass eventuell geheime bzw. schützenswerte Inhalte gar nicht erst publik werden. Es können auch nur einzelne Teile der Arbeit, z.B. der Anhang mit dem brisanten Datenmaterial, geschützt werden. In Gesprächen kann geklärt werden, welche Vorgehensweise sich eignet.

Bogenstätter wurmen die Sperrvermerke auch deshalb, weil er aus der Hochschule heraus gerne einen aktuellen Beitrag zur fachlichen Diskussion in der Branche leisten will. Er möchte raus aus dem Elfenbeinturm und hat viele Ideen für Kooperationen mit Unternehmen. "Hochschule kann ein Ort des Testens sein, wenn man sie ließe", sagt er. Er plant, einen Alumni-Beirat zu gründen, um mit der Ausbildung noch näher an den Themen der Praxis zu sein. Ab dem kommenden Semester sollen gemeinsam mit Praxispartnern mögliche Themen für Abschlussarbeiten vorgestellt und beworben werden. "Hochschulen brauchen den Praxisbezug", sagt Bogenstätter.

Sonja Smalian

Gefma-Förderpreise: Tipps fürs Treppchen

Die sechs Gewinner der diesjährigen Gefma-Förderpreise (v.l.n.r.): Gerrit Fischer, Simone Blankenburg, Manuel Wider, Yvonne Schoeberichts, Andreas Diem und Stephan Stößel.

Die sechs Gewinner der diesjährigen Gefma-Förderpreise (v.l.n.r.): Gerrit Fischer, Simone Blankenburg, Manuel Wider, Yvonne Schoeberichts, Andreas Diem und Stephan Stößel.

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Karriere 07.03.2013
Die German Facility Management Association (Gefma) verlieh auf der Fachmesse Facility-Management in Frankfurt am Main zum 16. Mal ihre Förderpreise. Sechs Hochschulabsolventen erhielten ... 

Die German Facility Management Association (Gefma) verlieh auf der Fachmesse Facility-Management in Frankfurt am Main zum 16. Mal ihre Förderpreise. Sechs Hochschulabsolventen erhielten für ihre Bachelor- bzw. Masterarbeiten insgesamt ein Preisgeld von 8.000 Euro. Sie gaben zusammen mit den Juroren und den Sponsoren viele Tipps für Planung und Umsetzung der Abschlussarbeit.

Der mit 3.000 Euro dotierte Hauptpreis ging in diesem Jahr an Manuel Wider, der seine Bachelorarbeit an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen verfasst hat. Wider untersuchte, wie sich die Gebäudeautomation auf die Nachhaltigkeit von Gebäuden im Lebenszyklus auswirkt. Dabei stellte er die Funktionen und Prozesse der Gebäudeautomation den Nachhaltigkeitskriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) gegenüber. Es stellte sich heraus, dass viele der DGNB-Kriterien positiv beeinflussbar sind. Mit der Arbeit habe Wider zwei wichtige Themen zusammengeführt, betonte Dr. Markus Lehmann, Professor an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen und Vorsitzender der vierköpfigen Jury. Denn bislang sei das Thema Gebäudeautomation nur indirekt bei der Nachhaltigkeitszertifizierung betrachtet worden.

16 Hochschularbeiten waren bei dem diesjährigen Wettbewerb eingereicht worden, darunter acht Master-, zwei Diplom- und sechs Bachelorarbeiten. Zwölf Teilnehmer hatten ihren Abschluss an einer Fachhochschule absolviert und vier an einer Universität. Die Beteiligung war in diesem Jahr vergleichsweise niedrig ausgefallen, aber das Leistungsniveau sei gut bis sehr gut gewesen, so Lehmann.

Den Bewertungsschlüssel und die Vorgehensweise der Jury erläuterte Wolfgang Schneider, ehemals Professor an der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg: Die Jury schaue insbesondere auf Inhaltsbreite und -tiefe, Innovation, Praxisbezug und die formalen Kriterien der Arbeit. Gerade auch die beiden Praxisvertreter in der Jury, Friedrich Quentin und Wilhelm Merz, legen Wert auf die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit und des Lebenszyklus in der Arbeit sowie die Anwendbarkeit und neue, unbekannte Themen, die auch über das eigentliche Gebäude hinausgehen können.

Bei der Konzeption des Themas sollten die Studenten auch die Themen alter Arbeiten anschauen. Eine Liste der bisherigen Preisträger ist auf der Gefma-Internetseite einsehbar. Merz empfiehlt zudem zu prüfen, ob bestimmte Themen nicht "weitergedreht" werden können in einer zweiten Arbeit.

Zahlreiche Anregungen und Tipps gab es aber auch von den Preisträgern selbst. Sie machten den Studenten Mut, "einfach mal zum Hörer" zu greifen und einen möglichen Praxispartner zu kontaktieren, sich bei älteren Kommilitonen oder Alumni zu informieren oder auch einfach mögliche Interviewpartner anzusprechen - und das Beste zu hoffen. So hatte die studierte Architektin Yvonne Schoeberichts für ihre Masterarbeit zum Brandschutz im kommunalen Gebäudemanagement rund 14 Brandschutzbeauftragte verschiedener Städte interviewt.

Die weiteren vier mit jeweils 1.000 Euro dotierten Sonderpreise gingen an Simone Blankenburg (Das Münchner Kanalreinigungssystem. Analyse und Bewertung des Münchner Kanalreinigungssystems, als ein Instrument zum Einstieg in die bedarfsgerechte Kanalreinigung), Andreas Diem (Anforderungen neuer rechtlicher Rahmenbedingungen an die Dokumentation im Immobilien-Lebenszyklus - Anwendbarkeit und Nutzen der GEFMA-Richtlinie 198 (E)), Gerrit Fischer (FM-gerechtes Planen und Bauen - Entwicklung standardisierter Flächenmodule für FM-Funktionen bei Industrieunternehmen) und Stephan Stößel (FMkonforme Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur eines Industriestandortes). Einen Tipp gab Schneider künftigen Wettbewerbsteilnehmern noch auf den Weg. Sie sollten die ersten 30 Seiten, in denen sie FM erklären, einfach weglassen.

Nachwuchswettbewerbe in der Immobilienwirtschaft

Es gibt einige Wettbewerbe, bei der Studenten ihre Arbeiten einreichen - und im besten Fall versilbern lassen können. Eine Auswahl.

Sonja Smalian

Gefma-Förderpreise: Arbeit zu Nachhaltigkeit überzeugt

Die Gefma-Förderpreisträger 2013 (v.l.n.r.): Gerrit Fischer, Simone Blankenburg, Manuel Wider, Yvonne Schoebereichts, Andreas Diem und Stephan Stößel.

Die Gefma-Förderpreisträger 2013 (v.l.n.r.): Gerrit Fischer, Simone Blankenburg, Manuel Wider, Yvonne Schoebereichts, Andreas Diem und Stephan Stößel.

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Karriere 04.03.2013
Die German Facility-Management Association (Gefma) hat auf der Fachmesse Facility-Management zum 16. Mal ihre Förderpreise verliehen. Sechs Hochschulabsolventen erhielten für ihre ... 

Die German Facility-Management Association (Gefma) hat auf der Fachmesse Facility-Management zum 16. Mal ihre Förderpreise verliehen. Sechs Hochschulabsolventen erhielten für ihre Bachelor- bzw. Masterarbeiten insgesamt ein Preisgeld von 8.000 Euro.

Der mit 3.000 Euro dotierte Hauptpreis ging in diesem Jahr an Manuel Wider, der seine Bachelorarbeit an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen verfasst hat. Wider untersuchte, wie sich die Gebäudeautomation auf die Nachhaltigkeit von Gebäuden im Lebenszyklus auswirkt. Dabei stellte er die Funktionen und Prozesse der Gebäudeautomation den Nachhaltigkeitskriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) gegenüber. Es stellte sich heraus, dass viele der DGNB-Kriterien positiv beeinflussbar sind.

Mit der Arbeit habe Wider zwei wichtige Themen zusammengeführt, betonte Dr. Markus Lehmann, Professor an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen und Vorsitzender der vierköpfigen Jury. Denn bislang sei das Thema Gebäudeautomation nur indirekt bei der Nachhaltigkeitszertifizierung betrachtet worden.

16 Hochschularbeiten waren bei dem diesjährigen Wettbewerb eingereicht worden, darunter acht Master-, zwei Diplom- und sechs Bachelorarbeiten. Zwölf Teilnehmer hatten ihren Abschluss an einer Fachhochschule absolviert und vier an einer Universität. An dem Wettbewerb hatten sich nur vier Frauen beteiligt.

Fünf Sonderpreise vergeben

Neben dem Hauptpreis wurden zudem fünf mit je 1.000 Euro dotierte Sonderpreise vergeben: Die Jury überzugen konnten die Architektin Yvonne Schoeberichts von der FH Aachen (Masterarbeit: Brandschutz im kommunalen Gebäudemanagement) und Simone Blankenburg von der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg (Masterarbeit: (Das Münchner Kanalreinigungsmodell. Analyse und Bewertung des Münchner Kanalreinigungsmodells, als ein Instrument zum Einstieg in die bedarfsgerechte Kanalreinigung).

Weitere Preisträger waren Andreas Diem von der TU Kaiserslautern (Bachelorarbeit: Anforderungen neuer rechtlicher Rahmenbedingungen an die Dokumentation im Immobilien-Lebenszyklus – Anwendbarkeit und Nutzen der GEFMA-Richtlinie 198 (E)), Gerrit Fischer von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen (Masterarbeit: FM-gerechtes Planen und Bauen – Entwicklung standardisierter Flächenmodule für FM-Funktionen bei Industrieunternehmen) und Stephan Stößel von der Bauhaus Universität Weimar (Masterarbeit: FM-konforme Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur eines Industriestandortes).

Gefördert wurde der Preis in diesem Jahr von HSG Zander, ray facility management, Rübsam Fachkräfte – Dipl.-Ing. Erhard Rübsam Gesellschaft für Arbeitnehmerüberlassung, CWS-boco Deutschland, RGM Holding und Gegenbauer Facility Management.

Sonja Smalian

Was ist der Doktorgrad heute noch wert?

Ein Doktortitel kann in Deutschland nicht nur innerhalb der Forschung, sondern auch in der Wirtschaft und der Politik für einen Karriereschub sorgen. Doch dafür wurde das Verfahren nicht entwickelt.

Ein Doktortitel kann in Deutschland nicht nur innerhalb der Forschung, sondern auch in der Wirtschaft und der Politik für einen Karriereschub sorgen. Doch dafür wurde das Verfahren nicht entwickelt.

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Karriere 28.02.2013
Viele promovierte Prominente mussten in der jüngeren Vergangenheit ihren Doktortitel zurückgeben, seitdem Martin Heidingsfelder, Mitbegründer von VroniPlag Wiki, 2011 seinen ... 

Viele promovierte Prominente mussten in der jüngeren Vergangenheit ihren Doktortitel zurückgeben, seitdem Martin Heidingsfelder, Mitbegründer von VroniPlag Wiki, 2011 seinen Plagiatsfeldzug begonnen hat. Scheinheiligkeit und Häme bei den Claqueuren waren die "natürlichen Begleiterscheinungen" dieser Vorgänge. "Als jemand, der vor 30 Jahren seine Inauguraldissertation geschrieben hat, fühle ich mich in eine Art ,Sippenhaft' genommen mit solchen Plagiarii, mit solchen Dieben bzw. Menschenhändlern, wie die ursprüngliche Bedeutung des lateinischen Wortes plagiarius lautet", sagt Prof. Dr. Hanspeter Gondring. Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich, dass das deutsche Promotionssystem einer kritischen Prüfung unterzogen werden sollte. Dabei lohnt sich auch ein Blick über den Ärmelkanal, denn die Briten haben ein Promotionssystem von dem wir uns einiges abgucken können. Ein Zwischenruf.

Der Doktorgrad ist der höchste akademische Grad, den eine deutsche Universität verleihen kann. Georg Christoph Lichtenberg bezeichnete im 18. Jahrhundert die Erlangung der Doktorwürde als Konfirmation des Geistes, also die Bestätigung der besonderen Geisteskraft und des besonderen Verstandes. Durch die Promotion wird der Promovend in den Kreis der wissenschaftlich Gelehrten, der Doctores, erhoben. Dieser Schritt ist nicht für jeden Studenten erreichbar und ruft auch Neider auf den Plan. Fälschungen und Betrügereien in Doktorarbeiten sind kein neues Phänomen, sondern bereits seit dem Mittelalter bekannt. Durch die jüngsten Negativmeldungen wurde das Image von Promovierten deutlich angekratzt, und es stellt sich die Frage, was der Titel heute noch wert ist.

Nur an den Hochschulen wird ein Doktortitel gebraucht

Einen Doktortitel braucht streng genommen - mit Ausnahme derjenigen, die an Hochschulen forschen und lehren - keiner! Das zeigt auch ein Blick in die Führungsetagen der Immobilienunternehmen. Die Mehrheit der Manager hat keinen Doktortitel und ist dennoch sehr erfolgreich. Gerade diesen Personen (viele haben noch nicht einmal einen Hochschulabschluss) erweise ich meinen größten Respekt. Respekt und Anerkennung erwirbt man sich durch seine Lebensleistung, aber nicht durch Titel.

Gleichwohl gibt es in Deutschland nahezu eine Titelparanoia, Titelmanie oder auch vereinzelt eine Titelhysterie. Es scheint, als wäre das Sammeln von Titeln ein Sportwettkampf geworden. Gewinner ist, wer am schnellsten seine Visitenkarte mit Titeln vollgeschrieben hat. Manches Mal wirkt es schon fast lächerlich und verkehrt sich ins Gegenteil, wenn hinter einem Namen nicht nur die Positionsbezeichnung, sondern zwei, drei Abschlüsse mitsamt Hochschulkürzel aufgeführt werden. Und der Doktortitel reiht sich als wertvolle Ergänzung gern ganz vorn vor dem Namen in die Sammlung ein. Entgegen der landläufigen Meinung ist der Doktorgrad jedoch kein Namensbestandteil, gleichwohl besteht ein Recht auf Eintragung z.B. in das öffentliche Personenstandsregister, in Ausweispapiere und Dokumente. Nicht selten wird der Titel sogar in der mündlichen Ansprache erwähnt.

Ganz anders in den USA, Frankreich oder Großbritannien. Wer sich dort mit Herr oder Frau Doktor ansprechen lässt, wird sofort entweder als Arzt definiert oder stößt - nicht selten mit einem Kopfschütteln - auf Unverständnis. Zugegebenermaßen sind Doktortitel in den Naturwissenschaften (Physik, Mathematik, Chemie, Biologie oder Medizin) von großem Vorteil, wenn nicht sogar Bedingung.

Ebenso sind sie mitunter hilfreich für den Sprung in die Vorstandsetage von DAX-Unternehmen oder supranationalen Institutionen. Auch wird der Doktortitel von Headhuntern bevorzugt, weil Personaler darin Schlüsselkompetenzen wie Durchhaltevermögen, Selbstmotivation, Arbeitskonzentration und Ehrgeiz erkennen wollen. Doch könnten diese Tugenden nicht auch über ein Assessment-Center kostengünstiger für alle Beteiligten - Doktorand, Personalverantwortliche, Steuerzahler - getestet werden? Ist dafür wirklich die mehrjährige Auseinandersetzung nach wissenschaftlichen Methoden mit einer relevanten Forschungsfrage nötig?

Die formalen Hürden zum Promotionsverfahren sind niedrig

Tatsache ist, dass die formalen Zugangshürden zum Doktortitel relativ niedrig sind - und somit von vielen überwunden werden können! Eigentlich ein Fakt, das den Wert des Titels senken sollte, es in der Praxis aber nicht tut.

Jede Hochschule mit Promotionsrecht hat ihre eigene Promotionsordnung, durch die das Promotionsverfahren geregelt wird. Grundsätzlich war in der Vergangenheit jeder promotionsfähig, der ein abgeschlossenes Universitätsstudium (Diplom, Magister, zweites Staatsexamen) i.d.R. mit der Mindestnote 2,5 vorweisen konnte. Mit der Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse setzt die Promotion formal i.d.R. mindestens 300 ECTS-Punkte voraus, die sich rechnerisch mit einem Bachelorabschluss (180 bis 210 ECTS) und einem Masterabschluss (90 bis 120 ECTS) erreichen lassen. Der angehende Doktorand sollte klare Vorstellungen von seinem promotionswürdigen Thema haben, und letztendlich gilt es dann noch, einen Betreuer, also einen Doktorvater, zu finden. Zudem verlangen einige Universitäten noch Eignungstests bzw. Einstellungsgespräche.

Aktuell haben diese Zugangshürden knapp 200.000 Doktoranden genommen, die derzeit ihre Arbeiten verfassen. Die Abbruchquote liegt bei ca. 50% bis 60%. Die Zahl der jährlich erfolgreich abgeschlossenen Promotionsverfahren wird mit rund 25.000 angegeben. Damit haben ca. 1,2% der Bevölkerung einen Doktortitel. Über einen akademischen Abschluss verfügen insgesamt 12% der Deutschen.

In Fachkreisen wird angenommen, dass die Dunkelziffer derjenigen, die ihren Doktortitel unrechtmäßig erworben haben oder keine Berechtigung zur Titelführung haben, zwischen 10% und 15% liegt. Im internationalen Vergleich hat Deutschland eine relativ hohe Promotionsdichte: Die Promotionsquote in Deutschland ist drei Mal so hoch wie z.B. in den USA. Ist unser Doktortitel damit drei Mal so wenig wert?

In der Regel sollte die Promotion den "Internen", das sind die wissenschaftlichen Mitarbeiter an den Lehrstühlen, vorbehalten sein. Denn ihnen konnte unterstellt werden, dass sie mit der Erlangung der Doktorwürde weiter ihren Weg in der Wissenschaft gehen würden. So war es bis in die 1990er Jahre hinein eher die Ausnahme, wenn "Externe" promoviert haben, die ihre Dissertation oft berufsbegleitend angefertigt haben und nicht aktiv in Forschung und Lehre des betreuenden Lehrstuhls eingebunden waren. Dies hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt und die Zahl der berufsbegleitenden, externen Promotionen hat stark zugenommen. Karl-Theodor zu Guttenberg, Silvana Koch-Mehrin, Annette Schavan und die meisten anderen Plagiarii waren "Externe". Die externe Promotion war und ist eine Schwachstelle des deutschen Promotionssystems und sie sollte auch die Ausnahme bleiben!

Leider gibt es in unserer Zunft immer wieder Kollegen, die sich damit brüsten, dass sie 15 bis 20 und mehr externe Doktoranden gleichzeitig betreuen. Dieser Promotions-Fordismus muss zwangsläufig zu Lasten der Qualität gehen. Anders verhält es sich mit den externen Promotionen im angelsächsischen Raum, die dort eine andere Betreuung - meist in Form eines strukturierten Promotionsstudiums - erfahren.

Die Angelsachsen sind uns beim Promotionsverfahren voraus

"Der Doktortitel darf nicht zum Ersatz des Adelstitels werden."

Obwohl mit der Bologna-Reform die angelsächsischen Abschlüsse Bachelor und Master in Deutschland eingeführt wurden, blieben die nationalen Promotionssysteme davon unberührt. Dabei lohnt sich auch hier der Blick ins Ausland: In Großbritannien wird unterschieden zwischen dem DBA (Doctor of Business Administration) und dem Ph.D. (Doctor of Philosophy). Immer mehr britische Universitäten dringen in den deutschen Markt ein und bieten ihre Promotionsprogramme an. Zum Beispiel betreut die deutsche Sektion der Universität Gloucestershire in Deutschland knapp 200 Doktoranden. Der DBA ist ein dreijähriges strukturiertes und berufsbegleitendes Promotionsprogramm mit der Fokussierung auf den Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis. Und damit wäre dieses Programm auch in Deutschland gut für die berufsbegleitenden Promovenden geeignet, die mit ihrem Titel nicht in die Forschung streben, sondern die nächste Sprosse der Unternehmenskarriereleiter erklimmen wollen. Der britische Ph.D., ein vierjähriges, mit Schwerpunkt auf Forschung strukturiertes Promotionsprogramm, ist dem deutschen Doktorgrad gleichwertig. Die Verurteilung des deutschen Promotionssystems insgesamt ist angesichts der Verfehlungen Einzelner übertrieben. Doch um der großen Nachfrage der Visitenkarten- bzw. Karrierepromotionen nachzukommen, ist das deutsche System denkbar ungeeignet. Wer sein besonderes Engagement und seine wissenschaftliche Arbeitsweise unter Beweis stellen möchte, ohne aus dem Job auszuscheiden, für den könnte das britische System mit dem DBA eine sinnvolle Alternative bieten - und dies könnten auch deutsche Universitäten mit Promotionsrecht anbieten. Der Abschluss hätte dann gut erkennbar auch für alle Außenstehenden einen ganz eigenen Wert, unabhängig vom klassischen Doktorgrad, der der Hochschulkarriere vorbehalten sein sollte.

Fazit: Wir sollten uns in Deutschland weniger auf Glanz und Gloria von Titeln und akademischen Graden fokussieren, sondern eine inhaltliche Diskussion führen, d.h. welche Qualifikationen die Wirtschaft braucht und mit welchen Studienprogrammen sich diese erreichen lassen. In dieser Hinsicht sind uns die Angelsachsen voraus: mit dem DBA für die Wirtschaft und dem Ph.D. für Forschung und Lehre. (sma)

Der Autor: Prof. Dr. oec. Hanspeter Gondring ist Studiengangsleiter Immobilienwirtschaft/Versicherung und Studiendekan des Studienzentrums Finanzwirtschaft an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart. Zudem ist er wissenschaftlicher Leiter der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft.

Hanspeter Gondring