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Kein Urlaub für Kinderlose in den Ferien?

Der Angestellte ist nicht verpflichtet, doppelt zu arbeiten und damit quasi seinen Urlaub komplett vorzuarbeiten.

Der Angestellte ist nicht verpflichtet, doppelt zu arbeiten und damit quasi seinen Urlaub komplett vorzuarbeiten.

Bild: Osborne Clarke

Karriere 10.07.2014
Sommerzeit ist Urlaubszeit. Damit in Unternehmen die Telefone nicht stillstehen, können nicht alle gleichzeitig in der Sonne liegen. Doch müssen Singles ohne Kinder deswegen immer im November ... 

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Damit in Unternehmen die Telefone nicht stillstehen, können nicht alle gleichzeitig in der Sonne liegen. Doch müssen Singles ohne Kinder deswegen immer im November Urlaub nehmen, während Familien mit Kindern bevorrechtigt die Sommermonate zugestanden werden? Sonja Riedemann, Arbeitsrechtlerin bei Osborne Clarke, erklärt im Interview, was beim Urlaub rechtens ist.

Immobilien Zeitung: Frau Riedemann, Familien mit schulpflichtigen Kindern oder Paare, bei denen ein Partner als Lehrer tätig ist, sind an die Sommerferien gebunden. Müssen Singles oder Paare ohne Kinder deswegen immer auf den November als Urlaubsmonat ausweichen, um den Betriebsfrieden nicht zu stören?

Sonja Riedemann: Ja und nein. Bei der Genehmigung des Urlaubs ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, soziale Gesichtspunkte zu berücksichtigen, wenn dem keine dringenden betrieblichen Gründe entgegenstehen. Mitarbeiter, die bei ihrer Urlaubsplanung auf die Sommerferien angewiesen sind, sollten also besonders berücksichtigt werden. Allerdings schauen andere Hauptsaison-Interessierte nicht in jedem Jahr in die Röhre, vielmehr müssen hier nach dem Rotationsprinzip Lösungen gefunden werden. Der Single oder das Paar ohne Kinder dürfen während der Sommerferien ebenfalls mal Urlaub nehmen. Auch um die Weihnachtsfeiertage herum dürfen die Kinderlosen nicht immer nur die Sonderschichten machen.

IZ: Manche Unternehmen verlangen von ihren Mitarbeitern, ihren gesamten Jahresurlaub schon bis Februar durchzuplanen. Kann ein Chef so etwas überhaupt vorschreiben?

Riedemann: Solch eine innerbetriebliche Frist hat keinen gesetzlich bindenden Charakter. Es ist aber ein sinnvolles Procedere, um mögliche Überschneidungen von Urlaubswünschen in der Hauptferienzeit rechtzeitig sichtbar zu machen, um dann unter Umständen noch einzugreifen.

IZ: Das heißt, wer zuerst kommt, mahlt zuerst, gilt nicht bei der Urlaubsgenehmigung?

Riedemann: Zumindest sollte es das nicht, um unnötige Streitereien und Ungerechtigkeiten zu vermeiden. Denn sonst könnte sich der Liebling vom Chef schon am zweiten Januar eines Jahres alle Brückentage sichern. Arbeitgeber sollten auch das Team im Auge behalten, wenn sie Urlaubsanträge genehmigen. Denn ist ein Urlaub erst einmal genehmigt, dann kann er dies grundsätzlich nicht wieder rückgängig machen. Klärende Gespräche sollten im Team also vor der Unterschrift geführt werden.

IZ: In vielen Immobilienunternehmen gibt es in den Wochen vor der Expo Real im Oktober, der Mipim im Frühjahr und dem Jahresabschluss eine Urlaubssperre. In welchem Umfang darf ein Arbeitgeber solche Zeiten bestimmen?

Riedemann: Eine Obergrenze hat der Gesetzgeber dafür nicht formuliert. Es müssen jedoch noch genug Wochen übrig bleiben, dass die Mitarbeiter ihren Jahresurlaub nehmen können. Übrigens: Wo ein Betriebsrat besteht, hat dieser ein Mitbestimmungsrecht zu allgemeinen Urlaubsgrundsätzen, Betriebsferien oder Urlaubssperren.

IZ: Vor und nach dem Urlaub stapelt sich meist die Arbeit besonders hoch. Welche Regeln gibt es eigentlich zum Vor- und Nachbearbeiten rund um die freien Tage?

Riedemann: Der Angestellte ist nicht verpflichtet, doppelt zu arbeiten und damit quasi seinen Urlaub komplett vorzuarbeiten. Von jedem verantwortlichen Mitarbeiter wird jedoch erwartet, dass er eine Übergabe macht, damit z.B. Fristen während seiner Abwesenheit nicht verstreichen. Für solche Fälle sollte der Vorgesetzte eine Vertretung organisieren. Auch wer aus dem Urlaub zurückkommt, muss nicht 16-Stunden-Schichten schieben, um innerhalb von zwei Tagen wieder alles auf null abzuarbeiten. Vielmehr ist es Aufgabe des Arbeitgebers, die Konsequenzen der Fehlzeiten entweder hinzunehmen oder dafür zu sorgen, dass, wie im Krankheitsfalle auch, eine Vertretung zumindest für bestimmte Aufgaben für die Zeit organisiert ist.

IZ: Darf ein Unternehmen einen Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückrufen?

Riedemann: Das geht nur bei einem außerordentlichen, wichtigen Grund. Dafür reicht es nicht, dass viel Arbeit anliegt, beispielsweise ein Maklerhaus unvorhergesehen ein großes Alleinvermietungsmandat bekommen hat. Für Arbeitsspitzen oder Urlaubszeiten müsste das Unternehmen selbst vorsorgen und etwa einen Personalpool vorhalten. Einen Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückzurufen, ist eine drastische Maßnahme und nur erlaubt, wenn sich das Unternehmen in einer absoluten Notlage befindet. Ein Beispiel wäre ein Brand und für die Inbetriebnahme der neuen Räumlichkeiten werden die eigenen Leute gebraucht. Dann darf der Arbeitgeber seine Mitarbeiter verpflichten zurückzukommen. Wer Mitarbeiter bittet, freiwillig den genehmigten Urlaub abzusagen, sollte dann aber die Stornokosten für den abgebrochenen Urlaub, einen Reisegutschein oder andere Kompensationen anbieten. Wenn ein Mitarbeiter sich dennoch weigert zurückzukommen - was sein gutes Recht ist -, dann darf der Arbeitgeber keine negativen Konsequenzen ziehen.

IZ: Frau Riedemann, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sonja Smalian.

Sonja Smalian

HR vermessen

Messen deckt Missstände auf, auch im "soften" Personalmanagement.

Messen deckt Missstände auf, auch im "soften" Personalmanagement.

Bild: BilderBox.com

Karriere 03.07.2014
Erfolgsfaktoren, vor allem kritische, werden in der Industrieproduktion mit Leistungskennzahlen gesteuert und gemessen. Diese Key Performance Indicators (KPI) hat Drees & Sommer nicht nur für ... 

Erfolgsfaktoren, vor allem kritische, werden in der Industrieproduktion mit Leistungskennzahlen gesteuert und gemessen. Diese Key Performance Indicators (KPI) hat Drees & Sommer nicht nur für seine Dienstleistung definiert, sondern auch für sein Personalmanagement. Von der Rekrutierung bis zum Ausscheiden werden Kennwerte gemessen. Warum das so ist, erläutert Vorstand Dierk Mutschler im Interview.

Immobilien Zeitung: Herr Mutschler, wieso haben Sie Key Performance Indicators auch im Personalmanagement eingeführt?

Dierk Mutschler: Weil wir damit gute Erfahrungen in unserem Kerngeschäft gemacht haben. Vor etwa fünf Jahren hat Drees & Sommer das Konzept Lean Construction Management auf seinen Baustellen eingeführt. Dabei haben wir uns an der Vorgehensweise der Industrie, beispielsweise der Automobilhersteller, orientiert.

IZ: Ist das in der Immobilienwirtschaft mit ihren Einzelprojekten überhaupt machbar?

Mutschler: Die Industrie hat es geschafft, ihre Produktion zu standardisieren und ein Baukastensystem zu entwickeln. Warum sollte sich die Immobilienbranche davon nicht etwas abgucken? Meiner Meinung nach könnten noch viel mehr Prozesse beim Bauen im Sinne des Lean-Management- und Kaizen-Gedankens modularisiert werden. Wer seine Prozesse schon in der Vorbereitungsphase vereinfacht, wird künftig erfolgreich sein. Und Erfolg muss messbar sein, deswegen haben wir KPIs eingeführt. Irgendwann stellte sich dann die Frage, warum machen wir das eigentlich nicht bei uns intern auch?

IZ: Welche internen Bereiche steuern sie inzwischen mit KPIs?

Mutschler: Zum einen prüfen wir damit die Mitarbeiterstruktur, also wie viele Führungskräfte, Projektmanager oder Praktikanten im Unternehmen beschäftigt sind. Gleicht die Altersstruktur noch einem Tannenbaum?

IZ: Der Tannenbaum dürfte sich bei Ihnen ständig verändern. Allein im vergangenen Jahr hat sich Drees & Sommer mit 270 Mitarbeitern verstärkt. Das ist ein Plus von 18%. Und in diesem Jahr sollen abermals mehr als 200 neue Mitarbeiter dazukommen.

Mutschler: Ja, das stimmt. Durch das neue Messsystem wissen wir aber auch, wie effizient unsere Rekrutierungswege sind. Derzeit sind mehr als 40 unserer Kollegen als Dozenten an verschiedenen Hochschulen aktiv. Jetzt sehen wir auf einen Blick, wie viele Nachwuchskräfte jeder Dozent für D&S gewinnen konnte - und wo sich das Engagement vielleicht nicht lohnt.

IZ: Sie erfassen sicherlich auch Ihre Fluktuationsquote.

Mutschler: Ja, der KPI dafür liegt zwischen 6,5% und 7%. Das ist ein sehr guter Wert, aber wenn ich ihn nicht erfasse, dann sehe ich bestimmte Entwicklungen nicht. So haben wir festgestellt, dass es beim Onboarding- Prozess, also bei der Integration neuer Mitarbeiter eine Schwachstelle zwischen dem vierten und neunten Monat gibt. Eine Kündigung ist immer auch eine persönliche Absage an das Unternehmen und seine Mitarbeiter. Deswegen haben wir jetzt Gespräche mit neuen Mitarbeitern nach 100, 200 und 300 Tagen eingeführt. Geht trotzdem jemand im ersten halben Jahr, fragen wir im Rahmen eines Exit-Gesprächs nach den Gründen - denn wer geht, redet Tacheles.

"Eine Kündigung ist immer auch eine persönliche Absage an das Unternehmen und seine Mitarbeiter."
IZ: In der unternehmenseigenen Akademie bilden Sie Ihre Mitarbeiter intern weiter. Welche Veränderungen hat das neue System dort gebracht?

Mutschler: Unser Ziel sind individuelle Entwicklungspläne. Wir prüfen, wie viele Mitarbeiter an Programmen teilgenommen und wie viele einen Abschluss erlangt haben. Wir möchten nicht mit der Gießkanne ausbilden und auch nicht zuschauen, wie weit es jemand in der internen Weiterbildung wohl schaffen wird. Deswegen werden Lernziele als KPI im Zielvereinbarungsgespräch festgelegt. Belegt ein Mitarbeiter einen Kurs, dann muss er danach auch entsprechend eingesetzt werden. Auch das Kurssystem wird dadurch ständig optimiert.

IZ: Wie reagieren die Mitarbeiter auf ein solches Instrument?

Mutschler: Viele Mitarbeiter sind am Unternehmen beteiligt. Ihre Vergütung ist somit direkt vom Unternehmenserfolg abhängig. Als Projektsteuerer vermessen sie den ganzen Tag den Fortschritt von Projekten, deswegen haben sie keine Berührungsängste mit dem Werkzeug. Das ist Teil der DNA von Drees & Sommer.

IZ: Herr Mutschler, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sonja Smalian.

IZ

Im Fernstudium Sicherheit studieren

Karriere 03.07.2014
Sonja Smalian

Mehr als 500 Jobs und Praktika

Das direkte Gespräch mit den Personalverantwortlichen der Unternehmen
stand im Vordergrund der Jobmesse. Rund 400 Termine waren schon vorab fest vereinbart worden.

Das direkte Gespräch mit den Personalverantwortlichen der Unternehmen stand im Vordergrund der Jobmesse. Rund 400 Termine waren schon vorab fest vereinbart worden.

Bild: IZ/Melanie Bauer

Karriere 26.06.2014
31 Unternehmen präsentierten sich auf dem fünften IZ-Karriereforum als Arbeitgeber. Mit fast 400 Einstiegspositionen und Traineestellen sowie rund 130 Praktikumsplätzen buhlten sie um die Gunst ... 

31 Unternehmen präsentierten sich auf dem fünften IZ-Karriereforum als Arbeitgeber. Mit fast 400 Einstiegspositionen und Traineestellen sowie rund 130 Praktikumsplätzen buhlten sie um die Gunst der rund 550 potenziellen Bewerber. Die erhielten in zahlreichen Vorträgen und Diskussionen zudem Karrieretipps aus erster Hand.

Das IZ-Karriereforum ist eine Generalprobe für das direkte Gespräch mit den Personalverantwortlichen der Immobilienwirtschaft. 400 solcher Termine hatten die Teilnehmer schon im Vorfeld der Jobmesse vereinbart. "Wer hierher kommt, ist ernsthaft interessiert", lautet das Urteil von Susanne Klaußner, Vorsitzende der Geschäftsführung von GRR. Das auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Unternehmen präsentierte sich zum zweiten Mal auf der Jobmesse und beobachtete ein deutlich gestiegenes Interesse der Studierenden.

Netzwerken wie auf einer "kleinen Expo Real"

Neben spontanen Treffen hatte ihr Team den ganzen Tag über vorab vereinbarte Gespräche mit Bewerbern geführt. "Sehr gut vorbereitet" seien die Kandidaten gewesen, die sich um einen festen Termin bemüht hatten, sagte Klaußner, die sich erst am Ende der Gespräche als Geschäftsführerin zu erkennen gab. Das Unternehmen war schon auf der Veranstaltung im vergangenen Jahr fündig geworden und hatte eine Kandidatin für eine Location-Management-Stelle rekrutiert. In diesem Jahr brachte GRR drei offene Positionen mit zur Messe, u.a. suchten sie einen Junior-Assetmanager.

Exakt 511 Jobs und Praktika meldeten die 31 vertretenen Arbeitgeber zur Jobmesse, die von der Immobilien Zeitung und Heuer Dialog veranstaltet wird. 122 offene Positionen waren für Berufseinsteiger und 226 für Young Professionals vorgesehen. Außerdem hatten die Unternehmen 35 der schon im Vorjahr sehr begehrten Traineestellen mitgebracht.

Dazu gehört auch CBRE. Das Beratungsunternehmen bietet derzeit zweijährige Traineeprogramme in den Investmentabteilungen der Standorte Berlin und Frankfurt an. Ein weiteres zweieinhalbjähriges Programm richtet sich an Absolventen eines RICS-akkreditierten Studiums, die sich eine Tätigkeit in der Immobilienbewertung vorstellen können. Ein fachübergreifendes Traineeprogramm, das an vier Standorten zum Einsatz kommen soll, ist in der Mache. CEO Peter Schreppel unterstützte sein Team auf dem Karriereforum und suchte ebenfalls das Gespräch mit potenziellen Nachwuchskräften. "Es ist Wachstum im gesamten Unternehmen geplant", sagt Schreppel. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter von Mitte 30 solle dabei gehalten werden. Karsten Burbach, Head of Retail, lobte die "gute Qualität" der Bewerber.

Diese ist nicht immer selbstverständlich. Denn jedes zweite Immobilienunternehmen ist mit der Qualität der ihnen zugesandten Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen nicht zufrieden. Das zeigt die diesjährige Umfrage zur IZ-Joboffensive, an der sich 115 Branchenunternehmen beteiligt hatten. Die Hälfte der befragten Unternehmen gab zudem an, zu wenige Bewerbungen zu erhalten " und das, obwohl sich 54% bis zum Frühjahr 2015 personell vergrößern wollen.

Die internationale Wachstumsstrategie von Patrizia Immobilien macht sich auch in deren Traineeprogrammen bemerkbar. Diese beinhalten inzwischen mehrmonatige Auslandsaufenthalte. Praktika im Ausland vergibt das Unternehmen derzeit aber noch nicht. Das soll sich jedoch bald ändern. Ein Direkteinstieg ist bei dem in Augsburg ansässigen Unternehmen ebenfalls möglich: 18 offene Stellen warteten auf der Messe auf Bewerber. Insgesamt reicht das Stellenangebot vom Werkstudenten im Portfolio-Management über mehrere Property-Manager- Positionen bis hin zum Senior-Investmentmanager für Westeuropa. Die von Position und Abschluss abhängigen Einstiegsgehälter liegen zwischen 40.000 Euro und 50.000 Euro. Keinen Masterabschluss zu besitzen, ist bei Patrizia laut Simone Böck, Head of HR Operations, häufig schon ein K.-o.-Kriterium. "Ein Master bedeutet mehr Ausbildung und mehr Reife", weiß Böck.

Ob der Bachelorabschluss für den Berufseinstieg reicht oder es ein Masterabschluss sein muss, sorgt auch fünfzehn Jahre nach Einführung der Bologna-Reform immer noch für kontroverse Diskussionen und war Thema des begleitenden Tagungsprogramms. Mit Fabian Spohn lernten die Besucher einen Young Professional auf der Bühne kennen, dem mit einem dualen Bachelorstudium der Einstieg in eine verantwortungsvolle Position gelungen war. Der 25-Jährige gab den Studenten Einblick in das Berufsbild des Property-Managers. Er selbst hat inzwischen diese Laufbahn verlassen und ist Assistent der Treureal-Geschäftsführung. Das duale Studium hat sich für ihn bewährt: "Ich habe dadurch frühzeitig gelernt, mich im Berufsumfeld zu bewegen." Property-Manager müssen nach Spohns Meinung besonders kommunikativ sein, weil sie als Schnittstelle zwischen Eigentümern und Mietern agieren.

400 Gesprächstermine vorab vereinbart

Mitunter ist auch ganz ohne immobilienwirtschaftliche Ausbildung ein Einstieg in die Immobilienbranche möglich, wie der Berufsweg von Kevin T. Nguyen zeigt. Der gelernte Industriekaufmann hatte seinerzeit einem DTZ-Geschäftsführer im Möbelhaus so überzeugend eine Wohnzimmereinrichtung verkauft, dass dieser ihn für die Immobilienbranche anwarb. Inzwischen arbeitet Nguyen für das Beratungsunternehmen black olive, zu dessen Gründungspartnern u.a. der Ex- DTZ-Deutschlandchef Rainer Hamacher zählt, und vermarktet unter anderem das 40.000 m2 große Frankfurter FBC. Bei der diesjährigen IZ-Gehaltsanalyse hatten die Makler mit den niedrigsten Einstiegsgehältern aufgewartet. Doch Nguyen wies darauf hin, dass viele Maklerunternehmen bei erfolgreichen Vermittlungen zusätzliche Boni zahlen. Teamfähigkeit und Ehrgeiz seien wichtige Eigenschaften für seinen Job.

Flexibilität, wie Nguyen sie vorgelebt hat, ist beim Berufseinstieg generell empfehlenswert. Das war auch Thema einer Diskussionsrunde beim parallel veranstalteten 5. RICS- Hochschultag, den in diesem Jahr die Akademie der Hochschule Biberach organisiert hatte: "Das Einzige, was in der Immobilienbranche immobil sein sollte, ist die Immobilie", sagt Thomas Flohr, Geschäftsführer Bernd Heuer & Partner Human Resources. Daneben hilft es auch, frühzeitig viele Kontakte zu knüpfen. Dies machte sich auch beim IZ-Karriereforum bemerkbar: "Es entwickelt sich immer mehr zu einer "Netzwerkveranstaltung für junge Leute", hat Susanne Ollmann, Personalleiterin des Maklerhauses Aengevelt, beobachtet. "Es ist wie eine kleine Expo Real."

IZ-Karriereforum

Rund 800 Teilnehmer, darunter rund 550 Studenten und Absolventen besuchten am 14. Juni das fünfte IZ-Karriereforum in Frankfurt. Veranstaltet wurde die Jobmesse für die Immobilienwirtschaft von der Immobilien Zeitung und Heuer Dialog. Wie in den Vorjahren hatte der Zentrale Immobilien Ausschuss die Schirmherrschaft für das Karriereforum übernommen, in das der fünfte RICS-Hochschultag integriert war. RICS-Hochschulpartner war die Akademie der Hochschule Biberach.

Aussteller des fünften IZ-Karriereforums waren folgende Unternehmen sowie Aus- und Weiterbildungsanbieter: Acrest, ADI Akademie der Immobilienwirtschaft, Aengevelt, Arcadis, BASF, Bayer, BBA Akademie der Immobilienwirtschaft Berlin, Beos, Bilfinger Real Estate, BNP Paribas Real Estate, Capera, CBRE, Comfort, Commerz Real, Corestate, Corpus Sireo, Cushman & Wakefield, CRES Center for Real Estate Studies, DB Immobilien, DIC, Drees & Sommer, DTZ, EBS Universität für Wirtschaft und Recht, ECE, Eipos, Engel & Völkers, GE Capital Real Estate, GRR, Hochschule Biberach/Akademie der Hochschule Biberach, Irebs Immobilienakademie, JLL, Kaufland, KPMG, mfi, Patrizia, Reag, Royal Institution of Chartered Surveyors, Savills, Siemens Real Estate und die TU Berlin.

Neben Gesprächen mit den Personalern, erhielten die Teilnehmer in Diskussionsrunden Informationen zum Einstieg in die Immobilienbranche und zur Bewerbung. Aus ihrem Arbeitsalltag als Projektmanager, Property-Manager oder Immobilienberater berichteten drei Young Professionals. Erstmals präsentierten sich auch drei Vertreter des öffentlichen Dienstes auf dem Podium und gaben Auskunft zu Karrierepfaden bei Deutschlands größtem Arbeitgeber.

Das sechste IZ-Karriereforum inklusive RICS-Hochschultag findet am 20. Juni 2015 in Frankfurt statt. Infos unter: www.iz-jobs.de/karriereforum. sma

Sonja Smalian,Lars Wiederhold

"Eine Bewerbung kostet Gehirnschmalz und Zeit"

Olaf Kenneweg von Kenneweg Property Personalberatung prüfte die
Bewerbungsmappen von Teilnehmern des IZ-Karriereforums. Mit der
Formulierung eines aussagekräftigen Lebenslaufs hatten einige Studenten noch Schwierigkeiten.

Olaf Kenneweg von Kenneweg Property Personalberatung prüfte die Bewerbungsmappen von Teilnehmern des IZ-Karriereforums. Mit der Formulierung eines aussagekräftigen Lebenslaufs hatten einige Studenten noch Schwierigkeiten.

Bild: IZ/Melanie Bauer

Karriere 26.06.2014
Wie auch schon in den Vorjahren war die Nachfrage nach dem Bewerbungsmappen-Check beim diesjährigen IZ-Karriereforum hoch. Rund eine halbe Stunde nachdem die Jobmesse ihre Türen geöffnet hatte, ... 

Wie auch schon in den Vorjahren war die Nachfrage nach dem Bewerbungsmappen-Check beim diesjährigen IZ-Karriereforum hoch. Rund eine halbe Stunde nachdem die Jobmesse ihre Türen geöffnet hatte, waren alle Termine bei den drei Personalberatern und dem Karrierecoach vergeben. Welche Fehler am häufigsten vorkamen und wie sie umgangen werden, erklären die vier Personalprofis.

Kern- und Angelpunkt der Beratung war der Lebenslauf. "Der Lebenslauf ist das Dokument, das sich 80% der Personaler anschauen", sagt Olaf Kenneweg von Kenneweg Property Personalberatung. Es ist das erste Blatt, das darüber entscheidet, auf welchen Stapel die Mappe gelegt wird. Um den Personaler bei seiner schnellen Entscheidung zu unterstützen, plädiert Kenneweg dafür, die Daten im Lebenslauf mit wenigen Spiegelstrichen zu erläutern. Denn ein Praktikum im Asset- Management kann viele verschiedene Tätigkeiten umfassen, zumal Asset-Manager ihre Geschäftsfelder mitunter ganz verschieden definieren. Damit der Leser sich ein Bild machen kann, müssen die Bewerber ihren "Lebenslauf mit Leben" füllen. "Das steht doch alles in den Arbeits- und Praktikumszeugnissen", war ein Einwand, den Thomas Körzel, Inhaber des Büros für Karrierecoaching, das eine oder andere Mal daraufhin von den Studenten hörte. Dennoch müssen einige Informationen zu den absolvierten Praktika direkt im Lebenslauf aufgeführt werden, denn mitunter arbeitet sich der Personaler gar nicht erst bis zu den Zeugnissen vor.

Viele hätten den Lebenslauf als Dokument gesehen, in dem nur die Stammdaten aufgeführt werden, sagt Körzel. Doch das sei mitnichten so. Vielmehr sollten darüber zwei bis drei Verknüpfungen zur ausgeschriebenen Stelle aufgezeigt werden. Wer erst wenig immobilienwirtschaftliche Erfahrungen gesammelt und nur ein paar Semester studiert hat, könne deswegen auch geeignete ehrenamtliche Tätigkeiten aufführen. Dadurch könnten beispielsweise soziale Kompetenzen deutlich gemacht werden, so Körzel. Auch die Themen passender Seminararbeiten dürfen in einem solchen Fall aufgeführt werden, wenn sie Relevanz für die Stelle haben, sagt Inga Beyler von Bernd Heuer & Partner Human Resources. Mit fortlaufendem Studium würden solche Angaben dann aus dem Lebenslauf auch wieder herausfallen und beispielsweise durch das Thema der Bachelorarbeit inklusive Note ersetzt werden.

Lebenslauf ist mehr als ein Stammdatenblatt.

Das waren Themen, die viele Studenten beschäftigten, denn die Teilnehmer am Bewerbungsmappen-Check waren jünger als in den Vorjahren, hat Körzel beobachtet. Sie holen sich früher professionelle Hilfe, denn von aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen erhoffen sie sich Vorteile bei der Stellensuche. Auch bei Mirco Meyer und Viktor Friesen ging es um die Bewerbung für ein Praktikum, nicht um den ersten Job. Die beiden Studenten der HAWK Holzminden hatten sich in Frankfurt zu sechsmonatigen Praktika in den Bereichen Property-Management oder Valuation informiert. Kurz vor Schluss der Messe wollten sie ihre Bewerbungsmappen prüfen lassen " bevor sie diese versenden.

Viele Fragen gab es bei den Studenten auch zur Länge von Anschreiben und Lebenslauf. Länger als zwei Seiten sollte der Lebenslauf grundsätzlich bei einem Berufseinsteiger nicht sein, betont Beyler. Beim Anschreiben sind ebenfalls zwei Seiten erlaubt. Dort hinein gehören die stellenrelevanten Anknüpfungspunkte. Das Anschreiben ist also kein prosaischer Abriss des Lebenslaufs. Nichtsdestotrotz müssen die genannten Kerndaten auch im Lebenslauf aufgeführt werden.

Außerdem sollte der Bewerber deutlich machen, dass er sich mit dem Unternehmen beschäftigt hat, sagt Kenneweg. Körzel warnt davor, relevante Informationen nicht zu nennen, weil sich das Anschreiben damit auf zwei Seiten verlängere. Wer beim Lebenslauf nur eine zweite Seite benötigt, um seine Hobbys aufzulisten, sollte über ein Weglassen dieser Information nachdenken. Taktisches Weglassen und Hinzudichten darf jedoch nicht die wichtigen Inhalte verfälschen. Wer die Praktikumsdauer "längt", um keine Lücken im Lebenslauf zu haben, schadet sich eher selbst. Bei einem raschen Vergleich der angehängten Zeugnisse mit den aufgeführten Daten im Lebenslauf entdeckte Beyler eine Flunkerei. So etwas sollte auf jeden Fall vermieden werden " und die Lücke im Lebenslauf benannt werden als das, was sie war. Wer positiv auffallen möchte, sollte das nicht durch ein gewagtes Layout versuchen. Wenn sich die Bewerbung abheben soll, schafft das der Kandidat "nicht über einen grünen Rahmen", sagt Beyler. Auch Kenneweg rät von zu viel Schnickschnack ab und empfiehlt einen eher sachlichen Auftritt.

Bitte keine Experimente mit dem Layout.

Doch wie sieht es mit dem Foto aus? Es sollte zeitnah aufgenommen sein. Wer seinen Look dauerhaft verändert, z.B. durch eine Brille oder einen Dreitagebart, der braucht ein neues Foto. "Der Wiedererkennungswert sollte beim Bewerbungsfoto hoch sein", sagt Kenneweg. Wo das Foto platziert sein sollte " auf dem Deckblatt oder dem Lebenslauf " da gingen die Meinungen auseinander.

Auch die E-Mail-Bewerbung war Thema. Im E-Mail-Fenster wird prägnant auf die im Anhang zugesandte Bewerbung hingewiesen, empfiehlt Amelie Friederich von Bernd Heuer & Partner Human Resources. Am einfachsten sei es, alle Unterlagen in einem PDF anzuhängen. Auch wenn technisch immer größere Datenmengen empfangen werden können, sollte eine Bewerbung nicht mehr als 5 MB umfassen, sagt der Karrierecoach. Er weiß, dass es nicht einfach ist, eine Bewerbung zu formulieren " trotz vieler guter Tipps. "Das kostet Gehirnschmalz", sagt Körzel, "und auch ein bisschen Zeit."

Sonja Smalian

So lief das IZ-Karriereforum

Das direkte Gespräch mit den Personalverantwortlichen der Unternehmen stand im Vordergrund der Jobmesse. Rund 400 Termine waren schon vorab fest vereinbart worden.

Das direkte Gespräch mit den Personalverantwortlichen der Unternehmen stand im Vordergrund der Jobmesse. Rund 400 Termine waren schon vorab fest vereinbart worden.

Bild: IZ/Melanie Bauer

Karriere 20.06.2014
31 Unternehmen der Immobilienwirtschaft präsentierten sich auf dem fünften IZ-Karriereforum als Arbeitgeber. Mit fast 400 Einstiegspositionen und Traineestellen sowie rund 130 ... 

31 Unternehmen der Immobilienwirtschaft präsentierten sich auf dem fünften IZ-Karriereforum als Arbeitgeber. Mit fast 400 Einstiegspositionen und Traineestellen sowie rund 130 Praktikumsplätzen buhlten sie um die Gunst der rund 550 Bewerber. Die erhielten in zahlreichen Vorträgen und Diskussionen zudem Karrieretipps aus erster Hand.

Das IZ-Karriereforum (hier geht es zur Bilderstrecke) ist eine Generalprobe für das direkte Gespräch mit den Personalverantwortlichen der Immobilienwirtschaft. 400 solcher Gespräche hatten die Teilnehmer schon im Vorfeld der Jobmesse vereinbart. "Wer hierher kommt, ist ernsthaft interessiert", lautet das Urteil von Susanne Klaußner, Vorsitzende der Geschäftsführung von GRR. Das auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Unternehmen präsentierte sich zum zweiten Mal auf der Jobmesse und beobachtete ein deutlich gestiegenes Interesse der Studierenden.

Neben spontanen Gesprächen hatte ihr Team den ganzen Tag über vorab vereinbarte Gespräche mit Bewerbern geführt. "Sehr gut vorbereitet" seien die Kandidaten gewesen, die sich um einen festen Termin bemüht hatten, sagte Klaußner, die sich erst am Ende der Gespräche als Geschäftsführerin zu erkennen gab. So manche Bewerbungsmappe oder Kurzbewerbung landete an diesem Tag in den Händen von GRR. Das Unternehmen war schon auf der Veranstaltung im vergangenen Jahr fündig geworden und hatte eine Kandidatin für eine Location-Management-Stelle rekrutiert. In diesem Jahr brachte GRR drei offene Positionen mit zur Messe, u.a. suchten sie einen Junior-Asset-Manager.

Exakt 511 Jobs und Praktika meldeten die 31 vertretenen Arbeitgeber zur Jobmesse, die von der Immobilien Zeitung und Heuer Dialog veranstaltet wird. 122 offene Positionen waren für Berufseinsteiger und 226 für Young Professionals vorgesehen. Außerdem hatten die Unternehmen 35 der schon im Vorjahr sehr begehrten Traineestellen mitgebracht.

"Gute Qualität" der Bewerber

Dazu gehört auch CBRE. Das Beratungsunternehmen bietet derzeit beispielsweise ein zweijähriges Traineeprogramm in den Investmentabteilungen der Standorte Berlin und Frankfurt an. CEO Peter Schreppel unterstützte sein Team auf dem Karriereforum und suchte ebenfalls das Gespräch mit potenziellen Nachwuchskräften. "Es ist Wachstum im gesamten Unternehmen geplant", sagt Schreppel. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter von Mitte 30 solle dabei gehalten werden. Karsten Burbach, Head of Retail bei CBRE, lobte die "gute Qualität" der Bewerber.

Diese ist nicht immer selbstverständlich. Jedes zweite Immobilienunternehmen ist mit der Qualität der ihnen zugesandten Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen nicht zufrieden. Das zeigt die diesjährige Umfrage zur IZ-Joboffensive, an der sich 115 Branchenunternehmen beteiligt hatten. Die Hälfte der befragten Unternehmen gab zudem an, zu wenige Bewerbungen zu erhalten, – und dass, obwohl sich 54% personell bis zum Frühjahr 2015 vergrößern wollen.

Damit der Bewerbungsprozess störungsfreier für beide Seiten abläuft, wurde im begleitenden Tagungsprogramm der Berufseinstieg diskutiert. Zwei Personalprofis beantworteten die Fragen der Studenten rund um die schriftliche Bewerbung und vier Berater bzw. Coaches prüften die Bewerbungsmappen der Besucher. Zudem gaben drei Young Professionals Einblick in ihren Arbeitsalltag als Projektmanager, Immobilienberater und Property-Manager. Auch der öffentliche Dienst stellte sich den Fragen der Nachwuchskräfte und informierte über Einstiegsmöglichkeiten auf Bundes- und Landesebene sowie bei Kommunen.

Lesen Sie mehr in der kommenden Ausgabe der Immobilien Zeitung 25/2014, die am 26. Juni erscheint.

Das IZ-Karriereforum 2014

Rund 800 Teilnehmer, darunter rund 550 Bewerber besuchten am 14. Juni das fünfte IZ-Karriereforum in Frankfurt. Veranstaltet wurde die Jobmesse für die Immobilienwirtschaft von der Immobilien Zeitung und Heuer Dialog. Wie in den Vorjahren hatte der Zentrale Immobilien Ausschuss die Schirmherrschaft für das Karriereforum übernommen, in das der fünfte RICS-Hochschultag integriert war. RICS-Hochschulpartner war die Akademie der Hochschule Biberach.

Aussteller des fünften IZ-Karriereforums waren folgende Unternehmen sowie Aus- und Weiterbildungsanbieter: Acrest, ADI Akademie der Immobilienwirtschaft, Aengevelt, Arcadis, BASF, Bayer, BBA Akademie der Immobilienwirtschaft Berlin, Beos, Bilfinger Real Estate, BNP Paribas Real Estate, Capera, CBRE, Comfort, Commerz Real, Corestate, Corpus Sireo, Cushman & Wakefield, CRES – Center for Real Estate Studies, DB Immobilien, DIC, Drees & Sommer, DTZ, EBS Universität für Wirtschaft und Recht, ECE, Eipos, Engel & Völkers, GE Capital Real Estate, GRR, Hochschule Biberach/Akademie der Hochschule Biberach, Irebs Immobilienakademie, JLL, Kaufland, KPMG, mfi, Patrizia, Reag, Royal Institution of Chartered Surveyors, Savills, Siemens Real Estate und die TU Berlin.

Neben Gesprächen mit den Personalern an den Ständen, erhielten die Teilnehmer in zahlreichen Diskussionsrunden Informationen zum Einstieg in die Immobilienbranche und zum Bewerbungsprozess. Aus ihrem Arbeitsalltag als Projektmanager, Immobilienberater oder Property-Manager berichteten drei Young Professionals. Erstmals präsentierten sich auch drei Vertreter des öffentlichen Dienstes auf dem Podium und gaben Auskunft zu Karrierepfaden bei Deutschlands größtem Arbeitgeber.

Das sechste IZ-Karriereforum inklusive RICS-Hochschultag findet am 20. Juni 2015 in Frankfurt statt. Nähere Informationen zu der Job- und Karrieremesse hier.

Sonja Smalian,Lars Wiederhold

Wie weibliche Führungskräfte ihre Karriere gestalten

Über den Dächern von Berlin diskutierten die Teilnehmerinnen, wie sie Familie und Beruf vereinbaren und dabei trotzdem Gestalterin ihres Berufswegs bleiben: Cristina Bäppler (links), Mutter von vier Kindern, gründete vor einem Jahr ihr eigenes Unternehmen. Lara von Tippelskirch wechselte vom Konzern zum Start-up und wieder in einen Konzern. Als Branchenexterne – sie arbeitet bei Ebay Deutschland – gab sie den Impuls zum Duzen.

Über den Dächern von Berlin diskutierten die Teilnehmerinnen, wie sie Familie und Beruf vereinbaren und dabei trotzdem Gestalterin ihres Berufswegs bleiben: Cristina Bäppler (links), Mutter von vier Kindern, gründete vor einem Jahr ihr eigenes Unternehmen. Lara von Tippelskirch wechselte vom Konzern zum Start-up und wieder in einen Konzern. Als Branchenexterne – sie arbeitet bei Ebay Deutschland – gab sie den Impuls zum Duzen.

Bild: sma

Karriere 18.06.2014
Ein Frauen-Netzwerk-Treffen organisiert von einem Mann. Paul Jörg Feldhoff lud ausgewählte Immobilienprofis zum ersten Real Estate Women Summit in den Soho Club nach Berlin. Diskutiert wurden ... 

Ein Frauen-Netzwerk-Treffen organisiert von einem Mann. Paul Jörg Feldhoff lud ausgewählte Immobilienprofis zum ersten Real Estate Women Summit in den Soho Club nach Berlin. Diskutiert wurden die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die richtige Balance im (Berufs-) Leben und wichtige Karrieretipps.

Frauen müssten selbst erkennen - und vor allem daran glauben Ö, dass sie Führungspositionen erreichen können, sagte Prof. Dr. Luise Hölscher, Vice President der European Bank of Reconstruction and Development. "Dabei können uns die Männer auch nicht helfen." Sie warnte vor der "unconscious bias". Das sind unbewusste Vorurteile, die auch Frauen in Bezug auf ihre eigene Rolle haben und die sie am Aufstieg genauso hindern könnten wie Vorurteile des anderen Geschlechts.

So manche Teilnehmerin des Netzwerktreffens räumte eigene Denkfehler ein. Cristina Bäppler beispielsweise erzählte, wie sich ihre Ansicht zu Beruf und Karriere veränderte, als ihr damaliger Chef in einem amerikanischen Unternehmen ihr sofort herzlich zur Schwangerschaft gratulierte. Gerechnet hatte sie eher mit einer ablehnenden Haltung, da die deutsche Niederlassung damals erst vier Mitarbeiter zählte. Nach der Gratulation fragte sie ihr Chef ebenso herzlich, wann sie denn nach der Geburt ins Büro zurückkehren werde. Bäppler blieb berufstätig, ist heute Mutter von vier Kindern und machte sich 2013 mit zwei Partnern selbstständig und gründete Investa Capital Management.

Auch Lara von Tippelskirch, die für Ebay Deutschland tätig ist und damit eine der branchenexternen Impulsgeberinnen war, hatte in mehreren Konzernen gearbeitet, bevor sie bei einem Start-up anheuerte. Lange Arbeitstage bis spät in die Nacht und die Freude über die erste eingehende Bestellung möchte sie nicht missen. Als junge Mutter kehrte sie dann aber zu einem geregelteren Job in einem Konzern zurück. Beispiele, die Mut machen, das eigene (Berufs-) Leben selbst stärker zu gestalten und auch über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus zu denken, wenn es notwendig wird.

Rund 100 fast ausschließlich weibliche Führungskräfte diskutierten auf dem ersten Real Estate Women Summit, wie unterschiedlich Karrierepfade von Frauen verlaufen können, ob mit oder ohne Kinder. Organisiert wurde das Netzwerktreffen von Paul Jörg Feldhoff von Feldhoff & Cie. Das Format für die peer group Frauen soll 2015 fortgesetzt werden. Viele Teilnehmerinnen hatten bereits eine Führungsposition erreicht. Ihre Lösungen, die monatliche Betreuungsaufwendungen in Höhe von 1.000 Euro oder Kinderfrauen umfassten, dürften für viele Berufstätige nicht finanzierbar sein. Doch für Arbeitgeber ein Hinweis, woran es mangelt.

Dass auch Auszeiten kein Karrierekiller sein müssen, zeigte Jane Gavan. Die Mutter von drei Kindern hatte zwischenzeitlich in Teilzeit gearbeitet und ist zwei Jahre komplett aus dem Beruf ausgestiegen. Heute ist sie Präsidentin und CEO von Dundee International Reit und zudem Präsidentin beim Asset-Manager Dream. Das hat sie auch der Förderung ihrer Chefs zu verdanken. Deswegen plädiert sie dafür, Männer als Mentoren und Förderer von Frauen zu gewinnen. Im Board of Directors von Dream sind die Mehrheit Frauen. Auf die Fragen nach dem Warum kann sich Gavan ein breites Lächeln nicht verkneifen: "We hire the best".

Sonja Smalian

Frank Paul Vierkötter

Frank Vierkötter auf der Accademia-Brücke in Venedig.

Frank Vierkötter auf der Accademia-Brücke in Venedig.

Bild: Frank Vierkötter

Karriere 18.06.2014
Der Liebe wegen ist der gebürtige Essener Frank Paul Vierkötter nach Bremen gezogen. Dort stieg er 1995 als Vertriebsleiter bei Interhomes ein und übernahm 2007 den Vorstandsvorsitz. Als ... 

Der Liebe wegen ist der gebürtige Essener Frank Paul Vierkötter nach Bremen gezogen. Dort stieg er 1995 als Vertriebsleiter bei Interhomes ein und übernahm 2007 den Vorstandsvorsitz. Als Vizepräsident engagiert er sich zudem im Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Dabei hatte er sich nach dem Betriebswirtschaftsstudium an der Ruhr-Universität Bochum zunächst für eine ganz andere Branche entschieden und bei einem Automobilzulieferer angeheuert. Auch heute noch kann sich der 54-Jährige für Motoren begeistern und nennt einen Oldtimer und eine Harley sein Eigen. Privat verbringt er seine Zeit gern mit seinen drei Kindern und auf Reisen, außerdem ist er Mitglied in einem Golfclub und einem Fitness-Studio.

Bitte beschreiben Sie Ihr Haus.

Ich schätze mich glücklich, in einer wunderschönen Straße im Stadtteil Schwachhausen in einem Altbremer Haus zu wohnen. Schwachhausen schließt nördlich an die Bremer Innenstadt an und liegt zwischen dem Bürgerpark - der grünen Lunge Bremens - und dem "Viertel": einer angesagten Kneipen- und Studentenszene mit guter Infrastruktur. Die Bebauung Schwachhausens besteht überwiegend aus alleinstehenden Villen und so genannten "Altbremer Häusern": Reihenhäuser, die hauptsächlich zwischen 1900 und 1930 errichtet wurden und eine Mischung aus Klassizismus, Jugendstil und Historismus sind. Sie wurden als Einfamilienhaus konzipiert und sind eher in die Tiefe gebaut als in die Breite. So auch mein Haus, das ich auf 330 m2 über drei Etagen bewohne.

Was muss das perfekte Haus unbedingt haben?

Ein großes, tolles Badezimmer mit einer großen Dusche. Und einen schönen geschützten Freisitz im Grünen.

Haben Sie bei dieser Immobilie oder einer anderen beim Bau schon einmal selbst mit Hand angelegt?

Ja! Ich habe schon in meiner Jugend Fliesen selbst verlegt und Teppiche. Und ich kann auch tapezieren.

Wie und wo möchten Sie im Alter gerne wohnen?

In einer WG mit guten Freunden, wo jeder in einem Haus eine eigene Wohnung hat und es gleichzeitig auch Gemeinschaftsräume gibt.

Was finden Sie in der Immobilienbranche besonders gut?

Ich liebe das Produkt (Haus und Wohnungen), das wir herstellen. Es ist faszinierend, das Zuhause von Menschen zu bauen.

Was braucht man, um es in Ihrem Job zu etwas zu bringen?

Einen klaren Kopf, um schnelle und vor allem richtige Entscheidungen zu treffen. Anders als in den meisten anderen Branchen bauen wir unser Produktportfolio alle drei bis vier Jahre komplett neu um.

Nennen Sie einen Ihrer Lieblingssongs.

Al Jarreau: Your Song.

Wenn Sie an Ihren letzten Urlaub denken, denken Sie an ...?

Mit meinem Sohn im Ford Mustang Cabrio durch Miami fahren.

Welche kürzlich besuchte Veranstaltung hat Ihnen besonders gut gefallen?

Michael-Bublé-Konzert - einfach ein natürlicher und guter Star und Entertainer.

In welcher Lokalität kann man Sie häufiger antreffen?

Im "Chili Club" in Bremen - bestes Sushi!

Und mit welcher noch lebenden Persönlichkeit würden Sie dort gerne einmal einen Abend verbringen?

Friedrich Liechtenstein - Der Typ ist einfach "supergeil".

Mit wem würden Sie gerne mal für einen Tag das Leben tauschen?

Angela Merkel - Einen Tag Bundeskanzler sein und Entscheidungen treffen, ohne auf Parteiprogramm, Koalitionspartner etc. Rücksicht zu nehmen, sondern nur nach Verstand und Vernunft.

Was wären Sie heute gerne, wenn nicht Immobilienprofi?

Ich würde gern in verantwortlicher Position bei einem Fußballverein sein.

IZ