Karriere-News

Karriereforum am 14. Juni

Karriere 22.05.2014
Der Anmeldeschluss für das fünfte IZ-Karriereforum für die Immobilienwirtschaft naht: Bis zum 1. Juni 2014 können sich Studenten, Absolventen und Young Professionals für die Karrieremesse ... 

Der Anmeldeschluss für das fünfte IZ-Karriereforum für die Immobilienwirtschaft naht: Bis zum 1. Juni 2014 können sich Studenten, Absolventen und Young Professionals für die Karrieremesse noch online anmelden.

Die Teilnehmer werden am Samstag, den 14. Juni 2014 von rund 30 Arbeitgebern, darunter Bilfinger, CBRE, ECE, Drees & Sommer, Kaufland und DIC auf dem Campus der Goethe-Universität Frankfurt erwartet. Die Aussteller haben insgesamt mehr als 450 Stellenangebote im Gepäck. Integriert in die Job- und Karrieremesse ist zudem der 5. RICS- Hochschultag.

Neben den Gesprächen mit Personalverantwortlichen an den Unternehmensständen können die Besucher ihre Bewerbungsmappen von Beratern prüfen lassen (begrenzte Teilnehmerzahl!). In den Ausstellersessions präsentieren sich zwölf Unternehmen jeweils eine Viertelstunde lang und informieren über ihre Geschäftsfelder, Einstiegsmöglichkeiten und besonders gesuchte Qualifikationsprofile.

Parallel dazu finden im Vortragssaal Diskussionsrunden mit Praktikern statt, die über ihren Berufsalltag berichten. Schwerpunkte sind in diesem Jahr mögliche Karrierewege für Immobilienprofis im öffentlichen Dienst. Außerdem stellen drei Young Professionals ihre Berufe vor. Sie arbeiten als Property-Manager, Projektmanager und Immobilienberater.

Sie haben eine Frage zum Thema Bewerbung? Bitte schicken Sie uns Ihre Fragen an MeineFrage@iz.de zu. Zwei Personaler beantworten sie Ihnen live auf der Bühne. Unter www.iz-jobs.de/Karriereforum finden Sie weitere Informationen. Ein Ticket kostet 39 Euro inkl. Mittagessen und Getränken.

Sonja Smalian

Ist das noch erlaubt?

Bevor eine Kündigung ausgesprochen wird, erhält der Arbeitnehmer meist
eine Abmahnung. Diese verbleibt dauerhaft in der Personalakte.

Bevor eine Kündigung ausgesprochen wird, erhält der Arbeitnehmer meist eine Abmahnung. Diese verbleibt dauerhaft in der Personalakte.

Bild: BilderBox.com

Karriere 22.05.2014
Das Handy stellt der Arbeitgeber, die geschäftlichen Kontakte sind oft im eigenen Xing-Profil gespeichert und zu manchen Geschäftspartnern werden fast freundschaftliche Verbindungen gepflegt. ... 

Das Handy stellt der Arbeitgeber, die geschäftlichen Kontakte sind oft im eigenen Xing-Profil gespeichert und zu manchen Geschäftspartnern werden fast freundschaftliche Verbindungen gepflegt. Arbeits- und Freizeit verschwimmen immer mehr, doch das Arbeitsrecht zieht klare Grenzen. Ab wann das Schreiben von privaten E-Mails am Arbeitsplatz den Personaler auf den Plan ruft und ob Abendveranstaltungen mit Canapées als Arbeitszeit gelten, erläutert Katrin Scheicht, Partnerin bei Norton Rose Fulbright.

Immobilien Zeitung: Frau Scheicht, jeder zehnte deutsche Arbeitnehmer kommt einmal im Monat zu spät zur Arbeit. 5% sind sogar mindestens einmal pro Woche nicht pünktlich, zeigt eine aktuelle Studie von CareerBuilder und JobScout24. Die Unternehmen lassen solches Fehlverhalten nicht ungesühnt. Ein Viertel der Personaler hat deswegen schon einmal eine Kündigung ausgesprochen. Wie schnell muss ein Arbeitnehmer mit solch drastischen Mitteln rechnen?

Katrin Scheicht: Regelmäßiges Zuspätkommen zählt zu den häufigsten Auslösern für Konflikte am Arbeitsplatz. Wie gravierend dieses Fehlverhalten ist, hängt jedoch von den Umständen ab. Gibt es in dem Unternehmen feste oder flexible Arbeitszeiten oder hat der Arbeitnehmer Kundenkontakt ab einer bestimmten Uhrzeit? Das sind Aspekte, die in die Bewertung einfließen.

IZ: Dem morgendlichen Nachzügler droht also nicht sofort die Kündigung?

Scheicht: Nein, wahrscheinlich nicht. Zunächst dürfte es ein Gespräch mit dem Vorgesetzten oder dem Personaler geben. Bessert sich das Verhalten nicht, folgt eine schriftliche Abmahnung, die in der Personalakte verbleibt. Kommt der Mitarbeiter auch nach der Abmahnung weiterhin zu spät, kann der Arbeitgeber eine zweite Abmahnung oder u.U. eine Kündigung aussprechen.

IZ: Wenn es keine Stechuhr gibt, wer dokumentiert dann die Arbeitszeit?

Scheicht: Der Arbeitgeber ist zwar zur Erfassung der Arbeitszeit, die acht Stunden überschreitet, verpflichtet, doch er kann dies an den Mitarbeiter delegieren.

IZ: Muss der Arbeitnehmer dann nur darauf achten, dass die Gesamtsumme stimmt?

Scheicht: Nicht ganz, denn wenn es eine Kernarbeitszeit gibt, dann müssen alle Mitarbeiter, auch solche im Außendienst, wie z.B. Makler, während dieser Zeit arbeiten.

IZ: Im Büro lockt der stete Internet-Zugang, mal schnell die privaten E-Mails zu checken. Ab wann sollten Angestellte auf die Uhr gucken, wenn sie privat im Internet surfen?

Scheicht: Wenn die Privatnutzung erlaubt ist, heißt das Stichwort "sozialadäquat", d.h. die private E-Mail-Nutzung muss in einem annehmbaren Verhältnis zur Gesamtarbeitszeit stehen. Gelegentlich zehn Minuten sind bei einem achtstündigen Arbeitstag i.d.R. nicht abmahnfähig.

IZ: Kann ein Arbeitgeber die private Nutzung des Internets gänzlich verbieten?

Scheicht: Ja, theoretisch kann er die Nutzung untersagen. Im Jahr 2014 erlauben aber viele Arbeitgeber die Privatnutzung.

IZ: In bestimmten Fällen darf der Arbeitgeber E-Mails eines Mitarbeiters öffnen. Wenn jemand auch seine private Korrespondenz über den Firmen-Account laufen lässt, wie kann er diesen Schriftverkehr kennzeichnen, um ihn zu schützen?

Scheicht: Wenn die Privatnutzung erlaubt ist, kann der Arbeitgeber nicht ohne weiteres auf den E-Mail-Account zugreifen. Zusätzlich kann in die Betreffzeile das Wort "Privat" geschrieben werden, um Zugriffe auf die privaten E-Mails noch weiter zu vermeiden.

IZ: Gilt für privates Telefonieren auch das Stichwort "sozialadäquat"?

Scheicht: Ja, und zwar auch, wenn die Telefonate in der Arbeitszeit vom privaten Handy und nicht vom Büro-Telefon geführt werden. In besonders schweren Fällen riskiert der Mitarbeiter durchaus eine fristlose Kündigung.

IZ: Was heißt schwerer Fall übersetzt für Nicht-Juristen?

Scheicht: Der Mitarbeiter einer Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft hatte innerhalb von sechs Wochen 18 Stunden lang nach Mauritius telefoniert - vom Anschluss seines Kollegen. Das ist ein schwerer Fall und das kostete ihn den Job.

IZ: Heutzutage wird von vielen Angestellten erwartet, dass sie über ein großes Netzwerk verfügen. Um das zu pflegen, sollen sie regelmäßig an Veranstaltungen teilnehmen, die oft abends stattfinden. Auch wenn dort die Atmosphäre eher locker ist, handelt es sich dabei nicht um ein Treffen unter Freunden. Gilt das als Arbeitszeit?

Scheicht: Nein, denn nach überwiegender Meinung werden Geschäftsessen und ähnliche Veranstaltungen nicht als Arbeitszeit angesehen.

IZ: Darf der Arbeitnehmer am nächsten Tag wenigstens entsprechend später ins Büro kommen?

Scheicht: Es gibt vielleicht Positionen, bei denen es erlaubt ist. Generell sollten Arbeitnehmer prüfen, wie solch ein Fall in ihrem Unternehmen und für ihre Position geregelt ist.

IZ: Welche Voraussetzungen müssen denn gegeben sein, damit der Fachvortrag mit Canapées um 19:30 Uhr vom Arbeitgeber vergütet wird?

Scheicht: Zum einen muss es einen konkreten Bezug zur Arbeit geben, und zum anderen sollte der Arbeitgeber den Mitarbeiter entsandt haben. Doch selbst dann dürfte es sich nur in Ausnahmefällen um Arbeitszeit handeln, weil die Beanspruchung generell geringer ist als im Büro.

IZ: Nehmen wir an, dass es sich um Arbeitszeit handelt. Bekommt der Arbeitnehmer dann die Überstunden vergütet?

Scheicht: Das hängt vom Arbeitsvertrag ab. Gibt es keine Regelung, kann der Mitarbeiter z.B. einen Anspruch haben, wenn sein Gehalt unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung liegt. Dies sind aktuell 71.400 Euro Bruttojahresgehalt in den alten Bundesländern und 60.000 Euro in den neuen.

IZ: Frau Scheicht, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führt Sonja Smalian.

IZ

Wieder mehr Geld für Azubis

Karriere 15.05.2014
Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind im vergangenen Jahr abermals gestiegen. Von dieser Entwicklung profitierten auch die Auszubildenden in immobilienwirtschaftlichen Berufen. Für sie gab ... 

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind im vergangenen Jahr abermals gestiegen. Von dieser Entwicklung profitierten auch die Auszubildenden in immobilienwirtschaftlichen Berufen. Für sie gab es bis zu 10% mehr.

Die durchschnittliche tarifliche Bruttomonatsvergütung für Auszubildende in Deutschland betrug 761 Euro im vergangenen Jahr. Während in den alten Bundesländern die Auszubildenden mit 767 Euro etwas mehr erhielten, lag ihre Vergütung in den neuen Bundesländern mit 708 Euro im Monat nicht nur unter dem Bundesdurchschnitt, sondern auch knapp 8% unter der Vergütung ihrer Kollegen im alten Westen.

Doch beide Gruppen konnten sich freuen: 2013 erhöhten sich die tariflichen Ausbildungsvergütungen abermals um 4,1% in den alten und um 5% in den neuen Bundesländern. Damit wurde der Trend aus dem Jahr 2012 sogar bis auf die Nachkommastelle exakt fortgeschrieben. Jährlich wertet das Bundesinstitut für Berufsbildung die tariflichen Ausbildungsvergütungen aus. Die Forscher haben 184 Berufe in West- und 152 Berufe in Ostdeutschland untersucht, in denen 88% der Auszubildenden ausgebildet werden.

Von den steigenden Vergütungen profitierten auch die Auszubildenden in den immobiliennahen Berufen, wie die BIBB-Untersuchung zeigt. Anders als im Jahr 2012, als die Immobilienkaufleute eine Nullrunde verzeichneten, sind 2013 die tariflichen Ausbildungsvergütungen in allen untersuchten Berufen gestiegen, allerdings mit großen Unterschieden. Die Spannbreite der Steigerungsraten reichte dabei von 1,9% bis zu 10%.

Diese extremen Unterschiede spiegelten sich u.a. im Beruf der Fachkraft für Schutz und Sicherheit wider. Die angehenden Sicherheitskräfte konnten sich über die höchste Steigerungsrate der immobiliennahen Berufe in den alten Bundesländern mit einem Plus von 7,1% freuen. Doch in den neuen Bundesländern belegten sie mit einer Steigerungsrate von nur 1,9% den letzten Platz. Während ihre Kollegen im Westen also 44 Euro pro Monat mehr im Portemonnaie hatten, gab es für die Sicherheitskräfte in Ausbildung im Osten nur 9 Euro mehr. Am stärksten erhöhte sich die Vergütung der Gebäudereiniger. Das Plus von 10% entsprach 55 Euro pro Monat mehr.

Nicht nur die Steigerungsraten, auch die Höhe der Ausbildungsvergütungen variierten erheblich: Am meisten verdienten angehende Maurer in den alten Bundesländern. Sie erhielten im Schnitt 999 Euro (Ost: 803 Euro). Im dritten und letzten Lehrjahr überschritt ihre Vergütung 2013 als einziger immobiliennaher Beruf sogar die 1.000-Euro-Grenze mit 1.299 Euro (Ost: 1.017 Euro).

Die Ränge zwei bis vier belegten in den alten Bundesländern die drei Ausbildungsberufe Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme (945 Euro), Bauzeichner (905 Euro) und Immobilienkaufleute (870 Euro). In den neuen Bundesländern führen die Rangliste die angehenden Elektroniker/innen für Gebäude- und Infrastruktursysteme mit einer durchschnittlichen Ausbildungsvergütung von 912 Euro an, gefolgt von den Immobilienkaufleuten (870 Euro), den Maurern (803 Euro) und den Bauzeichnern (742 Euro).

Schlusslichter im Westen waren die Berufe Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit 590 Euro sowie die Mechatroniker für Kältetechnik mit 594 Euro. Im Osten verdienten die angehenden Fachkräfte für Schutz und Sicherheit mit 495 Euro bzw. die Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (564 Euro) am wenigsten. Generell bestanden deutliche Differenzen auch zwischen den Ausbildungsbereichen. Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden in Industrie und Handel (West: 839 Euro bzw. Ost: 764 Euro) sowie im öffentlichen Dienst (West und Ost: 830 Euro) gezahlt. Die Vergütung in den Handwerksberufen lag im Allgemeinen unterhalb des Gesamtdurchschnitts mit 638 Euro in den alten und 542 Euro in den neuen Bundesländern.

Auch 23 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es kein einheitliches Vergütungsniveau zwischen Ost und West. Die Auszubildenden im Osten erhielten im Schnitt nur 92% des Westniveaus. Die immobiliennahen Berufe bildeten dabei keine Ausnahme, ausgenommen den Immobilienkaufmann. Die größte Differenz gab es bei den Fachkräften für Schutz und Sicherheit. Die Auszubildenden im Osten erreichten durchschnittlich nur 75% des Vergütungsniveaus ihrer West-Kollegen.

Sonja Smalian

Das eigene Ding machen

Noch während ihrer Studentenzeit an der HfWU Nürtingen-Geislingen
gründeten Roman Herdt, Sven Kersten, Sven Gruber und Benjamin Lauser
(v.l.n.r.) ihr Unternehmen Immoraum. Jetzt wollen sie die ersten
Praktikanten einstellen.

Noch während ihrer Studentenzeit an der HfWU Nürtingen-Geislingen gründeten Roman Herdt, Sven Kersten, Sven Gruber und Benjamin Lauser (v.l.n.r.) ihr Unternehmen Immoraum. Jetzt wollen sie die ersten Praktikanten einstellen.

Bild: Immoraum

Karriere 08.05.2014
Vom Hörsaal in den Chefsessel - den direkten Sprung in die Selbstständigkeit nach dem Hochschulabschluss wagen nicht alle Gründer. Manch einer gibt dem Wunsch, ein eigenes Unternehmen ... 

Vom Hörsaal in den Chefsessel - den direkten Sprung in die Selbstständigkeit nach dem Hochschulabschluss wagen nicht alle Gründer. Manch einer gibt dem Wunsch, ein eigenes Unternehmen aufzubauen, erst später nach. Drei Gründer erzählen, wie sie ihre Reise in die Eigenverantwortung erlebten.

Dass er sich einmal selbstständig machen würde, stand für Sven Gruber schon zu Beginn seines Studiums fest. Die Mutter des 27-Jährigen ist auch Unternehmerin und so sei er mit dem Gedanken aufgewachsen. Während seines Bachelorstudiums Immobilienwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) Nürtingen-Geislingen lernte er mit Roman Herdt, Sven Kersten und Benjamin Lauser drei Gleichgesinnte kennen. Gemeinsam gründeten sie im Oktober 2012 die Firma Immoraum in Stuttgart und beraten bei Verkauf und Vermietung von gewerblichen Immobilien sowie Wohn- und Geschäftshäusern. Bei der Gründung studierten drei von ihnen noch. So früh wagen nur wenige den Schritt in die Selbstständigkeit.

Tatsächlich verfolgen immer weniger Studenten immobilienwirtschaftlicher Fächer das Ziel einer Existenzgründung, wie die Umfrage zur IZ-Joboffensive aus den vergangenen Jahren zeigt: 25 (4%) der insgesamt 622 teilnehmenden Studenten an der letztjährigen Umfrage würden nach ihrem Abschluss gern unternehmerisch tätig sein, davon nur fünf Frauen. 2012 hatte die Existenzgründung noch eine höhere Konjunktur unter den Immo-Studierenden gehabt: Jeder zehnte wollte selbstständig sein. 2011 waren es sogar 15% gewesen.

Auch wenn sie direkt von der Hochschule in die Chefsessel wechselten, die Immoraum-Gründer konnten alle schon Berufserfahrung vorweisen. Jeder von ihnen hatte eine Ausbildung und Praktika absolviert: Gruber hatte u.a. Station bei ECE, BNP Paribas, Görtz und Knight Frank gemacht. Anderthalb Jahre nach der Gründung haben sie viele Erfahrungen gesammelt, können aber auch auf ihr Netzwerk bauen u.a. zu ehemaligen Professoren. "Das ist Gold wert", sagt Gruber. Alle sechs Monate trifft er sich mit seinem Mentor und diskutiert die Firmenentwicklung, um sich stetig zu verbessern. Interne Meetings halten die Gründer alle zwei Wochen ab. Sie vernetzen sich mit anderen Gründern im Stuttgarter Raum und engagieren sich in Branchennetzwerken wie dem Urban Land Institute, Immobilien Wirtschaft Stuttgart (IWS) oder dem German Council of Shopping Centers. Sich ein Netzwerk aufzubauen, gerade in großen Städten, sei ebenso wichtig, wie sich eine Vertrauensperson zu suchen, lautet denn auch Grubers Tipp an andere Gründer. Auch die Mitgründer sollte man sich mit Bedacht auswählen und prüfen, ob es fachlich passt und die Vertrauensbasis stimmt. Mit der Gründung eines Beratungshauses spiegeln sie einen bundesweiten Trend wider: Mehr als jede zweite Gründung findet im Dienstleistungssektor statt, zu dem auch das Grundstückswesen und Vermietung zählen, zeigt die Studie "Selbstständige sind anders: Persönlichkeit beeinflusst unternehmerisches Handeln" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) mit dem IZA Bonn. Doch die vier gehören auch einer Minderheit an: Nur 5% der Existenzgründer waren zuvor noch Studenten, heißt es in der Studie. Etwa zwei Drittel aller Gründer seien zum Gründungszeitpunkt zwischen 25 und 44 Jahre alt, bei steigendem Durchschnittsalter. Die höchste Gründungsrate weise die Altersgruppe von 25 bis 34 Jahren auf, gefolgt von der Altersgruppe 35 bis 44 Jahren. Das Gründungsinteresse steigt fünf Jahre nach dem Studienende deutlich an, wie das Global University Entrepreneurial Spirit Student´s Survey zeigt: Dann kann sich ein Drittel der Absolventen vorstellen, unternehmerisch tätig zu sein.

Auch Sandra Meyer hat sich erst mit Mitte 30 zum Gründen entschlossen, nachdem sie vier Jahre lang als Juristin für Bau- und Architektenrecht in einer Kanzlei gearbeitet hat. Sie betreute Shoppingcenter und hat darüber ihre Affinität zur Immobilie entdeckt. Dann kündigte sie und nahm sich ein Jahr lang Zeit, um zu reisen, von Hamburg nach Berlin umzuziehen und etwas Neues zu beginnen. "Jeder ist Entrepreneur in seinem eigenen Leben", sagt Meyer. Auf einem privaten Entrepreneur-Zirkel lernte sie ihren Mitgründer Jörn Apel kennen. Gemeinsam hoben sie StorageBook, ein Portal, um Lagerflächen zu mieten, aus der Taufe. Mit ihrem noch jungen Konzept bewarben sie sich für den You is now-Accelerator von ImmobilienScout24 - und wurden aufgenommen. Sie erhielten für die Programmdauer einen Arbeitsraum bei ImmobilienScout und wurden von Mentoren und Programmierern unterstützt. "Das war sehr wertvoll", sagt Meyer, und meint damit auch den Austausch mit den anderen Teams und die Coachings. Auf ihrer Agenda steht nun die Suchmaschinenoptimierung - das Feilen am Produkt bleibt ohnehin tägliche Aufgabe. Anderen Gründern rät sie, sich vor allem früh genug mit sich selbst zu beschäftigen, um herauszufinden, was man gern machen möchte, sagt Meyer. "Als Entrepreneur bin ich aktiv, gestalte etwas und übernehme Verantwortung." Seinen Ausdruck könne das dann auf ganz unterschiedliche Art finden: als Berater oder indem man Kinder großzieht.

Fabienne Schröder-Rust macht beides. Durch die Selbstständigkeit ist sie absolut Herrin über ihre Zeit. Das muss sie auch sein, denn sie kümmert sich um ihre zwei Kinder, sechs und neun Jahre alt, während ihr Mann als Berater in der Immobilienwirtschaft häufig unterwegs ist. Die 39-Jährige ist seit Ende ihres Studiums als PR-Beraterin tätig und hat u.a. die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei einer Tochtergesellschaft der damaligen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit unterstützt.

Immer noch wagen deutlich weniger Frauen als Männer den Sprung in die Selbstständigkeit. Frauen stellen knapp ein Drittel der Selbstständigen, machen aber gemessen an der Zahl erwerbstätiger Frauen nur 7% aus. Schröder-Rust hat schon einige Erfahrung gesammelt. Neben der PR-Arbeit beriet sie auch Banken bei der Einrichtung ihrer Räume nach dem Feng-Shui-Prinzip und bot mit einem Ladenlokal Kreativen aus der Rhein-Main-Region eine Vermarktungsplattform. Über Bekannte erhielt sie erste Aufträge, um Exposés für die Vermarktung von Wohnungen zu schreiben. Die Idee, sich als PR-Beraterin ganz auf die Immobilienbranche zu konzentrieren, war geboren. Sie gründete fsr Kommunikation und arbeitet nun mit einem Team von Grafikern und Fotografen zusammen. Ihren ersten Auftrag erhielt sie von Aberdeen. Dann fuhr sie mit ihrem Mann zur Expo Real, wo sie die Einladung zu einem Pitch ergatterte. Der Auftrag lautet: Sie soll drei Entwürfe für eine Vermarktungsbroschüre für ein Wohn- und ein Bürohaus erstellen. Ob sich die Arbeit gelohnt hat, weiß sie noch nicht - der Pitch ist noch nicht entschieden.

Viel Unterstützung für Existenzgründer

Für angehende Existenzgründer gibt es viele Informations- und Beratungsmöglichkeiten. Das Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) bietet unter der Adresse www.existenzgruender.de Informationen zu allen Gründungsphasen, zum Gründercoaching, zur Erstellung eines Businessplans sowie zu Wettbewerben und Veranstaltungen. Kostenlose Broschüren und eTrainings zu Themen wie Marketing oder Bankgespräch finden sich dort ebenso wie eine Adressdatenbank mit mehr als 25.000 Einträgen zu weiteren Ansprechpartnern. Dazu zählen auch die örtlichen Arbeitsagenturen sowie die Handwerks-, Industrie- und Handelskammern, die ebenfalls Gründer beraten und entsprechende Seminare anbieten. Die bundesweite Gründerwoche mit zahlreichen Veranstaltungen findet vom 17. bis 23. November 2014 (www.gruenderwoche.de) statt. Die Studenten der EBS Universität für Wirtschaft und Recht laden am 17. und 18. Oktober 2014 zum Entrepreneur-Congress, auf dem Studenten ihre Ideen Investoren vorstellen können (http://ebspreneurship.de). sma

TIPP

Eine Existenzgründung ist nichts für Sie? Dann kommen Sie doch zum IZ-Karriereforum für die Immobilienwirtschaft am 14. Juni 2014 nach Frankfurt. Rund 30 Aussteller präsentieren sich auf der Job- und Karrieremesse. www.iz-jobs.de/karriereforum

Sonja Smalian

"Erstmal kleine Brötchen backen"

Kay Schulte (Mitte) mit seinen beiden spanischen Partnern Francisco
Mercadal (links) und Sergio Pereda. Beide lernte er kennen, als er sich
selbst eine Altbauwohnung in Palma kaufte.

Kay Schulte (Mitte) mit seinen beiden spanischen Partnern Francisco Mercadal (links) und Sergio Pereda. Beide lernte er kennen, als er sich selbst eine Altbauwohnung in Palma kaufte.

Bild: Schulte & Pereda

Karriere 30.04.2014
Vor einem Jahr hat sich Kay Schulte im Alter von 46 Jahren selbstständig gemacht. Zwanzig Jahre lang war er in Konzernen und Wohnungsgesellschaften tätig und hat u.a. als Bauleiter auf ... 

Vor einem Jahr hat sich Kay Schulte im Alter von 46 Jahren selbstständig gemacht. Zwanzig Jahre lang war er in Konzernen und Wohnungsgesellschaften tätig und hat u.a. als Bauleiter auf Großbaustellen Berlins gestanden. Heute entwickelt und revitalisiert der Architekt und Immobilienökonom historische Stadthäuser für deutsche Privatleute und Investoren in Palma de Mallorca. Im Interview spricht er über sein neues Berufsleben, die richtige Studienwahl, verlässliche Banken und die schwierige Kundenakquise.

Immobilien Zeitung: Herr Schulte, Sie waren bis 2013 Technischer Geschäftsführer der Wiro in Rostock, einer Wohnungsgesellschaft mit rund 40.000 Wohnungen. Jetzt sind Sie geschäftsführender Gesellschafter eines Drei-Mann-Unternehmens und revitalisieren Altstadthäuser mit bis zu zehn Wohneinheiten in Palma de Mallorca. Wieso wollten Sie plötzlich alles anders machen und ein eigenes Unternehmen gründen?

Kay Schulte: Jahrelang habe ich auf die erste Führungsebene hingearbeitet. Nachdem ich vier Jahre Geschäftsführer der Wiro war, habe ich den Job aufgegeben und mich an meine Berliner Zeit und die seitdem große Vorliebe für Altbauten erinnert. Deswegen lebe ich auch gern in Wiesbaden mit seinen Gründerzeithäusern. Ich könnte nie in einem Neubau wohnen. Für meine Familie habe ich dann eine Altbauwohnung in Palma gekauft und dabei einen Nischenmarkt entdeckt.

IZ: Und schon war die Geschäftsidee geboren?

Schulte: Genau. Viele Deutsche suchen Altbauwohnungen als Alters- oder Zweitwohnsitz. Ich dachte mir, warum in Berlin, Görlitz, Weimar oder an der Ostsee investieren, wenn man die gleiche Infrastruktur auch in Palma hat.

IZ: Die Idee klingt nicht allzu verwegen. Knapp 4 Mio. deutsche Touristen besuchten allein im vergangenen Jahr die Baleareninsel und etwa 30.000 leben auf Mallorca. Wie haben Ihre Kollegen und Freunde auf Ihre Idee reagiert?

Schulte: Viele fanden die Idee mutig, die wenigsten waren 100% überzeugt wegen der Krise in Spanien. Einige haben auch die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

IZ: Haben sie mit ihren Befürchtungen Recht behalten?

Schulte: Nein. Aber, heute nach einem Jahr muss ich feststellen, dass ich es nicht geschafft habe, eine ausreichende Zahl von Interessenten für Palma zu begeistern.

IZ: Warum nicht?

Schulte: Die Deutschen sind zu zögerlich. Die Russen kaufen in Palma, allen voran die Schweden, aber die Deutschen sind zu ängstlich. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig ist, mit deutschen Investoren und Privatleuten ins Geschäft zu kommen.

IZ: Wie haben Sie versucht, Ihre Kunden zu erreichen?

Schulte: Ich habe Anzeigen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, im Mallorca-Magazin, der Mallorca Zeitung und in der Bellevue geschaltet. Die Kosten waren hoch, die Resonanz jedoch gering. Dann habe ich ein Interview für ein Ferienimmobilien-Special im Handelsblatt gegeben. Auch das hat wenig gebracht. Da habe ich die Lust an dem kleinteiligen Geschäft verloren.

IZ: Sie haben also nach kurzer Zeit Ihren Businessplan verändern müssen?

Schulte: Genau. Heute spreche ich mit meinem Netzwerk von 200 bis 300 Leuten, das ich mir im Laufe meines Berufslebens aufgebaut habe. Das sind professionelle Investoren und vermögende Privatleute, die eine Investition von zwei bis drei Millionen Euro alleine tätigen können. Für sie trete ich als Bauträger und Generalübernehmer auf. Ich benötige kein Massen-Marketing mehr.

IZ: Das heißt, Sie müssen jeden persönlich ansprechen?

Schulte: Ich nutze u.a. die Expo Real in München, da ich dort viele Leute kenne und treffe. Natürlich werde ich auch beobachtet, ob ich das Geschäft zum Laufen bringe. Gemeinsam mit meinem Team werde ich 2014 wieder dort sein.

IZ: Wie kommen Sie an die Verkäufer der Objekte ran, die zwischen 450.000 Euro und 5,5 Mio. Euro liegen? Sprechen Sie spanisch?

Schulte: Ja, ich spreche ein wenig spanisch. Aber die Kontakte zu den Eigentümern werden mir über meine spanischen Partner Sergio Pereda und Francisco Mercadal, beides Juristen, vermittelt. Viele spanische Familien sind zu stolz, um nach acht Jahren Krise die üblichen deutschen Maklerunternehmen anzusprechen.

IZ: Können Sie schon Erfolge verbuchen?

Schulte: Wir haben jetzt für drei Gebäude die Verträge abgeschlossen.

IZ: Diesen Meilenstein haben Sie sicherlich gefeiert.

Schulte: Gemeinsam mit meinen Partnern waren wir in unserem Lieblingsrestaurant, im Tast Club.

IZ: Wie sehen die weiteren Pläne aus?

Schulte: Wir werden in einem der drei Altstadthäuser, am Plaça del Mercadal, ein neues Büro errichten. An diesem vielfrequentierten Platz, mitten im Szeneviertel Sa Gerreria, wollen wir deutlich Präsenz zeigen, um deutsche Investitionen in die Altstadt für alle erkennbar zu machen und nicht alles den skandinavischen und russischen Investoren zu überlassen, die alle paar Wochen ein Haus kaufen.

IZ: Sie haben lange in der Immobilienbranche gearbeitet, mussten Sie als Gründer trotzdem Lehrgeld zahlen?

Schulte: Ja, leider. Mein erster Kunde, für den ich schon Verhandlungen für fünf, sechs Häuser aufgenommen hatte, ist kurzfristig wieder abgesprungen. Dann habe ich einen fest eingeplanten KfW-Kredit für Gründer nicht bekommen. Leider hatte ich keine Möglichkeit, direkt mit der KfW-Bank zu sprechen, da solche Anträge über die Hausbank laufen und diese hatte mich zwischenzeitlich vom A-Kunden zum mutigen Kleinunternehmer herabgestuft. Ich habe Tonnen von Anträgen geschrieben und die damit vertane Zeit war umsonst. Nach dieser Erfahrung habe ich meine Bank gewechselt.

IZ: Haben Sie noch weitere Standbeine?

Schulte: Ja, aufgrund der schweren Erkrankung des technischen Vorstands arbeite ich zurzeit noch kommissarisch als Interimmanager für eine Aachener Wohnungsgesellschaft.

IZ: Sie haben Architektur studiert und später noch den Immobilienökonom draufgesattelt. Hilft Ihnen dieses Wissen bei der Gründung?

Schulte: Nein. Heute würde ich sogar behaupten, dass es der größte Fehler meines Berufslebens war, Architektur zu studieren.

IZ: Warum?

Schulte: Wenn man ein Unternehmen führen will, sollte man nicht Architektur, sondern Betriebswirtschaft studieren. Jetzt helfen mir ausschließlich die Erfahrungen aus meinem bisherigen Berufsleben weiter.

IZ: Was sollten Gründer außerdem noch mitbringen?

Schulte: Eine Selbstständigkeit braucht Geduld, Sparsamkeit, Durchhaltevermögen und das Aufgeben des Statusdenkens, wie großes Büro, Sekretariat, Firmenwagen. Ich fahre beispielsweise wieder einen Fiat 500. Man backt über lange Zeit kleine Brötchen. Dafür sollte man Erspartes und besser zwei bis drei Banken im Rücken haben. Außerdem braucht man natürlich ein funktionierendes Netzwerk zu professionellen Investoren.

IZ: Es gibt inzwischen viele Beratungen für Existenzgründer. Haben Sie auch an so etwas teilgenommen?

Schulte: Ja, ich war auch bei einem Gründungsberater. Das hat mich nicht einen Zentimeter vorangebracht. Das war absolute Zeitverschwendung inklusive des Businessplans, den ich geschrieben habe.

IZ: Wie hat sich Ihr Leben durch die Selbstständigkeit verändert?

Schulte: Während der Gründungsphase konzentriere ich mich auf das Wichtigste, mein Geschäftsmodell voranzutreiben und erfolgreich zu etablieren. Doch man darf dabei die vielen Vorteile einer Selbstständigkeit nicht vergessen.

IZ: Welche sind das in Ihren Augen?

Schulte: Ich bin nicht mehr abhängig von Politikern und ihren Parteiprogrammen, wie es bei städtischen Wohnungsgesellschaften häufig der Fall war. Außerdem konnte ich mir meinen langjährigen Wunsch nach einem Job im Ausland erfüllen. Und ich kann nicht mehr mit 65 aus der Gesellschaft aussortiert werden, sondern so lange arbeiten und gestalten, wie ich will.

IZ: Was motiviert Sie durchzuhalten?

Schulte: Jedes Mal, wenn ich durch die Jahrhunderte alte Innenstadt von Palma gehe und die alten Mauern, Fenster und Türen sehe, dann bin ich von meiner Geschäftsidee wieder aufs Neue überzeugt. Es erfüllt mich mit großer Zufriedenheit, diese mittelalterlich geprägten Quartiere zu revitalisieren - und das hoffentlich bis ins hohe Alter.

IZ: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sonja Smalian.

IZ