Karriere-News

Gefma lobt Förderpreise aus

Karriere 08.08.2013
Zum 17. Mal lobt der Deutsche Verband für Facility Management (Gefma) seinen Nachwuchswettbewerb für Hochschulabsolventen und Doktoranden aus. Die Gefma-Förderpreise 2014 sind mit insgesamt ... 

Zum 17. Mal lobt der Deutsche Verband für Facility Management (Gefma) seinen Nachwuchswettbewerb für Hochschulabsolventen und Doktoranden aus. Die Gefma-Förderpreise 2014 sind mit insgesamt 8.000 Euro Preisgeld dotiert.

Sonja Smalian

Den "Ranking-Effekt" nutzen

Personalvorstand Christine Sasse.

Personalvorstand Christine Sasse.

Bild: ae

Karriere 08.08.2013
Der FM-Dienstleister Dr. Sasse will die Arbeit seiner Teams vor Ort, auf der ausführenden Ebene, verbessern. Dabei folgen die Münchner einem Organisationsmodell, nach dem ein Team im besten Fall ... 

Der FM-Dienstleister Dr. Sasse will die Arbeit seiner Teams vor Ort, auf der ausführenden Ebene, verbessern. Dabei folgen die Münchner einem Organisationsmodell, nach dem ein Team im besten Fall sechs oder sieben Mitglieder, nicht weniger und nicht mehr, haben sollte. Zur Halbzeit des Projekts sprachen wir mit Personalvorstand Christine Sasse.

"Es sind in der Regel Organisationsmängel statt Motivationsdefizite der Ausführenden, die Minderleistungen verursachen", sagt Christine Sasse, beim gleichnamigen FM-Dienstleister zuständig für Human Resources und Organisation. Das Unternehmen verdient sein Geld überwiegend mit landläufig als geringwertig geltenden Instandhaltungs- und Servicetätigkeiten.

Sasse verweist darauf, dass in Facility-Services-Unternehmen in der Regel zwar auf der Managementebene ein Steuerungsmodell praktiziert werde, dass jedem Manager fünf bis sieben zu führende Mitarbeiter auf der nächst unteren Etage zugeordnet seien, aber dann auf der ausführenden Ebene (also vor Ort beim Kunden) "die 30er Kohorte" favorisiert wird. Doch die sei keine wirklich leistungsfähige Gruppe.

Unsere Gesprächspartnerin skizziert den verbreiteten Ist-Zustand: Vorgesetzte werden "durch leistungsmindernde Gruppengrößen systematisch unterfordert". Intakte Leistungseinheiten werden "durch Doppelspitzen (Leitungsteams) und vertikale Stellvertreterregelungen geschwächt". Und Befugnisregelungen würden "nur fallweise, lückenhaft und widersprüchlich" getroffen.

6er-Gruppen sind optimal

Dr. Sasse baut derzeit um. Im April 2012 starteten die Münchner in einem ausgewählten Objekt ein Pilotprojekt. Im April nächsten Jahres will man "durch" sein, genauer: 80% der Objekte umgestellt haben. "Die Neuorganisation ist als kontinuierlicher Verbesserungsprozess zu betrachten und kommt bei Auftragszugängen genauso zum Einsatz wie im Rahmen verschiedener Innovationsprogramme für unsere Bestandskunden", erkärt die Personalexpertin.

Nach dem Modell der 6er-Gruppen gehört dem Team ein mitarbeitender (und von der Gruppe gewählter) Gruppenleiter bzw. Gruppensprecher an. Diesem steht etwa ein Drittel der täglichen Arbeitszeit für die leitende Tätigkeit zur Verfügung. Die Gruppengröße ermögliche auf dessen Seite die direkte und konkrete Ansprache des Kollegen oder der Kollegin. Was besagt der Realitätstest? "Viele sind stolz und kommen mit der Aufgabe sehr gut zurecht. Andere brauchen etwas länger Anleitung und Unterstützung. Gelegentlich müssen die Sprecher auch neu gewählt werden."

Optimal sei die 6er- oder 7er-Gruppe, weil deren Mitglieder in "überschaubaren Leistungssituationen" (die Kontaktmöglichkeit sei essenziell!) dazu neigten, "sich miteinander zu vergleichen". Dieser "Ranking-Effekt" steigere die Qualität und Quantität der Leistung. Im Vergleich zu isolierter Einzelarbeit betrage dieser Effekt +30% und mehr. Aber Achtung: Je größer die Gruppe wird, desto mehr lässt der Ranking-Effekt nach. Auch hier hat Sasse, die sich sehr stark auf in den 1960er und 1970er Jahren publizierte theoretische und empirische Arbeiten des Sozialpsychologen und Arbeitswissenschaftlers Fred Edward Fiedler stützt, eine Zahl parat: Schon eine Gruppe 1:10 erbringt nur 70% der erwarteten bzw. kalkulierten Leistung. Verstärkung durch weitere Mitarbeiter bleibt ohne messbare Wirkung." Dahinter stecke das Phänomen der "überdehnten Leitungsspannen", das auftrete, wenn ein Leiter mehr als sieben Mitarbeiter zu führen habe. Ähnliche Folgen haben laut Sasse auch "ungeleitete (nur supervidierte) Gruppen". Die Leistungsbereitschaft nehme ab, Qualität wird zurückgefahren, "go slow" bestimme den internen Leistungsvergleich. Hier laute die Faustregel: "Bereits nach 14,5 Einsatztagen sinkt die kalkulierte Leistung um ein Drittel."

Spürbare Wertschätzung

Ganz anders die ersten Erfahrungen mit der hauseigenen Neuorganisation und den 6er-Gruppen. Wie nehmen die betroffenen Mitarbeiter die Veränderungen an? "Anfangs etwas zögerlich", gesteht Sasse, doch "in der längst überfälligen Möglichkeit zur Entwicklung von Eigeninitiative und zu verantwortlichem Handeln in der Gruppe erkennen sie den Ausdruck der Wertschätzung."

Das Gruppenmodell könne in allen Gewerken des infrastrukturellen und technischen Gebäudemanagements eingesetzt werden, sagt Sasse. Aber die Gruppengröße müsse stimmen und die Kontaktmöglichkeit gewährleistet sein. Nicht infrage kommen folglich Kleinobjekte und Filialen, in denen Mitarbeiter allein arbeiten. "Besonders effizient wirkt sich das Gruppenmodell in Großobjekten mit vielen Servicemitarbeitern aus, die im Verlauf des Arbeitsprozesses definierte Kontaktmöglichkeiten besitzen. Dies kann durchaus auch gewerkeübergreifend geschehen."

Hat Dr. Sasse eigene Zielzahlen? Einsparungen von 5% bei einer Auftragserledigung ohne Qualitätsverlust seien leicht machbar, 10% seien gut. 15% könne man durchaus ins Auge fassen.

Albert Engelhardt

Nachwuchswettbewerb: Gefma lobt Förderpreise 2014 aus

Bewerbungsschluss für die Gefma-Förderpreise 2014 ist am 22. November 2013.

Bewerbungsschluss für die Gefma-Förderpreise 2014 ist am 22. November 2013.

Bild: Fotolia.de/Dariusz Urbanczyk

Karriere 02.08.2013
Zum 17. Mal lobt der Deutsche Verband für Facility Management (Gefma) seinen Nachwuchswettbewerb für Hochschulabsolventen und Doktoranden aus. Die Gefma-Förderpreise 2014 sind mit ... 

Zum 17. Mal lobt der Deutsche Verband für Facility Management (Gefma) seinen Nachwuchswettbewerb für Hochschulabsolventen und Doktoranden aus. Die Gefma-Förderpreise 2014 sind mit insgesamt 8.000 Euro Preisgeld dotiert.

Sonja Smalian

Neuer Master Industrial Real Estate Management

Karriere 01.08.2013
Die Universität Stuttgart hat den neuen berufsbegleitenden Masterstudiengang Irem Industrial Real Estate Management entwickelt. Der Schwerpunkt des Weiterbildungsstudiums liegt auf dem Ermitteln, ... 

Die Universität Stuttgart hat den neuen berufsbegleitenden Masterstudiengang Irem Industrial Real Estate Management entwickelt. Der Schwerpunkt des Weiterbildungsstudiums liegt auf dem Ermitteln, Umsetzen, Betreiben und Verwerten von Industriebauten, wie die Universität mitteilte. Absolventen des viersemestrigen, nichtkonsekutiven Masterstudiums erwerben den akademischen Grad Master of Science (M.Sc.). Initiator des neuen Programms ist das Institut für Bauökonomie an der Fakultät für Architektur und Stadtplanung, das von Prof. Christian Stoy geleitet wird. Unterstützt wird die Weiterbildung von verschiedenen Unternehmen. Mit dabei sind u.a. BASF, BMW, Drees & Sommer sowie Wolff & Müller. Zugelassen werden Teilnehmer, die ein Studium mit mindestens 240 ECTS-Kreditpunkten (bzw. acht Hochschulsemestern) bereits abgeschlossen haben. Die Weiterbildung eignet sich besonders für Absolventen der Fachrichtungen Architektur, Städtebau, Bauingenieurwesen, Bau- und Immobilientechnik, Bauphysik, Gebäudetechnik, Geografie oder verwandte Studiengänge. Zudem sollten die Bewerber über eine zweijährige, fachspezifische Berufspraxis verfügen. Geplanter Studienbeginn ist im Sommersemester 2014.

IZ

E&V baut interne Weiterbildung aus

Einige Teilnehmer der neuen E&V-Weiterbildung zusammen mit ihrem Ausbilder Markus Tami (fünfter von rechts) und weiteren E&V-Mitarbeitern.

Einige Teilnehmer der neuen E&V-Weiterbildung zusammen mit ihrem Ausbilder Markus Tami (fünfter von rechts) und weiteren E&V-Mitarbeitern.

Bild: sma

Karriere 01.08.2013
Engel & Völkers hat sein mehrstufiges internes Weiterbildungsprogramm um ein weiteres Modul ergänzt: Die rund viermonatige Fortbildung General Real Estate Management schließt mit ... 

Engel & Völkers hat sein mehrstufiges internes Weiterbildungsprogramm um ein weiteres Modul ergänzt: Die rund viermonatige Fortbildung General Real Estate Management schließt mit einer Prüfung zum Immobilienberater/in (IHK) ab. Die Qualifizierung ist verpflichtend für alle Consultants ohne immobilienwirtschaftlichen Abschluss.

Einzelnes Klatschen ist zu hören, als die ersten Absolventen des Kurses General Real Estate Management sich mit erhobenen Händen abklatschen und High-fives austauschen. Elf Mitarbeiter von Engel & Völkers Commercial (E&V) bekamen in Hannover ihr Abschlusszertifikat als Immobilienberater/in (IHK) überreicht. Hinter ihnen lagen 182 Unterrichtseinheiten, eine dreistündige Klausur sowie die mündliche Präsentation einer Fallstudie.

Die viermonatige, neu entwickelte Qualifizierung richtet sich an E&V-Consultants ohne immobilienwirtschaftlichen Abschluss wie Elma Setkic. Sie kam 2012 mit ihrem Bachelorabschluss in Sozialökonomie von der Universität Hamburg zunächst für ein dreimonatiges Praktikum im Bereich Logistik- und Industrieimmobilien zu E&V - und blieb. Nun absolviert die 26-Jährige das mehrstufige Weiterbildungsprogramm der E&V Academy.

Basis des Programms ist zunächst eine Online-Potenzialanalyse. Verpflichtend für alle E&V-Mitarbeiter ist zudem die Vertriebsweiterbildung "Ready to Sell". Darauf aufbauend gibt es das neue Programm, das fachlich unterhalb des Fachwirts einzuordnen ist. Für Mitarbeiter mit immobilienspezifischem Abschluss wird die Real Estate Specialist Division als Modul angeboten.

Die unternehmenseigene Weiterbildungsakademie wurde 1996 gegründet. Die E&V Academy ist auch Bildungsträger der neuen Maßnahme, obwohl das Abschlusszertifikat von der Industrie- und Handelskammer Hannover (IHK) vergeben wird. Mit dem neuen Abschluss will das Unternehmen eine eigene, nach außen sichtbare Qualifikation etablieren, angesichts fehlender fachlicher Zugangsbeschränkungen für den Maklerberuf. "Wir wollen als Unternehmen ein Zeichen für die Branche setzen", betont Philipp Niemann, Head of Business Development and Support Engel & Völkers Commercial. Von einem staatlich anerkannten IHK-Abschluss verspricht sich das Unternehmen einen deutlichen Mehrwert, und zwar nicht nur gegenüber den Kunden, sondern auch für die eigenen Mitarbeiter. "Wenn sie uns verlassen, dann haben sie einen externen, offiziellen Abschluss", sagt Kai Enders, Mitglied im E&V-Vorstand. Der nächste IHK- Kurs soll im Oktober dieses Jahres beginnen. Dann wird der Teilnehmerkreis von den Mitarbeitern von E&V Commercial auch auf die Mitarbeiter von E&V Residential ausgeweitet. Langfristig sollen noch weitere Abschlüsse dazu kommen, sagt Enders. Noch in diesem Jahr könnte der Diplom-Immobilienwirt (DIA) angeboten werden.

Sonja Smalian

"Zu Anfang nicht zu viel Privates erzählen"

KarriereberaterinAnke Quittschau berät regelmäßig Immobilienunternehmen und ihre Mitarbeiter. Sie weiß, dass nicht die Wahrheit, sondern die Wahrnehmung der anderen das Image prägt. Deswegen empfiehlt sie, die eigene Außenwirkung zu prüfen.

KarriereberaterinAnke Quittschau berät regelmäßig Immobilienunternehmen und ihre Mitarbeiter. Sie weiß, dass nicht die Wahrheit, sondern die Wahrnehmung der anderen das Image prägt. Deswegen empfiehlt sie, die eigene Außenwirkung zu prüfen.

Bild: A. Quittschau

Karriere 25.07.2013
Sommerzeit ist auch oft der Beginn der Probezeit. Nicht nur viele Hochschulabsolventen treten dann ihre erste Stelle an, auch so manch ein Berufserfahrener nutzt die Jahresmitte zum Jobwechsel. Um ... 

Sommerzeit ist auch oft der Beginn der Probezeit. Nicht nur viele Hochschulabsolventen treten dann ihre erste Stelle an, auch so manch ein Berufserfahrener nutzt die Jahresmitte zum Jobwechsel. Um die ersten Wochen im neuen Team zu meistern, sollten Neueinsteiger einige Dinge beachten. Wie sie die Bewährungsprobe bestehen, erläutert Anke Quittschau, Karriereberaterin und Mit-Autorin des neuen Ratgebers "Die ersten 100 Tage im neuen Job".

Immobilien Zeitung: Frau Quittschau, wer eine Stelle antritt, trifft nicht nur auf neue Aufgaben, sondern auch auf eine unbekannte Organisation mit festgefügten Gruppen. Was muss ein Neuankömmling in den ersten Arbeitstagen beachten?

Anke Quittschau: Zum einen gilt immer noch der Satz, dass es für den ersten Eindruck keine zweite Chance gibt. Der neue Mitarbeiter sollte sich deswegen überlegen, wie er von der Gruppe wahrgenommen werden möchte, und seine äußere Erscheinung darauf ausrichten. Gerade in der beim Kleidungsstil eher konservativ geprägten Immobilienbranche empfehle ich in den ersten Tagen einen professionelleren Auftritt.

IZ: Was zählen Sie dazu?

Quittschau: Das beginnt mit einem professionellen Business-Outfit, zu dem auch unbedingt passende Taschen und Schuhe im Office-Stil gehören sollten, und hört bei einem gebundenen Notizbuch mit einem persönlichen Stift auf. Frauen sollten insbesondere darauf achten, dass sie nicht zu sexy oder zu niedlich angezogen sind.

IZ: Warum empfehlen Sie ein Notizbuch mit Stift?

Quittschau: Während der Einarbeitungsphase muss sich ein neuer Mitarbeiter viele Informationen, Abläufe und Namen merken. Damit das leichter fällt und er nicht mehrfach dieselben Fragen stellen muss, empfiehlt es sich, wichtige Dinge zu notieren. Das sollte er nicht mit dem teuersten Montblanc-Schreiber, aber auch nicht mit dem Werbekuli des Ex-Arbeitgebers tun. Ein neuer Mitarbeiter erzielt immer eine Außenwirkung, ob er will oder nicht.

IZ: Man kann nicht nicht kommunzieren, wie der Sprachforscher Watzlawick einst festgestellt hat.

Quittschau: Richtig. Und in den ersten Tagen wirkt der neue Kollege ganz besonders stark auf die Gruppe. Seine fachliche Kompetenz kommt erst viel später zum Tragen. Auch wenn das in den ersten Wochen vielleicht noch etwas früh ist, aber ein solches Notizbuch kann auch dafür verwendet werden, dort seine wöchentlichen Erfolgserlebnisse zu vermerken. Das wirkt zum einen positiv selbstverstärkend, wenn sich der Mitarbeiter noch einmal vor Augen führt, was er Woche für Woche geleistet hat. Zum anderen kann er daraus eine Erfolgsliste für das erste Mitarbeitergespräch erstellen.

IZ: Wenn die Außenwirkung gerade am Anfang besonders stark ist, wie viel von seiner Persönlichkeit darf der neue Kollege denn in der Vorstellungsrunde preisgeben?

Quittschau: Auf jeden Fall nicht zu viel Privates erzählen! Aber das ist durchaus der Zeitpunkt, um einige Anker zu werfen, die später den Kollegen als Anknüpfungspunkte für den Smalltalk dienen können.

IZ: Also kann er ruhig erzählen, wo er wohnt und was er vorher gemacht hat?

Quittschau: Ja. Weitere mögliche Informationen sind, wessen Nachfolge er antritt, was sein Aufgabenbereich ist. Wichtig ist auch, dass er sich mit Vor- und Zunamen vorstellt und seine direkten Kollegen auch mit einem Handschlag begrüßt.

IZ: Und wie steht es mit dem Chef?

Quittschau: Ranghöhere Beschäftigte sind diejenigen, die dem Neuankömmling die Hand zuerst hinhalten.

IZ: Schwierig ist es auch für Neueinsteiger herauszufinden, wer in der Gruppe wirklich etwas zu sagen hat. Denn nicht immer sind die Machtstrukturen mit dem Unternehmensorganigramm identisch.

Quittschau: Ja, das stimmt. Ein Trick ist zu beobachten, auf wen sich die Blicke in der Konferenz richten. Das dürfte dann der Entscheidungsträger sein.

IZ: Größter Fehler, den Neueinsteiger machen können?

Quittschau: Neueinsteiger sind hochmotiviert und sie haben die Tendenz, sich als Einzelkämpfer zu profilieren. Das kommt aber in der Gruppe meist nicht gut an. Während Menschen bereit sind, fachliche Fehler gerade in der Anfangszeit zu verzeihen, gilt das nicht für Schwächen in der sozialen Kompetenz!

IZ: Frau Quittschau, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sonja Smalian.

Sonja Smalian

JLL, ECE, Hochtief sind top

Eine Auszeichnung für die drei Besten: Die IZ-Medaille für die beliebtesten Arbeitgeber.

Eine Auszeichnung für die drei Besten: Die IZ-Medaille für die beliebtesten Arbeitgeber.

Bild: IZ

Karriere 18.07.2013
Mit Wissen im Kopf und Tatendrang in der Brust will der Nachwuchs bei den besten Arbeitgebern anheuern. Doch wer sind die besten? Welche Unternehmen stehen auf der Liste angehender Absolventen von ... 

Mit Wissen im Kopf und Tatendrang in der Brust will der Nachwuchs bei den besten Arbeitgebern anheuern. Doch wer sind die besten? Welche Unternehmen stehen auf der Liste angehender Absolventen von immobilienwirtschaftlichen Studiengängen ganz oben? Die Immobilien Zeitung fragte nach. Heraus kam unter anderem: Jones Lang LaSalle (JLL) konnte die 2012 errungene Spitzenposition festigen, auf Platz zwei und drei wurden ECE und Hochtief gewählt. Dicht ran ans Top-Trio hat sich Corpus Sireo gepirscht. Wirtschaftsberater und -prüfer dagegen sind in der Gunst von Studenten gesunken - Wohnungsunternehmen in der Gunst noch immer nicht gestiegen.

Durch den Online-Fragenkatalog der Immobilien Zeitung klickten sich im Frühjahr 622 Hochschüler; ihre Antworten kamen bundesweit aus mehr als 60 Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien und anderen Bildungseinrichtungen. Die Studenten benannten ihre favorisierten Unternehmen frei, sprich: Es wurden keine Namen vorgegeben.

Und so kam es zu dem Ergebnis: Der Nachwuchs war aufgerufen, jeweils eine Favoriten-Firma auf die Plätze eins bis drei zu setzen. Bei der Auswertung wurde dann unterschiedlich gewichtet. Für den ersten Platz gab es drei Punkte, für den zweiten zwei, und der dritte Rang brachte einen Punkt. So wurden allen 188 genannten Unternehmen entsprechende Zahlen zugeordnet und addiert. Die 15 Gesellschaften mit den höchsten Punkt- und damit wohl auch Sympathiewerten sind in der Top-Arbeitgeber-Liste (s.u.) aufgeführt.

JLL punktet mit Internationalität

Grundsätzlich festzustellen ist, dass Studenten ihre Punkte in erster Linie an die Unternehmen vergaben, deren Tätigkeitsfelder ihnen zusagen. Hohen Wert legt der Nachwuchs zudem auf die Möglichkeit, Karriere zu machen; Standort und Image des künftigen Brötchengebers sollten ebenfalls stimmen.

JLL ist ein vertrauter Name im IZ-Ranking. Seit der ersten Umfrage im Jahr 2009 rangiert das Beratungsunternehmen Jahr für Jahr in der Riege der drei gefragtesten Arbeitgeber und lag dabei drei Mal auf Platz zwei hinter Hochtief, bis es im vergangenen Jahr den Sprung an die Spitze schaffte. Den Top-Platz festigte es in diesem Jahr mit 159 Punkten. Für die Mehrzahl der Studenten, die an JLL Punkte vergaben, war die internationale Ausrichtung ein entscheidender Grund für ihre Wahl (siehe Artikel "Stimmt die Arbeit, ist Geld nachrangig").

Hochtief lässt Federn

ECE kam auf 91 Zähler und zog damit am Hochtief-Konzern vorbei, der mit 81 Zählern auf Platz drei landete. Der Einkaufszentrenentwickler punktete sehr stark mit den Tätigkeitsfeldern, Hochtief in erster Linie mit Karriereperspektiven. Der Bau-konzern ist bislang immer unter den drei erstplatzierten Arbeitgebern im IZ-Ranking zu finden. Dennoch hat er zuletzt Federn gelassen: Im vergangenen Jahr schlug wohl die Übernahme durch den spanischen Konzern ACS aufs Umfrageergebnis durch, nun könnten es Meldungen rund um Umstrukturierung und Verkäufe sein. "Veränderung - das wissen wir alle - führt naturgemäß zunächst zu Fragen. Das spiegelt sich auch im Ranking wider", sagt Hochtief-Sprecherin Patrizia Wischerhoff. Die Zeit der Übernahmeschlacht mit den darauf folgenden Hochtief-Manager-Abgängen bezeichnet sie als abgeschlossen; der Konzern habe eine "stabile Aktionärsstruktur", die Zusammenarbeit mit den Spaniern auf Projektebene funktioniere gut.

Die Top-Arbeitgeber 2013

Von Außenstehenden werde nun vor allem der Veränderungsprozess "hin zum größten Infrastrukturanbieter der Welt" wahrgenommen, der damit einhergehe, dass nicht mehr zum Kerngeschäft gezählte Bereiche verkauft oder künftig mit Partnern weiterbetrieben werden sollen, so Wischerhoff. "Wir sind aber zuversichtlich, dass sehr bald die Erfolge unserer neuen Strategie sichtbar werden."

Negativmeldungen mögen Hochschulabsolventen in der Vergabe ihrer Gunst beeinflussen - vom Anheuern scheinen sie nicht abzusehen. "Die Anzahl der Bewerbungen ist in den letzten Jahren gleich geblieben, die Zahl der qualifizierten Bewerber ist stets sehr hoch", sagt die Hochtief-Sprecherin und verweist auf die 1.180 Schreiben, die im vergangenen Jahr von Hochschulabsolventen quer durch alle Studiengänge eingegangen sein sollen.

Corpus Sireo nah am Top-Trio

Tatsächlich haben die im IZ-Ranking bestplatzierten Unternehmen JLL, ECE und Hochtief eine große Sogwirkung. Allein JLL erhielt 10,6% der gewichteten Punkte, zusammen vereinen die drei Konzerne 23% auf sich. Dem Trio nah auf den Fersen ist der Kölner Entwickler und Dienstleister Corpus Sireo, der sich in den vergangenen Jahren immer weiter nach vorne geschoben hat: Von Platz 13 im Jahr 2011 auf Rang fünf und nun weiter auf den vierten Platz. Auch hier mag das breite Leistungsspektrum ein gewichtiger Grund für die Beliebtheit sein: Corpus Sireo ist Makler, Projektentwickler, Investment-Manager und Asset-Manager für Wohn- und Gewerbeimmobilien.

Im Grunde sind alle Unternehmen in der Top-15-Liste breit aufgestellt. Schaut man auf deren einzelne Sparten, fällt auf, dass das Maklergeschäft sowie der Bereich Entwicklung und Bau dominieren. Maklerdienste bieten JLL, Corpus Sireo, CBRE, BNP Paribas Real Estate, Engel & Völkers sowie Cushman & Wakefield und damit sechs Unternehmen an. Ebenso viele werkeln auf Baustellen, und zwar ECE, Hochtief, Corpus Sireo, Bilfinger, Strabag und im kleineren Rahmen auch die Augsburger Patrizia. IVG ließe sich noch dazuzählen, allerdings hat die Gesellschaft den Rückzug aus dem Geschäft angetreten.

E&Y und Deutsche Bank draußen

Banken mitsamt der mit ihnen verbundenen Gesellschaften werden weniger unter den Top 15. In diesem Jahr ist die Deutsche Bank von Platz 10 auf Platz 25 abgerutscht, es verbleibt die DekaBank. Von Wirtschaftsberatungen und -prüfern ist mittlerweile keine Spur mehr zu sehen. Als letzter Verbliebener aus dem Jahr 2012 hat jetzt auch Ernst & Young zu stark an Absolventen-Gunst verloren - und belegt nun Rang 19. Pricewaterhouse Coopers folgt auf Platz 24.

Unter ferner liefen rangiert auch die Konkurrenz von ECE. Der nächstplatzierte Entwickler und Betreiber von Einkaufstempeln ist mfi auf Platz 27. Sonae Sierra und Multi Development wurden von keinem einzigen angehenden Absolventen bepunktet und tauchen folglich unter den insgesamt 188 genannten Unternehmen gar nicht auf.

Wohnungsunternehmen sucht man unter den Top 15 vergeblich. Und das nicht erst in diesem Jahr. Bislang haben es Deutsche Annington, Gagfah & Co. noch in keinem Jahr in die Liste geschafft. Wer diesmal die Excel-Tabelle mit allen Unternehmen und vergebenen Punkten mit dem Finger nach unten fährt, bleibt an TAG Immobilien als erstem Wohnungsanbieter auf Platz 37 hängen. Weiter unten folgen die kommunalen Gesellschaften GWG (München) und degewo (Berlin).

Reine Wohnungsbauträger scheinen ebenfalls keine bevorzugte Anlaufstelle für angehende Hochschulabsolventen zu sein - gleichwohl sich gerade in diesem Segment vielerorts die Kräne drehen und es bundesweit wie auch lokal agierende Schwergewichte gibt. Es mögen einige Punkte, die Hochtief gegeben wurden, auf die Wohnungsbausparte des Konzerns entfallen. Die erste den Wohnungsbau fokussierende Gesellschaft allerdings ist mit dem Schweizer Unternehmen Peach Property in der Mitte der Gesamtliste zu finden.

Schwach vertreten sind auch die Facility-Manager. Nun sind ein paar Punkte, die Bilfinger und Strabag erhielten, für deren FM-Töchter abgegeben worden. Angesichts dessen jedoch, dass 93 FM-Studenten an der diesjährigen Umfrage teilgenommen haben, stellt sich aber die Frage: Möchten die gar nicht ins Facility-Management-Fach?

Bima knapp jenseits der Top 15

Positiv fällt Patrizia Immobilien, ein in Augsburg ansässiger Konzern mit Wurzeln in der Wohnungswirtschaft, auf. Die Augsburger sind 2011 das erste Mal in die Top-15-Liste gewählt worden, damals noch auf Platz 15. Im vergangenen Jahr ging es hoch auf Rang 12, jetzt belegen sie den achten Platz.

Das mag am Wachstum des Unternehmens liegen, das als Wohnungsprivatisierer startete und sich nun "als Investor und Dienstleister, der die komplette Wertschöpfungskette und alle Immobilienbereiche abdeckt", versteht. Gut möglich aber auch, dass der Kauf der beiden großvolumigsten Wohnungsportfolios, die in den vergangenen beiden Jahren angeboten wurden (LBBW Immobilien, GBW), nachhaltigen Eindruck bei den Nachwuchskräften hinterließ. Patrizia stand dabei beide Male an der Spitze eines Investorenkonsortiums.

Es sei noch ein potenzieller Arbeitgeber erwähnt, der die Top-15-Liste zuletzt immer knapp verfehlt hat: die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Sie bekommt in den kommenden Jahren einiges zu tun: Amerikanische und britische Streitkräfte sowie die Bundeswehr geben insgesamt knapp 40.000 ha für die zivile Nutzung frei. Womöglich braucht sie deshalb mehr Personal. Derzeit sind jedenfalls 17 Stellen ausgeschrieben, darunter in den Sparten Portfoliomanagement, Baumanagement und Wertermittlung.

Was wir wollen

#B2V5R#

"Ich wünsche mir Sicherheit und Perspektive, sprich einen krisensicheren Job mit guten Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie einer betrieblichen Altersvorsorge. Sehr wichtig ist mir, dass das Unternehmen floriert und auch positive Zukunftsaussichten hat."

Thea Martin, 33

Hochschule Mittweida, Immobilienmanagement und Facilities Management

"Ich suche ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Aufgabenspektrum, gepaart mit Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen. Von kleineren Unternehmen habe ich einen sehr positiven Eindruck. Allerdings ist der Reiz sehr groß, sich in einem Top-Unternehmen beweisen zu können."

#B3V5R#

Thorben Breitkopf, 25

Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), Immobilienwirtschaft und -management

"Die Vergütung sollte immer meiner Qualifikation angemessen sein. Allerdings sind mir Perspektiven, verantwortungsvolle Aufgaben und die Möglichkeit, im Job etwas zu bewirken und zu erreichen, wichtiger. Geld allein motiviert mich nicht."

Britta Eckert, 24

#B4V5R#

Hochschule Aschaffenburg, Internationales Immobilienmanagement

"Ob ich bei einem kleinen XY-Unternehmen oder bei einem Marktriesen arbeite - mir ist das einerlei. Das Wichtigste ist die Freude am Job. Den für mich perfekten Arbeitsplatz zu finden ist wie Glück in der Liebe zu haben."

Enno Peters, 27

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Immobilienwirtschaft

Christine Rose