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Immo-AGs geizen bei ihren Vorständen

Was machen die Vorstände von Immobilienunternehmen bloß falsch? Sie verdienen im Schnitt deutlich weniger als die Vorstände anderer MDax- und SDax-Unternehmen.

Was machen die Vorstände von Immobilienunternehmen bloß falsch? Sie verdienen im Schnitt deutlich weniger als die Vorstände anderer MDax- und SDax-Unternehmen.

Bild: ArtmannWitte/Fotolia.com

Karriere 09.05.2013
Die Vorstände von börsennotierten Immobilien-Aktiengesellschaften in den Nebenwerten-Indices verdienen wesentlich weniger als ihre Kollegen aus anderen Branchen. Zu diesem Ergebnis kommt die ... 

Die Vorstände von börsennotierten Immobilien-Aktiengesellschaften in den Nebenwerten-Indices verdienen wesentlich weniger als ihre Kollegen aus anderen Branchen. Zu diesem Ergebnis kommt die Agentur ergo Kommunikation in einer aktuellen Studie. Am meisten verdienen die Gesamtvorstände von Patrizia Immobilien und Gagfah.

Die Immobilien-AGs in den Nebenwerten MDax und SDax geizen bei der Vergütung ihrer Vorstände. Die durchschnittliche Gesamtvergütung des Vorstands betrug bei den im SDax notierten Immobilienunternehmen 2012 nur rund zwei Drittel des Durchschnitts aller SDax-Unternehmen, der bei ca. 2.137.000 Euro (fixe und variable Vergütung) lag. Beim MDax erreichten die Immo-AGs sogar nur etwa 40% des Index-Durchschnitts. Zu diesem Ergebnis kommt ergo nach der Auswertung der Geschäftsberichte.

Spitzenverdiener war unter den im SDaxnotierten Immobilienunternehmen der Gesamtvorstand von Patrizia Immobilien mit rund 1.776.370 Euro. Schlusslicht bildet die Hamborner Reit, die ihren Vorstand mit ca. 861.000 Euro entlohnte. Dazwischen ordnen sich Prime Office Reit (ca. 1.114.540 Euro), DIC Asset (1.373.950 Euro), IVG Immobilien (ca.1.754.410 Euro) und Alstria Office Reit (1.775.000 Euro) ein. Diese Zahlen beziehen jeweils die fixe und die variable Vergütung mit ein.

Fast 10% weniger gibt's für Immo-Vorstandschefs im SDax

Auch bei einem Vergleich der Vergütung der Vorsitzenden schneiden die Immo-AG-Chefs schlechter ab als ihre branchenfremden Kollegen. So verdient der Vorstandsvorsitzende eines SDax-Unternehmens durchschnittlich rund 944.000 Euro. Berücksichtigt wurden neben dem Fixgehalt auch Nebenleistungen und Short-Term-Incentives. Die Vergütung der Vorstandsvorsitzenden der Immobilien-AGs sah im Schnitt rund 830.000 Euro vor, also 114.000 Euro weniger. Spitzenverdiener unter den Immobilien- Chefs war nach der ergo-Untersuchung Olivier Elamine, Chief Executive Officer von Alstria Office Reit. Sein Jahresgehalt betrug 1,2 Mio. Euro. Rund ein Drittel davon - etwa 430.000 Euro - gab es für die beiden Vorstände von Hamborner Reit.

Etwas höhere Vergütungen als im SDax gab es 2012 für die Vorstandschefs von Tec-Dax-Unternehmen, im Schnitt 985.000 Euro. Doch finanziell lohnt sich vor allem eine Mitgliedschaft im MDax-Club für die Vorstandschefs. Dort erhielten sie durchschnittlich 1.673.000 Euro (2011: 1.762.000 Euro) und damit 77% mehr als ihre Kollegen aus dem SDax.

Noch steileres Vergütungsgefälle im MDax

Doch auch im MDax liegt die Vergütung der Immobilien-Gesamtvorstände deutlich unter dem Durchschnittswert. Die drei Immobilienvorstände der Deutsche Wohnen, Gagfah und GSW Immobilien erhielten im Mittel nur rund 40% des MDax-Durchschnitts von ca. 4.867.020 Euro (fixe und variable Vergütung). Am meisten gab es für den Gesamtvorstand von Gagfah, der mit einer Gesamtvergütung von 2,5 Mio. Euro nur gut die Hälfte des Durchschnitts für die MDax-Werte erreichte. In der Studie nicht berücksichtigt wurden Deutsche Euroshop und TAG Immobilien, weil ihre Geschäftsberichte noch nicht vorlagen.

Auch ein Blick auf die einzelnen Vergütungen der Vorstandsvorsitzenden bestätigt das Bild, dass die Immobilienunternehmen vergleichsweise "geizig" sind. Wie viel der Gagfah-Chef mit nach Hause nimmt, weist das Unternehmen nicht individuell aus, doch der Deutsche-Wohnen-Vorstandschef erhielt 927.000 Euro und der GSW-Immobilien-Vorstandsvorsitzende 1 Mio. Euro. Ist das viel oder wenig? Darüber lässt sich streiten. Auf jeden Fall ist es rund 50% weniger als die durchschnittliche CEO-Vergütung im MDax von etwa 2,3 Mio Euro.

Sonja Smalian

Nachwuchspreis für Akademikerinnen ausgelobt

Mit je 1.250 Euro ist der Nachwuchspreis dotiert. Er wird in drei Kategorien (Bachelor- und Masterarbeit sowie Dissertation) vergeben.

Mit je 1.250 Euro ist der Nachwuchspreis dotiert. Er wird in drei Kategorien (Bachelor- und Masterarbeit sowie Dissertation) vergeben.

Bild: Fotolia.de/Dariusz Urbanczyk

Karriere 07.05.2013
Der Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft hat erstmals einen Nachwuchspreis für Absolventinnen von Bachelor- und Masterstudiengängen sowie Doktorandinnen ausgelobt. Der Preis ist mit ... 

Der Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft hat erstmals einen Nachwuchspreis für Absolventinnen von Bachelor- und Masterstudiengängen sowie Doktorandinnen ausgelobt. Der Preis ist mit insgesamt 3.750 Euro dotiert.

Die Nachwuchspreise werden in den drei Kategorien Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten vergeben. Jeder Preisträger erhält ein Preisgeld in Höhe von 1.250 Euro.

Eingereicht werden können Abschlussarbeiten, die mit der Note sehr gut (mindestens 1,5) bewertet wurden und in dem Zeitraum zwischen dem 1. April 2012 und 31. März 2013 geprüft wurden. Die Arbeiten müssen ein relevantes immobilienwirtschaftliches Thema behandeln. Zugelassen sind sowohl Arbeiten aus immobilienspezifischen Studiengängen wie Architektur, Facility-Management oder Bauingenieurwesen als auch aus allgemeinen Studienfächern wie Jura oder BWL. Einsendeschluss ist der 15. Mai 2013. Die Preisverleihung findet auf der Expo Real 2013 in München statt.

Die Arbeiten müssen in zweifacher Ausfertigung als CD zusammen mit einem Kurz-Lebenslauf (in Papierform) sowie einer Einverständniserklärung zur Vermarktung der Nachwuchspreise auf der Expo Real bei der Geschäftsführung des Vereins eingereicht werden ( E-Mail: mail@immofrauen.de).

Sonja Smalian

Gaudís Nachfahren kommen

Der gute Ruf von Architekten wie beispielsweise Antoni Gaudí eilt den Spaniern voraus. Das wiederum hilft, das Interesse von deutschen Arbeitgebern zu wecken.

Der gute Ruf von Architekten wie beispielsweise Antoni Gaudí eilt den Spaniern voraus. Das wiederum hilft, das Interesse von deutschen Arbeitgebern zu wecken.

Bild: BilderBox.com

Karriere 02.05.2013
Die Stuttgarter Nord-Süd Hausbau hat gerade vier spanische Bauingenieure eingestellt und die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main holte jüngst 50 junge Menschen aus der Partnerstadt Madrid an ... 

Die Stuttgarter Nord-Süd Hausbau hat gerade vier spanische Bauingenieure eingestellt und die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main holte jüngst 50 junge Menschen aus der Partnerstadt Madrid an den Main, um sie an Ausbildungsbetriebe zu vermitteln. Die prekäre Lage am Arbeitsmarkt in einigen südeuropäischen Ländern erhöht die Mobilität von Fachkräften und stellt die Unternehmen vor neue Aufgaben.

Neue Denkweisen und andere Herangehensweisen ins Unternehmen zu holen. Das war der Wunsch von Frank Talmon l'Armée. Deswegen blickte der Geschäftsführer der Stuttgarter Nord-Süd Hausbau vor zwei Jahren für die Personalrekrutierung erstmals über die deutsche Landesgrenze hinaus nach Spanien. Ausschlaggebend für das Zielland sei die ähnliche Mentalität gewesen, sagt Talmon l'Armée. Auch das Fachliche habe dafür gesprochen: Die spanischen Vorschriften ähnelten dem deutschen Baurecht und nicht zuletzt sei das Land "von der Architektur wunderbar", schwärmt er.

Im Spätherbst vergangenen Jahres schaltete das knapp 50 Mitarbeiter zählende Unternehmen eine Stellenanzeige auf drei spanischen Jobportalen. Die Anzeige war weitgehend auf deutsch mit einem spanischen Satz: "Möchten Sie Ihre Karriere in Deutschland starten?" Die Antwort war ein vielhundertfaches Ja. Denn die anhaltende Krise auf den Arbeitsmärkten in einigen südeuropäischen Staaten zwingt zur Mobilität (vgl. auch "RICS erhält im Süden mehr Zulauf", IZ 12/13).

Eine deutliche Zunahme der Bewerbungen aus Spanien, Griechenland, aber auch Italien hat auch Andreas Richter in den vergangenen zwei Jahren beobachtet. Den Geschäftsführer der Kölner Personal- und Unternehmensberatung proJob erreichten teilweise Bewerbungen mit verzweifelten Hilferufen. Neben Jung-Akademikern gebe es auch Interesse aus der Altersgruppe 30 bis 50.

Bei der Nord-Süd Hausbau kamen rund 70 Bewerber in die engere Wahl und 14 Interessenten wurden zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Talmon l'Armée persönlich flog für zwei Tage nach Alicante und Madrid. Ursprünglich wollte er nur ein oder zwei Bewerber einstellen, doch dann überzeugten ihn vier Kandidaten. Mit ihnen, darunter einer Frau, hat er Verträge abgeschlossen. Doch damit war es nicht getan. Um die Integration in ein Arbeitsleben in Deutschland zu erleichtern, kümmert sich die Firma ganz besonders um die Neuzugänge: Im einwöchigen Abstand kamen sie nach Stuttgart und nach Köln, damit die knapp 50 Mitarbeiter Zeit hatten, die neuen Kollegen kennenzulernen. Den Flug und die Kosten für den ersten Monat im Hotel übernahm Nord-Süd Hausbau. Auch den sechsmonatigen Deutschkurs trägt das Unternehmen. In dieser Zeit müssen die vier Spanier nur 75% bzw. 80% arbeiten. Die vier Bauingenieure bzw. Architekten - in Spanien sei die Ausbildung der Architekten deutlich technischer ausgeprägt - sind zwischen 30 und 49 Jahre alt. Sie ergänzten sich sehr gut und bildeten zusammen den gesamten Zyklus eines Projekts ab. Nachahmern empfiehlt Talmon l'Armée, die Auswahlgespräche immer vor Ort im Land der Bewerber zu führen, denn das erleichtere die Gesprächsführung.

Offen für die Integration von ausländischen Arbeitskräften muss sich auch das Handwerk zeigen, denn hier ist der Fachkräftemangel inzwischen deutlich spürbar. Keine einzige Bewerbung habe sie auf die Ausschreibung eines Ausbildungsplatzes erhalten, sagt Sonja Feucht vom Heizungs- und Sanitärbauer Bruder + Feucht aus Bad Homburg. Deswegen hat sich das Unternehmen auch an der Initiative der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und des Hessischen Wirtschaftsministeriums beteiligt, die im April dieses Jahres 50 junge Leute aus Madrid für ein zehntägiges Schnupperpraktikum eingeladen hat. Vier junge Menschen, teils mit, teils ohne Ausbildung und deutsche Sprachkenntnisse, lernte Feucht auf diesem Wege kennen, denen sie ihren Betrieb vorstellte. Zwei wird sie im Mai auswählen, die dann ab August bei ihr eine Ausbildung beginnen - und hoffentlich auch beenden werden.

TIPP

Das vierte IZ-Karriereforum für die Immobilienwirtschaft findet am 15. Juni 2013 auf dem Campus der Frankfurter Goethe-Universität statt. Mehr als 30 Aussteller präsentieren sich auf der Job- und Karrieremesse. Info: www.iz-jobs.de/karriereforum

Sonja Smalian

Frauen fehlen berufliche Netzwerke zum Aufstieg

Zum Frauennetzwerktag von Vinci Deutschland war die ehemalige taz-Chefredakteurin Bascha Mika (zweite Reihe, siebte von rechts) als Referentin geladen, die den Frauen Mut zusprach, im Job auch nach höheren Positionen zu streben.

Zum Frauennetzwerktag von Vinci Deutschland war die ehemalige taz-Chefredakteurin Bascha Mika (zweite Reihe, siebte von rechts) als Referentin geladen, die den Frauen Mut zusprach, im Job auch nach höheren Positionen zu streben.

Bild: E. Lenz-Greenhough

Karriere 25.04.2013
Bei Vinci Deutschland sollen mehr Frauen Führungspositionen übernehmen können. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Unternehmen des Bauhaupt- und -nebengewerbes auf ungewöhnliche Mittel: ... 

Bei Vinci Deutschland sollen mehr Frauen Führungspositionen übernehmen können. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Unternehmen des Bauhaupt- und -nebengewerbes auf ungewöhnliche Mittel: Wenn Geschäftsführer in ihrem Bereich Maßnahmen zur Frauenförderung erfolgreich umsetzen, werden sie mit Boni belohnt. Das Programm zur Frauenförderung wird vom Europäischen Sozialfonds finanziell unterstützt und gewann innerhalb des europaweit agierenden Konzerns einen Innovationspreis. Nach fünf Jahren zieht Sylvia Schröpl, Personalleiterin von Vinci Facilities Deutschland, ein erstes Fazit.

Immobilien Zeitung: Frau Schröpl, seit fünf Jahren bauen Sie innerhalb von Vinci Deutschland ein Programm zur Frauenförderung auf. Was hat sich dadurch verändert?

Sylvia Schröpl: Wir haben das Bewusstsein im Unternehmen für die Belange der Chancengleichheit von Frauen von null auf hundert verändert. Heute kann über die Frauenförderung sachlich diskutiert werden.

IZ: Warum engagieren Sie sich so stark für die Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen?

Schröpl: Dafür gibt es viele handfeste ökonomische Gründe. Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen wurde verändert. Frauenförderung ist nunmehr ein Ausschreibungsmerkmal. Auch bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand ist die Frauenförderung des Unternehmens ein wichtiges Thema. Und dieser Marktdruck wird weiter wachsen. Zudem wurde in verschiedenen Studien nachgewiesen, dass Unternehmen mit Frauen in der Führungsspitze wirtschaftlich erfolgreicher sind. Außerdem erlaubt es der Fachkräftemangel nicht, gut ausgebildeten Frauen Aufstiegschancen und Karrierewege vorzuenthalten.

IZ: Sie knüpften das Erreichen des vollen Bonus bei den Geschäftsführern an die Einführung frauenfördernder Maßnahmen. Was hat das gebracht?

Schröpl: Die Mehrheit der Männer hat ihre Selbstverpflichtung im vergangenen Jahr nicht erreicht. Dabei waren die meisten der verschiedenen Maßnahmen zur Frauenförderung sehr einfach zu erreichen. Dazu zählte beispielsweise die Organisation eines Girls' Day. Die Führungskräfte scheinen die unternehmerische Notwendigkeit für die Umsetzung solcher Maßnahmen nicht verstanden zu haben. Dies wirkt sich entsprechend finanziell aus.

IZ: Wie reagieren Sie darauf?

Schröpl: Wir stellen das System um. Zukünftig gibt es anstelle eines umfangreichen Maßnahmenkatalogs nur noch einige wenige Maßnahmen, die jedoch etwas aufwendiger sind. Dazu zählt zum Beispiel die Ausarbeitung eines Karriereplans für eine weibliche Mitarbeiterin, der in einer Beförderung mündet. Welche Aufgaben die männliche Führungskraft umsetzen möchte, darf sie selbst entscheiden. Die zweite Neuerung ist, dass die Führungskräfte für ihr Engagement bei der Frauenförderung künftig zusätzliche Boni erhalten können, also belohnt werden.

IZ: Diese Maßnahmen wirken auf die Beschäftigten. Was machen die Frauen selbst?

Schröpl: Die Grundidee des Konzepts ist es, die aktuellen Arbeitsbedingungen, in denen Frauen keine Karriere machen können, zu verändern. Wir haben gemeinsam Bereiche definiert, in denen wir etwas verändern möchten. Nun erarbeiten die Frauen in kleinen Teams mit bis zu zehn Mitarbeitern verschiedene Maßnahmen.

IZ: Wie sehen diese aus?

Schröpl: Die Arbeitsgruppe Families at work hat beispielsweise eine Kooperation mit dem PME Familienservice aufgebaut. Darüber kann sehr kurzfristig eine Kinderbetreuung organisiert werden. Plötzlich können auch Frauen an Terminen teilnehmen, die in den Abend reichen und von denen sie früher ausgeschlossen waren.

IZ: Wie finanzieren Sie diese Maßnahmen?

Schröpl: Wir erhalten vom Europäischen Sozialfonds und dem Unternehmen mehrere hunderttausend Euro für einen Zeitraum von drei Jahren. Die ersten zwei Jahre wurden wir ausschließlich von Vinci gefördert.

IZ: Warum brauchen Frauen solch eine besondere Förderung überhaupt?

Schröpl: Weil sie sich schwer tun, innerhalb eines Unternehmens berufliche Netzwerke aufzubauen, und sie an den männerdominierten Netzwerken nicht beteiligt werden. Wenn es dann um eine Stellenbesetzung geht, gehen Frauen häufig leer aus, weil sie in den Machtzirkeln unbekannt sind. Deswegen legen wir jetzt ein Mentoringprogramm auf, um die männlichen Führungskräfte mit den weiblichen Beschäftigten zu vernetzen.

IZ: Gerade hat der Bundestag die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote für Aufsichtsräte abgelehnt. Wie wichtig wäre eine Quote für Frauen in Führungspositionen?

Schröpl: Sehr wichtig. Wenn wir in derselben Geschwindigkeit wie bisher versuchen, mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen, dann sind wir Studien zufolge erst in 25 Jahren da, wo die Unternehmen sein müssen - sein müssen, um dem demografischen Wandel zu begegnen. Eine Veränderung in absehbarer Zeit ist nur über eine Quote zu erreichen. Die EU-Politikerin Viviane Reding sagte vor kurzem, sie möge die Quote nicht, aber sehr wohl ihr Ergebnis. Ich sehe das ebenso und warte auf eine europäische Entscheidung in dieser Frage. Ansonsten müssen Frauen für das, was Männern automatisch zugesprochen wird, auch weiterhin betteln und kämpfen.

IZ: Frau Schröpl, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sonja Smalian.

IZ