Karriere-News

Spot an für den Personaler

Peter Jaksch ist konzentriert.

Peter Jaksch ist konzentriert.

Bild: Alexander Sell

Karriere 27.06.2013
Peter Jaksch, Personalleiter bei Patrizia Immobilien, wurde auf den "heißen Stuhl" gesetzt. 30 Minuten lang beantwortete er auf dem IZ-Karriereforum Fragen von Studenten zum Bewerbungsprozess. ... 

Peter Jaksch, Personalleiter bei Patrizia Immobilien, wurde auf den "heißen Stuhl" gesetzt. 30 Minuten lang beantwortete er auf dem IZ-Karriereforum Fragen von Studenten zum Bewerbungsprozess. Ohne Vorbereitung musste er spontan antworten. Trotzdem ist es nicht gelungen, ihn zu "grillen".

Jaksch sitzt einsam auf der Bühne im Scheinwerferlicht. So ähnlich läuft es auch in seinem Unternehmen. Vier bis sechs Wochen nach Antritt ihrer neuen Position müssen sich die Führungskräfte von Patrizia eine Stunde lang auf dem "heißen Stuhl" den anonymisierten Fragen ihrer Mitarbeiter stellen (siehe Artikel "Auf Führungskräfte wartet der ,heiße Stuhl'", IZ 34/12).

Eine unerwartete Antwort gibt Jaksch auf die Frage, wie sich die eigene Bewerbungsmappe von der Konkurrenz absetzen könne. "Bewerbungsunterlagen können erst mal negativ aus der Masse herausstechen", betont er. Auf verknickte Mappen, Kaffeeflecken oder Zigarettengeruch würden manche Personalverantwortliche sehr empfindlich reagieren. Auch mit einem schlechten Foto, unvollständigen Unterlagen oder vielen Dateianhängen bei der E-Mail-Bewerbung könne man sich negativ bemerkbar machen. Jaksch weist explizit darauf hin, dass das Anschreiben nicht länger als eine Seite sein sollte. Und wie sieht es mit dem Inhalt aus? "Ein gutes Anschreiben beinhaltet die Motivation, warum man sich auf diese Stelle, in diesem Unternehmen bewirbt", erklärt Jaksch. Außerdem müsse in wenigen Worten auch erklärt werden, warum man auf diese Position passt. Zusätzlich sollte auch eine "gewisse Lust" auf die Stelle vermittelt werden.

Nach einigen Minuten erreicht auch der Personalprofi immerhin mal erhöhte Temperatur. Jaksch ist konzentriert und das Scheinwerferlicht blendet. Als es ums Geld geht, wird er deutlich. "Das Einstiegsgehalt ist in der Regel nicht das Entscheidende", sagt er. Mit Position und Leistung werde das Gehalt nachkommen. Und sind zu hohe Forderungen von Bewerbern ein Ausschlusskriterium? Jaksch antwortet sofort: "Wir verhandeln nicht gern!"

Florian Manthey

Smartphones auch mal abschalten

Bruno Bittis (mfi), Andreas Muschter (Commerz Real) und Timo Tschammler (Jones Lang LaSalle; v.l.n.r.) haben kein Problem mit Facebook während der Arbeitszeit.

Bruno Bittis (mfi), Andreas Muschter (Commerz Real) und Timo Tschammler (Jones Lang LaSalle; v.l.n.r.) haben kein Problem mit Facebook während der Arbeitszeit.

Bild: Alexander Sell

Karriere 27.06.2013
Die Generation Facebook hat in der Immobilienbranche Einzug gehalten. Auf dem vierten RICS Hochschultag, der parallel zum IZ-Karriereforum stattfand, diskutierten Führungskräfte, Studenten und ... 

Die Generation Facebook hat in der Immobilienbranche Einzug gehalten. Auf dem vierten RICS Hochschultag, der parallel zum IZ-Karriereforum stattfand, diskutierten Führungskräfte, Studenten und Personaler darüber, ob dies in den Unternehmen Probleme auslöst.

Weder Timo Tschammler, Board Member Germany Jones Lang LaSalle (JLL), noch Andreas Muschter, Sprecher des Vorstands der Commerz Real, sehen für die älteren Mitarbeiter noch große Kommunikationsprobleme in den neuen Medien: "Es gibt keine Sollbruchstelle", sagt Tschammler. "Es ist besser geworden", sagt Muschter. Gerade Geräte wie Smartphones machten es leichter, auch Ältere an die neue Technik heranzuführen. Zu klären seien aber generelle Fragen der Firmenkultur, z.B. wie schnell im Unternehmen auf Mails geantwortet oder welche Anrede darin gewählt wird.

Der Umgang mit Facebook & Co. ist in den Unternehmen unterschiedlich geregelt. "mfi setzt keine Limits", sagt Bruno Bittis, Leiter Personal bei der mfi. Er achte aber genau darauf, dass Mitarbeiter mit dem richtigen Titel im Facebook-Profil stehen. "Die Bankenwelt ist da restriktiver", sagt Birgid Rita Schlasius, Human Resources Development, Aareal Bank. Grund seien die Sicherheitsanforderungen an die Banken-Kommunikation. Sie informiere sich aber auch nicht über die Facebook-Aktivitäten von Bewerbern. Anna Fominykh, Asset-Manager bei Hatfield Philips und EBS-Alumna, hat gar keinen Bedarf, Facebook während ihrer Arbeitszeit zu nutzen: "Facebook gehört in meine private Freizeit und geht deshalb nur mich etwas an."

Michael Zingel, Manager Ernst & Young Real Estate und Executive-Master-Student bei der EBS, sieht zudem Firmen-Smartphones kritisch. "Die Mitarbeiter werden mit Smartphones ausgestattet, weil sie 24 Stunden am Tag erreichbar sein sollen." Muschter fordert ebenfalls einen verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones. Teilweise sei für Mitarbeiter sogar eine psychologische Betreuung notwendig, weil sich diese ihrem Handy ausgeliefert fühlen und dieses partout nicht abschalten können. Fominykh kennt da eine einfache Lösung: "Der E-Mail-Empfang wird Freitags um 18 Uhr gesperrt."

Lars Wiederhold

"Als Projektentwickler müssen Sie das Projekt leben!"

Die Bewerterin, der Projektentwickler und die Risikomanagerin.

Die Bewerterin, der Projektentwickler und die Risikomanagerin.

Bild: fm

Karriere 27.06.2013
Drei Young Professionals berichten auf dem IZ-Karriereforum über ihren Start sowie den Arbeitsalltag in der Immobilienwirtschaft. Es wird deutlich, dass die Branche auch für Einsteiger ... 

Drei Young Professionals berichten auf dem IZ-Karriereforum über ihren Start sowie den Arbeitsalltag in der Immobilienwirtschaft. Es wird deutlich, dass die Branche auch für Einsteiger vielseitige und spannende Berufsfelder bietet. Außerdem werden Anfänger nicht allein gelassen. Und eine spätere Immo-Karriere muss bei Studienbeginn noch nicht vorgezeichnet sein.

Doris Kranz ist Consultant Valuation bei CBRE. Die 28-Jährige ist seit zwei Jahren im Unternehmen. Sie ist eine von insgesamt 15 Mitarbeitern in der Bewertungsabteilung in Frankfurt. "Zunächst bekommt man einen erfahrenen Kollegen zur Seite gestellt, der mit einem die ersten Projekte bearbeitet und als direkter Ansprechpartner dient", berichtet die Diplom-Immobilienwirtin (DIA). Viel werde im Team erledigt. "Es ist selten, dass man eine Bewertung alleine macht", sagt Kranz. Am Anfang sei es schwierig, die Menge an Informationen für das Pricing richtig einzuordnen. Mit der Übernahme von immer mehr Teilaufgaben werde man aber aktiver am Pricing beteiligt, das dann später auch alleine mit den Vorgesetzten durchgeführt werden könne.

Im Gespräch mit ausländischen Kunden seien gute Englischkenntnisse gefragt. Sie fügt aber gleich hinzu, dass das zu Beginn der Karriere noch nicht perfekt sitzen muss. "Keiner verlangt, dass Sie das gesamte immobilienwirtschaftliche Lexikon auswendig auf Englisch können", beruhigt sie die Studierenden im Publikum.

"Und haben sich Ihre Erwartungen an die Tätigkeit erfüllt?", richtet sich eine Frage an sie. "Ich hatte es mir weniger komplex vorgestellt", lautet die ehrliche Antwort. Denn erst mit der Zeit merke man, wie genau die Unterlagen geprüft werden müssten. Aber es ist nicht nur Papierkram zu erledigen. Zum Job der Bewerterin gehöre auch der Kontakt mit dem Objekt. "Es macht Spaß, die Immobilien zu besichtigen", gesteht sie.

Development-Manager Simon Harfst ist seit Januar 2012 bei der DIC Deutsche Immobilien Chancen und hat Architektur an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Schon früh habe sich die Richtung abgezeichnet. "Ich bin weniger der entwerfende Architekt, sondern möchte eher in die Entwicklung gehen", hatte er sich während des Studiums überlegt. Er begann seine Karriere im Projektmanagement und wurde dann vor eineinhalb Jahren Junior Development Manager. Mittlerweile betreut er zwei Hamburger Projekte in leitender Position. Bei seiner Arbeit wird der 32-Jährige von den spezialisierten Kollegen aus dem kaufmännischen, rechtlichen und technischen Bereich unterstützt. In diesem Zusammenhang gibt er den Studierenden den Tipp, sich zu fragen, ob sie wirklich als Projektentwickler tätig werden möchten oder vielleicht eher als Spezialisten im Rahmen der Projektentwicklung arbeiten wollen.

Spannend an seinem Beruf findet Harfst nicht nur die unternehmensinterne Zusammenarbeit, sondern "dass man auch extern zu vielen anderen Kollegen in der Immobilienbranche Kontakt hat". Die Projektentwicklung vergleicht er mit einer Achterbahnfahrt: "Wenn man einmal eingestiegen ist, müssen jeder Looping und jede Schraube mitgemacht werden und es gibt keinen Zwischenhalt." Ein kurzfristiger Ausstieg für einen längeren Urlaub ist also nicht möglich. Aber mit dem Ende des Projekts werde man damit belohnt, auch etwas persönlich geschafft zu haben: "Als Projektentwickler müssen Sie das Projekt leben!"

Patricia Hobirk arbeitet seit sieben Jahren bei KanAm Grund und ist dort seit drei Jahren im Risikomanagement tätig. Das Unternehmen verwaltet offene und Spezialimmobilienfonds. Hobirk ist zufällig in der Immobilienwirtschaft gelandet. Sie ist ebenfalls 32 Jahre alt und studierte Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Finanzwirtschaft in Essen und Münster. Schon in ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit dem Risikomanagement. Nach dem Studium hat sie sich im Banken- und Versicherungsbereich beworben. Eine Personalfirma hat ihr aber auch ein Vorstellungsgespräch bei einem Immobilienfonds verschafft und so startete ihre Karriere in der Immobilienbranche dann im technischen Asset-Management. Den Gedanken, irgendwann doch noch im Risikomanagement zu arbeiten, habe sie aber nicht aufgeben wollen. Zu diesem Zeitpunkt existierte bei KanAm noch keine entsprechende Abteilung. Die wurde allerdings in der Folgezeit aufgebaut, sodass Hobirk intern wechseln konnte.

Hobirks Hauptaufgabe ist das Erstellen von Berichten. Dafür bekommt sie aus allen Abteilungen Informationen. Die ermittelten Risiken gehen dann an die Geschäftsleitung. "Das ist ein Backoffice-Bereich und man hat viel mit internen Kollegen zu tun", macht Hobirk klar. Sie findet es spannend, weil sie die notwendige Zahlenaffinität mitbringe und aus erster Hand alle Informationen bekomme. Aufgrund der gesetzlichen Änderungen bei den Immobilienfonds sei das Risikomanagement in der Immobilienwirtschaft ein wachsender Bereich, der Chancen biete, betont sie noch.

Florian Manthey

Jedes fünfte Planungsbüro bietet Jobs

Die bayerischen Planungsbüros blicken optimistisch in die Zukunft: 35% erwarten steigende Umsätze, 32% rechnen mit mehr Aufträgen und 30% mit mehr Erträgen bis zum Herbst 2013. Jedes fünfte Unternehmen sucht zusätzliche Mitarbeiter.

Die bayerischen Planungsbüros blicken optimistisch in die Zukunft: 35% erwarten steigende Umsätze, 32% rechnen mit mehr Aufträgen und 30% mit mehr Erträgen bis zum Herbst 2013. Jedes fünfte Unternehmen sucht zusätzliche Mitarbeiter.

Bild: BilderBox.com

Karriere 20.06.2013
Die Geschäfts- und Auftragslage der Planungsbüros in Bayern hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert. Jedes dritte Unternehmen erwartet bis zum Herbst steigende Umsätze - und jedes fünfte ... 

Die Geschäfts- und Auftragslage der Planungsbüros in Bayern hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert. Jedes dritte Unternehmen erwartet bis zum Herbst steigende Umsätze - und jedes fünfte Büro plant, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Das zeigt die Konjunkturumfrage 2013 der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau. Gesucht sind vor allem Ingenieure von Fachhochschulen mit Diplom- oder Master-Abschluss.

Knapp jedes dritte bayerische Ingenieurbüro hat im vergangenen Jahr zusätzliche Mitarbeiter angeheuert. Dieser Trend setzt sich in den nächsten sechs Monaten etwas abgeschwächt fort: 20% der insgesamt 270 an der Umfrage beteiligten Ingenieurbüros und Ingenieure wollen sich bis Oktober 2013 personell vergrößern.

Damit bleiben die bayerischen Planungsbüros deutlich hinter den Prognosen der Immobilienunternehmen zurück. Von den 134 teilnehmenden Unternehmen der Immobilienwirtschaft an der diesjährigen IZ-Joboffensive sucht die Hälfte neue Mitarbeiter. Doch die bayerischen Planungsbüros bauen auch weniger Personal ab: Nur 3% planen eine Verringerung der Mitarbeiterzahl, während es bei den Immobilienunternehmen immerhin 7% sind.

Derzeit melden 39% der bayerischen Ingenieurbüros offene Stellen. Darunter haben 64% Schwierigkeiten bei der Besetzung. Das sind etwas mehr als im Vorjahr (61%). Die Bayerische Ingenieurkammer-Bau macht hierfür den Fachkräftemangel verantwortlich. Obwohl die Zahl der Absolventen im Bereich Bauingenieurwesen langsam wieder ansteige, liege der Bedarf der Büros deutlich über den Absolventenzahlen.

Am häufigsten suchen die Planungsbüros nach Mitarbeitern für den Konstruktiven Ingenieurbau (59%). Aber auch für die Bereiche Projekt- und Objektmanagement (16%) sowie Baubetrieb und Objektüberwachung (16%), Technische Ausrüstung (15%) und Gebäudeplanung/Sanierungsplanung (12%) sowie Sachverständigenwesen bzw. Gutachtertätigkeit (10%) werden Fachkräfte gesucht.

Ganz oben auf der Wunschliste der Planungsbüros stehen dabei Diplom-Ingenieure mit Fachhochschulabschluss (79%). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Nachfrage nach FH-Ingenieuren mit Master-Abschluss von 37% auf 61% erhöht. Die Nachfrage nach Master-Absolventen von Fachhochschulen übertrifft dabei erstmals die nach den Diplom-Ingenieuren mit Universitätsabschluss (53%). Auch FH-Ingenieure mit Bachelor-Abschluss sind in der Gunst der Planungsbüros gestiegen und werden von 47% der Büros gesucht (Vorjahr: 37%).

68% der Planungsbüros locken den Nachwuchs mit Einstiegsgehältern zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Fast jeder fünfte Arbeitgeber bleibt mit seinen Offerten unterhalb der 30.000-Euro-Grenze. Bei jedem zehnten hingegen gibt es schon zum Einstieg zwischen 40.000 Euro und 50.000 Euro.

Sonja Smalian

Berufsbegleitend zur Bauleitung qualifizieren

Karriere 20.06.2013

Jedes zweite Unternehmen sucht neue Mitarbeiter

Bewerbungsgespräche werden dieses Jahr wieder viele geführt werden. Besonders Unternehmen aus den Segmenten Facility-Management, Immobilienvermittlung sowie Immobilienmanagement und -verwaltung melden eine hohe Nachfrage nach Berufseinsteigern.

Bewerbungsgespräche werden dieses Jahr wieder viele geführt werden. Besonders Unternehmen aus den Segmenten Facility-Management, Immobilienvermittlung sowie Immobilienmanagement und -verwaltung melden eine hohe Nachfrage nach Berufseinsteigern.

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Karriere 13.06.2013
Die Konjunktur in Deutschland nimmt wieder an Fahrt auf. Dementsprechend fällt der Zukunftsausblick der Personalverantwortlichen für die Immobilienbranche in diesem Jahr deutlich optimistischer ... 

Die Konjunktur in Deutschland nimmt wieder an Fahrt auf. Dementsprechend fällt der Zukunftsausblick der Personalverantwortlichen für die Immobilienbranche in diesem Jahr deutlich optimistischer aus als noch im Vorjahr. Jeder zweite Personaler prognostiziert der Branche einen Personalaufbau bis zum Frühjahr 2014, wie die Umfrage zur Joboffensive 2013 zeigt. Im vergangenen Jahr hatten nur 37% der Personaler die Branche als Jobmotor gesehen. Zu ihrem eigenen Unternehmen befragt, bleiben die Aussagen unverändert: Jedes zweite Immobilienunternehmen will auch in diesem Jahr zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Besonders expansiv zeigen sich die Facility-Management-Unternehmen.

Die Immobilienunternehmen bauen wieder Personal auf: 52% der befragten Personalverantwortlichen wollen bis zum Frühjahr 2014 mehr Mitarbeiter einstellen. Das ist das Kernergebnis der diesjährigen Umfrage zur Joboffensive, an der sich 134 Unternehmen der Immobilienwirtschaft beteiligt haben. Damit übertrumpft die Immobilienbranche den allgemeinen Trend in Deutschland. Nach einer aktuellen Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) unter rund 3.000 Unternehmen, planen nur 29%, in diesem Jahr zusätzliche Mitarbeiter einzustellen.

Seit inzwischen 13 Jahren führt die Immobilien Zeitung diese jährliche Umfrage zum Arbeitsmarkt in der Immobilienbranche durch. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Einstiegschancen für Berufseinsteiger und Young Professionals. In welchen Segmenten werden sie besonders gesucht - und wer lockt sie mit den höchsten Gehältern?

7% der befragten Unternehmen planen Personalabbau

Die optimistische Einschätzung des Stellenmarktes in der Immobilienbranche ist kein Strohfeuer. Auch schon in den vergangenen Jahren hatten viele Unternehmen einen weiteren Personalaufbau in ihren Gesellschaften prognostiziert. 2012 waren es 48% gewesen und im Jahr davor sogar 55% der Befragten. Bei der Interpretation der Daten sollte jedoch bedacht werden, dass sich an der Umfrage eher Unternehmen auf Personalsuche beteiligen als solche, die abbauen. Es gibt jedoch auch Unternehmen, die nicht an der Personalschraube drehen und mit ihrer bestehenden Belegschaft den Zeitraum bis zum Frühjahr 2014 bestreiten möchten. Das ist mit 41% immerhin die zweitgrößte Gruppe.

Nur eine kleine Gruppe der teilnehmenden Unternehmen, insgesamt 7%, planen in den zwölf Monaten bis zum Frühjahr 2014 Personal abzubauen. Dies wollen sie zu gleichen Anteilen durch natürliche Fluktuation, Entlassungen und das Ausscheiden durch befristete Verträge erreichen. Insgesamt wechseln in Deutschland jährlich rund 5% der etwa 40 Mio. Arbeitnehmer ihre Stelle, heißt es in einer Studie von Roland Berger.

Auch in dieser Gruppe schätzen die Personaler der Immobilienwirtschaft die Situation deutlich besser ein als die deutschen Unternehmen insgesamt: Denn 19% der befragten Unternehmen planen nach der branchenübergreifenden IW-Konjunkturumfrage einen Personalabbau in diesem Jahr.

Doch es gab auch Zeiten, in denen die Immo-Personaler die Situation ganz anders bewerteten. Im Frühjahr 2009 glaubte jeder zweite Personalverantwortliche, einen Personalabbau in der Branche zu beobachten. 37% von ihnen rechneten damit, dass sich dieser Trend auch in den folgenden zwölf Monaten fortsetzen würde. Doch von diesen negativen Prognosen ist aktuell nichts zu spüren.

Personaler prognostizieren der Branche gute Entwicklung

Unabhängig von den Personalplänen in ihrem eigenen Unternehmen sollten die Personalverantwortlichen auch eine Einschätzung zur allgemeinen Branchenentwicklung geben. Und die sieht nahezu identisch aus wie für das eigene Unternehmen: 50% rechnen mit weiterem Personalaufbau in der Branche insgesamt. 43% glauben, dass sich die Beschäftigtenzahl bis zum Frühjahr 2014 nicht verändern wird und 7% prognostizieren einen Personalabbau. Damit schätzen die Personaler in diesem Jahr die Entwicklung in der Branche deutlich optimistischer ein als noch 2012. Damals hatten nur 37% einen Personalaufbau prognostiziert und 48% waren von einem unveränderten Personalbestand ausgegangen. Doch die gute Stimmung von 2011, als noch 56% einen Personalaufbau vorhersagten, ist noch nicht wieder erreicht.

Die Prognosen unterscheiden sich je nach Tätigkeitsfeld. Vor allem Unternehmen aus dem Segment Facility-Management/Gebäudetechnik erwarten (72%), wie auch schon im Vorjahr, einen Personalaufbau. Überdurchschnittlich häufig sehen ebenfalls Unternehmen aus den Segmenten Entwicklung (Bauträger, Projektentwickler; 57%), Immobilienvermittlung (Makler und Anlageberater; 68%) und Immobiliendienstleistung (Unternehmensberater, Marktforscher, Gutachter; 55%) einen branchenweiten Personalaufbau bis zum Frühjahr 2014 vorher.

Und sind das auch die Unternehmen, die für das eigene Unternehmen Personal suchen? Die Antwort lautet Ja. Vor allem die Facility-Management- und Gebäudetechnikunternehmen wollen Personal aufbauen (75%). Aber auch die Unternehmen der anderen Segmente suchen Mitarbeiter: Entwicklung (50%), Immobilienvermittlung (68%) und Immobiliendienstleistung (70%). Auch jedes zweite Unternehmen aus dem Segment Planung und Steuerung will neues Personal einstellen.

Doch suchen die Unternehmen auch Berufseinsteiger oder haben nur Berufserfahrene Chancen, vom Personalaufbau zu profitieren. Hier kann Entwarnung für die nächste Generation von jungen Immobilien-Absolventen gegeben werden, denn 38% der Stellen sind für Berufseinsteiger reserviert. Das sind allein bei den 116 Unternehmen, die diese Frage beantwortet haben, insgesamt 678 Positionen. Doch auch Berufserfahrene, die sich zum Beispiel mit einem Aufbaustudium weiterbilden, können sich freuen: Sie werden für jede zweite Stelle (53%) gesucht. Insgesamt melden die Befragungsteilnehmer hier einen Bedarf von 935 Stellen.

FM-Unternehmen sind Jobmotor der Branche

Absolut gibt es am meisten Stellen für Berufseinsteiger in den Segmenten Facility-Mangement/Gebäudetechnik. Mit einem geschätzten Bedarf von 308 neuen Mitarbeitern wird fast jede zweite Position im FM aufgerufen. Aber auch die Segmente Immobilienvermittlung (118) und Immobilienmanagement und -verwaltung (99) melden eine hohe Nachfrage. Während die FM-Unternehmen im Schnitt 44 offene Positionen pro Unternehmen melden, sind es bei den Immobilienvermittlern nur sieben und bei den Verwaltern durchschnittlich nur vier.

Bei den Positionen für Berufserfahrene bietet absolut gesehen auch wieder das Facility-Management mit 239 die höchste Nachfrage nach Kandidaten. Das entspricht durchschnittlich 34 Stellen je Unternehmen. Ebenfalls hohe Nachfrage nach berufserfahrenen Mitarbeitern melden die Segmente Immobilienmanagement/-verwaltung mit 214 Stellen und Immobilienvermittlung mit 182 Stellen. Der geschätzte Personalbedarf liegt bei acht bzw. zehn Stellen je Unternehmen. Acht berufserfahrene Bewerber sucht im Schnitt auch jedes Unternehmen aus dem Segment Asset-Management/Vermögensverwaltung.

Unternehmen bieten Bewerbern viele Kontaktwege

Gute Zeiten für Bewerber - zumal die Zugangswege zu den Unternehmen immer vielfältiger und niedrigschwelliger werden, und zwar ganz besonders für Berufseinsteiger. So präsentieren sich 46% der befragten Immobilienunternehmen auf Karriere- und Hochschulmessen. Zudem existieren zahlreiche Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen: Vortragsveranstaltungen, Unternehmensbesuche, Kaminabende, Studentenwettbewerbe, Forschungskooperationen und noch vieles mehr gibt es an zahlreichen Hochschulen. 45% der Unternehmen suchen auf diesem Wege Kontakt zu Studenten. Werkstudententätigkeit und Abschlussarbeiten werden zudem von jedem zweiten Unternehmen angeboten. Durch fest in das Studium integrierte Praktikumszeiten wird schon während des Studiums der Kontakt zur Praxis hergestellt - und von 72% der Unternehmen unterstützt. Und in den sozialen Netzwerken sind die Studenten auch nicht mehr alleine - denn jedes zweite Unternehmen ist dort präsent und im Zweifelsfall auf Bewerbersuche.

Die Joboffensive 2013

Die Joboffensive ist eine Initiative der Immobilien Zeitung. Ein Teilelement ist die seit 2001 jährlich durchgeführte Arbeitsmarkt- und Gehaltsumfrage unter Unternehmen der Immobilienwirtschaft und Studenten immobilienwirtschaftlicher und verwandter Studiengänge.

Die Unternehmen geben Auskunft, wie hoch sie ihren Personalbedarf schätzen, welche Gehaltsangebote sie Berufseinsteigern unterbreiten und welche Qualifikationsanforderungen sie stellen. Die Studenten geben ihrerseits Auskunft über ihre Gehaltsvorstellungen, ihre Ausbildungsprofile und welche Anforderungen sie an Arbeitgeber stellen. Die Aussagen beider Seiten werden gegenübergestellt, um den Übergang vom Studium in den Beruf transparenter zu machen. Für Unternehmen bietet die Gehaltsanalyse einen brancheninternen Vergleich der eigenen Gehaltsofferten mit denen anderer Unternehmen. Alle Ergebnisse sind im aktuellen IZ-Karriereführer 2013/14 für die Immobilienwirtschaft aufgeführt, der im August dieses Jahres erscheint. Schirmherrin der Joboffensive ist Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka.

Die Joboffensive wird in diesem Jahr unterstützt von der Aareal Bank, Bernd Heuer & Partner Human Resources, Bilfinger Facility Services, BNP Paribas Real Estate, CBRE, Corpus Sireo, DTZ, ECE, Irebs Immobilienakademie, IVG Immobilien, Kaufland, Messe München/Expo Real, mfi, Patrizia Immobilien und RGM.

Info: www.iz-jobs.de/joboffensive

Sonja Smalian

Vier Prozent mehr Gehalt für Berufseinsteiger

Nach der Nullrunde im vergangenen Jahr gibt es jetzt wieder mehr Geld für Berufseinsteiger. Besonders freuen können sich Absolventen eines dualen Studiums. Ihre Gehälter stiegen überdurchschnittlich um 5,2%.

Nach der Nullrunde im vergangenen Jahr gibt es jetzt wieder mehr Geld für Berufseinsteiger. Besonders freuen können sich Absolventen eines dualen Studiums. Ihre Gehälter stiegen überdurchschnittlich um 5,2%.

Bild: olly/Fotolia.com

Karriere 13.06.2013
Die Berufseinsteiger können sich freuen. Vier Prozent mehr Gehalt gibt es dieses Jahr von den Unternehmen der Immobilienwirtschaft. Zu den großzügigsten Segmenten zählen schon wie im Vorjahr ... 

Die Berufseinsteiger können sich freuen. Vier Prozent mehr Gehalt gibt es dieses Jahr von den Unternehmen der Immobilienwirtschaft. Zu den großzügigsten Segmenten zählen schon wie im Vorjahr das Investment sowie Asset-Management/ Vermögensverwaltung. Doch nicht nur zwischen den Segmenten gibt es Unterschiede in den Gehaltsofferten. Auch die Länge der Ausbildung und der Spezialisierungsgrad beeinflussen die Vergütung.

In diesem Jahr gibt es mehr Geld für Berufseinsteiger in der Immobilienbranche: Die Durchschnittsgehälter sind um 4% auf durchschnittlich 35.169 Euro gestiegen. Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, als die Gehälter mit einem minimalen Plus von 0,25% quasi unverändert geblieben waren.

In diesem Jahr liegt das Durchschnittsgehalt somit 1.809 Euro über dem bisherigen Tiefstand im Krisenjahr 2009 (33.360 Euro) und reicht bis auf 242 Euro fast wieder an das bislang beste Jahr 2003 heran, als Berufseinsteiger mit 35.411 Euro in den Job starteten. Zu diesen Ergebnissen kommt die diesjährige Umfrage zur Joboffensive, an der sich 134 Immobilienunternehmen beteiligt haben. 93% von ihnen gaben Auskunft über ihre Gehaltsangebote für Berufseinsteiger.

Das Durchschnittsgehalt kann für Berufseinsteiger jedoch nur eine grobe Richtschnur sein, denn die Immobilienwirtschaft umfasst viele unterschiedliche Tätigkeitsfelder. Von der Entwicklung bis zum Facility- Management reichen die Segmente und sie bieten den Berufseinsteigern mitunter sehr differierende Einstiegsgehälter an.

Das Investment zahlt am besten

Das meiste Geld gibt es im Investment mit durchschnittlich 40.182 Euro und am wenigsten erhalten Berufseinsteiger im Immobilienmanagement bzw. in der Immobilienverwaltung mit nur 32.901 Euro. Das sind immerhin 18% weniger als im Investment, zu dem u.a. Fonds, Immobilien-AGs, Pensionskassen und Kapitalanlagegesellschaften zählen. Am zweithöchsten sind die durchschnittlichen Einstiegsgehälter im Segment Asset-Management/Vermögensverwaltung mit 37.829 Euro. Damit bleiben Investment und Asset-Management/Vermögensverwaltung Spitzenreiter bei der Einstiegsvergütung. Bei beiden gibt es leichte Steigerungen von 1,6% und 2,3%.

Mit einem Plus von 4,4% ist die Vergütung im Facility-Management/Gebäudetechnik überdurchschnittlich auf 33.205 Euro gestiegen. Im letzten Jahr noch Schlusslicht verbesserte sich das Segment mit diesem Einstiegsgehalt nun auf den drittletzten Platz, vor Immobiliendienstleistung (Unternehmensberater, Marktforschung, Sachverständiger) und Immobilienmanagement und -verwaltung (u.a. Wohnungsunternehmen, Haus- und Grundstücksverwalter, Betreiber von Spezialimmobilien, Corporate Real Estate Manager und Property-Manager).

Mehr Geld für mehr Ausbildung

Unabhängig vom betrachteten Segment, gibt es zwei Grundregeln bei der Gehaltsstaffelung. Die erste Regel lautet: Je höher der (akademische) Ausbildungsgrad, desto höher das Gehalt. Während ein Berufseinsteiger mit abgeschlossener Ausbildung im Durchschnitt mit 28.780 Euro rechnen kann, gibt es für einen Hochschulabsolventen mit einem immobilienspezifischen Masterabschluss oder Diplom ca. 11.000 Euro mehr, nämlich im Schnitt 39.820 Euro.

Berücksichtigt werden in der Umfrage sechs verschiedene Abschlüsse, und zwar die immobilienspezifische Berufsausbildung (Lehre), der Abschluss an einer Berufsakademie (duales Studium), der allgemeine bzw. der immobilienspezifische Bachelor-Abschluss von einer Hochschule und der allgemeine bzw. der immobilienspezifische Masterabschluss oder das Diplom einer Hochschule.

Hochschulabschluss wird honoriert

Besonders hoch ist der Gehaltssprung zwischen Berufseinsteigern mit abgeschlossener Lehre und denjenigen, die ein duales Studium an einer Berufsakademie absolviert haben: 15% mehr, immerhin 4.327 Euro, gibt es für den Berufsakademie-Abschluss im Jahr.

Auffällig ist auch, dass die Arbeitgeber offenbar zwischen Absolventen von Berufsakademien und Hochschulen unterscheiden. Die Hochschulabsolventen erhalten für ihren Bachelorabschluss im Schnitt ein um 4,7% höheres Einstiegsgehalt. Obwohl sie meist denselben Abschluss (Bachelor) in derselben Zeit (meist sechs Semester) erwerben und die beiden Ausbildungseinrichtungen immer mehr verschmelzen. In Baden-Württemberg wurden zum Beispiel die Berufsakademien in Duale Hochschule Baden-Württemberg umbenannt und haben dadurch auch den Rang einer Hochschule erworben. Sie bilden aber im Gegensatz zu Fachhochschulen weiterhin nach dem dualen System aus.

Ein Vergleich zwischen einem allgemeinen Bachelorabschluss und einem allgemeinen Masterabschluss offenbart ebenfalls eine hohe Differenz: Masterabsolventen erhalten zum Berufseinstieg im Schnitt ein 9,3% höheres Einstiegsgehalt als Berufseinsteiger mit Bachelorabschluss. Während Arbeitgeber die zusätzliche Lehrzeit im Hörsaal offenbar finanziell honorieren, gilt das nicht für die deutsche Wirtschaft per se. Denn zwei Drittel der deutschen Unternehmen nehmen diese Unterscheidung nicht vor, wie eine Studie des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft zeigt.

Ein Blick auf die Durchschnittsgehälter je angestrebtem Abschluss zeigt, dass die Arbeitgeber in diesem Jahr zwischen 2,2% und 5,2% mehr zahlen als im Vorjahr (siehe Grafik: "Immobilien-Know-how wird von den Unternehmen honoriert" auf dieser Seite). Die höchste Steigerung gibt es für Absolventen einer Berufsakademie. Sie bekommen in diesem Jahr im Schnitt 5,2% mehr, insgesamt 33.109 Euro. Überdurchschnittliche Steigerungsraten gibt es auch für Berufseinsteiger mit einem allgemeinen Bachelorabschluss. Sie können sich über ein Plus von 4,2% freuen und haben in diesem Jahr 34.664 Euro auf dem Gehaltszettel stehen. Ebenfalls gestiegen, wenngleich auch mit 2,2% nur unterdurchschnittlich, sind die Einstiegsgehälter von Absolventen mit immobilienspezifischem Master oder Diplom.

Untermauert wird die Grundregel, dass es mehr Gehalt für eine längere Ausbildungszeit gibt, durch eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Die Forscher haben herausgefunden, dass jedes Jahr, das jemand zusätzlich in der Schule, einer Ausbildung oder einem Studium verbringt, sein späteres Einkommen um durchschnittlich 5% erhöht. Wer also 16 Jahre seines Lebens in Bildung investiert hat, erhält rechnerisch ein um 25% höheres Einkommen als jemand, der schon nach elf Jahren aus dem Bildungssystem ausgeschieden ist. Bei der Berechnung der Bildungsrendite wurden jedoch nicht die betriebliche oder private Weiterbildung berücksichtigt.

Spezialisierung lohnt sich

Doch nicht nur Länge und Art der Ausbildung haben einen Einfluss auf das Einstiegsgehalt, sondern auch der Spezialisierungsgrad. Und so lautet die zweite Grundregel der Gehaltsstaffelung: Absolventen eines immobilienspezifischen Studiengangs, wie z.B. Immobilienmanagement, erhalten ein höheres Einstiegsgehalt als Absolventen eines allgemeinen Studienfaches wie z.B. Betriebswirtschaftslehre.

Das zusätzliche Immobilien-Knowhow von Absolventen immobilienspezifischer Studiengänge ist den Unternehmen bares Geld wert. Bachelor-Absolventen können davon allerdings stärker profitieren als Master-Absolventen. Bachelor-Absolventen eines immobilienspezifischen Studiengangs erhalten im Schnitt 6,4% bzw. 2.234 Euro höhere Einstiegsgehälter als ihre Kommilitonen von allgemeinen Studiengängen. Bei den Masterabsolventen beträgt der Bonus für das Immobilien-Know-how jedoch etwas weniger, und zwar 5,1% (1.930 Euro). Im vergangenen Jahr waren die Differenzen noch höher gewesen mit rund 8% bei den Bachelor-Absolventen und ca. 6% bei den Master-Absolventen.

Gehalt beeinflusst Arbeitgeberwahl

Für die Studenten spielt die Höhe des Gehalts eine entscheidende Rolle bei der Arbeitgeberwahl. An vierter Stelle wird dieses Kriterium aufgeführt, nach Aufstiegsmöglichkeiten, Weiterbildungsangeboten und der Sicherheit des Arbeitsplatzes. Damit hat das Thema in den vergangenen Jahren - sicherlich auch befeuert durch die Subprime-Krise - an Gewicht gewonnen. Im Jahr 2009 nannten die Studenten das Gehalt erst an sechster Stelle.

Wenig überraschend liegen die Gehaltsforderungen der Studenten über den Angeboten der Unternehmen. Im Schnitt 43.582 Euro erwarten die Berufseinsteiger im ersten Jahr. Das ist fast ein Viertel mehr, als die Unternehmen im Schnitt mit 35.169 Euro Berufseinsteigern offerieren. Werden nur die akademischen Einstiegsgehälter berücksichtigt, also das Gehalt für Einsteiger mit abgeschlossener Ausbildung herausgerechnet, so liegen die Gehaltswünsche der Studenten immer noch 20% bzw. 7.000 Euro über den Arbeitgeberangeboten.

Auch ein Vergleich der verschiedenen Abschlussarten zeigt ein ähnliches Bild: Die befragten zukünftigen Bachelorabsolventen möchten im Schnitt 8% mehr verdienen, als Unternehmen für einen Bachelorabsolventen eines immobilienspezifischen Studiengangs bezahlen würden. Bei den zukünftigen Masterabsolventen ist die Differenz mit 17% sogar noch höher.

Diese Spannbreiten müssen kein Problem sein. So empfiehlt Vergütungsexperte Christian Näser, Partner von Kienbaum, dass sich Bewerber vor dem Gang ins Vorstellungsgespräch eine eigene Spannbreite um veröffentlichte Durchschnittswerte errechnen sollten. Diese sollte von rund 15% unterhalb des Durchschnittswerts bis zu 10% darüber reichen. Im Gespräch kann der Bewerber dann argumentieren, aufgrund welcher Qualifikationen er sich eher im oberen Bereich seiner Spannbreite sieht.

Kurzsteckbrief Unternehmen

134 Unternehmen der Immobilienwirtschaft haben an der diesjährigen Umfrage zur Joboffensive teilgenommen. 22% der Unternehmen gehören dem Segment Immobilienmanagement und -verwaltung an, also u.a. Wohnungsunternehmen, Haus- und Grundstücksverwalter und Property-Manager. Zweitgrößte Teilnehmergruppe mit 15% sind die Immobiliendienstleister. Dazu zählen u.a. Unternehmensberater, Marktforscher und Sachverständige. Das Segment Immobilienvermittlung, zu dem Makler und Anlageberater gehören, stellt mit 14% die drittgrößte Gruppe. Kaum vertreten sind hingegen in diesem Jahr die beiden Segmente Bau und Finanzierung.

Bei der Mitarbeitergröße dominieren, wie auch schon in den Vorjahren, kleine und mittelständische Unternehmen. 57% der Teilnehmer beschäftigten bis zu 50 Mitarbeiter. Auch die größeren Unternehmen mit mehr als 251 Mitarbeitern sind gut vertreten: Jedes vierte Unternehmen fällt in diese Kategorie, darunter sind 24 Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Der Median weist jedoch 40 Beschäftigte pro Unternehmen aus. Insgesamt beschäftigen die befragten Unternehmen rund 110.000 Mitarbeiter. (sma)

Kurzsteckbrief Studenten

622 Studenten immobilienwirtschaftlicher und verwandter Fächer haben sich an der Umfrage zur Joboffensive 2013 beteiligt. Davon sind 294 Teilnehmer weiblich (47%). Wie auch schon in den Vorjahren sind knapp zwei Drittel der Befragungsteilnehmer nicht älter als 25 Jahre.

Drei Viertel der Studenten studieren in Vollzeit. Nur 16% studieren berufsbegleitend und 9% absolvieren ein duales Studium, zum Beispiel an einer Berufsakademie. An der Umfrage teilnehmen konnte, wer innerhalb der nächsten vier Semester einen immobilienwirtschaftlichen Abschluss erwerben wird. Und so stehen denn auch die meisten Teilnehmer kurz vor Ende ihres Studiums und sind im fünften Semester. Für 64% der Befragungsteilnehmer ist es der erste akademische Grad, den sie mit diesem Studium erwerben.

Die überwiegende Mehrheit der Studenten (58%) will den Abschluss Bachelor erwerben. Rund ein Drittel der Teilnehmer ist in einem Masterstudiengang eingeschrieben. Der Abschluss Diplom, der mit Beginn des Bologna-Prozesses durch die gestuften Abschlüsse Bachelor und Master fast überall abgelöst wurde, ist nur noch von knapp 4% das erklärte Studienziel. (sma)

Sonja Smalian