Karriere-News

Kampf der Präsenzkultur

Karriere 25.10.2012
Auf der diesjährigen Expo Real hatten der Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft und IVG Research die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Studie zur Arbeitswelt von Frauen in der Branche vorgestellt. ... 

Auf der diesjährigen Expo Real hatten der Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft und IVG Research die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Studie zur Arbeitswelt von Frauen in der Branche vorgestellt. Nun hat der Verein Forderungen auf Basis der Datenanalyse formuliert und zeigt sich ungewohnt kämpferisch.

"Die Resultate veranlassen uns, klare Appelle an die Branche, aber auch die Frauen selbst zu richten - insbesondere mit Blick auf die künftige ökonomische Entwicklung", sagt Carmen Reschke, Vorstandsvorsitzende des Vereins Frauen in der Immobilienwirtschaft. Der knapp 600 Mitglieder zählende Verein fordert die Immobilienunternehmen auf, bei der Personalakquise gezielt nach Frauen zu suchen. Denn die Ausgangsbasis hinsichtlich der Qualifikation und Ausbildung sei für Frauen und Männer gleich, heißt es in einer Pressemitteilung. "Die Branche ist aufgefordert, speziell für Frauen Vorbereitungskurse und Weiterbildungsmaßnahmen zu entwickeln und zu installieren, die die Frauen für Führungs- und Managementaufgaben qualifizieren", so der Vorstand. Denn obwohl der Frauenanteil in der Branche rund 46% beträgt, besetzen nur rund 9% der Frauen Positionen im Topmanagement.

Auch das Thema Frauenförderung steht nur bei einer Minderheit (12% bzw. 21%) der Immobilienunternehmen auf der Agenda, wie die Studie zeigte (siehe Artikel "Wie Immo-Frauen arbeiten ...", IZ 40-41/12). An den zwei getrennt durchgeführten Befragungen hatten sich 57 Unternehmensvertreter und 367 Beschäftigte beteiligt.

Zudem umfassten die Fördermöglichkeiten für Frauen oft Teilzeit- und Home-Office-Angebote, die jedes vierte bzw. fünfte Unternehmen anbietet. Doch gerade Führungsverantwortung lässt sich in Deutschland selten in Teilzeit ausüben. "Wir brauchen eine neue Unternehmenskultur, die den Fokus auf eine strukturierte und effiziente Aufgabenverteilung und -erledigung richtet. Die Präsenzkultur hat ausgedient", so das Fazit des Vereins.

Aber auch die Frauen in der Immobilienbranche werden in die Pflicht genommen. Der Verein schreibt ihnen "mehr Mut zur Macht" ins Aufgabenheft. Wie sich die Arbeitswelt verändert, will der Studienleiter Dr. Thomas Beyerle, Head of CS & Research bei IVG Immobilien, künftig in weiteren Umfragen gemeinsam mit dem Verein dokumentieren.

Die Studie gibt es im Netz kostenlos unter www.immofrauen.de (Menü: Presse/Personalien) bzw. www.ivg.de.

Sonja Smalian

Vorgewärmte Visitenkarten sind tabu

So sollte es im Geschäftsalltag besser nicht sein: Visitenkarten direkt
aus der Hemdtasche körperwarm überreichen.

So sollte es im Geschäftsalltag besser nicht sein: Visitenkarten direkt aus der Hemdtasche körperwarm überreichen.

Bild: IZ

Karriere 25.10.2012
Gutes Benehmen darf nicht Glückssache sein. Denn im Geschäftsalltag sind Stilsicherheit, Taktgefühl und gute Manieren nicht selten wichtige Elemente für das Zustandekommen eines ... 

Gutes Benehmen darf nicht Glückssache sein. Denn im Geschäftsalltag sind Stilsicherheit, Taktgefühl und gute Manieren nicht selten wichtige Elemente für das Zustandekommen eines Geschäfts. Deswegen nimmt auch die dienstleistungsorientierte Immobilienwirtschaft dieses Thema ernst. Führungskräfte haben eine Vorbildfunktion, aber auch der Azubi muss wissen, was sich gehört.

Ist Ihre Visitenkarte sauber, frei von Eselsohren - und nicht körperwarm, wenn Sie sie einem Gesprächspartner überreichen? Männer verwahrten ihre Visitenkarten nicht selten in der oberen Hemdtasche, sagt Anke A. Quittschau. Die Autorin zahlreicher Knigge-Ratgeber und Managerin des Unternehmens korrekt! - Coaching & Seminare trainiert auch regelmäßig mit Mitarbeitern der Immobilienwirtschaft das richtige Auftreten. Vorgewärmte Visitenkarten aus der Hemdtasche gehören jedenfalls nicht dazu. Schließlich gebe es in der Innenseite von Jacketts eigens eine Visitenkartentasche. Doch leider werde die nicht selten als Handy-Tasche zweckentfremdet. Quittschau kennt zahlreiche Beispiele für solche Fehltritte im Geschäftsalltag. Ob es das nicht lautlos gestellte Handy ist, oder das Zuspätkommen zum Messetermin - für zahlreiche Fragen im (Messe-) Alltag hat Quittschau schon die korrekte und höfliche Vorgehensweise erläutert: Sie war die Ratgeber-Stimme in der IZ-Messezeitungskolumne "Der Gentleman rät".

Gutes Benehmen bringt Erfolg

Doch gutes Benehmen gebietet nicht nur die Höflichkeit. Es sei schlichtweg karriererelevant, sagt Quittschau. Denn sobald jemand eine repräsentative Funktion in einem Unternehmen übernehme, wie z.B. die Leitung des Vertriebs, muss der Auftritt stimmen. Wer ein Unternehmen vertritt, spiegele nach außen auch das Image des Unternehmens wider, so Quittschau. Nicht selten gehört deswegen bereits bei Bewerbern ein gehobenes Essen zum Auswahlverfahren dazu. Denn die Tischsitten gelten als Spiegelbild der gesamten Umgangsformen, so Quittschau.

Dass gutes Benehmen und persönlicher (beruflicher) Erfolg eng zusammenhängen, bewies 2005 auch eine Studie von CGC - Claus Goworr & Partner unter 600 Führungskräften und Personalverantwortlichen. 87% der Professionals bejahten eine Verbindung zwischen Erfolg und Benehmen. Zudem nannten 65% der Befragungsteilnehmer Netzwerke als wichtiges Hilfsmittel für die Karriere. Auch fürs professionelle Kontakteknüpfen sind gute Umgangsformen sicherlich hilfreich. Besonders bei Führungskräften sehen drei Viertel der Befragten gutes Benehmen als besonders wichtig an, 26% unterscheiden jedoch nicht zwischen Führungskraft und Mitarbeiter.

Training zum Einstieg

Auch in der Immobilienbranche wird ein gutes Auftreten nicht nur von der Führungsmannschaft erwartet: "Wir legen Wert auf gutes Benehmen, weil wir als Dienstleistungsunternehmen das ,Gesicht beim Kunden' sind. Die Dienstleistung ist Bestandteil unserer Unternehmenskultur, dazu gehören Umgangsformen und das notwendige Fingerspitzengefühl", sagt Gabriele Renard, Pressesprecherin von Strabag Property and Facility Services. Junge Mitarbeiter erhalten u.a. ein Telefontraining in der Einarbeitungsphase und ein so genannter Kommunikationsknigge im Intranet hilft bei Fragen.

Auch bei mfi wird großer Wert auf den richtigen Auftritt gelegt. Dazu zählt auch die Kleidung. Am Empfang in der Zentrale sind die Mitarbeiter einheitlich gekleidet, ebenso wie die Techniker. Und auch in den Centern werde für das Infotresen-Personal über eine Kleiderordnung nachgedacht, sagt mfi-Personalleiter Bruno Bittis. Während das Management im Anzug kommt, sind Mitarbeiter ohne Kundenkontakt etwas legerer gekleidet. Für die neuen Auszubildenden gibt es innerhalb der ersten zwei Wochen ein dreitägiges Training der richtigen Umgangsformen. Auf dem Programm stehen Telefontraining, Umgangsformen, Kleiderordnung, Kundengespräche, E-Mail-Verkehr. "Wenn ich merke, das funktioniert nicht, dann muss der Mitarbeiter noch mal hin", sagt Bittis.

Sonja Smalian

2013 startet duales Bachelor-Studium

Karriere 18.10.2012
Das Center for Real Estate Studies (Cres) der Steinbeis-Hochschule Berlin erweitert sein Studienangebot. Ab September 2013 führt es einen dualen Bachelor-Studiengang ein. ... 

Das Center for Real Estate Studies (Cres) der Steinbeis-Hochschule Berlin erweitert sein Studienangebot. Ab September 2013 führt es einen dualen Bachelor-Studiengang ein.

Der duale Studiengang Bachelor of Arts in Real Estate umfasst sechs Semester. Präsenzphasen an der Hochschule wechseln sich mit Praxisphasen in den Unternehmen ab. Studienbeginn ist erstmals am 1. September 2013 am Cres. Das Center for Real Estate Studies war 2008 auf Initiative der Deutschen Immobilien-Akademie (DIA) an der Steinbeis-Hochschule Berlin gegründet worden. Das Studium ist staatlich anerkannt und von der FIBAA Foundation for International Business Administration Accreditation akkreditiert.

Bewerben können sich Schulabgänger mit Abitur, Fachabitur bzw. Fachhochschulreife, die einen Cres-Aufnahmetest bestehen müssen. Weitere Zugangsvoraussetzung ist ein Ausbildungsvertrag für das duale Studium mit einem das Programm unterstützenden Partnerunternehmen. Während sich Interessenten für ein duales Studium an einer Berufsakademie oder Hochschule oft zunächst bei einem Unternehmen für einen solchen Studienplatz bewerben müssen, weist das Cres-Angebot hier eine Besonderheit auf: Die Studenten bewerben sich direkt bei der Hochschule.

Rekrutierung der Studenten übernimmt die Hochschule

Auf diesen Aspekt wies auch DIA-Prokurist Thomas Bühren bereits während einer Podiumsdiskussion auf der Expo Real hin: Cres unterstütze seine Partnerunternehmen bei der Rekrutierung von geeigneten Studenten für das Programm. Gemeinsam mit den Unternehmen führe Cres eine Bedarfsanalyse durch und stelle den Partnerunternehmen dann geeignete Kandidaten aus dem Bewerberpool vor. Dadurch verringere sich der Rekrutierungsaufwand für die Unternehmen. Das Studium ist gebührenpflichtig (u.a. Monatsgebühr: 495 Euro, Jahresgebühr: 5.750 Euro, zzgl. Anmeldung).

Info: www.steinbeis-cres.de (Studiengänge)

Sonja Smalian

"Die Karriere kommt von allein, wenn ..."

In diesem Jahr fand die Jobcorner während des Career Day am dritten Messetag außerhalb des Planning & Partnerships Forum statt, sodass die Gespräche in ruhigerem Rahmen stattfinden konnten als in den Jahren zuvor.

In diesem Jahr fand die Jobcorner während des Career Day am dritten Messetag außerhalb des Planning & Partnerships Forum statt, sodass die Gespräche in ruhigerem Rahmen stattfinden konnten als in den Jahren zuvor.

Bild: sma

Karriere 18.10.2012
Einmal im Jahr trifft sich die Immobilienwelt in München. Für Berufsein- und -aufsteiger bietet die Expo Real viele Chancen, um mit Immobilienprofis auf Tuchfühlung zu gehen - und sich zu ... 

Einmal im Jahr trifft sich die Immobilienwelt in München. Für Berufsein- und -aufsteiger bietet die Expo Real viele Chancen, um mit Immobilienprofis auf Tuchfühlung zu gehen - und sich zu präsentieren. Nach den verhalteneren Nachkrisenjahren war das Thema Karriere wieder auf zahlreichen Podien präsent und der Nachwuchs erhielt viele Karrieretipps.

Der Fachkräftemangel und das immer noch nicht so ausgeprägte Employer Branding der Immobilienwirtschaft als Arbeitgeber war auch Thema auf der größten Branchenmesse in Deutschland: "Wenn wir die jungen Leute erst einmal abgefischt haben, dann hat die Immobilienbranche viel für sie zu bieten", sagte Jürgen Feindt, Director HR bei ECE Projektmanagement auf einer Podiumsdiskussion. Doch um noch mehr junge Menschen überhaupt auf die Immobilienwirtschaft als Arbeitgeber aufmerksam zu machen, bedürfe es verstärkter Aktivitäten, so Feindt weiter. Feindt, der Mitglied im Ausschuss Bildung und Forschung beim Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) ist, sprach sich für eine engere Zusammenarbeit der Verbände bei diesem Thema sowie eine zielgruppenspezifische Kommunikation mit jungen Berufseinsteigern aus.

Auch wenn die Branche insgesamt noch mehr Nachwuchskräfte auf sich aufmerksam machen kann - den Weg nach München waren auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Immo-Studenten angetreten, um Kontakt zu den Branchenvertretern aufzunehmen. Podiumsdiskussionen, Vorträge, Gettogethers und nicht zuletzt Gespräche an den Ständen boten reichlich Möglichkeiten zum Networking.

Auf der Expo Real waren auch 30 Mitglieder der an der TU Darmstadt gegründeten Studenten- und Alumni-Vereinigung WiBi-NET. Bereits auf der Zugfahrt nach München konnten sich die Studenten und Absolventen überwiegend aus der Studienrichtung Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Bau über Einstiegsmöglichkeiten bei der Deutschen Bahn informieren. Im Waggon fuhren DB-Vertreter mit, die das Unternehmen vorstellten und Übungen anleiteten. Der Verein hatte anlässlich seines fünfjährigen Bestehens ein zweitägiges Expo-Programm mit Unterstützung verschiedener Sponsoren zusammengestellt. Dazu zählte u.a. ein Besuch des BMW-Werks bzw. der BMW-Welt, ein Vortrag des FM-Dienstleisters BayernFM sowie eine Podiumsdiskussion auf der Messe, wie WiBiNET-Vorstand Steffen Skopp erzählt.

Karrieretipps von den Profis

In der WiBiNET-Diskussionsrunde ermahnte Thomas Flohr, Geschäftsführer von Bernd Heuer & Partner Human Resources, den Nachwuchs nachdrücklich, bei der Wahl des Arbeitgebers nicht nur auf das Geld zu achten. Und Dierk Mutschler, Mitglied im Vorstand von Drees & Sommer, lud die jungen Leute mehrfach ein, sich selbst ein Bild von der Arbeitssituation bei Drees & Sommer zu machen und sich dort für ein Praktikum zu bewerben. Während auf der einen Seite der Messe über Formen der Anwerbung diskutiert wurde, wurde sie an anderer Stelle gleich aktiv praktiziert. Mut machte Jörg von Ditfuhrt, Partner Real Estate Consulting bei Deloitte, dem Nachwuchs: "Die Karriere kommt von alleine, wenn sie Kompetenz mitbringen."

Viele Karrieretipps gab es auch auf dem Career Day, der traditionell am letzten Messetag stattfand und wie immer nicht nur den Nachwuchs ins Planning & Partnerships Forum lockte, sondern auch so manchen älteren Beschäftigten. Dort wurde u.a. die Frage erörtert, wie wichtig Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrung sind. Immerhin kann sich jeder zweite Student immobilienwirtschaftlicher Fächer eine Auslandstätigkeit vorstellen, wie die diesjährige Umfrage zur IZ-Joboffensive unter 714 Studenten zeigte. Englisch gehöre denn auch bei Jones Lang LaSalle 100% dazu, wie Peter Wallner, COO von Jones Lang LaSalle Germany, betonte. Michael Hübener, Personalleiter von Drees & Sommer, gab jedoch zu Bedenken, dass der Wunsch, international zu arbeiten, und es tatsächlich zu tun, ein großer Unterschied sei. Wer das wirklich wolle, dürfe nicht als erstes seinen Personaler nach den Heimatflügen fragen.

Sonja Smalian

Corpus Sireo fördert Studis

Karriere 18.10.2012
Corpus Sireo hat sein Engagement an deutschen Hochschulen ausgebaut und zwei Kooperationen vereinbart: Gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt legt das Unternehmen ab 2013 ein ... 

Corpus Sireo hat sein Engagement an deutschen Hochschulen ausgebaut und zwei Kooperationen vereinbart: Gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt legt das Unternehmen ab 2013 ein Promotionsprogramm auf. Mit der Hochschule Aschaffenburg bietet der Asset-Manager ein duales Studium an.

An der TU Darmstadt ist das Promotionsprogramm im Fachgebiet Immobilienwirtschaft & Bau-Betriebswirtschaftslehre an der Fakultät für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften angesiedelt. Absolventen mit sehr guten immobilien- oder wirtschaftswissenschaftlichen Abschlüssen sowie Trainees von Corpus Sireo können sich für das berufsbegleitende Programm bewerben. Innerhalb von 30 Monaten erwerben die Teilnehmer den akademischen Grad Dr. rer. pol. Die Dissertation muss in deutscher oder englischer Sprache verfasst werden.

Neben der Forschungsphase an der Universität werden die Doktoranden auch regelmäßige Arbeitsaufenthalte bei Corpus Sireo absolvieren. Das Unternehmen wird zudem Gastvorträge und Forschungsworkshops an der TU Darmstadt abhalten. "Für uns steht bei dem Promotionsprogramm vor allem der inhaltliche wissenschaftliche Austausch zu aktuellen und zukunftsgerichteten Fragestellungen des Real-Estate-Asset-Managements im Vordergrund. Wir möchten die Ergebnisse der Forschungsarbeit in die Weiterentwicklung und Vertiefung unserer Dienstleistungspalette einbringen", sagt Dr. Bernd Wieberneit, Managing Director, HR & Legal Affairs der Corpus Sireo Holding. Doch auch die Förderung künftiger Nachwuchskräfte sei ein wichtiger Aspekt für die Entwicklung des Promotionsprogramms. Der Leiter des Lehrstuhls für Immobilienwirtschaft und Baubetriebswirtschaftslehre an der TU Darmstadt, Prof. Dr. Andreas Pfnür, betont, dass durch die Zusammenarbeit eine praxisbezogene Lehre möglich sei. "Im Rahmen des Promotionsprogramms leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu, Forschung und Lehre in der auch gesamtwirtschaftlich immer bedeutender werdenden Immobilienwirtschaft weiter zu intensivieren", sagt Pfnür.

Duales Studienangebot an der Hochschule Aschaffenburg

Mit der Hochschule Aschaffenburg hat Corpus Sireo ein duales Studienangebot entwickelt. Als erster Praxispartner des Studiengangs Internationales Immobilienmanagement bietet es den Studenten die Möglichkeit, Praxisphasen in unterschiedlichen Geschäftsbereichen zu absolvieren. Neben Praxissemestern werden die Studenten auch in der vorlesungsfreien Zeit in Unternehmensprojekte eingesetzt. Auch in ihrer Abschlussarbeit können die Teilnehmer ein betriebsnahes Thema bearbeiten. Während des dreieinhalbjährigen Studiums werden die Studenten bei Corpus Sireo von einem Mentor begleitet. Zudem können sie auch an Weiterbildungsmaßnahmen der unternehmenseigenen Corpus Sireo Academy teilnehmen. Das Unternehmen zahlt den Programmteilnehmern eine finanzielle Unterstützung. Auch hier steht der Rekrutierungsaspekt im Vordergrund, wie Iris Schönbeck, Director HR der Corpus Sireo Holding, sagt: "Wer ein Unternehmen aus der Innenperspektive kennenlernt, weiß bereits, wie die Aufgabenbereiche und Unternehmenskultur aussehen."

Sonja Smalian

gif verleiht zum 18. Mal Immobilien-Forschungspreise

Die gif-Immobilien-Forschungspreise sind mit insgesamt 12.500 Euro dotiert.

Die gif-Immobilien-Forschungspreise sind mit insgesamt 12.500 Euro dotiert.

Bild: Fotolia.de/Dariusz Urbanczyk

Karriere 10.10.2012
Die Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) hat zum 18. Mal die gif-Immobilien-Forschungspreise verliehen. Ausgezeichnet wurden in der Kategorie Dissertationen Dr. Manuel ... 

Die Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) hat zum 18. Mal die gif-Immobilien-Forschungspreise verliehen. Ausgezeichnet wurden in der Kategorie Dissertationen Dr. Manuel Käsbauer (Universität Regensburg) und Dr. Oliver Bischoff (Universität Hamburg). Für ihre Master- bzw. Diplomarbeiten wurden Franziska Hawranek (Universität Regensburg), Heiko Pellar (Technische Universität Darmstadt), Nora Rothacher (Universität Regensburg) sowie André Stadermann und Martin Stolz (beide TU Dortmund) geehrt. Die Bachelorarbeiten von Maximilian Helm (EBS Universität für Wirtschaft und Recht) und Isabel Gumpert (EBZ Business School) erhielten ebenfalls Preise. Dr. Oliver Lerbs und Dr. Christian A. Oberst (beide Westfälische Wilhelms-Universität Münster) wurde der Preis in der Kategorie sonstige wissenschaftliche Arbeiten zugesprochen. Insgesamt waren rund 90 Arbeiten eingereicht worden. Die Forschungspreise sind mit insgesamt 12.500 Euro dotiert. Förderer sind RREEF Real Estate und der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA).

Sonja Smalian

Nicht als Magd, sondern als Königin sprechen

Wenn Frau auch ohne Megafon ihr Publikum erreichen und nicht als einsame
Ruferin sinnbildlich in der Wüste stehen will, dann sollte sie über ein
Stimmtraining nachdenken.

Wenn Frau auch ohne Megafon ihr Publikum erreichen und nicht als einsame Ruferin sinnbildlich in der Wüste stehen will, dann sollte sie über ein Stimmtraining nachdenken.

Bild: iStock 2012/midres

Karriere 04.10.2012
Der Inhalt der Präsentation ist brillant, aber keiner hört zu? In einer von Männern dominierten Berufswelt wie der Immobilienwirtschaft haben es Frauen nicht immer leicht, Gehör zu finden. ... 

Der Inhalt der Präsentation ist brillant, aber keiner hört zu? In einer von Männern dominierten Berufswelt wie der Immobilienwirtschaft haben es Frauen nicht immer leicht, Gehör zu finden. Professionelle Stimmtrainerinnen und -trainer wissen, wie Frau dieses Problem lösen kann. Doch wer glaubt, allein die Stimme sei entscheidend, um zu anderen durchzudringen, wird dabei schnell eines Besseren belehrt. Mindestens genauso wichtig sind die richtige Atemtechnik, die innere Haltung und das Auftreten.

"Ich bin gleich in einem Workshop - drei Männer und ich als einzige Frau. Wünschen Sie mir Glück!" Als Stimmtrainer und Radiomoderator Paul Johannes Baumgartner diese E-Mail einer früheren Seminarteilnehmerin erreichte, lag die Idee auf der Hand, ein Stimmtraining speziell für Frauen zu entwickeln: "Gerade wenn es für Frauen darum geht, sich in Männerrunden durchzusetzen, sich Gehör zu verschaffen und Sachverhalte klar darzustellen, stoßen viele schnell an ihre Grenzen", sagt Baumgartner.

Mit gezielten Übungen lässt sich gegensteuern, weiß Baumgartner aus eigener Erfahrung. "Auch einem Morgenmoderator scheint frühmorgens um fünf Uhr nicht zwangsläufig die Sonne aus dem Hintern." Doch als Profi hat Baumgartner gelernt, was er tun kann, damit seine Stimme offen und dynamisch klingt, selbst wenn er sich lieber im Bett noch einmal auf die andere Seite drehen würde. Sein Wissen gibt er nicht nur an Unausgeschlafene weiter, sondern an alle, die beruflich mit ihrer Stimme überzeugen müssen, also auch an Frauen, von der Callcenter-Mitarbeiterin bis zur Topmanagerin.

Der Seminarinhalt beim Stimmtraining für Frauen unterscheidet sich dabei gar nicht so sehr von dem für gemischte Gruppen: Es geht darum, der eigenen Stimme mehr Durchsetzungskraft zu verleihen, die richtige Sprechtechnik bei einer Präsentation anzuwenden, die optimale Sprechgeschwindigkeit zu finden, präzise zu artikulieren oder mehr Klang und Ausdruckskraft in die Stimme zu bringen. Warum dann also ein Stimmtraining speziell für Frauen? "Im Vergleich zur männlichen Stimme ist die weibliche Stimme höher, weicher und melodiöser. Dadurch haben es Frauen bei der Vermittlung von emotionalen Botschaften leichter. Wenn es jedoch darum geht, Kompetenz und Souveränität zu beweisen, auf einem Standpunkt zu beharren, Worten den nötigen Nachdruck zu verleihen und in hochemotionalen Situationen gelassen zu bleiben, strecken Frauen mitunter die Waffen. Ein Verhalten, das man bei Männern in Gesprächsrunden oder Präsentationen eher selten findet", hat Baumgartner beobachtet.

Es kommt viel mehr auf das Wie an als auf das Was

Frauen, die sich stimmlich nicht durchsetzen können, würden sich dabei in der Regel schlicht selbst im Weg stehen. Selbstlimitierende Glaubenssätze zu überwinden und mehr Selbstsicherheit zu gewinnen, ist deshalb ein wichtiger Teil in Baumgartners Seminaren für Frauen. Denn traditionell würden Mädchen eher zur Zurückhaltung erzogen und dazu angehalten, leise zu sprechen. Jungen dagegen werden eher darin bestärkt, sich lautstark bemerkbar zu machen. Das sieht Kommunikations- und Sprechtrainerin Bettina Schinko von der Sprechbar Berlin ähnlich und ergänzt: "Männer nehmen nicht nur stimmlich, sondern auch körperlich oft mehr Raum ein als Frauen." Dagegen würden vor allem Frauen, die leise und mit zu hoher Stimme sprechen, nach dem tradierten Muster "bloß nicht anecken oder auffallen und immer nett sein" agieren. "Sprechen Sie nicht als Magd, sondern als Königin", ermuntert Schinko dann.

Das mag plakativ klingen, doch das Bild sagt aus, worum es beim Stimmtraining auch geht, nämlich um das eigene Auftreten und die innere Einstellung. Denn die Stimme ist ein Spiegelbild der Seele und drückt unsere Stimmungen aus. Wer sich unsicher fühlt oder aufgeregt ist, dem hört man es an der Stimme an. Aber auch die Körpersprache und die Gestik sind entsprechend verhalten und introvertiert, wenn jemand an sich zweifelt. Die Signale, die wir aussenden, kommen beim Gegenüber an, ob wir wollen oder nicht. Und unabhängig davon, wie gut wir inhaltlich argumentieren können: Sozialpsychologische Untersuchungen haben nachgewiesen, dass die Wirkung auf andere Menschen zu 55% vom Aussehen und Verhalten abhängt und zu 38% von der Stimme. Lediglich 7% macht tatsächlich der Inhalt eines Vortrags aus. Es kommt also vielmehr auf das Wie an als auf das Was.

Männer kriegen Magengeschwüre, Frauen bleibt die Stimme weg

Glaubt man diesen Untersuchungen, ist es also durchaus einen Versuch wert, bewusst mit der eigenen Stimme umzugehen und sie im Beruf gezielt als Kommunikationsinstrument einzusetzen. Nicht zufällig nennt Baumgartner sein Stimmtraining für Frauen "Die Macht der weiblichen Stimme".

"Worum es im Stimmtraining zunächst einmal geht, ist den eigenen Normalsprechton zu finden", erklärt Schinko ihre Arbeitsweise. Der Normalsprechton oder die Indifferenzstimme "ist der Ton, in dem man ohne Anstrengung sprechen kann. Erst dort ist die Stimme entspannt und belastbar." Frauen neigen eher als Männer dazu, zu hoch zu sprechen, und laufen deshalb Gefahr schnell heiser zu werden, vor allem dann, wenn sie viel sprechen müssen: "Männer kriegen eher Magengeschwüre, Frauen bleibt die Stimme weg", stellt Schinko fest.

Zu hoch wird die Stimmlage auch dann, wenn Frau (aber natürlich auch Mann) aufgeregt ist. Der Kehlkopf hebt sich und im Hals wird es eng. Der Ton, der dabei herauskommt, wird von Zuhörern eher als unangenehm empfunden. Mit Atemübungen und Körpertraining lässt sich hier gegensteuern. Und wenn es schnell gehen muss, hilft auch ein herzhaftes Gähnen, ohne dabei die Hand vor den Mund zu halten, verrät Schinko. Beim Gähnen entspannt sich das Zwerchfell, der Kehlkopf senkt sich und das Gaumensegel "Das Tor zur Stimme" öffnet sich.

Beim Stimmtraining kommt Frau trotz erlernbarer Tricks aber nicht um die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit umhin. Bettina Schinko arbeitet dabei zunächst am liebsten mit einer Videoaufzeichnung der Seminarteilnehmerin und lässt die Aufnahmen für sich sprechen: "Anhand der Art des Vortrags oder der Präsentation erkennen die jeweiligen Personen meist sehr schnell selbst, woran sie arbeiten müssen." - Der Trick dabei: Wer sich selbst in einer Videoaufnahme sieht, wird zum außenstehenden Beobachter der eigenen Person und kann sich von der eigenen Selbstwahrnehmung lösen. Oft ist einem Menschen nämlich nicht bewusst, dass er zu leise, zu schnell oder nicht auf den Punkt spricht. Letzteres nennt Baumgartner "das unsichtbare Oder". Damit meint er die für viele Frauen typische Angewohnheit, mit der Stimme am Ende des Satzes nach oben zu gehen und damit das eben Gesagte durch den Klang der Stimme gleich wieder infrage zu stellen.

"Ich habe mir ganz fest vorgenommen, generell nicht zu sagen, ich glaube oder ich denke", verrät Judith Gabler. Die gebürtige Britin ist Director of Operations Emea beim internationalen Berufsverband für Immobilienfachleute RICS und wurde von ihren Eltern schon als Kind mehrere Jahre zu einem Sprechtraining geschickt, wo sie lernte, Gedichte oder Texte vor Publikum vorzutragen. Sie gilt als gute Rednerin und sagt von sich selbst, sie habe nie das Gefühl gehabt, unter ihren männlichen Kollegen benachteiligt zu sein oder sich nicht durchsetzen zu können. Dabei kommt sie nicht mit einer donnernden tiefen Stimme daher, sondern intoniert hell, klar, lebendig und pointiert. Stimmtraining war für sie in ihrem späteren Berufsleben kein Thema mehr. Im Mai dieses Jahres hatte sie dann aber doch ein internes Training in London, bei dem es darum ging, sich selbst und seine Arbeit vorzustellen. Das Feedback der Kollegen: "Empathie durch Gestik und Mimik, aber stimmlich etwas zu schwach und zu wenig überzeugend." Sie solle das Gleiche doch einmal auf Deutsch vortragen, da sie ja in Deutschland arbeite, lautete der Vorschlag. Das Ergebnis: Sie klang in den Ohren der Zuhörer überzeugender. Verwunderlich ist das kaum, hat jede Sprache doch ihre eigene Klangmelodie und gelten die Deutschen schon deswegen eher als sachlich und kompetent. Der Ton macht eben die Musik, und beim Stimmtraining erfährt Frau, wie sie die Klaviatur der Stimme bewusst einsetzen und souverän nutzen kann. Und damit hat sie schon gewonnen.

Weitere Infos unter: http://sprechbarberlin.de/ oder http://www.pauljohannesbaumgartner.de/

Martina Vetter