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Fertig ... und los!

Besonders die Bachelor-Studierenden zeigen sich reiselustig: Zwei Drittel von ihnen würden nach ihrem Abschluss gern im Ausland arbeiten. Von den etwas älteren Masterstudierenden sagt das nur jeder Zweite.

Besonders die Bachelor-Studierenden zeigen sich reiselustig: Zwei Drittel von ihnen würden nach ihrem Abschluss gern im Ausland arbeiten. Von den etwas älteren Masterstudierenden sagt das nur jeder Zweite.

Bild: Andrey Kiselev/Fotolia.com

Karriere 21.08.2014
Die Studenten immobilienwirtschaftlicher Fächer sind mobil. Ein Praktikum, ein Job oder ein Auslandssemester haben schon fast jeden Dritten einmal jenseits der deutschen Grenze geführt, ... 

Die Studenten immobilienwirtschaftlicher Fächer sind mobil. Ein Praktikum, ein Job oder ein Auslandssemester haben schon fast jeden Dritten einmal jenseits der deutschen Grenze geführt, wie die diesjährige Umfrage zur IZ-Joboffensive zeigt. Auch nach dem Abschluss würden gerne knapp zwei Drittel im Ausland arbeiten.

Im Ausland den Beruf ausüben, das würden 61% der Immobilienstudenten in Deutschland gern einmal ausprobieren. Das Fernweh kennt keine Geschlechtergrenzen, sondern packt sowohl Männer wie auch Frauen gleichermaßen. Das zeigt die diesjährige Umfrage zur IZ-Joboffensive, an der sich 446 Studenten immobilienwirtschaftlicher und verwandter Fächer beteiligt haben (siehe "Die IZ-Joboffensive" auf dieser Seite unten).

Dem Lockruf der Fremde würden zwei Drittel der Eingeschriebenen an Universitäten und Berufsakademien gern nachgeben. An Fachhochschulen liegt der Anteil der reiselustigen Studenten mit 58% etwas niedriger. Ähnliche Differenzen lassen sich zwischen Bachelor- und Masterstudenten ausmachen. Von den meist jüngeren Bachelorstudenten würden ebenfalls zwei Drittel gern außerhalb Deutschlands einen Job antreten, bei den etwas älteren Masterstudenten ist es hingegen nur jeder Zweite.

Damit zeigen sich die Immobilienstudenten mobiler als der durchschnittliche Berufstätige. Nach einer Umfrage des sozialen Netzwerks Xing unter seinen Mitgliedern würden nur 41% der Xing-Nutzer für ihren Traumjob weltweit umziehen. Unter den jungen Berufstätigen zwischen 18 und 29 Jahren liegt der Anteil mit 47% etwas höher.

Wohin zieht es die angehenden Immobilienprofis? Auf der Wunschliste der 271 Studenten, die gern im Ausland arbeiten würden, stehen gleich vier englischsprachige Länder: Rang eins belegen wie auch schon in den Jahren zuvor die USA. Jeder Vierte würde gerne dort mal ins Berufsleben reinschnuppern. Großbritannien kann, wenn auch mit deutlichem Abstand, ebenfalls punkten (15%). Rang fünf belegen Australien und Neuseeland, wohin es immerhin 7% zieht. Mit der Schweiz ist ebenfalls ein Land in den Top 5, in dem es zumindest im deutschsprachigen Teil wenig sprachliche Hürden geben dürfte. Noch völlig offen und flexibel zeigt sich jeder zehnte Student bei der Länderwahl: Diese Gruppe würde "überall" hingehen für den Job. Das dürfte die Arbeitgeber freuen.

Zumal der Sprung über die Grenze gar nicht für jeden Neuland ist. Denn knapp ein Drittel der 446 Befragten hat schon immobilienspezifische Auslandserfahrung gesammelt, zumeist durch ein Auslandssemester oder ein Praktikum. Manch einer verfügt sogar schon über Berufserfahrung. In dieser Kategorie haben die Männer die Nase leicht vorn im Vergleich zu ihren Kommilitoninnen. Doch beim Thema Auslandspraktika liegen beide Geschlechter gleichauf. Abermals gehören englischsprachige Länder wie Großbritannien (31%), USA (18%) und Australien/Neuseeland (8%) zu den Favoriten der Studenten für ihren Auslandstrip. Aber auch die europäischen Nachbarländer Deutschlands, wie die Niederlande oder die Schweiz, standen in der Gunst der Studenten ganz weit oben (jeweils 6%).

Die Vorliebe für englischsprachige Länder hat ihren Grund. Quasi jeder der befragten 446 Studenten - mit einer Ausnahme - gibt an, Englisch zu sprechen. Knapp ein Viertel würde seine Kenntnisse als verhandlungssicher bezeichnen, jeder Zweite als fließend. Kein Wunder also, dass es die Studenten vor allem in Länder zieht, in denen die globale Wirtschaftssprache beheimatet ist - zumal London das Wirtschaftszentrum Europas ist und die USA zu den größten Märkten der Welt zählt und als Ursprungsland der Subprime-Krise eine weltweite Finanzkrise auslösen konnte. Diese Märkte näher kennenzulernen, dürfte für einen Berufseinsteiger in der Branche sicherlich interessant sein. Neben Englisch parliert noch knapp jeder Dritte auf Französisch und knapp jeder Siebte auf Spanisch. Auch über italienische und russische Sprachkenntnisse verfügen 4% bzw. 7% der Befragten. 29 Fremdsprachen von Afrikaans bis Zulu umfasst der Sprachenschatz der Befragungsteilnehmer.

Die Studierenden haben auch klare Vorstellungen davon, wo sie in Deutschland am liebsten arbeiten würden: Auf dem ersten Rang steht wieder einmal Frankfurt mit dem Rhein-Main-Gebiet (17%). Mainhatten lockt nicht nur mit einer für Deutschland ungewöhnlichen Skyline aus Wolkenkratzern, sondern ist auch Sitz zahlreicher Immobilienunternehmen und Finanzierer. Auf den Rängen zwei bis fünf finden sich mit München (15%), Berlin (13%), Stuttgart (12%) und Hamburg (11%) die größten deutschen Städte wieder. Auf Platz 6 - allerdings mit sechs Prozentpunkten Abstand - hat es mit Leipzig sogar eine ostdeutsche Stadt auf einen der vorderen Plätze geschafft. Die Stadt teilt sich Rang sechs mit der Kategorie "deutschlandweit". Jeder 20. Student ist geografisch noch nicht festgelegt - und bereit, dem besten Angebot zu folgen.

Unternehmen, die Berufseinsteiger auf sich aufmerksam machen wollen, müssen vor allem Aufstiegsmöglichkeiten aufzeigen und mit einem Weiterbildungsangebot aufwarten können. Die Höhe des Gehalts, ein zumindest bei der Entscheidungsfindung offenbar sicherer Arbeitsplatz, eine ansprechende Unternehmenskultur und ein Karriereplanungsprogramm sind ebenfalls wichtige Auswahlfaktoren. Auch wenn die Nachwuchskräfte sich eine Auslandstätigkeit vorstellen können: Bei der Arbeitgeberwahl spielt der Faktor "Möglichkeit einer Auslandsentsendung" nur eine untergeordnete Rolle.

Die IZ-Joboffensive

Die Joboffensive für die Immobilienwirtschaft, eine Initiative der Immobilien Zeitung, fördert seit 2001 den Austausch zwischen Arbeitgebern der Immobilienwirtschaft und Berufseinsteigern. Orientierung für den Übergang vom Studium in den Beruf bietet u.a. eine Gehalts- und Arbeitsmarktumfrage, an der sich in diesem Jahr 115 Immobilienunternehmen und 446 Studenten immobilienwirtschaftlicher und verwandter Studiengänge beteiligt haben. Die Ergebnisse der Umfragen werden im IZ-Karriereführer 2014/15 für die Immobilienwirtschaft (Erscheinungstag: 1. September) veröffentlicht. Unterstützt wird die IZ-Joboffensive 2014 von: Aareal Bank, Bernd Heuer & Partner Human Resources, BNP Paribas Real Estate, CBRE, Corpus Sireo, DTZ, ECE, Irebs Immobilienakademie, Kaufland, Messe München/Expo Real, mfi management für immobilien, Patrizia Immobilien und RGM. sma

Sonja Smalian

Weiterbildung für jedermann an der Hochschule Biberach

Künftig sollen mehr Berufstätige und Berufsrückkehrer, aber auch Studienabbrecher und Berufstätige ohne Hochschulzugangsberechtigung durch modulare Weiterbildungen vom Know-how der Hochschule Biberach profitieren. Das neue Zentrum soll eine Informations- und Anlaufstelle für jedermann sein.

Künftig sollen mehr Berufstätige und Berufsrückkehrer, aber auch Studienabbrecher und Berufstätige ohne Hochschulzugangsberechtigung durch modulare Weiterbildungen vom Know-how der Hochschule Biberach profitieren. Das neue Zentrum soll eine Informations- und Anlaufstelle für jedermann sein.

Bild: HOBC/Stefan Sättele

Karriere 14.08.2014
Die Hochschule Biberach hat bei einem Hochschulwettbewerb 650.000 Euro Fördergelder bekommen. Damit will sie nun ihre Weiterbildung und die Promotionsmöglichkeiten ausbauen. Geplant ist ... 

Die Hochschule Biberach hat bei einem Hochschulwettbewerb 650.000 Euro Fördergelder bekommen. Damit will sie nun ihre Weiterbildung und die Promotionsmöglichkeiten ausbauen. Geplant ist auch ein Fernstudiengang zum Bau-, Immobilien- und Energierecht.

Beim Bund-Länder-Wettbewerb "Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen" hat sich die Hochschule Biberach (HBC) mit ihrem Antrag durchgesetzt. 650.000 Euro Fördergelder erhält sie verteilt auf einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren, um "strukturierte Weiterbildungsmaßnahmen im ländlichen Raum" umzusetzen. Konkret bedeutet das die Gründung eines Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung, kurz ZenWissWeit.

"Wir haben gesehen, dass wir zu wenig tun, um dem Fachkräftemangel in der Region entgegenzuwirken", sagt Prof. Dr. Annette Schafmeister, Prorektorin für Forschung und Weiterbildung an der HBC. Das neue Zentrum wird die Angebote an der Hochschule und der Akademie der Hochschule weiter verzahnen und erweitern. Schon jetzt gibt es an beiden Einrichtungen mehrere bau- und immobilienwirtschaftliche Studiengänge (siehe Artikel rechts "Großer Bau- und Immo-Schwerpunkt") sowie die Fachgebiete Biotechnologie und Energie. Auch wenn die Biotechnologie auf den ersten Blick aus dem Rahmen zu fallen scheint, sei das mitnichten so. Beim Thema "weiße Energie", produziert durch Mikroorganismen, gebe es Synergien zwischen den drei Schwerpunktbereichen. Die Energiewirtschaft ist das Bindeglied zwischen Backstein und Bakterium.

Zwei dieser Schwerpunktbereiche werden künftig mit einem neuen Fernstudiengang zum Bau-, Immobilien- und Energierecht verbunden, der mit dem Bachelor of Laws abschließt. Analog zu dem schon bestehenden kooperativen Bachelorstudiengang Bauingenieur Plus, der eine gewerbliche Ausbildung mit einem Studium des Bauingenieurwesens verknüpft, soll demnächst der Baubetriebswirt Plus aus der Taufe gehoben werden. Auch das Thema Promotion steht auf der Agenda. Im Bereich Biotechnologie bestehe schon eine Kooperation mit einer Universität, um gemeinsam Studenten zum Doktor zu führen, sagt Schafmeister. Etwas Ähnliches sei für die anderen Bereiche geplant.

Doch auch die Weiterbildung soll sich verändern. Geplant sind einzelne Module, für die es ECTS-Leistungspunkte gibt. Dadurch können sich die Teilnehmer ihre Leistungen auf andere Programme "anrechnen" lassen. Ein akademischer Grad kann so Schritt für Schritt berufsbegleitend erworben werden. Für das neue Zentrum wird auf die bestehenden Mitarbeiter gesetzt. Auch die Akademie wird eine große Rolle spielen. Gesucht werden dennoch eine geschäftsführende Leitung sowie eine wissenschaftliche Assistenz. Klappt mit ZenWissWeit alles wie geplant, stehen weitere 430.000 Euro Fördergelder für einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren in Aussicht.

Großer Bau- und Immo-Schwerpunkt

Die Hochschule Biberach und die Akademie der Hochschule Biberach (ehemals Bauakademie Biberach) bieten gemeinsam schon jetzt eine große Auswahl an bau- und immobilienwirtschaftlichen Studiengängen an. An der Hochschule gibt es neben Bachelor- und Masterstudiengängen in Architektur und Bauingenieurwesen auch spezialisierte Studiengänge wie Betriebswirtschaft (Bau und Immobilien), Energie-Ingenieurwesen, Projektmanagement (Bau), jeweils mit den Abschlüssen Bachelor und Master. Bei ihren Studierenden konnte die Hochschule punkten: Beim IZ-Hochschulranking 2012 bewerteten die Studenten ihre Alma Mater mit der Schulnote 1,61. Mit dem Studium Bauingenieur Plus gibt es ein besonderes duales Studienangebot: Neben einem Abschluss als Bachelor of Engineering im Fach Bauingenieurwesen erhalten die Studierenden auch eine gewerbliche Ausbildung z.B. zum Beton- und Stahlbetonbauer oder zum Maurer. Die Studium-Ausbildungskombination dauert fünf Jahre. An der Akademie der Hochschule Biberach werden zwei berufsbegleitende Studiengänge angeboten, die mit dem MBA abschließen. Die Prüfung wird von der staatlichen Hochschule Biberach abgenommen. Der MBA-Studiengang Internationales Immobilienmanagement zählt inzwischen mehr als 300 Absolventen. Wer zwei zusätzliche Module in England absolviert, kann zusätzlich den Abschluss Master of Science von der London South Bank University erwerben. Zudem kann an der Akademie der Titel Internationaler Immobilienökonom erworben werden. sma

Sonja Smalian

Netzwerken vor der Expo Real

Karriere 07.08.2014
Wer vor dem offiziellen Beginn der diesjährigen Expo Real in München sportlich Netzwerken möchte, der sollte sich einen Startplatz beim 4. Expo-Lauf oder bei ExpoBike sichern. ... 

Wer vor dem offiziellen Beginn der diesjährigen Expo Real in München sportlich Netzwerken möchte, der sollte sich einen Startplatz beim 4. Expo-Lauf oder bei ExpoBike sichern.

Sonja Smalian

Der Geselle als Mentor

Um die Ausbildungsqualität im Baugewerbe und -handwerk zu verbessern, soll ein Geselle als Azubi-Mentor benannt werden.

Um die Ausbildungsqualität im Baugewerbe und -handwerk zu verbessern, soll ein Geselle als Azubi-Mentor benannt werden.

Bild: BilderBox.com

Karriere 07.08.2014
Kleine und mittelständische Unternehmen tun sich bei der Ausbildung manchmal schwer. Doch der Mangel an Nachwuchskräften, hohe Abbrecherquoten und die baldige Verrentung vieler Fachkräfte ... 

Kleine und mittelständische Unternehmen tun sich bei der Ausbildung manchmal schwer. Doch der Mangel an Nachwuchskräften, hohe Abbrecherquoten und die baldige Verrentung vieler Fachkräfte erhöhen den Druck auf die Unternehmen, mehr in ihre Personalarbeit zu investieren. Damit die betriebliche Ausbildung besser gelingt, hat ein Forschungsprojekt an der Bergischen Universität Wuppertal kostenlose Handlungshilfen für ein Mentoringprogramm entwickelt.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre, sagt der Volksmund. Doch wenn es während der Ausbildung knirscht, dann sollten die Betroffenen doch einmal genauer auf die Ursachen schauen. Ein häufiger Beschwerdegrund von Lehrlingen sei, dass sie von verschiedenen Gesellen eines Unternehmens betreut werden und dann Dinge unterschiedlich erklärt bekommen, sagt Melanie Hainz. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bergischen Universität Wuppertal kann sich gut in die Lage der jungen Leute hineinversetzen, denn sie hat einst selbst eine Ausbildung zur Malerin und Lackiererin absolviert. Ebenso wenig wie der ständige Betreuerwechsel hilfreich sei, bringe es etwas, wenn die Azubis nur die ungeliebten Vorarbeiten auf der Baustelle erledigten, wie z.B. das Abreißen der Tapeten. Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, müssten sie auch mal von Anfang bis Ende des Auftrags auf einer Baustelle eingesetzt werden.

Damit solche Probleme das Betriebsklima nicht unnötig belasten, hat Hainz ein Mentorenprogramm zur Verbesserung der Ausbildungsqualität entwickelt. Ein Geselle ist Hauptbetreuer des Lehrlings. Neben dem Wissens- und Erfahrungstransfer will das Programm auch die Kommunikation und Motivation erhöhen. Eingebettet war das Projekt in ein dreijähriges Forschungsvorhaben zur Verbesserung im gelebten Arbeitsschutz auf Baustellen (VegAB), das seinen Fokus auf Jugendliche und ältere Beschäftigte legte. Denn schon bei Berufsanfängern sollte ein Bewusstsein für den Arbeitsschutz vorhanden sein, damit der ausgewählte Beruf auch noch im Alter ausgeübt und so dem drohenden Fachkräftemangel entgegengewirkt werden kann, heißt es auf der Homepage des Projekts (www.vegab.uni-wuppertal.de).

Der drohende Fachkräftemangel am Bau ist schon 2012 in einer gemeinsamen Studie des F.A.Z.-Instituts für Management-, Markt- und Medieninformationen und Soka-Bau, der Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft und der Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes, berechnet worden: Rund 136.000 gewerblichen Arbeitnehmern im Alter von 45 bis 54 Jahren stehen nur rund 52.000 Auszubildende und Gesellen im Alter zwischen 15 bis 24 Jahren gegenüber. Die Branche kann es sich also nicht leisten, junge Menschen zu verlieren.

Tatsächlich werden in Deutschland - über alle Berufe gesehen - zwischen 20% und 25% der Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst, wie eine Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) aus dem Jahr 2012 zeigt. Bei 70% gab es betriebliche Gründe, wie Konflikte mit Ausbildern oder Betriebsinhabern oder der schlechten Vermittlung von Ausbildungsinhalten, brachte eine BIBB-Umfrage 2002 ans Licht. Das Lösen des Vertrags ist jedoch nicht mit einem kompletten Abbruch gleichzusetzen: Die Hälfte der Befragten schloss einen neuen Ausbildungsvertrag ab und weitere 12% wechselten auf (Berufs-) Schulen oder an die Hochschule.

Positiv wirke es hingegen, wenn sich Azubis und ihre Betriebe schon vor Ausbildungsbeginn kennenlernen würden. Der frühzeitige Kontakt und der Abgleich der Erwartungen der Bewerber mit der Realität scheinen somit wesentliche Faktoren für den Ausbildungserfolg und den Branchenverbleib zu sein, folgert die Studie von F.A.Z./Soka-Bau.

Auch hierfür hat das Forschungsprojekt Handlungshilfen entwickelt, die kostenlos auf der Homepage von VegAB zur Verfügung gestellt werden. Die Broschüre "Fit für die Zukunft" gibt Unternehmen einen Fragen- und Ideenkatalog an die Hand, wie sie sich frühzeitig als Arbeitgeber präsentieren und ihre jungen Mitarbeiter halten können. Das reicht vom Facebook-Auftritt bis zum Austausch mit anderen Bauunternehmen.

Die Handlungshilfe "Mentoring zur Verbesserung der Ausbildungsqualität" liefert zudem Checklisten für die Auswahl des passenden Mentoren-Gesellen und bietet Ideen und Ablaufpläne für die Einführungs- und Feedbackgespräche. Zwei kurze Flyer (Tipps und Tricks für Mentorinnen und Mentoren sowie für Auszubildende) geben auf einen Blick Auskunft zu den Themen. Alle acht Handwerksunternehmen, die sich während der Projektphase als Partner zur Verfügung gestellt hatten, führen das Mentoringprogramm fort.

Berufe am Bau - im Netz

Wer sich über die verschiedenen Berufsbilder der Bauwirtschaft informieren möchte, trifft im Netz auf ein immenses Angebot.

  • www.bau-ausbildung.de: Die Ausbildungsplatzbörse von Soka-Bau im Netz bietet auch Informationen für Arbeitgeber.
  • www.bauberufe.net: Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes stellt die verschiedenen Bauberufe vor. Ein Filtern nach Interessen ist möglich.
  • www.berufsinfo.org: Das Berufsinformationsportal der Handwerkskammer zu Köln informiert über die Berufe in den Bereichen Bau + Ausbau, weist Lehrstellen nach und verrät, welche Berufe sich ähneln.
  • www.bzb.de: Die Bildungszentren des Baugewerbes bieten Inhalte für Berufseinsteiger bis zu Führungskräften.
  • www.bau-dein-ding.de: Die Bauwirtschaft Baden-Württemberg informiert über sämtliche Einstiegsmöglichkeiten am Bau, vom Praktikum bis zum Studium. Berufsmessen, Berufsbilder und Ausbildungsberufe werden ebenfalls dargestellt.
  • www.grosses-anpacken.de: Das Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW informiert Jugendliche über Berufe in der Branche.
  • www.bdb-campus.de: Die Studenten des Bunds Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure organisieren u.a. Baustellenbesichtigungen und haben einen Newsticker auf ihrer Seite.
  • www.weiterbildung-bauwirtschaft.de: Die IG Bauen-Agrar-Umwelt, der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie wollen das lebenslange Lernen fördern und informieren über bundesweite Aufstiegsfortbildungen.
  • www.deutschland-baut.de: Die gemeinsame Initiative mehrerer Bauunternehmen informiert u.a. über Traineeprogramme und Weiterbildungsmöglichkeiten in der eigenen Akademie.
  • www.werde-bauingenieur.de: Welche Studiengänge, Hochschulen und Abschlüsse es gibt, wird ebenso erläutert, wie der mögliche Arbeitsplatz nach dem Studium.sma

Der Kongress Zukunft Bauen - Wege aus der Nachwuchsfalle findet am 27. August 2014 auf dem Campus Freudenberg der Bergischen Universität Wuppertal statt. Dort stellt auch Melanie Hainz ihre Handlungshilfen vor. Anmeldeschluss ist am 12. August 2014. Ansprechpartner: Frau Alexandra Liesert (Tel.: 0202-439-4225, E-Mail: info@baubetrieb.de).

Sonja Smalian

Master Construction Management

Karriere 31.07.2014

ADI-Lehrgang Immobilienassistenz

Karriere 31.07.2014

"Wir geben ein Kerncurriculum heraus"

Michael Dax, DGNB-Geschäftsführer, kooperiert mit Hochschullehrern, um die DGNB-Inhalte an die nächste Generation zu vermitteln.

Michael Dax, DGNB-Geschäftsführer, kooperiert mit Hochschullehrern, um die DGNB-Inhalte an die nächste Generation zu vermitteln.

Bild: DGNB

Karriere 31.07.2014
880 Projekte haben in Deutschland ein Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) erhalten. Der Verein hat nun seinen ersten Hochschultag veranstaltet und will sich ... 

880 Projekte haben in Deutschland ein Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) erhalten. Der Verein hat nun seinen ersten Hochschultag veranstaltet und will sich stärker dem Nachwuchs öffnen. Dafür bietet die DGNB den Hochschulen kostenlose Kooperationen an. Bislang interessieren sich die immobilienwirtschaftlichen Studiengänge dafür jedoch kaum.

Die DGNB hat im Juli ihren ersten Hochschultag an der TU Darmstadt veranstaltet. Der Tag ist ein Element der Ausbildungskooperationen des Vereins, der bereits mit 24 Universitäten und Fachhochschulen sowie weiteren Bildungsträgern zusammenarbeitet. Partner kann werden, wer das DGNB-Curriculum in seine Ausbildung integriert. Das könnte in Form einer Summer School, eines Wahlpflichtfaches oder auf eine andere Weise erfolgen, erläutert DGNB-Geschäftsführer Michael Dax. Nach Vertragsunterzeichnung erhält der zuständige Hochschullehrer kostenlos den Log-in, um Lehrmaterialien und Leitfäden herunterzuladen. Außerdem bekommen die Hochschullehrer Zugang zum Themen- und Grundlagenwissen, zu Referenten und den DGNB-Kriterien aller Nutzungsprofile in der Marktversion.

Auf dem Lehrplan stehen Themen wie Lebenszykluskosten, Energiekonzepte, Facility-Management, Standortfaktoren, Projektmanagement oder energieeffiziente Gebäudehülle. "Wir geben ein Kern-Curriculum heraus", sagt Dax. Dieses enthalte wichtiges Grundlagenwissen. Davon ist aber schon ein Teil durch die Lehrpläne der Studiengänge abgedeckt. Der Hochschulpartner muss die fehlenden Aspekte lehren und dann die einstündige Online-Prüfung zum Registered Professional beaufsichtigen. Dabei handelt es sich um die erste DGNB-Qualifikationsstufe.

Für die Studenten lohnt sich der Deal: Sie müssen für die Prüfung lediglich eine Gebühr von 100 Euro zahlen. Einige Hochschulen übernehmen für ihre Studenten sogar die Hälfte der Prüfungsgebühr. Wurde die Prüfung bestanden und zudem das Bachelor- oder Masterstudium abgeschlossen, erhält der Student die Urkunde zum Registered Professional. Mit dieser Qualifikationsstufe wird er auf der Homepage des Vereins gelistet und ist ein Jahr lang kostenlos DGNB-Mitglied.

Die Studenten würden mit einer weiteren Fachqualifikation direkt in das Berufsleben starten und dadurch ihre Marktchancen erhöhen, sagt Dax. Zudem sparen sie Zeit und Geld, denn berufsbegleitend fallen Gebühren von mehr als 2.000 Euro an. Diese würden jedoch teilweise vom Arbeitgeber übernommen, wie Dax in Gesprächen mit Teilnehmern erfahren hat. Um sich diesen Vorsprung zu sichern, treten nicht selten die Studenten selbst an ihre Hochschullehrer mit der Bitte heran, eine Kooperation zu vereinbaren. Mehr als 50 Studenten bundesweit haben die Online-Prüfung schon bestanden.

Angesichts der niedrigen Zugangsschwelle ist es ein wenig verwunderlich, dass bislang kaum immobilienwirtschaftliche Studiengänge ihren Studenten dieses Angebot unterbreiten. Mit im Boot ist die TU Berlin (Weiterbildungsstudium Real Estate Management), die Hochschule Mittweida (Immobilienmanagement und Facilities Management), die Hochschule für Technik Stuttgart (KlimaEngineering), die FH Köln (Energie- und Gebäudetechnik) sowie die Irebs Immobilienakademie und Wings - Hochschule Wismar. Auch die Architekturstudiengänge sind bislang nur wenig vertreten.

Dax sucht weitere Kooperationspartner. "Wir würden das gern auch international ausweiten", sagt er. Er befindet sich in Gesprächen mit Vertretern von Hochschulen in Moskau und Bangkok. Ende Mai, vor der Fußball-WM, hat er in Rio de Janeiro, Porto Alegre und São Paulo Architekturstudenten in dreistündigen Workshops über die DGNB-Kriterien informiert und es habe großes Interesse geherrscht. In Deutschland findet der nächste Hochschultag voraussichtlich im Frühjahr 2015 an der HafenCity Universität in Hamburg oder an der FH Köln statt.

Die DGNB hat ein Kontaktformular für Studierende eingerichtet, die weiterführende Informationen für eine Abschlussarbeit benötigen, auf den Internetseiten der DGNB aber nicht fündig geworden sind (www.dgnb.de, Menü: Services - Anfragen von Studierenden).

Sonja Smalian