Karriere-News

Fokus auf Finance

Studenten vor dem Leisler-Kiep-Center in Oestrich-Winkel.

Studenten vor dem Leisler-Kiep-Center in Oestrich-Winkel.

Bild: EBS Business School

Karriere 21.06.2012
Die EBS Business School verdrängt in diesem Jahr die Universität Regensburg vom zweiten Platz. Neben einem wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor-Studiengang mit Vertiefungsrichtung ... 

Die EBS Business School verdrängt in diesem Jahr die Universität Regensburg vom zweiten Platz. Neben einem wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor-Studiengang mit Vertiefungsrichtung Immobilienwirtschaft und einem Masterstudiengang Real Estate bietet die Hochschule auch ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm sowie das Kontaktstudium Immobilienökonomie an.

Als European Business School 1971 in Offenbach gegründet, erhielt die private Hochschule im vergangenen Jahr den Status einer Universität und trägt nun als offizielle Bezeichnung den Namen EBS Universität für Wirtschaft und Recht. Die immobilienwirtschaftliche Ausbildung ist am Real Estate Management Institute (Remi) der EBS Business School zusammengefasst, das von Prof. Dr. Nico B. Rottke geleitet wird. Als Vollzeit-Studiengänge bietet die Universität ein Bachelorstudium General Management mit immobilienwirtschaftlichen Wahlfächern wie Immobilieninvestment & Finanzierung an. Der konsekutive Masterstudiengang Real Estate, der mit dem Grad Master of Science abschließt, umfasst sieben Module, u.a. Real Estate Valuation und wird auf Englisch gelehrt. Rund 60 Studenten absolvieren pro Jahr verschiedene immobilienwirtschaftliche Module, auch aus anderen Studiengängen. Im Immobilienbereich lehren elf haupt- und nebenberufliche Professoren. Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen zudem zwei neue Stellen geschaffen werden, so Rottke. In der Weiterbildung arbeitet das Remi mit mehr als 220 Dozenten zusammen. Rund 300 Teilnehmer zählt die Weiterbildung pro Jahr. Viele davon absolvieren das 21 Monate dauernde Kontaktstudium zum Immobilienökonom.

Im April dieses Jahres erhielt die EBS Business School die Equis-Akkreditierung, mit der die European Foundation for Management Development weltweit Business-Schools auszeichnet. Aktuell strebt das Remi die Akkreditierung durch die Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) an.

Sonja Smalian

Nachgefragt: Duales Studium

Die DHBW ist in Stuttgart auf 21 Standorte verteilt.

Die DHBW ist in Stuttgart auf 21 Standorte verteilt.

Bild: DHBW Stuttgart

Karriere 21.06.2012
Zum dritten Mal ist die DHBW Stuttgart im IZ-Hochschulranking vertreten und steht erstmals auf dem Siegertreppchen. Die Hochschule bietet ein duales Bachelor-Studium BWL-Immobilienwirtschaft an ... 

Zum dritten Mal ist die DHBW Stuttgart im IZ-Hochschulranking vertreten und steht erstmals auf dem Siegertreppchen. Die Hochschule bietet ein duales Bachelor-Studium BWL-Immobilienwirtschaft an und begeistert damit nicht nur die Studenten, sondern auch immer mehr Unternehmen. Der duale Master Business-Management offeriert Real Estate Management als Vertiefungsrichtung.

Jeweils drei Monate Theorie in der Hochschule wechseln sich mit drei Monaten Praxisphase im Unternehmen ab. Das ist das Konzept des dualen Studiums, das vor mehr als 35 Jahren mit der Berufsakademie Baden-Württemberg aus der Taufe gehoben wurde. Seit 2009 trägt die Bildungsinstitution den Namen Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) und vergibt nun die akademischen Grade Bachelor und Master. Stärker als früher an der Berufsakademie stehe an der DHBW die wissenschaftliche Ausbildung im Vordergrund, sagt Studiendekan und Studiengangsleiter Prof. Dr. Hanspeter Gondring. Über alle sechs Semester des Bachelorstudiums BWL-Immobilienwirtschaft werden Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens gelehrt. Der Studiengang bietet drei Profilfächer (Immobilienfinanzierung, Facility-Management und Immobilienrecht) und ist von der Royal Institution of Chartered Surveyors akkreditiert. Sieben Professoren und etwa 30 Praktiker lehren die immobilienwirtschaftlichen Fächer. Etwa 35 junge Menschen werden pro Jahr zum Bachelorstudium zugelassen und in diesem Jahr sollen es nach Gondring bis zu 50 werden. Rund 700 Immo-Absolventen zählt die DHBW Stuttgart, die mit ihrem dualen System auch immer mehr Unternehmen überzeugt: Allein 2012 hat Gondring 23 Unternehmen als duale Partner zugelassen. Seit Herbst 2011 gibt es zudem den dualen Master in Business Management Banking & Finance, der eine Vertiefung in Real Estate Management umfasst. Künftig kann über die Kooperation mit einer anderen Hochschule ein MBA erworben werden.

Sonja Smalian

Die neue Baulust: Was junge Leute in die Bauwirtschaft zieht

Wer sich für eine Ausbildung in der Bauwirtschaft entschieden hat, bereut die Entscheidung nur selten: 94% der befragten Azubis sind zufrieden mit iher aktuellen Berufsausbildung.

Wer sich für eine Ausbildung in der Bauwirtschaft entschieden hat, bereut die Entscheidung nur selten: 94% der befragten Azubis sind zufrieden mit iher aktuellen Berufsausbildung.

Bild: BilderBox.com

Karriere 20.06.2012
Die Bauwirtschaft ist besonders vom Fachkräftemangel betroffen. 44% der Unternehmen sehen dadurch bereits ihre wirtschaftliche Entwicklung gefährdet, wie die DIHK-Arbeitsmarktumfrage 2011 ... 

Die Bauwirtschaft ist besonders vom Fachkräftemangel betroffen. 44% der Unternehmen sehen dadurch bereits ihre wirtschaftliche Entwicklung gefährdet, wie die DIHK-Arbeitsmarktumfrage 2011 zeigte. Auf den Fachkräfteengpass reagieren die Bauunternehmen durch verstärkte Ausbildung. Um mehr Interesse für die Branche beim Nachwuchs zu wecken, wurden nun junge Berufseinsteiger befragt, was sie an der Baubranche reizt.

Die Studie gibt Grund zur Freude: Wer sich für eine Ausbildung in der Bauwirtschaft entscheidet, verspürt Baulust. "Spaß an einem Bauberuf" geben 63% der Befragten als sehr wichtigen Grund für ihre Ausbildungswahl an und ebenso viele, dass sie das Erlernte auch privat anwenden möchten. Offenbar werkeln sie auch in ihrer Freizeit gerne. Die guten Berufsperspektiven waren erst an dritter Stelle von 46% der Befragten als sehr wichtiges Auswahlkriterium erwähnt. Die Motivation der Bau-Azubis ist hoch und die Entscheidung für die Bauwirtschaft fällt offenbar aufgrund von persönlichen Interessen und Neigungen.

Zu ihrer Berufsausbildung und ihren Karriereplänen hatten Soka-Bau und das F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen rund 5.800 Berufseinsteiger aus der Bauwirtschaft befragt. Dazu zählten rund 900 Azubis, 1.900 Jung-Gesellen (Bauprofis) sowie 3.000 ehemalige Bauprofis, die eine Berufsausbildung am Bau abgeschlossen oder aber vorzeitig abgebrochen hatten.

Wer seine Ausbildung in der Bauwirtschaft begonnen hat, zeigt sich zufrieden mit seiner Wahl (94 Prozent). Ein Viertel der Befragten ist sogar sehr zufrieden (25 Prozent). Die Ausbildungsbetriebe machen ihren Job in den Augen der Azubis gut: 90 Prozent sind mit ihrem Betrieb zufrieden. Dennoch passt es nicht immer und so mancher Bau-Azubi bricht die Ausbildung ab. Wie hoch diese Zahl ist, wird nicht erwähnt. Jeder zweite Abbrecher führt den Ausbildungsbetrieb als Grund an. Arbeitsklima, hohe Arbeitsbelastung und das Verhältnis zu Vorgesetzten und Kollegen trübten ebenfalls häufig die Stimmung.

Ein Drittel der Aussteiger würde wieder am Bau arbeiten

Wer aus der Bauwirtschaft aussteigt, tut das nicht selten, um sich weiterzuqualifizieren (41 Prozent). Aber auch Arbeitslosigkeit (30 Prozent), Unzufriedenheit mit dem Job (22 Prozent) und gesundheitliche Gründe (22 Prozent) veranlassen zum Wechsel. Dennoch könnte sich fast jeder dritte Ex-Bauprofi (32 Prozent) mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung vorstellen, wieder in die Bauwirtschaft zurückzukehren.

Auch der junge Nachwuchs ist sehr an Weiterqualifizierung interessiert: 60 Prozent der Azubis, die sich in den nächsten zehn Jahren weiterqualifizieren möchten, würden gern die Meisterprüfung ablegen. Hoch im Kurs steht auch die Qualifizierung zum Polier (39 Prozent). Knapp jeder Dritte könnte sich vorstellen, ein Studium aufzunehmen.

"Das Vorurteil, die Berufswahlentscheidung für einen der Bauberufe sei oft nur zweite oder dritte Wahl, ist durch die Studie eindrucksvoll widerlegt worden. Fast alle befragten Jugendlichen haben sich mit ihrer Berufsausbildung am Bau zufrieden gezeigt und die Attraktivität der Ausbildungsberufe sowie die Qualität der betrieblichen und überbetrieblichen Ausbildung hervorgehoben", sagt Frank Dupré, Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes. Die Aussagen der jungen Menschen, die vor einer Berufswahlentscheidung stehen oder sich bereits für einen Bauberuf entschieden haben, "seien damit deutlich positiver als die allgemeinen Ansichten". Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sieht Dupré als wichtige Aufgabe, an einer Imageverbesserung der Deutschen Bauwirtschaft zu arbeiten.

Dietmar Schäfers, stellvertretender Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, legt einen anderen Schwerpunkt: "Die Studie belegt eindrucksvoll, dass gute Berufsperspektiven einen wesentlichen Faktor für eine Ausbildung am Bau darstellen. Es geht aber nicht nur darum, junge Menschen für den Bau zu gewinnen, sondern sie auch als qualifizierte Facharbeiter in einem attraktiven Baugewerbe zu halten. Zur Attraktivität gehört unter anderem ein durchgängiges System der Fort- und Weiterbildung nach der Berufsausbildung, Arbeitssicherheit, gutes Einkommen sowie eine ausreichende Altersabsicherung wie etwa eine zusätzliche berufsspezifische Rentenzahlung."

Die Studie "Ausbildung als Zukunft der Bauwirtschaft" umfasst 32 Seiten und kostet 75 Euro (ISBN: 978-3-89981-637-2).

Sonja Smalian

Visitenkartentausch im Sieben-Minuten-Takt

Munteres Visitenkartentauschen beim Speeddating im Frankfurter Ebbelwei-Expreß: Axel Schilder, Thomas Greving, Gastgeber Marcus Hübner Christopher Hütewohl (v.l.n.r.).

Munteres Visitenkartentauschen beim Speeddating im Frankfurter Ebbelwei-Expreß: Axel Schilder, Thomas Greving, Gastgeber Marcus Hübner Christopher Hütewohl (v.l.n.r.).

Bild: sma

Karriere 07.06.2012
Ebbelwei, Bretzeln, Wasser und Visitenkarten, das waren die Zutaten für das erste Immobilien-Speed-Dating der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft in Frankfurt am Main. Gemeinsam mit dem zweiten ... 

Ebbelwei, Bretzeln, Wasser und Visitenkarten, das waren die Zutaten für das erste Immobilien-Speed-Dating der ADI Akademie der Immobilienwirtschaft in Frankfurt am Main. Gemeinsam mit dem zweiten Gastgeber ENA Experts hatten sie rund 40 Immobilienprofis in den Ebbelwei-Expreß geladen. Während der rund zweieinhalbstündigen Fahrt quer durch Frankfurt sollten sie alle sieben Minuten ihren Gesprächspartner wechseln, um möglichst viele Teilnehmer kennenzulernen. Das ungewöhnliche Networking-Event hatte sogar Gäste aus Köln und Düsseldorf an den Main gelockt.

Um pünktliches Erscheinen war gebeten worden, denn um 18:20 Uhr sollte es am Willy-Brandt-Platz zwischen Kunst (Schauspielhaus) und Kommerz (EZB) losgehen. Als der bunte Ebbelwei-Expreß dann an die Haltestelle zuckelte, mussten die rund 40 Immobilienprofis schnell einsteigen, denn der Zug darf den offiziellen Fahrplan des Nahverkehrs nicht stören. Wer zu spät kam, blieb zurück.

Doch wer an Bord war, der verlor keine Zeit. Noch bevor sich die drei Wagen in Bewegung setzen konnten und das offizielle Startsignal fiel, hielten die ersten schon fremde Visitenkarten in den Händen. Gegen das Quietschen der alten Waggons wurde sofort drauflos geredet. Von Bewertungsthemen über Stadtentwicklung bis zu Personal- und Führungsfragen war alles dabei. Berührungsängste? Fehlanzeige! Wer nach sieben Minuten seinen Gesprächspartner noch nicht gehen lassen wollte, der setzte einen Wechsel aus. Zweiergruppen wurden kurzerhand auf fünf Mitglieder erweitert, um dann genauso einfach wieder zum geplanten Rhythmus zurückzukehren.

Nach einem erfolgreichen Start der Speed-Dating-Reihe in München hatte die ADI gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner ENA Experts dieses Mal nach Frankfurt geladen. Ziel sei es gewesen, Studenten, Alumni und Dozenten besser zu vernetzen - und zwar ungezwungen über alle Hierarchieebenen hinweg, sagt ADI-Geschäftsführer Marcus Hübner. Denn neben den Lehrinhalten, dem Abschluss und der RICS-Akkreditierung sei das Netzwerk ein wichtiger Aspekt der Studenten bei der Studienwahl. Die zweite Gastgeberin, Brigitte Adam, geschäftsführende Gesellschafterin von ENA Experts, ist nicht nur selbst ADI-Absolventin, sondern gibt ihr Wissen inzwischen auch als Dozentin an die nächsten Jahrgänge weiter.

Mit an Bord war auch ADI-Dozent Axel Schilder, Partner der Kanzlei King & Spalding. Ihn hatte das ungewöhnliche Konzept neugierig gemacht. Wie bei wohl allen Teilnehmern war es sein erstes Speeddating. Doch es hat ihn überzeugt. "Was in der kurzen Zeit an Inhalten transportiert wurde - grandios!", so das Fazit des Steuerrechtlers. 17 Visitenkarten nahm er mit nach Hause.

Angetan von dem Format war auch Matthias Bentz von der Deka Immobilien. Er erfuhr bei einem "Date" etwas über die Architektur in Hollywood und tauschte sich mit anderen auch über Hobbys aus. Der ADI-Absolvent, der mit seinen 29 Jahren einer der jüngeren Teilnehmer war, zählte am Abend 14 Visitenkarten und hatte zudem ein paar bekannte Gesichter wiedergetroffen. "Bei einem Dinner hätte ich wahrscheinlich nur mit drei bis vier Leuten Kontakt geknüpft", sagt Bentz.

Aus Düsseldorf war Marcel Köhler zum Netzwerken gekommen. Der Geschäftsführer von Weritas Immobilienbewertung & Consulting hatte am nächsten Morgen schon die ersten Kontakte bei Xing.com angemailt. Mit dem einen oder anderen hat er sich locker auf einen Kaffee in Düsseldorf verabredet. Wie intensiv gesprochen wurde, formuliert einer der Teilnehmer bei der Einfahrt in die Endhaltestelle so: "Jetzt sind wir an den Projekten vorbeigefahren und haben gar nichts davon gesehen."

Das nächste Immobilien-Speed-Dating findet am 20. Juni 2012 auf dem Stuttgarter Fernsehturm statt. Nähere Informationen sind per E-Mail erhältlich (alumni@adi-akademie).

Sonja Smalian

Weiterbildung zur Barrierefreiheit aufgelegt

Karriere 07.06.2012

Die Möglichmacher starten ihre Headis-Tour 2012

Karriere 07.06.2012

Wer Frauen fördert, erhält mehr Geld

Hand in Hand mit den Männern funktioniert die Frauenförderung bei Vinci
Facilities Deutschland, zu der Gruppe gehört auch SKE. Personalleiterin
Sylvia Schröpl (rechts) kann für die Finanzierung ihrer Maßnahmen auf
Gelder aus dem Europäischen Sozialfonds z

Hand in Hand mit den Männern funktioniert die Frauenförderung bei Vinci Facilities Deutschland, zu der Gruppe gehört auch SKE. Personalleiterin Sylvia Schröpl (rechts) kann für die Finanzierung ihrer Maßnahmen auf Gelder aus dem Europäischen Sozialfonds z

Bild: IZ

Karriere 31.05.2012
Wenn Unternehmen auch Frauen in Führungspositionen haben möchten, müssen sie erfinderisch sein. Weil es immer noch an weiblichen Vorbildern mangelt, können sich viele Frauen eine ... 

Wenn Unternehmen auch Frauen in Führungspositionen haben möchten, müssen sie erfinderisch sein. Weil es immer noch an weiblichen Vorbildern mangelt, können sich viele Frauen eine Führungsrolle nicht vorstellen. Dabei sind nicht nur der drohende Fachkräftemangel, sondern auch Wettbewerbsvorteile gute Argumente für mehr Vielfalt in den Führungsetagen. Bei Vinci Deutschland, einem Unternehmen des Bauhaupt- und -nebengewerbes, werden die alten Strukturen mit einem neuen Personalentwicklungssystem aufgebrochen. Preisgekrönt vom Konzern und gefördert durch den Europäischen Sozialfonds, zeigt es bereits Ergebnisse. Was sich ändern musste, damit die erste Geschäftsführerin berufen werden konnte, erläutert Sylvia Schröpl, Personalleiterin von Vinci Facilities Deutschland, die das Projekt initiiert hat.

Immobilien Zeitung: Frau Schröpl, für Frauenförderung werden bei Ihnen die Männer belohnt. Ein ungewöhnlicher Ansatz, was steckt dahinter?

Sylvia Schröpl: Wir wollten die Arbeitsbedingungen in unserer Unternehmensgruppe so verändern, dass auch Frauen Führungspositionen übernehmen können. Obwohl von den rund 1.800 Mitarbeitern von Vinci Deutschland etwa 20% Frauen sind, ist die Führungsriege fast ausschließlich männlich. Um an diesen Strukturen etwas zu ändern, mussten wir die Männer für die Maßnahmen zur Frauenförderung gewinnen.

IZ: Wie ist Ihnen das gelungen?

Schröpl: Ganz einfach über Geld und Status. Wenn Geschäftsführer in ihrem Bereich Maßnahmen zur Frauenförderung erfolgreich umsetzen, erhalten sie keinen Abzug. Im nächsten Schritt verfeinern wir die Vergütungsregelung, dann wird es Boni für das Engagement geben.

IZ: Und das funktioniert?

Schröpl: Ja, inzwischen ist schon fast ein kleiner Wettstreit ausgebrochen, wer sich mehr um seine Damen bemüht. Und wir haben seit Jahresanfang auch die erste Geschäftsführerin. Das wäre vor ein, zwei Jahren noch undenkbar gewesen.

IZ: Wie finanzieren Sie dieses System?

Schröpl: Wir erhalten über drei Jahre mehrere hunderttausend Euro Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds. Das ist eine große Summe Geld und dadurch wurde das Thema Frauen in Führungspositionen plötzlich auch für die Männer interessant. Denn über diesen großen monetären Hebel erhielt das Thema einen Status und eine Wichtigkeit, die es vorher nicht hatte. Das hat der Initiative einen richtigen Push gegeben. Zudem steht die Geschäftsführung hinter dem Programm und als einzige deutsche Gesellschaft wurden wir 2011 dafür mit dem Innovationspreis des weltweiten Vinci-Konzerns ausgezeichnet.

Für insgesamt 30 verschiedene Maßnahmen gibt's Boni

IZ: Welche Maßnahmen bringen denn Boni?

Schröpl: Wir haben die qualitativen Ziele der Frauenförderung auf quantitativ messbare Ziele heruntergebrochen und insgesamt 30 Einzelmaßnahmen quantifiziert, die mit einem bestimmten Wert hinterlegt sind. Dazu zählen die Organisation eines Girls' Day oder ein Unternehmenstag für Berufsschülerinnen.

IZ: Das bezieht sich auf die Rekrutierung. Was machen Sie für Frauen, die bereits im Unternehmen sind?

Schröpl: Da unterstützen wir Maßnahmen, die Frauen motivieren, in Führungspositionen zu gehen oder zu bleiben, auch wenn sie eine Familie gründen. Das ist uns nun zum ersten Mal mit einer stellvertretenden Niederlassungsleiterin gelungen. Trotz einjähriger Babypause bleibt sie ohne Karriereknick und Unterbrechung auf dieser Position. Sie nimmt am wöchentlichen Jour fixe mit dem Kunden teil, der zwei Stunden dauert, und bleibt über alle Entscheidungsprozesse informiert. Alles läuft weiter über ihren E-Mail-Account. Sie muss sich jedoch nur einklinken, wenn sie es will. Führung in Teilzeit ist möglich und sollte Routine werden. Wir können vorleben, dass es geht!

IZ: Haben Sie auch über den Einsatz einer Frauenquote nachgedacht?

Schröpl: Ja. Ich war früher bei den amerikanischen Streitkräften beschäftigt und dort war die Quote gelebte Normalität. Schnelle Veränderungen können nur über die Quote erreicht werden. Doch dieser Begriff ist inzwischen so negativ behaftet, dass allein aufgrund dieser Tatsache damit nichts mehr bewegt werden kann.

IZ: Weil die Männer sich benachteiligt fühlen?

Schröpl: Ja, und die Frauen auch. Als wir mit unserem Programm zur Frauenförderung begannen, haben wir verschiedene Maßnahmen zunächst nur für Frauen entwickelt und sie erst nach einem Jahr auch den Männern zur Verfügung gestellt, z.B. im Gesundheitsmanagement. Damit haben wir uns viel Antipathie eingehandelt. Deswegen würde ich diesen Ansatz heute auch nicht mehr wählen. Nun zielen unsere Maßnahmen gleichermaßen auf die Verbesserung der Lage für Männer und Frauen, allerdings haben beide unterschiedliche Bedürfnisse. Für Frauen bieten wir Selbstmarketingkurse und für Männer Sensibilisierungskurse an. Wir wollen erreichen, dass beide Geschlechter die Verhaltensweisen des anderen besser verstehen und Frauen leichter aufsteigen können. Denn das bringt dem Unternehmen auch wirtschaftliche Vorteile.

Wettbewerbsvorteile mit Frauen in Führungspositionen

IZ: Inwiefern?

Schröpl: Unternehmen, in denen auch Frauen Führungspositionen bekleiden, sind wirtschaftlich erfolgreicher, wie Studien nachgewiesen haben. Auch der Fachkräftemangel erlaubt es nicht, weiterhin gut ausgebildete Mitarbeiter aufgrund von Familienplanung dauerhaft zu verlieren. Ganz konkret profitiert das Unternehmen aber bereits jetzt von dem Programm. Bei Ausschreibungen von PPP-Projekten konnten wir uns dadurch bereits Vorteile sichern, denn solche Initiativen wurden in der Ausschreibung berücksichtigt. Das ist ein Marktvorteil, der relativ einfach zu erreichen ist, und im europäischen Ausland übrigens oft schon als Standard vorausgesetzt wird. Deutschland hinkt im europäischen Kontext bereits deutlich hinterher. Sie sehen, ich kann also nicht noch fünf Jahre warten.

IZ: Frau Schröpl, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sonja Smalian.

Sonja Smalian