Karriere-News

96.583 Euro kriegen Schweizer Ingenieure und Architekten

Architekten und Ingenieure in der Schweiz erhalten im Baugewerbe je nach Position Gehälter von im Schnitt knapp 70.000 Euro bis rund 100.000 Euro.

Architekten und Ingenieure in der Schweiz erhalten im Baugewerbe je nach Position Gehälter von im Schnitt knapp 70.000 Euro bis rund 100.000 Euro.

Bild: Fotolia.de/Markus Bormann

Karriere 14.09.2012
Schweizer Architekten und Ingenieure können sich freuen: 1,7% mehr haben sie in diesem Jahr in der Lohntüte als noch im Vorjahr. Damit erhalten sie im Schnitt 96.583 Euro (Median). Trotz ... 

Schweizer Architekten und Ingenieure können sich freuen: 1,7% mehr haben sie in diesem Jahr in der Lohntüte als noch im Vorjahr. Damit erhalten sie im Schnitt 96.583 Euro (Median). Trotz des leichten Lohnzuwachses blieb bei 40 % der Ingenieure und Architekten in diesem Jahr die Vergütung unverändert. Das zeigt die aktuelle Vergütungsstudie des Berufsverband Swiss Engineering, an der knapp 3.700 Ingenieure und Architekten von März bis Mai dieses Jahres teilnahmen.

Am höchsten fielen die Lohnzuwächse mit einem Plus von 2,8% in Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten aus, am niedrigsten (0,9%) in Großunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Dennoch zahlen große Unternehmen mit 100.700 Euro im Schnitt höhere Gehälter als in kleinen Unternehmen (10-49 Beschäftigte), die rund 93.300 aufrufen (Median).

Die größten Gehaltsunterschiede sind jedoch durch die unterschiedlichen Positionen zu beobachten. Im Baugewerbe reichen die Gehälter für einen Mitarbeiter ohne Führungsfunktion von etwa 69.000 Euro über Spezialisten mit Führungsfunktion mit ca. 85.000 Euro bis zum Geschäftsführer/Inhaber mit gut 100.000 Euro.

Gute Chancen für Studienabgänger

In Deutschland hingegen gibt es im Baugewerbe und in Ingenieur- und Planungsbüros für Sachbearbeiter im Schnitt 39.780 Euro bzw. 39.000 Euro. Projektingenieure bringen es auf 43.750 Euro im Baugewerbe und in Ingenieur- und Planungsbüros auf 42.000 Euro. Hingegen werden Projektmanager im Baugewerbe mit 53.140 Euro und in Ingenieur- und Planungsbüros mit 52.100 Euro vergütet, wie die Studie „Gehälter für Ingenieure 2011 des VDI Verlags zeigt. Daten für Geschäftsführer führt die Untersuchung nicht auf. Dennoch zeigt der Vergleich überdeutlich, dass die Gehälter in der Schweiz die in Deutschland überflügeln.

Berufseinsteiger in der Schweiz haben kaum Schwierigkeiten beim Einstieg in Ingenieur- und Architekturberufe: Bereits 61% der Befragten hatten einen Monat nach Studienabschluss einen passenden Job gefunden. Nach einem halben Jahr waren mehr als 90% in Lohn und Brot. Dass es sich bei der Wahl des ersten Arbeitgebers offenbar nicht um einen Notnagel handelte, zeigt eine Wechselrate von 18% innerhalb der ersten beiden Jahre.

Schweizer Berufseinsteiger verdienen 65% mehr als deutsche

Mit einem stolzen Anfangslohn von etwa 66.400 Euro können Berufseinsteiger nach dem Studium rechnen. Allerdings liegen die Gehälter für den Bau- und Planungsnachwuchs darunter: In der Baubranche gibt es im Schnitt 6.000 Euro weniger, und zwar etwa 60.300 Euro. Das entspricht auch dem Einstiegsgehalt eines Bauingenieurs. Absolventen der Architekturstudiengänge erhalten mit 59.400 Euro etwas weniger.

Damit liegen die Schweizer Einstiegsgehälter deutlich über den Offerten in Deutschland, wo junge Ingenieure im Schnitt 36.600 Euro im Baugewerbe erhalten. In Ingenieur- und Planungsbüros liegen sie mit 37.344 Euro etwas höher. Das zeigt die Untersuchung Einstiegsgehälter für Ingenieure 2011 des VDI Verlags. Die Schweizer Berufseinsteiger erwarten überwiegend die aufgerufenen Gehaltsangebote: Jeder fünfte hatte Einstiegsgehälter bis knapp 62.000 Euro erwartet, 28% wollen jedoch mehr in der Lohntüte, zwar bis zu 66.000 Euro.

Sonja Smalian

Gute Ausbildung ausgezeichnet

Karriere 13.09.2012
Das Berliner Wohnungsunternehmen Gewobag und der Dienstleister für Kälte- und Klimatechnik Benndorf und Hildebrand wurden beim Wettbewerb zum Reinickendorfer Ausbildungsbuddy 2012 als ... 

Das Berliner Wohnungsunternehmen Gewobag und der Dienstleister für Kälte- und Klimatechnik Benndorf und Hildebrand wurden beim Wettbewerb zum Reinickendorfer Ausbildungsbuddy 2012 als ausbildungsfreundliches Unternehmen ausgezeichnet.

Wo wird der Nachwuchs gut ausgebildet? Hilfestellung und Orientierung bei diesen schwierigen Fragen versuchen zunehmend Wettbewerbe auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene zu geben. Beim Reinickendorfer Ausbildungsbuddy 2012 wurden nun die Unternehmen ausgezeichnet, die sich über das normale Maß hinaus für Ausbildung einsetzen. Auf dem Treppchen landeten auch zwei Vertreter der Immobilienwirtschaft: das Wohnungsunternehmen Gewobag und der Kälte- und Klimatechniker Benndorf und Hildebrand.

Gewobag sicherte sich mit seinem projektorientierten Ausbildungsansatz den ersten Platz. Der Nachwuchs darf bereits im ersten Lehrjahr mit einem eigenen Budget eine Wohnung renovieren (siehe Artikel "Fünf Wohnungen, fünf Azubis - und 100.000 Euro", IZ 39-40/11). Im dritten Lehrjahr bereiten die Azubis die Hauptversammlung mit vor. Derzeit bildet Gewobag 26 junge Menschen aus und setzt sich besonders dafür ein, Menschen mit Migrationshintergrund für die Ausbildung zu gewinnen. Im vergangenen Jahr wurde das Unternehmen bereits vom Arbeitgeberverband der Deutschen Immobilienwirtschaft zum vorbildlichen Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet.

Mit dem dritten Platz beim Reinickendorfer Ausbildungsbuddy 2012 wurde die Firma Benndorf und Hildebrand geehrt. Die Jury überzeugte der Ansatz aus internen Schulungen, offener Gesprächskultur und familiärer Atmosphäre. Insgesamt hatten sich 15 Unternehmen an dem Wettbewerb beteiligt, der in Zusammenarbeit mit der Initiative Ausbildungsplatz-Paten ausgelobt worden war. Die Schirmherrschaft hat der Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Gesundheit und Bürgerdienste, Uwe Brockhausen, übernommen.

TIPP

Sie haben gerade Ihre Ausbildung, ein (duales) Studium, einen Auslandsaufenthalt oder eine Zusatzausbildung absolviert? Dann lassen Sie andere an Ihren Erfahrungen teilhaben und gewinnen Sie bis zu 500 Euro! Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2012. Info: www.myausbildungplus.de

Sonja Smalian

Arbeitsunfälle - keine Kollateralschäden!

Am 5. September dieses Jahres ruhte die Arbeit bei allen
Ländergesellschaften von NCC für einige Stunden. Alle Mitarbeiter, auf den Baustellen und in den Büros, diskutierten beim zweiten Awareness Day, wie Arbeitsunfälle verhindert werden können.

Am 5. September dieses Jahres ruhte die Arbeit bei allen Ländergesellschaften von NCC für einige Stunden. Alle Mitarbeiter, auf den Baustellen und in den Büros, diskutierten beim zweiten Awareness Day, wie Arbeitsunfälle verhindert werden können.

Bild: NC

Karriere 13.09.2012
Die Zahl der Arbeitsunfälle sinkt seit Jahren. Doch jeder Unfall, jeder verletzte oder sogar tödlich verunglückte Mitarbeiter sei einer zu viel, sagt Nils Olov Boback, Geschäftsführer von NCC ... 

Die Zahl der Arbeitsunfälle sinkt seit Jahren. Doch jeder Unfall, jeder verletzte oder sogar tödlich verunglückte Mitarbeiter sei einer zu viel, sagt Nils Olov Boback, Geschäftsführer von NCC Deutschland. Der Konzern hat gerade seinen zweiten Awareness Day veranstaltet, um mit den Beschäftigten Maßnahmen zur Arbeitssicherheit zu diskutieren und zu entwickeln.

Mit einer Schweigeminute begann für alle 17.500 Mitarbeiter des NCC-Konzerns der zweite Awareness Day zum Thema Arbeitssicherheit. Auch die rund 650 Mitarbeiter in Deutschland ließen um neun Uhr ihre Arbeit ruhen - und gedachten ihrer drei in den vergangenen zwölf Monaten tödlich verunglückten Kollegen. Mehrere Stunden diskutierten die Mitarbeiter Ansätze, um die Arbeit sicherer zu machen. Schwerpunktthemen waren in diesem Jahr die Sicherheitskultur, Arbeiten in der Höhe, Kranarbeiten und Arbeiten in verkehrsreicher Umgebung.

Während es auf den Baustellen u.a. darum ging, wie Stürze verhindert werden können, diskutierten die rund 500 Bürokräfte in Deutschland über die richtige Beleuchtung, die Vermeidung von Stolperfallen durch Kabel sowie eine gesundheitsgerechte Gestaltung der Arbeitsplätze.

Veränderung der Unternehmenskultur

Boback geht es vor allem um eine Veränderung der Wahrnehmung. Er kritisiert, dass das Denken beim Thema Arbeitssicherheit vor allem von den Vorgaben der Berufsgenossenschaft geprägt sei. Doch Arbeitssicherheit sei viel mehr, als nur durch Kontrollen aufgedeckte Missstände abzustellen. Er will eine neue Kultur des Hinsehens einführen. Jeder Mitarbeiter soll auf der Baustelle genau hingucken, wo es Missstände gibt, und diese beseitigen. 2011 verzeichnete das Unternehmen zwölf Unfälle, in den ersten acht Monaten dieses Jahres nur sieben. Als Unfälle zählt NCC dabei all jene Zwischenfälle, die zu einem Krankheitsausfall am nächsten Tag führen. Diese Zahl konnte reduziert werden: 8,08 Ausfalltage je Mitarbeiter gab es bis Ende August 2011. Diese Zahl reduzierte sich auf 7,75 Ausfalltage zum 31. August dieses Jahres. Dabei zählt das Unternehmen jeden Ausfalltag, und nicht wie wohl manch anderes Unternehmen erst ab dem vierten Ausfalltag.

"Jeder schwere Unfall ist sehr bedauernswert und wird nicht akzeptiert", sagt Boback. Sobald etwas passiert, werde er sofort benachrichtigt. Dass Arbeitsunfälle keine hinnehmbaren Kollateralschäden eines Projekts sind, macht er sehr deutlich: Arbeitssicherheit gehe vor Gewinn und vor Termintreue, betont Boback. Gerade beim letzten Punkt sieht er auch die anderen Marktteilnehmer in der Pflicht und möchte diese nicht zuletzt mit dem Awareness Day aufrütteln. Weder dem Architekten noch dem Mitarbeiter im Büro einer Bank, der die Projektfinanzierung sicherstellt, weit weg von der Baustelle, dürften die Arbeitssicherheit und Unversehrtheit der Arbeiter gleichgültig sein. Auch von ihnen erwartet er, dass sie sich Gedanken über den Prozess zur Erstellung ihres Projekts machen. Um das Thema Arbeitssicherheit auch stärker in die Öffentlichkeit zu tragen, hat NCC verschiedene Politiker zum Awareness Day eingeladen - vergeblich.

Vielleicht liegt das auch daran, dass die Zahl der Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr um mehr als 1.000 auf 116.689 Unfälle gesunken ist. Im Zehn-Jahres-Vergleich haben sich die Unfallzahlen sogar um 36% (ca. 65.000) verringert, wie Untersuchungen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) zeigen. Zudem verunglücken auch immer weniger Menschen tödlich bei Arbeitsunfällen (2011: 99; 2010: 103).

Stürze zählen zu den häufigsten Unfallursachen

Die Auswertung der Unfälle durch die BG BAU zeigt, dass Beschäftigte insbesondere durch Abstürze von hochgelegenen Arbeitsplätzen gefährdet seien, dazu zählen Durchstürze sowie Abstürze von Dächern oder Gerüsten. Zudem gebe es zahlreiche Unfälle durch Baumaschinen. Die Berufsgenossenschaft spricht sich denn auch für regelmäßige Baustellenbesichtigungen durch Aufsichtspersonen der BG BAU aus. So gebe es z.B. finanzielle Unterstützung bei der Nachrüstung schwerer Baumaschinen mit Kamera-Monitor-Systemen.

Auch NCC hat sich Maßnahmen überlegt, um die Arbeitsabläufe anders zu organisieren. Wenn es zu hektisch wird, kann auf der Baustelle ein "Timeout" wie beim Basketball eingefordert werden. Dann wird die Arbeit unterbrochen und die Sicherheitslage noch einmal geprüft. Zudem sind ab Anfang 2013 die Leiter der verschiedenen Leitungsebenen verpflichtet, mindestens zwei Begehungen pro Jahr zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz durchzuführen. "NCC hat eine Null-Unfälle-Vision. Jeder Mitarbeiter soll jeden Tag gesund nach Hause kommen", sagt Boback. Aus diesem Grund hat NCC sogar die Abschaffung von Leitern diskutiert.

Sonja Smalian

You is now wird fortgesetzt

Karriere 06.09.2012
ImmobilienScout24 setzt sein 2010 entwickeltes Innovationsförderprogramm You is now fort. Vom 21. bis 23. September veranstaltet das Unternehmen ein Startup-Weekend in Berlin, wo sich der ... 

ImmobilienScout24 setzt sein 2010 entwickeltes Innovationsförderprogramm You is now fort. Vom 21. bis 23. September veranstaltet das Unternehmen ein Startup-Weekend in Berlin, wo sich der Nachwuchs für eine Aufnahme in das Förderprogramm You is now empfehlen kann.

Das Motto in diesem Jahr heißt "Rethinking real estate marketplaces". Der Wettbewerb richtet sich u.a. an Kreative, Gründungsinteressierte sowie Entwickler, Designer und Wirtschaftswissenschaftler, die an einem "Social, Mobile oder Local Product aus den Bereichen Immobilien, Leben, Wohnen und Internet arbeiten wollen", heißt es. Gemeinsam in Teams müssen die Teilnehmer innerhalb von 54 Stunden ein Geschäftsmodell entwickeln, einen Prototyp erstellen und ihre Ergebnisse vor einer Jury präsentieren. Unterstützung erhalten sie dabei von Mentoren.

Die Gewinner des Start-up-Weekends werden für drei Monate in das Förderprogramm You is now aufgenommen, wo sie weiter an ihrem Projekt in Begleitung von Mentoren arbeiten können. Während dieser Zeit wird ihnen ein Arbeitsplatz gestellt und eine Grundvergütung gezahlt.

Nach drei Monaten wird über eine weitere Unterstützung der Projekte durch den Inkubator You is now entschieden. Das Programm wurde im Herbst 2010 erstmals aufgelegt. Die Vorstellung der Arbeitsergebnisse des Start-up-Wochenendes und die Preisverleihung finden am 23. September 2012 um 18 Uhr statt und sind öffentlich.

Weitere Informationen: http://weekend. youisnow.de; Teilnehmertickets kosten 99 Euro.

Sonja Smalian

Dabei sein ist (vorerst) alles

Besonders ganz große Unternehmen und sehr kleine nutzen die sozialen Medien und die Business-Netzwerke fürs Recruiting. Die meisten Einstellungen werden jedoch über Online-Jobbörsen realisiert.

Besonders ganz große Unternehmen und sehr kleine nutzen die sozialen Medien und die Business-Netzwerke fürs Recruiting. Die meisten Einstellungen werden jedoch über Online-Jobbörsen realisiert.

Bild: BilderBox.com

Karriere 06.09.2012
"Bin ich schon drin?", fragte Boris Becker 1999 im Werbespot des Internetproviders AOL. Dreizehn Jahre später muss die Frage etwas differenzierter gestellt werden: "Wo bin ich überall drin?" ... 

"Bin ich schon drin?", fragte Boris Becker 1999 im Werbespot des Internetproviders AOL. Dreizehn Jahre später muss die Frage etwas differenzierter gestellt werden: "Wo bin ich überall drin?" Social Media und Business-Netzwerke wie Facebook, Xing, LinkedIn haben längst Einzug in die Berufswelt gehalten. Auch Personaler tummeln sich dort. Für sie gilt bislang überwiegend die Losung, "Hauptsache, dabei sein". Erfolgsergebnisse werden noch nicht zwingend erwartet, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Personaler müssen da sein, wo ihre Zielgruppe ist. Und die Zielgruppe ist im Netz, oder genauer, in den sozialen Netzwerken aktiv. 45% der insgesamt 716 teilnehmenden Studenten immobilienwirtschaftlicher Fächer an der diesjährigen IZ-Umfrage zur Joboffensive haben ein Xing-Profil - und zwar zu Bewerbungszwecken. Auch um privat in Verbindung zu bleiben, nutzen 15% diese Plattform.

Doch während Personalberater schon recht früh diese quasi öffentlichen Namenslisten für ihre Arbeit genutzt haben, waren die Personalverantwortlichen in Unternehmen zunächst zurückhaltender. Inzwischen gehört es jedoch zu dem Kanon der Recruiting-Wege mit dazu. Von den 86 befragten Immobilienunternehmen bei der diesjährigen Joboffensive nutzen 43% soziale Netzwerke für die Personalsuche.

Bei einer branchenübergreifenden Untersuchung belegen Social-Media-Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn bereits Platz drei, nach Online-Jobbörsen und der eigenen Karriereseite, wie der Social Media Recruiting Report 2012 des Institute for Competitive Recruiting (ICR) zeigt. An dieser Studie nahmen 527 Personalverantwortliche aus verschiedenen Branchen teil. Jedes vierte Unternehmen sucht aktiv nach neuen Mitarbeitern in den sozialen Medien. Das sind doppelt so viele wie noch 2010 (12%).

Besonders interessant sind die sozialen Medien nach der ICR-Studie für kleine Unternehmen. Diese nutzten drei Mal so häufig wie Großunternehmen das Netz für die Personalsuche. Allerdings sind sehr kleine und sehr große Unternehmen auch sehr aktiv. Bevorzugt wird Xing genutzt, vor Linked-In oder Facebook.

Doch wie sieht der Track-Record der sozialen Medien bei der Rekrutierung aus? Die meisten Einstellungen werden immer noch über die Online-Jobbörsen (ca. 34%) erreicht. Auf den Rängen zwei und drei sind die unternehmenseigenen Bewerberportale (ca. 16%) sowie Mitarbeiterempfehlungen (ca. 8%) genannt. Doch 2012 liegt Social Media auf Rang vier (ca. 7%) - mit den höchsten Zuwachsraten.

Das Fazit der ICR-Studie lautet, dass die Unternehmen sich vorerst noch in der Phase des Ausprobierens befinden, auch wenn erste Arbeitgeber bereits Erfolge erzielten. Die Präsenz der Unternehmen als Arbeitgeber in den sozialen Medien steigt, aber die Strategiesei nachrangig. Es gehe darum, die Möglichkeiten zu kennen und dabei zu sein. Dass sich Social Media Recruiting als erfolgreicher Kanal etabliert hat, prognostizieren die Studienmacher erst für den Zeitraum 2013 bis 2015.

Sonja Smalian

Keine Angst vor dem Berufseinstieg

Munteren Schrittes geht der Nachwuchs auf die Branche zu: 86% der
Studenten im Erststudium haben keine Angst vor dem Berufsanfang und
schätzen ihre Chancen auf direkten Einstieg nach dem Studium als gut bzw.
sehr gut ein.

Munteren Schrittes geht der Nachwuchs auf die Branche zu: 86% der Studenten im Erststudium haben keine Angst vor dem Berufsanfang und schätzen ihre Chancen auf direkten Einstieg nach dem Studium als gut bzw. sehr gut ein.

Bild: iStockphoto/ericsphotography

Karriere 30.08.2012
Angst vor der Zukunft haben die Studenten nicht, wie die Umfrage zur diesjährigen Joboffensive zeigt. Mit Schwierigkeiten beim Übergang in den Beruf rechnen nur 2% der Befragten im ... 

Angst vor der Zukunft haben die Studenten nicht, wie die Umfrage zur diesjährigen Joboffensive zeigt. Mit Schwierigkeiten beim Übergang in den Beruf rechnen nur 2% der Befragten im Erststudium. Und auch die Mehrheit der Studenten im Aufbaustudium erwartet eine positive Entwicklung der Karriere. Die Zuversicht der Studenten könnte auch darin begründet sein, dass die Branche für sie keine Blackbox ist, denn sie haben bereits während des Studiums zahlreiche Kontakte geknüpft - und jeder Dritte hat bereits eine feste Jobzusage in der Tasche.

Wie der Einstieg in die Arbeitswelt im Einzelfall gelingt, kann niemand vorhersagen. Doch bange machen lassen sich die Studenten immobilienwirtschaftlicher und verwandter Fächer vor diesem großen Schritt noch lange nicht. Sie blicken positiv in die Zukunft, wie die diesjährige Umfrage zur Joboffensive zeigt: 86% der 436 Studenten im Erststudium bewerten ihre Chancen auf einen direkten Einstieg in den Beruf nach dem Studium als sehr gut bzw. gut - und damit noch mehr als im Vorjahr (82%). Als eher schlecht oder schlecht sehen sie hingegen nur 2% an.

Auch die 278 Studenten im Aufbaustudium glauben an einen Karriere- bzw. Gehaltssprung nach dem Abschluss ihres jetzigen Studiums: Jeder Fünfte rechnet damit, dass sich sein Gehalt innerhalb der nächsten 24 Monate durch die Weiterbildung sehr stark verbessern wird, und 65% rechnen immerhin mit einer (leichten) Verbesserung. Fast identisch, aber um einen Prozentpunkt schwächer ausgeprägt, ist die Einschätzung der Funktionsverbesserung. Auch hier glauben die Studenten an den Erfolg ihres Aufbaustudiums. Dies könnte auch erklären, warum zwei Drittel der befragten Studenten ihr Aufbaustudium aus der eigenen Tasche bezahlen. Nur bei jedem Zehnten finanziert der Arbeitgeber die Weiterbildung vollständig und bei jedem Fünften beteiligt er sich zumindest an den Kosten.

Immo-Studenten positiver eingestellt als andere Studenten

Mit der Einschätzung zu ihrer Zukunft sind die Studenten der Immobilienwirtschaft deutlich positiver eingestellt als der bundesdeutsche Durchschnitt: "Nur" 71% von ihnen bewerten ihre Chancen für den eigenen Berufseinstieg als gut oder sehr gut, und jeder Fünfte äußert sich skeptisch, wie eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt.

Dass die Studenten der Immobilienwirtschaft keine Angst vor dem Berufseinstieg haben, dürfte auch den zahlreichen Branchenkontakten während der Studienzeit geschuldet sein: 38% der Studenten sind bereits von einem potenziellen Arbeitgeber angesprochen worden. Und zu knapp jeder fünften Nachwuchskraft haben bereits Personalberater Kontakt gesucht.

Frauen haben beim professionellen Netzwerken noch Nachholbedarf und müssen sich stärker engagieren. Denn während Unternehmen bereits auf 42% der Studenten aufmerksam geworden und auf diese zugegangen sind, berichten davon nur 34% der Studentinnen. Noch deutlicher ist der Unterschied beim Kontakt zu Personalberatern: 21% der Studenten wurden bereits angesprochen, aber nur 13% der Studentinnen.

Ein Drittel der Studenten hat bereits eine feste Jobzusage

Die positive Einschätzung ihrer beruflichen Einstiegschancen kommt nicht von ungefähr: Auffällig viele Immo-Studenten haben vor ihrem Abschluss schon eine feste Jobzusage in der Tasche, und zwar jeder Dritte (34%). Eine Zahl, die in den vergangenen Jahren erfreulich konstant geblieben ist. Als besonders erfolgreich erweisen sich auf dem Weg zum Arbeitsvertrag dabei Vereinbarungen mit dem aktuellen Arbeitgeber, z.B. bei berufsbegleitend Studierenden oder über Werkstudententätigkeiten, Praktika etc. In weiteren 9% der Fälle waren es ebenfalls die Arbeitgeber, die aktiv auf die Studenten zugekommen sind. Bei den Männern ist diese Quote mit 12% doppelt so hoch wie bei den Frauen, die hier ihren männlichen Kommilitonen hinterherhinken. Auch der Klassiker, die Bewerbung, ist nach wie vor ein erfolgversprechendes Mittel: In 9% der Fälle hat sie zum Job geführt.

Jedes zweite Unternehmen erhält zu wenige gute Bewerbungen

Und Bewerbungen kann die Wirtschaft brauchen: 42% der deutschen Unternehmen haben Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden. Damit liegen die deutschen Arbeitgeber acht Prozentpunkte über dem weltweiten Durchschnitt. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie Fachkräftemangel 2012 des Personalberatungsunternehmens ManpowerGroup.

Auch die 86 bei der Joboffensive befragten Immobilienunternehmen zeigen sich nicht zufrieden mit der Bewerbersituation: Jedes zweite Unternehmen ist unzufrieden mit der quantitativen Resonanz auf seine ausgeschriebenen Stellen. Auch bei den Initiativbewerbungen würden sich 50% der Unternehmen über mehr Bewerbungseingänge freuen, jedem zehnten sind es jedoch jetzt schon zu viele. Viel Raum, um positiv zu überzeugen, gibt es in puncto Qualität, denn 39% der eingehenden Unterlagen überzeugen nicht. Besonders unzufrieden zeigen sich die Personaler aus den beiden Segmenten Asset-Management/Vermögensverwaltung sowie Immobilienmanagement/-verwaltung. Dort fällt jede zweite Bewerbung qualitativ durch.

TIPP

Sie sind auf der Suche nach dem ersten, zweiten oder dritten Job, einem Praktikum, einer Werkstudententätigkeit oder einem praxisrelevanten Thema für die Abschlussarbeit? Auf dem IZ-Karriereforum für die Immobilienwirtschaft können Studenten, Absolventen und Young Professionals direkt Kontakte zu Personalverantwortlichen und Fachkräften von mehr als 30 Immobilienunternehmen knüpfen. Zahlreiche Unternehmenspräsentationen und ein umfangreiches Vortragsprogramm zu Karrieremöglichkeiten in der Immobilienwirtschaft ergänzen die Jobmesse. Integriert in die Job- und Karrieremesse ist der RICS-Hochschultag. Das nächste IZ-Karriereforum findet voraussichtlich am Samstag, 15. Juni 2013 in Frankfurt am Main statt. Infos zu der Veranstaltung unter www.iz-jobs.de/Karriereforum.

Sonja Smalian

Mehr Geld gibt es nicht, aber auch nicht weniger

Ist das Gehaltssäckchen in diesem Jahr genauso schwer wie das aus dem
letzten? Stimmt genau! Das durchschnittliche Einstiegsgehalt hat sich
gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Lediglich in einzelnen Segmenten
gibt es Gehaltszuwächse zu verzeichnen.

Ist das Gehaltssäckchen in diesem Jahr genauso schwer wie das aus dem letzten? Stimmt genau! Das durchschnittliche Einstiegsgehalt hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Lediglich in einzelnen Segmenten gibt es Gehaltszuwächse zu verzeichnen.

Bild: iStockphoto/mediaphotos

Karriere 30.08.2012
Mehr Geld gibt es in diesem Jahr für Berufseinsteiger in der Immobilienbranche nicht, so lautet die schlechte Nachricht für den Nachwuchs aus der diesjährigen IZ-Umfrage im Rahmen der ... 

Mehr Geld gibt es in diesem Jahr für Berufseinsteiger in der Immobilienbranche nicht, so lautet die schlechte Nachricht für den Nachwuchs aus der diesjährigen IZ-Umfrage im Rahmen der Joboffensive. Die Studenten erhalten aber auch nicht weniger, heißt die gute Nachricht. Im Schnitt sind die Gehälter also unverändert geblieben, auch wenn in bestimmten Segmenten die Unternehmen vereinzelt etwas draufgelegt haben. Obwohl die Berufseinsteiger mit einem immobilienwirtschaftlichen Abschluss nach wie vor ein echtes Pfund in den Händen halten, haben sie ihre Gehaltswünsche leicht nach unten korrigiert.

Die Gehälter für Berufseinsteiger sind gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert geblieben. Der Durchschnittswert stieg lediglich um ein Viertelprozent auf 33.831 Euro. Das entspricht einem Plus von 86 Euro - zu wenig, um in Freude auszubrechen. Damit haben sich die Gehälter nach der Krise nun auf einem niedrigeren Level konsolidiert. Das diesjährige Durchschnittsgehalt liegt nur 471 Euro über dem des Krisenjahres 2009 (33.360 Euro) und weiterhin 1.580 Euro unter dem bislang höchsten Wert aus dem Jahr 2003. Das zeigen die Ergebnisse der diesjährigen Umfrage im Rahmen der Joboffensive, an der sich 86 Immobilienunternehmen beteiligt haben. 91% von ihnen haben Angaben zu ihren Gehaltsofferten für Berufseinsteiger gemacht.

Die verschiedenen Branchensegmente rufen unterschiedliche Einstiegsvergütungen auf, die insgesamt zwischen rund 31.800 Euro und 39.500 Euro schwanken. Am wenigsten gibt es in diesem Jahr bei den Facility-Managern bzw. Gebäudetechnikern. Sie offerieren im Schnitt nur 31.804 Euro. Etwas mehr legen die Immobilienmanager und -verwalter hin und zahlen im Schnitt 32.964 Euro. Die höchsten Gehälter werden jedoch im Investment geboten: 39.540 Euro. Das zweitattraktivste Einstiegsgehalt rufen die Asset-Manager/Vermögensverwalter auf (36.964 Euro).

Ordentliche Gehaltszuwächse im Segment Entwicklung/Planung/Bau

Auch wenn sich das Durchschnittsgehalt in diesem Jahr nur unmerklich verändert hat, ein Blick auf die verschiedenen Segmente offenbart doch deutliche Veränderungen, nach oben und nach unten. So haben Projektentwickler und -steuerer, Bauunternehmen, Bauträger sowie Architektur- und Ingenieurbüros in diesem Jahr eine große Schippe Geld draufgelegt: Fast 20% mehr gibt es in diesem Jahr für Einsteiger im Schnitt; das sind 36.538 Euro. Besonders gesucht sind offenbar Bachelor-Absolventen sowie Master-/Diplom-Absolventen mit Immobilienspezialisierung. Denn ihre Gehälter wurden um 25% bzw. 21% auf 39.157 Euro bzw. 43.364 Euro angehoben.

Ein anderes Bild zeigt sich in diesem Jahr bei den Immobilien-Dienstleistern, die leicht auf die Gehaltsbremse getreten sind. Die Immobilienberater, Researcher und Gutachter haben ihre Einstiegsgehälter um knapp 3% nach unten korrigiert. Von dieser Entwicklung sind besonders die Auszubildenden sowie Bachelor-Absolventen mit Immobilienspezialisierung betroffen. Sie erhalten im Schnitt noch 26.922 Euro bzw. 34.755 Euro.

Wie auch schon in den Jahren zuvor, lassen sich in den Gehaltsofferten bestimmte Muster erkennen: Höhere akademische Abschlüsse, die im Schnitt auch mit einer längeren Ausbildungsdauer einhergehen, werden besser vergütet. Je nach Ausbildungsgrad der Berufseinsteiger liegt die Vergütung zwischen rund 27.700 Euro für eine immobilienspezifische Berufsausbildung und 39.000 Euro für einen immobilienspezifischen Masterabschluss. Unterschieden wird in der Umfrage zur Joboffensive zwischen sechs Abschlüssen: immobilienspezifische Berufsausbildung (Lehre), Abschluss an einer Berufsakademie (duales Studium), allgemeiner bzw. immobilienspezifischer Bachelor-Abschluss von einer Hochschule bzw. Universität sowie allgemeiner/s bzw. immobilienspezifischer/s Master/Diplom einer Hochschule bzw. Universität.

Je höher der Abschluss, desto mehr Geld gibt es

Die Gehaltssprünge zwischen den einzelnen Abschlussarten sind mitunter erheblich: So erhält der Absolvent einer Berufsakademie rund 13% (3.729 Euro) mehr als ein ausgebildeter Lehrling. Wer einen allgemeinen Bachelor von einer Hochschule oder Universität in der Tasche hat, bekommt im Schnitt ca. 6% mehr Einstiegsgehalt angeboten als der Absolvent einer Berufsakademie, obwohl dieser formell in den meisten Fällen auch einen Bachelor-Abschluss erworben hat. Einen Sonderfall stellen hier die ehemaligen Berufsakademien in Baden-Württemberg dar: Mit der Namensänderung in Duale Hochschule Baden-Württemberg haben sie auch den Rang einer Hochschule erworben. Im Unterschied zu Fachhochschulen bilden sie aber weiterhin nach dem dualen System aus.

Die Gehaltsdifferenz zwischen einem allgemeinen Bachelorabschluss und einem allgemeinen Masterabschluss beträgt etwa 11% (3.481 Euro). Die zwei zusätzlichen Jahre im Hörsaal werden von den Unternehmen der Immobilienwirtschaft also honoriert. Das ist jedoch branchenübergreifend nicht so. Zwei Drittel der deutschen Unternehmen nehmen diese Unterscheidung nicht vor, wie eine Studie des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft zeigt.

Über die höchsten Gehaltssteigerungen mit einem Plus von fast 4% können sich in diesem Jahr die Absolventen von Berufsakademien freuen: Sie bekommen im Schnitt 31.471 Euro. Die Einstiegsgehälter dieser Absolventengruppe hatten in den vergangenen Jahren stark geschwankt. Am zweitstärksten sind in diesem Jahr die Gehälter von Absolventen eines allgemeinen Master- oder Diplom-Studiengangs gestiegen. Sie erhalten rund 3% mehr und damit im Schnitt 36.732 Euro.

Auch wenn die diesjährigen Ergebnisse sicherlich keinen großen Grund zum Jubeln geben, sie bieten auch keinen zum Weinen. Denn ein Vergleich der Durchschnittsgehälter für die sechs verschiedenen Abschlussarten offenbart zumindest keine Gehaltsabstriche. Am wenigsten zugelegt haben die Einstiegsgehälter von Absolventen einer immobilienspezifischen Lehre (0,6%), dicht gefolgt von Absolventen eines allgemeinen Bachelor-Studiums (0,7%) wie z.B. Betriebswirtschaftslehre.

Mehr Geld gibt es für immobilienspezifisches Fachwissen

Ein echtes Pfund haben die Absolventen immobilienspezifischer Studiengänge in der Hand. Denn Immobilien-Know-how wird von den Arbeitgebern der Branche finanziell honoriert. Von diesem Trend können Bachelor-Absolventen besonders stark profitieren. Sie erhalten im Jahr für ihr fachspezifisches Wissen rund 8% (2.580 Euro) mehr Gehalt als ihre Kommilitonen mit einem allgemeinen Abschluss. Diese Differenz hat sich gegenüber dem Vorjahr um rund 380 Euro vergrößert.

Wer sein Master- oder Diplom-Studium mit Immobilienspezialisierung absolviert hat, darf sich immerhin noch über ein rund 6% höheres Einstiegsgehalt (+2.238 Euro) als Absolventen ohne Immobilienspezialisierung freuen. Nachdem in den vergangenen beiden Befragungen die Differenz kontinuierlich auf knapp 3.000 Euro gestiegen war, fällt sie nun in diesem Jahr wieder geringer aus.

Fast sieht es so aus, als hätten die Studenten die Konsolidierung der Gehaltsangebote vorhergesehen - und schon vorausschauend ihre Gehaltswünsche diesem Trend angepasst. Um 2% haben Studenten im Erststudium ihre Gehaltsvorstellungen gegenüber dem Vorjahr nach unten geschraubt, und um sogar 7% die Studenten im Aufbaustudium. Sie glauben, dass sie bei realisticher Einschätzung durchschnittlich 37.009 Euro bzw. 46.648 Euro erzielen können. Damit liegen die Studenten im Erststudium deutlich über den durchschnittlichen Gehaltsangeboten für einen immobilienspezifischen Bachelor-Abschluss.

Studentinnen wollen weniger Geld als Studenten

Wie auch schon in den Vorjahren liegen die Studentinnen weit hinter den Gehaltsvorstellungen ihrer männlichen Kommilitonen zurück, und zwar um 12% im Erststudium und um 19% im Aufbaustudium. Damit hat sich die Schere gegenüber dem Vorjahr sogar noch vergrößert (9% bzw. 18%).

Warum backen Studentinnen so viel kleinere Brötchen, dass sie bei der Frage nach dem realistisch erzielbaren Gehalt auf ganz andere Werte als die Männer kommen? Zumal die Diskussion um die Frauenquote und "Equal Pay" aktuell geführt wird. Es kann sein, dass das traditionelle Rollenbild von Frauen immer noch so tief in den Köpfen verankert sei und auch die jungen Frauen unbewusst beeinflusse, sagt Carolin Eichholz. Sie ist seit mehr als zehn Jahren als Coach in der Immobilienwirtschaft beratend tätig, und kennt Kniffe, wie die mentalen Schranken beim Bewerbungsgespräch hochgeklappt werden können (siehe "3 Fragen an Carolin Eichholz" auf dieser Seite links).

Denn eines ist klar, wer sich "billiger" verkauft - die Differenz macht immerhin im Erststudium 4.810 Euro und im Aufbaustudium 9.855 Euro aus -, ist nicht unbedingt begehrenswerter. Das kennt der mündige Konsument von seinem eigenen Einkaufsverhalten. Wer sein Wissen zu einem niedrigen Wert verkauft, schadet im Zweifelsfall nur sich selbst und kommt aus der Nummer auch nicht so schnell wieder raus. Denn so etwas merken sich Chefs - zu ihren eigenen Gunsten.

3 Fragen an Carolin Eichholz

#B2V4L#

Frau Eichholz, warum äußern Studentinnen niedrigere Gehaltswünsche als ihre männlichen Kommilitonen?

Ich vermute, dass kollektiv in unserer Gesellschaft ein niedrigerer Wert für Frauenarbeit gespeichert ist als für Männerarbeit. Es ist sozusagen das "schwerer zu vermarktende Produkt". Das traditionelle Rollenbild von Frauen ist offensichtlich immer noch tief verankert und beeinflusst Menschen unbewusst, auch die jungen Frauen. Wer der Befragungsteilnehmerinnen hat schon eine Karrierefrau als Mutter?

Wie können Studentinnen vielleicht ihre mentalen Schranken überwinden, bevor sie ins Bewerbungsgespräch gehen?

Sie müssen vor allem lernen, einzig ihre Leistungen und ihre Fähigkeiten zu vermarkten und das Wissen um geschlechtsspezifische Unterschiede bei Gehaltsforderungen ignorieren. Eine sehr effektive Methode dafür ist die Tresor-Übung. Emotionen und Gedanken, die bei einem Gehaltsgespräch stören könnten, schließt man vorher in einem mentalen Tresor ein. Nach dem Gespräch holt man sie dann wieder hervor und kann diese bearbeiten.

Wie wirken zu niedrige oder zu hohe Gehaltsforderungen auf den Personaler?

Als ich noch Personalerin war, sind Bewerber bei mir nicht gescheitert, weil sie zu hohe oder zu niedrige Gehaltsforderungen aufgerufen haben. Dennoch kann ich nur jedem raten, zunächst seine Einstellung zum Geld zu klären und sich dann genau über die Gehaltsspannen für die Position, die ihn interessiert, zu informieren. Im dritten Schritt sollte man mit einem gesunden Selbstwertgefühl den eigenen Gehaltswert bestimmen. Dabei müssen Studentinnen lernen, sich wie ihre männlichen Mitbewerber nur auf die relevanten Fakten eines Gehaltsgesprächs zu konzentrieren. (sma)

Carolin Eichholz arbeitet seit 2001 als Coach und ist Inhaberin von immocoach.

Sonja Smalian