Karriere News

H&M macht genau so viele Läden dicht wie neue auf

Karriere27.07.2018
Die schwedische Modekette H&M eröffnet und schließt in den kommenden Monaten jeweils fünf Läden in Deutschland. Die neuen Läden sind mit rund 2.000 qm im Schnitt fast doppelt so groß wie ... 

Die schwedische Modekette H&M eröffnet und schließt in den kommenden Monaten jeweils fünf Läden in Deutschland. Die neuen Läden sind mit rund 2.000 qm im Schnitt fast doppelt so groß wie diejenigen, denen die Stunde schlägt.

Im Einzelnen gehen bis zum Ende des H&M-Geschäftsjahrs, das am 30. November endet, in folgenden Städten bzw. Straßen die Lichter an: Berlin, Turmstraße 25 (Schultheiss Quartier; Gesamtgröße: 2.300 qm, Verkaufsfläche: 1.800 qm), München, Schwantalerhöhe (2.500 qm/2.100 qm), Nagold, Stadtgraben 1-3 (1.900 qm/1.580 qm), Höchstadt, AischPark-Center (1.800 qm/1.500 qm) und Neustadt am Rübenberge Marktstraße 26 (1.700 qm/1350 qm).

Und an diesen Standorten gehen die Lichter langsam aus: Berlin, Rosenthalerstraße 36 (632 qm/500 qm) und Märkisches Zentrum (1.982 qm/1.246 qm), Bonn, Wenzelgasse (529 qm/449 qm), Lübeck, Haerder-Center (1.420 qm/1.230 qm) sowie Karlsruhe, Kaiserstraße 173 (810 qm/543 qm).

Die Vertriebslinie H&M Home (Wohnaccessoires) ist künftig mit zwei eigenen Läden in Deutschland präsent: H&M Home wird im Oktober in der Mönckebergstraße 11 in Hamburg eröffnen. Der Laden ist 800 qm groß. Bislang gibt es in Deutschland nur einen H&M-Home-Store, in München in der Kaufingerstraße 8. Dieser wird nach Umbauarbeiten im September wiedereröffnet. Der Münchner Laden ist 700 qm groß; diese Fläche erstreckt sich über vier Etagen.

Harald Thomeczek

"Der Bau ist seit Jahren multikulti"

"Der Junge macht seinen Weg", sagt Michael Seitz (l.) über Neshan Daoud. Rechts Torsten Rendtel.

"Der Junge macht seinen Weg", sagt Michael Seitz (l.) über Neshan Daoud. Rechts Torsten Rendtel.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Karriere26.07.2018
In Hamburg werden Geflüchtete ab 16 Jahren obligatorisch auf das duale Ausbildungssystem vorbereitet. Schwierig sind vor allem Sprache und Aufenthaltsstatus. Aber die Unternehmen sind ... 

In Hamburg werden Geflüchtete ab 16 Jahren obligatorisch auf das duale Ausbildungssystem vorbereitet. Schwierig sind vor allem Sprache und Aufenthaltsstatus. Aber die Unternehmen sind zufrieden mit den meist hochmotivierten jungen Geflüchteten.

Die Bedingungen für die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarkts am Bau sind sehr günstig", erklärt Sönke Fock, Mitglied der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamburg, zur Integration von Geflüchteten in die Bauwirtschaft. "Die Motivation der Geflüchteten ist groß." Diese Aussage hört man in der Podiumsdiskussion "Vom Flüchtling zur Fachkraft" immer wieder. Organisiert hat sie die Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft.

Auch Torsten Rendtel betont: "Wir sind immer wieder erstaunt, über welche besonderen handwerklichen Fertigkeiten die Flüchtlinge verfügen und mit welcher Energie und Freundlichkeit sie sich in die Ausbildung stürzen." Rendtel ist Geschäftsführer des Ausbildungszentrums Bau (ABZ), eines überbetrieblichen Berufsbildungszentrums. "Der Bau ist seit Jahren multikulti. Hier im Ausbildungszentrum sind über 20 Nationen vertreten. Wir haben keine Schwierigkeiten mit Integration."

Tatsächlich sind 80 bis 90 der jährlich 500 Auszubildenden im ABZ Geflüchtete. Sie werden auf die Ausbildungssituation vorbereitet. Rendtel nennt die zwei größten Integrationshemmnisse: die Sprache und der ungeklärte Aufenthaltsstatus. Und: "Die jungen Flüchtlinge müssen den Wert und die Notwendigkeit einer Berufsausbildung verstehen - und schätzen", betont Michael Seitz, Sprecher der Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft. "Sie müssen auf Themen wie Pünktlichkeit vorbereitet werden, damit wir am Anfang nicht beide Seiten verbrennen - Auszubildende und Betrieb."

Um Sprache, Kultur, soziale Integration und Bildung zu verknüpfen, ist daher für Geflüchtete ab 16 Jahren seit 2016 die Ausbildungsvorbereitung für Migranten - kurz: AvM-Dual - in Hamburg obligatorisch. "Das ganztägige Förderkonzept bereitet die jungen Geflüchteten sowohl mit Deutschunterricht als auch mit Berufspraktika auf einen guten Start in die duale Ausbildung vor", erklärt Reinhard Damm vom Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB). "Die teilnehmenden Betriebe haben so die Möglichkeit, die künftigen Azubis kennenzulernen."

Bildungssenator Ties Rabe (SPD) weist darauf hin, dass 28% der Absolventen des Pilotjahrgangs 2017 in eine Ausbildung gewechselt seien, weitere 8% in Beschäftigung und 6,5% aufs Gymnasium. Die Opposition in der Bürgerschaft jedoch kritisiert, dass nur 92 der 2015 gestarteten 158 Jugendlichen AvM-Dual abgeschlossen hätten. Von diesen seien 39% in der Beratung der Jugendberufsagentur gelandet und 18,5% in trägergestützten Berufsvorbereitungen - ebenfalls eine Warteschleife.

Mit auf dem Podium ist Neshan Daoud, Kriegsflüchtling aus Nordsyrien, der in den Stunden vor der Veranstaltung seine Prüfung als Platten-, Fliesen- und Mosaikleger absolviert hat. Der Mittzwanziger hat in seinem Heimatland Jura studiert und sich mit Jobs auf dem Bau finanziert. "Ich musste hier im Betrieb erstmal beweisen, dass ich arbeiten will. Aber das ist kein Nachteil", reflektiert Daoud die Rahmenbedingungen. "Man kriegt hier, was man braucht." Er denkt nicht über die Wieder- oder Neuaufnahme des Studiums nach. Er möchte arbeiten und Geld verdienen, denn er ist bereits Familienvater.

Der "Musterflüchtling", wie er von einem Podiumsteilnehmer genannt wird, berichtet von den Schwierigkeiten einer schriftlichen Fachprüfung. "Es würde helfen, wenn wir 10 bis 15 Minuten mehr Zeit hätten." Oder die Prüfung mündlich ablegen können, wie Björn Söllner empfiehlt. Der Bauingenieur berichtet, dass "unsere Azubis handwerklich super drauf sind. Aber 50% fallen bei den Zwischenprüfungen durch, weil ihnen die Sprachkenntnis im schriftlichen Bereich fehlt." Damm vom HIBB kennt das Thema. "Wir sind mit der Handwerkskammer im Gespräch."

Rendtel empfiehlt den Unternehmen, Geflüchtete auszubilden. "Firmen, die Flüchtlinge ausbilden, sind durchweg zufrieden." Und Seitz nennt einen Grund, der einige Meister umtreibt. "Manche Betriebe nehmen lieber Geflüchtete, weil sie da aufgrund ihrer Fluchterfahrungen eine gewisse Robustheit vermuten."

Friedhelm Feldhaus

Spielwarenkette Intertoys zieht sich aus Deutschland zurück

In den Niederlanden wird Intertoys auch in Zukunft im ganzen Land Präsenz zeigen.

In den Niederlanden wird Intertoys auch in Zukunft im ganzen Land Präsenz zeigen.

Quelle: imago/Hollandse Hoogte

Karriere26.07.2018
Der niederländische Spielwarenfilialist Intertoys zieht sich komplett aus Deutschland zurück, weil er hierzulande nach eigenen Angaben Verluste schreibt. Aussicht auf Besserung sieht das ... 

Der niederländische Spielwarenfilialist Intertoys zieht sich komplett aus Deutschland zurück, weil er hierzulande nach eigenen Angaben Verluste schreibt. Aussicht auf Besserung sieht das Unternehmen nicht.

Intertoys wird alle 23 bestehenden Filialen in Deutschland dicht machen. Entsprechende Medienberichte bestätigte eine Sprecherin der Immobilien Zeitung: "Die Läden sollen alle Ende Januar 2019 geschlossen werden. Es kann sein, dass manche Geschäfte, im Zusammenhang mit der Übergabe der Immobilien, ein paar Wochen früher geschlossen werden." Alle rund 250 Mitarbeiter in Deutschland, davon 25 Festangestellte und 225 Teilzeitkräfte - "einschließlich 200 Hilfskräfte" -, verlieren ihre Jobs.

Die Umsätze lohnen den Aufwand nicht mehr

Der Grund für den Komplettrückzug: Die in den deutschen Filialen erzielten Umsätze lohnten den Aufwand und die Kosten nicht mehr, die es brauche, die Läden am Leben zu halten, so die Sprecherin. Intertoys schreibe in Deutschland mittlerweile Verluste. Und man sehe "keine Möglichkeiten, dies auf lange Sicht zu verbessern".

Läden sind im Schnitt 350 qm groß

Das Unternehmen eröffnete 1996 den ersten Markt hierzulande in Bochum. Von den derzeit 23 Filialen befinden sich fast alle in Nordrhein-Westfalen. Sie sind im Schnitt rund 350 qm groß. Zu den Mietverträgen will sich das Unternehmen nicht äußern. Nur so viel: Die Immobilien gehörten verschiedenen Eigentümern. Es gebe keinen Deal mit einem Nachfolger, der die Läden bzw. Mietverträge übernehmen werde. Für potenzielle Nachmieter seien die Flächen in jedem Fall spätestens ab Ende Januar 2019 "verfügbar".

Niederländischen Kindern und ihren Eltern bleibt Intertoys erhalten: "Intertoys ist in den Niederlanden Marktführer für Spiele und Spielwaren und will dies auch unbedingt bleiben", so die Sprecherin. In seinem Heimatland zeigt das Unternehmen mit über 400 über das ganze Land verteilten Läden Präsenz.

Harald Thomeczek

Vonovia-Chef verdient 117-mal so viel wie seine Untergebenen

Karriere23.07.2018
Rolf Buch, der Vorstandsvorsitzende von Vonovia, hat im Jahr 2017 117-mal so viel verdient wie ein durchschnittlicher Beschäftigter des Wohnungskonzerns. Im DAX-30-Vergleich steht der ... 

Rolf Buch, der Vorstandsvorsitzende von Vonovia, hat im Jahr 2017 117-mal so viel verdient wie ein durchschnittlicher Beschäftigter des Wohnungskonzerns. Im DAX-30-Vergleich steht der Vonovia-Boss damit recht gut da: Der Median der CEO-to-Worker-Pay-Ratio liegt beim 85fachen. Die Hälfte der Chefs der DAX-30-Unternehmen liegt also darüber, die andere darunter. Die Spanne ist sehr breit und liegt zwischen Faktor 232 (Deutsche Post) und Faktor 25 (Commerzbank). Das alles steht in einem Report des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung der Hans-Böckler-Stiftung.

Die Schere zwischen der Managervergütung und der Entlohnung gemeiner Mitarbeiter geht laut der Untersuchung immer weiter auseinander. Wirft man Vorstandsvorsitzende und Vorstandsmitglieder der 30 DAX-Konzerne in einen Topf, berechnet das durchschnittliche Vorstandsgehalt und setzt es ins Verhältnis zum bereinigten Konzernpersonalaufwand pro Mitarbeiter, ergibt sich eine Manager-to-Worker-Pay-Ratio von 71. Das ist neuer Rekord: Als die Hans-Böckler-Stiftung sich 2005 zum ersten Mal dem Verhältnis von Vorstands- und Mitarbeitervergütung widmete, notierte die Pay-Ratio in der damaligen Zusammensetzung des Aktienindex gerade mal beim 42fachen. Anno 2014 lag der entsprechende Wert beim 57fachen. Die Studie wurde bis dato alle drei Jahre erstellt. Der Vonovia-Vorstand im Ganzen schneidet - ebenso wie CEO Buch in der Einzelwertung - mit einem Wert von 88 aktuell klar überdurchschnittlich ab.

Harald Thomeczek

UndKrauss beschwört den Teamgeist

Das gemeinsame Wandern gehört zu den Traditionen bei UndKrauss.

Das gemeinsame Wandern gehört zu den Traditionen bei UndKrauss.

Quelle: UndKrauss Bauaktiengesellschaft

Karriere19.07.2018
Shirt-Days und Grünkohlwanderung, Workshops und Kennenlernwochen: Das Berliner Bauunternehmen UndKrauss betont das Miteinander der Kollegen im beruflichen Alltag. Spaß bei der Arbeit und ... 

Shirt-Days und Grünkohlwanderung, Workshops und Kennenlernwochen: Das Berliner Bauunternehmen UndKrauss betont das Miteinander der Kollegen im beruflichen Alltag. Spaß bei der Arbeit und Zusammenhalt sind dem Chef wichtig.

Je besser ich jemanden kenne, desto mehr mag ich ihn." Davon ist Thorsten Krauß, CEO der Berliner Bauaktiengesellschaft UndKrauss, überzeugt. Das ist zudem seine Antwort auf die Frage, auf welchem Weg sich Mitarbeiter mit dem Unternehmen verbunden fühlen könnten. Deswegen spielen das kollegiale Miteinander über Abteilungsgrenzen und Hierarchieebenen hinweg, gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen sowie liebgewonnene Traditionen eine besonders große Rolle in der Firma. Insgesamt zählt UndKrauss 128 Beschäftigte, verteilt über mehrere Standorte und verbundene Unternehmen. 43 davon arbeiten auf der Baustelle.

Gerne lässt Krauß bei diversen Mitarbeiteraktionen eine persönliche Note einfließen. Es ist daher auch kein Zufall, dass das Logo des Bauunternehmens ein Indianerkopf ist: Krauß ist zu 1/16 Seminol-Indianer. Das Symbol findet sich nicht nur bei der Ankündigung interner Events wieder, sondern z.B. auch auf den Shirts, die traditionell am 11.11. eines jeden Jahres den Mitarbeitern geschenkt werden. Das Motiv auf den Shirts ist jedes Mal ein anderes, entwickelt von einer Werbeagentur. Manch ein anderer Chef würde ein solches Präsent einfach nur auf den Schreibtisch der Mitarbeiter legen lassen, vielleicht noch ein nettes Wort per Mail, das war's. Bei UndKrauss wird die Geschenkübergabe hingegen zelebriert. "Das wird richtig gefeiert", sagt Personalleiterin Katrin Krauth.

An Weihnachten verteilt UndKrauss ein weiteres Kleidungsstück, z.B. im Look eines Festival-T-Shirts. Statt der üblichen Bandnamen stehen dann die Namen der Mitarbeiter aufgelistet auf dem Rücken. So wie eine Band, bei der es ebenso auf ein harmonisches und taktvolles Miteinander ankommt.

Ebenfalls jährlich wiederkehrende Termine im UndKrauss-Veranstaltungskalender sind die Wandertage. In diesem Sommer sind die Kollegen z.B. auf der 14. Etappe der 66-Seen-Wanderung rund um Berlin unterwegs. "Dabei kommt man sehr gut ins Gespräch", sagt Krauth. Die Strecke sei nicht anstrengend und immer wieder gebe es Zwischenstopps mit kleinen Snacks, also auch immer wieder Anlässe, gegebenenfalls den Gesprächspartner zu wechseln. Und weil diesmal zudem das 25-jährige Bestehen des Unternehmens gefeiert wird, darf die anschließende Party etwas länger dauern. Für die Übernachtung vor Ort ist gesorgt.

Gewandert wird bei UndKrauss auch zu Jahresbeginn. Bei der Grünkohlwanderung schlagen die friesischen Wurzeln von Krauß durch. Zusammen mit guten Kunden sind die Mitarbeiter ähnlich wie bei einem Vatertagsausflug mit Leiterwagen und Getränken unterwegs.

Feiern und Wandern bilden den einen Strang des Mitarbeiterprogramms, der andere besteht in der internen Weiterbildung, zu der die Kollegen alle drei Wochen zusammenkommen. In freiwilligen Workshops werden abwechselnd Fachthemen wie aktuelle Rechtsfragen, Bauprozessverfahren oder Vertragsmodelle und softe Themen wie Konflikt- oder Stressmanagement aufgegriffen. In aller Regel nehmen rund 50 Mitarbeiter an den Treffen teil. Sie finden an einem Freitagnachmittag statt und dauern rund vier Stunden. Das lasse sich gut mit der normalen Arbeit vereinbaren, sagt Krauth. "Ein ganzer Tag wäre zu viel." Der Workshop beginnt in aller Regel im großen Kreis, der sich dann aber schnell in kleinere Grüppchen aufteilt. Damit will Krauth sicherstellen, dass sich jeder mit seinen Ideen und Fragen einbringen kann. Das falle in kleinerem Rahmen leichter als vor der großen Mannschaft.

Das Bemühen um ein gutes Arbeitsklima konzentriert sich bei UndKrauss nicht nur auf das eingespielte Team. Es setzt bereits bei den Bewerbungsgesprächen mit potenziellen neuen Kollegen an. Krauth hat genau im Blick, ob der Kandidat ins Unternehmen passt. Sie identifiziert sowohl Einzelkämpfer als auch Teamplayer. "Was wir gar nicht brauchen, sind Choleriker", sagt sie.

Damit die neuen Kollegen gut im Unternehmen ankommen, durchlaufen sie zunächst innerhalb von vier Wochen alle Abteilungen - das gilt für den Polier genauso wie für den Bau- oder Projektleiter. "So lernen sie gleich das ganze Team persönlich kennen", erzählt Krauth. Und wissen genau, wen sie zu welchen Fragen kontaktieren müssen. Oder mit wem sie beim nächsten Wandertag einen extra-langen Plausch halten wollen.

Anke Pipke

Der Traumberuf heißt Projektentwickler

Auch Frauen haben die Projektentwicklung als Wunschberuf im Blick. Jede Zweite der befragten Studentinnen strebt in diese Sparte.

Auch Frauen haben die Projektentwicklung als Wunschberuf im Blick. Jede Zweite der befragten Studentinnen strebt in diese Sparte.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: Kzenon

Karriere12.07.2018
"Projektentwicklung ist Lebenserfahrung. Und wichtige Erfahrungen macht man selten im Guten", sagt Christoph Gröner, Chef der CG-Gruppe. Die Projektentwicklung ist also nichts für ... 

"Projektentwicklung ist Lebenserfahrung. Und wichtige Erfahrungen macht man selten im Guten", sagt Christoph Gröner, Chef der CG-Gruppe. Die Projektentwicklung ist also nichts für Zartbesaitete. Dennoch fasziniert dieses Berufsfeld die meisten der Studenten, die an der Arbeitsmarktbefragung von Immobilien Zeitung und Immo Media Consult teilgenommen haben.

Sie gilt als Königsdisziplin der Immobilienbranche: Die Projektentwicklung ist ein vielseitiges und verantwortungsvolles Handlungsfeld. Das macht ihren Reiz aus - auch unter den 418 Studenten, die an der diesjährigen Befragung im Rahmen der IZ-Joboffensive teilgenommen haben. Fast jeder Zweite (46%) hat bei der Frage nach dem künftigen Wunscharbeitsfeld eines seiner zwei Kreuze bei der Projektentwicklung gesetzt. Dabei gab es etliche Alternativen, die von der Makelei über die Bewertung bis hin zur Hausverwaltung reichten. Deutlich hinter der Projektentwicklung landete das Asset-Management auf Platz zwei (29% der Befragten) vor dem Fondsmanagement/Investment (19%), Projektmanagement/-steuerung (18%) und der Immobilienberatung (12%).

Die jungen Leute, die sich in einem immobilienwirtschaftlichen oder themennahen Studium befinden, wissen genau, auf was sie sich bei der Projektentwicklung einlassen. Viele begründen ihre Wahl damit, dass sie eine Arbeit erwartet, die den gesamten Prozess von der Grundstücksakquise bis zum Verkauf der Immobilie umfasst - inklusive Baustellenflair. Hinzu kommt der Kundenkontakt und ein Mix aus Büroarbeit und Auswärtstätigkeiten. Das Gehalt ist dabei nur ein Punkt von vielen. "Gerade zu Beginn der Berufslaufbahn, wenn man selbst noch recht unerfahren ist, ist das vermutlich ein guter Weg, recht schnell vielschichtige Erfahrung zu sammeln", sagt Tobias Webhofen, ein ehemaliger Student an der Irebs-Hochschule in Regensburg.

Doch ist diese Berufswahl wirklich so glücklich? Einerseits drehen sich etliche Baukräne, die Auftragsbücher sind voll, Fachkräfte werden gesucht. Andererseits wird das kurzfristig verfügbare Bauland knapp, die Preise steigen. "Keiner weiß, wie lange die Party noch geht", sagt ein auf Anonymität bedachter Marktbeobachter. Der Boom in der Immobilienbranche werde nicht ewig anhalten. Und wenn das Geld für Projekte ausgeht, würden auch weniger Entwickler gebraucht. "Ach was", sagen hingegen einige Aktive und Arbeitgeber. "Wann ist die Immobilienwirtschaft schon mal richtig zusammengebrochen?", fragt Gerd Kropmanns, Geschäftsführer der Wohnkompanie NRW. "Selbst nach 2007 hatten wir keinen echten Crash." Sein Unternehmen hat die eigenen Projekte zumindest für die nächsten acht Jahre gesichert. Und auch Rüdiger von Stengel, geschäftsführender Gesellschafter und CFO von Art-Invest, beruhigt. Er sieht künftig eine Auflösung der Berufsgrenze zwischen Projektentwickler und Asset-Manager. Die hohen Kosten von Neuentwicklungen auf der grünen Wiese ließen nun Bestandsentwicklungen stärker in den Fokus rücken. Der Bedarf an Entwicklern bleibt demnach hoch. Und das Interesse am Fach offensichtlich ebenso.

In der Champions League der Immoberufe wollen viele spielen. Doch nur wenige schaffen es. Gerade die Vielseitigkeit der Arbeit ist es, die den Studenten abseits vom Fachwissen viel abverlangt. Schon bei der Grundstücksakquise müsse der Entwickler ein gutes Auge beweisen, sagt Kropmanns. Auf der einen Seite bedarf es viel Kreativität, um recht schnell eine Idee zu haben, was dort realisiert werden könnte. Anderseits sind der Fantasie Grenzen gesetzt. Denn der Entwickler dürfe die Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht lassen und müsse erkennen, was am Ende marktkonform ist und verkauft werden kann. "Der Projektentwickler muss die mutmaßlichen Bedürfnisse der Gesellschaft erfassen und daraus Geld machen", erklärt auch Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der Berliner CG-Gruppe.

Während des ganzen Prozesses gilt es zudem, unzählige Zügel in der Hand zu halten. "Der Projektentwickler braucht einen inneren Kompass", sagt von Stengel. Er müsse wissen, welcher Schritt vor dem nächsten kommt. "Ein Student kann das kaum leisten, wenn er frisch aus der Hochschule kommt." Deswegen ist es umso wichtiger, dass der junge Mensch erkennt, wann er sich Rat von anderen einholt. Zu großer Stolz ist da fehl am Platz.

Darüber hinaus ist der Umgang mit vielen verschiedenen Charakteren eine alltägliche Herausforderung. Sei es der Bürgermeister, der oft am längeren Hebel sitzt, die Bürgerinitiative, die gegen das Projekt demonstriert, die Bauverwaltung im Rathaus, die sich mit der Genehmigung Zeit lässt, oder der Architekt mit seinen hochfliegenden Entwürfen. "Ganz wichtig ist es, ein Teamplayer zu sein", betont daher Bonava-Personalreferentin Stephanie Voss. Und Kropmanns ergänzt: "Menschenkenntnis und diplomatisches Geschick sind von Vorteil." Das heißt aber in manchen Situationen auch, sich durchsetzen zu können.

Am Ende steht manchmal allerdings auch ein Rückschlag - eine Situation, mit der souverän umgegangen werden muss. Das will gelernt sein und ist nicht selbstverständlich. "Viele Berufseinsteiger sind in ihrem bisherigen Leben von Erfolg zu Erfolg gerannt", berichtet Kropmanns. Sie seien echte Rückschläge oft nicht gewohnt.

Das alles sind Anforderungen, die ein junger Mensch kaum mitbringen kann. "Projektentwicklung ist Lebenserfahrung", sagt Gröner. Jedes Projekt sei anders, jedes bringe neue Herausforderungen mit sich. "Ich selbst lerne auch noch jeden Tag dazu", sagt er. Dementsprechend müssen sich Berufseinsteiger darauf einstellen, dass sie zuerst mit kleineren Aufgaben betraut werden. In aller Regel arbeiten Anfänger die erste Zeit einem erfahrenen Projektentwickler zu. "Sie gehen zum Beispiel gemeinsam in ein Meeting und der Junior macht die operative Nacharbeit", erzählt von Stengel. Der Senior widmet sich in der Zeit dann strategischen Fragen und der Netzwerkpflege. Dabei lernt der Junior den Prozess von A bis Z kennen. Nach etwa zwei Jahren darf er bei Bonava kleine Projekte mit mindestens 30 Wohneinheiten selbst entwickeln. Dabei steht ihm das mindestens zehnköpfige Projektteam mit Rat und Tat zur Seite. Als "erfahrener Projektentwickler" gilt man aus Sicht von Kropmanns erst nach einer etwa zehnjährigen Berufserfahrung.

Ausdauer ist gefragt. Und was für Petra Gacheru, HR-Managerin bei der BPD Immobilienentwicklung, am wichtigsten ist: "Man sollte sich den Beruf aussuchen, für den man Herz und Leidenschaft mitbringt." Dem kann Gröner nur zustimmen. "So richtig etwas auf die Reihe gebracht habe ich seit dem Moment, als ich eine Idee hatte und mich voll reingehängt habe."

Anke Pipke

FH, Bachelor, HAWK, 24

Karriere12.07.2018
Die meisten Teilnehmer der IZ-Arbeitsmarktumfrage studieren an einer FH. Bachelor-Studenten sind etwas öfter vertreten als Master-Studenten. Das größte Kontingent stellt die HAWK. ... 

Die meisten Teilnehmer der IZ-Arbeitsmarktumfrage studieren an einer FH. Bachelor-Studenten sind etwas öfter vertreten als Master-Studenten. Das größte Kontingent stellt die HAWK.

Alle Jahre wieder befragt die Immobilien Zeitung zusammen mit Immo Media Consult immobilienaffine Studenten nach ihren Berufswünschen. Fast zwei Drittel der 418 diesjährigen Teilnehmer studieren an einer Fachhochschule, ein Viertel ist an einer Universität eingeschrieben. Die restlichen rund 10% kommen vor allem von Berufsakademien/Dualen Hochschulen. Teilnahmevoraussetzung war ein Studienabschluss bis Frühjahr 2020. Etwa jeder zweite Teilnehmer (49%) studiert auf Bachelor, die andere Hälfte (46%) auf Master. Im Schnitt sind die Befragten vierundzwanzigeinhalb Jahre alt; 53% sind männlichen, 47% weiblichen Geschlechts.

Da die Studenten an ihren Bildungseinrichtungen nicht nur Fachwissen aufsaugen, sondern von ihren Profs und Lehrbeauftragten aus den Firmen auch - unterschiedlich euphorische - Infos zu Job- und Gehaltsaussichten aufschnappen, seien hier auch die am häufigsten vertretenen Bildungsanstalten genannt: Viele der Unistudenten kommen von der TU Dortmund (28) oder der Uni Regensburg (26). Bei den Fachhochschulen führt die HAWK Holzminden (54) das Feld an, gefolgt von der HS Aschaffenburg (40), der Hochschule Anhalt (27), der EBZ Business School (23) sowie der HS Rhein-Main Wiesbaden, der HTW Berlin und der HS Biberach (je 19). Die DHBW Stuttgart ist mit 20 Teilnehmern vertreten.

Unistudenten wollen nach dem Abschluss ihres Studiums 47.800 Euro von ihrem (künftigen) Arbeitgeber fordern, FH-Studenten wollen mit 45.900 Euro nur 4% weniger verdienen. Auch die Gehaltserwartungen nach drei Jahren liegen relativ eng beieinander: Wer an der Uni studiert, sieht sich mittelfristig bei einem Bruttojahresgehalt von 57.700 Euro. Wer von der FH kommt, will es auf gut 55.400 Euro bringen. Viel größere Unterschiede zeigen sich zwischen Bachelor- und Master-Studenten. Ein Beispiel: Studenten, die ins Asset-Management streben, hegen mit die ambitioniertesten Gehaltsvorstellungen. So schwebt Bachelor-Studenten, die später in diesem Bereich arbeiten wollen, ein Einstiegsgehalt von durchschnittlich 45.750 Euro vor. Als Young Professionals wollen sie 55.600 Euro verdienen. Master-Studenten mit Hang zum Asset-Management wollen direkt nach dem Studium von ihrem (künftigen) Arbeitgeber 51.850 Euro fordern. Drei Jahre später soll ihr Bruttojahresgehalt schon 62.750 Euro betragen.

Unterstützt wird die Joboffensive 2018 von Bernd Heuer Karriere, BNP Paribas Real Estate, Colliers International, Corpus Sireo, CBRE, Deutsche Hypo, ECE, der Expo Real, Kaufland, Patrizia Immobilien und RGM.

Harald Thomeczek