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Karriereforum bot 600 Jobs

Karriere21.06.2018
58 Aussteller haben sich 2018 auf dem IZ-Karriereforum dem Hochschulnachwuchs präsentiert - so viele wie noch nie. ... 

58 Aussteller haben sich 2018 auf dem IZ-Karriereforum dem Hochschulnachwuchs präsentiert - so viele wie noch nie.

Mit von der Partie waren dieses Jahr 47 Unternehmen und elf Institute der Aus- und Weiterbildung. Letztes Jahr tummelten sich "nur" 42 Aussteller, darunter 34 Arbeitgeber und acht Bildungseinrichtungen, auf dem Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität. Diesmal kamen die Arbeitgeber nicht nur aus den Reihen der klassischen Immobilienunternehmen: Immobiliendienstleister/Makler, Projektentwickler und Bauträger, Fonds- und Investmentmanager, Verwalter oder aber Finanzierer. Auch Industrieunternehmen - namentlich Bayer, BASF, Daimler und Siemens - machten auf sich als Immobilienarbeitgeber aufmerksam. Sei es in Vieraugengesprächen an den Ständen oder in Unternehmenspräsentationen.

Exakt 599 Jobs brachten die Firmen am 9. Juni mit nach Frankfurt: 273 Stellen für (Young) Professionals, 127 Jobs für Einsteiger, 47 Trainee-Stellen und 152 Praktikumsplätze. Die Aussteller trafen mit ihren Angeboten auf knapp 350 Bewerber, vor allem Studenten, aber auch Absolventen und einige Berufstätige. War das Verhältnis von Jobs (genau 411) und Bewerbern (knapp 400) letztes Jahr noch ausgeglichen, neigte sich die Waage in diesem Jahr also eindeutig Richtung Kandidatenmarkt. Die gesamte Teilnehmerzahl lag bei 650 Köpfen (2017: 680 Teilnehmer).

Harald Thomeczek

Gestatten: Stefan Jäger, Immobilienberater

Stefan Jäger stand erst mit einem Vortrag auf der Bühne - und später Studenten(innen) Rede und Antwort.

Stefan Jäger stand erst mit einem Vortrag auf der Bühne - und später Studenten(innen) Rede und Antwort.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Melanie Bauer

Karriere21.06.2018
Die Immobilienwirtschaft bietet so viele Möglichkeiten. Schade, dass selbst Studenten immobiliennaher oder verwandter Studiengänge oft nicht so recht wissen, was sie mit ihrem Studium ... 

Die Immobilienwirtschaft bietet so viele Möglichkeiten. Schade, dass selbst Studenten immobiliennaher oder verwandter Studiengänge oft nicht so recht wissen, was sie mit ihrem Studium alles in der Branche anfangen können. Jungprofi Stefan Jäger nahm den Nachwuchs auf dem IZ-Karriereforum mit in seinen Jobkosmos.

Jäger absolvierte erst ein Immobilienmanagement-Studium mit der Fachrichtung Facility-Management in Heidelberg, ehe er in Weimar einen Master in Management (Bau, Immobilien, Infrastruktur) draufsetzte. Der 30-Jährige hat thailändische Wurzeln. Das ist deshalb wichtig zu erwähnen, weil er nach seinem Studium erst mal im Familienunternehmen in Thailand als Projektentwickler gearbeitet hat. "Irgendwann wollte ich aber nicht mehr bei manchen nur als Sohn von xy wahrgenommen werden. Außerdem lassen sich Beruf und Privatleben schwer trennen, wenn man für ein Familienunternehmen arbeitet", erzählt Jäger.

Nach 16 Monaten brach Jäger seine Zelte in Thailand deshalb wieder ab. Angst, lange auf ein gutes Jobangebot warten zu müssen, hatte er nicht: "Der deutsche Immobilienmarkt ist heiß, Immobilienexperten sind gesucht." Wieder zurück in Deutschland, lief Jäger prompt eine Stellenanzeige von Drees & Sommer über den Weg. Gesucht wurde eine Nachwuchskraft, die im Team mit einem alten Hasen im Investorenauftrag Immobilienportfolios in der technischen An- und Verkaufsprüfung z.B. auf Instandhaltungsstau und nötige Capex-Maßnahmen abklopft. Sein Gegenüber im Bewerbungsgespräch überzeugte ihn - ebenso wie das Angebot, das man ihm machte.

Und so reist Jäger seit einem knappen Jahr für Drees & Sommer durchs Land und nimmt Immobilienbestände unter die Technikerlupe. Als ein Kunde das Beratungsunternehmen unlängst mit der Prüfung eines über das ganze Land verstreuten Wohnungsportfolios betraute, waren Jäger und der Projektleiter, also sein direkter Vorgesetzter, drei Tage im Ruhrgebiet unterwegs. Klar treibt sich Jäger auch in digitalen respektive physischen Datenräumen herum. Doch unterm Strich verbringt er nur etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit - zwischen 40 und 50 Stunden die Woche - im Frankfurter Büro.

Ob im Büro oder auf Reisen: Jäger steht ständig im Austausch mit Kollegen aus anderen Abteilungen oder von anderen Standorten, oder aber mit Dienstleistern, die im Auftrag des Investors ebenfalls an einem Due-Diligence-Projekt mitwirken. Je nach Kunde und Mandat wird das Team, zu dem Jäger gehört, immer wieder neu zusammengewürfelt. Wer es also nicht schafft, sich auf ständig veränderte Kundenanforderungen und Konstellationen einzustellen, sollte diesen Job besser nicht machen.

Bei Jäger stellt sich das ganz anders dar: Ihm kann es passieren, dass ein Auftraggeber ihn schon mal zum Rapport bestellt, wenn sich dessen Auffassungen über den Zustand der Gebäudetechnik in einem Objekt und anstehende Investitionen nicht so ganz mit denen von Jäger decken: "Dann gilt es, für seine Ergebnisse einzutreten." Rückgrat, kommunikatives Geschick und argumentative Geistesgegenwart sind für Jäger unverzichtbar.

Harald Thomeczek

Vorsicht vor zu viel Geld!

Karriere21.06.2018
Geld ist vielleicht nicht alles, bleibt aber ein gewichtiger Faktor bei der Jobwahl. Unter Wert verkaufen will sich schließlich niemand. Doch was sind realistische Werte für ... 

Geld ist vielleicht nicht alles, bleibt aber ein gewichtiger Faktor bei der Jobwahl. Unter Wert verkaufen will sich schließlich niemand. Doch was sind realistische Werte für Immobilienabsolventen?

Dieser Grundfrage ging der erfahrene Immobilienheadhunter Olaf Kenneweg in seinem Vortrag zu Einstiegsgehältern auf dem IZ-Karriereforum 2018 nach. Die Frage, die ihm eine kesse Studentin nach seinem Vortrag stellte, ließ erahnen, dass Kenneweg das Thema nicht zur völligen Zufriedenheit aller Anwesenden abgehandelt hatte. "Jetzt", sprach die junge Frau, "wissen wir zwar, mit welchen Gehältern wir nicht rechnen dürfen - aber mit welchen dürfen wir denn rechnen?"

Kenneweg hatte Zweifel daran geäußert, ob die von Studenten immobiliennaher oder verwandter Studiengänge in Umfragen genannten Gehaltswünsche sich mit den Zahlungsgewohnheiten der Unternehmen deckten. Besonders, wenn Arbeitgeber die aufgerufenen Summen öffentlich als realistisch einstuften, sei Vorsicht geboten: "Manche Unternehmen erzählen etwas anderes, als sie tatsächlich zahlen." Auf die Nachfrage der Studentin präzisierte der Headhunter: Das Delta zwischen den von Studenten und Absolventen geäußerten Gehaltsvorstellungen und den Vorstellungen der Arbeitgeber liege meist irgendwo zwischen 5% und 10%, ja mitunter bei bis zu 15%.

Ohnehin, befand Kennweg, sollten sich die Studierenden nicht allzu sehr vom schnöden Mammon blenden lassen. Es könne ja sein, dass es Unternehmen gebe, die Einsteigern im Fondsmanagement 50.000 oder 55.000 Euro zahlten; oder solche, die einem Anfänger in der Projektentwicklung 50.000 Euro böten. "Sie sollten immer hinterfragen, wie die Unternehmen aufgestellt sind." Insbesondere angelsächsisch geprägte Firmen seien tendenziell spendabler als deutsche. Dass sie nicht selten überdurchschnittliche Gehälter zahlten, sei aber auch dem Umstand geschuldet, dass sie schnelles Geld verdienen wollten. "Solche Unternehmen können sich schnell wieder vom deutschen Markt verabschieden. Dann werden Ihnen die hohen Gehälter auch nichts mehr nützen."

Dass Geld nicht alles ist, illustrierte Kenneweg am Beispiel eines Absolventen, den er vor einiger Zeit in Lohn und Brot gebracht hatte. Der junge Mann hätte bei einem Immobiliendienstleister, Schrägstrich Maklerhaus, zum Einstieg 10.000 Euro mehr verdienen können als bei einer anderen Adresse, mit der ihn der Personalberater schließlich verkuppelte. Warum sich der Youngster für die schlechter dotierte Stelle entschied, obwohl das verlockende Angebot schon unterschriftsreif vor ihm lag? "Weil die Stelle perfekt zu ihm passte!"

Arbeitgebern riet Kenneweg davon ab, sich in einen Überbietungswettbewerb zu begeben. Was vielleicht leichter gesagt als getan ist. Daniel Siegert, Leiter Centermanagement und Vermietung bei der Edeka-Tochter CEV, lächelte verschmitzt, als der Reporter ihn am Rande des Karriereforums fragte, ob knapp 48.000 Euro - so viel wollten die Teilnehmer der letztjährigen IZ-Studentenumfrage im Schnitt von ihrem (künftigen) Arbeitgeber fordern - eine realistische Größe zumindest für Master-Absolventen sei: "Dem Wettbewerb müssen wir uns stellen."

Kruno Crepulja, CEO des Bauträgers Instone, mochte sich zwar nicht auf 46.500 Euro - das verlangten letztes Jahr diejenigen durchschnittlich, die in die Projektentwicklung gehen wollten - festnageln lassen. Schließlich hingen Gehaltsangebote im Einzelfall von zu vielen Variablen ab. Die genannte Zahl bewege sich zumindest nicht außerhalb des bei Instone Üblichen. Markus Königstein, Immobilienchef der R+V-Versicherung in Wiesbaden, wurde schon etwas konkreter: 60.000 bis 80.000 Euro seien im Immobilienbereich der Versicherung schon drin - zwar nicht für blutige Anfänger, aber "mit ein paar Jahren Berufserfahrung" sehr wohl.

Mit welchen Einstiegsgehältern die Studenten dieses Jahr rechnen und weitere Ergebnisse der IZ-Arbeitsmarktumfrage 2018 lesen Sie in der IZ 27/2018. Diese Ausgabe erscheint am 5. Juli 2018.

Harald Thomeczek

Industrie sucht Personal in der Immobilienbranche

"Einige interessante Kandidaten" haben laut Björn Christmann, Geschäftsführer von Bayer Real Estate (zweiter von rechts), den Weg an seinen Stand gefunden.

"Einige interessante Kandidaten" haben laut Björn Christmann, Geschäftsführer von Bayer Real Estate (zweiter von rechts), den Weg an seinen Stand gefunden.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Melanie Bauer

Karriere21.06.2018
Die Corporate Real Estate Manager (CREM) von Industrieunternehmen wie BASF, Bayer oder Daimler ernten die Früchte ihrer Werbeaktivitäten beim IZ-Karriereforum. Die Bewerber nehmen sie ... 

Die Corporate Real Estate Manager (CREM) von Industrieunternehmen wie BASF, Bayer oder Daimler ernten die Früchte ihrer Werbeaktivitäten beim IZ-Karriereforum. Die Bewerber nehmen sie zunehmend als attraktive Arbeitgeber wahr - und damit als Alternativen zu klassischen Immobilienunternehmen.

Was machen Sie denn hier?" Diese Frage wurde Vertretern von BASF Real Estate und Bayer Real Estate bei ihren turnusgemäßen Auftritten bei den IZ-Karriereforen 2014 und 2016 mehrfach gestellt. "Heute merken wir, die Besucher haben sich vorher informiert", erzählt Björn Christmann, Geschäftsführer von Bayer Real Estate. Sie haben zuvor die Webseite studiert und kommen nun mit konkreten Fragen auf die Jobanbieter zu. Thomas Glatte, Director Group Real Estate & Facility Management bei BASF, hat ähnliche Erfahrungen gemacht. "Es ist auch interessant zu sehen, dass manche Besucher die CREM-Meile mit den vier Anbietern regelrecht abklappern." Wer zuerst bei BASF stand, den habe er später z.B. bei Siemens, Daimler oder Bayer wiedergesehen. "Wir haben damit unser Ziel erreicht", sagen Christmann und Glatte fast unisono. Ihr Auftritt beim IZ-Karriereforum habe bislang nicht in erster Linie das Ziel gehabt, offene Stellen explizit zu besetzen. Zunächst sei es eher darum gegangen, Werbung für sich zu machen und zu zeigen, dass es vermeintlich fachfremde Unternehmen gibt, die einen eigenen Blickwinkel auf das Thema Immobilien haben.

Die Arbeit trägt nun Früchte. "Die Immobilienverbände haben sich da sehr engagiert", sagt Christmann. Und auch die Universitäten hätten dazu beigetragen, dass sich die Wahrnehmung von CREM in der Studentenschaft geschärft habe.

Dieses Phänomen erkennt ebenso Xiaopu Liu, Executive Assistant bei Daimler Real Estate. Die Immobiliensparte des Autobauers ist bereits zum zweiten Mal auf der Jobmesse. Über mangelnden Andrang kann sich Liu nicht beschweren. Die Marke Daimler wecke das Interesse der jungen Bewerber, sagt er. Etwa 60% der jungen Leute, die sich an ihn wenden, hätten bereits eine konkrete Vorstellung davon, was Daimler RE macht. Das seien meist diejenigen, die schon etwas weiter im Studium sind. Die restlichen 40%, meist jüngere Semester, holen sich grundlegendere Informationen ab.

Die Unternehmen sind offen für alle Interessenten, die ihren Stand besuchen. "Wir sind flexibel", betont Christmann. Bayer biete Praktika, die Begleitung von Bachelor- und Masterarbeiten und suche zudem aktuell zwei Projektmanager. Daimler Real Estate geht es ähnlich. Die Angebotsvielfalt reicht hier vom Werkstudenten bis zum Projektmanager.

Gerne setzen die Unternehmen bereits früh bei der Mitarbeiterbindung an. Die Ideallaufbahn lässt BASF-RE-Chef Glatte im fortgeschrittenen Studium mit einem drei- bis sechsmonatigen Praktikum beginnen. Aus dieser Tätigkeit heraus könnte sich bereits ein Thema für die Bachelor- oder Masterarbeit ergeben, die der Student zusammen mit dem Unternehmen erarbeitet. Und so finden Firma und künftiger Mitarbeiter zusammen.

Im Kampf um die talentierten und motivierten Kräfte stehen die unternehmenseigenen Immobiliensparten in harter Konkurrenz zu den gängigeren Firmen der Immobilienbranchen. Ihre Lösung: frühzeitig auf sich aufmerksam machen. Glatte steht selbst in den Hörsälen und referiert vor den Studenten. Er hat gleich mehrere Lehraufträge. Für ihn ist das Karriereforum dann auch gleich so etwas wie ein Klassentreffen mit vielen bekannten Gesichtern vor und hinter den Ständen.

Auch Christmann ist darauf aus, beim Karriereforum schon jetzt Kontakte zu knüpfen, die ihm beim aktuellen oder späteren Personalbedarf nützlich sein können. "Wenn uns ein Kandidat geeignet erscheint, dann schauen wir, ob wir eine Stelle haben, die zu ihm passt", sagt Christmann.

Daimler RE will mit seiner Präsentation beim Karriereforum auf eine etwas andere Art vor allem die jungen Leute ansprechen. "Wir möchten den Kulturwandel, der gerade in unserem Unternehmen passiert, aufzeigen", sagt dazu Liu, der so wie seine Kollegen in einem legeren Outfit mit hellgrauer Stoffhose und weißem Polo-Shirt auftritt. Jackett und Krawatte war offenbar gestern. Genauso wie das förmliche Sie.

Insgesamt scheinen die Unternehmen mit dem Stand auf der Jobmesse einen erfolgreichen Weg zur Mitarbeiterrekrutierung gefunden zu haben. Sowohl bei Bayer Real Estate als auch bei Daimler Real Estate stand diesmal eine Dame hinterm Tisch, die noch zwei Jahre zuvor als Bewerberin zum Karriereforum gekommen war. Und Christmann weiß jetzt schon: "Bayer RE wird auch in zwei Jahren wieder beim Karriereforum dabei sein."

Anke Pipke

Dann bilden wir halt aus!

Karriere21.06.2018
Offene Stellen besetzen, den eigenen Namen bekannter machen oder einen Professional abschleppen: Viele Gründe führen Firmen zur Jobmesse. ... 

Offene Stellen besetzen, den eigenen Namen bekannter machen oder einen Professional abschleppen: Viele Gründe führen Firmen zur Jobmesse.

Wir haben gerade Ankaufsexklusivität für Immobilien über rund 350 Mio. Euro. Wenn diese Deals klappen, brauchen wir in den nächsten Monaten drei, vier neue Leute", erzählt ein Geschäftsführer. Seinen Namen in der Zeitung lesen will der Mann, dessen Arbeitgeber 2018 erstmals auf dem IZ-Karriereforum Flagge zeigte, lieber nicht. So oder so: Die Firma will 2019 ein zusätzliches Büro in Frankfurt aufmachen. Angesichts all dessen verwundert es nicht, wenn der Geschäftsführer sagt: "Wir brauchen immer einen Pool von Kandidaten, auf den wir zurückgreifen können."

Fünf Annoncen hatte die Firma an die Jobwall gehängt - für (Young) Professionals ebenso wie für Absolventen und Studenten -, "und diese Stellen könnten wir morgen auch besetzen", wenn ihm die richtigen Leute über den Weg liefen, sprach der Namenlose. Eigentlich gehe es ihm und seinen drei Mitstreitern heute aber mehr darum, die zuletzt personell stark gewachsene, mit rund drei Dutzend Mitarbeitern jedoch immer noch relativ kleine Unternehmung unter den nachwachsenden Immobilienexperten bekannter zu machen.

Sandra Müller aus dem Personalbereich des Projektentwicklers GBI will im laufenden Jahr mehr neue Leute einstellen, als besagte Firma insgesamt beschäftigt. Müller sprach von geplanten "50 Neueinstellungen". Weil sie bei den Bewerbungen mehr oder minder erfahrener Kräfte einen "rückläufigen Trend" ausmacht, konzentrieren sich die Bemühungen der GBI zunehmend auf Berufseinsteiger: "Wir wollen stärker selbst Projektentwickler ausbilden", so Müller. Dafür habe man eigens eine Art "Mini-Trainee-Programm" zur Einarbeitung für Leute ohne Berufserfahrung entwickelt.

Auch die GBI war erstmals beim IZ-Karriereforum. Ebenso wie LBBW Immobilien. Personalreferentin Nadine Scheel hatte es auf Studierende bzw. Absolventen abgesehen, die als Werkstudenten bzw. Projektkaufleute einsteigen und sich zum Junior-Developer hocharbeiten können. Außerdem "suchen wir extrem viele erfahrene Leute". Ihr Favorit: ein Projektentwickler mit zehn Jahren Berufserfahrung. Müller drückt der Schuh vor allem bei Architekten und Ingenieuren, die seit drei bis fünf Jahren im Berufsleben stehen: "Vielleicht verliert sich auch so jemand hierher."

Harald Thomeczek

"Der Markt saugt Wohnexperten nur so auf"

Kruno Crepulja, Chief Executive Officer von Instone Real Estate, will in den nächsten zwei, drei Jahren um die 70 zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

Kruno Crepulja, Chief Executive Officer von Instone Real Estate, will in den nächsten zwei, drei Jahren um die 70 zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

Quelle: Heuer Dialog/Quo Vadis 2017, Urheber: Alexander Sell

Karriere14.06.2018
Börsenstorys sind Wachstumsstorys - oder sollen jedenfalls welche sein. Der seit Februar börsennotierte Bauträger Instone braucht viele neue Leute, um seine Versprechen an die Anleger zu ... 

Börsenstorys sind Wachstumsstorys - oder sollen jedenfalls welche sein. Der seit Februar börsennotierte Bauträger Instone braucht viele neue Leute, um seine Versprechen an die Anleger zu halten. Doch erfahrene Kräfte sind zurzeit schwer zu kriegen. Instone-Chef Kruno Crepulja freut sich darum über jeden Frischling, der etwas taugt. Auch wenn die erst mal Arbeit machen.

Immobilien Zeitung: Herr Crepulja, der Börsengang soll Instone Beine machen. Statt bisher rund 1.000 Wohnungen wollen sie mittelfristig pro Jahr um die 2.000 Einheiten hochziehen, um so das jährliche Verkaufsvolumen auf bis zu 1 Mrd. Euro zu steigern. Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie dafür auch mehr Leute brauchen?

Kruno Crepulja: Klar planen wir, auch personell zu wachsen: von aktuell rund 300 Mitarbeitern auf ungefähr 370 in den nächsten zwei, drei Jahren. Allein in diesem Jahr haben wir schon 15 neue Mitarbeiter eingestellt.

IZ: Wie sieht Ihr Beuteschema aus?

Crepulja: Wir sind vor allem an Architekten, Wirtschafts- und Bauingenieuren oder Betriebswirten interessiert.

IZ: Und sind die auch an Instone interessiert?

Crepulja: Die Nachfrage nach Wohnimmobilienexperten - ob für die technische oder für die kaufmännische Seite von Projektentwicklungen - ist natürlich groß. Der Markt saugt diese Leute nur so auf. Natürlich stehen wir bei sehr guten Absolventen im Wettbewerb mit anderen Unternehmen. Aufgrund der attraktiven Projekte und unseren Entscheidungsmöglichkeiten als Investor sind wir jedoch hervorragend aufgestellt.

IZ: Stellen Sie auch Berufsanfänger ein? Oder machen die zu viel Arbeit?

Crepulja: Sicher nehmen wir auch Anfänger! Erstens bieten wir in Hamburg Plätze für ein duales Studium zum Bachelor of Engineering im Projektmanagement bzw. in der Projektentwicklung an. Zweitens suchen wir Absolventen, die in Richtung Bau- oder Projektleitung gehen wollen. Aber es stimmt schon: Die Ausbildung fängt de facto erst mit dem Job an.

IZ: Die Leiter der Frankfurter und der Hamburger Niederlassung waren unlängst auf einem Recruiting-Dinner mit Studenten. Was macht Instone als eher unbekannte Marke sonst noch, um für den studierenden Nachwuchs sichtbarer zu werden?

Crepulja: Als Gastprofessoren halten wir Vorlesungen an mehreren Unis, z.B. an der EBS, in Dortmund oder Aachen. Insgesamt bespielen wir ein halbes Dutzend Hochschulen.

IZ: Bieten Sie auch Traineeplätze an?

Crepulja: Ja - aber nicht überall. Im kaufmännischen Dienstleistungsbereich beschäftigen wir Trainees, in der Projektentwicklung dagegen nicht. Da laufen Absolventen die ersten zwei, drei Jahre immer erst im Windschatten eines erfahrenen Kollegen mit, ehe wir ihnen einen Teilabschnitt eines Projekts oder ein kleines Projekt komplett anvertrauen. Bei jungen Uniabgängern tätigt man in den ersten Berufsjahren ein Investment in den Mitarbeiter.

IZ: Was erwarten Sie von Nachwuchskräften und Young Professionals?

Crepulja: Theoretische Kompetenz ist nicht das Entscheidende, denn das kann man lernen. Viel wichtiger ist, wie jemand sich einarbeitet, wie er seine Aufgaben bewältigt und mit Problemen umgeht, wie teamorientiert er ist und welchen Spirit er an den Tag legt.

IZ: Auf welche Arbeitszeiten müssen sich Berufsanfänger bei Instone gefasst machen? Ein Junior-Projektentwickler hat mal gesagt: "Projektentwicklung ist kein Nine-to-five-Job. Da muss man schon die Bereitschaft mitbringen, auch mal länger als 19 Uhr im Büro zu bleiben."

Crepulja: Stechkarten gibt es bei uns jedenfalls nicht. Wir setzen auf ein flexibles Arbeitszeitenmodell.

IZ: Wie viel Einsatz erwarten Sie denn?

Crepulja: Der Arbeitsvertrag sieht bei uns meist eine 40-Stunden-Woche vor. Aber natürlich gibt es Projektphasen, in denen auch mal mehr gearbeitet wird. Zum Ausgleich schaffen wir entsprechende Freiräume für unsere Mitarbeiter.

IZ: Was kann man bei einem Projektentwickler verdienen? Studenten, die in die Projektentwicklung wollen, erwarten laut unserer letztjährigen Arbeitsmarktumfrage im Schnitt ein Einstiegsgehalt von rund 46.500 Euro.

Crepulja: Das Einstiegsgehalt hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, da kann ich Ihnen keine feste Größe nennen. Wer aber einen sehr guten Job macht, hat natürlich Aufstiegschancen und erhält eine entsprechend attraktive Vergütung.

IZ: Okay, aber sind die genannten 46.500 Euro jetzt - bei Instone - ein realistisches Einstiegsgehalt oder nicht?

Crepulja: Letztendlich ist hierfür das persönliche Profil des Bewerbers entscheidend. Das heißt, wir schauen uns an, welchen akademischen Abschluss und welche Kenntnisse er oder sie mitbringt bzw. wie der bisherige Werdegang war. Davon abhängig könnte das genannte Einstiegsgehalt realistisch sein, es ist aber keinesfalls als durchschnittliche Richtgröße zu betrachten.

IZ: Was können Sie sonst noch im War for Talents in die Waagschale werfen?

Crepulja: Flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege. Gleichzeitig bieten wir aufgrund unserer Ursprünge in einem der weltweit führenden Bauunternehmen auch vorhandene Strukturen wie z.B. sehr gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Außerdem können junge Talente, wenn sie sich gut entwickeln, bei uns schnell eigenverantwortlich arbeiten.

IZ: Flache Hierarchien - klingt ja gut. Aber ehrgeizige junge Menschen suchen eher die Karriereleiter, auf der sie Sprosse um Sprosse nehmen können.

Crepulja: Das können sie bei uns auch. Hier gibt es die klassischen Entwicklungsmöglichkeiten vom Junior-Projektentwickler über den Senior-Entwickler zum Niederlassungsleiter. Und dann warten ja noch die Geschäftsführung und der Vorstand.

IZ: Naja, die wenigsten bringen es zur Niederlassungsleitung. Für die meisten ist doch beim Senior-Titel Schluss.

Crepulja: Ja, es gibt verschiedene Hierarchiestufen. Aber auch auf Ebene der Projektleitung sind Entscheidungsbefugnisse und Verantwortung groß. Große Projekte haben bei uns häufig ein Erlösvolumen von über 100 Mio. Euro.

IZ: Danke Ihnen für das Gespräch.

Das Interview führte Harald Thomeczek.

Harald Thomeczek

DFH-Chef Kaske zieht sich wieder in den Aufsichtsrat zurück

Karriere13.06.2018
Die Deutsche Fertighaus Holding (DFH) baut ihren Vorstand abermals um. Nach dem überraschenden Abgang des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Thomas Sapper - dessen Vertrag erst im Frühjahr 2015 ... 

Die Deutsche Fertighaus Holding (DFH) baut ihren Vorstand abermals um. Nach dem überraschenden Abgang des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Thomas Sapper - dessen Vertrag erst im Frühjahr 2015 um fünf Jahre verlängert worden war - im November 2016, gibt das Unternehmen heute bekannt: Eigentümer Siegfried Kaske, der den Vorstandsvorsitz Ende 2016 selbst übernommen hatte, zieht sich wieder in den Aufsichtsrat zurück.

Dafür rückt Finanz- und Personalchef Bernhard Scholtes zum Vorstandssprecher auf. Hermann Wüst - der schon von 2001 bis 2009 im Vorstand saß und vor anderthalb Jahren wie Kaske vom Aufsichtsrat in den Vorstand umgezogen war - bleibt für Kunden und Abwicklung zuständig. Neu an Bord gegangen sind Oliver Brand (Ressort Vertrieb) und Michael Baader (Produktion, Montage und Logistik). Brand war vorher Geschäftsführer der DFH-Marke allkauf und verantwortet jetzt die übergeordnete vertriebliche Ausrichtung aller drei DFH-Vertriebslinien. Baader wirkte für die DFH zuletzt als Bereichsleiter und soll nun u.a. die Fertigung optimieren und modernisieren.

Kaske bezieht im Aufsichtsrat - wie zuvor - den Chefsessel. Dem Kontrollgremium gehören außerdem Lothar Kaske und Horst Weber an.

Harald Thomeczek

Logistikparkentwickler MLP nimmt Kurs auf Deutschland

Karriere11.06.2018
Die MLP Group, ein Entwickler von Logistikparks aus Polen, setzt die Segel für die Deutschlandexpansion. Das Unternehmen hat Patrick Kurowski, den bisherigen Head of Industrial & Logistics ... 

Die MLP Group, ein Entwickler von Logistikparks aus Polen, setzt die Segel für die Deutschlandexpansion. Das Unternehmen hat Patrick Kurowski, den bisherigen Head of Industrial & Logistics von CBRE in Warschau, unter Vertrag genommen. Kurowski soll ab Anfang Juli der Expansion von MLP nach Deutschland und Österreich Schwung verleihen. Als Country Manager ist er hierzulande federführend für die Entwicklung und Vermietung von Flächen zuständig.

Wie groß der Expansionshunger der Polen mit Blick auf den deutschen Lager- und Produktionsflächenmarkt ist, wird in der Presseaussendung, mit der das Unternehmen Kurowskis Berufung bekannt gibt, nicht mit absoluten Zahlen präzisiert. Der Vorstandsvorsitzende von MLP, Radoslaw Krochta, lässt sich darin jedoch dahingehend zitieren, "dass der deutsche Markt 50% unseres Portfolios darstellen soll". Aktuell unterhält das Unternehmen nach eigenen Angaben acht Logistikparks in Polen und ist dort für die Vermietung eines weiteren Objekts zuständig, das es vor drei Jahren verkauft hat. In Deutschland betreibe man aktuell einen Park in Unna, den MLP Unna, und in Rumänien wurde ein Grundstück für die Errichtung eines Parks erworben. Außerdem hat MLP Grundstücke angekauft bzw. gesichert: Summa summarum kommt das Unternehmen in den drei letztgenannten Märkten so auf 16 Logistikparks "im aktuellen und potenziellen Portfolio".

Harald Thomeczek