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Mehr Fachwissen für Verwalter von Gewerbeimmobilien

Souverän und kompetent auftreten. Das kann ein Commercial Property Manager nur, wenn er auch fachlich gut ausgebildet ist.

Souverän und kompetent auftreten. Das kann ein Commercial Property Manager nur, wenn er auch fachlich gut ausgebildet ist.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: F8studio

Karriere06.12.2018
Das Berufsbild des Commercial Property Managers soll professionalisiert werden. Auf dem Weg dahin ist die Initiative YouPM einen wichtigen Schritt vorangekommen. Im Januar startet ein ... 

Das Berufsbild des Commercial Property Managers soll professionalisiert werden. Auf dem Weg dahin ist die Initiative YouPM einen wichtigen Schritt vorangekommen. Im Januar startet ein Zertifikatslehrgang an der EBZ Akademie in Bochum. Das große Ziel, die Ausbildung von Immobilienkaufleuten zu modernisieren, liegt allerdings noch weit in der Ferne.

Die jungen Berufseinsteiger im Property-Management verlassen die Schulbank mit großen Wissenslücken, berichten Unternehmer aus der Branche. Die Abgänger können nichts dafür, der Lehrplan für den Ausbildungsgang der Immobilienkaufleute sei schuld. Er sei nicht mehr zeitgemäß und gebe den Inhalten aus der Verwaltung von Gewerbeimmobilien schlichtweg zu wenig Raum. Die wohnungswirtschaftliche Sichtweise dominiere das Themenfeld. Das war schon 2017 der Ausgangspunkt, als sich die Initiative YouPM mit Unternehmensvertretern aus der Branche gründete (siehe "Leer-Plan", IZ 11/18). Ihr Ziel: Das Berufsbild des Commercial Property Managers soll professionalisiert, bekannter und attraktiver gemacht werden.

Inzwischen ist die Initiative einen entscheidenden Schritt weiter: Sie hat zusammen mit dem Europäischen Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ) einen Weiterbildungsgang zum zertifizierten Commercial Property Manager aufgesetzt, der zum ersten Mal im Januar 2019 startet. Dort werden Teilnehmer aus dem kaufmännischen und aus dem technischen Bereich in sechs Drei-Tages-Blöcken über etwa neun Monate hinweg weitergebildet. Das gemeinsame Lernen beider Richtungen sei sehr außergewöhnlich, betont Rüdiger Grebe, Leiter der EBZ Akademie. "So lernen die Teilnehmer gleich zu Beginn, dass sie zusammenarbeiten müssen, und verstehen die Anforderungen, die die jeweils andere Seite an sie stellt." An drei Tagen jedoch wird die Gruppe geteilt, dann gibt es für jede Richtung vertiefendes Fachwissen.

Die übrige Zeit geht es in dem Lehrgang unter anderem um solche Aspekte wie das Rollenverständnis des Commercial Property Managers in Abgrenzung zum Facility- und Asset-Manager, um die Digitalisierung in der Branche, IT und ERP-Systeme, der Umgang mit dem Kunden sowie Konfliktmanagement. Auch das Vertragswesen, speziell auf Gewerbeimmobilien angepasst, ist Teil des Lehrplans.

Vermittelt werden die Inhalte von Dozenten mit wissenschaftlichem Hintergrund, aber auch von Praktikern aus den Unternehmen der Initiative. So unterrichtet beispielsweise Markus Thomzik, Professor an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen aus dem Fachbereich Maschinenbau und Facility Management, und Ulrich Nack als Professor für Immobilienmanagement genauso wie z.B. Ralf Lehmann, Geschäftsführer von Apleona RE, Susanne Tattersall, Geschäftsführerin von Tattersall Lorenz, und zwei Referenten von JLL. "Wir wollen damit zeigen, dass die Weiterbildung bei uns Chefsache ist", sagt Lehmann.

Zum Abschluss des Lehrgangs müssen die Teilnehmer Klausuren absolvieren und eine Projektarbeit zu einem Thema aus dem Berufsalltag erstellen und präsentieren. Bei einem erfolgreichen Abschluss erhält der Teilnehmer ein Zertifikat.

Die Weiterbildung richtet sich in erster Linie an junge Berufs-, aber auch an Quereinsteiger. Gerade für Letztere sei das Angebot eine wichtige Chance, betont Tattersall. Bis jetzt hätten sie es schwer gehabt, in dem speziellen Berufsfeld Fuß zu fassen. Doch durch die Weiterbildung würden auch recht fachfremde Lebensläufe interessanter. Detlef Kalthoff, Head of Property Management Germany bei JLL, sieht in der Weiterbildung sogar einen Mehrwert für erfahrene Mitarbeiter, die zum einen vertieftes Wissen zu Spezialthemen der Gewerbeimmobilienverwaltung erfahren und sich zum anderen mit weiteren Teilnehmern austauschen können.

Der erste Durchgang des Lehrgangs wird mit Beschäftigten aus den Unternehmen der Initiative YouPM bestückt. So stammen z.B. mindestens vier Teilnehmer von Apleona RE, drei junge Leute schickt Tattersall dorthin, JLL entsendet zwei Mitarbeiter.

"Wir sind sehr zufrieden mit diesem Angebot", sagt Apleona-RE-Geschäftsführer Lehmann. Alle wichtigen Themen, die ihm am Herzen liegen, seien drin. Vor allem Aspekte wie die Konfliktlösung und die Position des Property Managers zwischen Asset-Managern, Mietern und Facility-Managern müssten behandelt werden. "Ein Property-Manager muss wissen, warum ein Report für den Asset-Manager so wichtig ist, und was er damit macht", gibt Lehmann ein Beispiel. Geschäftsführerin Tattersall achtete indes vor allem darauf, dass sich die jungen Property Manager auch im Dialog z.B. mit großen Handelsunternehmen oder Anwaltskanzleien fachlich und persönlich behaupten können. Ebenso gebe es im gewerblichen Bereich Besonderheiten bei Mietanhebungsmöglichkeiten oder vertragliche Freiräume, die erlernt werden müssten.

Das Konzept gilt nun zunächst für den ersten Lehrgang. In den nächsten Durchgängen, die für April und September vorgesehen sind, könnten thematische und konzeptionelle Feinjustierungen erfolgen. So will auch Apleona RE zuerst schauen, wie das Bildungsangebot bei den Teilnehmern ankommt. In einem zweiten Schritt könnte es sein, dass Lehmann alle Property-Manager, die bei Apleona RE als Berufs- sowie Quereinsteiger anfangen, erstmal diesen Lehrgang durchlaufen lässt.

Die Weiterbildung an der EBZ Akademie ist zwar für die Mitglieder der Initiative YouPM ein wichtiger, weil schnell umsetzbarer erster Schritt - aber noch lange nicht der letzte hin zur Professionalisierung ihrer Teilbranche. "Das große Ziel muss es sein, dass die Grundausbildung angepasst wird", fordert Tattersall. Dass das aber gar nicht so einfach und vor allem nicht zügig geht, hat auch schon die Initiative erfahren. Die Neuordnung eines Ausbildungsgangs ist ein abstimmungsintensives Unterfangen. Zunächst müssten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer, also alle relevanten Immobilienverbände, Gewerkschaften und Interessenvertreter, darin einig sein, wie die Neuordnung aussehen soll. Das Kuratorium der deutschen Wirtschaft für Berufsbildung hilft bei der Abstimmung. Anschließend müssten sie sich damit ans Wirtschaftsministerium wenden, erläutert ein Sprecher der Kultusministerkonferenz (KMK). Das Ministerium sei für die Ausbildungsordnung der Immobilienkaufleute zuständig. Erst im nächsten Schritt komme die KMK dazu, die sich um den Rahmenlehrplan an den Berufsschulen kümmert. Es folgt ein Antragsgespräch zur Neuordnung, mit der sich im weiteren Verlauf ein Bund-Länder-Koordinierungsausschuss auseinandersetzt. Dann würde es dem KMK-Sprecher zufolge in aller Regel etwa ein Jahr dauern, bis die neue Ausbildungsregelung in Kraft tritt.

Der Knackpunkt in dem ganzen Verfahren um die Ausbildung der Immobilienkaufleute dürfte die Initialzündung sein, die von den Immobilienverbänden ausgehen müsste. Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) betont zum Beispiel auf IZ-Anfrage, dass die Ausbildung zum Immobilienkaufmann auf sehr viele Geschäftsbereiche der Immobilienwirtschaft ausgerichtet sei. Hierzu zählten neben Wohnungsunternehmen und Wohnungseigentumsverwaltungen auch Bauträger und Projektentwickler ebenso wie Immobilienmakler und Grundstücks- sowie Vermögensverwaltungen. Auch in Banken, Bausparkassen, Versicherungen und Industrie- und Handelsunternehmen würden sie eingesetzt. Von den 880 Unterrichtsstunden in der Ausbildung befassten sich nur 240 Stunden ausschließlich mit der Wohnungswirtschaft. "Der vorliegende Rahmenlehrplan orientiert sich an den typischen Geschäftsprozessen der Immobilienbranche", fasst Wolfgang Schäfers, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Human Resources zusammen. "Das hier erworbene Wissen kann in allen Assetklassen angewendet werden." Wer sich in eine bestimmte Richtung orientieren wolle, habe über die Wahl der Berufsschule und die in der Ausbildungsordnung vorgesehenen Wahlqualifikationen die Möglichkeit dazu.

Auch für einen gänzlich eigenständigen Ausbildungsgang zum Commercial Property Manager stehen die Zeichen offensichtlich ungünstig. "In Deutschland gibt es derzeit eher die Tendenz, Berufsbilder zusammenzufassen, um mehr Mobilität im Berufsalltag zu ermöglichen", sagt EBZ-Leiter Grebe. Eine klassische Grundausbildung sei demzufolge der erste Schritt, weitere Qualifikationen würden dann draufgesattelt - eben so, wie es nun für den Commercial Property Manager möglich ist.

Initiative YouPM offen für Neue

Die Initiative YouPM will das Berufsbild des Verwalters von Gewerbeimmobilien professionalisieren. Ihre Teilnehmer sind (alphabetisch geordnet) Apleona, DIC Onsite, Goldbeck Procenter, HIH Property Management, JLL, Omega Immobilien Gruppe, Tattersall Lorenz Immobilienmanagement, Vistra und Vivanium Real Estate. Wer sich der Initiative anschließen möchte, möge sich an ihren Initiator und Moderator Thomas Wenzel, Senior Manager bei Bell Management Consultants, wenden (thomas.wenzel@bell-consultants.com).

Anke Pipke

Die Gebäudereiniger kämpfen weiter fürs Weihnachtsgeld

Reinigungskräfte mit Spaß bei der Arbeit.

Reinigungskräfte mit Spaß bei der Arbeit.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: Andrey Popov

Karriere29.11.2018
Unternehmen aus dem Facility-Management liegen mit der IG Bau im Clinch. Die Gewerkschaft fordert ein Weihnachtsgeld für die Gebäudereiniger. Dabei haben die Arbeitgeber bereits für die ... 

Unternehmen aus dem Facility-Management liegen mit der IG Bau im Clinch. Die Gewerkschaft fordert ein Weihnachtsgeld für die Gebäudereiniger. Dabei haben die Arbeitgeber bereits für die jüngsten Lohnerhöhungen tiefer in die Tasche greifen müssen. Sie lehnen die zusätzliche Forderung nun ab.

Bald ist Weihnachten. Da ist Ende November bei vielen Arbeitnehmern das Lohnsäckchen besonders gut gefüllt. Weihnachtsgeld nennt sich das Plus am Jahresende. Das hätten auch gerne die Gebäudereiniger. Es soll aber nicht nur ein kleiner Obolus sein. Ein tariflich geregeltes Weihnachtsgeld wäre angebracht, fordern sie. Die Branche sei eine der wenigen, in der es so etwas noch gar nicht gebe. Tatsächlich hat das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung in der aktuellen Weihnachtsgeldstudie herausgefunden, dass 77% aller Beschäftigten in Betrieben mit Tarifvertrag Weihnachtsgeld bekommen. Die Gebäudereinigerbranche mit ihren etwa 600.000 Beschäftigten fällt nicht darunter. Die Industriegewerkschaft Bauen - Agrar - Umwelt (IG Bau) will das nun ändern.

Der Kreis der Begünstigten würde allerdings nicht unmittelbar alle Gebäudereiniger umfassen. Denn die IG Bau kämpft zunächst nur für ihre Mitglieder. Auch eine Gewerkschaft muss eben schauen, dass sie mit exklusiven Vorteilen wie auch schon dem Urlaubsgeld Mitglieder aus der Branche bindet und weitere anwirbt. Eine Allgemeinverbindlichkeit von Zusatzzahlungen ist da nicht immer das höchste Ziel. Wie viele Gebäudereiniger in der IG Bau organisiert sind, will die Gewerkschaft nicht verraten.

Auch geringfügig entlohnte Beschäftigte, die in der Gebäudereinigung einen bedeutsamen Teil der Mitarbeiterschar ausmachen (siehe Tabelle "Der Umsatz pro Beschäftigtem steigt"), profitierten nur bedingt vom Weihnachtsgeld und Lohnerhöhungen. Um nicht über die 450-Euro-Grenze und damit in die Pflicht zu geraten, Sozialabgaben leisten zu müssen, gibt es für sie statt zusätzlichem Geld weniger Arbeitszeit.

Seit Sommer 2018 wünscht sich die IG Bau das Weihnachtsgeld für ihre Mitglieder. "Wir fordern als Einstieg 80 Stundenlöhne, bei längerer Betriebszugehörigkeit mehr. Teilzeitbeschäftigte sollen anteilig ihrer Arbeitszeit berücksichtigt werden", sagt Ruprecht Hammerschmidt, Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der IG Bau. Doch die Arbeitgeber, vertreten durch den Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV), seien lange Zeit nicht einmal bereit gewesen, Verhandlungen zu diesem Thema auch nur aufzunehmen, und hatten die Arbeitnehmer nur per Pressemitteilung wissen lassen, dass es mit ihnen keinen Tarifvertrag über ein Weihnachtsgeld geben werde, moniert die Gewerkschaft.

Das ließ die IG Bau nicht auf sich sitzen und rief vergangene Woche zu Warnstreiks auf. Etwa 24 Stunden lang wurden rund 170 Objekte bestreikt - vom Flughafen Frankfurt, wo etwa 200 Reiniger den Lappen ruhen und die Putzeimer stehen ließen, über Industrieobjekte und Verwaltungen bis hin zu Krankenhäusern und Schulen. Mit dabei waren auch Kleinstobjekte mit zwei Beschäftigten. Selbst beim Innungsobermeister des Saarlands, Bernhard Weißhaupt, also einem Gegner des Weihnachtsgelds, wurde die Arbeit niedergelegt. Streikende Beschäftigte stammten auch aus zahlreichen namhaften Betrieben wie Piepenbrock, Dussmann, Wisag und Gegenbauer.

"Warnstreiks haben ins Schwarze getroffen", überschrieb die IG Bau nach dem Streikende am Dienstag ihre Pressemitteilung. Ja, es gebe Gespräche zwischen Gewerkschaft und BIV. Das sei zwar noch keine Tarifverhandlung, aber die IG Bau erwarte nun von den Arbeitgebern "eine zeitnahe Rückmeldung, wie es in diesem Punkt weitergehen soll", heißt es. Der BIV bestätigt, dass sich ihr Geschäftsführer Johannes Bungart mit IG-Bau-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux unterhalten habe. Für alles Weitere bräuchte der BIV aber erst einmal ein Mandat der Mitglieder. Und das liege noch nicht vor.

Vielmehr verweist der BIV auch nach den Warnstreiks weiterhin auf seine Argumente gegen die Zahlung eines Weihnachtsgelds. So sei erst Ende vergangenen Jahres ein dreijähriger Lohntarifvertrag ausgehandelt worden, der eine "deutliche" und schrittweise Erhöhung der Tariflöhne mit einer Angleichung der Ostlöhne an das Westniveau verbinde. In der untersten Lohngruppe, also für die meisten Beschäftigten in der Innenreinigung, gelten ab Dezember 2020 in Ost und West jeweils 10,80 Euro die Stunde. Aktuell sieht die Lohntabelle noch 10,30 Euro für Beschäftigte im Westen und 9,55 Euro im Osten vor. In der Lohngruppe 6, z.B. für qualifizierte Glas- und Fassadenreiniger, erhöht sich der Stundenlohn von aktuell 13,55 Euro im Westen und 12,18 Euro im Osten auf dann bundesweit 14,10 Euro. Das sind aus Sicht des BIV "vernünftige Löhne". "Das geforderte 13. Monatsgehalt", wie die Innung das Weihnachtsgeld bezeichnet, wäre eine weitere Lohnerhöhung, die zurzeit "nicht umsetzbar" sei, sagt ihr Geschäftsführer Bungart. Auch die Dienstleister Piepenbrock mit 21.000 Mitarbeitern in der Gebäudereinigung und Wisag mit 19.000 Reinigungskräften unterstreichen diese Haltung und betonen, dass die vereinbarten Stundenlöhne deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro pro Stunde liegen. "Es war uns schon immer ein Anliegen, dass unsere Mitarbeiter fair entlohnt werden", sagt Jörg Tobollik, Geschäftsführer der Wisag Gebäudereinigung Holding. Das Unternehmen zahlt z.B. allen seinen Gebäudereinigern Urlaubsgeld, obwohl nur Gewerkschaftsmitglieder Anspruch darauf hätten. Bei der Forderung nach einem Weihnachtsgeld bleibt Wisag allerdings kritisch. Der aktuelle Lohntarifvertrag gebe allen Beteiligten Planungs- und Budgetsicherheit. "Für eine weitere Lohnerhöhung können wir unsere Kunden sicher nicht gewinnen", sagt Tobollik.

IG-Bau-Vertreterin Laux hält dagegen: "Die Beschäftigten in der Gebäudereinigung sind sauer. Sie wollen endlich die Anerkennung, die sie sich verdient haben, und nicht länger als Arbeitnehmer zweiter Klasse behandelt werden. Die meisten arbeiten in der untersten Lohngruppe. Sie arbeiten zuverlässig und hart. Reichtümer scheffeln sie dabei nun wirklich nicht." Die Attraktivität der Gebäudereinigerbranche wachse "ganz sicher nicht mit Dumpingmethoden". Damit die Arbeitgeber aus der Branche für Beschäftigte attraktiver würden, "brauchen wir sichtbare Signale für mehr Wertschätzung und Anerkennung". Das Weihnachtsgeld, findet Laux, wäre "dafür ein gutes Beispiel".

Ein Blick auf die Daten aus der Handwerkszählung des Statistischen Bundesamts legt derweil nahe, dass es der Gebäudereinigerbranche recht gut geht. Die Umsatzzahlen stiegen bis 2016 stetig, der Umsatz mit jedem Mitarbeiter ebenfalls (siehe Tabelle "Der Umsatz pro Beschäftigtem steigt"), die angesprochenen Lohnerhöhungen für die Reiniger wurden Ende 2017 vereinbart. Der BIV spricht zudem von einem akut hohen Bedarf an Personal. Ihn mittels eines zusätzlichen Weihnachtsgelds decken zu können, sieht er allerdings nicht.

Ob und wann die Verhandlungen zum Weihnachtsgeld weitergehen, ist noch nicht absehbar. Die IG Bau behält sich nach eigenen Angaben weitere Aktionen vor.

Währenddessen ruhen die Gespräche zwischen der IG Bau und dem BIV zum Rahmentarifvertrag, die im Frühjahr 2018 begonnen haben. Nach mehreren Gesprächsrunden gibt es auch dort kein Vorankommen. Strittige Fragen werden nun in mehreren kleinen Gruppen diskutiert. Bei den Gesprächen geht es u.a. um die Eingruppierung von Fachkräften, einen Branchentreue-Bonus von Beschäftigten, um den Erhalt von Urlaubstagen bei Arbeitgeberwechseln und die Einführung gewerkschaftlicher Vertrauensleute.

Anke Pipke

Immonachwuchs rennt der TU Darmstadt die Bude ein

Karriere28.11.2018
Die TU Darmstadt hat gute Nachrichten für alle FM-Dienstleister, Projektsteuerer oder Immobilienberater mit Nachwuchsbedarf: Die Zahl der Studienanfänger im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen ... 

Die TU Darmstadt hat gute Nachrichten für alle FM-Dienstleister, Projektsteuerer oder Immobilienberater mit Nachwuchsbedarf: Die Zahl der Studienanfänger im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit der technischen Fachrichtung Bauingenieurwesen hat sich im Wintersemester 2018/2019 fast vervierfacht.

"In den letzten 15 Jahren schwankten die Kohorten der Studienanfänger um die 60 Studierende. In diesem Oktober haben bei uns jetzt ca. 220 Studierende - genaue Zahlen liegen noch nicht vor - angefangen", berichtet Andreas Pfnür, der das Fachgebiet Immobilienwirtschaft und Baubetriebswirtschaftslehre an der TU Darmstadt leitet. Hatte die Hochschule zeitweise Schwierigkeiten junge Menschen zu finden, die sich für den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit der technischen Fachrichtung Bauingenieurwesen - kurz: Wibi - begeistern konnten, registiert der Professor seit fünf Jahren mehr Bewerber als Plätze: "Die Nachfrage ist enorm gewachsen."

Numerus Clausus ade

Dass diese Nachfrage jetzt auch bedient werden kann, ist der Tatsache zu verdanken, dass die TU Darmstadt angesichts eines drohenden Rückgangs der Studierendenzahlen in anderen Fachbereichen Mittelkürzungen durch das Land Hessen zu befürchten hatte und deshalb Zugangsbeschränkungen aufgehoben hat. "Anders als in den meisten anderen Studiengängen ist die Nachfrage nach unserem immobilienwirtschaftlichen Studiengang so immens gewesen, dass die Situation jetzt so ist, wie sie ist", freut sich Pfnür. Wibi sei der am stärksten überbuchte Studiengang.

"Positive Selektion"

Vor der Aufhebung der Einstiegshürde lag der Numerus Clausus in Wibi bei 2,1. Jetzt ist die durchschnittliche Abinote der Wibi-Anfänger 2,1. Ob sich damit auch die Qualität der Studenten verwässert hat? "In der Immobilienwirtschaft korreliert der berufliche Erfolg nicht unbedingt mit Abinoten", stellt Pfnür klar. Verhandlungsgeschick und Führungsstärke seien hier wichtigere Erfolgsfaktoren. Seine Studenten wüssten sehr gut, dass "Leistungsfähigkeit, Arbeitsbereitschaft und Zielorientierung gefordert" seien. Dies und die Tatsache, dass sie meistens familiär vorbelastet sind - schon die Eltern kommen oft aus der Bau- und Immobilienbranche - sorge für eine "positive Selektion".

Ist die Entwicklung in der Ausbildung des immobilienwirtschaftlichen Nachwuchses auch bemerkenswert, so macht dieser weiterhin lediglich einen kleineren Anteil an allen Studierenden aus. An der TU Darmstadt studieren aktuell knapp 26.000 Menschen. Rund jeder Zweite ist zwar in Ingenieurwissenschaften eingeschrieben, aber nur ca. 2.500 in Bau- und Umweltingenieurwissenschaften. Die Zahl der Studienanfänger im gesamten Fachbereich, zu dem Wibi gehört, liegt bei ca. 1.000. "Da sind 220 Neuanfänger bei uns zu verkraften", so Pfnür.

Harald Thomeczek

Der Kili schweißt zusammen

Geschafft! Tage voller Anstrengung und Grenzerfahrungen liegen hinter ihnen. Jetzt dominieren Freude und Stolz über das gemeinsam Erreichte.

Geschafft! Tage voller Anstrengung und Grenzerfahrungen liegen hinter ihnen. Jetzt dominieren Freude und Stolz über das gemeinsam Erreichte.

Quelle: Krieger + Schramm

Karriere22.11.2018
Über sich hinauszuwachsen, ist ein erhebendes Gefühl - gerade, wenn man es im Team erlebt. Um den Mitarbeitern die Möglichkeit dazu zu bieten und den Teamspirit zu stärken, bot die ... 

Über sich hinauszuwachsen, ist ein erhebendes Gefühl - gerade, wenn man es im Team erlebt. Um den Mitarbeitern die Möglichkeit dazu zu bieten und den Teamspirit zu stärken, bot die Unternehmensgruppe Krieger + Schramm ihren Mitarbeitern Bergtouren auf den Brocken, die Zugspitze und das Kilimandscharo-Massiv an. Personaltrainer Carsten Seiffert ist begeistert von der Aktion, warnt aber vorschnelle Nachahmer.

Ich finde noch immer keine Worte, die das alles beschreiben können, was ich in diesen wenigen Tagen erlebt habe." Christopher Conrady war einer von neun Mitarbeitern der Unternehmensgruppe Krieger + Schramm, die gemeinsam eine Tour auf den Kibo, den höchsten Punkt im Kilimandscharo-Massiv, hinter sich haben. Anfang Oktober waren sie aufgebrochen, mehr als eine Woche verbrachten sie im afrikanischen Tansania. Es sei alles so faszinierend gewesen, berichtet der junge Projektleiter. Das Land, die Kultur, die Menschen vor Ort - und nicht zuletzt der gemeinsame Aufstieg, der jeden einzelnen des Teams an und über seine individuellen Grenzen hinweggebracht hat.

Die Idee für diese aufregende Reise hatte der Chef. Der geschäftsführende Gesellschafter Matthias Krieger, selbst ehemaliger Hochleistungssportler in Disziplinen wie Leichtathletik und Handball, verfolgt mit solchen Aktionen gleich mehrere Ziele. Er möchte den Mitarbeitern damit die Chance bieten, sich selbst weiterzuentwickeln und ihre eigene Komfortzone für kurze Zeit zu verlassen. Außerdem bringen interaktive Events die Kollegen enger zusammen und schaffen somit eine tiefere Bindung ans Unternehmen.

Der Zeitpunkt für das Mega-Event war nicht zufällig gewählt. Die Standorte in Dingelstädt, Frankfurt, München und Kassel sind in letzter Zeit personell stark gewachsen. Da besteht leicht das Risiko, dass das Teamgefühl leidet. Dem will Krieger + Schramm entgegenwirken. Das Berufsleben sei schließlich eine Art Spielwiese, sagt Krieger. Und jeder spiele eben dort am liebsten, wo er am meisten Spaß hat. Das versucht der Firmenchef seiner Belegschaft auf vielfältige Art zu bieten.

Das Projekt "Hoch hinaus - Krieger + Schramm ohne Grenzen" sticht aus dem Maßnahmenkatalog heraus. Vor zwei Jahren begann die Planung. Krieger rief damals Conrady an und bat ihn, zusammen mit der Gruppe Jugend im Unternehmen (alle Mitarbeiter unter 30 Jahren) das große Ziel Kilimandscharo zu planen. "Ich war sofort Feuer und Flamme für das Projekt, hatte aber auch sehr viel Respekt vor dieser Herausforderung", berichtet Conrady.

Frei nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" hat Krieger + Schramm das Projekt Hoch hinaus nicht allein an einer riesigen, für viele der insgesamt 100 Mitarbeiter schier unrealistischen Wanderung festgemacht. Jeder Mitarbeiter sollte an dem Projekt teilhaben können. Daher gab es insgesamt drei Etappen, die im Schwierigkeitsgrad aufeinander aufbauten. Die erste Herausforderung war der Brocken im Harz mit 1.141 m. Das Interesse unter der Belegschaft war groß, doch letztlich waren es aus Termingründen im Juni 2017 nur elf Mitarbeiter, die den 12 km langen Aufstieg angingen.

Deutlich größer fiel die Gruppe aus, die sich wenige Monate später auf den Weg zur Zugspitze machte. 20 Kollegen aus den Niederlassungen Dingelstädt, Kassel, Frankfurt und München waren am Start, später stieß noch ein halbes Dutzend Führungskräfte hinzu. Im Vorfeld haben sich die Teilnehmer mit professioneller Unterstützung auf den Aufstieg vorbereitet. Zusätzliche Motivation lieferte eine interne Whatsapp-Gruppe, über die jeder von seinen Trainingsfortschritten beim Joggen, Walken, Fahrradfahren, Schwimmen oder der Kartoffelernte berichten konnte. Im September 2017 dann der Praxisteil. Er war gespickt mit besonderen Erlebnissen. Nicht nur die Wanderung, auch die Nacht mit 18 Personen in einem Raum und der überraschende Neuschnee am Morgen sowie die letzte Etappe bis zum Gipfelkreuz auf 2.962 m lieferten Geschichten, die heute noch im Büroalltag erzählt werden.

Die abenteuerlichsten Stories liefert allerdings die Wanderung zum Kilimandscharo. "Die ersten Etappen waren relativ entspannt zu meistern", erinnert sich Conrady, der bereits privat Marathon gelaufen und von München nach Venedig geradelt ist. "Der Endspurt war allerdings das anstrengendste, was ich je erlebt habe." Bei minus 15 bis minus 20°C ging es sechs Stunden lang steil bergauf. "Die Höhe, die Kälte, die Anstrengung - das war extrem." Das Team wurde mit dem Sonnenaufgang über Afrika belohnt. "Das war der erste Höhepunkt des Tages", erzählt der Projektleiter. Anschließend hieß es: weiter bis auf 5.895 m Höhe. Die Wanderer geraten an ihre Grenzen. "Da stand man schon ein bisschen neben sich." Am Gipfelpunkt ist es dann geschafft. Pure Erleichterung, schiere Freude, die Kollegen liegen sich in den Armen.

Schon im Vorfeld der Tour waren die Kollegen ein Team, das sich gut verstanden hat. Auf dem Weg haben alle durchweg an einem Strang gezogen und sich gegenseitig gepusht, immer weiter zu gehen und nicht nachzulassen, obgleich die Kräfte schwanden. "Man hat gemerkt, wie das Team über die Tage hinweg zusammengewachsen ist", erzählt Conrady. Zu dem Team gehörte auch der Chef, der dafür die diesjährige Teilnahme an der Expo Real sausen ließ. Krieger selbst hat es wegen einer Erkrankung zwar nicht bis zum Gipfel geschafft, das sei aber "nicht so wichtig", betont er. "Das Team war oben, das zählt."

Die Kili-Tour war nicht nur ein Erlebnis für die Wanderer, sondern für die Daheimgebliebenen ebenfalls. Es sei beeindruckend gewesen, wie die Kollegen in Deutschland mitgefiebert haben, blickt Conrady zurück. Sie wurden fast täglich mit Infos von der Reisegruppe über Standort, Etappen und mit Bildern versorgt. Ein Blog und ein Video sollen in den nächsten Wochen die Eindrücke frisch halten und für jeden Interessierten erfahrbar machen.

Carsten Seiffert, Trainingsleiter beim Personaldienstleister gustavkäser, zeigt sich begeistert von dem Projekt Hoch hinaus. "Es ist toll, dass es mit den Wanderungen auf den Brocken, auf die Zugspitze und auf den Kilimandscharo drei unterschiedliche Leistungsstufen gab", urteilt er. Damit habe das Unternehmen bewiesen, die Gesamtmannschaft im Blick zu haben. "Nicht jeder Mitarbeiter ist gleich", unterstreicht Seiffert. Verschiedene Schwierigkeitsgrade anzubieten und damit dennoch jedem seinen persönlichen Erfolg beim Bezwingen eines Gipfels zu ermöglichen, sei eine sehr gute Idee gewesen. Ebenso wie der Gedanke, die Organisation des Projekts in die Hände der Gruppe Jugend im Unternehmen zu legen. "Die beste Form der Motivation ist es, Verantwortung zu übergeben", sagt der Trainingsleiter.

Dennoch sei es nicht für jedes Unternehmen ratsam, das Projekt ohne weiteres zu kopieren. "Der Effekt, gemeinsam einen Berg bezwungen zu haben, verpufft wieder", warnt Seiffert. Die Erlebnisse veränderten nicht auf ewig die Kultur in der Firma. Der Teamspirit müsse durch die passende Unternehmensphilosophie aufrecht erhalten werden. Dazu zähle auch die Wertschätzung der Mitarbeiter im Alltag. "Das Gefühl zu vermitteln, gebraucht zu werden, ist dabei sehr wichtig", rät Seiffert. Perspektiven zu bieten, zähle ebenfalls dazu. "Das muss nicht gleich eine steile Karriere sein." Es reiche schon, ambitionierten Mitarbeitern Verantwortung für kleine Projekte zu übertragen. Das wirke letztlich nachhaltiger als jede Sonderzahlung.

Bei Krieger + Schramm geht das Projekt Hoch hinaus weiter. Außerdem bastelt der Chef an der Aktion Helping Hands. Dabei werde jeder Verbesserungspunkt, die die Mitarbeiter im Alltagsgeschäft der Firma ausmachen, einem Geldbetrag gleichgesetzt, den Krieger + Schramm für den Bau eines Kinderheims in Afrika spende. Dieses Bauprojekt will Krieger wieder dazu nutzen, sich mit Mitarbeitern auf die Reise zu machen.

Anke Pipke

Ikea: Auch Immobilienjobs von Transformationsplan betroffen

Das Areal, auf dem Ikea in Karlsruhe baut, misst in etwa nur ein Drittel so viel wie ein Grundstück für eine herkömmliche Filiale. Damit trotzdem nicht bei der Verkaufsfläche gespart werden muss, baut Ikea in die Höhe.

Das Areal, auf dem Ikea in Karlsruhe baut, misst in etwa nur ein Drittel so viel wie ein Grundstück für eine herkömmliche Filiale. Damit trotzdem nicht bei der Verkaufsfläche gespart werden muss, baut Ikea in die Höhe.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Harald Thomeczek

Karriere22.11.2018
Kleinere, innerstädtische Einrichtungshäuser statt großer Klötze auf der grünen Wiese, mehr Verteilzentren für eine schnellere Beglückung von Onlinekunden oder Kunden gleich aus ... 

Kleinere, innerstädtische Einrichtungshäuser statt großer Klötze auf der grünen Wiese, mehr Verteilzentren für eine schnellere Beglückung von Onlinekunden oder Kunden gleich aus bestehenden Möbelhäusern heraus beliefern: Der Ikea-Mutterkonzern Ingka hat viele Ideen, wie er sich zukunftsfest machen will. Die Anpassung ans Kundenverhalten hat Auswirkungen aufs Personal.

So sollen in den beiden kommenden Jahren durch die Eröffnung 30 neuer innerstädtischer "Touchpoints" - das können klassische Einrichtungshäuser sein, aber auch neue Formate -, Investitionen in das Fulfilment-Netz (zur Abwicklung von Onlineaufträgen) und den Ausbau der digitalen Kapazitäten 11.500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, wie der Ingka-Konzern bekannt gab. Die schlechte Nachricht: Zugleich könnten 7.500 von 160.000 Stellen wegfallen, und zwar vor allem in globalen Funktionen und den 30 Landeszentralen.

Transformationsprogramm auf drei Jahre angelegt

Was das genau für Deutschland und die deutsche Ikea-Truppe heißt, konnte eine Sprecherin noch nicht sagen: "Wir befinden uns noch in der Anfangsphase, und jeder Markt und jeder Geschäftsbereich bestimmt eigenverantwortlich, wie wir das Ziel erreichen. Die Auswirkungen variieren also von Land zu Land und je nach Funktion bzw. Geschäftsbereich." Das Transformationsprogramm sei auf drei Jahre angelegt. Die Veränderungen in den verschiedenen Märkten würden zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen. Jeder Markt werde einzeln betrachtet, "auch für den deutschen Markt werden die einzelnen Bereiche und Funktionen in der Zentrale sorgfältig analysiert".

Klar ist aber schon jetzt: "In Deutschland werden sich die Veränderungen zunächst neben Distribution Services (Dortmund) auch auf die Landeszentrale auswirken, wo auch die Kolleginnen und Kollegen von Property & Expansion angesiedelt sind. Die Einrichtungshäuser in Deutschland sind zurzeit nicht im Fokus", teilte die Sprecherin auf Nachfrage mit. Die Immobilienabteilung von Ikea in Deutschland zählt rund 80 Mitarbeiter: Grundstücksakquisiteure und Planer, Projektentwickler und Baufachleute ebenso wie Facility-Manager und Leute für den Innenausbau.

Ikea geht unter die Mieter

Bislang baut Ikea seine Möbelhäuser selbst und behält diese auch im Eigentum: Inklusive des jüngsten Projekts in Karlsruhe sind es 54 Filialen mit rund 2 Mio. qm Gebäudefläche und ca. 1,5 Mrd. Euro Assets under Management. Im Zuge der neuen Standortstrategie denkt Ikea auch über Anmietungen nach, wie die Immobilien Zeitung bereits berichtet hatte.

Für die künftige Expansion in Innenstadtlagen kommt die Einrichtungskette laut Johannes Ferber, Immobilienchef von Ikea in Deutschland, mit Verkaufsflächen von 5.000 qm bis 15.000 qm aus. Die ersten Testballons mit solchen "Customer Meeting Points", in denen die Kunden Waren in Augenschein nehmen und sich beraten lassen, aber nicht mehr unbedingt mit nach Hause nehmen sollen, sollen in den nächsten drei Jahren steigen.

Pilotprojekt in Berlin

"Für unsere Pilotprojekte konzentrieren wir uns auf Berlin. Damit haben wir uns in den letzten Monaten intensiv beschäftigt", sagte Ferber der Immobilien Zeitung Ende September anlässlich der Grundsteinlegung in Karlsruhe. In der Hauptstadt will Ikea in der City und den Bezirken mehrere Showroom-Filialen eröffnen, in denen Beratung großgeschrieben werden soll. Kunden, die dort einkaufen, sollen von den vier bestehenden Ikea-Möbelhäusern in Berlin aus beliefert werden. Im ersten Innenstadthaus von Ikea in Hamburg-Altona dagegen können Kunden noch sämtliche Waren mit dem Auto mitnehmen.

Auf der Handelsimmobilienmesse Mapic in Cannes hatte Ingka unlängst bekannt gegeben, 5,8 Mrd. Euro binnen drei Jahren in 30 innerstädtische "Meeting Places" mit Ikea-Anker in Großstädten rund um den Globus investieren zu wollen.

Harald Thomeczek