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Dussmann-Tochter schickt Azubi-Anwärter ins Schneecamp

Skilanglauf war eine der Disziplinen, in denen sich die Azubi-Kandidaten im Schneecamp des Kälteanlagenbauers DKA beweisen mussten.

Skilanglauf war eine der Disziplinen, in denen sich die Azubi-Kandidaten im Schneecamp des Kälteanlagenbauers DKA beweisen mussten.

Quelle: Dussmann Group/DKA

Karriere07.03.2018
Die Dresdner Kühlanlagenbau (DKA), eine Tochter der Berliner Dussmann-Gruppe, hat Anwärter auf einen Ausbildungsplatz in einem Schneecamp im Allgäu auf ihre Eignung getestet. Nicht alle ... 

Die Dresdner Kühlanlagenbau (DKA), eine Tochter der Berliner Dussmann-Gruppe, hat Anwärter auf einen Ausbildungsplatz in einem Schneecamp im Allgäu auf ihre Eignung getestet. Nicht alle bestanden die Prüfung.

Gekommen waren Anfang März insgesamt 16 Möchtegern-Azubis aus ganz Deutschland. Zwölf von ihnen fuhren mit einem Ausbildungsvertrag zum Mechatroniker für Kältetechnik in der Tasche wieder heim. Zwei weiteren Bewerbern "bieten wir die Möglichkeit eines zusätzlichen Praktikums", so Steffen Opitz, Geschäftsleiter Personal bei der DKA. Was aus den restlichen zwei Teilnehmern wurde, ist nicht überliefert. Insgesamt bietet die DKA für den Ausbildungsbeginn in diesem Herbst 35 Plätze an.

Beim Azubicamp an der Natural Academy Heubethof von Olympia-Mentalcoach Robby Lange mussten sich die Kandidaten unter den Augen von Snowboard-Olympiateilnehmer Paul Berg in Teamfähigkeit, Motivation, Präsenz, Ehrgeiz und Führungsqualitäten beweisen. Die Disziplinen: Bauen einer Bar aus Schnee und Eis, Ziehen von Kerzen oder Biathlon (einer Kombination aus Skilanglauf, Büchsenwerfen und Nageln).

Der Kälteanlagenbauer beschäftigt 650 Mitarbeiter. Das herstellerunabhängige Unternehmen plant, liefert, montiert und wartet kälte- und klimatechnische Anlagen und Systeme.

Harald Thomeczek

Tim Bosch macht das Rennen um Gefma-Hauptförderpreis

Die Gefma-Preisträger.

Die Gefma-Preisträger.

Quelle: Gefma

Karriere06.03.2018
Tim Bosch von der Hochschule Karlsruhe hat das große Los gezogen: Der junge Mann ergatterte den Hauptpreis unter den Gefma-Förderpreisen 2018. Außerdem wanderte ein Preisgeld in Höhe von 3.000 ... 

Tim Bosch von der Hochschule Karlsruhe hat das große Los gezogen: Der junge Mann ergatterte den Hauptpreis unter den Gefma-Förderpreisen 2018. Außerdem wanderte ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro in seine Taschen. Die Masterarbeit, die ihm Ruhm und Geld einbrachte, dreht sich um Herausforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten bei der Ausschreibung von Facility-Management-Dienstleistungen auf internationaler Ebene in einem Großunternehmen der Chemiebranche.

Weitere fünf Förderpreise und je 1.000 Euro gingen an: Alexandra Köther von der Fachhochschule Aachen (Nachtrags- und Risiko-Management für Bauherren und Betreiber von Wohnimmobilien); Jonas Rau (Technische Universität Darmstadt: Ökonomische Möglichkeiten und Grenzen der Treibhausgasreduktion durch verbesserte Dämmung und gebäudeintegrierte Photovoltaik in koreanischen Wohnhochhäusern); Daniel Hartung (TU Braunschweig: Entwicklung eines Controlling-Tools für Facility-Management-Leistungen); Jana Kolpakova (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin: Workspace Management – An FM Discipline?) und Dr.-Ing. Rainer Fauth (Universität der Bundeswehr München: Entwicklung eines Modells zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Bestandsgebäuden). Die Preise wurden dieser Tage auf der Messe InServFM in Frankfurt verliehen.

Harald Thomeczek

6,5% mehr Geld für Immobilienvorstände

Die Vorstände aus der Untersuchungsgruppe Wohnungswirtschaft/Immobilien bekamen 2016 im Durchschnitt eine Gehaltserhöhung von 6,5%.

Die Vorstände aus der Untersuchungsgruppe Wohnungswirtschaft/Immobilien bekamen 2016 im Durchschnitt eine Gehaltserhöhung von 6,5%.

Quelle: Fotolia.com, Urheber: Artenex

Karriere06.03.2018
Vorstände von Wohnungs- und Immobilienunternehmen verdienten im Jahr 2016 im Schnitt 318.900 Euro. Jedenfalls, wenn man die Immobilienunternehmen aus dem Dax, dem M- und SDax weglässt. ... 

Vorstände von Wohnungs- und Immobilienunternehmen verdienten im Jahr 2016 im Schnitt 318.900 Euro. Jedenfalls, wenn man die Immobilienunternehmen aus dem Dax, dem M- und SDax weglässt. Das geht aus der aktuellen Vergütungsstudie Vorstand - Vergütung nach Höhe & Struktur der Personalberatung Kienbaum hervor.

Für die Studie wurden die Geschäftsberichte von insgesamt 1.102 deutschen Unternehmen aus allen möglichen Branchen nach Gehaltsdaten durchforstet. Bei diesen Unternehmen handelte es sich vor allem um Aktiengesellschaften. Daneben wurden auch große Unternehmen anderer Rechtsformen, z.B. GmbHs, berücksichtigt, wenn sie im Geschäftsjahr 2016 - bzw. 2015/2016 oder 2016/2017 - mehr als 250 Mio. Euro umgesetzt oder mindestens 1.000 Mitarbeiter beschäftigt hatten. Ausdrücklich ausgeklammert wurden für die Studie u.a. alle Unternehmen aus den Börsensegmenten Dax, MDax und SDax. Deren Gehälter im Berichtsjahr 2016 werden für eine separate Studie ausgewertet.

Vor allem die variable Vergütung legte zu

Der besagte Durchschnittswert von 318.900 Euro in der Gruppe Wohnungswirtschaft/Immobilien bezieht sich auf 38 Unternehmen. Insgesamt tauchen in der Studie in der Kategorie Wohnungswirtschaft/Immobilie 43 Unternehmen auf, doch für fünf von ihnen liegen keine Vergleichsdaten für das Vorjahr vor. Darunter befinden sich u.a. viele Wohnungsbaugesellschaften wie ABG Frankfurt Holding, Saga aus Hamburg, GAG aus Köln oder Gewobag aus Berlin, Gewerbeimmobilien-AGs wie Demire sowie Bauträger bzw. Projektentwickler wie CD Deutsche Eigenheim oder Isaria Wohnbau.

Im Jahr 2015 hatten die Vorstände der Gesellschaften, für die Vergleichsdaten vorliegen, pro Kopf noch 302.100 Euro erhalten. Der von Kienbaum für 2016 errechnete Wert bedeutet also eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von 6,5% (berechnet auf Grundlage der Einzelwerte). Die Personalberatung führt dies vor allem auf einen Anstieg bei der variablen Vergütung zurück.

Große und kleine Unternehmen in einem Topf

Das Feld ist sehr heterogen: So reicht die Zahl der Mitarbeiter von einigen wenigen Köpfen bis zu mehr als 900 Leuten. Beim Jahresumsatz reicht die Bandbreite von ein paar Milliönchen bis zu einer knappen Milliarde. Und der Jahresüberschuss erstreckt sich von einem Fehlbetrag von 144 Mio. Euro bis zu einem Plus von 150 Mio. Euro.

Verianos, Gateway, Hahn und Eyemaxx mit den höchsten Steigerungsraten

Die Gesamtdirektvergütung des Vorstands bewegte sich pro Kopf zwischen 72.000 Euro und 1,3 Mio. Euro. Die drei Immobilienunternehmen mit den höchsten Steigerungsraten bei der Vorstandsvergütung sind in dieser Reihenfolge: Verianos Real Estate, Gateway Real Estate sowie an dritter Stelle gemeinsam Hahn-Immobilien und Eyemaxx Real Estate. Unternehmensnamen nebst konkreter Zahlen will die Personalberatung nicht veröffentlicht sehen, doch so viel sei verraten: Bei drei dieser Unternehmen verdienten der Vorstand bzw. die Vorstände im Schnitt (deutlich) mehr als die genannten rund 319.000 Euro, ein Unternehmen unterschreitet diesen Wert.

Gehaltsplus von nur 3,5% über alle Branchen hinweg

Über alle Branchen hinweg kassierte ein Vorstand durchschnittlich 451.000 Euro, weit mehr also als in den Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Das Plus im gesamten Teilnehmerfeld fiel mit 3,5% allerdings deutlich niedriger aus. Am besten verdienten Vorstände aus der Automobilindustrie: Sie erhielten im Schnitt 1,1 Mio. Euro.

Die von Kienbaum zugrunde gelegte Gesamtdirektvergütung pro Kopf enthält das fixe Grundgehalt sowie variable Vergütungsbestandteile - allerdings ausschließlich solche, die den Vorständen schon zugeflossen sind, nicht aber lediglich gewährte Vergütungskomponenten. Das Gehalt des Vorstandsvorsitzenden wurde für die Analyse mit dem Gehalt bzw. den Gehältern (möglicher) weiterer Vorstandsmitglieder addiert. Dann wurde ein Pro-Kopf-Wert gebildet.

Harald Thomeczek

pom+ hat klare Wachstumsziele definiert und braucht Leute

Karriere02.03.2018
Das Beratungsunternehmen pom+Consulting nimmt einen neuen Anlauf in Deutschland. Seit Februar 2018 sind die Schweizer bekanntlich wieder mit einer eigenen Niederlassung im Nachbarland präsent und ... 

Das Beratungsunternehmen pom+Consulting nimmt einen neuen Anlauf in Deutschland. Seit Februar 2018 sind die Schweizer bekanntlich wieder mit einer eigenen Niederlassung im Nachbarland präsent und haben in der Bauingenieurin Rebekka Ruppel auch wieder eine Head of Germany. Noch ist die 28-jährige Ruppel, die vorher gut drei Jahre bei pom+ in der Schweiz arbeitete, hierzulande allerdings allein auf weiter Flur. "Frau Ruppel ist im Moment alleine am Standort. Sie wird primär durch mich unterstützt und fallweise durch unser 70-köpfiges Team aus der Schweiz", so Peter Staub, CEO von pom+, auf IZ-Anfrage. Kurz- bis mittelfristig soll sich der Status quo jedoch gewaltig ändern: "Wir haben klare Wachstumsziele vereinbart. So soll ihr Team in den nächsten ein bis zwei Jahren auf fünf bis zehn Mitarbeitende wachsen", kündigt Staub an. Auf der Website von pom+ findet sich aktuell immerhin eine Stelle, die explizit für das Frankfurter Büro ausgeschrieben ist ("Consultant Digital Real Estate und Standortentwicklung").

pom+ hatte vor einigen Jahren schon mal eine Firma in Deutschland, die aber aufgelöst wurde. Geschäftsführerin war damals Marion Peyinghaus. Sie ist jetzt Geschäftsführerin von CCPMRE, Berlin.

Harald Thomeczek

Bilfinger bittet Koch, Bodner, Keysberg & Co. zur Kasse

Roland Koch ist nicht der einzige Ex-Vorstand, den Bilfinger auf dem Zettel hat.

Roland Koch ist nicht der einzige Ex-Vorstand, den Bilfinger auf dem Zettel hat.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Frank Boxler

Karriere01.03.2018
Zwölf ehemalige Vorstandsmitglieder des früheren Bau- und Immobiliendienstleisters Bilfinger bekommen voraussichtlich in den nächsten Wochen unangenehme Post: Ihnen sollen Schreiben mit ... 

Zwölf ehemalige Vorstandsmitglieder des früheren Bau- und Immobiliendienstleisters Bilfinger bekommen voraussichtlich in den nächsten Wochen unangenehme Post: Ihnen sollen Schreiben mit Schadenersatzansprüchen ihres ehemaligen Arbeitgebers zugehen. Der börsennotierte Konzern aus Mannheim, der heute nur noch als Industriedienstleister zugange ist, will Pflichtverletzungen von ihnen u.a. in Sachen Compliance ausgemacht haben.

Unter den ehemaligen Vorständen, denen der Bilfinger-Aufsichtsrat bzw. die mit der Untersuchung beauftragte Kanzlei Linklaters Pflichtverletzungen bei der "Implementierung eines ordnungsgemäßen Compliance-Management-Systems" bzw. im Kontext von "M&A-Projekten" vorwirft, befinden sich zwei Ex-Vorstandsvorsitzende und zehn gewöhnliche Vorstandsmitglieder.

Namentlich handelt es sich nach Informationen der Immobilien Zeitung um folgende zwölf Herren: die beiden Ex-Vorstandschefs Roland Koch, der von 2011 bis 2014 am Steuer saß, und Herbert Bodner (er amtierte von 1999 bis 2011 bzw. 2014/2015). Außerdem fallen in Marktkreisen mit Blick auf die angemeldeten Schadenersatzansprüche diese Namen: Helmut Schetter, Jürgen M. Schneider, Joachim Ott, Kenneth Dickson Reid, Klaus Raps, Joachim Müller, Thomas Töpfer, Joachim Enenkel, Pieter Koolen und Jochen Keysberg. Letzterer ist heute der Chef des mittlerweile von Bilfinger verkauften und umbenannten Immobiliendienstleisters Apleona.

Bilfinger selbst spricht in einer Mitteilung nur von ehemaligen Vorstandsmitgliedern, die zwischen 2006 und 2015 im Amt waren, aber noch vor 2015 in den Vorstand eingetreten sind. Keine Anhaltspunkte für Pflichtverstöße ergaben die im März 2016 eingeleiteten Untersuchungen demnach bei den Ex-Vorständen Per Utnegaard (Vorstandschef 2015/2016), Axel Salzmann (er war 2015/2016 CFO) und Michael Bernhardt (seit 2015 im Vorstand).

Die Vorwürfe an die Adresse der anderen zwölf Ex-Vorstände reichen auch in die Bauvergangenheit des Konzerns zurück und lassen sich dem Vernehmen nach etwa wie folgt zusammenfassen: Erst gab es gar kein Compliance-System - und später wurde (zunächst) kein effektives aufgebaut. Die Schatten der Vergangenheit verfolgen Bilfinger bis heute. Weil ein Joint-Venture von Bilfinger und einem US-amerikanischen Unternehmen in Nigeria im Jahr 2003 in einen Korruptionsfall verwickelt war, musste Bilfinger 32 Mio. Dollar Strafe zahlen und wurde unter Aufsicht des US-Justizministeriums gestellt. Diese wurde später bis Ende 2018 verlängert, weil Bilfinger die Auflagen nicht erfüllte. Schmiergeldvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe eines Auftrags im Umfeld der Fußball-WM 2014 in Brasilien führten dazu, dass die Übernahme einer Firma später rückabgewickelt wurde. Dabei sei zum Zeitpunkt dieser Übernahme bereits ein Compliance-System installiert gewesen - nur habe es nicht gegriffen, heißt es. Das Unternehmen soll die Vorwürfe bei der Übernahme verschwiegen haben.

Der "erstattungsfähige Schaden", den Bilfinger durch die Pflichtverstöße erlitten haben will, soll bei um die 100 Mio. Euro liegen. Wie groß er genau ist und ob sich die Schadenersatzansprüche auch durchsetzen lassen, stehe noch nicht fest, so Bilfinger. Auch steht noch eine Entscheidung darüber aus, welcher Ex-Vorstand in welcher konkreten Höhe zur Kasse gebeten wird. Diese Entscheidung soll jedoch bereits in den nächsten Wochen fallen, so ist zu hören. Die genannten Herren sollen dann direkt per Post erfahren, für wie groß ihr jeweiliger Anteil an dem ausgemachten Schaden befunden wird.

Die Managerhaftpflichtversicherung, die Bilfinger bei einem Versicherungskonsortium unter Führung einer Allianz-Gesellschaft für seine Vorstände abgeschlossen hat, dürfte den Schaden im Falle eines Falles jedenfalls nicht vollständig decken. Alle Vorstände von Aktiengesellschaften sind nämlich von Gesetzes wegen zu einem Selbstbehalt in der D&O-Versicherung ("Directors" und "Officers") verpflichtet. Der Manager muss sich im Schadenfall mit mindestens 10% am Schaden beteiligen, jedoch nur bis zu einer maximalen Obergrenze des Anderthalbfachen seiner jährlichen Festvergütung. Dieser Selbstbehalt wiederum kann allerdings mit einer eigenen Selbstbehaltsversicherung abgesichert werden.

Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch hat bereits auf die Ankündigung seines Ex-Arbeitgebers geantwortet: "Mit Befremden" habe er auf den Beschluss des Bilfinger-Aufsichtsrats reagiert, "gegen ganze Generationen von früheren Bilfinger-Vorständen aktiv zu werden", ließ Koch durch seinen Sprecher Dirk Metz wissen. "Koch ist sich keinerlei Schuld bewusst und verweist darauf, dass das Unternehmen über dreieinhalb Jahre hinweg keinen einzigen konkreten Vorwurf erhoben habe", so der Sprecher. Koch hatte den Posten als Vorstandschef nach mehreren Gewinnwarnungen räumen müssen. In die Immobilienbranche ist er vor gut einem Jahr zurückgekehrt, als er in den Stiftungsrat des Gebäudedienstleisters Dussmann Group einzog. Das FM-Unternehmen erhofft sich, bei seinen weltweiten Aktivitäten von Kochs Expertise zu profitieren.

Auch das Wirken der Aufsichtsräte, die in der fraglichen Zeit am Werk waren, wird noch näher beleuchtet. Der seit Mitte 2016 amtierende Bilfinger-Vorstandsvorsitzende Tom Blades ist aufgrund der vorliegenden Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen aktienrechtlich dazu verpflichtet, hier weitere Untersuchungen folgen zu lassen. Anhaltspunkte für Verfehlungen von Aufsichtsräten liegen jedoch bislang nicht vor.

Bilfinger will seine Hausaufgaben nun endlich erledigt haben: Der Konzern hat sich den Aufbau des Compliance-Systems, das laut einem Konzernsprecher nun "weitgehend etabliert" ist, rund 100 Mio. Euro kosten lassen. In die Vereinheitlichung von IT- und HR-Systemen, die für ein wirksames Compliance-Management erforderlich gewesen sei, seien weitere 50 Mio. Euro geflossen, so der Sprecher. Ob das alles reicht, wird sich zeigen, wenn die US-Aufseher Ende des Jahres entscheiden, ob sie Bilfinger aus ihrer besonderen Obhut entlassen.

Harald Thomeczek

IG Bau fordert Weihnachtsgeld für Gebäudereiniger

Ein 13. Monatsgehalt werden Gebäudereiniger so schnell wohl nicht bekommen. Die Gewerkschaft will aber jetzt den ersten Schritt auf dieses Fernziel zu schaffen.

Ein 13. Monatsgehalt werden Gebäudereiniger so schnell wohl nicht bekommen. Die Gewerkschaft will aber jetzt den ersten Schritt auf dieses Fernziel zu schaffen.

Quelle: <a href="https://www.pixelio.de/" target="_blank">pixelio.de</a>, Urheber: Dieter Schütz

Karriere27.02.2018
Zumindest einen Enstieg in das bisher in der Branche unübliche Weihnachtsgeld will die IG Bau in den aktuellen Tarifverhandlungen für die Gebäudereiniger schaffen. Außerdem geht es um ... 

Zumindest einen Enstieg in das bisher in der Branche unübliche Weihnachtsgeld will die IG Bau in den aktuellen Tarifverhandlungen für die Gebäudereiniger schaffen. Außerdem geht es um den Erhalt von Urlaubsansprüchen beim Wechsel der Betriebszugehörigkeit.

Die IG Bau bringt sich für die anstehenden Verhandlungen zum allgemeinverbindlichen Rahmentarifvertrag für Gebäudereiniger in Stellung. Die Gewerkschaft geht u.a. mit der Forderung ins Rennen, dass die rund 600.000 Beschäftigten in der Gebäudereinigung einen verbindlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld erhalten sollen. In einer Presseaussendung ist von einem "Einstieg in ein Weihnachtsgeld" die Rede. Was das genau bedeuten soll, kreist Ruprecht Hammerschmidt, Abteilungsleiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, auf IZ-Nachfrage so ein: "Um die Maximalforderung - ein 100%-iges 13. Monatsgehalt - geht es uns nicht." Bisher hätten die Beschäftigen gar keinen Anspruch auf ein wie auch immer geartetes Weihnachtsgeld.

Putzkräfte sollen Urlaubsansprüche behalten

Das Forderungspaket der Gewerkschafter, das am vergangenen Wochenende von der Bundesfachgruppenkonferenz der IG Bau für das Gebäudereinigerhandwerk beschlossen wurde, sieht außerdem dies vor: Putzkräfte sollen einmal erworbene Urlaubsansprüche behalten, wenn ein Kunde - was nicht selten vorkomme - einen Reinigungsauftrag für ein Gebäude an einen anderen Dienstleister vergibt und dieser das mit dem Auftrag und dem Gebäude vertraute Personal übernimmt.

Bisher verlören viele Beschäftigte bei einem Wechsel zum neuen Dienstleister Ansprüche, die sie im Laufe ihrer Betriebszugehörigkeit beim alten Auftragnehmer erworben hätten: "Nehmen wir mal an, ein Beschäftigter hatte im ersten Jahr Anspruch auf 28 Urlaubstage, im zweiten Jahr 29 Tage und ab dem dritten Jahr hat er 30 Tage Urlaub, dann soll er diese 30 Tage behalten, wenn er zum neuen Dienstleister mitwechselt", so Hammerschmidt.

Die Verhandlungen mit dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks für die Rahmenbedingungen in der Branche beginnen im Frühjahr. Eine Einigung auf einen neuen Lohn- und Mindestlohntarifvertrag hatten die Tarifpartner schon Ende 2017 erzielt.

Harald Thomeczek

Catella und Kriton gründen Catella Asset Management

Karriere26.02.2018
Die beiden Münchner Investmentmanager Catella Real Estate und Kriton Immobilien haben eine Gemeinschaftsunternehmung aufgesetzt. Das Joint Venture hört auf den Namen Catella Asset Management und ... 

Die beiden Münchner Investmentmanager Catella Real Estate und Kriton Immobilien haben eine Gemeinschaftsunternehmung aufgesetzt. Das Joint Venture hört auf den Namen Catella Asset Management und wird von Andreas Hauff, Managig Partner von Kriton, und Nicolas Hartel, Portfoliomanager bei Catella, geführt. Catella öffne seine Expertise für den deutschen Markt mit dem neuen Unternehmen erstmals auch Dritten, heißt es. Abgesehen hat es das Team um Hauff, Hartel und weiteren Mitarbeitern aus beiden Gründergesellschaften auf Büro- und Einzelhandelsimmobilien mit Value-add-Potenzial in besonders wachstumsträchtigen deutschen Landstrichen sowie auf solche Gebäude, die für eine Umwandlung in Wohnungen bestimmt sind. Das Ziel: Objekte in einer Schieflage neu ausrichten, aufmieten und mit Gewinn weiterreichen.

Mit Catella ließen sich zudem "auch größere Einzelinvestments sowie umfangreichere Portfoliodeals realisieren", freut sich Kriton-Gesellschafter Hauff. Das Unternehmen ist seit zehn Jahren als Immobilieninvestmentmanager unterwegs. Aktuell managt es Assets über rd. 430 Mio. Euro für Institutionelle und reiche Privatleute. In den vergangenen fünf Jahren habe man Value-add-Investments "mit jeweils deutlich im zweistelligen Prozentbereich liegenden IRR-Renditen für seine Investoren realisiert", so Kriton.

Harald Thomeczek

Bilfinger bittet Koch, Bodner, Keysberg & Co. zur Kasse

Ex-Vorstandsvorsitzender Roland Koch ist beileibe nicht das einzige ehemalige Bilfinger-Vorstandsmitglied, das demnächst unerwünschte Post bekommen dürfte.

Ex-Vorstandsvorsitzender Roland Koch ist beileibe nicht das einzige ehemalige Bilfinger-Vorstandsmitglied, das demnächst unerwünschte Post bekommen dürfte.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Frank Boxler

Karriere21.02.2018
Zwölf ehemalige Vorstandsmitglieder des früheren Bau- und Immobiliendienstleisters Bilfinger bekommen voraussichtlich in den nächsten Wochen unangenehme Post: Ihnen sollen Schreiben mit ... 

Zwölf ehemalige Vorstandsmitglieder des früheren Bau- und Immobiliendienstleisters Bilfinger bekommen voraussichtlich in den nächsten Wochen unangenehme Post: Ihnen sollen Schreiben mit Schadensersatzansprüchen ihres ehemaligen Arbeitgebers zugehen. Der börsennotierte Konzern aus Mannheim, der heute nur noch Geschäfte als Industriedienstleister macht, hat gestern die Öffentlichkeit darüber informiert, Pflichtverletzungen bestimmter Ex-Vorstände u.a. in Sachen Compliance ausgemacht zu haben.

Unter den ehemaligen Vorständen, denen der Bilfinger-Aufsichtsrat bzw. die mit der Untersuchung beauftragte Kanzlei Linklaters Pflichtverletzungen bei der "Implementierung eines ordnungsgemäßen Compliance-Managment-Systems" bzw. im Kontekt von "M&A-Projekten" vorwirft, befinden sich zwei Ex-Vorstandsvorsitzende und zehn gewöhnliche Vorstandsmitglieder.

Nicht nur Koch und Bodner im Visier

Namentlich handelt es sich nach Informationen der Immobilien Zeitung um folgende zwölf Herren: die beiden Ex-Vorstandschefs Roland Koch, der von 2011 bis 2014 am Steuer saß, und Herbert Bodner (er amtierte von 1999 bis 2011 bzw. 2014/2015). Außerdem fallen in Marktkreisen mit Blick auf die angemeldeten Schadensersatzansprüche diese Namen: Helmut Schetter, Jürgen M. Schneider, Joachim Ott, Kenneth Dickson Reid, Klaus Raps, Joachim Müller, Thomas Töpfer, Joachim Enenkel, Pieter Koolen und Jochen Keysberg. Letzterer ist heute der Chef des mittlerweile von Bilfinger verkauften und umbenannten Immobiliendienstleisters Apleona.

Bilfinger selbst spricht in einer am gestrigen späten Nachmittag veröffentlichten Mitteilung nur von ehemaligen Vorstandsmitgliedern, die zwischen 2006 und 2015 im Amt waren, aber noch vor 2015 in den Vorstand eingetreten sind. Keine Anhaltspunkte für Pflichtverletzungen haben die im März 2016 eingeleiteten Untersuchungen demnach bei den Ex-Vorständen Per Utnegaard (Vorstandschef 2015/2016), Axel Salzmann (er war 2015/2016 CFO) und Michael Bernhardt (seit 2015 im Vorstand) ergeben.

Vorwürfe reichen in Bauvergangenheit zurück

Die Vorwürfe an die Adresse der anderen zwölf Ex-Vorstände reichen auch in die Bauvergangenheit des Konzerns zurück und lassen sich dem Vernehmen nach etwa wie folgt zusammenfassen: Erst gab es gar kein Compliance-System - und später wurde (zunächst) kein effektives aufgebaut. Die Schatten der Vergangenheit verfolgen Bilfinger bis heute. Weil Bilfinger z.B. in Nigeria in einen Korruptionsfall verwickelt war, musste das Unternehmen 32 Mio. Dollar Strafe zahlen und wurde unter Aufsicht des US-Justizministeriums gestellt. Diese wurde später verlängert, weil Bilfinger die Auflagen nicht erfüllte. Schmiergeldvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe eines Auftrags im Umfeld der Fußball-WM 2014 in Brasilien führten dazu, dass die Übernahme einer Firma später rückabgewickelt wurde. Dabei sei zum Zeitpunkt dieser Übernahme bereits ein Compliance-System installiert gewesen - nur habe dieses nicht gegriffen, heißt es.

Bilfinger will Schaden von ca. 100 Mio. Euro erlitten haben

Der "erstattungsfähige Schaden", den Bilfinger durch die Pflichtverstöße erlitten haben will, soll bei um die 100 Mio. Euro liegen. Wie groß er genau ist und ob sich die Schadensersatzansprüche auch durchsetzen lassen, stehe noch nicht fest, so Bilfinger. Auch steht noch eine Entscheidung darüber aus, welcher Ex-Vorstand in welcher konkreten Höhe zur Kasse gebeten wird. Diese Entscheidung soll jedoch bereits in den nächsten Wochen fallen, so ist zu hören. Die genannten Herren sollen dann direkt per Post erfahren, für wie groß ihr jeweiliger Anteil an dem ausgemachten Schaden befunden wird.

Roland Koch ist sich keiner Schuld bewusst

Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch, der seit einem guten Jahr dem Stiftungsrat des Gebäudedienstleisters Dussmann Group angehört, hat bereits auf die Ankündigung seines Ex-Arbeitgebers geantwortet: "Mit Befremden" habe er auf den Beschluss des Bilfinger-Aufsichtsrats reagiert, "gegen ganze Generationen von früheren Bilfinger-Vorständen aktiv zu werden", ließ Koch durch seinen Sprecher Dirk Metz wissen. "Koch ist sich keinerlei Schuld bewusst und verweist darauf, dass das Unternehmen über dreieinhalb Jahre hinweg keinen einzigen konkreten Vorwurf erhoben habe", so sein Sprecher.

Harald Thomeczek