Karriere-News

"Vom Brexit nichts zu spüren"

Alice Fontana.

Alice Fontana.

Karriere06.10.2017
Headhunter wie Alice Fontana aus London machen bislang keine Auswirkungen des Brexit-Votums auf den Kandidatenmarkt aus. ... 

Headhunter wie Alice Fontana aus London machen bislang keine Auswirkungen des Brexit-Votums auf den Kandidatenmarkt aus.

"Ein bisschen auffällig ist höchstens, dass Deutsche, die in London Karriere gemacht haben, zurzeit vermehrt bereit sind zurückkehren", berichtet die österreichische Gründerin von Bohill Partners. Sie selbst hätte inzwischen Skrupel, eine ganze Familie - wie im letzten Jahr noch geschehen - aus Frankfurt nach London zu verlegen. Weil die Gefahr droht, dass Deutsche, die heute eingestellt und bei dem laxen Arbeitsrecht vielleicht morgen schon wieder gefeuert werden, die Insel nach einem (harten) Brexit wieder verlassen müssten.

Bei den Führungs- und Spezialistenpositionen im Frontoffice, die Bohill Partners besetzt, kann Fontana bis dato keinerlei negativen Einfluss des drohenden EU-Austritts feststellen, ganz im Gegenteil: "Wir verspüren positive Vibes von kontinentaleuropäischen Adressen, die in London Fuß fassen wollen." Ihre Kollegen, die UK-spezifische Rollen besetzen, hätten noch nie so viel zu tun gehabt wie heute. Richard-Emanuel Goldhahn, Deutschland-Geschäftsführer des britischen Personalberaters Cobalt, geht davon aus, dass es ein zweites Referendum geben wird, wenn klar ist, unter welchen Konditionen der Austritt zustande kommen soll. "Und selbst wenn z.B. US-Fondshäuser ihre Dependance verlagern, gehen sie wegen der Sprachbarriere eher nach Dublin als nach Frankfurt."

Harald Thomeczek

Drei Fragen an Kathrin Hardenberg

Kathrin von Hardenberg, Gründerin von Indigo Headhunters.

Kathrin von Hardenberg, Gründerin von Indigo Headhunters.

Karriere05.10.2017
Frau Hardenberg, der Personalbedarf in der Immobilienwirtschaft wird nicht kleiner. Ich könnte mir vorstellen, dass die Offenheit für Quereinsteiger wächst.In der Tat, Eins-zu-Eins-Besetzungen ... 
Frau Hardenberg, der Personalbedarf in der Immobilienwirtschaft wird nicht kleiner. Ich könnte mir vorstellen, dass die Offenheit für Quereinsteiger wächst.

In der Tat, Eins-zu-Eins-Besetzungen aus gleichen Positionen z.B. im Asset- oder Property-Management werden immer schwerer. Seit etwa anderthalb Jahren kommt es deshalb wieder häufiger vor, dass jenseits des klassischen Target-Pools gefischt wird.

Wo wird denn besonders viel in fremden Gewässern gefischt?

Im Fundraising ist das ganz extrem. Hier öffnen wir die Kandidatenpools mittlerweile von Anfang an. Viele Fondshäuser nehmen institutionelle Investoren neuerdings oder verstärkt ins Visier, sodass die Wahrscheinlichkeit, eine Stelle mit jemandem aus der Immobilienwelt zu besetzen, immer geringer wird. Einen Wertpapier-Vertriebler auf den Immobilienfondsvertrieb umzuswitchen, ist aber auch nicht so schwer: Die bringen die Kontakte zu den Zielkunden ja schon mit. Auch für Analyst- oder Associate-Positionen mit drei bis sieben Jahren Berufserfahrung im An- und Verkauf halten wir die Augen vermehrt nach Bankern aus M&A- oder Corporate-Finance-Abteilungen offen.

Wo stößt das Arbeiten mit Quereinsteigern an seine Grenzen?

Überall dort, wo von Anfang an ein Branchennetzwerk und Immobilien-Know-how gefragt sind, z.B. bei Senior-Akquisiteuren.

Harald Thomeczek

Mitarbeiters des Monats? Oh nein!

Karriere05.10.2017

Digitalisierung an der Irebs-Akademie studieren

Karriere05.10.2017
Die Irebs Immobilienakademie trägt der Dauerpräsenz des schillernden und vielschichtigen Begriffs Digitalisierung Rechnung und nimmt den Studiengang "Digital Real Estate Management" in ihr ... 

Die Irebs Immobilienakademie trägt der Dauerpräsenz des schillernden und vielschichtigen Begriffs Digitalisierung Rechnung und nimmt den Studiengang "Digital Real Estate Management" in ihr Weiterbildungsportfolio auf. Angesprochen fühlen sollen sich zum einen Entscheider, die auf der Managementebene für die Ausrichtung des Geschäftsmodells ihrer Häuser verantwortlich sind, und zum anderen diejenigen, die mit der konkreten Ausarbeitung und Umsetzung digitaler Projekte betraut werden. Das Ziel: etablierte Unternehmen aus allen Ecken der weiten Immobilienwelt - ob Projektentwickler, Finanzierer und Investment-Manager, Asset-, Property- oder Facility-Manager - gleichermaßen dazu zu befähigen, dem digitalen Tsunami aus eigener Kraft zu begegnen und die digitalen Möglichkeiten für sich zu nutzen, statt Innovationen von Proptechs zuzukaufen.

In der Wertschöpfungskette der Immobilienwirtschaft hängt schließlich alles mit allem zusammen, und alle Unternehmen haben die gleichen Grundfragen zu künstlicher Intelligenz, Blockchain, Datenanalyse und -management, argumentieren die Väter des neuen Studiengangs, Tobias Just (wissenschaftlicher Leiter der Irebs-Akademie) und Markus Hesse (Studienleiter). Herzstück des Intensivstudiums ist die Erarbeitung einer digitalen Geschäftsidee - sei es als geschütztes Biotop in den Wänden des bestehenden Unternehmens oder als frei flottierendes Start-up - und ihre Verfechtung in einem Pitch.

Der Startschuss für das neue Angebot fällt am 26. Februar 2018. Studienort ist Eltville bei Wiesbaden. Das Ganze kostet 5.450 Euro plus Mehrwertsteuer und dauert zehn volle Tage, die sich auf drei Wochen verteilen.

Harald Thomeczek

Fehlende Fachkräfte

Olaf Kenneweg.

Olaf Kenneweg.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Karriere05.10.2017
Zwei von drei Immobilienfirmen wollen ihre Belegschaft ausweiten. Doch der Fachkräftemangel macht ihnen zu schaffen, sagt Personalberater Olaf Kenneweg. ... 

Zwei von drei Immobilienfirmen wollen ihre Belegschaft ausweiten. Doch der Fachkräftemangel macht ihnen zu schaffen, sagt Personalberater Olaf Kenneweg.

Befragt wurden Personalverantwortliche, Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder. Geantwortet haben insgesamt Vertreter von 61 Unternehmen. Von diesen erwarten 64% eine „steigende" oder „stark steigende" Beschäftigungsentwicklung innerhalb der kommenden zwölf Monate. Einen „deutlichen" Fachkräftemangel verspürt fast die Hälfte (47,5%) der teilnehmenden Unternehmen. „Diese Entwicklung bestätigt sich schon seit drei Jahren in unserem Mandantenkreis. Insbesondere der technische Bereich hat sich klar zum Arbeitnehmermarkt entwickelt", sagt Personalberater Olaf Kennweg. Ins Bild passt, dass ebenfalls jedes zweite Unternehmen (49,2%) weniger aktive Bewerbungen erhält.

Keine Strategie zur Karriereentwicklung von Frauen

Ist der Wunschkandidat gefunden, ist der Knoten längst nicht geplatzt: Knapp jeder Dritte (31,1%) kann die Aussage voll und ganz unterschreiben, dass Vertragsangebote von Wunschkandidaten nicht mehr ohne weiteres angenommen werden, sondern im Gegenteil Ablehnungen aufgrund von Alternativangeboten zunehmen. Nur 23% sagen, dies treffe für sie nicht zu. Die mit Abstand größten Schwierigkeiten bereitet die Rekrutierung berufserfahrener Spezialisten: Hier haben 44 Unternehmen Probleme. Young Professionals mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung zu finden, gestaltet sich dagegen „nur" für 23 Arbeitgeber als Herausforderung.

Dem konstatierten Fachkräftemangel zum Trotz haben die meisten befragten Unternehmen bislang keine Strategie zur Karriereentwicklung von Frauen ausgearbeitet. Nur 15,5% können einen Haken unter diese Frage setzen. Weitere 5,2% geben an, eine solche Strategie zumindest in Planung zu haben. Doch 70,7% verneinen diese Frage schlicht, und 8,6% wissen es offenbar selbst nicht („keine Angabe"). Unternehmen seien sich zwar durchaus der Bedeutung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bewusst, diese Frage stelle sich jedoch zunehmend eher bei männlichen Mitarbeitern am Beispiel Elternzeit, so Kenneweg.

Harald Thomeczek

Nachwuchs am Karrierestart

Auf dem Career Day loten Nachwuchskräfte ihre Jobchancen aus.

Auf dem Career Day loten Nachwuchskräfte ihre Jobchancen aus.

Quelle: Messe München

Karriere04.10.2017
Am dritten Messetag ist traditionell Career Day. In diesem Jahr buhlen so viele Aussteller wie noch nie um die Gunst der Jungen. ... 

Am dritten Messetag ist traditionell Career Day. In diesem Jahr buhlen so viele Aussteller wie noch nie um die Gunst der Jungen.

Nicht weniger als 38 Immobilienunternehmen stellen sich auf dem Career Day am Freitag, den 6. Oktober, von 9 bis 14 Uhr in Halle A2 vor Studierenden, Absolventen und Young Professionals ins Arbeitgeberschaufenster. Der neue Rekordwert übertrifft den alten um Längen: In den beiden Vorjahren waren jeweils 22 Unternehmen in den Career Corners anzutreffen. "Wir standen einer erhöhten Nachfrage gegenüber. Daher haben wir die Fläche der Meet & Retreat Lounge vergrößert", erklärt Projektreferentin Isabell Kaiser von der Messe München.

Von den rund 40 Ausstellern in diesem Jahr sind insgesamt 16 zum ersten Mal dabei. Als da wären in alphabetischer Reihenfolge: Angermann, Cushman & Wakefield, Deutsche Hypothekenbank, Deutsche Pfandbriefbank, Estama, Gleeds Deutschland, Hochtief, Lidl, Kaufland, NAI apollo, Deutsche Asset & Wealth Management, Robert C. Spies Gewerbe & Investment, Sodexo, Spie, Thost Projektmanagement und TÜV Süd Industrie Service. Studenten und Azubis konnten bis Ende September ein vergünstigtes Ticket (100 Euro) für die Expo Real erwerben, das auch zur Teilnahme am Career Day berechtigt. Im Vorjahr gingen 552 Studententickets weg. hat

Harald Thomeczek

Die Kirche ist auch nur ein Immobilienarbeitgeber

Johannes Baumgartner (rechts) und sein Vorgesetzter, Erzbischof Stefan Burger, bei einem Besuch in einem Wald bei Pfullendorf, der dem Erzbischöflichen Linzerfond gehört.

Johannes Baumgartner (rechts) und sein Vorgesetzter, Erzbischof Stefan Burger, bei einem Besuch in einem Wald bei Pfullendorf, der dem Erzbischöflichen Linzerfond gehört.

Quelle: Erzdiözese Freiburg, Urheber: Klaus Polkowski

Karriere28.09.2017
Ein Unternehmensleitbild hat heute ja praktisch jeder. Das Leitbild für die kirchliche Bautätigkeit in der Erzdiözese Freiburg sticht aus der Masse heraus. Im Immobilienmanagement für ... 

Ein Unternehmensleitbild hat heute ja praktisch jeder. Das Leitbild für die kirchliche Bautätigkeit in der Erzdiözese Freiburg sticht aus der Masse heraus. Im Immobilienmanagement für die Kirchengemeinden und in der Stiftungsverwaltung hat das Bistum die gleichen Sorgen wie jeder Eigentümer und Anleger. Und um Nachwuchs wirbt es wie andere Immobilienarbeitgeber auch.

Ein Unternehmensleitbild hat heute ja fast jede größere Unternehmung, außerhalb und innerhalb der Immobilienwirtschaft. Wertschätzung und Fairness, Kritikfähigkeit und Loyalität: Kaum ein Arbeitnehmer bzw. Bewerber würde diese und andere Werte nicht sofort unterschreiben. Das Leitbild für die Bautätigkeit in der Erzdiözese Freiburg indes könnte den einen oder anderen Kandidaten zum Nachdenken anregen: "Den Menschen und dem Glauben dienen", lautet eines der Ziele, das sie sich (auch) als Immobilienarbeitgeber gesetzt hat. Erläuternd heißt es dazu: "Kirchliches Bauen ist kein Selbstzweck. Es leistet einen wichtigen Beitrag zum Dienst an der Sendung der Kirche und dient der Verkündung des Evangeliums."

Das Immobilien- und Baumanagement im Erzbischöflichen Ordinariat und die Stiftungsverwaltung der Erzdiözese Freiburg verwalten die Wohn- und Gewerbeimmobilien des Bistums und seiner Stiftungen sowie die land- und forstwirtschaftlichen Grundstücke für die Stiftungen und die örtlichen Kirchengemeinden. Rund 90 Menschen kümmern sich um das betriebsnotwendige Immobilienvermögen wie Kirchen und Pfarrhäuser, Gemeindezentren und Verwaltungsgebäude sowie um die Immobilien, mit deren Erträgen die Stiftungen ihre Zwecke erfüllen.

Eine Tätigkeit im Immobilien- und Baumanagement der Freiburger Diözese unterscheidet sich zunächst nicht von einem Job in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen oder kommunalen Betrieb: "Rein immobilienseitig beschäftigen uns die gleichen Fragen wie andere auch", sagt Johannes Baumgartner, Direktor der Verwaltung öffentlich-rechtlicher Stiftungen der Freiburger Erzdiözese. Sakralbauten haben eben auch eine ganz profane physische Basis, und weltliche Bauten im Besitz der Kirche sowieso.

Baumgartner ist federführend dafür zuständig, die Stiftungen, die der Aufsicht des Erzbischofs unterstehen, mit Immobilien zur Kapitalanlage und diese mit Mietern zu versorgen. Weshalb sich der - man möchte fast sagen - Mann Gottes auf der Suche nach rentablen Objekten, Verkäufern, Maklern und Mietern auch auf einer ziemlich irdischen Veranstaltung wie der Expo Real tummelt, die bekanntlich nicht frei von der Zurschaustellung allzu menschlicher Eitelkeiten ist. Zum bunten Immobilienportfolio der Stiftungen gehören, neben Wohn- und Gewerbeimmobilien, die an Dritte vermietet werden, Seen und Bäche, Wälder sowie land- und forstwirtschaftliche Grundstücke oder Bauernhöfe. Haupteinnahmequelle der Stiftungen sind Erbbaurechte.

Bis März war Baumgartner für das komplette Immobilienmanagement verantwortlich - Sakralbauten bzw. betriebsnotwendige Immobilien der Kirchengemeinden und Anlageobjekte -, ehe die Zuständigkeiten aufgeteilt wurden. Seither kümmert er sich mit rund 40 Mitarbeitern um das ca. 750 Mio. Euro schwere Immobilienanlageportfolio der Stiftungen sowie deren rund 10.000 landwirtschaftliche Grundstücke und ca. 9.000 Erbbaugrundstücke. Diese werden nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten verwaltet.

Anders sieht die Sache auf der Ebene der Verwaltung der Diözese aus: Weitere 45 Mitarbeiter in den drei Bauämtern in Freiburg, Heidelberg und Konstanz sind vor allem für die Bauaufgaben der Immobilien der Erzdiözese selbst und der 224 Kirchengemeinden im Einzugsgebiet der Diözese zuständig: ca. 5.000 Gebäude mit über 4 Mio. m² Bruttogrundfläche, darunter das Freiburger Münster. Sie planen, organisieren und steuern Instandhaltungs-, Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen sowie kleinere und größere Bauprojekte mit einem Gesamtvolumen von 100 bis 120 Mio. Euro im Jahr.

Die Erzdiözese kümmert sich weitgehend selbst um die Immobilienthemen: "Wir machen sehr vieles aus eigner Kraft", betont Baumgartner. Entsprechend groß sei der Bedarf an Fach- und Führungskräften für alle Bereiche der Immobilienwirtschaft: Kaufleute ebenso wie Techniker, Juristen und BWLer ebenso wie Bauleiter und Handwerker oder Verwaltungsangestellte. Bei den Mitarbeitern, die sich heute um die Immobilien der Stiftungen kümmern, handelt es sich oft um Verwaltungsfachleute, die ihr Studium an einer Fachhochschule für den öffentlichen Dienst absolviert und sich erst im Laufe ihres Berufslebens auf eine immobilienwirtschaftliche Tätigkeit spezialisiert haben.

"Wer eine Kirche baut, stellt sich einer besonderen Herausforderung", sagt Baumgartner, wenn er nach den Unterschieden zwischen einem kirchlichen Arbeitgeber und Arbeitgebern aus der freien Wirtschaft oder der öffentlichen Hand gefragt wird. Architekten und Bauingenieure, Juristen und Betriebswirte, Bauzeichner und -techniker etc., die sich bei der Erzdiözese Freiburg um eine Stelle bewerben, müssen ein pfarramtliches Zeugnis vorweisen. "Es muss also einen Pfarrer vor Ort geben, der denjenigen oder diejenige kennt", benennt Baumgartner die Mindestvoraussetzung für die Ausstellung eines solchen Zeugnisses.

Hard und Soft Skills sind das eine, wenn die Diözese Mitarbeiter für das Bau- und Immobilienmanagement sucht. In einer Stellenanzeige für einen Job im Gebäudemanagement wird neben einem Berufsabschluss als Bautechniker oder Handwerksmeister sowie überdurchschnittlichem Engagement und einer ausgeprägten Teamfähigkeit nicht zuletzt die "Zugehörigkeit zur und Identifikation mit der katholischen Kirche" gefordert. "Wenn jemand, der sich bei uns bewirbt, uns kein pfarramtliches Zeugnis bringt, müssen wir das natürlich bewerten", antwortet Baumgartner auf die Frage, wie es denn mit einem Bewerber weitergehe, der diese Anforderung nicht erfüllen kann.

Probleme, Vakanzen zu füllen, habe man bisher nicht, betont Baumgartner, auch wenn der viel zitierte Fachkräftemangel sich auf leisen Pfoten auch bei der Diözese bemerkbar zu machen beginnt: "Bei uns melden sich immer noch ausreichend viele junge Menschen, auch mit Initiativbewerbungen. Wir erhalten z.B. regelmäßig Bewerbungen von der HfWU Nürtingen-Geislingen, denn wir laden immer Studierende aus dem Bachelor-Studiengang Immobilienmanagement zu uns ein. Auch aus der Wohnungswirtschaft bekommen wir immer wieder interessante Bewerbungen", berichtet Baumgartner.

Selbst gestandene Mittvierziger seien bereit, für die Vorteile, die ein Job bei einer Diözese biete, aus der Privatwirtschaft zu wechseln und mit diesem Schritt "Einbußen beim Einkommen hinzunehmen", versichert Baumgartner: "Wir bieten Work-Life-Balance, relativ freies Arbeiten rund um alle immobilienwirtschaftlichen Themen wie Erwerb, Sanierung oder Projektsteuerung - auch von großen innerstädtischen Projekten in Großstädten - und einen sicheren Arbeitsplatz."

Es ist weniger das vermeintlich schrumpfende Angebot, als vielmehr der wachsende Bedarf, der Baumgartner eine zarte Sorgenfalte auf die Stirn treibt: "Ein nicht kleiner Teil unserer Mitarbeiter ist 60 und älter, sie scheiden in den nächsten Jahren aus." Daher hilft man dem Nachwuchs seit einigen Jahren selbst auf die Sprünge: Die Diözese stellt seit einigen Jahren zwei Studenten pro Jahr ein, die den Studiengang Immobilienwirtschaft an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim besuchen.

Bezahlt wird nach Tarif, ganz wie im öffentlichen Dienst: Berufseinsteiger, die als Bachelor im gehobenen Dienst anfangen, starten in der Entgeltgruppe neun (von insgesamt zehn) der Arbeitsvertragsordnung (AVO) für den kirchlichen Dienst in der Erzdiözese Freiburg, die sich an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder anlehnt. "Für eine alleinstehende Person bedeutet das knapp 3.000 Euro brutto", so Baumgartner.

Baumgartner selbst arbeitet seit einem Vierteljahrhundert für die Erzdiözese, kommt aber im weitesten Sinne aus der Wohnungswirtschaft. Studiert hat er Jura. Bevor er 1990 als Liegenschaftsreferent bei der Kirche anfing, arbeitete er als Justitiar bei einem genossenschaftlichen Prüfungsverband für die gemeinnützige Wohnungswirtschaft. Der Kontakt zur Erzdiözese Freiburg entstand, als Baumgartner eine Jahresabschlussprüfung für eine Wohnbaugesellschaft unter kirchlicher Führung machte. Viele Wege führen nach Rom.

Harald Thomeczek

"Wir wollen ja mehr Geschäft machen"

Harren der Dinge, die da kommen mögen: Triuva-Personalerin Katja Kubitza und CEO Wenzel Hoberg.

Harren der Dinge, die da kommen mögen: Triuva-Personalerin Katja Kubitza und CEO Wenzel Hoberg.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Harald Thomeczek

Karriere28.09.2017
Der Spezialfondsmanager Triuva steht vor dem Verkauf. Für Mitarbeiter und Kandidaten wäre das eine gute Sache, findet CEO Wenzel Hoberg. Ein nachlassendes Bewerberinteresse im Zusammenhang mit ... 

Der Spezialfondsmanager Triuva steht vor dem Verkauf. Für Mitarbeiter und Kandidaten wäre das eine gute Sache, findet CEO Wenzel Hoberg. Ein nachlassendes Bewerberinteresse im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Eigentümerwechsel kann Head of HR Katja Kubitza nicht feststellen.

Immobilien Zeitung: Frau Kubitza, der immer wieder kolportierte Verkauf von Triuva wird nun langsam Realität: Die IVG hat Interessenten dazu aufgefordert, bis Ende September indikative Angebote abzugeben. Erschwert es die Besetzung neuer Stellen, wenn Kandidaten nicht wissen, wie es unter einem neuen Eigentümer weitergeht?

Katja Kubitza: In der Theorie vielleicht. In der Praxis können wir uns nicht beklagen. Die Anzahl der Bewerbungen für freie Stellen ist jedenfalls nicht spürbar gesunken. In diesem Zusammenhang sei aber erwähnt: Bei insgesamt gut 200 Mitarbeitern stellen wir auch keine Unmengen an neuen Mitarbeitern ein, sondern vielleicht zehn bis 20 Köpfe im Jahr.

Wenzel Hoberg: Eigentlich bemerken wir sogar einen gegenteiligen Effekt: Wer sich mit unserem Unternehmen genauer beschäftigt, kann erkennen, dass es durchaus Reserven gibt, die wir bisher noch nicht abgerufen haben. Mit einem neuen Eigentümer wollen wir ja gerade mehr Geschäft machen. Das Stichwort ist hier strategische Synergien. Deshalb treiben wir die Personalentwicklung voran und holen junge Leute rein, um die Schlagzahl erhöhen zu können. Es gibt also überhaupt gar keinen Grund, warum uns jemand jetzt nur noch mit spitzen Fingern anfassen sollte.

IZ: Die Immobilien Zeitung führt jedes Jahr eine Arbeitsmarktumfrage unter immobilienaffinen Studenten durch. U.a. fragen wir diese, welches Bruttojahresgehalt sie nach dem Abschluss ihres Studiums von ihrem (künftigen) Arbeitgeber fordern wollen. Studierende, die ins Asset-Management streben, rechnen mit rund 48.000 Euro. Wer ins Fondsmanagement bzw. in den Investmentbereich will, geht von rund 49.600 Euro aus. Decken sich diese Erwartungen wenigstens einigermaßen mit der Realität bei Triuva?

Kubitza: Wir haben keine in Stein gemeißelten Einstiegsgehälter. Schon allein deshalb, weil man da schnell Äpfel mit Birnen vergleicht: Hat jemand z.B. erst eine Ausbildung gemacht und dann studiert? Bringt er einen Bachelor oder einen Master mit? Hat er ein Auslandssemester oder sonstige Auslandserfahrung vorzuweisen? Wie viel praktische Erfahrung hat ein Bewerber schon gesammelt? Usw.

Hoberg: Bedenken Sie bitte außerdem, dass ein Absolvent bei uns in der Regel nicht direkt als Fondsmanager anfängt, auch nicht mit einem Master-Abschluss in der Tasche. Klassischerweise fangen Studienabgänger bei uns im - man könnte sagen: Backoffice des Fondsmanagements an. Das ist so eine Art Inkubator oder Talentschmiede, ein Analystenpool, wenn Sie so wollen. Außerdem konzentrieren wir uns beim Recruiting nicht nur auf Studienabgänger: Bei uns gibt es auch eine Menge Leute, die nicht studiert haben, sondern über die Erfahrung in ihren Job reingewachsen sind. Immobilienwirtschaftliche Studiengänge in Deutschland sind ja noch nicht so alt. Unsere Vermieter z.B. benötigen nicht unbedingt ein Studium. Eine Berufsausbildung, ein fundiertes Interesse an Immobilien und viel Erfahrung sind eine sehr gute Grundlage, um hier einen guten Job zu machen. Unsere Leute müssen vor allem die zwischenmenschliche Komponente darstellen können, und sie müssen breit aufgestellt sein, insbesondere die Fondsmanager. Die müssen sowohl kaufmännische als auch technische Themen beherrschen.

IZ: Leuchtet ja alles ein. Aber wie realistisch sind die Gehaltsvorstellungen der Immobilienstudenten nun?

Kubitza: 50.000 Euro für einen Einsteiger ohne jegliche Erfahrung sind jedenfalls schwer darstellbar. Wir in der HR-Abteilung müssen schon eine einheitliche Struktur vorgeben, damit die Startbedingungen - immer in Abhängigkeit davon, was ein junger Kandidat mitbringt und was er vorher gemacht hat - für alle gleich sind.

IZ: Schlagen bei Ihnen denn viele Absolventen mit überzogenen Erwartungen auf?

Kubitza: Eigentlich nicht. Schlimmer ist es mit Young Professionals mit zwei, drei Jahren Berufserfahrung: Da werden Gehälter aufgerufen, über die man schon manchmal staunen kann.

IZ: Nämlich?

Kubitza: 70.000 Euro - mit zwei Jahren Berufserfahrung!

IZ: Was haben Sie geantwortet? "Da ist die Tür"?

Kubitza: Nein. Solche Vorstellungen lassen sich im Gespräch korrigieren.

IZ: Absolventen gucken heute ja angeblich eh nicht mehr so sehr auf den schnöden Mammon. Karriereperspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten sollen ihnen viel mehr am Herzen liegen. Was hat Triuva da zu bieten?

Kubitza: Im Rahmen des strukturierten Prozesses zur Gehaltsüberprüfung stellen wir uns auch die Frage: Welcher Mitarbeiter hat überzeugt und kann gegebenenfalls befördert werden? Die Karriereleiter hat bei uns fünf Stufen. Und was die Fortbildung betrifft: Diese hat bei uns einen hohen Stellenwert und klar unterstützen wir unsere Mitarbeiter auch bei unterschiedlichsten Weiterbildungen. Da werden bis zu 100% finanziert.

IZ: Was für Absolventen können Sie eigentlich gebrauchen?

Kubitza: Idealerweise sollten diese einen Studiengang mit einem Immobilienschwerpunkt belegt haben. In jedem Fall sollten Spezialkenntnisse vorhanden sein. Gebrauchen können wir z.B. Betriebswirte oder Wirtschaftsingenieure. Aber auch Architekten und Bauingenieure: Diese beschäftigen wir im technischen Asset-Management. Das ist eine Besonderheit von Triuva, dass wir uns auch selbst um das technische kümmern und nicht nur um das kaufmännische Asset-Management. Wir sind aber auch offen für Quereinsteiger.

IZ: Herr Hoberg, wo haben Sie eigentlich den Berufseinstieg hingelegt?

Hoberg: Angefangen habe ich in den 90er Jahren bei IBM - kurz bevor das Unternehmen in die Krise stürzte. Wäre diese Krise nicht passiert, wäre ich vielleicht nie in der Immobilienwelt gelandet.

IZ: Und wo haben Sie einst im Immobilienbereich angefangen?

Hoberg: Im Immobilienunternehmen meines Vaters. Eine besonders originelle Geschichte ist das nicht, aber so war es.

IZ: Als Sie vor anderthalb Jahren vom kanadischen Pensionsfonds CPP, für den Sie das europäische Immobiliengeschäft sieben Jahre lang aus London geleitet hatten, nach Frankfurt zu Triuva kamen, haben Sie uns gesagt: "Ich wollte nach Deutschland in die erste Reihe. Und in einer so fortgeschrittenen Phase des Zyklus sind die meisten Plätze in der ersten Reihe eben schon besetzt." Stichwort: Zyklus: Wie lange hält der Ihrer Einschätzung nach noch an?

Hoberg: Tja, diese Frage treibt wohl alle um. Schon als ich bei Triuva anfing, haben wir uns gefragt, wie lange der Boom noch anhält. Aber auch heute sehen wir immer noch eine sehr robuste Branche, geht es immer noch weiter. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Das macht gerade den Einkauf ziemlich umkämpft - aber Sie sehen mich durchaus zufrieden.

IZ: Würde es helfen, Akquisiteure oder ganze Teams von Wettbewerbern abzuwerben?

Hoberg: Natürlich sind erfahrene Leute vom Wettbewerb auch für uns immer mal wieder eine interessante Option. Die Zukäufe kann man damit aber nicht dramatisch erhöhen. Das Dealsourcing hängt dafür von zu vielen verschiedenen Faktoren ab. Das schlichte Erhöhen der Manpower reicht da sicher nicht.

IZ: Ihnen beiden vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Harald Thomeczek.

Harald Thomeczek