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Bürogestaltung: Millennials sind keine Revoluzzer

Wie will ich arbeiten? Das weiß die Generation Y - Studenten, Berufseinsteiger und Young Professionals bis Mitte 30 - in der Summe offenbar selbst nicht so genau.

Wie will ich arbeiten? Das weiß die Generation Y - Studenten, Berufseinsteiger und Young Professionals bis Mitte 30 - in der Summe offenbar selbst nicht so genau.

Bild: anzebizjan/Fotolia.com

Karriere21.09.2016
Was ist über die sogenannte Generation Y und die Revolution des Arbeitsplatzes, die sie entfachen soll, nicht alles gesagt und geschrieben worden. Ganz so revolutionär ticken die ... 

Was ist über die sogenannte Generation Y und die Revolution des Arbeitsplatzes, die sie entfachen soll, nicht alles gesagt und geschrieben worden. Ganz so revolutionär ticken die Millennials aber gar nicht.

Jedenfalls nicht revolutionärer als die Vorgängergeneration: Denn so groß ist der Unterschied der Generation Y, also der nach 1981 Geborenen, zur Generation X (Jahrgang 1964 bis 1981) in Sachen Arbeits(platz)vorlieben gar nicht. Besagt jedenfalls die aktuelle Studie "Office of the future - Vergleichsstudie zum Büro der Zukunft aus Sicht der Generation X & Y" von Savills und Consulting cum laude, für die das Marktforschungsinstitut YouGov rund 1.250 Studierende und Berufstätige befragt hat.

Als Trendsetter tun sich die 18- bis 34-Jährigen demnach nicht gerade hervor. Desk Sharing und Home Office statt eigenem Arbeitsplatz im Nine-to-five-Job? Pustekuchen: Ein fester Arbeitsplatz mit Tisch und Sitzplatz ist nicht nur fast allen (97%) Vertretern der Generation X "äußerst", "sehr" oder einfach nur wichtig; auch die überwältigende Mehrheit (94%) der Generation Y fremdelt mit der Unbehaustheit am Arbeitsplatz und wünscht sich einen eigenen, festen Arbeitsplatz.

Bloß kein Desk Sharing!

Umgekehrt kann sich nur eine Handvoll für den ständigen Wechsel des Arbeitsplatzes (Stichwort: Desk Sharing) erwärmen - und zwar in allen Altersgruppen: Unter den 18- bis 24-Jährigen sind nur schlappe 6% dafür zu gewinnen, dass niemand einen festen Arbeitsplatz hat, sondern sich jeder täglich aufs Neue einen freien Arbeitsplatz suchen muss. Unter den 25- bis 34-Jährigen liegt dieser Anteil mit 2% nur noch auf homöopathischem Niveau. Von den 35- bis 44-Jährigen (5%) können sich etwas mehr mit diesem Arbeitsplatzkonzept anfreunden, und selbst bei den Berufserfahrenen ab 45 Jahren (4%) liegt dieser Anteil höher als bei den Young Professionals.

Ältere wollen ihr Büro häufiger mitgestalten

Dass von der Generation Y vielleicht doch nicht die erwartete Veränderungsdynamik auf die Büro- und Arbeitsplatzgestaltung ausgeht, zeigt sich auch bei der Frage danach, wer gern Einfluss auf die Gestaltung seines Arbeitsplatzes - z.B. Licht- und Temperatur regeln, die Wandfarbe (mit-)bestimmen oder im Büro laut Musik hören und Haustiere mitbringen zu können - nehmen würde. Von den Generation-Y-Vertretern liegt dies nicht einmal jedem Zweiten (gut 45%) am Herzen. Das Überraschende daran: Unter den Älteren ist dieser Anteil mit rund 65% deutlich höher. Und bei der Auswahl des Mobiliars wollen 71% der 35- bis 44-Jährigen ein Wörtchen mitreden, aber nur 58% der 18- bis 24-Jährigen.

Gemischtes Bild beim Thema Homeoffice

Auch beim Thema Homeoffice zeigen sich nicht die erwartbaren himmelweiten Unterschiede in den Präferenzen der Generationen. Ja, mitunter erweisen sich die Älteren sogar als progressiver: Nur 15% der Generation X hätten gern die Möglichkeit, (fast) ihre komplette Arbeitszeit (91% bis 100%) im Homeoffice zu verbringen. Doch bei der Generation Y sind es nicht mal halb so viele (7%). Auf komplette Ablehnung stößt Heimarbeit bei 22% der Berufserfahreneren und bei 16% der Millennials. Und, immerhin: Zwei von drei (65%) der 18- bis 34-Jährigen würde gern bis zur Hälfte der Arbeitszeit im Homeoffice verbringen, aber nur einer von zwei (52%) der zwischen 1964 und 1981 Geborenen.

Harald Thomeczek

Makler und Verwalter müssen auf die Schulbank

Tabula rasa: Welche Themen bei einer Sachkundeprüfung von Maklern und WEG-Verwaltern abgefragt werden, steht noch nicht fest.

Tabula rasa: Welche Themen bei einer Sachkundeprüfung von Maklern und WEG-Verwaltern abgefragt werden, steht noch nicht fest.

Bild: denisismagilov/Fotolia.com

Karriere15.09.2016
Immobilienmakler und WEG-Verwalter müssen in Zukunft nachweisen, dass sie das Zeug zu ihrem Job haben. Der Sachkundenachweis, der so lange im Gesetzgebungsverfahren festhing, hat endlich ... 

Immobilienmakler und WEG-Verwalter müssen in Zukunft nachweisen, dass sie das Zeug zu ihrem Job haben. Der Sachkundenachweis, der so lange im Gesetzgebungsverfahren festhing, hat endlich die Hürde Kabinett genommen. Wer den Sachkundenachweis wird führen müssen und wer nicht, steht noch nicht endgültig fest. Auch die Kriterien der Qualifikation müssen sich erst noch herauskristallisieren. Allzu hoch wird die neue Eintrittsbarriere wohl nicht werden.

Betätigen Sie sich als Immobilienverwalter oder Wohnungseigentumsverwalter oder liebäugeln mit der Aufnahme einer solchen Tätigkeit? Dann dürfte es Sie interessieren, dass Sie bald beweisen müssen, dass Sie - zumindest theoretisch - etwas von Ihrem Fach verstehen. Das Bundeskabinett hat Ende August den Gesetzentwurf zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und WEG-Verwalter aus dem Hause von Wirtschaftsminister Gabriel beschlossen. Mehr als ein Jahr, nachdem der Referentenentwurf vorlag.

Doch wer muss seine Sachkunde nachweisen und wer ist davon befreit? Und wie umfangreich und tiefgreifend wird so eine Sachkundeprüfung ausfallen? Fest steht: Mietverwalter sind per se ausgenommen, ebenso nicht-gewerbliche WEG-Verwalter. Einen Sachkundenachweis nicht erbringen müssen zudem alle jene WEG-Verwalter und Makler, die entweder eine dreijährige Ausbildung zum Immobilienkaufmann bzw. zur -kauffrau abgeschlossen haben oder per Fortbildung den nicht-akademischen Grad eines Immobilienfachwirts erlangt haben. "Diese Ausbildungsabschlüsse werden einem Sachkundenachweis gleichgestellt", sagt eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums.

Ob weitere Abschlüsse und, wenn ja, welche ebenfalls von der Pflicht zum Sachkundenachweis befreien, ist noch offen: Dies werde noch im Rahmen der Erarbeitung einer Rechtsverordnung geprüft bzw. in dieser festgelegt, so die Sprecherin weiter.

Unerheblich wird das für die sogenannten alten Hasen sein: Wer belegen kann, dass er seit mindestens sechs Jahren "ununterbrochen selbstständig" als WEG-Verwalter bzw. Immobilienmakler tätig ist, muss ebenfalls nicht nachweisen, dass er auch das Zeug dazu hat. Doch wie viele alte Hasen gibt es eigentlich? Das Wirtschaftsministerium geht im aktuellen Gesetzentwurf davon aus, dass "rund 50% der derzeit im Markt tätigen Gewerbetreibenden von der Bestandsschutzregelung Gebrauch machen können". Bei insgesamt rund 27.000 Immobilienmaklern und rund 17.700 Wohnungseigentumsverwaltern, die "laut Dienstleistungsstatistik und Angaben der Berufsverbände" bereits im Markt tätig sind, wie es im Entwurf heißt, wären also insgesamt 22.350 Gewerbetreibende - 13.500 Makler und 8.850 Verwalter - von der Prüfung befreit.

Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) macht für seine Klientel eine andere Rechnung auf: Unter der Annahme von 20.000 aktiven Verwaltern, so rechnet der Verband vor, und einer in den letzten Jahren stabilen Anzahl von Neuverwaltern von 500 pro Jahr ergeben sich bei einer Alten-Hasen-Regelung von sechs Jahren rund 17.000 alte Hasen. Von den verbleibenden 3.000 Verwaltern werden nach DDIV-Schätzung rund 70% eine Sachkundeprüfung ablegen müssen. Die restlichen 30% dürften bereits qualifiziert sein, also z.B. eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann gemacht haben.

Die Diskrepanz zu den Zahlen des Wirtschaftsministeriums erklärt sich u.a. daraus, dass dieses eine mehr als doppelt so hohe Fluktuationsquote unter den Immobilienverwaltern ansetzt wie der DDIV, erläutert Tilman Müller, Referent der DDIV-Geschäftsführung.

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) hält sich mit Zahlenspielen zurück: Die Zahl 27.000 aus dem Gesetzentwurf komme von ImmobilienScout24, sagt IVD-Bundesgeschäftsführerin Sun Jensch. "Ob alle davon im Vollerwerb makeln, weiß auch IS24 nicht. Eine solche Aussage ist unseriös. Entscheidend ist, dass die sogenannten Gelegenheitsmakler, oft mit zu wenig Fachkompetenz, den Sachkundenachweis nicht erbringen."

Auch, welche Inhalte bei der Sachkundeprüfung abgefragt werden, wird erst die Rechtsverordnung zeigen. "Anzunehmen ist, dass eine Qualifikation vergleichbar zum IHK-Zertifikat Makler und Verwalter als Maßstab gesetzt wird. Das entspricht in etwa rund 120 Ausbildungsstunden, also rund zweieinhalb Wochen", mutmaßt Jensch. "Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein." Das Ministerium hält sich in dieser Frage bedeckt und teilt dazu nur mit: "Die Arbeiten an der Rechtsverordnung laufen."

Die Kosten für eine Sachkunde sind ebenfalls noch schwer zu beziffern, weil die Inhalte der Prüfung ja noch nicht fix sind - und die am Markt aktiven Makler und Verwalter bzw. die künftigen Neueinsteiger natürlich nicht alle dasselbe theoretische Rüstzeug mitbringen. Für die IHK-Prüfung selbst werden rund 400 Euro zu berappen sein.

Je nachdem, wie die Kriterien für die Qualifikation genau aussehen werden, kommen eventuell noch Kosten für eine Fortbildung obendrauf. Die Kosten für einen IHK-Zertifikatslehrgang, der laut Jensch ausreichen dürfte, um die Mindestqualifikation abzudecken, liegen z.B. bei einer Akademie, zu deren Trägern auch der IVD gehört, bei rund 1.500 Euro. Der Lehrgang zum Immobilienverwalter, den der DDIV beispielhaft nennt, kostet 1.800 Euro.

Eine Sachkundeprüfung muss übrigens nur der Geschäftsinhaber ablegen, nicht seine Mitarbeiter. Sofern diese jedoch "aktiv an der erlaubnispflichtigen Vermittlungs- oder Verwaltungstätigkeit mitwirken" (Gesetzentwurf), also z.B. Exposés erstellen oder Eigentümerversammlungen durchführen, muss ihr Chef prüfen, ob sie eine "angemessene Qualifikation" mitbringen.

Das Gesetzgebungsverfahren soll laut Ministerium "nach derzeitiger Planung" Ende 2016 abgeschlossen sein. Neun Monate später, in diesem Szenario also im vierten Quartal 2017, träte das Gesetz in Kraft. Die vorgesehene Übergangsfrist von zwölf Monaten für bereits im Markt tätige Makler und Verwalter beginnt mit Inkrafttreten des Gesetzes, also voraussichtlich Ende 2017. Bis Ende 2018 hätten alte Hasen Zeit nachzuweisen, dass sie welche sind.

Harald Thomeczek

Fondsmanager zapfen EBS-Wissen an

EBS-Remi-Leiter Jan Mutl, eingerahmt von Gregor Volk (links) und Jens Göttler von La Française.

EBS-Remi-Leiter Jan Mutl, eingerahmt von Gregor Volk (links) und Jens Göttler von La Française.

Bild: hat

Karriere15.09.2016
La Française hat seinen ersten Fonds für deutsche Investoren aufgelegt. Damit die Insti-Anleger lange Freude an dem Produkt haben, holt sich die Fondsgesellschaft wissenschaftliche ... 

La Française hat seinen ersten Fonds für deutsche Investoren aufgelegt. Damit die Insti-Anleger lange Freude an dem Produkt haben, holt sich die Fondsgesellschaft wissenschaftliche Unterstützung beim EBS Remi.

Die französische Vermögensverwaltung La Française wirbt erstmals um deutsches Geld. Für den neu aufgelegten Einzelhandelsimmobilienfonds LF Konsumfonds Deutschland will La Française 250 Mio. bis 280 Mio. Euro bei deutschen institutionellen Investoren einsammeln und so eine Feuerkraft von 400 Mio. Euro entwickeln. Im Visier hat man sowohl innerstädtische Geschäftshäuser als auch Nahversorger, Fachmarktzentren, Supermärkte und Discounter. Der Vertrieb ist in der vorvergangenen Woche gestartet.

Drei Objekte der Kategorie "Basic Retail" mit zusammen rund 25.000 m² Mietfläche hat das Fondsmanagement um Jens Göttler zum Vertriebsstart in der vergangenen Woche für insgesamt 67 Mio. Euro gesichert. Als durchschnittliche Ticketgröße peilt Gregor Volk, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung von La Française AM International, 25 Mio. Euro an; die Bandbreite reiche von ca. 10 Mio. bis rund 60 Mio. Euro.

Das Mindestzeichnungsvolumen für den offenen Immobilien-Spezial-AIF, der von der Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft Intreal verwaltet wird, haben die Fondsmacher bei 10 Mio. Euro angesetzt. In puncto Rendite wollen sie ihren künftigen Anlegern, ihrem Konzept einer Mischung aus Nahversorgung und High Street entsprechend, einen Mix aus höheren Ausschüttungsrenditen einerseits und einem höheren Mietsteigerungspotenzial andererseits bieten. "Die Bruttoanfangsrenditen für innerstädtische Einzelhandelsimmobilien liegen hier und da schon unter 4%. Bei Fachmarktzentren sind immer noch über 5% drin", berichtet Göttler.

Damit die Immobilien, die der Fonds einkauft, den Anlegern über die gesamte Fondslaufzeit und auch nach deren Ende, also nach zehn bis zwölf Jahren, noch Freude machen, hat sich La Française wissenschaftliche Unterstützung beim EBS Real Estate Management Institute (EBS Remi) unter Leitung von Jan Mutl geholt. Die Wissenschaftler haben für beide Investitionsschienen des Fonds ein "indikatorenbasiertes empirisches Städte- bzw. Ballungszentrenranking" (Mutl) entwickelt und sollen mindestens zweimal im Jahr "einen Ausblick für die beiden verschiedenen konsumbasierten Immobilienarten, in die der Fonds investiert, erstellen" (Göttler).

Zu den Indikatoren, die die EBS-Wissenschaftler entwickelt haben, zählt auch die "E-Commerce-Resistenz". Hierfür nehmen Mutl und seine Doktoranden z.B. unter die Lupe, wie hoch die Dichte an Cafés oder anderer Aufenthaltsmöglichkeiten im Umfeld einer Einkaufslage ist, wie viele Parks sich in der Umgebung befinden oder ob Veranstaltungen und Feste den Händlern vor Ort einen Zustrom potenzieller Käufer bescheren. Was die Einwohnerzahl angeht, geben die Fondsväter eine Mindestgröße von 150.000 Einwohnern für innerstädtische Retail-Immobilien an. Bei Investments in der Kategorie täglicher Bedarf sollten im Einzugsgebiet nicht weniger als 50.000 Menschen wohnen.

Geboren wurde die Idee, das EBS Remi mit der Entwicklung von Indikatoren und deren regelmäßigen Überprüfung zu beauftragen, "während meiner dreijährigen Weiterbildung am Remi", erzählt Volk. "Das, was in den USA schon lange vorgelebt wird, u.a. von den Universitäten Yale und Harvard, wollen wir zusammen mit der EBS umsetzen. Ein gegenseitiger nutzenbringender Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis." Für was eine Fortbildung so alles gut sein kann.

Harald Thomeczek

vdp-Akademie macht Kreditvermittler fit für die WIKR

Karriere13.09.2016
Die vdpPfandbriefAkademie bietet einen Lehrgang zum "Fachberater Private Baufinanzierung" an. Der Lehrgang ist auf die Anforderungen abgestimmt, die sich aus der Umsetzung der ... 

Die vdpPfandbriefAkademie bietet einen Lehrgang zum "Fachberater Private Baufinanzierung" an. Der Lehrgang ist auf die Anforderungen abgestimmt, die sich aus der Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) in deutsches Recht ergeben. Angesprochen fühlen sollen sich insbesondere Bankmitarbeiter, aber auch freie Darlehensvermittler, die ihre Tätigkeit nach dem 21. März 2011 aufgenommen haben.

Die vdpPfandbriefAkademie bietet einen Lehrgang zum "Fachberater Private Baufinanzierung" an. Der Premieren-Lehrgang ist auf Januar/Februar 2017 terminiert und auf eine Teilnehmergröße von bis zu 25 Personen ausgelegt. Veranstaltungsort ist die Frankfurt School of Finance & Management. Der Kurs besteht aus vier Modulen bzw. zwei Seminarblöcken mit einer Dauer von je zwei Tagen plus einer Abschlussklausur. Die vier Module sind als Paket oder einzeln buchbar. Das Paket kostet 2.400 Euro (zuzüglich Umsatzsteuer). Für die Prüfung fallen weitere 1.200 Euro an.

Der Lehrgang richtet sich an Vermittler privater Baufinanzierungen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung im Finanzbereich (Banklehre) oder ein entsprechendes Hochschulstudium absolviert haben und seit mindestens zwei Jahren in einem Kreditinstitut oder im Finanzbereich in der Immobilienfinanzierung tätig sind. Der Lehrgang ist auf die Anforderungen abgestimmt, die sich aus der Umsetzung der WIKR in deutsches Recht ergeben und die in der Anfang Mai 2016 in Kraft getretenen Immobiliar-Darlehensvergabe-Sachkunde-Verordnung konkretisiert sind.

Honorarvermittler müssen Sachkunde nachweisen

Honorar-Immobiliardarlehensvermittler müssen seit Inkrafttreten der WIKR für eine Gewerbeerlaubnis ihre Sachkunde nachweisen. Davon ausgenommen sind nur sogenannte alte Hasen, also solche freien Vermittler, die mindestens seit dem 21. März 2011 nachweislich ununterbrochen tätig sind. Sie müssen keine IHK-Prüfung ablegen. Allen anderen sei gesagt: Der vdp-Lehrgang decke einen großen Teil der von der IHK für die Sachkundeprüfung Geprüfte/r Fachmann/-frau für Immobiliardarlehensvermittlung IHK geforderten Fachthemen ab, heißt es bei der vdpPfandbriefAkademie.

Bankmitarbeiter sind nicht aus dem Schneider

Primär versteht die Akademie den Lehrgang jedoch als Angebot für Bankmitarbeiter: "Auf sie ist unser Lehrgang vor allem zugeschnitten. Für sie ist zwar keine IHK-Sachkundeprüfung vorgesehen. Sie sind aber keineswegs aufgrund ihrer in der Sachkunde-Verordnung aufgeführten Berufs- bzw. Hochschulabschlüsse automatisch aus dem Schneider, denn: Die Verordnung präzisiert zwar die vom Gesetzgeber verlangten Kenntnisse und nennt Berufsabschlüsse, bei denen sie deren Vorhandensein unterstellt. Der Gesetzgeber verlangt aber auch die fortlaufende Aktualisierung der notwendigen Kenntnisse" - siehe § 18a Abs. 6 Kreditwesengesetz. "Und auch wenn in deutschen Kreditinstituten zumeist Mitarbeiter mit den in der Sachkundeverordnung genannten Berufsqualifikationen tätig sein dürften, gibt es sicher auch – v.a. bei den externen Mitarbeitern in den Tochtergesellschaften – solche, die nicht über einen der genannten Abschlüsse verfügen."

Kreditinstitute müssen Schulungsbedarf jedes einzelnen Mitarbeiters prüfen

Mit anderen Worten: Um die Anforderungen der Bankaufsicht zu erfüllen, muss das Kreditinstitut bei jedem einzelnen mit Immobiliar-Verbraucherdarlehen befassten Mitarbeiter den Schulungsbedarf identifizieren und gegebenfalls entsprechend nachschulen, warnt die Akademie. "Der Kreis der Betroffenen ist recht groß, denn es geht hier sowohl um die direkt beratenden Mitarbeiter als auch z.B. um diejenigen, die die Bonitätsprüfung durchführen. Der Begriff des externen Bankmitarbeiters ist dabei in seiner Reichweite noch nicht ganz klar, im Zweifel aber wohl weit auszulegen und z.B. auch auf Mitarbeiter in Tochterfirmen anzuwenden."

Harald Thomeczek

Eurocastle ist Belfry und Truss los

Karriere13.09.2016
Eurocastle Investment hat zwei Portfolios mit deutschen Einzelhandelsimmobilien verkauft. Die beiden Pakete, die auf die Namen Belfry und Truss hören, beinhalten zusammen 67 Immobilien mit ... 

Eurocastle Investment hat zwei Portfolios mit deutschen Einzelhandelsimmobilien verkauft. Die beiden Pakete, die auf die Namen Belfry und Truss hören, beinhalten zusammen 67 Immobilien mit 134.000 qm. Wie der in Amsterdam börsennotierte geschlossene Fonds mit Sitz auf Guernsey meldet, spült der Verkauf der beiden Portfolios nicht mehr als 2,3 Mio. Euro in die Kassen. Der Grund: Der sogenannte Nettovermögenswert der Immobilien war inzwischen niedriger (laut Halbjahresbericht 2016: 84,1 Mio. Euro bzw. 44,1 Mio. Euro) als die Verbindlichkeiten, die auf den Portfolios lasten (87,2 Mio. Euro bzw. 53 Mio. Euro). Die LTVs (Beleihungsausläufe) wurden auf 106% bzw. 129% beziffert.

Käufer der beiden Portfolios ist der kanadische Immobilieninvestor Slate Asset Management (Slate). Avison Young beriet Slate auf der kaufmännischen Seite, Goodwin Procter auf der rechtlichen. KPMG unterstützte Slate beim Steuerrecht und der Akquisitionsstruktur. Die Verkäuferseite wurde von Savills und Clifford Chance beraten. Als Kandidat für den Erwerb der 67 Supermärkte aus dem Truss- und dem Belfry-Portfolio war im vergangenen Jahr Patrizia gehandelt worden. Patrizia hatte bereits Anfang 2015 ein Portfolio mit 107 Supermärkten von Eurocastle gekauft.

Harald Thomeczek

Bilfinger: Keysberg wird "mitverkauft"

Jochen Keysberg.

Jochen Keysberg.

Bild: Bilfinger

Karriere07.09.2016
Der Verkauf des Immobilien- und Baugeschäfts von Bilfinger an den Finanzinvestor EQT ist unter Dach und Fach. Und wie erwartet ist Dr. Jochen Keysberg (50), bislang im Vorstand von Bilfinger für ... 

Der Verkauf des Immobilien- und Baugeschäfts von Bilfinger an den Finanzinvestor EQT ist unter Dach und Fach. Und wie erwartet ist Dr. Jochen Keysberg (50), bislang im Vorstand von Bilfinger für die Immobilienaktivitäten verantwortlich, im Zuge des nun abgeschlossenen Verkaufs der Divisionen Building, Facility und Real Estate als CEO zu dem neuen Unternehmen gewechselt.

Designierter Aufsichtsratsvorsitzender dieses neuen Unternehmens ist Ex-Hochtief-Aufsichtsratschef Manfred Wennemer. Wie das neue Unternehmen künftig heißt, soll am 4. Oktober auf der Expo Real in München bekannt gegeben werden. Bilfinger bleibt nach der mit EQT getroffenen Vereinbarung zu 49% am neuen Unternehmen beteiligt und wird so auch in entsprechender Höhe am Wiederverkaufserlös partizipieren. Keysberg war seit November 2012 im Bilfinger-Vorstand für das Segment Building and Facility zuständig.

Die drei nun an EQT verkauften Divisionen kamen im Geschäftsjahr 2015 zusammen mit rund 22.000 Mitarbeitern auf eine Leistung von 2,5 Mrd. Euro. Für den Übergang von Bilfinger zu EQT wurde, sozusagen als vorübergehende zentrale Schaltstelle für diese drei Divisionen, eine neue Gesellschaft gegründet: die Bilfinger Real Estate Solutions GmbH mit Sitz in Neu-Isenburg. Die Funktion dieser Gesellschaft wird künftig von der neuen Company, deren Namen noch bekannt gegeben wird, übernommen.

Der Kaufpreis für das Segment Building and Facility liegt bei 1,2 Mrd. Euro. Allerdings stundet Bilfinger einen Teil des Kaufpreises, nämlich 100 Mio. Euro, als Verkäuferdarlehen. Dieses Darlehen verzinst sich endfällig mit 10%. Weitere 200 Mio. Euro bringt Bilfinger als Eigenkapitalbeteiligung in das neue gemeinsame Unternehmen mit EQT ein. Diese Summe entspricht einem Eigenkapitalanteil von 49%. Die 900 Mio. Euro, die Bilfinger direkt zufließen, schlagen sich mit einem Verkaufsgewinn von 500 Mio. Euro in der Bilanz des Mannheimer Konzerns nieder. Mehrheitseigentümer EQT lotet angeblich bereits einen Weiterverkauf des Hochbaugeschäfts aus.

Harald Thomeczek

Thomas Meyer

Thomas Meyer auf großer Tour beim Ötztaler Radmarathon 2015.

Thomas Meyer auf großer Tour beim Ötztaler Radmarathon 2015.

Bild: Privat

Karriere01.09.2016
Rennradfahren und mit Frau und Hunden wandern: Einen langen Atem hat der Vorstandsvorsitzende der Wertgrund Immobilien. Der 46-Jährige, der seine Kindheit in Stuttgart und Gütersloh verbracht ... 

Rennradfahren und mit Frau und Hunden wandern: Einen langen Atem hat der Vorstandsvorsitzende der Wertgrund Immobilien. Der 46-Jährige, der seine Kindheit in Stuttgart und Gütersloh verbracht hat, ist nicht zufällig Mitglied des Expobike-Veranstalters ImmoSport sowie im Siena Garden Roadbike Club. Der Berufseinstieg des gelernten Bauzeichners und Diplom-Kaufmanns (EBS) erfolgte 1997 bei Kyrein Projektmanagement. Zwei Jahre später erfüllte sich Meyer seinen Traum von der Selbstständigkeit: Er gründete Comes Real mit und wurde Gesellschafter der Wertgrund Immobilien GmbH. 2005 wechselte er in den Vorstand der AG.

Wohnen Sie zurzeit im Eigentum oder zur Miete?

Im Eigentum.

Bitte beschreiben Sie Ihr Haus mit ein paar Sätzen.

Es ist ein kleines, saniertes Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert in der Mitte eines kleinen Dorfs zwischen Kirche und Biergarten.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Wohnung? Warum?

Am Küchentisch, da dies der Dreh- und Angelpunkt unseres häuslichen Lebens ist.

Haben Sie bei dieser Immobilie oder einer anderen beim Bau schon einmal selbst mit Hand angelegt?

Ja, insbesondere im Rahmen meiner Bauzeichnerausbildung in der Fertighausfabrikation und vier Wochen auf Montage.

Was muss das perfekte Haus unbedingt haben?

Einen Blick ins Grüne.

Wie und wo möchten Sie im Alter wohnen?

Zwischen München und den Alpen in einem kleinen, modernen Haus in ruhiger Lage mit schönem Blick in die Landschaft.

Womit haben Sie als Erwachsener zum ersten Mal Geld verdient?

Beim Zivildienst in einer Rehaklinik und als Nachtportier in einem Hotel.

Wie haben Sie den Weg in die Immobilienbranche gefunden?

Für mich gab es damals nur die Immobilienbranche, die einzige Frage war: als Architekt oder im eher (betriebs-) wirtschaftlichen Bereich. Letzteres hat gewonnen.

Was braucht man, um es in Ihrem Job zu etwas zu bringen?

Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit.

Wie feiern Sie Ihre Erfolge?

Nie.

Was stört Sie in der Branche am meisten?

Zu viele Männer in dunklen Anzügen.

Und was finden Sie besonders gut?

Das Produkt Immobilie: immer wieder vielschichtig und faszinierend!

Was wären Sie heute gerne, wenn nicht Immobilienprofi?

Hoteldirektor.

Was bringt Sie privat auf die Palme? Und was beruflich?

Privat: Unordnung. Beruflich: Unzuverlässigkeit.

Wo oder wie können Sie sich besonders gut entspannen oder abschalten?

Beim Rennradfahren und Hundespaziergängen.

Für welches private Vergnügen haben Sie zu wenig Zeit

Mehrtägige Wanderungen und Rennradtouren.

Nennen Sie einen Ihrer Lieblingssongs?

"When I met God" von Marillion.

Wenn Sie an Ihren vergangenen Urlaub denken, denken Sie an …?

Eine stürmische und regnerische Nacht im Zelt auf einem Berggipfel im österreichischen Rofangebirge und Aufwachen am Morgen bei Sonnenaufgang und vor gigantischem Alpenpanorama.

Welche kürzlich besuchte Veranstaltung hat Ihnen besonders gut gefallen?

Ein Konzert von Udo Lindenberg.

In welcher Location kann man Sie häufiger antreffen?

Im Forsthaus am (Starnberger) See: tolle Küche in toller Lage.

Und mit welcher heute noch lebenden Persönlichkeit würden Sie dort gerne einmal einen Abend verbringen? Aus welchem Grund?

Mit Uli Hoeneß. Das wird sicherlich ein lehrreicher und unterhaltsamer Abend.

Mit wem würden Sie gerne mal für einen Tag tauschen?

Mit unseren Hunden, vollkommen im Hier und Jetzt (und sehr verwöhnt).

Gibt es etwas im Ausland, was Sie in Deutschland vermissen?

Nein.

IZ