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Stellenabbau bei Coba betrifft Commerz Real "nicht direkt"

Fondsgesellschaft mit Herz: Give-away der Commerz Real auf dem IZ-Karriereforum 2016 in Frankfurt.

Fondsgesellschaft mit Herz: Give-away der Commerz Real auf dem IZ-Karriereforum 2016 in Frankfurt.

Bild: Melanie Bauer

Karriere18.10.2016
Die Commerz Real bleibt von den avisierten Stellenstreichungen bei der Commerzbank verschont. Die Fondsgesellschaft sei allenfalls "indirekt" betroffen, erklärt die Personalleiterin. ... 

Die Commerz Real bleibt von den avisierten Stellenstreichungen bei der Commerzbank verschont. Die Fondsgesellschaft sei allenfalls "indirekt" betroffen, erklärt die Personalleiterin. Inwieweit das Geschäft mit der gewerblichen Immobilienfinanzierung Einschränkungen erfährt, lässt die Frankfurter Zentrale offen.

Die Fondsgesellschaft Commerz Real bleibt vom groß angelegten Stellenabbau bei der Commerzbank verschont. "Die strategischen Pläne der Commerzbank haben keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Commerz Real. Wir sind überaus profitabel und eine stabile Ertragsquelle für den Konzern. Zudem sind unsere Produkte eine sinnvolle Ergänzung der Angebotspalette der Bank", sagt Sandra Scholz, Personalleiterin von Commerz Real auf Anfrage der Immobilien Zeitung. Soll heißen: "Der geplante Stellenabbau wird uns daher nicht direkt, sondern nur indirekt betreffen, da Neueinstellungen im Konzern sehr restriktiv gehandhabt werden", so Scholz.

Die Commerz Real hat derzeit ungefähr 700 Mitarbeiter. Etwa jeweils die Hälfte davon sitzt in Wiesbaden bzw. Düsseldorf. In Wiesbaden ist u.a. der offene Immobilienpublikumsfonds hausInvest zuhause sowie das Fondsmanagement, die Stabfunktionen, Rechnungslegung und die Bereiche Recht und Compliance. In Düsseldorf sind die geschlossenen CFB-Fonds, das Mobilienleasing und Teile des Asset Structuring angesiedelt.

Ob die Einheit, die sich mit der gewerblichen Immobilienfinanzierung beschäftigt und damit das Erbe der Hypothekenbank Frankfurt resp. Eurohypo verwaltet, vom geplanten Stellenabbau betroffen ist, ließ die Commerzbank auf Nachfrage unkommentiert.

Die Commerzbank hatte Ende September 2016 im Zuge einer "Fokussierung auf das Kerngeschäft" bis Ende 2020 einen Stellenabbau in Höhe von rund 9.600 Vollzeitkräften angekündigt. In den inländischen Tochtergesellschaften der Bank, zu denen auch die Commerz Real gehört, sollen einer internen Präsentation zufolge, die der "Börsen-Zeitung" vorliegt, 750 Stellen abgebaut werden.

Nicolas Katzung,Harald Thomeczek

Sachkundenachweis: Artenschutz für Alte Hasen

Alte Hasen sollen nach dem Willen der Bundesländer nun doch von einer Sachkundeprüfung verschont bleiben.

Alte Hasen sollen nach dem Willen der Bundesländer nun doch von einer Sachkundeprüfung verschont bleiben.

Bild: iStockphoto/SasinParaksa

Karriere14.10.2016
Immobilienmakler und WEG-Verwalter können (vorerst) aufatmen: Sämtliche vom Ausschuss für Verbraucherschutz des Bundesrats vorgelegten Vorschläge zur Verschärfung des Gesetzentwurfs ... 

Immobilienmakler und WEG-Verwalter können (vorerst) aufatmen: Sämtliche vom Ausschuss für Verbraucherschutz des Bundesrats vorgelegten Vorschläge zur Verschärfung des Gesetzentwurfs für neue Berufszulassungsregeln für Immobilienmakler und WEG-Verwalter wurden in der heutigen Sitzung des Bundesrats abgeschmettert. Und es kommt sogar noch besser: Ein Vorschlag des Wirtschaftsausschusses, der das Gesetz entschärfen würde, fand eine Mehrheit.

Seit mehr als sechs Jahren am Markt tätige Makler und Verwalter sollen nun doch keine Sachkundeprüfung ablegen müssen. So steht es auch im Gesetzentwurf. Der Verbraucherschutzausschuss hatte jedoch argumentiert, dass eine mehrjährige Tätigkeit nicht zwingend auf die erforderliche Sachkunde schließen lässt, und darum darauf gedrungen, sogenannte Alten Hasen nicht zu verschonen. Für diese Empfehlung fand sich im Bundesrat jedoch keine Mehrheit.

Im Gegenteil: Stattdessen soll bei der Prüfung, ob ein Gewerbetreibender ein alter Hase ist, nun auch die Sachkunde berücksichtigt werden, die er eventuell in unselbstständiger Tätigkeit erworben hat. So empfahl es der Wirtschaftsausschuss dem Bundesrat. Der vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf macht dagegen für eine Befreiung von der Pflicht zum Sachkundenachweis zur Auflage, dass ein Makler oder Verwalter "ununterbrochen selbstständig" gearbeitet haben muss.

Doch keine Sachkundeprüfung für Mitarbeiter

Aufatmen können auch Mitarbeiter von gewerbetreibenden Immobilienmaklern und Wohnungseigentumsverwaltern: Anders als vom Verbraucherschutzausschuss vorgeschlagen, soll von diesen nun doch keine Sachkundeprüfung verlangt werden. Der Ausschuss wollte auf diese Weise sicherstellen, dass Kunden ausschließlich mit "fachkundigen und gewissenhaften" Mitarbeitern konfrontiert werden.

Dagegen stieß auch ein weiterer Vorschlag des Wirtschaftsausschusses auf Gegenliebe im Bundesrat: Makler und Verwalter sollen mehr Zeit bekommen, ihren Alte-Hasen-Status zu belegen oder eben eine Sachkundeprüfung abzulegen und alle sonstigen vorgesehenen Berufszulassungsvoraussetzungen zu erfüllen. Konkret sollen sie dafür nun zwölf Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes Zeit haben.

Keine Berufshaftpflichtpflicht für Makler

Die weiteren Ergebnisse: Immobilienmakler sollen, anders als WEG-Verwalter, keine Berufshaftpflichtversicherung vorweisen müssen, um eine Gewerbeerlaubnis zu erhalten. Im Referentenentwurf war dies noch angedacht, und der Verbraucherschutzausschuss hatte eine Versicherungspflicht auch für Makler nun nachträglich im Gesetzentwurf verankern wollen - vergeblich. Und: Kundenberatungskompetenzen sowie "Fachkenntnisse zu energetischen Eigenschaften von Immobilien" - Stichwort: energetische Modernisierung bzw. Sanierung - sollen in einer Sachkundeprüfung nun auch nicht mitnachgewiesen werden müssen.

Eine Mehrheit fand hingegen auch die dritte Einlassung des Wirtschaftsausschusses: Spätestens fünf Jahre nach Inkrafttreten soll evaluiert werden, wie sich das Gesetz auf die Gewerbetreibenden und ihre Kunden ausgewirkt haben wird.

Sobald die Stellungnahme des Bundesrats die Regierung erreicht, hat diese sechs Wochen Zeit, sich ihrerseits zu dessen Änderungsvorschlägen zu äußern und den Gesetzentwurf in den Bundestag einzubringen. Der Bundestag seinerseits ist bekanntlich an keinerlei zeitliche Fristen gebunden. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte vor rund vier Wochen auf Anfrage der Immobilien Zeitung erklärt, dass das Gesetzgebungsverfahren möglichst bis Ende 2016 abgeschlossen sein soll und das Gesetz dann verkündet werden kann. Klappt das, würde es neun Monate später, also im vierten Quartal 2017, in Kraft treten.

Harald Thomeczek

Gleich und gleich gesellt sich gern - oder etwa nicht?

"Send the elevator down!", denkt sich diese Nachwuchskraft vielleicht. Oder will sie es lieber auf eigene Faust probieren?

"Send the elevator down!", denkt sich diese Nachwuchskraft vielleicht. Oder will sie es lieber auf eigene Faust probieren?

Bild: iStockphoto/Minerva Studio

Karriere13.10.2016
In ihren Zwanzigern lehnen Frauen aus der Immobilienwirtschaft eine Frauenquote ab, genauso wie Damen ab 50. Fragt sich, wie sonst mehr Frauen als heute in Immobilienunternehmen Karriere ... 

In ihren Zwanzigern lehnen Frauen aus der Immobilienwirtschaft eine Frauenquote ab, genauso wie Damen ab 50. Fragt sich, wie sonst mehr Frauen als heute in Immobilienunternehmen Karriere machen können sollen: Für die meisten Firmen ist das nämlich kein explizites strategisches Ziel, wie der Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft mit einer Umfrage unter Frauen aus der Branche herausgefunden hat.

Finden Sie auch, dass immer der beste Kandidat den Job bekommen sollte - und nicht eine Frau, nur weil sie eine Frau ist? Ergibt ja eigentlich Sinn. Wenn es denn wirklich immer so wäre: "Menschen bevorzugen Menschen, die ihnen ähnlich sind", erklärt Liesa Schrand, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der International Real Estate Business School der Universität Regensburg. Der Fachbegriff für dieses Phänomen: "Similarity Attraction Theory". Überspitzt formuliert, so Schrand, bringen "Clubs aus reichen weißen Männern" wieder nur weiße männliche Führungskräfte hervor. Sie forscht derzeit am Beispiel amerikanischer Immobilienaktiengesellschaften dazu, ob und, wenn ja, welchen Mehrwert Diversität in Gestalt eines höheren Frauenanteils Unternehmen bringt.

"Frauenanteile steigen, wenn mehr Frauen in Führung sind", bestätigt Cornelia Eisenbacher, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Frauen in der Immobilienwirtschaft. Wenn es stimmt, dass mit der schieren Anzahl von Frauen in Führungspositionen auch die Chancen für andere Frauen auf einen Job steigen, ist es schon etwas enttäuschend, dass eine Erhöhung des Frauenanteils bei knapp zwei Dritteln der Immobilienunternehmen nicht in der Unternehmensstrategie verankert ist. Dies hat eine aktuelle Umfrage des Vereins Frauen in der Immobilienwirtschaft zutage gefördert, an der sich 448 Frauen beteiligten.

Als leichten Widerspruch zur Fahrstuhltheorie - Frauen schicken den Fahrstuhl nach unten, wenn sie selbst oben angekommen sind - lässt sich ein anderes Ergebnis der Befragung interpretieren: Nur in der Altersklasse der 31- bis 49-Jährigen überwiegt der Anteil derjenigen, die eine Frauenquote befürworten. Die Über-50-Jährigen und, noch überraschender, vor allem die 21- bis 30-Jährigen lehnen eine Frauenquote in der Mehrzahl ab. Wie das? Was die Über-50-Jährigen angehe, versucht sich Jovita Galster-Döring, Vorstand des Vereins Frauen in der Immobilienwirtschaft, an einer Erklärung. Es sei nicht ausgeschlossen, dass diejenigen, die es geschafft haben, "sich keine Konkurrenz heranzüchten wollen". Und die Jungen? "Die sind noch sehr optimistisch", erklärt Vorstandskollegin Eisenbacher.

Mit der Umfrage hat der Verein noch eine ganze Reihe anderer interessanter Erkenntnisse zutage gefördert. Zum Beispiel die "Unternehmenstreue der Damen", wie es Galster-Döring formuliert: So haben 21% der 264 Befragten, die länger als zehn Jahre in der Immobilienwirtschaft tätig sind, ihren Arbeitgeber noch nie gewechselt. Und weitere 19% nur einmal.

Spannend, wenngleich erklärungsbedürftig, ist auch der durch die Studie ermöglichte Einblick in die Gehaltsabrechnungen der Immobilienfrauen. Die 136 Frauen, die sich selbst im "Topmanagement" verorten, verdienen demnach im Durchschnitt knapp 107.000 Euro. Im Mittelmanagement liegt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt mit gut 106.000 Euro praktisch genauso hoch. Eine Erklärung hierfür liegt in der Struktur des Teilnehmerfelds: "Unter den Hauptantwortenden befinden sich viele Selbstständige", so Galster-Döring. Logisch, wer z.B. eine Hausverwaltung betreibt und besitzt, ist selbst natürlich ein "Topmanager" im eigenen Haus.

Etwas irritierend wirkt auf den ersten Blick zudem die Tatsache, dass eine Fachkraft mit Personalverantwortung mit durchschnittlich knapp 87.000 Euro deutlich weniger verdient als eine Fachkraft ohne Personalverantwortung, die gut 101.000 Euro bekommt. Wie kann das sein? Galster-Döring: "Viele Unternehmen fördern heute Fachkarrieren", und auf diesem Pfad kann man mitunter sogar (deutlich) besser verdienen als auf einer Führungsposition. Man denke nur an einen (Investment-) Makler bzw. eine Maklerin, der/die am Umsatz, den er bzw. sie macht, beteiligt wird - in Zeiten wie diesen kommt da sicher einiges zusammen.

Zwei Drittel der Immofrauen, so zeigt die Studie ebenfalls, können ein abgeschlossenes Studium vorweisen, und knapp 15% haben ein Weiterbildungsstudium. Es beginnen ungefähr genauso viele Frauen wie Männer ein immobilienwirtschaftliches Studium - und schließen dieses auch ab, heißt es seitens des Immofrauenvereins. Ein Rundgang auf dem IZ-Karriereforum, das die Immobilien Zeitung alljährlich im Rahmen der IZ-Joboffensive in Frankfurt veranstaltet, bestätigt diese Einschätzung. Rätselhaft, so denkt man bei einem Rundgang durch die Messehallen auf der Expo Real, wo diese Damen hinterher verlorengehen. "Damit sich die Hallen irgendwann nicht merklich leeren, werden die Frauen zunehmend in der Immobilienwirtschaft ankommen müssen", warnt Galster-Döring. hat

Der Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft hat im Rahmen seiner aktuellen Studie auch eine Checkliste für Bewerberinnen erarbeitet. Mit dieser sollen Frauen vor einer Bewerbung prüfen können, wie gut ihre Chancen in einem Unternehmen mutmaßlich sind.

Harald Thomeczek

Lieber mehr Gehalt zahlen

Karriere13.10.2016
Für die Berliner Personalberatung Westwind läuft es nach eigenem Bekunden ziemlich gut. Es ginge aber noch besser, wenn manche Arbeitgeber eine Einigung nicht an kleinen Differenzen bei den ... 

Für die Berliner Personalberatung Westwind läuft es nach eigenem Bekunden ziemlich gut. Es ginge aber noch besser, wenn manche Arbeitgeber eine Einigung nicht an kleinen Differenzen bei den Gehaltsvorstellungen scheitern ließen.

Westwind Real Estate Executive Search hat im laufenden Jahr bislang rund 50 Stellen besetzt - so viele wie im gesamten Vorjahr. 60% davon waren nach Angaben von Westwind Führungskräfte: zu je 20% Vorstände, Geschäftsführer und Niederlassungsleiter bzw. Bereichs- und Abteilungsleiter bzw. Teamleiter und dergleichen. Die restlichen 40% unterteilen sich in Senior-Fachkräfte (30%) und Fachkräfte/Spezialisten (10%).

Am gefragtesten - und am schwersten zu bekommen - seien nach wie vor Projektentwickler, gefolgt von Fondsmanagern und Asset-Managern: Knapp jeder Vierte der von den Westwind-Beratern für einen Wechsel gewonnenen Kandidaten kommt aus der Projektentwicklung, 22% aus dem Fonds- und Asset-Management, 18% sind dem Bereich Investment-Management, Transaktionen und Akquisition zuzuordnen, und 16% waren technische Positionen.

Wie gut es derzeit auf dem deutschen Immobilienmarkt läuft, veranschaulicht auch folgender Vergleich: 2011 handelte es sich maximal bei einem Viertel der von Westwind besetzten Positionen um neu geschaffene Stellen. Der große Rest waren Neubesetzungen vakant gewordener Posten. In diesem Jahr aber sind mehr als die Hälfte der Stellen, für die Westwind Köpfe gefangen hat, zusätzliche Stellen, und nur weniger als 50% sind "Replacements".

Nicht allen Arbeitgebern ist die gute Immobilienkonjunktur geheuer: "Trotz des Booms passiert es, dass Kandidaten und Unternehmen wenige Tausend Euro auseinanderliegen und sich nicht einigen, weil Letztere an bisherigen Vergütungsgrundsätzen festhalten, obwohl sich Ausnahmen unternehmerisch rechnen", berichtet Westwind-Geschäftsführer Michael Harter.

Verbreitet sei das Festhalten an etablierten Vergütungsrichtlinien insbesondere unter Unternehmen aus der Construction-Branche und der Projektentwicklung. Trotz allem Verständnis dafür, dass nicht jedem Unternehmen der Boom geheuer ist, rät Harter doch eher dazu, Gelegenheiten am Schopfe zu packen: "An dieser Stelle wünschen wir uns von den Unternehmen in bestimmten Segmenten etwas mehr Flexibilität, wenn sie einen Kandidaten vor sich haben, der pro Jahr 2.000 Euro bis 6.000 Euro mehr kostet als budgetiert. Wachstumschancen sollten nicht durch Personalengpässe, die ohne Not herbeigeführt werden, ungenutzt verstreichen."

Denn: "Die 500 Euro, die ein guter Kandidat pro Monat beispielsweise mehr verdient, spielt er doch meistens beim Projekt- bzw. Unternehmensergebnis zu einem Vielfachen wieder ein", erklärt der Westwind-Chef. Und, nicht zu vergessen: "Unter Umständen wird der Personalengpass in seinem Segment und in seiner Region derart spürbar wachsen, dass der gleiche Unternehmer ein Jahr später im Fixum statt 85.000 Euro gerne 90.000 Euro p.a. ausgeben wird, ohne einen vergleichsweise qualifizierteren Kandidaten eingestellt zu haben."

Die Gehälter sind nach Erfahrung von Harter in den vergangenen zwei, drei Jahren nur graduell gewachsen, "eher im einstelligen als im zweistelligen Prozentbereich pro Jahr". Mehr Spielraum bzw. eine höhere Spanne zwischen den Arbeitgebern sieht er in puncto Boni, die als Anreiz eine immer größere Rolle spielen. In der Projektentwicklung z.B. werde - nach Projektabschluss bzw. teils auch schon in Tranchen während des Projektverlaufs - im Mittel ein Bonus von vier Monatsgehältern pro Jahr gezahlt. Die Spanne reiche hier je nach Unternehmenskultur von einem bis zu acht Monatsgehältern.

Harald Thomeczek

Auch alte Hasen sollen Sachkunde nachweisen

Am 14. Oktober wird sich der Bundesrat mit dem Sachkundenachweis für gewerbliche WEG-Verwalter und Immobilienmakler beschäftigen.

Am 14. Oktober wird sich der Bundesrat mit dem Sachkundenachweis für gewerbliche WEG-Verwalter und Immobilienmakler beschäftigen.

Bild: tp

Karriere12.10.2016
Am 14. Oktober wird sich der Bundesrat mit den Ende August vom Bundeskabinett beschlossenen neuen Berufszulassungsregeln für gewerbliche WEG-Verwalter und Immobilienmakler beschäftigen. ... 

Am 14. Oktober wird sich der Bundesrat mit den Ende August vom Bundeskabinett beschlossenen neuen Berufszulassungsregeln für gewerbliche WEG-Verwalter und Immobilienmakler beschäftigen. Insbesondere der Ausschuss für Verbraucherschutz empfiehlt dem Bundesrat, sich für diverse Änderungen in dem "Gesetzesentwurf zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum" stark zu machen. Einige dieser Empfehlungen haben es in sich.

Die Empfehlungen des Ausschusses für Verbraucherschutz und des Wirtschaftsausschusses füllen nicht weniger als zehn Seiten (alles nachzulesen in der bereits vom 4. Oktober datierenden Drucksache 496/1/16). Zu den wichtigsten Änderungsvorschlägen zählt sicher, dass auch Gewerbetreibende, die schon länger als sechs Jahre am Markt sind, und auch deren Mitarbeiter einen Sachkundenachweis sollen führen müssen. Der Gesetzesentwurf sieht dagegen vor, dass, wer mindestens sechs Jahre "ununterbrochen selbstständig" als WEG-Verwalter bzw. Makler tätig war (und das beweisen kann), von der Pflicht zur Sachkundeprüfung befreit wird. Mitarbeiter, sofern sie "aktiv an der erlaubnispflichtigen Vermittlungs- oder Verwaltungstätigkeit mitwirken", sollen eine solche Prüfung laut dem Gesetzesentwurf nicht ablegen, sondern nur vom eigentlichen Erlaubnisinhaber auf ihre "angemessene Qualifikation" geprüft werden.

Mehrjährige Tätigkeit keine Garantie für Sachkunde

Was die Streichung der bis dato vorgesehenen Alte-Hasen-Regelung angeht, begründet der Verbraucherausschuss seinen Vorschlag wie folgt: "Der Bundesrat ist der Auffassung, dass auch bereits über sechs Jahre am Markt tätige Immobilienmakler und Wohnungseigentumsverwalter eine Sachkundeprüfung ablegen müssen. Die Tatsache einer mehrjährigen ununterbrochenen Tätigkeit als Immobilienmakler bzw. Wohnungseigentumsverwalter allein lässt nicht den Schluss darauf zu, dass der Gewerbetreibende auch über die notwendige Sachkunde verfügt." Fort- und Weiterbildungen sollen bei der Abnahme der Sachkundeprüfung jedoch "Berücksichtigung finden".

Auch Mitarbeiter sollen Sachkundeprüfung ablegen

Dass auch Mitarbeiter ihre Sachkunde unter Beweis stellen sollen, wird vom Verbraucherausschuss so begründet: "Um sicherzustellen, dass Verbraucher bzw. Wohnungseigentümer nur mit fachkundigen und gewissenhaften Mitarbeitern von Immobilienmaklern bzw. Wohnungseigentumsverwaltern konfrontiert werden, sollten auch hier die Berufszulassungsregelungen entsprechend den geltenden Regelungen für Finanzanlagenvermittler ausgestaltet und in allen Fällen eine Sachkundeprüfung von Mitarbeitern verlangt werden."

Der Ausschuss für Verbraucherschutz regt zudem an, dass Immobilienmakler, wie gewerbliche Verwalter auch, eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen müssen, um eine Gewerbeerlaubnis zu erhalten.

Die Übergangsfrist soll, so schlägt der Wirtschaftsausschuss vor, um neun Monate verlängert werden, damit die Betroffenen effektiv zwölf Monate - und nicht drei Monate - Zeit haben, Anträge zu stellen, Unterlagen vorzulegen und die Sachkundeprüfung abzulegen.

Eine Stellungnahme des Bundesrats geht zunächst zurück an die Bundesregierung. Diese kann zur Gegenäußerung ausholen, ehe sie den Entwurf in den Bundestag einbringt.

Harald Thomeczek

"Good Company Ranking": Vonovia trägt die rote Laterne

Die Wohnungs-AG Vonovia landet im aktuellen "Good Company Ranking" aller Dax-30-Unternehmen auf dem letzten Platz.

Die Wohnungs-AG Vonovia landet im aktuellen "Good Company Ranking" aller Dax-30-Unternehmen auf dem letzten Platz.

Bild: Vonovia

Karriere12.10.2016
Die im Dax notierte Wohnungsgesellschaft Vonovia hat in Sachen Corporate Social Responsibility (CSR) offenbar noch viel Luft nach oben. Das legt jedenfalls das heute veröffentlichte "Good ... 

Die im Dax notierte Wohnungsgesellschaft Vonovia hat in Sachen Corporate Social Responsibility (CSR) offenbar noch viel Luft nach oben. Das legt jedenfalls das heute veröffentlichte "Good Company Ranking 2016" nahe, für das Wissenschaftler mehrerer Hochschulen untersucht haben, ob und wie die Dax-30-Unternehmen u.a. ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, der Umwelt und ihren Mitarbeitern nachkommen und wie sie dies auch für Außenstehende nachvollziehbar und messbar kommunizieren.

Im Gesamtranking landet Deutschlands größter Wohnungsvermieter mit 45,2 von 100 möglichen Punkten auf dem 30. und damit letzten Platz. Zum Vergleich: Spitzenreiter Daimler und die Zweit- und Drittplatzierten Bayer und SAP erzielen jeweils mehr als 70 Punkte. Die durchschnittlich erreichte Punktzahl liegt bei 61,5 Punkten.

Für das Ranking wurden die 30 Dax-Unternehmen in den Kategorien Gesellschaft, Mitarbeiter, Umwelt und "Financial Integrity" - wie verantwortungsvoll die Aktiengesellschaften also mit dem Geld ihrer Kapitalgeber umgehen - unter die Lupe genommen. Die ersten drei Kategorien wurden mit je 20 (möglichen) Punkten gewichtet, die finanzielle Integrität schlug mit 40 Punkten zu Buche, weil die wirtschaftliche Performance ja die Grundlage für ein segensreiches Wirken auf den anderen Feldern ist, wie Rankinginitiator Klaus Rainer Kirchhoff, CEO von Kirchhoff Consult, heute Vormittag in einer Telefonkonferenz sagte.

"Vonovia ist in Sachen Transparenz und Kommunikation noch nicht so entwickelt, wie es sein sollte"

Das schlechte Abschneiden von Vonovia ist nicht gleichbedeutend damit, dass die Wohnungsgesellschaft in puncto unternehmerischer Verantwortung praktisch auf ganzer Linie versagt hat. Kirchhoff stellte klar: "Dass Vonovia in Sachen Transparenz und Kommunikation noch nicht so entwickelt ist, wie es sein sollte, und viele Informationen, die wir für die Beurteilung gebraucht hätten, nicht verfügbar waren, ist sicher auch damit zu erklären, dass Vonovia noch recht frisch an der Börse ist." Für das Ranking wurden keine Interviews mit Unternehmensvertretern geführt, sondern ausschließlich aktuelle Geschäftsberichte ausgewertet.

Lobend erwähnte Kirchhoff mit Blick auf die Bochumer Wohnungsgesellschaft ein "umweltorientiertes Gebäudemanagement" und "eine starke Kundenorientierung sowie viele Maßnahmen zur Umsetzung der Kundenzufriedenheit". Dort, wo es um eine "direkte Geschäftsbeziehung" gehe, mache Vonovia eine gute Figur.

"Keine klare Personalstrategie erkennbar"

Zu allem, was mit Blick auf Gesellschaft und Umwelt über "direkte Geschäftsbeziehungen" hinausgeht, fänden sich jedoch kaum verwertbare Informationen zu CSR-Zielen und messbaren -Fortschritten. "Schwer zu sagen, ob das alles nicht vorhanden ist oder es nur nicht kommuniziert wird." So sei trotz einer "grundsätzlich guten Positionsbestimmung im Bereich Human Resources" auch "keine klare Personalstrategie erkennbar". Vonovia sei zwar in der beruflichen Ausbildung stark und fördere gezielt benachteiligte Jugendliche: "Aber das reicht eben nicht."

Auch bei den anderen Dax-Unternehmen sehen die Autoren der Analyse im Schnitt jedoch "den größten Spielraum" im Personalmanagement, gegenteiligen Bekundungen von Arbeitgebern - "Die Mitarbeiter sind unser höchstes Gut!" - zum Trotz: "Wenn es darum geht, ein echtes Normen- und Wertesystem für die Belegschaft zu entwickeln oder ihre Personalarbeit mit belastbaren Zahlen zu untermauern, üben sie sich in unverbindlicher Zurückhaltung und verstecken sich hinter vagen Formulierungen", kritisiert Kirchhoff. "Bei einer durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit junger Mitarbeiter von dreieinhalb Jahren würde man sich wünschen, dass die Unternehmen sich bei Themen wie Mitarbeiterbindung und -motivation oder Weiterbildung mehr einfallen lassen."

Last but not least: Bei der "Financial Integrity", zu deren Messung die Wissenschaftler laut Kirchhoff im Grunde wie ein Aktienanalyst die Finanzkennzahlen bzw. die Leistungsfähigkeit und Stabilität einer AG unter die Lupe genommen haben - allerdings als notwendige Bedingung nachhaltigen Handelns und nicht als Voraussetzung für langfristig glückliche Aktionäre -, hat Vonovia offenbar Luft nach oben: Wissenschaftler der HHL Leipzig Graduate School of Management jedenfalls, die sich um diesen Aspekt gekümmert haben, wollen bei Vonovia eine "mangelhafte Offenlegung strategischer Zielgrößen im Wertmanagement" erkannt haben. Im gesonderten Financial-Integrity-Ranking landet Vonovia auf Platz 24, in den Kategorien Umwelt und Gesellschaft jeweils auf dem letzten Platz und in der Kategorie Mitarbeiter gemeinsam mit Beiersdorf auf Rang 28.

Für das "Good Company Ranking 2016", Untertitel: "Der Corporate Social Responsibility-Wettbewerb der Dax 30 Unternehmen", werteten Wissenschaftler der TU Dresden, der Universität Hohenheim, der Universität des Saarlandes und der HHL Leipzig Graduate School of Management die Geschäftsberichte aller im Dax notierten Gesellschaften von 2015 aus. Das Ranking wurde in diesem Jahr zum fünften Mal seit 2005 erhoben.

Harald Thomeczek

gif zeichnet sieben Nachwuchswissenschaftler aus

Die strahlenden Sieger des gif-Forschungspreises 2016.

Die strahlenden Sieger des gif-Forschungspreises 2016.

Bild: Thomas Plettenberg

Karriere11.10.2016
Die Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) hat auf der Expo Real in der vergangenen Woche zum 22. Mal die gif-Immobilien-Forschungspreise vergeben. Sieben Preisträger ... 

Die Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) hat auf der Expo Real in der vergangenen Woche zum 22. Mal die gif-Immobilien-Forschungspreise vergeben. Sieben Preisträger heimsten Ruhm und Ehre ein - und Preisgelder in Höhe von insgesamt 12.500 Euro.

Den ersten Preis in der Kategorie Dissertationen und damit 2.750 Euro sahnte Dr. Dirk Assmann von der Universität Regensburg mit seiner Arbeit "City Growth: The Role of Knowledge Spillovers and Entrepreneurship" ab. Den zweiten Preis in dieser Kategorie erhielt Dr. Fabian Maximilian Karrenstein von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Seine Forschungsergebnisse zum Thema "Errichtung und Betrieb von Erdgasspeichern in unterirdischen Hohlraumstrukturen" wurden mit 2.250 Euro belohnt. Die Dissertation "Aggregierte Berücksichtigung von Produktivitätsverlusten bei der Ermittlung von Baukosten und Bauzeiten" von Dr. Markus Kummer von der Technischen Universität Graz landete auf dem dritten Platz (2.000 Euro).

In der Kategorie Master-/Diplomarbeiten wurde Jessica Leja mit ihrer Arbeit "Numerische Modellierung von Wandelanleihen und ihre Bedeutung für Immobilienunternehmen" ausgezeichnet. Die Arbeit, die sie an der Technischen Universität Darmstadt geschrieben hat, spülte ihr ein Preisgeld von 1.750 Euro für den ersten Platz in dieser Kategorie in die Kasse. Die Masterarbeit "Finanzierungsmodelle internationaler Entwicklungsprojekte im Infrastruktursektor" von Jan Vorkötter, Technische Universität Berlin, war der Jury 1.250 Euro bzw. den zweiten Platz in dieser Gruppe wert.

Manuel Erler von der Hochschule Aschaffenburg räumte ebenfalls 1.250 Euro ab. Seine Arbeit zum Thema "Preisblasen auf Büroimmobilienmärkten – Eine empirische Betrachtung deutscher A- und B-Städte" kam auf Platz eins in der Kategorie Bachelorarbeiten. Die "Umsatzsteueroption im Gewerbemietrecht", eine Bachelorarbeit von Anne Schmidt, Bauhaus Universität Weimar, bekam den zweiten Preis bzw. 1.000 Euro.

Die gif vergibt den Forschungspreis seit 1995. In diesem Jahr wurden 60 Arbeiten eingereicht. Die Deutsche Asset Management und der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss sponsern den Preis.

Harald Thomeczek

Einstiegsgehälter: Arme Architekten

Architekten starten laut einer Auswertung eines Gehaltsportals nach der Uni mit gut 33.000 Euro ins Berufsleben.

Architekten starten laut einer Auswertung eines Gehaltsportals nach der Uni mit gut 33.000 Euro ins Berufsleben.

Bild: Nyul/Fotolia.com

Karriere11.10.2016
Architekten gehören mit zu den Geringverdienern unter studierten Berufseinsteigern. Sogar Redakteure verdienen mehr. ... 

Architekten gehören mit zu den Geringverdienern unter studierten Berufseinsteigern. Sogar Redakteure verdienen mehr.

Wer studiert, hofft schon zum Berufseinstieg auf ein hohes Gehalt. Dass dem nicht so sein muss, wissen nicht nur viele Geisteswissenschaftler, sondern u.a. auch Architekten. Die Gehälter in dem einstigen Prestigeberuf sind gesunken, der Markt ist gesättigt und angestellte Architekten arbeiten zu schlechteren Konditionen, nicht nur in puncto Gehalt, sondern auch mit Blick auf Vertragsbefristungen, als noch einige Jahre zuvor. Viele Baumeister sind mittlerweile auch freiberuflich unterwegs.

All das hat dazu geführt, dass Architekten im Ranking der studierten Geringverdiener unerfreulicherweise ziemlich weit vorne landen: Unter den Berufen mit dem niedrigsten Einstiegsgehalt nach dem Studium belegen sie nach einer Auswertung des Gehaltsportals Gehalt.de mit 33.226 Euro einen unrühmlichen fünften Platz. Zum Vergleich: Selbst Redakteure verdienen demnach mit 33.580 Euro (etwas) mehr. Für diese Auswertung wurden 1.720 Gehaltsdatensätze von Berufseinsteigern mit maximal drei Jahren Berufserfahrung analysiert. Mit Abstand am schlechtesten schneiden übrigens studierte Rezeptionisten (27.639 Euro) ab, also Empfangssekretäre/-innen in der Hotellerie oder in Firmen.

Immobilienwirtschaft zahlt deutlich mehr

In der Immobilienwirtschaft dürfen Berufsanfänger nach einem Studium deutlich höhere Ansprüche anmelden: "Irgendwas mit einer Vier vorne", so lautete die einhellige Einschätzung von vier Arbeitgebervertretern (Patrizia Immobilien, Corpus Sireo, Deloitte, Landmarken) zu den Gehaltsaussichten von Absolventen auf einer Podiumsdiskussion in der vergangenen Woche auf der Expo Real. Kein Wunder also, dass viele Architekten (irgendwann) in die Projektentwicklung streben bzw. sich unter Projektentwicklern viele Architekten finden. So ist z.B. auch Landmarken-Vorstand Jens Kreiterling studierter Architekt (und hat ein Aufbaustudium zum Immobilienökonomen draufgesattelt).

Harald Thomeczek