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TU Berlin schafft Coworking-Space für junge Gründer

So könnte der Coworking-Space der TU Berlin einmal aussehen. Die Hochschule errichtet in der City West am Ernst-Reuter-Platz 1 ein Gründerzentrum.

So könnte der Coworking-Space der TU Berlin einmal aussehen. Die Hochschule errichtet in der City West am Ernst-Reuter-Platz 1 ein Gründerzentrum.

Bild: fatkoehl architekten

Karriere13.08.2015
Die Technische Universität (TU) Berlin baut aktuell ihr Angebot für Gründer und Start-up-Unternehmen weiter aus. Mit frei werdenden BAföG-Mitteln und privaten Sponsorengeldern richtet sie ... 

Die Technische Universität (TU) Berlin baut aktuell ihr Angebot für Gründer und Start-up-Unternehmen weiter aus. Mit frei werdenden BAföG-Mitteln und privaten Sponsorengeldern richtet sie Coworking-Space für Gründer, Studierende und Alumni ein. Die Förderung von Gründern schreiben sich inzwischen viele Hochschulen auf die Fahnen.

Von Lichtfaserbetonfertigteilen für den Innen- und Außenbereich (Siut) über Architekturmodelle mittels 3D-Druck (3yourmind), altersgerechte Assistenzsysteme (escos automation), ökologisch nachhaltige Gebäudeklimatisierung (Watergy) bis hin zu einer zentralen Management-Plattform für Bauprojekte (Sablono) reichen die Geschäftsideen von Absolventen der TU Berlin. Bei ihrer Unternehmensgründung wurden sie von ihrer Hochschule unterstützt. Frei nach dem Motto "probieren geht über studieren" half die Hochschule ihren Studierenden beim Ausprobieren ihres Wissens am Markt und den ersten Gehversuchen als Gründer.

Mehr als 1.000 Gründungsinteressierten hat das Beratungsteam der TU Berlin seit 2007 Starthilfe angeboten. Für ihr Engagement wurde sie erst im Juli dieses Jahres zum siebten Mal als gründungsaktivste Hochschule in der Region Berlin-Brandenburg geehrt. Rund 5,2 Mio. Euro an Stipendiengeldern warb die Hochschule über das Förderprogramm Exist des Bundeswirtschaftsministeriums ein.

Das unternehmerische Potenzial ihrer Studierenden will die TU Berlin nun weiter fördern und errichtet ein eigenes Gründerzentrum am Ernst-Reuter-Platz 1. In unmittelbarer Nähe zum ehemaligen IBM-Hochhaus, wo einst das sogenannte Elektronengehirn hinter Glas stand, sollen nun die jungen Geister der TU die Wirtschaftswelt mit ihren Geschäftsideen beleben. In offenen Räumen können die Teams zusammenarbeiten. Es gibt aber auch Seminarräume für Workshops und Vorträge sowie Platz für eine Werkstatt, in der mittels CNC-Fräse, 3D-Drucker und Lasercutter Prototypen gebaut werden können.

Den Aufbau des Coworking-Space fördert das Land Berlin mit 2,7 Mio. Euro. Dabei handelt es sich um frei gewordene Mittel aus der BAföG-Übernahme durch den Bund. Über private Geldgeber fließen weitere 230.000 Euro in das Bauprojekt. Die Gründungsförderung werde auch künftig weiter von der öffentlichen Hand unterstützt. Entsprechende Mittel seien im Doppelhaushalt erstmals bereitgestellt, sagt Senatorin Sandra Scheeres. Schließlich seien die Berliner Hochschulen "Impulsgeber" für die Hauptstadt.

Zudem sind sie auch ein veritabler Wirtschaftsfaktor, wie allein die Zahlen der TU Berlin belegen: 2,7 Mrd. Euro Umsatz und 20.000 Beschäftigte zählten alle Ausgründungen der Hochschule, die im Jahr 2013 ihren Unternehmenssitz in Deutschland hatten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Lehrstuhls für Entrepreneurship und Innovation Management an der TU Berlin.

Und der Bedarf an Gründungsberatungen sei in den letzten Jahren stark angestiegen. Zählte das Centre for Entrepreneurship (CfE) an der TU Berlin vor zwei Jahren noch wöchentlich zwei bis drei Anfragen von Gründungswilligen, so seien es aktuell etwa 15. Unter dem Dach des CfE bündelt die Universität ihre Aktivitäten rund um das Thema Unternehmertum. Das Zentrum bietet neben dem Gründungsservice auch das Fachgebiet Entrepreneurship und Innovationsmanagement mit insgesamt drei verschiedenen Masterstudiengängen an.

Mit ihrem Engagement steht die TU Berlin nicht allein. Mehr als 100 Gründungslehrstühle gibt es an deutschen Hochschulen. In der Gründungsförderung sind rund 748 Personen tätig, das entspricht rund 470 Vollzeitstellen. Zu diesem Ergebnis kommt das Gründungsradar 2013. An der Befragung des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft haben sich mit 254 etwa zwei Drittel aller Hochschulen beteiligt. Davon waren 168 in der Gründungsförderung aktiv. Sie boten insgesamt 1.474 Lehrveranstaltungen zu dem Thema an. Außerhalb des Fachstudiums gab es deutlich mehr Veranstaltungen als noch 2012, nämlich gut 3.000. Das entspricht einem Plus von 45%. Auch die Budgets für die Gründungsförderung waren um 28% auf knapp 63 Mio. Euro gestiegen.

Die Studierenden dürfte es freuen, denn für sie ist das Thema Selbstständigkeit trotz guter Aussichten auf dem Arbeitsmarkt eine echte Option. 5% der Studierenden eines immobilienwirtschaftlichen oder verwandten Faches möchten nach Abschluss ihres Studiums selbstständig tätig sein. Weitere 3% zieht es zum Berufseinstieg nicht etwa in einen etablierten Konzern, sondern in ein Startup-Unternehmen. Das ergab die diesjährige Umfrage zur IZ-Joboffensive, an der sich 428 Studierende beteiligt hatten. Auch die Diskussionsrunde zum Thema Selbstständigkeit auf der diesjährigen Jobmesse IZ-Karriereforum fand viel Zulauf von den künftigen Berufseinsteigern. Im Wettbewerb der Hochschulen untereinander dürfte die Gründungsförderung also auch ein wichtiges Argument beim Wettlauf um Köpfe, nicht nur um Förder- und Stipendiengelder sein.

Sonja Smalian

Wie viel verdienen Ingenieure?

Ingenieursgehälter variieren u.a. je nach Position, Berufserfahrung, Branche oder Ort. Wer sein Gehalt vergleichen will, erhält im Netz viele Studien und kann Daten sogar manchmal selbst auswerten.

Ingenieursgehälter variieren u.a. je nach Position, Berufserfahrung, Branche oder Ort. Wer sein Gehalt vergleichen will, erhält im Netz viele Studien und kann Daten sogar manchmal selbst auswerten.

Bild: BilderBox.com

Karriere06.08.2015
Gleich vier Untersuchungen schicken sich an, die Gehälter von Ingenieuren in der Bauwirtschaft und in Planungsbüros zu vermessen. Die Ergebnisse unterscheiden sich, geben aber eine Richtschnur ... 

Gleich vier Untersuchungen schicken sich an, die Gehälter von Ingenieuren in der Bauwirtschaft und in Planungsbüros zu vermessen. Die Ergebnisse unterscheiden sich, geben aber eine Richtschnur vor und bieten Hilfestellung für die eigene Analyse.

In den baunahen und planerischen Ingenieursberufen wurden im vergangenen Jahr Durchschnittseinkommen von gut 49.000 Euro gezahlt. Während sich die Ingenieure in Planungs- und Ingenieurbüros über ein Gehaltsplus von rund 2.000 Euro auf 49.400 Euro freuen konnten, sanken die Jahreseinkommen der Ingenieure am Bau um 2.400 Euro auf rund 49.800 Euro. Damit liegen beide in etwa gleichauf und mit knapp 20% weniger gleich weit entfernt vom allgemeinen Durchschnittseinkommen der deutschen Ingenieure hierzulande, das 61.600 Euro Brutto-Jahresgesamtgehalt betrug. Im Allgemeinen sind die Gehälter der Ingenieure der verschiedenen Branchen im vergangenen Jahr um 3% gestiegen, wie die Gehaltsstudie 2014 von VDI nachrichten zeigt. Die Auswertung basiert auf den Einkommensdaten, die 11.740 Ingenieure mit unterschiedlichen Tätigkeiten zur Verfügung gestellt haben. Mitmachen kann bei der Untersuchung jeder Ingenieur. Ganzjährig können die eigenen Einkommensdaten unter www.ingenieurkarriere.de/gehaltstest eingegeben werden. Mehr als 154.000 Ingenieure haben das seit Start der Umfrage im Jahr 2002 schon getan. Der Gehaltstest gibt beispielsweise einen Überblick über die üblicherweise gezahlten Gehälter, die Höhe der variablen Anteile und wie sich ein Wechsel des Arbeitsortes oder der Branche auswirken könnte, zumindest rechnerisch.

Auffällig sei nach Ansicht der Studienmacher, dass die variablen Gehaltsbestandteile wie Prämien und Gewinnanteile erstmals wieder über das Niveau vor der 2008er Krise gestiegen seien und einen Anteil von 8,6% am Jahreseinkommen betragen, bei einem Bereichsleiter sind es im Schnitt 9,1%.

Für verschiedene Positionen hat die Studie Einzelwerte für das vergangene Jahr aufgeführt. So verdiente ein Projektingenieur im Baugewerbe im Median 43.658 Euro, während er in Ingenieur- und Planungsbüros im Median 45.000 Euro erhielt.

Bei der Position des Projektmanagers hat der Ingenieur am Bau einkommensmäßig die Nase vorn mit 57.680 Euro, in Ingenieur- und Planungsbüros beläuft sich sein Einkommen im Median auf 54.600 Euro. Gruppen- und Teamleiter werden im Baugewerbe mit einem Brutto-Jahresgehalt von 66.360 Euro entlohnt. Ihre Kollegen im Ingenieur- und Planungsbüro hingegen mit 65.177 Euro.

Das Berufsportal www.bauingenieur24.de bat ebenfalls seine Leser um anonyme Gehaltsangabe. Das durchschnittliche Jahreseinkommen der 128 Teilnehmer lag mit 57.188 Euro auf dem Niveau eines Projektmanagers, wie der Vergleich mit der Studie von VDI nachrichten zeigt. Knapp 4% der Befragten auf bauingenieur24.de erzielten nur ein Jahreseinkommen von bis zu 30.000 Euro, 7% sogar mehr als 90.000 Euro. Wer Tipps für die eigene Gehaltseinschätzung benötigt, kann sich auf der Seite in einem offenen Forum ("Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen?") austauschen. Das Forum enthält bereits mehr als 1.000 Einträge. Die zahlreichen Tipps und Gehaltsangaben sind schon rund 304.000 Mal aufgerufen worden.

Zwei weitere Untersuchungen konzentrieren sich auf die Ingenieursgehälter in Ingenieur- und Planungsbüros. So hat die Bayerische Ingenieurkammer-Bau in ihrer Konjunkturumfrage 2014 feste Gehaltsspannen für selbstständige, angestellte und leitende Angestellte unter ihren Mitgliedern erfragt, leider nicht wieder in diesem Jahr. Jeder zweite beratende, freiberufliche oder selbstständige Ingenieur erzielte 2014 ein Jahreseinkommen von mehr als 70.000 Euro. Bei den Angestellten erhielt ein Viertel zwischen 30.000 Euro und 40.000 Euro und knapp 9% mehr als 70.000 Euro. Von den leitenden Angestellten erzielte jeder Dritte ein Jahreseinkommen von mehr als 70.000 Euro.

Knapp 600 Büros beteiligten sich am Gehaltsreport 2015 der Fachzeitschrift Planungsbüro professionell (PBP) und lieferten 6.600 Daten. Ein Projektingenieur erhält im Mittel 42.543 Euro (ohne Berufsanfänger zu berücksichtigen), ähnlich wie laut der Studie der VDI nachrichten. Zudem gibt die PBP-Studie Auskunft zu Dienstwagen und arbeitgeberfinanzierter betrieblicher Altersvorsorge. Besonders praktisch: Die Daten stehen als Excel-Anwendung zur Verfügung (www.iww.de/pbp/quellenmaterial/id/177642), sodass jeder online selbst testen kann (je nach verfügbarer Datenlage), wie hoch beispielsweise die lokal bedingten Gehaltsschwankungen sind.

Sonja Smalian

HTW-Studierende vernetzen sich mit der Immowelt

Die fünf Initiatoren (kniend, v.l.) Natalia Kurda, Christian Heiner, Jason Holmes, Hans-Hagen Bielfeldt und Enno Peters nach der ersten Vortragsveranstaltung.

Die fünf Initiatoren (kniend, v.l.) Natalia Kurda, Christian Heiner, Jason Holmes, Hans-Hagen Bielfeldt und Enno Peters nach der ersten Vortragsveranstaltung.

Bild: Initiative Netzwerk Immobilienwirtschaft an der HTW Berlin

Karriere30.07.2015
Studierende und Ehemalige des Bachelorstudiengangs Immobilienwirtschaft haben Ende 2014 das Netzwerk Immobilienwirtschaft an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin gegründet. Zur ... 

Studierende und Ehemalige des Bachelorstudiengangs Immobilienwirtschaft haben Ende 2014 das Netzwerk Immobilienwirtschaft an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin gegründet. Zur ersten Vortragsveranstaltung kamen rund 100 Teilnehmer. Schon plant die Initiative neue Projekte, um Studierende, Lehrende und Praktiker zu vernetzen.

Am 7. Juli fand die erste Vortragsveranstaltung des Netzwerks Immobilienwirtschaft im Audimax der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) statt. Vier Redner hatten die Studierenden und Ehemaligen für den Abend gewinnen können. So gab beispielsweise Michael Piontek einen Einblick, in seinen Berufsalltag als Chief Financial Officer von Polis Immobilien. Und mit Jakob Mähren, Inhaber der Mähren-Gruppe, stand ein Immobilienprofi auf der Bühne, der direkt nach dem Abitur ins Immobiliengeschäft eingestiegen war. Rund 100 Teilnehmer kamen zu der Veranstaltung.

Ansporn genug für die fünf Gründer, um das Netzwerk zehn Tage später dem Studierendenparlament vorzustellen, um den offiziellen Status einer Studierendeninitiative zu erhalten. Das erlaubt dem fünfköpfigen Team u.a., künftig einfacher Räume der Hochschule zu buchen und das HTW-Logo zu verwenden.

Wie wichtig ein funktionierendes Netzwerk schon für Studierende ist, erlebte Christian Heiner während seines Studiums an der HTW. Zugezogen aus Bayern, fehlte es dem gelernten Bankkaufmann zunächst an Kontakten in der Hauptstadt, zumal das Studium sehr stark auf Eigeninitiative setzt. Also besuchte er u.a. die Regionalgruppentreffen der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) und engagierte sich im Fachschaftsrat seiner Fakultät.

Zwei Semester verbrachte er an der University of Technology, Sydney, und sah, wie aktiv sich die Studierenden dort in Netzwerken wie dem Australian Property Institute zusammenschlossen. "Australien tickt anders", sagt Heiner. Da zähle nicht das beste Zeugnis, sondern dass Leute einen Kandidaten weiterempfehlen. Zumal es einen großen "hidden job market" gebe, also nur ein kleiner Teil der Stellen ausgeschrieben wird. Und der werde über Empfehlungen bedient. Auch aus diesem Grund hätten sich die Studierenden vernetzt. Heiner selbst trat als studentisches Mitglied der RICS bei und nahm beispielsweise an einem Abendessen teil, bei dem zwei Immoprofis über ihren Karriereweg referierten. Heiner lernte diese informellen Austauschmöglichkeiten schätzen. "Mensch, das können wir doch auch", war sein Gedanke. Zurück in Deutschland fand er mit Natalia Kurda, Jason Holmes, Hans-Hagen Bielfeldt und Enno Peters Gleichgesinnte. Sie testeten ihre Idee zunächst im kleinen, überschaubaren Rahmen. Es wurde eine Facebook-Gruppe gegründet (HTW Berlin: Die Immowirte der Hauptstadt). Inzwischen zählt sie mehr als 230 Mitglieder, neben Studierenden und Ehemaligen finden sich dort auch die Namen von Dozenten.

Es folgten die ersten Treffen im privaten Rahmen, dann lud die Initiative zum offenen Gespräch auf den Campus. Neben branchenspezifischen Themen ging es um Fragen zum Studium und zu Stellenausschreibungen. Der Zuspruch war gut und die Idee für die erste Vortragsveranstaltung wurde geboren, die die fünf auch über ihr Netzwerk organisierten. Denn bei Polis Immobilien war Heiner, der inzwischen bei Recon Capita beschäftigt ist, einst Praktikant gewesen und hatte seitdem den Kontakt zu CFO Piontek gehalten.

Obwohl der Studiengang Immobilienwirtschaft seit 1996 an der Hochschule existiert, gab es bislang kein eigenes Immo-Netzwerk, sondern nur einen allgemeinen Alumni-Verein für alle Absolventen der Hochschule. Künftig soll das Netzwerk Immobilienwirtschaft diese Lücke schließen. Neben dem fachlichen Austausch soll der Teamgeist gestärkt und eine Anlaufstelle während und nach dem Studium, auch für Austauschstudenten, geschaffen werden. Denn Heiner hatte von seinen australischen Kommilitonen einst viele praktische Tipps für die richtige Kurswahl erhalten.

Die Ideenliste der Gründer ist lang: eine eigene Webseite, den Status als eingetragener Verein und Kontakte knüpfen zu den Absolventen des immobilienspezifischen HTW-Masterstudiengangs. Mit dem Career Service der Hochschule soll besprochen werden, ob eine Mitwirkung am bestehenden Mentoring-Programm möglich ist. Künftig soll es auch eine Vernetzung zu anderen Hochschulen mit immobilienwirtschaftlichen Studiengängen in Berlin, aber auch bundesweit und international geben. Das Gründungsteam könnte sich auch eine internationale Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Hochschulen bei der Bearbeitung von Fallstudien vorstellen.

Und natürlich wollen die HTWler Kontakte zur Immobilienbranche knüpfen. Da dürften sie offene Türen einrennen. Denn jedes dritte Unternehmen engagiert sich an Hochschulen, wie die diesjährige Umfrage zur IZ-Joboffensive zeigte. Das nächste Event der Studierendeninitiative ist nach Beginn des nächsten Wintersemester im vierten Quartal 2015 geplant.

Wer Kontakt zum Netzwerk aufnehmen möchte, erreicht die Gründer per E-Mail unter idh.info@yahoo.de.

Sonja Smalian

Annekathrin Bethke

Annekathrin Bethke beim Segelkurs, um den Sportbootführerschein See zu erwerben.

Annekathrin Bethke beim Segelkurs, um den Sportbootführerschein See zu erwerben.

Bild: Annekathrin Bethke

Karriere30.07.2015
Annekathrin Bethke (29) ist seit 2013 Geschäftsführerin von Dahler & Company Franchise. Die gebürtige Berlinerin war 2006 als Auszubildende zu Dahler & Company nach Hamburg gekommen. ... 

Annekathrin Bethke (29) ist seit 2013 Geschäftsführerin von Dahler & Company Franchise. Die gebürtige Berlinerin war 2006 als Auszubildende zu Dahler & Company nach Hamburg gekommen. Von 2009 bis 2013 übernahm sie die Marketingleitung bei der Dahler & Company Group und absolvierte parallel ein Bachelorstudium BWL an der Europäischen Fernhochschule. In ihrer Freizeit stehen Yoga, Laufen, Fitness und Motorbootfahren auf der Agenda. Bethke ist Mitglied im Marketeer Club Europe und im Fitnessclub Aspria Uhlenhorst.

Wo wohnen Sie zurzeit?

In St. Georg. Eigentum.

Bitte beschreiben Sie Ihre Wohnung mit ein paar Sätzen.

Eine kleine Maisonette-Wohnung, die sehr zentral gelegen ist. 200 m zur Alster, 100 m zum innerstädtischen Leben, Einkaufen, Cafés, Kultur - alles sehr nah. Immer lebendig. Hochgeklappte Bordsteine gibt es hier nicht.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Wohnung?

Der Küchentresen zum entspannten und kreativen Arbeiten und die Badewanne am späten Abend zum Abschalten.

Haben Sie bei dieser Immobilie oder einer anderen beim Bau schon einmal selbst mit Hand angelegt?

Na ja. Selbst mit Hand angelegt wäre deutlich übertrieben. Aber ich konnte bei dem Neubauprojekt so einiges selbst auswählen. Bei der Wahl der Möbel habe ich auf bereits zusammengebaute Möbel gesetzt. ;-)

Was muss die perfekte Wohnung unbedingt haben?

Eine große Badewanne!

Wie und wo möchten Sie im Alter gerne wohnen?

Muss ich mir dazu jetzt schon konkrete Gedanken machen? Mittelfristig finde ich Full-Service- und Mixed-Use-Konzepte traumhaft.

Womit haben Sie als Erwachsene zum ersten Mal Geld verdient?

Ich habe bei Caterings meines Onkels gekellnert.

Wie haben Sie den Weg in die Immobilienbranche gefunden?

Geplant. Immobilien und die Branche haben mich immer fasziniert. Familiär war ich diesbezüglich auch schon positiv geprägt.

Was wären Sie heute gerne, wenn nicht Immobilienprofi?

Inhaberin einer Marketingagentur.

Haben Sie eine Lieblingsimmobilie?

Keine konkrete. Aber ein Haus in der Toskana ist traumhaft. Das liegt nicht nur an der Immobilie selbst, sondern vor allem an dem Umfeld, der Kultur, dem Essen, der Lebensfreude.

Und welches Gebäude in Deutschland würden Sie gerne abreißen?

Muss ich irgendetwas zerstören wollen? Jede Immobilie hat ihre Berechtigung gehabt.

Was bringt Sie privat auf die Palme? Und was beruflich?

Ignoranz und Arroganz.

Nennen Sie einen Ihrer Lieblingssongs?

Keine Macht den Pessimisten! Von Gregor Meyle.

Welche kürzlich besuchte Veranstaltung hat Ihnen besonders gut gefallen?

Konzert von Fritz Kalkbrenner.

Wie können Sie besonders gut entspannen oder abschalten?

Beim Sport oder Yoga vergesse ich das Alltägliche. Wenn ich dann im Anschluss noch Zeit für Wellness und Sauna habe, bin ich entspannt.

In welcher Lokalität kann man Sie häufiger antreffen?

Bei einem sehr guten Italiener, Cuneo in Hamburg, oder in der Bar vom The George Hotel.

Und mit welcher noch lebenden Persönlichkeit würden Sie dort gerne einmal einen Abend verbringen?

Mit Yahoo-Chefin Marissa Meyer. Power- und Karrierefrau.

Verraten Sie uns auch noch Ihr Lieblingsgericht?

Sushiiiii! Ich kann morgens, mittags und abends Sushi essen und genießen.

Wie feiern Sie Ihre Erfolge?

Beim After Work mit meinem Team.

Mit wem würden Sie gerne mal für einen Tag das Leben tauschen?

Oliver Samwer, weil ich neugierig bin, wie ein Tag bei jemandem abläuft, der so viele erfolgreiche Unternehmen hochzieht.

Gibt es etwas im Ausland, was Sie in Deutschland vermissen?

Mut zur Selbstständigkeit.

Sie haben 100.000 Euro zur freien Verfügung und müssen das Geld komplett ausgeben - welchen Traum erfüllen Sie sich?

Ein eigenes Unternehmen starten.

Sonja Smalian

Makeln und verwalten künftig nur mit Sachkundenachweis

Die Qualität der Leistung wird sich insbesondere durch den Sachkundenachweis erhöhen, glauben Verbandsvertreter.

Die Qualität der Leistung wird sich insbesondere durch den Sachkundenachweis erhöhen, glauben Verbandsvertreter.

Bild: Javierafael/Fotolia.com

Karriere23.07.2015
Nach Jahren der Diskussion ist es endlich so weit. Der Zugang zum Makler- und Verwalterberuf wird in Deutschland neu geregelt. Künftig sind ein Sachkundenachweis und eine ... 

Nach Jahren der Diskussion ist es endlich so weit. Der Zugang zum Makler- und Verwalterberuf wird in Deutschland neu geregelt. Künftig sind ein Sachkundenachweis und eine Berufshaftpflichtversicherung vorgeschrieben. So steht es im Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), der seit ein paar Tagen vorliegt. Auch wenn es hier und da noch Nachbesserungswünsche gibt, der Jubel bei den Verbänden überwiegt.

Einen Tag nach Bekanntwerden des Referentenentwurfs ist Martin Kaßler, Geschäftsführer des Dachverbands Deutscher Immobilienverwalter (DDIV), immer noch wohlgelaunt. "Heute ist ein guter Tag", sagt er im Hinblick auf den Gesetzentwurf. Nach Erhalt des 16 Seiten umfassenden Dokuments habe er sich abends eine Zigarre gegönnt. Seit Jahren setzt sich der DDIV wie andere Verbände auch für eine Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum ein. Eine wichtige Hürde war 2013 genommen, als die Forderungen in den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD aufgenommen wurden. Und nun liegt der Gesetzentwurf vor. "Die Bundesregierung hat Wort gehalten", hält Kaßler fest. Auch beim Immobilienverband Deutschland IVD Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen ist die Freude groß. "Jetzt liegen endlich Fakten auf dem Tisch. Das kann uns keiner mehr wegnehmen. Das ist super", sagt Sun Jensch, IVD-Bundesgeschäftsführerin.

Gefeiert wird die Änderung von § 34c Gewerbeordnung. Immobilienmakler und Wohneigentumsverwalter (WEG-Verwalter) erhalten künftig nur die gewerberechtliche Erlaubnis, wenn sie einen Sachkundenachweis und eine Berufshaftpflichtversicherung vorlegen können. Wie schon zuvor müssen die erforderliche Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse bestehen.

Der Fach- und Sachkundenachweis wird eine IHK-Prüfung sein, die ca. 400 Euro kostet. Wahrscheinlich werde die Hälfte der Antragsteller schon über einen beruflichen Ausbildungsabschluss verfügen, der der Sachkunde gleichgestellt ist, heißt es im Entwurf. Wie die Prüfungsinhalte für den Sachkundenachweis aussehen könnten, hat der IVD in einem Gutachten formuliert. Als Mindestanforderung sieht der Verband die Ausbildung zum/zur Immobilienkaufmann/-frau an. Doch dies spielt im Gesetzgebungsverfahren zunächst keine Rolle, sondern erst in der Rechtsordnung, die dann "mit Leben gefüllt" wird.

Von der Sachkundeprüfung entbunden sind mittels einer sogenannten Alte-Hasen-Regelung Makler und Verwalter, die länger als sechs Jahre ununterbrochen am Markt aktiv waren. Allerdings müssen sie diese Expertise innerhalb einer Frist nachweisen. Die Gewerbetreibenden sind zudem verpflichtet, die Qualifikation ihrer Mitarbeiter zu prüfen, sofern diese an den erlaubnispflichtigen Vermittlungs- bzw. Verwaltungstätigkeiten mitwirken, also z.B. Eigentümerversammlungen durchführen. Andernfalls kann der WEG-Verwalter bzw. Makler haftbar gemacht werden. Blaupause für diese Regelung seien die Versicherungs- und Finanzvermittler, sagt Kaßler. Auch so genannte Bankenmakler in Kreditinstituten benötigen künftig eine gewerberechtliche Erlaubnis, die auf die Sachkunde beschränkt ist.

Zweite wichtige Neuerung ist die erforderliche Berufs- bzw. Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, um die gewerberechtliche Erlaubnis zu erhalten. Über eine solche Versicherung verfügen schon jetzt mehr als 97% der rund 1.850 Mitgliedsbetriebe des DDIV. Die knapp 6.000 IVD-Mitglieder müssen sowohl eine Vermögensschaden- als auch eine Betriebshaftpflichtversicherung vor Eintritt in den Verband nachweisen, sagt Jensch. Eine Vertrauensschadenversicherung erhalten sie zusätzlich über die Mitgliedschaft.

Es gibt aber auch Nachbesserungswünsche am Gesetzentwurf. Der Verein Wohnen im Eigentum (WiE) kritisiert die Alte-Hasen-Regel. WiE fordert mit Verweis auf den Verbraucherschutz, dass innerhalb der ersten fünf Jahre nach Inkrafttreten der Berufszugangsregelung auch die "alten Hasen" Prüfungen ablegen sollten. So könnten sie nachweisen, dass sie ihr Fach beherrschen, sagt WiE-Geschäftsführerin Gabriele Heinrich und moniert, dass die Regeln sonst erst bei der nächsten Generation greifen würden.

Die beiden Verbände IVD und DDIV bemängeln, dass im Gesetzentwurf der Mietverwalter nicht berücksichtigt wurde, obwohl dieser ebenfalls treuhänderisch tätig ist. Bei der Versicherungspflicht verfolgen beide unterschiedliche Zielsetzungen. Der DDIV setzt sich für eine Erweiterung der Versicherungspflicht auf die Deckung von Personen- und Sachschäden ein und plädiert für den Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung. Der IVD hingegen hält eine Vertrauensschadenversicherung für Immobilienverwalter für erforderlich. Zudem spricht sich der DDIV für eine Weiterbildungspflicht aus. So etwas gebe es auch im Verkehrsgewerbe, beispielsweise bei Lkw-Fahrern, so Kaßler.

Nichtsdestotrotz sieht Jensch den Referentenentwurf als "Meilenstein für die Branche" an. Künftig werde es nicht mehr Juristen oder andere Gelegenheitsmakler geben, die mal schnell eine Immobilie "nebenbei" vermitteln. Allein die Tatsache, dass in Deutschland nicht einmal bekannt sei, wie viele "34c eigentlich am Markt aktiv seien", ist nach Jenschs Ansicht schon ein starkes Zeichen. So einen Wildwuchs wird das neue Gesetz eindämmen. Die Branche werde sich künftig über die Qualität selektieren, glaubt Jensch.

Den Zeitplan des BMWi für die Umsetzung der Pläne bezeichnet Jensch als "sportlich". Die Verbände müssen bis zum 7.August 2015 zum Referentenentwurf Stellung nehmen. Das Gesetzgebungsverfahren könnte dann bis zum Jahresende 2015 abgeschlossen sein, heißt es seitens des IVD. Nach Verkündung der Änderungen in der Gewerbeordnung im Bundesgesetzblatt bleiben laut Referentenentwurf neun Monate bis zum Inkrafttreten der Regelungen. Nach der jetzigen Zeitplanung wäre der 1. Oktober 2016 dann der Stichtag. Bis dahin heißt es für den Gesetzgeber noch die entsprechende Rechtsverordnung, die u.a. Prüfungsverfahren und -inhalte sowie Qualifikationsanforderungen regeln wird, zu erarbeiten. Gleiches gilt für die Prüfungsunterlagen für die Industrie- und Handelskammern.

Makler und Verwalter hätten ab dem 1.Oktober genau sechs Monate Zeit von der "Alte-Hasen-Regel" Gebrauch zu machen. Geschehe dies nicht, warnt der IVD, würde am 1. April 2017 die früher erteilte Erlaubnis entfallen - und mit ihr die Möglichkeit den Beruf auszuüben.

Sonja Smalian