Karriere News

"Für einen guten ersten Eindruck haben Sie 150 Millisekunden Zeit"

Wie sollten Berufseinsteiger oder Praktikanten im neuen Job auftreten? Tipps und Tricks gab es dazu von Buchautorin und Coach Anke Quittschau.

Wie sollten Berufseinsteiger oder Praktikanten im neuen Job auftreten? Tipps und Tricks gab es dazu von Buchautorin und Coach Anke Quittschau.

Bild: Alexander Sell

Karriere02.07.2015
Der Wechsel vom Hörsaal ins Büro ist von vielen Unsicherheiten begleitet. Mit dem Eintritt ins Berufsleben sind andere Umgangsformen gefragt und der Erfolg wird am Output und nicht mehr in ... 

Der Wechsel vom Hörsaal ins Büro ist von vielen Unsicherheiten begleitet. Mit dem Eintritt ins Berufsleben sind andere Umgangsformen gefragt und der Erfolg wird am Output und nicht mehr in Klausurnoten gemessen. Wie der Spagat zwischen Selbstüberschätzung und -vermarktung bei der Jobsuche gelingt, verrieten die Immobilienprofis auf dem IZ-Karriereforum. Hier die wichtigsten Tipps rund um die Themen Networking, Bewerbungsschreiben und für die ersten Tage beim neuen Arbeitgeber.

Studenten haben es bei der Jobsuche nicht immer leicht. Konkurrieren sie doch gemeinsam mit ihren Kommilitonen mit bislang ähnlichen Lebensläufen um dieselben Jobs. Die Bewerbungsmappe sollte dem Personaler schnell einen guten Überblick über den Kandidaten vermitteln. Deswegen sei es wichtig, "den Lebenslauf mit Leben zu füllen", sagt Personalberater Olaf Kenneweg. Gemeint ist, die verschiedenen Praktika, Ehrenämter oder Werkstudententätigkeiten mit zwei, drei Spiegelstrichen zu erläutern, da darf der Lebenslauf auch schon mal zwei Seiten in Anspruch nehmen. "Der Lebenslauf ist die Visitenkarte", sagte Kenneweg, der mit vier weiteren Beratern während des IZ-Karriereforums die Bewerbungsmappen der Teilnehmer prüfte.

Ähnlich sah das auch Monika Ulmer von E/O/S Recruiting. Sie riet dazu, in die oft recht kurzen Lebensläufe Zwischenzeugnisnoten sowie sportliche Erfolge und Ehrenämter aufzunehmen. Sie warnte davor, im Anschreiben zu dick aufzutragen. Dann sei "hinten im Lebenslauf alles ganz nackert". Thorsten Bach von Rundstedt Executive Search empfiehlt das Design von Anschreiben eher schlicht zu halten und dafür mit den Inhalten zu punkten. Darüber hinaus gab es von den vier Beratern auch viel Hilfestellung zu den Formalien, angefangen von sinnvollen Dateibezeichnungen und kleinen Dateigrößen bei E-Mail-Bewerbungen bis hin zu der persönlichen, also namentlichen Ansprache des Empfängers. Wenn eine Gehaltsvorstellung in der Ausschreibung gefragt ist, dann sollte auch tunlichst eine genannt werden. Denn sonst sei der Bewerber schon vor der Einstellung einer Aufforderung seines potenziellen Chefs nicht nachgekommen.

Wer die Hürde des Bewerbungsgesprächs erfolgreich genommen hat, dem steht der erste Tag im neuen Job bevor. Karrierecoach Anke Quittschau verriet den Einsteigern, wie sie einen guten ersten Eindruck hinterlassen. "Dafür haben sie nur 150 Millisekunden Zeit." Eine wichtige Rolle spielt dabei die korrekte Kleidung. Bei der Beantwortung ihrer Quizfragen zu Benimmregeln zeigte sich, dass nicht immer die Mehrheit der Zuschauer Recht hatte. Nicht jeder wusste beispielsweise, dass ein schwarzer Anzug in Deutschland immer noch nur zu besonderen Anlässen getragen werden sollte. Während die Anzugsfarbe Braun zwar in Ordnung, aber eher langweilig sei, empfiehlt die Autorin die Farbe dunkelblau: "Das ist sehr vertrauenserweckend."

Viel falsch gemacht wird auch bei der Begrüßung oder Vorstellung von Personen. So sollte immer die in der Unternehmenshierarchie tiefer stehende Person der ranghöheren vorgestellt werden. "Die wichtige Person bekommt die Info zuerst." Ladies first könne man im Geschäftsleben - im Gegensatz zum Privatleben - getrost vergessen. Für Überraschung sorgte bei vielen auch Quittschaus Hinweis, dass es in Männer-Jackets links unten ein kleines Visitenkartentäschchen gibt. "Dann sind die Karten auch nicht so körperwarm wie in der Brusttasche."

Berufseinsteiger sollten zudem nicht zu fordernd sein, mahnt die Co-Autorin der Bücher "Die ersten 100 Tage im neuen Job: Vom Start weg erfolgreich" und "Business-Knigge: Die 100 wichtigsten Benimmregeln". Als Beispiel für einen Fehltritt berichtet sie von jungen Arbeitskräften, die von ihrem Unternehmen kostenlos Wohnungen zur Verfügung gestellt bekommen haben. Doch sie verlangten zusätzlich, dass ihnen auch noch die Parkplatzgebühren erstattet werden - und schossen damit nach Quittschaus Meinung über das Ziel hinaus. Mit Kritik sollten sich Neueinsteiger während der ersten Zeit ebenfalls zurückhalten. "Verschaffen Sie sich erst mal einen Überblick über die internen Strukturen und Machtverhältnisse."

Gefragt seien hingegen Mitarbeiter, die klare Aussagen treffen und nicht alles skeptisch beurteilen, weiß Unitas-Vorstand Christian Rücker. "Es ist machbar, wenn ..." hört sich in den Ohren von Arbeitgebern besser an als "Es geht nicht, weil", erklärte er auf dem parallel stattfindenden Hochschultag der Royal Institution of Chartered Surveyors. Auch die Fähigkeit zum erfolgreichen Netzwerken hält er für wichtig.

Diesem Thema widmete sich Sayin Alim, Key Account Manager bei Immobilien-Scout24, in einem eigenen Vortrag. "Netzwerke sind ein Wettbewerbsvorteil", sagte er, und zwar für einen selbst und das Unternehmen. Mit der richtigen Info ließen sich Prozesse beschleunigen. Messen, Fachtagungen, Berufsverbände und Alumni-Teffen böten zahlreiche Chancen zum Kennenlernen neuer Kontakte. Neben Xing empfiehlt Alim, sich auch eine eigene Datenbank aufzubauen. Deutsch-englischer "Managersprech" sei beim Netzwerken tunlichst zu unterlassen, ebenso wie die eigenen Kontakte für den persönlichen Erfolg zu missbrauchen.

Doch trotz aller Fallstricke, die im Berufsalltag lauern, machte Unitas-Vorstand Rücker den Teilnehmern Mut: "Sie werden einen Job finden. Die Immobilienbranche ist ein Wachstumsmarkt." Allerdings müsste sich jeder zunächst die Frage stellen, wie er leben will. "Wollen Sie einen Arbeitsplatz oder wollen Sie eine Karriere?" Wer jetzt mit "Karriere" antwortet, sollte 20 Stunden Mehrarbeit pro Woche einplanen.

Sonja Smalian,Lars Wiederhold

Auf den Baustellen fehlen die Ingenieure

Gut ausgebildete Ingenieure haben gut lachen: Sie sind derzeit auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Knapp ein Drittel der offenen Stellen richtet sich an Ingenieure aus dem Bereich Bau, Vermessung, Gebäudetechnik und Architektur.

Gut ausgebildete Ingenieure haben gut lachen: Sie sind derzeit auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Knapp ein Drittel der offenen Stellen richtet sich an Ingenieure aus dem Bereich Bau, Vermessung, Gebäudetechnik und Architektur.

Bild: fotoinfot/Fotolia.com

Karriere25.06.2015
Der Arbeitsmarkt für Ingenieure in Deutschland sieht im ersten Quartal 2015 rosig aus, zumindest aus der Sicht der Arbeitnehmer. Denn Fachkräfte sind gefragt, besonders im Bereich Bau, ... 

Der Arbeitsmarkt für Ingenieure in Deutschland sieht im ersten Quartal 2015 rosig aus, zumindest aus der Sicht der Arbeitnehmer. Denn Fachkräfte sind gefragt, besonders im Bereich Bau, Vermessung, Gebäudetechnik und Architektur. Dort gab es im ersten Quartal dieses Jahres die meisten offenen Stellen.

Viele Jobs, zu wenige Ingenieure - so sah die Arbeitsmarktbilanz des ersten Quartals 2015 aus. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Ingenieuren war weiterhin überdurchschnittlich hoch. Überdurchschnittlich heißt in diesem Fall: Auf zwei offene Stellen kam in den ersten drei Monaten dieses Jahres nur ein arbeitslos gemeldeter Ingenieur. Insgesamt waren im Monatsdurchschnitt rund 59.430 offene Stellen in den verschiedenen Ingenieurberufen zu besetzen. Davon entfielen 18.070 Stellen, und damit jede dritte, auf den Schwerpunkt Bau, Vermessung, Gebäudetechnik und Architektur. Zu diesen Ergebnissen kommt der Ingenieurmonitor 2015/I für das erste Quartal dieses Jahres. Herausgegeben wird die Arbeitsmarktanalyse vom VDI Verein Deutscher Ingenieure und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit. Diese beziehen sich auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in den Ingenieurberufen. Jobwechsler innerhalb dieser Gruppe werden nicht berücksichtigt, da sie die Zahl der Vakanzen nicht verändern.

Die Zahl der offenen Stellen im ersten Quartal entsprach knapp 5% der Gesamtzahl an Beschäftigten in den Ingenieurberufen, die bei rund 1,2 Mio. lag. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat sich die Zahl der offenen Stellen bundesweit um 3,2% erhöht. Fünf Mal stärker war dieser Trend jedoch in den Bereichen Bau und Architektur: Um 16,7% ging die Zahl der Vakanzen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach oben. Allein in der Region Sachsen-Anhalt/Thüringen schnellten die Stellenangebote um 42% in die Höhe im Vergleich zum Vorjahresquartal. Nur in dem Bereich Rohstofferzeugung und -gewinnung war die Entwicklung noch positiver: 49% mehr Vakanzen als im ersten Quartal 2014 wies der Ingenieurmonitor hier aus.

Nicht nur zwischen den verschiedenen Ingenieurberufen, sondern auch zwischen den Regionen gibt es große Unterschiede bei der Anzahl der Stellenangebote. Die meisten offenen Positionen gibt es im Monatsmittel für die Bauberufe in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (3.180), Baden-Württemberg (3.140) und Bayern (2.480). Die Schlusslichter sind Sachsen (890), Rheinland-Pfalz/Saarland (1.120) und Sachsen-Anhalt/Thüringen (1.150).

Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage hat sich in den Bauberufen weiter geöffnet: Während sich die Vakanzen erhöht haben, sank gleichzeitig die Zahl der Arbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verkleinerte sich das Heer der Bauingenieure und verwandter Berufe ohne Anstellung um 3,6% auf 8.332 Personen, und das entgegen dem allgemeinen Trend. Bundesweit stieg die Zahl der arbeitslosen Ingenieure um 2% auf knapp 30.000 gegenüber dem Vorjahresquartal. Relativ viele Bau- und Gebäudetechnikspezialisten ohne Anstellung finden sich in Nordrhein-Westfalen (1.595) und Berlin/Brandenburg (1.448).

Die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage beschreibt der Ingenieurmonitor anhand von Engpasskennziffern. Dabei wird ermittelt, wie viele offene Stellen auf 100 arbeitslose Ingenieure kommen. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass selbst nicht einmal theoretisch alle offenen Positionen besetzt werden können. Für alle Ingenieurberufe liegt dieser Wert im ersten Quartal 2015 bei exakt 200, es kommen als zwei offene Stellen auf einen arbeitslosen Ingenieur. In den Bau- und Gebäudetechnikberufen ist die Diskrepanz mit 217 sogar noch höher. Am stärksten ist der Fachkräftemangel jedoch in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugtechnik (296) sowie Energie- und Elektrotechnik (291).

Wo ist der Fachkräftemangel in den baunahen Disziplinen also am größten? Die Antwort lautet: in Baden-Württemberg, und zwar mit Abstand. Dort beträgt die Engpasskennziffer 458! Doch auch in Rheinland-Pfalz/Saarland (305) und Bayern (298) dürften sich die Unternehmen über jeden Bewerber freuen.

Sonja Smalian

Labor für Smart Buildings

Karriere25.06.2015
Die Technische Fachhochschule Georg Agricola zu Bochum (TFH) hat ein Labor für Smart Buildings eröffnet, um den effizienteren Energieeinsatz in Gebäuden zu erforschen. ... 

Die Technische Fachhochschule Georg Agricola zu Bochum (TFH) hat ein Labor für Smart Buildings eröffnet, um den effizienteren Energieeinsatz in Gebäuden zu erforschen.

LED-Leuchten, programmierbare Thermostate, Sensoren in Fenstern - in der Gebäudetechnik gibt es zurzeit viel Bewegung", sagt Professor Markus Gehnen, Leiter der Einrichtung. "Wir arbeiten sowohl an Lösungen für den Privathaushalt, als auch an großmaßstäblichen Anwendungen für gewerblich genutzte Gebäude." Vor allem die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Elektro- und Informationstechnik an der TFH würden künftig von der vielseitigen Ausrichtung des Labors profitieren. "Wir möchten keine Spezialisten heranziehen, die sich nur mit einem schmalen Aspekt von Gebäudeautomation auskennen. Wir wollen eine breite Wissensgrundlage vermitteln, die unseren Absolventen später im Beruf hilft, zu jeder Automationsaufgabe die passende Lösung zu finden", sagt Gehnen. "Die Studierenden unseres Master-Studiengangs erarbeiten im Teamwork komplexere Projekte, beispielsweise Steuerungssysteme für große Bürogebäude. Dabei erhalten sie praktische Einblicke in den aktuellen Stand der Technik."

Neben der Lehre engagiert sich das neue Labor auch in der anwendungsbezogenen Forschung. Es gibt bereits ein Kooperationsprojekt mit dem Wohnungsunternehmen Vivawest.

Sonja Smalian

So zahlt die Branche ihre Praktikanten

Wer im Betrieb bloß seine Abschlussarbeit schreibt, unterliegt nicht dem Mindestlohngesetz. Nichtsdestotrotz können Unternehmen und Studierende etwas anderes vereinbaren.

Wer im Betrieb bloß seine Abschlussarbeit schreibt, unterliegt nicht dem Mindestlohngesetz. Nichtsdestotrotz können Unternehmen und Studierende etwas anderes vereinbaren.

Bild: pressmaster/Fotolia.com

Karriere18.06.2015
Praktika sind längst nicht mehr nur Kür, sondern gehören in vielen immobilienwirtschaftlichen Studiengängen zum Pflichtprogramm. Dieser kleine Unterschied hat große Auswirkung auf die ... 

Praktika sind längst nicht mehr nur Kür, sondern gehören in vielen immobilienwirtschaftlichen Studiengängen zum Pflichtprogramm. Dieser kleine Unterschied hat große Auswirkung auf die Vergütung. Wie bezahlt die Immobilienwirtschaft die künftigen Kollegen beim Reinschnuppern? Unternehmen und Studierende geben Antwort.

Kopieren und Kaffeekochen - das waren die Standardaufgaben von Praktikanten, früher einmal. Heute gehört das Praktikum als Abrundung des Profils zu einer akademischen Ausbildung fast schon als fester Bestandteil dazu. 69% der Studierenden haben bis zu vier Semester vor Abschluss ein Praktikum absolviert. Das zeigt die diesjährige Umfrage zur Joboffensive, einer Initiative der Immobilien Zeitung (IZ), an der sich 428 Studenten immobilienwirtschaftlicher und verwandter Fachrichtungen beteiligten. 69% der Befragten waren 25 Jahre alt oder jünger.

Erhielten die Studierenden während ihres Praktikums eine Vergütung? Die Antwort überrascht für eine Branche, die regelmäßig Millionentransaktionen stemmt. Denn den künftigen Kollegen wird nichts geschenkt: 34% der absolvierten Praktika waren unbezahlt, heißt es vonseiten der Studierenden.

Der Prozentsatz halbiert sich, wenn die Immobilienunternehmen gefragt werden: Nur 17% ihrer vergebenen Praktika seien nicht vergütet gewesen. Damit hinkt die Immobilienbranche hinter der Gesamtwirtschaft hinterher. Denn bundesweit und branchenübergreifend sind nur noch 5% der Praktika nicht vergütet, zeigt der Clevis Praktikantenspiegel 2015. Dass das Gehalt zu den vier wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des künftigen Arbeitgebers laut IZ-Umfrage zählt, scheinen die Immobilienunternehmen bei der Praktikumsvergütung teilweise auszublenden. Genau 100 Unternehmen der Immobilienbranche beteiligten sich an der IZ-Umfrage. 72% von ihnen bieten Praktika an, um frühzeitig Kontakt zu den baldigen Berufseinsteigern aufzubauen und sich als Arbeitgeber zu präsentieren.

Zahlen die Unternehmen ihren Praktikanten hingegen eine Vergütung, so liegt diese im Schnitt zwischen 8,60 Euro und 11,70 Euro pro Stunde - und damit über dem seit Jahresanfang gültigen Mindestlohn von 8,50 pro Stunde. Die Praktikanten werden zwischen acht und 40 Stunden pro Woche eingesetzt. Im Mittel sind es 31 Stunden in der Woche, der belastbarere Median kommt auf 37,5 Stunden. Letztere Zahl würde einen Brutto-Monatslohn bei durchschnittlich 21 Arbeitstagen pro Monat von 1.354 Euro (8,60 Euro/Stunde) bis 1.843 Euro (11,70 Euro/Stunde) ergeben. Damit liegt die Immobilienwirtschaft rechnerisch im branchenübergreifenden Vergleich plötzlich wieder ganz weit vorn: Mit rund 771 Euro wird ein Praktikumsmonat mit einer Wochenarbeitszeit von im Schnitt 37,8 im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt vergütet, zeigt der Clevis Praktikantenspiegel 2015. Das Baugewerbe bietet im Mittel 1.015 Euro/Monat, der Bereich Unternehmensberatung rund 920 Euro und die Finanzwirtschaft, also Banken und Versicherungen, kommen auf etwa 889 Euro.

Die Aussagen der Immobilienstudenten addieren sich jedoch zu anderen Größenordnungen: Durchschnittlich 7,90 Euro pro Stunde haben sie als Praktikanten erhalten, wobei der statistisch etwas stabilere Median nur 7,00 Euro Stundenlohn anzeigt - und damit 1,50 Euro unter dem Mindestlohn liegt. Das ist nicht weiter verwunderlich, weil sicherlich einige der Studierenden ihr Praktikum schon vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes absolviert haben, zumal der Mindestlohn gar nicht für alle Praktika verpflichtend ist.

Ausgenommen vom Mindestlohn sind die vorgeschriebenen Pflichtpraktika in Schule, Ausbildung und Studium sowie freiwillige, studienbegleitende Praktika mit einer Dauer von bis zu drei Monaten, heißt es vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. 8,50 Euro pro Stunde gibt es hingegen bei freiwilligen, studienbegleitenden Praktika, die länger als drei Monate dauern. Dafür wird dann der Mindestlohn schon ab dem ersten Tag und nicht erst ab dem vierten Monat fällig, und zwar auch wenn ein zunächst auf drei Monate befristetes Praktikum verlängert wird. Wie viel das nächste Praktikum finanziell bringt, zeigt der Mindestlohnrechner (www.der-mindestlohn-gilt.de).

Wer noch auf der Suche nach einem Praktikumsplatz ist oder schon seinen Berufseinstieg plant, der sollte das sechste IZ-Karriereforum nicht verpassen. Am Samstag, den 20. Juni 2015, findet die Jobmesse für die Immobilienwirtschaft auf dem Campus der Goethe-Universität in Frankfurt statt. Für Kurzentschlossene gibt es noch Eintrittskarten an der Tageskasse (Preis: 39 Euro). Info: www.iz-jobs.de/karriereforum

Sonja Smalian

Wohnungswirtschaft: Tarifverhandlungen bislang ergebnislos

Die Tarifverhandlungen in der Wohnungswirtschaft gehen in die dritte Runde.

Die Tarifverhandlungen in der Wohnungswirtschaft gehen in die dritte Runde.

Bild: BilderBox.com

Karriere12.06.2015
Auch die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die rund 64.000 Beschäftigten in der Deutschen Wohnungswirtschaft ist am 11. Juni 2015 ergebnislos beendet worden. Der Arbeitgeberverband ... 

Auch die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die rund 64.000 Beschäftigten in der Deutschen Wohnungswirtschaft ist am 11. Juni 2015 ergebnislos beendet worden. Der Arbeitgeberverband der Deutschen Immobilienwirtschaft (AGV) nennt die Forderungen von IG BAU und Ver.di "deutlich überzogen".

Der AGV habe ein Angebot vorgelegt, das sich an den jüngsten Tarifabschlüssen in der Versicherungswirtschaft und dem öffentlichen Dienst orientierte, sagte Prof. Dr. Michael Worzalla, Vorstand des AGV.

Die Ergebnisse der Tarifverhandlungen für Versicherungsangestellte des Innendienstes sehen u.a. eine Gehaltssteigerung in zwei Stufen in Höhe von 2,4% in diesem Jahr und 2,1% im Folgejahr vor. Für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder steigen die Tarife ebenfalls in zwei Schrit­ten um 4,83%, teilte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di mit.

Für die Beschäftigten in der Wohnungswirtschaft fordern die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und ver.di eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um einen Festbetrag von 215 Euro, die Erhöhung der Ausbildungsentgelte um 110 Euro sowie zwei zusätzliche freie Tage für Gewerkschaftsmitglieder. Ferner verlangen sie von den Arbeitgebern eine verbindliche Erklärung, in Verhandlungen über einen Tarifvertrag zum demografischen Wandel in der Wohnungswirtschaft einzusteigen.

Die Gewerkschaftsforderungen würden in den unteren Lohngruppen einem Plus von knapp 12% und in den oberen Lohngruppen von gut 6% entsprechen, sagte Worzalla. Der AGV bezeichnet die Forderungen der Gewerkschaft als "deutlich überzogen" in einer Pressemitteilung. Die Verhandlungen werden am 24. Juni 2015 fortgesetzt.

Sonja Smalian

Mehr Jobs, mehr Geld ...

Junge Berufseinsteiger können sich freuen: Für sie rufen die Immobilienunternehmen in diesem Jahr wieder höhere Jahresbruttogehälter auf.

Junge Berufseinsteiger können sich freuen: Für sie rufen die Immobilienunternehmen in diesem Jahr wieder höhere Jahresbruttogehälter auf.

Bild: lassedesignen/Fotolia.com

Karriere11.06.2015
... für Berufseinsteiger. Auf diese Kurzformel lässt sich das Ergebnis der diesjährigen Umfrage zur IZ-Joboffensive bringen. Drei Fünftel der Personalverantwortlichen planen, bis zum Frühjahr ... 

... für Berufseinsteiger. Auf diese Kurzformel lässt sich das Ergebnis der diesjährigen Umfrage zur IZ-Joboffensive bringen. Drei Fünftel der Personalverantwortlichen planen, bis zum Frühjahr 2016 neue Mitarbeiter einzustellen. Und nach einer Nullrunde im vergangenen Jahr übersteigt das durchschnittliche Einstiegsgehalt das bisherige Allzeithoch aus dem Jahr 2003.

Die Immobilienbranche will wachsen. Bis zum Frühjahr 2016 planen 61% der Immobilienunternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen. Diese Aussage formulierten so viele Personaler zuletzt im Jahr 2005 kurz vor Beginn des Transaktionsbooms in der Branche. Nur während der folgenden drei Jahre Hochkonjunktur beabsichtigten noch mehr Unternehmen, sich personell zu vergrößern.

Nur gut ein Drittel möchte in den kommenden neun Monaten mit der bestehenden Mannschaftsgröße weiterarbeiten. Auch hier ist eine deutliche Veränderung gegenüber den beiden Vorjahren abzulesen, als sich noch 41% der Befragten für eine Beibehaltung des personellen Status quo aussprachen. Über einen Personalabbau hingegen denken lediglich 4% der Personaler nach. Dieser Wert wurde zuletzt nur in den Jahren von 2006 bis 2009 unterboten.

Zu diesen Ergebnissen kommt die diesjährige Umfrage zur Joboffensive, einer Initiative der Immobilien Zeitung (IZ). Ein Element der Joboffensive ist eine jährliche Arbeitsmarkt- und Gehaltsumfrage unter Immobilienunternehmen sowie Studenten immobilienwirtschaftlicher und verwandter Studiengänge. Seit dem Jahr 2001 werden dabei die Personalbedarfe, Einstiegsgehälter sowie Anforderungs- und Qualifikationsprofile ermittelt.

Hinter den Ankündigungen zum Personalaufbau stehen konkrete Jobs: 778 vakante Stellen planen die 100 befragten Unternehmen bis zum Frühjahr 2016 zu besetzen. Das sind 45% mehr als noch im vergangenen Jahr. Allein 264 der 778 Stellen, also jede dritte, sind für Nachwuchskräfte reserviert. Das ist ein Plus bei den offenen Positionen für Berufseinsteiger von rund 80% gegenüber dem Vorjahr!

2014 hatten die Unternehmen, obwohl damals jedes zweite Unternehmen eine personelle Vergrößerung plante, nur 145 Vakanzen für junge Absolventen vorgesehen. Damals waren rein rechnerisch fünf Stellen je Unternehmen auf dem Markt, heute sind es mit acht schon anderthalb Mal so viele.

Ob der aktuelle Aufwärtstrend durch die guten allgemeinen Arbeitsmarktzahlen oder die Großwetterlage in der Branche befördert wird, ist ungewiss. Tatsache ist, dass die Personalverantwortlichen die Entwicklung in der Immobilienwirtschaft insgesamt sogar noch positiver als in ihren eigenen Unternehmen einschätzen: Mit einem weiteren Personalaufbau in der Immobilienbranche rechnen sogar zwei Drittel von ihnen.

Doch es gibt nicht nur mehr Jobs, sondern auch mehr Geld für Nachwuchskräfte. Nachdem die jungen Berufseinsteiger im vergangenen Jahr eine Nullrunde hinnehmen mussten, stieg das durchschnittliche Jahresbruttogehalt nun um 4,6% auf 36.667 Euro. Damit übertrifft es das bisherige Allzeithoch aus dem Jahr 2003 um 1.256 Euro.

Am meisten gibt es in diesem Jahr bei den Finanzierern und den Asset-Managern. Ihre Gehaltsofferten liegen 15% bzw. 14% über dem branchenweiten Durchschnitt. Absolventen eines immobilienspezifischen Studiums erhalten ein höheres Einstiegsgehalt als beispielsweise Absolventen eines allgemeinen Wirtschaftsstudiums. Ein Masterabschluss wird besser vergütet als ein Bachelorabschluss, auch wenn der Unterschied mit rund 4.000 Euro überschaubar ist und die Unternehmen beide akademischen Grade als gleich wichtige Qualifikationen bei der Rekrutierung von Berufseinsteigern betrachten.

Die so Umworbenen lassen sich nicht lange bitten. 65% der insgesamt 428 befragten Studierenden zieht es nach Abschluss ihres aktuellen Studiums, das bei jedem Zweiten ein Bachelorstudium ist, in den Job. Doch es bleibt trotz des aktuellen Gehaltsanstiegs noch eine Differenz zwischen den Wünschen der Studierenden und dem Angebot der 100 Arbeitgeber: Die Berufseinsteiger wünschen sich zum Einstieg rund ein Fünftel mehr, als die Unternehmen zu zahlen bereit sind.

Sonja Smalian

Gute Zeiten für Bewerber

Berufseinsteiger haben 2015 gute Einstiegschancen. Ein Drittel der offenen Stellen ist für Nachwuchskräfte vorgesehen. Und jedes zweite Unternehmen bemängelt die Masse und Klasse der eingehenden Bewerbungen.

Berufseinsteiger haben 2015 gute Einstiegschancen. Ein Drittel der offenen Stellen ist für Nachwuchskräfte vorgesehen. Und jedes zweite Unternehmen bemängelt die Masse und Klasse der eingehenden Bewerbungen.

Bild: contrastwerkstatt/Fotolia.com

Karriere11.06.2015
Gute Nachrichten für künftige Berufseinsteiger. 61% der Unternehmen der Immobilienwirtschaft suchen neue Mitarbeiter, wie die aktuelle Umfrage zur IZ-Joboffensive zeigt. 264 offene Stellen ... 

Gute Nachrichten für künftige Berufseinsteiger. 61% der Unternehmen der Immobilienwirtschaft suchen neue Mitarbeiter, wie die aktuelle Umfrage zur IZ-Joboffensive zeigt. 264 offene Stellen wollen die Unternehmen bis zum Frühjahr 2016 mit Nachwuchskräften besetzen. Viele versuchen, diese schon während des Studiums zu rekrutieren.

Die Suche nach neuen Mitarbeitern steht bei vielen Immobilienunternehmen auch 2015/16 ganz oben auf der To-do-Liste. 61% der befragten hundert Unternehmen wollen sich bis zum Frühjahr 2016 personell vergrößern. Im vergangenen Jahr hatten nur 54% dieses Ziel verfolgt. Damit steigt der Anteil der Unternehmen auf personellem Wachstumskurs seit vier Jahren von 48% (2012) auf 61%, immerhin ein Plus von 13 Prozentpunkten.

Zu diesem Ergebnis kommt die Umfrage zur Joboffensive, an der sich in diesem Jahr 100 Unternehmen der Immobilienwirtschaft beteiligt haben. Diese jährliche Befragung zur Entwicklung des Arbeitsmarkts und der Gehälter für Hochschulabsolventen organisiert die Immobilien Zeitung (IZ) seit 15 Jahren (siehe Kastentext "Die IZ-Joboffensive"). Mit der Auswertung sollen sowohl Berufseinsteiger wie auch Personalverantwortliche einen Einblick erhalten, welche Gehälter in den verschiedenen Segmenten der Immobilienwirtschaft gezahlt und wo Nachwuchskräfte gesucht werden. Doch auch Studierende immobilienwirtschaftlicher und verwandter Fächer wurden zu ihren Gehaltsvorstellungen, ihren beruflichen Zielen und ihren Qualifikationen befragt. Und nicht immer liegen die Vorstellungen beider Seiten nahe beieinander (siehe "Wieder mehr Geld für Berufseinsteiger nach Nullrunde im Jahr 2014").

Doch die anhaltende Mitarbeiterexpansion dürfte vielen Studierenden die Angst vor dem Eintritt ins Berufsleben nehmen. Denn sie wissen nun, dass sie von vielen Unternehmen mit offenen Armen erwartet werden. Zumal die Personalverantwortlichen die Entwicklung des Arbeitsmarkts sogar noch positiver bewerten als in ihren eigenen Unternehmen: Exakt zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Beschäftigten in der Immobilienbranche bis zum Frühjahr 2016 erhöhen wird. Damit prognostizieren 10% mehr als noch im letzten Jahr (56%) der Branche ein Personalwachstum. Die Stimmung hat sich seit 2012 extrem positiv verändert. Damals rechneten nur 37% der Personalprofis mit einer solchen Entwicklung.

Mit ihren Prognosen pro Personalaufbau übertreffen die Personalverantwortlichen der Immobilienwirtschaft die Beschäftigungserwartung der Personaler der Gesamtwirtschaft deutlich. Deutschlandweit rechnen nämlich nur rund 34% der Unternehmen mit einem Beschäftigungsanstieg im Jahr 2015. Das zeigt die Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln aus diesem Frühjahr. Die Konjunkturforscher gehen im laufenden Jahr von einem Beschäftigungsplus von mehr als 0,75% aus.

Immo-Personaler stärker auf Bewerbersuche als Gesamtwirtschaft

Einen Rückgang der Beschäftigung erwarten laut IW-Umfrage 17% der Unternehmen und damit abermals deutlich mehr als in der Immobilienwirtschaft: Nur jeweils 4% der Immo-Personaler rechnen bis zum Frühjahr 2016 mit einem Personalabbau in der Branche (Vorjahr: 6%) allgemein oder planen einen solchen in ihrem Unternehmen (Vorjahr: 5%).

Nun darf nicht außer Acht gelassen werden, dass anders als an einer allgemeinen Konjunkturumfrage sich sicherlich eher Unternehmen an einer reinen Gehalts- und Arbeitsmarktumfrage beteiligen, die auf Personalsuche sind. Dennoch liegen die Zeiten, als auch die Personaler der Immobilienbranche ein schwärzeres Bild malten, noch nicht lange zurück: 2009 glaubte jeder zweite Personalverantwortliche, einen Personalabbau in der Branche zu beobachten. 37% von ihnen rechneten damit, dass sich der Trend in den folgenden zwölf Monaten fortsetzen würde.

Doch in diesem Jahr schlagen die Personaler der Immobilienwirtschaft eine andere Tonlage an. Allen voran die Unternehmen aus dem Bereich Entwicklung. Dazu zählen Projektentwickler und Bauträger. Von ihnen wollen 92% ihre Mitarbeiterzahl vergrößern. Von den Immobilienvermittlern, also Maklern und Anlageberatern, planen 85% mehr Mitarbeiter einzustellen. 59% der Immobilienmanager und -verwalter verfolgen ebenfalls dieses Ziel - mit durchschnittlich acht Positionen je Unternehmen.

Neben dem allgemeinen Trend sollten die Unternehmen auch konkrete Zahlen nennen - und da herrscht in diesem Jahr wieder Grund zur Freude: 264 offene Stellen melden die Unternehmen in diesem Jahr allein für Berufseinsteiger. Das ist ein Plus von 82% gegenüber dem Vorjahr, als nur ernüchternde 145 zu besetzende Positionen zusammenkamen. Dennoch ist die Branche noch weit entfernt von der fantastischen Zahl von 678 Planstellen, die im Jahr 2013 aufgerufen worden waren. Die Studierenden dürfte freuen, dass ein Drittel der insgesamt zu besetzenden Positionen für Berufseinsteiger reserviert ist.

Jede dritte Planstelle ist für Nachwuchskräfte reserviert

Am häufigsten suchen die Immobilienunternehmen jedoch Mitarbeiter mit Berufserfahrung. Auf sie warten 441 offene Stellen bis zum Frühjahr 2016. Das entspricht ebenfalls einem gehörigen Plus von 57% gegenüber dem Vorjahr. Etwa jede zehnte der insgesamt 778 Positionen ist für Führungskräfte vorgesehen.

Für Berufseinsteiger lohnt es sich vor allem, ein Auge auf die Planer und Steuerer sowie die Asset-Manager und Vermögensverwalter zu werfen. Diese Unternehmen wollen sich im Schnitt mit acht bzw. sechs Nachwuchskräften je Unternehmen verstärken.

Die Studierenden dürfte das freuen. Denn genau das sind ihre derzeit beliebtesten Tätigkeitsfelder. 18% der 428 Befragungsteilnehmer zieht es nach Abschluss ihres Studiums in die Projektentwicklung und 17% ins Asset- und Property-Management. Damit das Matching von Absolvent und Unternehmen gut gelingt, präsentieren sich viele Unternehmen den Studierenden schon früh als Arbeitgeber. Fast drei Viertel bieten Praktika an, jeder zweite Betrieb beschäftigt Werkstudenten. Das duale Studium und Traineeplätze gibt es bei fast jedem dritten Unternehmen. Zu Vorträgen oder Dozententätigkeit an den Hochschulen entsenden gut ein Drittel der befragten Unternehmen ihre Mitarbeiter. Das scheint auch nötig, denn an Bewerbungen von qualifizierten Kräften mangelt es. Jedes zweite Unternehmen erhält zu wenige Initiativbewerbungen sowie Zulauf auf ausgeschriebene Stellen. Und bei jeder zweiten Bewerbung stimme die Qualität nicht.

In gut einer Woche, am Samstag, den 20. Juni 2015, findet zum sechsten Mal das IZ-Karriereforum in Frankfurt statt. Auf der Jobmesse für die Immobilienwirtschaft präsentieren sich 31 Arbeitgeber, die 128 Positionen zu besetzen haben. Infos: www.iz-jobs.de/karriereforum

Sonja Smalian

Wieder mehr Geld für Berufseinsteiger nach Nullrunde im Jahr 2014

1.624 Euro mehr Gehalt als im Vorjahr gibt es im Schnitt für Berufseinsteiger 2015.

1.624 Euro mehr Gehalt als im Vorjahr gibt es im Schnitt für Berufseinsteiger 2015.

Bild: Andrey Popov/Fotolia.com

Karriere11.06.2015
Die jungen Berufseinsteiger können sich freuen. Nach Nullrunden in den Jahren 2014 und 2012 steigen ihre Gehälter 2015 wieder an, und zwar um 4,6%. Das ist ein positives Signal für den ... 

Die jungen Berufseinsteiger können sich freuen. Nach Nullrunden in den Jahren 2014 und 2012 steigen ihre Gehälter 2015 wieder an, und zwar um 4,6%. Das ist ein positives Signal für den Nachwuchs. Der träumt allerdings von deutlich höheren Einstiegsgehältern, als die Unternehmen derzeit offerieren.

Die künftigen Berufseinsteiger in die Immobilienbranche können sich freuen. Das Durchschnittsgehalt ist um 4,6% auf 36.667 Euro gestiegen. Das ist die höchste Veränderungsrate seit 2009, als die Gehälter um 5,4% anzogen. Der positive Trend folgt auf eine Nullrunde im vergangenen Jahr, als die Gehälter um 0,4% auf 35.043 Euro gesunken waren. Auch 2012 hatten die Nachwuchskräfte mit einem hauchfeinen Plus von 0,25% quasi eine Nullrunde hinnehmen müssen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Umfrage zur Joboffensive, einer Initiative der Immobilien Zeitung (IZ).

An der Arbeitsmarkt- und Gehaltsumfrage beteiligten sich 100 Immobilienunternehmen und 428 Studierende immobilienwirtschaftlicher und verwandter Studiengänge (siehe "Die IZ-Joboffensive" auf dieser Seite). Zu Durchschnittsgehältern für Einsteiger nach einer Ausbildung bzw. einem Studium gaben die Unternehmen Auskunft und schätzten ihren Personalbedarf (siehe Artikel "Gute Zeiten für junge Bewerber" auf Seite 17).

Mit dem aktuellen Gehaltsplus übertrumpft das durchschnittliche Einstiegsgehalt den bislang besten Wert der seit 2001 jährlich durchgeführten IZ-Umfrage aus dem Jahr 2003 um 1.256 Euro. Damals erhielten die Berufsstarter im Schnitt 35.411 Euro.

Das Durchschnittsgehalt ist jedoch nur ein Indikator für die Entwicklung. In den verschiedenen Tätigkeitsfeldern der Immobilienwirtschaft weichen die Einstiegsgehälter mitunter deutlich vom Branchendurchschnitt ab (siehe Grafik "Am wenigsten zahlen die Immobilienvermittler, am meisten die Finanzierer" auf dieser Seite). Am meisten gibt es in diesem Jahr bei den Finanzierern, zu denen u.a. Banken, Leasinggesellschaften, Finanzdienstleister und Versicherer zählen. Dort beträgt das durchschnittliche Einstiegsgehalt 42.156 Euro - und liegt damit 15% über dem Durchschnittsgehalt. Mit den zweithöchsten Einstiegsgehältern locken die Asset-Manager und Vermögensverwalter. Ihr Angebot von 41.833 Euro übertrifft den Durchschnitt um 14%. Sie haben ihre Offerte im Vergleich zum Vorjahr um 7,5% erhöht. An dritter Stelle - mit 37.219 Euro - liegen die Planungs- und Steuerungsunternehmen.

Zu den Schlusslichtern auf der Gehaltsskala zählen die Immobilienvermittler, die Immobiliendienstleister (Unternehmensberater, Marktforschung, Sachverständige) sowie die Immobilienmanager und -verwalter. Sie haben zwar alle ihre Gehaltsangebote zwischen 2,5% und 10% (Immobiliendienstleister) erhöht, doch das reicht nicht für einen der vorderen Plätze auf der Rangliste. Mit Einstiegsgehältern zwischen 33.572 Euro und 34.676 Euro liegen sie zwischen 5,4% und 8,4% unter dem Branchendurchschnitt. Nicht berücksichtigt werden konnten aufgrund geringer Fallzahlen die Segmente Bau, Facility-Management und Investment.

Tatsächlich sind die Gehaltsbänder in den verschiedenen Segmenten recht breit. Denn je nach Qualifikation weichen die Offerten der Unternehmen voneinander ab. Zwei grundlegende Trends lassen sich dabei unterscheiden. Erstens honorieren die Unternehmen eine höhere und längere akademische Ausbildungsdauer, d.h. für einen Masterabschluss, der im Schnitt nach fünf Jahren Studium erreicht wird, gibt es höhere Einstiegsgehälter als beispielsweise für einen Bachelorabschluss, der meist ein dreijähriges Studium voraussetzt. Bei dieser Auswertung wurden sechs verschiedene Abschlüsse berücksichtigt, und zwar die immobilienspezifische Berufsausbildung (Lehre), der Bachelorabschluss von einer Berufsakademie (duales Studium), der allgemeine bzw. der immobilienspezifische Bachelorabschluss von einer Hochschule und der allgemeine bzw. der immobilienspezifische Masterabschluss oder das Diplom einer Hochschule.

Der zweite Trend zeigt, dass Unternehmen für immobilienwirtschaftliches Fachwissen durchaus tiefer in die Tasche greifen. Berufseinsteiger mit einem immobilienspezifischen Abschluss können sich also über höhere Einstiegsgehälter freuen als Bewerber mit beispielsweise einem allgemeinen betriebswirtschaftlichen Studienabschluss (siehe Grafik "Ein immobilienspezifischer Abschluss bringt rund 3.300 Euro mehr als ein allgemeiner Abschluss" auf dieser Seite).

Der erste Trend spiegelt sich deutlich in den Einstiegsgehältern je Ausbildungsart wider: Am wenigsten gibt es für Berufseinsteiger mit abgeschlossener Ausbildung in einem Immobilienberuf. Sie können mit einem durchschnittlichen Gehalt von 30.060 Euro rechnen. Wer einen Bachelorabschluss von einer Berufsakademie mitbringt, also ein duales Studium absolviert hat, erhält schon mehr, und zwar durchschnittlich 34.772 Euro. Wer hingegen seinen allgemeinen bzw. immobilienspezifischen Bachelorabschluss an einer Fachhochschule oder Universität erworben hat, erhält zwischen 34.880 Euro und 38.166 Euro zum Einstieg. Das sind bei gleicher Studiendauer und demselben akademischen Grad - Bachelor - immerhin bis zu knapp 10% Unterschied. Absolventen mit allgemeinem bzw. immobilienspezifischem Masterabschluss können zum Start mit 38.912 Euro bis 42.279 Euro rechnen.

Der zweite Trend besagt, dass die Unternehmen immobilienspezifisches Fachwissen mit höheren Einstiegsgehältern belohnen. Bachelorabsolventen mit immobilienwirtschaftlicher Spezialisierung erhalten zum Einstieg mit 38.166 Euro gut 9% mehr als ihre Kommilitonen mit einem allgemeinen Abschluss (insgesamt: 34.880 Euro). Das sind knapp 3.300 Euro mehr. Ein Blick auf die verschiedenen Segmente zeigt, dass insbesondere die Immobilienvermittler einen hohen Aufschlag für Immo-Fachwissen gewähren. Bei Bachelorabsolventen beträgt der fast 13%. Auch bei den Masterabsolventen lässt sich diese Tendenz beobachten. Wer Immobilien-Know-how mitbringt, erhält im Schnitt ebenfalls knapp 9% mehr als Bewerber ohne immobilienspezifisches Masterstudium. Das entspricht rund 3.300 Euro mehr. Absolventen eines immobilienspezifischen Masterstudiums streichen auch absolut betrachtet die höchsten Einstiegsgehälter ein (42.279 Euro).

Ein Vergleich der immobilienspezifischen Abschlüsse Bachelor und Master miteinander offenbart ein recht großes Gehaltsplus von 11% für die Masterabsolventen. Dieser Gehaltssprung überrascht. Denn unter den geforderten Qualifikationen von Berufseinsteigern rangieren die beiden Abschlüsse quasi gleichauf. 68% der befragten Unternehmen sehen den immobilienspezifischen Bachelorabschluss als wichtig bzw. sehr wichtig an, beim immobilienspezifischen Masterabschluss sind es 67%. Zumal zwei Drittel der deutschen Wirtschaftsunternehmen insgesamt keine finanzielle Differenzierung zwischen den Abschlüssen vornehmen, wie eine Studie des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft zeigte.

Ausgenommen von den beiden skizzierten Trends sind die Absolventen eines dualen Studiums an einer Berufsakademie. Die meisten von ihnen haben ein dreijähriges, immobilienspezifisches Bachelorstudium mit integrierten Praxisphasen in Immobilienunternehmen absolviert. Trotz dieser theoretischen und praktischen Expertise erhalten sie um fast 9% niedrigere Einstiegsgehälter als Absolventen eines immobilienspezifischen Bachelorstudiums an einer Universität oder Fachhochschule.

Bei der Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber ist das Gehalt eine wichtige Maßgabe. In der aktuellen Umfrage nennen die 428 Studenten es als viertwichtigstes Kriterium. Es ist wenig verwunderlich, dass die Gehaltswünsche der Berufseinsteiger von den Offerten der Unternehmen abweichen. Im Schnitt erwarten die Studierenden zum Einstieg 44.776 Euro. Das sind rund 22% mehr, als die Unternehmen im Durchschnitt (36.667 Euro) zu zahlen bereit sind. Selbst wenn als Vergleichswert das etwas höhere Durchschnittsgehalt nur der akademischen Abschlüsse (37.896 Euro) herangezogen wird, liegen die Studenten mit ihren Vorstellungen immer noch 18% darüber. Einen kleinen Trost gibt es für die Unternehmen jedoch: Die Differenz hat sich zumindest gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozentpunkte verringert.

Doch die junge Generation hat neben Geld auch andere Werte im Blick. Wichtig ist ihnen, ob ein Arbeitgeber Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und vor allem einen sicheren Arbeitsplatz anbietet. Die Unternehmen wissen darum: 77% versuchen ihre Mitarbeiter durch Weiterbildungen an sich zu binden und 75% locken mit Aufstiegsprogrammen. Auf Gehaltsergänzungen mittels variabler Vergütung und Firmenwagen setzen in Zeiten von Fachkräftemangel 68% der Immobilienunternehmen. Und auch auf die Frage nach der Work-Life-Balance haben die Unternehmen eine Antwort gefunden: 13% offerieren ihren Mitarbeitern Sabbaticals.

Die IZ-Joboffensive

Die Joboffensive ist eine Initiative der Immobilien Zeitung. Ein Kernelement ist die jährliche Arbeitsmarkt- und Gehaltsumfrage, an der sich in diesem Jahr 100 Immobilienunternehmen und 428 Studierende immobilienwirtschaftlicher und verwandter Fächer beteiligt haben. Knapp die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen kommen aus den Segmenten Immobilienmanagement und -verwaltung, Immobiliendienstleistung (Researcher, Gutachter etc.) und Immobilienvermittlung. Mehr als die Hälfte der befragten Studenten erwirbt einen Bachelorabschluss. Die Ergebnisse der beiden getrennt durchgeführten Umfragen werden im IZ-Karriereführer 2015/16 für die Immobilienwirtschaft veröffentlicht, der im August 2015 erscheint. Der Ratgeber umfasst zahlreiche Arbeitgeberporträts, eine Übersicht über das fachspezifische Studienangebot sowie viele Karrieretipps. Der IZ-Karriereführer ist im IZ-Shop für 29 Euro erhältlich. Die IZ-Joboffensive wäre nicht möglich ohne die Unterstützung folgender Unternehmen: Aareal Bank Group, Bernd Heuer & Partner Human Resources, BNP Paribas Real Estate, CBRE, Commerz Real, Corpus Sireo, ECE, Kaufland, Messe München/Expo Real, Patrizia Immobilien und RGM. sma

Sonja Smalian