Karriere-News

Nur das Wesentliche - pitchen statt palavern

Bei der Veranstaltung "Valley in Berlin" präsentieren die Gründer ihre Ideen vor Investoren und möglichen Geschäftspartnern im Foyer von ImmobilienScout24. Nach dem vorbereiteten Pitch müssen die Gründer aber noch die eine oder andere Frage beantworten. Dann sollten sie ihre Zahlen und Prognosen nachvollziehbar erklären können.

Bei der Veranstaltung "Valley in Berlin" präsentieren die Gründer ihre Ideen vor Investoren und möglichen Geschäftspartnern im Foyer von ImmobilienScout24. Nach dem vorbereiteten Pitch müssen die Gründer aber noch die eine oder andere Frage beantworten. Dann sollten sie ihre Zahlen und Prognosen nachvollziehbar erklären können.

Bild: ImmobilienScout24/Dirk Lässig

Karriere27.08.2015
Gründer, Dienstleister, Vertriebler und auch Bewerber tun es, und zwar nicht nur im Fahrstuhl. Der so genannte Elevator Pitch, die knackige Kurzpräsentation, hat in allen Geschäftsbereichen ... 

Gründer, Dienstleister, Vertriebler und auch Bewerber tun es, und zwar nicht nur im Fahrstuhl. Der so genannte Elevator Pitch, die knackige Kurzpräsentation, hat in allen Geschäftsbereichen Einzug gehalten. Auch für die kommende Expo Real sollten Immobilienprofis ihren Mini-Vortrag im Gepäck haben. Die Form ist frei gestaltbar, aber ein paar Dinge gilt es zu beachten.

In der Informationsgesellschaft ist Aufmerksamkeit ein rares Gut. Zudem werden die Zeitfenster für den Austausch von Informationen immer kürzer. Wer auf der Expo Real einen fünfzehn Minuten langen Termin mit einem Gesprächspartner bekommt, der darf sich glücklich schätzen. Wenn für langes Palaver die Zeit fehlt, ist der Pitch die schnelle Alternative, um seine Botschaft in kurzer Zeit präzise und Adressaten gerecht zu vermitteln. Entscheidend sind vor allem Antworten auf Was-Fragen, also "Was bietet das Unternehmen seinen Kunden?" oder "Was unterscheidet das Unternehmen von anderen?", schreibt Joachim Skambraks in seinem Ratgeber Elevator Pitch.

"Prinzipiell muss jeder im Team in der Lage sein zu pitchen", sagt Peter Schindlmeier, Gründer und Geschäftsführer von casavi. Das Start-up-Unternehmen verwendet bei Veranstaltungen meist die Fünf-Minuten-Präsentation. Aber auch der ganz kurze Pitch sei wichtig im Geschäftsalltag. Bei einer Veranstaltung muss der vorgegebene Zeitrahmen unbedingt eingehalten werden. "Je kürzer der Pitch, desto schwieriger ist das", sagt Schindlmeier. Umso wichtiger ist es, sich darüber klar zu werden, welche Inhalte transportiert werden sollen und dann die Präsentation zu üben. Das Start-up-Unternehmen hat eine Software für Wohnungsunternehmen und Hausverwaltungen entwickelt. Über dieses Service- und Kundenportal können Bewohner, Wohnungseigentümer, Hausmeister und Verwalter miteinander kommunizieren. Auch andere Unternehmen wie Kabelnetzbetreiber etc. würden sich in die Plattform integrieren lassen. Schindlmeier präsentiert die Geschäftsidee mit seinem Team bei der Konferenz "Valley in Berlin" am 24. September 2015 in Berlin. Bei der Start-up-Veranstaltung der Scout24-Portale wollen sie Investoren von sich überzeugen, am liebsten jemanden mit Erfahrung in der Wohnungswirtschaft.

Damit der Vortrag gelingt, sollte dieser auf eine Zielgruppe oder, noch besser, auf eine konkrete Zielperson zugeschnitten sein, schreibt Sachbuchautor Skambraks. Falls nötig, müssten mehrere Selbstpräsentationen abrufbereit sein. Zudem muss ganz klar feststehen, was das Ziel ist. Sollen Aufträge, Kooperationen, Präsentationstermine, Geld oder ein Job akquiriert werden? Skambraks warnt davor, die Gesprächspartner mit technischen Details zu überfordern. Denn oft seien die Entscheider keine Fachleute. Deswegen ist eine unkomplizierte Sprache ein Muss. Kurze Wörter und kurze Sätze mit maximal 20 Wörtern gibt Skambraks als Richtschnur vor. Bilder und Beispiele erhöhen den Erinnerungswert des Gesagten.

Um beim Pitchen zu überzeugen, sollte man sich nicht zu stark an seiner Präsentation festhalten, ergänzt Fabienne Schröder-Rust, Inhaberin von fsr Kommunikation, Frankfurt. Es sei besser, möglichst frei zu erzählen und Augenkontakt zu halten. Schröder-Rust entwickelt Investmentmemoranden und Vermarktungsunterlagen inklusive Objektfotos und -filmen, Webseiten und Broschüren für Immobilienmakler und -eigentümer. Anders als Gründer muss sie nicht ihre Geschäftsidee vermitteln, sondern sich mit ihren Konzepten für den zu vergebenden Auftrag empfehlen. In einem Briefing werden zuvor die Eckdaten wie Budget und Zielsetzung skizziert. Mit einem Team von drei bis vier Leuten erarbeitet sie ein bis zwei Wochen lang mehrere Konzepte. Davon stellen sie meist zwei dann gemeinsam den Marketingchefs und der Geschäftsführung vor. An die halbstündige Präsentation schließt sich ein etwa ebenso langes Gespräch an. Anders als bei öffentlichen Gründer-Pitches wissen sie nicht, wie sich die Konkurrenz schlägt.

Die Präsentation sollte man zwei, drei Mal mit den Kollegen durchgehen, empfiehlt Schröder-Rust. Optimal wäre es, sie auch einem externen Dritten mit Branchenerfahrung zu präsentieren. In Zeiten, in denen jedes Handy eine Aufnahmefunktion und jeder PC eine Kamera hat, lässt sich der eigene Auftritt auch ganz einfach selbst dokumentieren - und kritisch bewerten. Letztendlich hilft learning by doing: "Die Erfahrung macht's", sagt Schröder-Rust. "Je öfter man präsentiert, desto besser wird man."

Sonja Smalian

Aufstiegsfortbildungen in der Bauwirtschaft immer beliebter

Die Altersspanne der Arbeitnehmer, die an der Aufstiegsfortbildung teilnehmen, reicht von 19 bis 60 Jahren.

Die Altersspanne der Arbeitnehmer, die an der Aufstiegsfortbildung teilnehmen, reicht von 19 bis 60 Jahren.

Bild: BilderBox.com

Karriere21.08.2015
In der Bauwirtschaft nimmt die Zahl der Teilnehmer an Aufstiegsfortbildungen in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich zu. Die Teilnahme ist auch ohne vorherige Ausbildung möglich. ... 

In der Bauwirtschaft nimmt die Zahl der Teilnehmer an Aufstiegsfortbildungen in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich zu. Die Teilnahme ist auch ohne vorherige Ausbildung möglich.

Legten im Jahr 2013 noch 913 Teilnehmer ihre Prüfung zum Vorarbeiter ab und 520 qualifizierten sich zum Werkpolier, so waren es zwei Jahre später schon deutlich mehr: 1.091 Teilnehmer absolvierten die Vorarbeiterprüfungen und 727 die Werkpolierprüfungen. Das entspricht einem Anstieg um 19% bzw. sogar 40% bei den Werkpolieren. Inzwischen haben auch die ersten beiden Frauen die Prüfung zur Werkpolierin bestanden.

Die Prüfungen zum Vorarbeiter und Werkpolier sind seit 2012 bundeseinheitlich geregelt. Basis dafür ist eine Vereinbarung der Tarifvertragsparteien. Seitdem stieg die Teilnehmerzahl deutlich, wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes mitteilen.

Die Mehrzahl der Prüfungsteilnehmer hat zuvor eine Ausbildung in der Bauwirtschaft oder einem anderen Bereich absolviert und verfügt über einschlägige Berufspraxis. Der Zugang zur Aufstiegsfortbildung ist auch ohne Ausbildung über entsprechende Praxiserfahrung möglich. 103 Teilnehmer ohne Ausbildung haben sich inzwischen weiterqualifiziert. Die Fortbildung ist auch für Ältere interessant: Die Altersspanne reicht von 19 bis 60 Jahren.

Sonja Smalian

Innovationen brauchen (Frei-) Raum

Unternehmen, die ihre Innovationskraft steigern wollen, sollten sich ihre internen Prozesse anschauen. Nicht selten killt eine schlechte Fehlerkultur jeden Gedanken jenseits des Mainstreams, bevor daraus eine Geschäftsidee entwickelt werden kann.

Unternehmen, die ihre Innovationskraft steigern wollen, sollten sich ihre internen Prozesse anschauen. Nicht selten killt eine schlechte Fehlerkultur jeden Gedanken jenseits des Mainstreams, bevor daraus eine Geschäftsidee entwickelt werden kann.

Bild: Fotolia.de/fotogestoeber

Karriere20.08.2015
Wie es um die Innovationskraft der Immobilienwirtschaft bestellt ist, untersucht ein Forschungsprojekt an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht. Viel Innovationspotenzial steckt in den ... 

Wie es um die Innovationskraft der Immobilienwirtschaft bestellt ist, untersucht ein Forschungsprojekt an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht. Viel Innovationspotenzial steckt in den eigenen Mitarbeitern. Wer im Wettbewerb um gute Ideen die Nase vor hat, gewinnt oft nicht nur mehr Umsatz, sondern auch Bewerber.

Beim Unternehmenswettbewerb Top 100 hat es Bauwerk Capital in diesem Jahr auf die Liste der innovativsten Unternehmen im Mittelstand geschafft. Die Geschäftsführer Christoph Lemp und Jürgen Schorn sind sich sicher: "Innovation ist die Basis für nachhaltigen Erfolg und ermöglicht ein gesundes Wachstum."

Diesem Satz würden sicherlich viele Immobilienprofis zustimmen, auch wenn das Thema noch nicht so eine Bedeutung hat wie in anderen Branchen. Das zeigt eine simple Google-Suche. Liefert die Wortkombination "Innovation Immobilienbranche" rund 248.000 Ergebnisse, so sind es für die Kombination "Innovation IT-Branche" 696.000 Einträge, rund 2,8 Mal mehr.

Wie ist es also um die Innovationskraft der Immobilienwirtschaft bestellt? Diese Frage untersucht gerade die interdisziplinäre Forschungsstelle Sovereign - Real Estate Innovation des Real Estate Management Institute (Remi) und des Institute for Transformation in Business and Society (INT) an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht. Es liegt nun eine Vorstudie vor, für die 22 Geschäftsführer, Inhaber sowie Abteilungs- und Bereichsleiter befragt wurden, die zusammen zahlreiche Teilbranchen repräsentieren.

18 von ihnen schätzen Innovationen als wichtig bzw. sehr wichtig ein. Als größte Hemmnisse der Innovationskraft wird die Struktur eines Unternehmens und der Branche an sich genannt. Normen und Regulierungen behindern die Unternehmen nach eigener Einschätzung ebenfalls. Hinzu kommen zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcenknappheit und nicht zu vergessen das fordernde Tagesgeschäft. Auch die Mitarbeiter werden durch ihre mangelnde Bereitschaft zu Veränderungen mitunter als hinderlich angesehen. Andererseits zählen sie auch zu den wichtigsten Treibern von Innovationen, neben flachen Hierarchien und definierten Prozessen.

Viele der genannten Faktoren seien klar, aber die Unternehmen müssten sie dann auch umsetzen, sagt Susanne Hügel. Die Architektin hat die Vorstudie durchgeführt, auf deren Erkenntnissen sie nun eine breit angelegte Untersuchung vorbereitet um später zu dem Thema zu promovieren. Im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen würden in der Immobilienwirtschaft die Erkenntnisse und Methoden aus der Innovationsforschung der letzten zehn Jahre noch nicht sehr stark angewandt, wertet Hügel die den Ergebnisse der Vorstudie.

Doch damit stehen die Immobilienprofis nicht alleine da. Über alle Wirtschaftszweige hinweg haben deutsche Führungskräfte in dem Bereich anscheinend ein Kompetenzdefizit. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest das deutsche Trendforschungsinstitut 2b Ahead ThinkTank, das 187 Geschäftsführer und Innovationschefs befragt hat. Häufig würden ihnen Kenntnisse über dezidierte Innovationsmethoden und Innovationslogiken fehlen. Jeder zweite Befragte will deswegen für Führungskräfte entsprechende Schulungen anbieten.

Damit Innovationen entstehen, müssten Unternehmen Umgebungen schaffen, in denen ihre Mitarbeiter kreativ werden können, sagt Thomas Körzel, Inhaber des Büros für Karrierecoaching in Essen. Ein Beispiel sei die WIR-Akademie, ein Zusammenschluss von Wohnungsgesellschaften in Nordrhein-Westfalen (Wohnen im Revier). Dort arbeiten ausgewählte Mitarbeiter unternehmensübergreifend zusammen und entwickeln z.B. Konzepte für den Umgang mit Flüchtlingen. Dabei bekommen die Teilnehmer mehrere Wochen lang Zeit und die Freiheit, sich ohne Vorgaben zu Kostenobergrenzen mit dem Thema zu beschäftigen.

Unternehmen sollten das Potenzial ihrer Mitarbeiter nutzen, die oft viel länger im Unternehmen verweilen als der aktuelle Geschäftsführer, so Körzel, der zahlreiche Unternehmen berät. Deswegen empfiehlt er die Einführung eines Vorschlagswesens. Das hat Top-100-Preisträger Bauwerk Capital gemacht und das interne Programm "Fit for Future" aufgelegt, bei dem Mitarbeiter regelmäßig verschiedene Fachthemen untersuchen. Bringt jemand einen erfolgversprechenden Vorschlag ein, erhält er die finanziellen und zeitlichen Mittel zur Ideenverwirklichung. Auch das ebenfalls ausgezeichnete Unternehmen Max-Haus setzt auf seine 21 Mitarbeiter. Pro Jahr reicht jeder rund drei Verbesserungsvorschläge ein. Darauf erhalten sie innerhalb eines Monats ein Feedback vom Chef und den zusätzlichen Anreiz einer eventuellen Prämie. Für gute Ideen kann es ruhig Prämien geben, sagt Körzel. Dabei sollte aber nicht der geldwerte Vorteil, sondern die Wertschätzung im Vordergrund stehen.

Wer Innovationen fördern möchte, kann auch erst einmal mit kleinen Veränderungen beginnen, empfiehlt Karrierecoach Körzel. Das kann eine morgendliche 15-minütige lockere "Stehkonferenz" sein oder eine Mitarbeiterbefragung zu ein, zwei Themen, bei denen es hakt.

Zudem gebe es viele einfache Kreativitätstechniken, beispielsweise das Brainstorming. "Das kennt eigentlich jeder, aber wann wird das mal gemacht?", fragt der Karrierecoach. Viele solcher Prozesse würden gut funktionieren, wenn jemand sie moderiert. Wichtig für das Gelingen ist eine innovationsfördernde Fehlerkultur, die Irrwege nicht sanktioniert, sondern aus ihnen lernt.

Unternehmen könnten den Innovationsprozess auch nach außen öffnen, sagt Hügel. Möglichkeiten dafür wären die Beteiligung an einem Inkubator, der neue Geschäftsmodelle fördert, oder aber eine Kooperation mit Start-up-Unternehmen.

Mit Innovationskraft lässt sich aber nicht nur der Umsatz steigern, sondern zugleich die Arbeitgeberattraktivität. Auf diesen wichtigen Aspekt im Wettbewerb um die besten Köpfe weist Jochen Schenk, Vorstand der Real I.S., hin: "Wenn die Immobilienwirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Industriezweigen erhalten will, muss sie auch für die kommenden Generationen von Nachwuchskräften spannend und interessant sein." Zusammen mit der EBS entwickelt Real I.S. ein Innovationsbarometer für die Branche, das im Frühjahr 2016 vorgestellt werden soll.

Tatsächlich können Unternehmen mit ihrer Innovationskraft bei jungen Bewerbern punkten. Auf Rang acht von 19 vorgegebenen Kriterien rangiert sie in der Studie Most Wanted 2015 von e-fellows.net und McKinsey, an der sich rund 6.000 Studierende in Deutschland beteiligten. Die drei wichtigsten Kriterien waren herausfordernde Aufgaben, erfolgreicher Arbeitgeber und attraktive Produkte/Dienstleistungen. Sogar jeder fünfte Teilnehmer an den Recruiting-Messen "Karrieretag Familienunternehmen" nennt die Zukunftsfähigkeit/Innovationsstärke als wichtigen Einflussfaktor bei der Arbeitgeberwahl. Damit belegt der Faktor Innovation Rang fünf, wie eine Umfrage der Stiftung Familienunternehmen zeigt.

Wer innovative Arbeitgeber suche, der sollte sich auf Vortragsveranstaltungen umschauen, lautet Hügels Tipp. Zudem habe es im vergangenen Jahr auf der Expo Real einen Innovationsrundgang gegeben. Auf der Internetseite zum Top-100-Wettbewerb gibt es einen 16 Fragen umfassenden Innovationscheck, (www.top100.de - Projekt) mit dem Unternehmen ihre Innovationskraft einschätzen können. Warum im nächsten Bewerbungsgespräch nicht einfach ein paar dieser Fragen stellen - oder beantworten?

Unter dem Motto "Innovation und Immobilienwirtschaft" findet am 3. Oktober 2015 das 11. Immobilien-Symposium des Irebs Instituts für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg statt. Der neunte deutsche Innovationsgipfel lädt am 24. Februar 2016 zum branchenübergreifenden Austausch nach München ein (www.innovation-network.net). Bewerbungsschluss für den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft ist am 9. Oktober 2015 (www.innovationspreis.com) und für den Wettbewerb Top 100 - die innovativsten Unternehmen im Mittelstand müssen die Unterlagen bis zum 31. Oktober 2015 eingereicht sein (www.Top100.de).

Sonja Smalian

Inqa-Urkunde für Aareon

Karriere20.08.2015
Aareon ist für seine Förderung der Unternehmenskultur mit der Einstiegsurkunde der Initiative Neue Qualität der Arbeit (Inqa) ausgezeichnet worden. ... 

Aareon ist für seine Förderung der Unternehmenskultur mit der Einstiegsurkunde der Initiative Neue Qualität der Arbeit (Inqa) ausgezeichnet worden.

Als eines von 100 Pilotunternehmen nahm Aareon am Inqa-Audit teil. Dabei werden Fördermaßnahmen in den vier Bereichen Personalführung, Gesundheit, Chancengleichheit und Diversity sowie Wissen und Kompetenz untersucht. Die teilnehmenden Unternehmen entwickeln entsprechend einer Zielvereinbarung ihre Angebote in den Bereichen weiter. Vergeben wird das neue Arbeitgebersiegel durch die Bertelsmann Stiftung. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt die Initiative.

Aareon hat während der einjährigen Pilotphase sowohl die Mitarbeiter wie auch die Geschäftsführung befragt und zwei Workshops abgehalten. Fünf Teilprojekte wurden definiert, sagt Personalreferentin Nicole Herbertz. Auf der Agenda stehen so unterschiedliche Aufgaben wie die Neubelebung der Feedbackkultur oder die Entwicklung eines Modells für einen fließenden Renteneintritt. Um den Dialog zwischen jüngeren und älteren Mitarbeitern auszubauen, sollen strukturierte Interviews aufgezeichnet und im Intranet abrufbar sein. Auch beim Wissensmanagement werden neue Wege beschritten, um Ansprechpartner zu bestimmten Bereichen leichter zu identifizieren.

Zusammen mit der Aareal Bank und der Soka-Bau hat Aareon zudem ein unternehmensübergreifendes Mentoringprogramm für Fach- und Führungskräfte aufgelegt. Zusammengefunden hätten sie sich über das Netzwerk audit Beruf und Familie, bei dem Aareon seit 2008 auditiert ist, sagt Herbertz. Auch die Initiative Inqa hat sich die Vernetzung der Teilnehmer untereinander auf die Fahnen geschrieben. Zudem bietet sie auf ihrer Seite kostenlose Handlungshilfen zu verschiedenen Themen an, u.a. zu "Kommunikation und Kooperation aller am Bau Beteiligten".

Sonja Smalian

Online-Englischkurs zu Energiethemen

Die Immobilienwirtschaft verzahnt sich immer stärker mit den Energiemärkten. Das englische Fachvokabular zur Energiewende vermittelt ein Online-Kurs.

Die Immobilienwirtschaft verzahnt sich immer stärker mit den Energiemärkten. Das englische Fachvokabular zur Energiewende vermittelt ein Online-Kurs.

Bild: BilderBox.com

Karriere14.08.2015
Sonja Smalian

Reisestipendien zur Beuth Hochschule

Reisestipendien nach Berlin bieten die Beuth Hochschule und die Renewables Academy an.

Reisestipendien nach Berlin bieten die Beuth Hochschule und die Renewables Academy an.

Bild: Beuth Hochschule

Karriere14.08.2015

TU Berlin schafft Coworking-Space für junge Gründer

So könnte der Coworking-Space der TU Berlin einmal aussehen. Die Hochschule errichtet in der City West am Ernst-Reuter-Platz 1 ein Gründerzentrum.

So könnte der Coworking-Space der TU Berlin einmal aussehen. Die Hochschule errichtet in der City West am Ernst-Reuter-Platz 1 ein Gründerzentrum.

Bild: fatkoehl architekten

Karriere13.08.2015
Die Technische Universität (TU) Berlin baut aktuell ihr Angebot für Gründer und Start-up-Unternehmen weiter aus. Mit frei werdenden BAföG-Mitteln und privaten Sponsorengeldern richtet sie ... 

Die Technische Universität (TU) Berlin baut aktuell ihr Angebot für Gründer und Start-up-Unternehmen weiter aus. Mit frei werdenden BAföG-Mitteln und privaten Sponsorengeldern richtet sie Coworking-Space für Gründer, Studierende und Alumni ein. Die Förderung von Gründern schreiben sich inzwischen viele Hochschulen auf die Fahnen.

Von Lichtfaserbetonfertigteilen für den Innen- und Außenbereich (Siut) über Architekturmodelle mittels 3D-Druck (3yourmind), altersgerechte Assistenzsysteme (escos automation), ökologisch nachhaltige Gebäudeklimatisierung (Watergy) bis hin zu einer zentralen Management-Plattform für Bauprojekte (Sablono) reichen die Geschäftsideen von Absolventen der TU Berlin. Bei ihrer Unternehmensgründung wurden sie von ihrer Hochschule unterstützt. Frei nach dem Motto "probieren geht über studieren" half die Hochschule ihren Studierenden beim Ausprobieren ihres Wissens am Markt und den ersten Gehversuchen als Gründer.

Mehr als 1.000 Gründungsinteressierten hat das Beratungsteam der TU Berlin seit 2007 Starthilfe angeboten. Für ihr Engagement wurde sie erst im Juli dieses Jahres zum siebten Mal als gründungsaktivste Hochschule in der Region Berlin-Brandenburg geehrt. Rund 5,2 Mio. Euro an Stipendiengeldern warb die Hochschule über das Förderprogramm Exist des Bundeswirtschaftsministeriums ein.

Das unternehmerische Potenzial ihrer Studierenden will die TU Berlin nun weiter fördern und errichtet ein eigenes Gründerzentrum am Ernst-Reuter-Platz 1. In unmittelbarer Nähe zum ehemaligen IBM-Hochhaus, wo einst das sogenannte Elektronengehirn hinter Glas stand, sollen nun die jungen Geister der TU die Wirtschaftswelt mit ihren Geschäftsideen beleben. In offenen Räumen können die Teams zusammenarbeiten. Es gibt aber auch Seminarräume für Workshops und Vorträge sowie Platz für eine Werkstatt, in der mittels CNC-Fräse, 3D-Drucker und Lasercutter Prototypen gebaut werden können.

Den Aufbau des Coworking-Space fördert das Land Berlin mit 2,7 Mio. Euro. Dabei handelt es sich um frei gewordene Mittel aus der BAföG-Übernahme durch den Bund. Über private Geldgeber fließen weitere 230.000 Euro in das Bauprojekt. Die Gründungsförderung werde auch künftig weiter von der öffentlichen Hand unterstützt. Entsprechende Mittel seien im Doppelhaushalt erstmals bereitgestellt, sagt Senatorin Sandra Scheeres. Schließlich seien die Berliner Hochschulen "Impulsgeber" für die Hauptstadt.

Zudem sind sie auch ein veritabler Wirtschaftsfaktor, wie allein die Zahlen der TU Berlin belegen: 2,7 Mrd. Euro Umsatz und 20.000 Beschäftigte zählten alle Ausgründungen der Hochschule, die im Jahr 2013 ihren Unternehmenssitz in Deutschland hatten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Lehrstuhls für Entrepreneurship und Innovation Management an der TU Berlin.

Und der Bedarf an Gründungsberatungen sei in den letzten Jahren stark angestiegen. Zählte das Centre for Entrepreneurship (CfE) an der TU Berlin vor zwei Jahren noch wöchentlich zwei bis drei Anfragen von Gründungswilligen, so seien es aktuell etwa 15. Unter dem Dach des CfE bündelt die Universität ihre Aktivitäten rund um das Thema Unternehmertum. Das Zentrum bietet neben dem Gründungsservice auch das Fachgebiet Entrepreneurship und Innovationsmanagement mit insgesamt drei verschiedenen Masterstudiengängen an.

Mit ihrem Engagement steht die TU Berlin nicht allein. Mehr als 100 Gründungslehrstühle gibt es an deutschen Hochschulen. In der Gründungsförderung sind rund 748 Personen tätig, das entspricht rund 470 Vollzeitstellen. Zu diesem Ergebnis kommt das Gründungsradar 2013. An der Befragung des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft haben sich mit 254 etwa zwei Drittel aller Hochschulen beteiligt. Davon waren 168 in der Gründungsförderung aktiv. Sie boten insgesamt 1.474 Lehrveranstaltungen zu dem Thema an. Außerhalb des Fachstudiums gab es deutlich mehr Veranstaltungen als noch 2012, nämlich gut 3.000. Das entspricht einem Plus von 45%. Auch die Budgets für die Gründungsförderung waren um 28% auf knapp 63 Mio. Euro gestiegen.

Die Studierenden dürfte es freuen, denn für sie ist das Thema Selbstständigkeit trotz guter Aussichten auf dem Arbeitsmarkt eine echte Option. 5% der Studierenden eines immobilienwirtschaftlichen oder verwandten Faches möchten nach Abschluss ihres Studiums selbstständig tätig sein. Weitere 3% zieht es zum Berufseinstieg nicht etwa in einen etablierten Konzern, sondern in ein Startup-Unternehmen. Das ergab die diesjährige Umfrage zur IZ-Joboffensive, an der sich 428 Studierende beteiligt hatten. Auch die Diskussionsrunde zum Thema Selbstständigkeit auf der diesjährigen Jobmesse IZ-Karriereforum fand viel Zulauf von den künftigen Berufseinsteigern. Im Wettbewerb der Hochschulen untereinander dürfte die Gründungsförderung also auch ein wichtiges Argument beim Wettlauf um Köpfe, nicht nur um Förder- und Stipendiengelder sein.

Sonja Smalian