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Von welchen Jobs Studenten träumen

Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet stehen auf der Wunschliste der möglichen Arbeitsorte bei den Immobilienstudenten ganz oben.

Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet stehen auf der Wunschliste der möglichen Arbeitsorte bei den Immobilienstudenten ganz oben.

Bild: sma

Karriere 01.10.2015
Wo sie einmal arbeiten möchten, wissen Immobilienstudenten ganz genau. Ihr Traumjob ist in der Projektentwicklung und das Unternehmen darf gerne mittelständisch sein. Als bevorzugten Standort ... 

Wo sie einmal arbeiten möchten, wissen Immobilienstudenten ganz genau. Ihr Traumjob ist in der Projektentwicklung und das Unternehmen darf gerne mittelständisch sein. Als bevorzugten Standort nennen sie die Rhein-Main-Region - oder das Ausland.

Die Königsdisziplin der Immobilienwirtschaft, die Projektentwicklung, ist das Ziel der Studierenden: Fast jeder Fünfte (18%) würde dort nach seinem Studienende am liebsten anheuern. Seit Jahren behauptet sich dieses Segment an der Spitze der Wunschliste, inzwischen dicht gefolgt vom Asset- und Property-Management (17%), für das sich immer mehr Studenten begeistern können. An dritter Stelle nennen die Studierenden das Fondsmanagement/Investment (13%).

Die Studentinnen fühlen sich stärker zur Projektentwicklung hingezogen als ihre männlichen Kommilitonen. Diese wiederum entscheiden sich häufiger für die Bewertung oder das Fondsmanagement/Investment als künftiges Tätigkeitsfeld.

Auch welcher Hochschultyp besucht wird, hat offenbar Einfluss auf die Wahl des Tätigkeitsfelds. Während exakt ein Viertel der Uni-Studierenden die Projektentwicklung favorisieren, sind es von den Fachhochschulstudenten nur 19%. Wer an einer Dualen Hochschule bzw. einer Berufsakademie eingeschrieben ist, wählte besonders häufig (21%) das Asset- und Property-Management als Favoriten.

Das zeigen die Ergebnisse der diesjährigen IZ-Joboffensive. An der jährlichen Umfrage der Immobilien Zeitung (IZ) beteiligten sich in diesem Jahr 428 Studierende immobilienwirtschaftlicher und verwandter Fächer und gaben Auskunft zu ihren Berufs- und Gehaltswünschen sowie ihrer Qualifikation.

Die angehenden Immobilienprofis studieren mehrheitlich in Vollzeit an einer Fachhochschule. Mehr als zwei Drittel von ihnen sind 25 Jahre alt oder jünger. Jeder zweite Teilnehmer der Befragung erwirbt einen Bachelorabschluss und damit den ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Weitere 40% streben einen Masterabschluss an. Nach ihrem Studienende wollen die meisten, fast zwei Drittel, direkt in die Praxis einsteigen. Durch Praktika, Werkstudententätigkeiten und zahlreiche Kontakte zu Immobilienunternehmen beispielsweise auf Messen erleben sie schon während ihres Studiums, welche Tätigkeiten die Branche zu bieten hat.

Jeweils zwischen 6% und 8% der Befragten sehen ihre berufliche Zukunft in der Projektsteuerung bzw. dem Projektmanagement, der Bewertung, dem Facility-Management, der Immobilienberatung oder dem Corporate Real Estate Management. Damit liegen die Ränge vier bis acht auf der Beliebtheitsskala der Studierenden eng beieinander. Abgeschlagen hingegen sind beispielsweise die Vermittlung von Gewerbeimmobilien (2%) und das Research (<1%).

So klar wie die Aussage zu den Tätigkeitsfeldern fällt auch die Entscheidung für die beliebteste Region aus. Wie schon im Vorjahr macht auch 2015 die Rhein-Main-Region (17%) das Rennen. Zahlreiche Immobilienunternehmen und Finanzierer haben ihren Sitz in der Bankenmetropole, deren Hochhäuser die Skyline prägen. Rang zwei belegt München, die Stadt, in der sich jährlich im Oktober die Immobilienwelt zur Fachmesse Expo Real versammelt. Hamburg sichert sich Rang drei, noch vor Berlin und Stuttgart, das immerhin für jeden zehnten Immobilienstudenten die bevorzugte Zielregion für den Berufseinstieg ist.

Auch eine Tätigkeit im Ausland können sich 59% der Befragten vorstellen. Zumal rund ein Drittel der Befragten bereits immobilienspezifische Auslandserfahrung durch Praktika, Auslandsstudium oder berufliche Tätigkeit erworben haben. Besonders offen für eine Auslandstätigkeit zeigen sich Studierende an Universitäten, von denen 63% dafür votierten.

Wen es in die Ferne zieht, der hat dabei vor allem das Land der unbegrenzten Möglichkeiten im Blick. Gut ein Fünftel (22%) nennt die USA als Traumziel, gefolgt von Großbritannien (17%) sowie Australien und Neuseeland (12%). Sicherlich ist es für viele interessant, den angelsächsischen Business Code kennenzulernen. London ist das europäische Finanzzentrum. Die USA verfügen über einen der größten Märkte der Welt und waren zugleich das Ursprungsland der Subprime-Krise.

Dass die englischsprachigen Länder so weit vorne liegen, ist aber auch durch etwas anderes erklärbar: Quasi jeder der Befragten ist der englischen Sprache mächtig und die Mehrheit kann - zumindest eigenen Angaben zufolge - fließend parlieren. Doch auch in der Schweiz lassen sich Immobiliengeschäfte tätigen, und das sogar in einigen Teilen auf Deutsch - Rang fünf sichern sich die Eidgenossen. 11% der Studierenden sind offen für das Abenteuer Welt und würden "überall" hingehen.

Obgleich die ganze Welt als Arbeitsplatz denkbar wäre, so bevorzugen die Umfrageteilnehmer organisatorisch durchaus überschaubare Einheiten. Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern stehen nur bei 14% der Studierenden hoch im Kurs. Knapp jeder Zweite sieht sich eher in Organisationen mit elf bis 500 Mitarbeitern. Rund jeder Dritte hegt hinsichtlich der Unternehmensgröße keinerlei Präferenzen.

Was die Unternehmensstruktur anbelangt, ist jeder Zweite noch offen für alles. 19% zieht es hingegen zu einem konzerngebundenen Unternehmen. Etwas weniger, nämlich nur 16%, setzen auf konzernunabhängige Gesellschaften. Familienunternehmen sind für 7% eine Option und Start-ups für 3%.

Ihr eigener Chef möchten einmal 6% der Befragten sein. Das Thema Selbstständigkeit spielt also bei Studierenden schon eine Rolle, wenngleich eine untergeordnete. Das könnte daran liegen, dass Unternehmen schon sehr früh auf die jungen Talente zugehen, um sie für sich zu gewinnen. Sie laden die angehenden Immobilienprofis als Werkstudenten und Praktikanten zum Mitarbeiten ein und bieten Themen für die Abschlussarbeit an. Eine Win-win-Situation für beide Seiten, denn Berufs- und Praxiserfahrung sind in den Augen von mehr als vier Fünfteln der Arbeitgeber die wichtigsten Qualifikationen von Berufseinsteigern und Young Professionals, noch vor Englischkenntnissen und einem Hochschulabschluss.

Die Studierenden wiederum favorisieren Arbeitgeber, die ihnen Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Aussicht stellen. Ein sicherer Arbeitsplatz wird als drittwichtigstes Kriterium genannt, noch vor dem Gehalt. Weiterhin stehen Personalentwicklungsprogramme, eine ansprechende Unternehmenskultur und an siebter Stelle - getreu dem Maklermotto "Lage, Lage, Lage" - der Standort in der Gunst weit oben.

Schon jetzt hat ein Fünftel der Befragten eine feste Stellenzusage für die Zeit nach dem Studium in der Tasche. Zumeist (59%) handelt es sich dabei um eine Vereinbarung mit dem aktuellen Arbeitgeber. Aber so manch einer hat sich, ganz klassisch, beworben oder wurde von einem Unternehmen angesprochen.

Bis zum Februar 2016 wird die Hälfte der Befragten das Abschlusszeugnis in der Hand halten - und wo sehen sich die Nachwuchskräfte in der Zukunft? Bis Frühjahr 2017 erwarten die meisten, fest im Beruf zu stehen, ob als Trainee (11%) oder als Angestellter (53%). Insgesamt wollen 15% der Studierenden dann schon die ersten Sprossen auf der Karriereleiter erklommen haben - sie rechnen sich eine leitende Position aus

Die IZ-Joboffensive

Die Joboffensive ist eine Initiative der Immobilien Zeitung (IZ). Ein Kernelement ist die jährliche Arbeitsmarkt- und Gehaltsumfrage, an der sich in diesem Jahr 428 Studierende immobilienwirtschaftlicher und verwandter Fächer sowie exakt 100 Immobilienunternehmen beteiligt haben. Die Ergebnisse der beiden getrennt durchgeführten Umfragen wurden im IZ-Karriereführer 2015/16 für die Immobilienwirtschaft veröffentlicht. Der Ratgeber umfasst zahlreiche Arbeitgeberporträts, eine Übersicht über das fachspezifische Studienangebot sowie viele Karrieretipps. Unter www.iz-shop.de ist er für 29 Euro erhältlich. Die IZ-Joboffensive wäre nicht möglich ohne die Unterstützung folgender Unternehmen: Aareal Bank Group, Bernd Heuer & Partner Human Resources, BNP Paribas Real Estate, CBRE, Commerz Real, Corpus Sireo, ECE, Kaufland, Messe München/Expo Real, Patrizia Immobilien und RGM. Ein weiteres Element der Joboffensive ist eine Jobmesse für die Immobilienwirtschaft - das IZ-Karriereforum. Dieses findet zum siebten Mal am 11. Juni 2016 auf dem Campus der Goethe-Universität in Frankfurt statt. Nähere Informationen: www.iz-jobs.de/karriereforum. sma

Sonja Smalian

Auch der Mietverwalter soll Sachkunde nachweisen

Auch für Mietverwalter sollte die neue Berufszulassungsregelung für Immobilienmakler und Verwalter von Wohneigentum nach Meinung von vielen Verbänden gelten.

Auch für Mietverwalter sollte die neue Berufszulassungsregelung für Immobilienmakler und Verwalter von Wohneigentum nach Meinung von vielen Verbänden gelten.

Bild: goodluz/Fotolia.com

Karriere 24.09.2015
Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV), der Deutsche Mieterbund (DMB) sowie Haus & Grund Deutschland plädieren gemeinsam dafür, dass auch der Mietverwalter bei der Neuregelung ... 

Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV), der Deutsche Mieterbund (DMB) sowie Haus & Grund Deutschland plädieren gemeinsam dafür, dass auch der Mietverwalter bei der Neuregelung der Zulassung zum Makler- und Verwalterberuf berücksichtigt wird. Auch andere Verbände haben sich zum Referentenentwurf geäußert.

Als der Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Juli dieses Jahres das Ministerium verließ, jubelten die Verbände (siehe "Makeln und verwalten künftig nur mit Sachkundenachweis", IZ 29/15). Denn endlich lag ein handfestes Konzept für die Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum auf dem Tisch. Dennoch äußerten viele Seiten Änderungswünsche. Schon damals kritisierten der DDIV und der Immobilienverband Deutschland IVD Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen gemeinsam, dass der Mietverwalter im Gesetzentwurf nicht berücksichtigt wurde, obwohl dieser ebenfalls treuhänderisch tätig ist, genau wie der im Gesetzentwurf aufgeführte WEG-Verwalter.

Nun hat sich eine Koalition aus DDIV, DMB und Haus & Grund direkt an Bundesbauministerin Barbara Hendricks, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Justizminister Heiko Maas gerichtet. Die Verbandspräsidenten plädieren eindringlich für die Einführung einer Erlaubnispflicht auch für den Verwalter von Mietimmobilien und Sondereigentum. Sie argumentieren dabei mit den komplexen Anforderungen durch gesetzliche Neuregelungen, von denen auch der Mietverwalter betroffen ist. Zumal dieser Haftungsrisiken ausgesetzt sei und eigene Schutzpflichten gegenüber Mietern und Eigentümern habe. Zudem weisen die Verbände auf die Gefahr hin, dass WEG-Verwalter, die die Berufszulassungsanforderungen nicht erfüllten, sich künftig auf das Feld der Mietverwaltung zurückziehen könnten. Das würde aber den Anteil unqualifizierter Mietwohnungsverwalter erhöhen. Auch aus diesem Grunde sollten die Mietverwalter ebenfalls einen Sach- und Fachkundenachweis erbringen. DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler gibt sich optimistisch. Er rechnet der Verbändeallianz gute Chancen aus, dass sie Gehör finden wird.

Auch die Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) äußerte sich zum Referentenentwurf. Die Berufsorganisation fordert für ihre rund 1.500 Mitglieder in Deutschland eine Befreiung von der Sachkundeprüfung. Dabei argumentiert Martin Eberhardt, Vorstandsvorsitzender von RICS Deutschland, mit der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie. RICS-Mitglieder in Großbritannien würden alle einen sogenannten reglementierten Beruf ausüben. Dies erlaube ihnen, auch ohne weitere Sachkundeprüfung in einem anderen EU-Land tätig zu werden. Da in Deutschland dieselbe RICS-Zugangsprüfung gelte wie in Großbritannien, sollten auch die deutschen Mitglieder ihre Sachkunde nicht weiter nachweisen müssen. Judith Gabler, RICS-Director of Operations, Europe, ergänzt, dass mindestens 95% der Mitglieder in Deutschland über einen akademischen Abschluss verfügen würden und die Mitglieder seit zwei Jahren eine jährliche Fortbildungspflicht von 20 Stunden hätten. Doch wie viele RICS-Mitglieder überhaupt von einer möglichen Sachkundeprüfung betroffen wären, kann Gabler nicht beziffern. Die Berufsorganisation spricht sich zudem für eine Aufnahme einer Fortbildungsverpflichtung in das Gesetz aus. Damit steht sie nicht alleine. Auch der DDIV regt die Einführung einer gesetzlich verankerten und stichprobenartig überprüfbaren Weiterbildungsverpflichtung an.

Sonja Smalian

b.i.g. erhält Ausbildungspreis

Karriere 24.09.2015
Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) hat zum fünften Mal seinen Ausbildungspreis verliehen. Ausgezeichnet wurde das Karlsruher Unternehmen b.i.g. sicherheit, wie der BDSW mitteilte. ... 

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) hat zum fünften Mal seinen Ausbildungspreis verliehen. Ausgezeichnet wurde das Karlsruher Unternehmen b.i.g. sicherheit, wie der BDSW mitteilte. "Grund für die Entscheidung der Jury war unter anderem, dass die b.i.g. durch ihre Struktur den Auszubildenden die Möglichkeit gibt, auch andere Dienstleistungsbereiche kennenzulernen und so einen Überblick zu erhalten. Im Ergebnis zeigt sich der Erfolg darin, dass bereits zwei der bundesbesten Azubis bei der b.i.g. ausgebildet wurden", sagte BDSW-Präsident Gregor Lehnert während der sechsten Ausbildungstagung. Dort wurden auch erste Ergebnisse der Evaluation der beiden dualen Ausbildungsberufe Fachkraft bzw. Servicekraft für Schutz und Sicherheit durch das Bundesinstitut für Berufsbildung vorgestellt. Im Ergebnis habe die Evaluation ein positives Bild der Ausbildungsberufe bei den befragten Akteuren ergeben, heißt es in einer BDSW-Pressemitteilung. Dennoch gebe es in einigen Bereichen Verbesserungsbedarf. Seit Einführung des ersten Ausbildungsberufs vor 13 Jahren habe sich eine Ausbildungskultur in der Branche etabliert. Knapp 7.600 junge Menschen haben seit 2004 in den Berufen der Sicherheitswirtschaft ihren Abschluss gemacht. Im selben Zeitraum legten zudem fast 7.000 geprüfte Schutz- und Sicherheitskräfte ihre Prüfung ab.

Sonja Smalian

Viele Karrieretermine auf der Expo Real 2015

So sah das CareerCenter noch im vergangenen Jahr aus. 2015 präsentieren sich 22 Arbeitgeber mit einem CareerCorner in der Meet & Retreat Lounge (C2.036) am Messe-Mittwoch.

So sah das CareerCenter noch im vergangenen Jahr aus. 2015 präsentieren sich 22 Arbeitgeber mit einem CareerCorner in der Meet & Retreat Lounge (C2.036) am Messe-Mittwoch.

Bild: sma

Karriere 19.09.2015
Wer die Expo Real für den nächsten Karrieresprung nutzen will, sollte seine Bewerbungsmappe mitnehmen und das Programm studieren. Denn die Messe bietet in diesem Jahr wieder eine Fülle von ... 

Wer die Expo Real für den nächsten Karrieresprung nutzen will, sollte seine Bewerbungsmappe mitnehmen und das Programm studieren. Denn die Messe bietet in diesem Jahr wieder eine Fülle von Netzwerkterminen für Berufseinsteiger und Young Professionals mit Personalern - und auch mit Personalberatern. Denn während des CareerDays gibt es erstmals ein Headhunter-Special.

Die Expo Real wird gern als Arbeitsmesse bezeichnet. Das ist sie auch im Bereich Recruiting. "Die Messe ist ganz klar eine Plattform zur Rekrutierung", sagt Thomas Flohr, Geschäftsführer der Personalberatung Bernd Heuer & Partner Human Resources. Besonders am letzten Messetag erobert das Thema Personal das Messeprogramm. Dann findet traditionell der CareerDay statt, von 9 Uhr bis 14 Uhr im Special Real Estate Forum (C2.240). Berufseinsteiger und Young Professionals erhalten dort einen Überblick über Jobperspektiven in der Immobilienwirtschaft, den Alltag in verschiedenen Berufen und Arbeiten im Ausland.

Parallel zum Veranstaltungsprogramm des CareerDays geht es ganz praktisch zur Sache: 22 Unternehmen, darunter JLL, ECE und Drees & Sommer, präsentieren sich als Arbeitgeber in sogenannten CareerCorners in der Meet & Retreat Lounge (C2.036). An den Ständen beantworten Personaler die Fragen der Besucher zu Einstiegsmöglichkeiten. Wer wissen möchte, wie er sich auf die Mini-Karrieremesse vorbereiten kann, findet auf der Expo-Real-Seite nicht nur ein Ausstellerbooklet mit Kurzbeschreibungen und Suchprofilen der Arbeitgeber, sondern auch einen Bewerberleitfaden zum Download. Individuelles Feedback zu den eigenen Bewerbungsunterlagen gibt es beim Bewerbungsmappencheck in der Lounge ebenfalls. Personalberater Flohr empfiehlt, den Lebenslauf nicht zu überfrachten. Besser sei es, auf einer zusätzlichen Seite sein Know-how-Profil bzw. seine besonderen Stärken und Schwerpunkte separat aufzulisten. Der Flughafen München lädt von 9 Uhr bis 12 Uhr Bewerber auf seinen eigenen Stand (A1.415) zum Gespräch.

Wer wissen möchte, wer den Personalberater eigentlich bezahlt und wie dieser arbeitet, dürfte beim Headhunter-Special oberhalb von Halle C2 im Konferenzraum C21 richtig aufgehoben sein (Beginn: 10 Uhr).

Nach einer Einführung durch Berater Flohr über das Berufsbild gibt es eine Gesprächsrunde mit Personalverantwortlichen zum Thema "Recruiting über Personalberatungen". Dass Headhunter nur die oberste Führungsebene besetzen, ist nicht ganz richtig. Inzwischen beginne ein großer Teil der Mandate schon ab einem Gehaltssegment von 75.000 Euro, sagt Flohr mit Bezug auf eine aktuelle Marktstudie. Ab 12 Uhr stellen sich fünf spezialisierte Personalberatungen jeweils eine halbe Stunde vor und beantworten Fragen. Mit dabei ist u.a. Olaf Kenneweg von Kenneweg Property Personalberatung. Er weiß, wie Geschichten über sogenannte CV-Trader, die Lebensläufe ohne Absprache versenden, die Kandidaten verunsichern. Beim Headhunter-Special haben die Teilnehmer die Chance, alle ihre Fragen zum Ablauf einer Vermittlung und zur Arbeitsweise zu stellen.

Viele Möglichkeiten zum Netzwerken mit Personalern und Fachkräften bieten sich auch an den anderen beiden Tagen, und das nicht nur an den Ausstellerständen. Dazu eignen sich z.B. auch die zahlreichen Preisverleihungen wie die des Nachwuchsförderpreises Ingeborg Warschke (Dienstag, 12 Uhr, A1.320) oder Alumni-Treffen wie der network.mba-Sektempfang der Hochschule Biberach (Dienstag, 15:30 Uhr B2.030).

Schon die Fahrtzeit zur Messe können Interessenten für Gespräche mit Vertretern von Corpus Sireo nutzen. Das Unternehmen bietet wieder einen Shuttle-Service im Doppeldecker an. Los geht es ab 7:30 Uhr vom Hotel Rilano und vom Hotel Leonardo zur Messe - voraussichtlich bis ca. 9:30 Uhr im Halbstundentakt - und abends zurück. Am Messe-Mittwoch fährt der Bus ab 15 Uhr vom Haupteingang Nord zum Hauptbahnhof.

Vor der Messe kann die erste Kontaktaufnahme schon digital erfolgen. Wer ein Online-Ticket hat, kann sich kostenlos über MatchUp!, die Social-Networking-Plattform der Messegesellschaft, anmelden. Studenten und Auszubildende erhalten das MatchUp-Premiumpaket kostenlos. Integriert in das Portal ist eine Jobbörse, in der 2014 rund 230 Stellenangebote hinterlegt waren.

Kein echtes Recruiting-Event, obwohl sicherlich viele Personaler im Publikum sitzen werden, ist eine Diskussionsrunde am Mittwoch von 10 Uhr bis 12 Uhr im Expo Real Forum (A2.540). Dann spricht der ehemalige Personalvorstand der Deutschen Telekom, Thomas Sattelberger, u.a. mit dem Real Estate Project Executive Emea von Google, Jason Harper, über das Thema "Szenario 4.0: Das Büro der Zukunft ist kein Büro mehr".

Sonja Smalian

b.i.g. sicherheit mit BDSW-Ausbildungspreis ausgezeichnet

BDA-Vizepräsident Dr. Gerhard F. Braun (links) und BDSW-Präsident Gregor Lehnert überreichen Daniela Bechtold-Schwabe, Geschäftsführerin von b.i.g. sicherheit, den BDSW-Ausbildungspreis.

BDA-Vizepräsident Dr. Gerhard F. Braun (links) und BDSW-Präsident Gregor Lehnert überreichen Daniela Bechtold-Schwabe, Geschäftsführerin von b.i.g. sicherheit, den BDSW-Ausbildungspreis.

Bild: BDSW

Karriere 18.09.2015
Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) hat zum fünften Mal seinen Ausbildungspreis verliehen. In diesem Jahr erhielt das Karlsruher Unternehmen b.i.g. sicherheit die Auszeichnung, wie ... 

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) hat zum fünften Mal seinen Ausbildungspreis verliehen. In diesem Jahr erhielt das Karlsruher Unternehmen b.i.g. sicherheit die Auszeichnung, wie der BDSW mitteilte. "Grund für die Entscheidung der Jury war unter anderem, dass die b.i.g. durch ihre Struktur den Auszubildenden die Möglichkeit gibt, auch andere Dienstleistungsbereiche kennenzulernen und so einen Überblick zu erhalten. Im Ergebnis zeigt sich der Erfolg darin, dass bereits zwei der bundesbesten Azubis bei der b.i.g. ausgebildet wurden." so BDSW-Präsident Gregor Lehnert nach der Preisverleihung. Überreicht wurde der Preis während der sechsten Ausbildungstagung, die in Kooperation mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände BDA stattfand.

Auf der Tagung wurden auch erste Ergebnisse der Evaluation der beiden dualen Ausbildungsberufe Fachkraft bzw. Servicekraft für Schutz und Sicherheit durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (Bibb) vorgestellt. Im Ergebnis habe die Evaluation ein positives Bild der Ausbildungsberufe bei den befragten Akteuren ergeben, heißt es in einer BDSW-Pressemitteilung. Dennoch gebe es Verbesserungsbedarf in einigen Bereichen.

Seit Einführung des ersten Ausbildungsberufs vor 13 Jahren habe sich eine Ausbildungskultur in der Branche etabliert. Seit 2004 haben knapp 7.600 junge Menschen ihre Ausbildung in den Berufen der Sicherheitswirtschaft ihren Abschluss gemacht. Im selben Zeitraum legten zudem fast 7.000 geprüfte Schutz- und Sicherheitskräfte ihre Prüfung ab.

Sonja Smalian

Mipim holt Start-ups auf die Bühne

Brandon Weber (ganz vorn), ehemaliger First Vice President von CBRE und nun CEO von Hightower, war einer von acht Start-up-Unternehmern, die sich auf der Mipim 2015 in Cannes vorstellten. Der Live-Pitch kam beim Publikum so gut an, dass die Messe nun ihr Engagement ausbaut und einen Start-up-Wettbewerb ausgelobt hat.

Brandon Weber (ganz vorn), ehemaliger First Vice President von CBRE und nun CEO von Hightower, war einer von acht Start-up-Unternehmern, die sich auf der Mipim 2015 in Cannes vorstellten. Der Live-Pitch kam beim Publikum so gut an, dass die Messe nun ihr Engagement ausbaut und einen Start-up-Wettbewerb ausgelobt hat.

Bild: Mipim

Karriere 10.09.2015
Innovationen sind in der Immobilienwirtschaft ein großes Thema. Die Immobilienmesse Mipim holt sie nun in Form von Start-up-Unternehmen auf die Bühne. In einem Wettbewerb treten die ... 

Innovationen sind in der Immobilienwirtschaft ein großes Thema. Die Immobilienmesse Mipim holt sie nun in Form von Start-up-Unternehmen auf die Bühne. In einem Wettbewerb treten die verschiedenen Unternehmen mit ihren Geschäftsideen während der Mipim UK in London, der Mipim Asia in Hongkong und schließlich der Mipim in Cannes gegeneinander an.

Rund ein halbes Jahr nach dem ersten Live-Pitch von acht Start-up-Unternehmen auf der Mipim 2015 lobt die Messe einen internationalen Wettbewerb für Start-ups aus. "Wir haben gesehen, dass es eine Nachfrage für Veranstaltungen wie den Live-Pitch gab", sagt Julien Sausset, Direktor der Mipim-Messen weltweit. Die digitale Revolution bringe große Umwälzungen, auch für die Immobilienwirtschaft. So kündigte die Blackstone Group Anfang 2015 an, rund 3,3 Mio. USD in das Start-up VTS zu investieren. VTS hat eine digitale Plattform entwickelt, mit der Portfolios mit allen Daten zum Geschäftsverlauf verwaltet werden können. Auch die Messe möchte dabei helfen, die etablierten Akteure mit noch unbekannten Innovatoren zusammenzubringen. Damit die Branchenriesen nicht irgendwann mit einem "Kater aufwachen", sagt Sausset.

Bei den Gründern rennt die Mipim mit ihrem Engagement offene Türen ein. Vier Tage nach Bekanntgabe des Wettbewerbs lagen ihm schon 15 Bewerbungen vor, sagt Sausset. Weitere 30 Start-up-Unternehmen, u.a. aus Frankreich, Großbritannien und auch Deutschland, stünden schon in Kontakt mit der Messegesellschaft. Eine Zusammenarbeit mit einzelnen Hochschulen oder Gründer-Förderprogrammen gebe es jedoch aktuell nicht. Und auch ImmobilienScout24 ist mit seinem Förderprogramm für Start-up-Unternehmen "You is now" noch nicht auf der Mipim präsent gewesen. Das Unternehmen setzte bisher auf Präsentationen bei eigenen Demo Days. Doch die Teams hätten die Möglichkeit, bei anderen Investor-Meetings oder Messen aufzutreten, sagt Sonja May, Senior PR Managerin bei ImmobilienScout.

Seit 2013 gibt die Mipim mit dem Innovation Forum jungen Unternehmen Raum zur Präsentation auf der Messe. 2015 fand der erste Live-Pitch im Palais des Festivals statt, wo auch die Mipim Awards vergeben werden. Die Veranstaltung mit dem Titel "Digital Economy Challenges Real Estate Sector: Disruptors at the Door" ist auf Youtube zu sehen. Vier Minuten hatten die ausgewählten Gründer Zeit, ihre Ideen dem Publikum und einer dreiköpfigen Jury vorzustellen. Danach konnten die Jury, aber auch die Zuschauer (via Twitter) Fragen stellen. Per LED-Leuchtstick stimmte das Publikum auch über die Vorschläge ab. Vorbild war ein internationales TV-Format, bei dem Gründer ihre Geschäftsidee vor einer Jury präsentieren. Hierzulande ist die von VOX ausgestrahlte Sendung unter dem Namen "Die Höhle der Löwen" bekannt. Ähnlich wie der Live-Pitch werden auch die drei Qualifizierungsrunden mit je sechs Teilnehmern verlaufen, von denen jeweils zwei für den finalen Wettkampf am 17. März 2016 in Cannes ausgewählt werden. Sausset sieht vor allem im Bereich der Vermittlung, also der schnelleren Zusammenführung von Käufern und Verkäufern, Anknüpfungspunkte für neue Akteure.

Die Zusammenarbeit mit jungen, innovativen Unternehmen ist für die Immobilienmesse noch relatives Neuland, nicht jedoch für die Computerindustrie. Auf der IT-Messe CeBIT in Hannover würden die etwa 300 Start-up-Unternehmen inzwischen eine der insgesamt 16 Ausstellungshallen füllen, sagt Hartwig von Saß, Leiter Kommunikation der CeBIT. Rund jeder zehnte Aussteller fällt damit in die Kategorie Start-up. Viele Unternehmen würden an ihre Innovationsschranken stoßen und wichtige Impulse durch Start-ups erhalten, um ihre eigene Wertschöpfungskette weiterzuentwickeln. Während der IT-Messe veranstaltet u.a. der Automobilhersteller VW einen großen Pitch, um neue Geschäftsideen kennenzulernen. Wer mit jungen Unternehmen zusammenarbeiten möchte, müsse das klassische Messegeschäft mit hohen Quadratmeterpreisen überdenken. Die CeBIT beispielsweise biete dieser Zielgruppe eine Plug-&-Play-Lösung an, ein Gesamtpaket inklusive Messestand, sagt von Saß.

So weit ist die Immobilienmesse Expo Real noch nicht. Sie holt das Thema in diesem Jahr zum ersten Mal ins Konferenzprogramm: "Start-ups: Nimmt die Immobilienbranche die neuen Unternehmer wahr?" wird am Messe-Dienstag ab 15 Uhr in Halle A2, Stand 040 im Planning & Partnerships Forum diskutiert. Eine spezielle Ausstellungsfläche für die Zielgruppe hingegen sei derzeit nicht geplant, sagt Katrin Polenz, Projekt-PR-Referentin. Man beobachte die Aktion der Mipim.

Dabei bekunden junge Unternehmen durchaus ihr Interesse an der Münchner Immobilienmesse. Dort sind sie bislang nur als Besucher anzutreffen. Denn das klassische Messe-Konzept einer Mindestgröße des Messestands ist oft (noch) nicht passend. Patrick Burkert, Gründer von Go-Popup, einer Plattform für die Vermittlung von Ladenflächen, sprach über eine Ausstellungsmöglichkeit für Start-up-Unternehmen mit der Messegesellschaft. Auf die Frage, ob er sich auf der Expo Real gern präsentieren würde, lautet seine Antwort: "Ja, ja, ja, auf jeden Fall".

Sonja Smalian

EU-Kommission attackiert die HOAI

Im Berlaymont-Gebäude hat die Europäische Kommission ihren Sitz. Sie sieht in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure einen Verstoß gegen die Dienstleistungsrichtlinie.

Im Berlaymont-Gebäude hat die Europäische Kommission ihren Sitz. Sie sieht in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure einen Verstoß gegen die Dienstleistungsrichtlinie.

Bild: European Union 2007/Christian Lambiotte

Karriere 03.09.2015
Die Europäische Kommission hat gegen die Bundesrepublik Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Thema ist u.a. die aus Kommissionssicht wettbewerbshindernde Honorarordnung für ... 

Die Europäische Kommission hat gegen die Bundesrepublik Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Thema ist u.a. die aus Kommissionssicht wettbewerbshindernde Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Ihr Wegfall würde allerdings keinen einzigen weiteren Job für Architekten bringen, sagt Tillman Prinz, Geschäftsführer der Bundesarchitektenkammer.

Immobilien Zeitung: Herr Prinz, die HOAI verletze die Dienstleistungsrichtlinie, konkret die Niederlassungsfreiheit, heißt es vonseiten der Europäischen Kommission. Warum reibt sich die Europäische Kommission daran?

Tillman Prinz: Das hat einen rein ordnungspolitischen Hintergrund, der heißt: Gebührenordnungen gehen schon einmal gar nicht. Die Europäische Kommission hat sich erst mal die Architekten und Ingenieure sowie die Steuerberater vorgenommen, denn das ist nach Auffassung der Kommission ein relativ einfaches Unterfangen. Die Vergütung ärztlicher Leistungen neu zu regeln, wäre beispielsweise ein viel schwierigeres Thema. Deutschland ist zudem das einzige Land mit einer Gebührenordnung für die Leistungen von Architekten und Planern. Es ließe sich durch einen Wegfall also auch eine europäische Vereinheitlichung herbeiführen. Dennoch irritiert, enttäuscht und verärgert es uns, dass sich die Europäische Kommission abermals die HOAI herausgreift. Denn wir haben die Honorarordnung schon 2009 entsprechend den europäischen Vorgaben novelliert und jetzt kommen die nach sechs Jahren ...

IZ: Was kritisiert die Europäische Kommission an der aktuellen Regelung?

Prinz: Nach heutiger Rechtslage müssen ausländische Architekten, die eine Niederlassung in Deutschland gründen, gemäß der HOAI abrechnen. Die Kommission kritisiert, dass es ihnen dadurch nicht möglich sei, ihren Preisvorteil aus dem Ausland mitzubringen, d.h. sie dürfen ihre Leistungen in Deutschland nicht billiger als in Deutschland niedergelassene Architekten anbieten. Anders verhält es sich für ausländische Architekten, die ohne Niederlassung in Deutschland ihre Dienstleistung auf dem deutschen Markt anbieten. Ihre Honorare sind frei verhandelbar. Mit ihrer Offensive nimmt die Europäische Kommission zudem für sich in Anspruch, sie sei auch für die rein inländische Niederlassungsfreiheit zuständig, obwohl sie nur zur Regelung der zwischenstaatlichen Dienstleistungsbeziehungen ein Mandat hat.

IZ: Mit welchen Auswirkungen rechnen Sie, wenn die HOAI wegfallen sollte?

Prinz: Wir befürchten einen Preiskampf, eine Machtkonzentration und einen Qualitätsverlust. Den breiten Mittelstand, den wird es dann nicht mehr geben. Stattdessen werden auch in Deutschland, wie schon in Großbritannien zu beobachten ist, große Büros mit mehr als 1.000 Mitarbeitern entstehen. Doch in der letzten Krise haben genau diese Büros rund die Hälfte ihrer Mitarbeiter freigesetzt, während es in Deutschland keine Massenentlassungen gab. Hierzulande zählen rund 80% der Büros ein bis vier Mitarbeiter. Es gibt eine große inhaltliche Vielfalt und regionale Verbreitung. Deutschland hat die höchste Architektendichte und nahezu die höchste Bürodichte in der EU. Diese Strukturen werden von der HOAI geschützt. Wir sind vollkommen überzeugt, dass ein Wegfall der HOAI keinen einzigen zusätzlichen Job für Architekten bringen wird.

IZ: Wie viele HOAI-Flüchtlinge zählen Sie denn schon?

Prinz: Sie meinen, ob Büros in Aachen jetzt nach Maastricht gehen, und von dort ihre Leistungen anbieten? Von keiner der 16 Kammern haben wir Entsprechendes gehört. Wir wissen von keinem Architekten, dass er Deutschland aufgrund der HOAI verlässt. Zumal die Honorarordnung schon jetzt nicht für jeden Auftrag verpflichtend ist. Werden Planungs- und Bauleistungen gemeinsam aus einer Hand beauftragt, dann ist die HOAI auch auf den Planungsteil nicht anwendbar.

IZ: Einen ersten Teilsieg haben die Architekten errungen. Der Deutsche Bundestag hat sich für einen Erhalt der Honorarordnungen ausgesprochen.

Prinz: Ja, aber das ist vor allem ein Teilsieg der Verbraucher, also der Bauherren, für die auch wir kämpfen. Zudem haben wir die Zusage, dass das Bundeswirtschaftsministerium bis Ende September eine Rechtfertigung der HOAI verfassen wird. Das Ministerium hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Gründer und jungen Büros sowie Mikrostandorte zu stützen.

IZ: Und wenn die Europäische Kommission die Rechtfertigung der Bundesregierung nicht anerkennt?

Prinz: Dann könnte die Kommission die Bundesregierung verklagen. Schlussendlich bleibt dann noch der Gang zum Europäischen Gerichtshof. Ich glaube, das Thema HOAI bleibt ein Dauerbrenner.

IZ: Herr Prinz, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sonja Smalian.

Die Bundesarchitektenkammer hat unter www.change.org (Stichwort: HOAI) eine Petition zum Erhalt der HOAI eingestellt. Bislang haben rund 21.000 Unterstützer unterschrieben.

Sonja Smalian