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Jobs, Netzwerke und ein Millionenvermögen

Herbert Einsiedler von Bilfinger HSG Facility Management im Gespräch mit Studenten.

Herbert Einsiedler von Bilfinger HSG Facility Management im Gespräch mit Studenten.

Bild: Alexander Sell

Karriere02.04.2015
Die Aussteller der Ende März stattgefundenen Messe Facility Management haben in Frankfurt dem Branchennachwuchs den roten Teppich ausgerollt. Zahlreiche Netzwerktreffen mit Personalern sollten ... 

Die Aussteller der Ende März stattgefundenen Messe Facility Management haben in Frankfurt dem Branchennachwuchs den roten Teppich ausgerollt. Zahlreiche Netzwerktreffen mit Personalern sollten die Studierenden für den Einstieg begeistern. Doch es gab auch mahnende Worte: Arbeitnehmer dürfen nicht die Weiterbildung vernachlässigen.

Wer die Ausstellerhalle betrat, wurde sogleich von einer Hostess in rotem Kostüm und Schild in der Hand begrüßt: "Job gesucht? Sprich' mich an!" steht darauf. Von ihr erfuhr der Besucher, welche Karriere-Events die Messe in diesem Jahr zu bieten hatte. Sie informierte ihn beispielsweise zu den Jobbörsen mit zahlreichen Stellenangeboten, den individuellen halbstündigen Karriereberatungen oder den Bewerbungsfotoshootings. "Die Branche kann noch viel mehr FM-Absolventen aufnehmen", sagt Prof. Dr. Herbert Einsiedler, Sonderbeauftragter der Geschäftsführung von Bilfinger HSG Facility Management. Selbst wenn die Hochschulen ihre Studienplätze vervielfachen würden, könne der Markt die Absolventen immer noch absorbieren, ist sich Einsiedler sicher. Denn Facility-Manager nähmen eine Querschnittfunktion ein.

Die Anreise von Studierenden von zehn Hochschulen haben die Möglichmacher-Unternehmen in diesem Jahr finanziell unterstützt.Die Personaler dieser zwölf FM-Unternehmen stehen auf der Allee der Möglichmacher Rede und Antwort. Ein Engagement, das bei der Zielgruppe sehr gut ankam. "Es war einfach, ins Gespräch zu kommen mit den Unternehmensvertretern", sagt Tobias Morfeld. Der Bachelorstudent von der HWR Berlin war positiv überrascht, wie hoch das Interesse nach FM-Nachwuchskräften ist.

Diese Botschaft dominierte auch auf dem Karrieretag am Messe-Donnerstag. "FM ist eine junge Branche und eine Wachstumsbranche", betonte Christine Sasse, Vorstand von Dr. Sasse, in ihrer Rede. Sie warf noch ein weiteres Argument in die Waagschale pro FM, um die jungen Talente zu begeistern: Arbeitsplatzsicherheit. FM sei nicht einseitig abhängig von den Entwicklungen in einer Branche. Gehe es dem Finanzsektor schlecht, boome vielleicht die Automobilbranche, sagt Sasse. Mit anderen Worten, es gibt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten noch Einsatzgebiete für Dienstleister. Dass das Thema Arbeitsplatzsicherheit bei der jungen Generation hoch im Kurs steht, zeigte die IZ-Umfrage zur Joboffensive 2014: Ein sicherer Arbeitsplatz ist das viertwichtigste Kriterium, das einen attraktiven Arbeitgeber auszeichnet. Als wichtiger werden nur noch Aufstiegsmöglichkeiten, Weiterbildungsangebote und das Gehalt erachtet.

Aufstiegsmöglichkeiten und Führungsverantwortung diskutierten die Personaler mit den Teilnehmern auf dem Alumni-Treffen der Junior Lounges der Gefma. Mit 200 Gästen nahmen an dem Netzwerktreffen so viele Studierende und Young Professionals teil wie noch nie. Spontan wurde dort zudem die Gründung einer weiteren Junior Lounge in Sachsen-Anhalt geplant, es wäre der 15. Junioren-Stammtisch des Verbands.

Doch trotz aller positiven Aussichten gab es für die Nachwuchskräfte auch mahnende Worte. Berufstätige sollten zu keiner Zeit ihre eigene Beschäftigungsfähigkeit aus den Augen verlieren, sagte Gastrednerin Prof. Dr. Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) der Hochschule Ludwigshafen. Dabei sei zunächst einmal der Einzelne gefordert, sich kontinuierlich an die neuen beruflichen Anforderungen anzupassen und darüber hinaus das Thema Weiterbildung nicht zu vernachlässigen.

Denn die Zeiten haben sich geändert. Sei Beschäftigungsfähigkeit bislang Basis für den beruflichen Aufstieg gewesen, sei sie künftig notwendig, um den beruflichen Abstieg zu verhindern. "Der Bedarf an Fachkräften wird steigen, nicht an Arbeitskräften", warnte Rump. Und sie ermunterte die Teilnehmer, ihren eigenen Vermögenswert zu berechnen. Denn bei der Beschäftigungsfähigkeit handele es sich um nichts anderes als ebendiesen. Selbst bei einem Jahresbruttogehalt von 30.000 Euro und einer Lebensarbeitszeit von 45 Jahren kommt dabei ein Wert an Wissen und Kompetenzen von 1,35 Mio. Euro heraus. "Jeder von uns hier ist ein Millionenvermögen", sagte Rump. Ein Satz, über den viele sicherlich noch nachdenken werden. Doch wie würden viele mit diesem Wert, mit sich selbst, umgehen? Oftmals sei der Umgang mit den eigenen Ressourcen eher zufällig, fast willkürlich, sagte die Personalexpertin. Damit sollte Schluss sein. "Machen Sie einmal im Jahr eine persönliche Standortbestimmung!", riet Rump. "Denn Sie sind Ihr größter Unternehmenswert."

Sonja Smalian

Kemper spendiert 1,5 Mio. Euro

Gerhard K. Kemper während der Feierstunde zur Vorstellung der Kemper-Stiftung an der HAWK Holzminden.

Gerhard K. Kemper während der Feierstunde zur Vorstellung der Kemper-Stiftung an der HAWK Holzminden.

Bild: HAWK Holzminden

Karriere02.04.2015
Gerhard K. Kemper hat eine Stiftung für Immobilienlehre und -forschung an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Holzminden gegründet. Dafür stiftete er 1,5 Mio. Euro. ... 

Gerhard K. Kemper hat eine Stiftung für Immobilienlehre und -forschung an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Holzminden gegründet. Dafür stiftete er 1,5 Mio. Euro.

Die Kemper-Stiftung für Immobilienlehre und -forschung hat Gerhard K. Kemper an der HAWK Holzminden ins Leben gerufen. Der Experte für Einzelhandelsimmobilien stellte dafür 1,5 Mio. Euro aus seinem Privatvermögen bereit. Kemper übernimmt den Vorsitz im Stiftungsvorstand, dem auch die beiden HAWK-Professoren Rainer Vahland und Jens Oeljeschlager angehören.

Geld könne man ausgeben, vererben oder wohltätigen Zwecken zuführen, sagt Kemper. "Aber eine Stiftung hat etwas sehr Nachhaltiges. Im besten Sinne ist es ein Perpetuum mobile." Aus diesem Grund habe er sich für diese Form des Engagements entschieden. Gefördert werden sollen u.a. Abschlussarbeiten, Exkursionen, Auslandssemester und Forschungsprojekte von Studenten und anderen Angehörigen der HAWK, die einen direkten Bezug zu dem immobilienwirtschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengang haben.

Kemper lehrt seit 2009 zu Themen wie Einzelhandelsimmobilien in Ia-Lagen und Shoppingcentern an der HAWK. Vor Aufnahme der Dozententätigkeit schaute er sich in der deutschen Hochschullandschaft um. Holzminden habe ihm am besten gefallen. "Hier weht ein Geist der Neugierde", schwärmt Kemper. Die HAWK sei eine besondere Ausbildungsstätte mit einer großen Tradition, die bis ins Jahr 1831 zurückführe, so der 64-Jährige. Im Wintersemester 2014/15 schrieben sich 225 Studierende in dem immobilienwirtschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengang neu ein. Gemessen an dieser Zahl ist die HAWK nach eigenen Angaben der größte Hochschulstandort für das immobilienwirtschaftliche Studium in Deutschland. "Wir sind Marktführer", sagt Kemper dazu, den die Hochschule 2012 zum Honorarprofessor ernannte.

Er sieht aber auch den Standortnachteil der Hochschule. Deswegen werde der Lehrplan durch viele Exkursionen ergänzt, u.a. nach London, Barcelona, Paris, New York und Warschau. Kemper selbst besuchte mit Teilnehmern seiner Vorlesung schon Shoppingcenter in Berlin, Frankfurt, Mailand und Istanbul. Ein besonderes Augenmerk der Stiftung soll deswegen auf der Förderung des internationalen Wissensaustauschs liegen.

Kemper hat fast 15 Jahre in den USA und Kanada gearbeitet, bevor er 1991 nach Deutschland zurückkehrte und ins Familienunternehmen einstieg. 2008 verkaufte er das auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Maklerhaus Kemper's an JLL. Heute führt er sein Beratungsunternehmen Geka Kemper und gehört dem Vorstand der Royal Institution of Chartered Surveyors in Deutschland an. Die Kemper-Stiftung nimmt im Wintersemester 2015/16 ihre Fördertätigkeit auf. Projektbewerbungen sind bis zum 31. August 2015 möglich. "Ich bin gespannt, was wir für Anträge erhalten werden."

Sonja Smalian

Gefma verleiht sieben Förderpreise

Die Preisträger des Jahres 2015.

Die Preisträger des Jahres 2015.

Bild: sma

Karriere02.04.2015
Sonja Smalian

Mehr Ingenieur und weniger Kaufmann

Gerade beim Thema Energieeinsparung sind Facility-Manager gefragt. Neben der passenden Technik ist dafür die richtige Steuerung der Prozesse nötig.

Gerade beim Thema Energieeinsparung sind Facility-Manager gefragt. Neben der passenden Technik ist dafür die richtige Steuerung der Prozesse nötig.

Bild: Wisag Industrie Service Holding

Karriere26.03.2015
Die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) hat ihren dualen Bachelorstudiengang BWL mit Vertiefungsrichtung Facility-Management durch einen dualen Studiengang Technisches ... 

Die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) hat ihren dualen Bachelorstudiengang BWL mit Vertiefungsrichtung Facility-Management durch einen dualen Studiengang Technisches Facility-Management ersetzt. Das neue Angebot beginnt zum Wintersemester 2015/16. Warum künftige Facility-Manager mehr technisches Know-how benötigen, erklärt die Fachleiterin Prof. Dr. Andrea Pelzeter im Interview.

Immobilien Zeitung: Frau Pelzeter, Sie haben gerade den Aufbau des dualen Bachelorstudiengangs Technisches Facility-Management entworfen. Der Berliner Senat hat Ihr Konzept vor wenigen Tagen abgesegnet. Warum haben Sie den Fokus vom kaufmännischen zu technischem Wissen verschoben?

Andrea Pelzeter: Der Wunsch wurde von unseren Praxispartnern an mich herangetragen. Sie haben größere Schwierigkeiten damit, Ingenieure zu rekrutieren als Kaufleute mit FM-Wissen.

IZ: Warum braucht die Branche wieder mehr Techniker?

Pelzeter: Bis 2050 müssen die Gebäude in Deutschland klimaneutral sein und schon ab 2019 ist die öffentliche Hand verpflichtet, nur noch Neubauten nach dem Niedrigstenergiegebäudestandard zu errichten. Wir verfügen über die Technik, um auch noch das letzte bisschen Energie beim Bewirtschaften von Gebäuden einzusparen. Doch gerade die letzten 10% sind die schwersten. Neben der Passivhaustechnik braucht es dafür auch unheimlich viel Prozesssteuerung. Das ist eine klassische FM-Aufgabe. Genau darauf habe ich meinen neuen Studiengang ausgerichtet.

IZ: Was lernen die Studenten also?

Pelzeter: Sie lernen, nachhaltig zu wirtschaften. Bei kaum einem anderen Thema sind die ökonomischen und die ökologischen Aspekte so eng verknüpft wie beim Thema Energie. Deswegen gibt es einen Schwerpunkt im Bereich Energiemanagement. Die Technik in diesem Bereich verbessert sich jedes Jahr, sodass sich regelmäßig etwa 3% Energie einsparen lassen. Energiemanager verdienen ihr Gehalt also ganz locker selbst.

IZ: Was steht noch auf dem Lehrplan?

Pelzeter: Wir wollen einen Querschnitt-Ingenieur ausbilden, der sich auch mit den Themen Heizung, Sanitär, Lüftung und Elektro auskennt. Module zur Bautechnik und zum Bauprojektmanagement gibt es ebenfalls sowie zum Betreiberkonzept. Es geht uns darum, dass z.B. bei Umbauten auch die Feinjustierung der Technik gelingt, damit sie wie geplant funktioniert. Außerdem sollen die Studenten auch Synergien zu infrastrukturellen FM-Dienstleistungen erkennen können. Insgesamt machen die ingenieurwissenschaftlichen Module etwa 60% des Lehrstoffs aus.

IZ: Und damit deutlich mehr als in dem bisherigen Studiengang. Damals zählten etwa 70% der Module zum Bereich allgemeine Betriebswirtschaft und etwa 30% zur Vertiefungsrichtung Facility-Management. Nun ist es fast umgekehrt. Der Kurswechsel lässt sich auch am Abschluss ablesen: Früher vergaben Sie einen Bachelor of Arts, künftig wird es der Bachelor of Engineering sein.

Pelzeter: Genau, doch die Betriebswirtschaftslehre spielt ebenfalls noch eine Rolle. Denn die Absolventen müssen berechnen können, ob sich beispielsweise eine Fotovoltaikanlage lohnt. Alle Ressourcen, die im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung von Gebäuden verbraucht werden, haben direkt oder indirekt mit der Arbeit von Facility-Managern zu tun. Das fängt bei der Energieversorgung und -gewinnung an und reicht bis zum Urban Mining, also der technischen Rückgewinnung von Wertstoffen beispielsweise bei der Laptopentsorgung. Facility-Manager sind die modernen Ressourcen-Dirigenten und steuern die vernetzten Prozesse im Gebäude. Die goldene Zukunft des FM hat meiner Meinung nach gerade erst begonnen.

IZ: Doch diese Entwicklung wird zumindest von der Öffentlichkeit bislang kaum wahrgenommen. Die Branche hat immer noch mit dem Stereotyp vom Hausmeister zu kämpfen.

Pelzeter: Das stimmt. Ich glaube, es müssen neue Geschichten erzählt werden, auch in der Presse. Geschichten, die erklären, wie ein Null-Energie-Haus entsteht.

"Energiemanager verdienen ihr Gehalt ganz locker selbst."
IZ: Und wie entsteht es?

Pelzeter: Ein Null-Energie-Haus ist nur durch ganz viel Kommunikation mit dem Nutzer, viele technische Innovationen und differenzierte Steuerung möglich. Oder nehmen Sie die intelligenten Stromnetze, sogenannte Smart Grids, die ganz neue Möglichkeiten zur lokalen und regionalen Selbstversorgung bieten. Künftig ziehen wir in Städten vielleicht die Tomaten auf dem Dach, wer weiß?

IZ: Das klingt noch nach Zukunftsmusik.

Pelzeter: Ich würde Smart Grids gerne mit einer Forschungskooperation untersuchen. Was bedeutet es praktisch, den Verbrauch von CO2 zu reduzieren? Und was brauchen wir dafür?

IZ: Sie sind studierte Architektin und wurden für Ihre Doktorarbeit zu den Lebenszykluskosten von Immobilien mit einem der Gefma-Förderpreise ausgezeichnet, die jetzt gerade auf der FM-Messe wieder verliehen wurden. Was raten Sie jungen Menschen, die ein Thema für ihre Abschlussarbeit suchen?

Pelzeter: Ich vermisse bisweilen das Innovative. Ich finde, die Studenten könnten häufiger noch kreativer sein. Kreativität ist nicht bunt, sondern frei von Kastendenken. In unserem neuen Studiengang versuchen wir, die Studenten durch zwei Studienprojekte, die so umfangreich wie die Bachelorarbeit sind, an eine vernetzte und ingenieurwissenschaftliche Herangehensweise heranzuführen. Wir wollen ihnen den Impuls geben, vom Preisdrücker innerhalb eines Unternehmens zum Nachhaltigkeitstreiber zu avancieren.

IZ: Frau Pelzeter, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sonja Smalian.

Sonja Smalian

Ständige Erreichbarkeit kann der Arbeitgeber nicht verlangen

Müssen Angestellte ständig erreichbar sein? Die Antwort lautet nein, denn sie haben ein Anrecht auf Pausen und Ruhezeiten. Sind sie krank, sind sie auch nicht verpflichtet, den Anruf des Chefs auf dem Firmenhandy entgegenzunehmen.

Müssen Angestellte ständig erreichbar sein? Die Antwort lautet nein, denn sie haben ein Anrecht auf Pausen und Ruhezeiten. Sind sie krank, sind sie auch nicht verpflichtet, den Anruf des Chefs auf dem Firmenhandy entgegenzunehmen.

Bild: BilderBox.com

Karriere19.03.2015
Gute Erreichbarkeit - in der Immobilienbranche ist das einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren. Für Angestellte heißt das freilich nicht, dass sie an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden täglich ... 

Gute Erreichbarkeit - in der Immobilienbranche ist das einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren. Für Angestellte heißt das freilich nicht, dass sie an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden täglich verfügbar sein müssen, weder für den Chef noch für die Kunden. Christina Mitsch, Fachanwältin für Arbeitsrecht in der Kanzlei Thümmel Schütze & Partner, Berlin, erklärt, ob zum Beispiel abendliche Telefonate zur Arbeitszeit gehören.

Immobilien Zeitung: Das Bundesverwaltungsgericht hat im vergangenen Jahr die Sonn- und Feiertagsarbeit unter anderem in Videotheken und Callcentern verboten. Ist es Angestellten in der Immobilienbranche rechtlich noch erlaubt, am Wochenende und an Feiertagen zu arbeiten?

Christina Mitsch: Der Samstag ist unproblematisch, er gilt als Werktag im Sinne des Arbeitszeitgesetzes. Sonn- und Feiertagsarbeit hingegen ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Neben den gesetzlichen Ausnahmen u.a. für das Rettungswesen dürfen jedoch die Landesregierungen Verbotsausnahmen in solchen Bereichen zulassen, in denen eine "Beschäftigung zur Befriedigung täglicher oder an diesen Tagen besonders hervortretender Bedürfnisse der Bevölkerung erforderlich ist". Auf dem Prüfstand des Bundesverwaltungsgerichts stand die hessische Bedarfsgewerbeverordnung, die das Gericht in Teilen für nichtig erklärte. Nicht beanstandet hat das Gericht die in der Verordnung vorgesehene Ausnahme für das Immobiliengewerbe, die "für die Begleitung und Beratung von Kunden bei Besichtigung von Häusern und Wohnungen" gilt. Damit dürften auch inhaltlich entsprechende Regelungen in den Bedarfsgewerbeverordnungen der meisten Bundesländer in Zukunft Bestand haben.

IZ: Was müssen Arbeitgeber auch bei zulässiger Wochenend- und Feiertagsarbeit beachten?

Mitsch: Von der Ausnahme zur Sonn- und Feiertagsarbeit in der Immobilienbranche erfasst werden nur die Einsätze von Arbeitnehmern bei Objektbesichtigungen, nicht aber sonstige Tätigkeiten wie etwa in der Buchhaltung. Je nach Bundesland erlauben die Bedarfsgewerbeverordnungen, dass die Begleitung und Beratung an Sonn- und Feiertagen zwischen vier und sechs Stunden umfassen darf. Ausdrücklich in den Verordnungen benannte Feiertage wie Ostern, Karfreitag oder Weihnachten sind zudem von der Ausnahmeregelung ausgenommen. Generell ist auch bei erlaubter Wochenend- und Feiertagsarbeit zu beachten, dass die nach dem Arbeitszeitgesetz vorgegebene Höchstarbeitszeit sowie das mit den Mitarbeitern (tarif-)vertraglich Vereinbarte, etwa zur Anzahl der Wochenstunden sowie zur Anordnung von Überstunden, eingehalten werden. Ist vertraglich nichts Anderweitiges geregelt, kann der Chef im Rahmen der vereinbarten Arbeitszeit kraft Direktionsrecht bestimmen, wann die Arbeit täglich beginnt und endet und wie sie auf die Wochentage verteilt wird. Dabei hat er zwingend auch die Interessen seines Mitarbeiters angemessen zu berücksichtigen.

IZ: Gehört die Teilnahme an Messen zur Arbeitszeit? Was ist mit den Fahrten dorthin?

Mitsch: Die Stunden, die ein Mitarbeiter im Auftrag des Arbeitgebers auf Messen verbringt, gehören grundsätzlich zur Arbeitszeit. Das gilt auch, wenn er die ganze Zeit am Stand steht und kein einziger Kunde kommt. Für die Anreise ist unter anderem maßgeblich, wie der Weg zurücklegt wird. Ordnet der Chef zum Beispiel an, dass der Dienstwagen benutzt werden muss, wird die Fahrt wohl als Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes zu werten sein. Auch wenn dies vom Bundesarbeitsgericht noch nicht ausdrücklich entschieden wurde. Das Gleiche gilt, wenn dem Mitarbeiter die Wahl des Verkehrsmittels zwar freisteht, aber erwartet wird, dass er unterwegs etwa im Flieger oder Zug arbeitet. Kann es sich der Angestellte aber aussuchen, ob er während der Zugreise schläft oder döst, zählt die Fahrtzeit nicht zur Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes. Von Bedeutung ist dies für die Einhaltung der täglich zulässigen Höchstarbeitszeit, die bei der Berücksichtigung gesetzlicher Ausgleichszeiten bei zehn Stunden pro Tag liegt. Manchmal dürften die Arbeitnehmer schon nicht mehr von der Messe nach Hause fahren, weil sie den Dienstwagen benutzen müssen und schon zehn Stunden gearbeitet haben.

IZ: Zählen am Abend oder am Wochenende geführte dienstliche Telefonate ebenfalls zur Arbeitszeit?

Mitsch: Wenn der Arbeitgeber verlangt, dass sich der Angestellte während einer vereinbarten Telefonbereitschaft außerhalb der üblichen Arbeitszeit an einem bestimmten Ort aufhalten muss - z.B. im Maklerbüro oder zuhause -, handelt es sich um sogenannten Bereitschaftsdienst, der in vollem Umfang zur Arbeitszeit zählt. Ist es dem Mitarbeiter freigestellt, wo er sich in der Bereitschaftszeit aufhält, ist dies rechtlich Rufbereitschaft, die so lange keine Arbeitszeit darstellt, bis kein konkreter Arbeitseinsatz erfolgt. Die Rufbereitschaft ist - beispielweise mit einer Pauschale - grundsätzlich angemessen zu vergüten, wenn dies auch in geringerer Höhe erfolgen kann als die Arbeitszeit. Sobald allerdings ein Anruf kommt oder Mails beantwortet werden, handelt es sich um voll vergütungspflichtige Arbeitszeit.

IZ: Darf der Chef verlangen, dass der Mitarbeiter sein Privattelefon oder seinen privaten E-Mail-Account für dienstliche Zwecke zur Verfügung stellt?

Mitsch: Nein, ohne Einverständnis des Arbeitnehmers kann der Arbeitgeber eine solche Nutzung der privaten technischen Ausstattung des Arbeitnehmers, egal ob Privathandy, -telefon oder privaten E-Mail-Account, nicht einfordern. Wünscht der Arbeitgeber die mobile Erreichbarkeit seines Mitarbeiters, so muss er notfalls ein Firmenhandy und/oder einen Firmen-PC mit entsprechender E-Mail-Erreichbarkeit zur Verfügung stellen.

IZ: Muss man immer rangehen, wenn der Chef auf dem Firmenhandy anruft?

Mitsch: Ja, wenn der Anruf innerhalb der üblichen Arbeitszeit eingeht. Will der Arbeitgeber außerhalb dieser Zeiten telefonieren, ist der Mitarbeiter nicht verpflichtet abzunehmen - es sei denn, es war anders vereinbart. Ist der Arbeitnehmer krank, dann muss er grundsätzlich keine Anrufe oder Mails beantworten.

IZ: Frau Mitsch, danke für das Gespräch.

Das Interview führte Julia Frisch, Journalistin aus Berlin.

Nicht immer auf Empfang

Ob im Büro, Biergarten oder auf der Toilette: Dank Handy, Tablet und Co. sind Firmenmitarbeiter überall erreichbar. Manche Angestellte "schalten" tatsächlich auf dauerhaften Stand-by-Modus - auch wenn sie rein rechtlich gar nicht dazu verpflichtet sind und auch nicht dazu verdonnert werden können. "Sechs Tage sollst du arbeiten, am siebten Tag sollst du ruhen", heißt es im Alten Testament. Doch viele Arbeitnehmer finden weder an einem Sonntag noch am Abend richtig Ruhe vor beruflicher Mail-Korrespondenz. Selbst im Urlaub schaffen es manche nicht, die Finger vom Handy oder Computer zu lassen. Vor zwei Jahren vereinbarte deswegen der Autohersteller Daimler (recht medienwirksam) mit dem Betriebsrat, dass die Mitarbeiter während der Urlaubszeit alle eingehenden Mails löschen lassen können. Die Angestellten sollen sich während der Ferien erholen und nicht arbeiten, lautete die Begründung des Konzerns. Ähnliches, allerdings im kleineren Format, wagte im vergangenen Jahr der Immobilienkonzern Corpus Sireo: Über das Osterwochenende wurde die Push-Funktion des E-Mail-Servers abgeschaltet, "um ein Zeichen zu setzen", so Bernd Wieberneit, Chief Administrative Officer bei Corpus Sireo und verantwortlich für Human Resources und Legal Affairs. "Von Karfreitag bis Ostersonntag wurden keine E-Mails zugestellt. Geschadet hat dies keinesfalls", sagt Wieberneit. Für dieses Jahr ist eine solche Aktion allerdings noch nicht vorgesehen. Der Konzern "ermutigt" nach eigenen Angaben seine Mitarbeiter zu einer gesunden Work-Life-Balance. "Die Erreichbarkeit nach Ende der Kernarbeitszeit wird per se nicht erwartet", betont Wieberneit. Letztlich entscheide aber jeder Mitarbeiter selbst, ob er nach Feierabend noch E-Mails liest und hierauf reagiert. Ähnlich handhaben andere Unternehmen in der Immobilienbranche das Problem der ständigen Erreichbarkeit. Bei Dr. Lübke & Kelber etwa ist man sich bewusst, dass die digitalen Möglichkeiten die Erwartungshaltung erhöht haben, "wann man eine Reaktion auf eine Anfrage erhalten möchte". Innerhalb der regulären Arbeitszeit sollen die Mitarbeiter möglichst am gleichen Tag antworten. Ansonsten "überlassen wir es den Mitarbeitern generell eigenverantwortlich, ob sie ihre Mails auch am Abend oder Wochenende lesen und beantworten möchten", sagt Prokuristin Sabine Erlemann. Um die Bedeutung einer gesunden Work-Life-Balance wissen auch die Verantwortlichen bei JLL. Die Mehrheit der Mitarbeiter besitzt ein Firmenhandy. Gerade deshalb "legen wir aber großen Wert darauf, dass sich keinesfalls eine grundsätzliche Erwartungshaltung durchsetzt, die eine Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit vorsehen könnte", sagt Izabela Danner, Head of Human Resources bei JLL. In der Tat ist es manchmal die unterschwellige Erwartungshaltung des Chefs, die dazu führt, dass Arbeitnehmer abends oder am Wochenende nicht abschalten können. Freilich gibt es auch übereifrige Mitarbeiter, die von sich aus ständig die beruflichen Mails checken. Was solche Angestellten für Arbeitgeber bedeuten, erklärt Christina Mitsch, Fachanwältin für Arbeitsrecht in der Kanzlei Thümmel Schütze & Partner in Berlin: "Wenn der Arbeitgeber nicht weiß, dass sein Mitarbeiter am Sonntagabend nach dem Kinobesuch die Mails kontrolliert, um seine Freundin von seiner beruflichen Unersetzlichkeit zu überzeugen, und hat er ihm dies auch nicht vorgegeben, dann fällt das nicht unter Arbeitszeit. Hat er aber Kenntnis vom Eifer, weil er zum Beispiel in "cc" gesetzt wird, und duldet er dies nachhaltig oder erwartet es nach einiger Zeit sogar, dann gehört das Mail-Checken zur Arbeitszeit mit der Folge, dass eine Vergütung gezahlt werden muss." Die Autorin: Julia Frisch ist Journalistin in Berlin.

Julia Frisch

Mandate statt Köpfe - Personalberater auf der Mipim

Auch ungeplant ergeben sich auf der Mipim interessante Kontakte. Aber viele Personalberater steuern ganz gezielt Cannes an.

Auch ungeplant ergeben sich auf der Mipim interessante Kontakte. Aber viele Personalberater steuern ganz gezielt Cannes an.

Bild: Reed Midem

Karriere12.03.2015
Sie haben keinen eigenen Stand, aber auch sie sind auf der Immobilienmesse in Cannes präsent: die Personalberater. Sie treffen sich dort mit ihren Auftraggebern, den Unternehmen. ... 

Sie haben keinen eigenen Stand, aber auch sie sind auf der Immobilienmesse in Cannes präsent: die Personalberater. Sie treffen sich dort mit ihren Auftraggebern, den Unternehmen. Gespräche mit Kandidaten führen sie nur in Ausnahmefällen.

Auf der Messe am Mittelmeer suchen die Personalberater nicht nach Köpfen, sondern nach Mandaten. Vorstände, Geschäftsführer, Firmengründer und Abteilungsleiter sind dann vor allem ihre Gesprächspartner. Die entspannte Atmosphäre führe zu produktiveren Meetings, sagt Daniel M. Bauer, Associate Director von Cobalt Recruitment Deutschland. Die Gesprächspartner würden sich dort mehr Zeit nehmen. Der Leiter der Frankfurter Cobalt-Niederlassung fährt seit 2009 regelmäßig zur Mipim. Auf dem Branchenevent kann er sich einen Überblick verschaffen, welche Unternehmen ein Engagement in Deutschland planen, wie die verschiedenen Akteure den Markt beurteilen und welche Qualifikationen künftig wahrscheinlich nachgefragt werden.

Auch Sabine Märten nutzt die Messe für einen Austausch über die künftige Marktentwicklung und die Besetzungsnöte der Unternehmen. Seit zehn Jahren ist sie in Cannes präsent. Sie schätzt an der Messe, dass sich dort auch ungeplant immer wieder interessante Kontakte ergeben.

"Die Mipim ist eine intimere und komprimiertere Messe als die Expo Real", sagt Thomas Flohr, Geschäftsführer von Bernd Heuer & Partner Human Resources. Der Personalberater kann fast schon als Mipim-Veteran bezeichnet werden. Er ist in diesem Jahr zum 18. Mal dabei. Zur Mipim fährt Flohr, um dort deutsche, aber auch internationale Entscheider zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. In den Gesprächen geht es nur um Positionen der ersten Führungsebene, also Geschäftsführer- oder Vorstandsposten. Flohr trifft sich auch mit einigen wenigen Kandidaten, die für solche Positionen infrage kommen. Doch die Gespräche sind im Voraus vereinbart und der Fokus liegt vor allem auf Akquisition und Kontaktpflege.

Für Kandidatengespräche nehmen sich die Personalberater in Deutschland wieder Zeit. Denn während der Messe gibt es für sie kaum Verschnaufpausen. Jeder Cobalt-Berater, so Bauer, habe zehn Meetings pro Tag.

Sonja Smalian

Donnerstag ist Karrieretag

Der FM-Karrieretag bietet von 10 bis 13 Uhr Informationen zu Berufschancen.

Der FM-Karrieretag bietet von 10 bis 13 Uhr Informationen zu Berufschancen.

Bild: sma

Karriere12.03.2015
Am dritten Messetag dreht sich auf der Bühne alles um das Thema Karriere im FM. Qualifikationsmöglichkeiten, Tipps für den Berufsweg, die Verleihung der Gefma-Förderpreise und ein Ausblick auf ... 

Am dritten Messetag dreht sich auf der Bühne alles um das Thema Karriere im FM. Qualifikationsmöglichkeiten, Tipps für den Berufsweg, die Verleihung der Gefma-Förderpreise und ein Ausblick auf die Trends in der Arbeitswelt stehen dann auf dem Programm.

Jeder zehnte Erwerbstätige in Deutschland macht "irgendwas mit FM". Diese Zahl könnte sich sogar noch erhöhen, denn die Unternehmen suchen Mitarbeiter: 60% der befragten FM-Unternehmen planten, ihren Personalbestand bis zum Frühjahr 2015 zu erhöhen. Das ergab die Umfrage zur IZ-Joboffensive im vergangenen Jahr.

Die Ein- und Aufstiegschancen im FM haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich entwickelt. Von der Servicekraft über den Fachwirt bis zu Zertifikatsstudiengängen sowie fachspezifischen Bachelor- und Masterstudiengängen reichen die Qualifikationsmöglichkeiten, wie Gefma-Vorstand für Bildung und Wissen, Markus Lehmann, anhand der Gefma-Bildungspyramide auf dem Karrieretag zeigen wird. Neu hinzukommen soll noch ein eigenständiger FM-Ausbildungsberuf.

Dass für ein solches Angebot ein Bedarf in der Branche besteht, zeigt eine aktuelle Umfrage der Gefma: 83% der insgesamt 198 Befragungsteilnehmer bewerten die Einführung eines eigenen Ausbildungsberufs für die Branche als sehr wichtig bzw. wichtig. Dabei legen die Unternehmen neben grundlegenden FM-Kenntnissen besonderen Wert auf Serviceorientierung und Kommunikationsfähigkeiten, auf Kenntnisse zum fachübergreifenden und lebenszyklusorientierten Objektbetrieb sowie kaufmännisches Wissen. Die Arbeitsgruppe sei seit dem vergangenen Jahr gut vorangekommen, sagt Lehmann. Derzeit würden u.a. Gespräche mit der IHK und Verbänden geführt. Im Idealfall könnten die ersten jungen Menschen 2017 mit der Ausbildung beginnen

Der FM-Karrieretag demonstriert auch, wie vielfältig die Themen und Aufgaben der Branche sind: Drei FM-Profis, die in der Beratung, der Objektleitung und der Industriedienstleistung tätig sind, gewähren Einblicke in ihren Berufsalltag.

Gerade in der deutschen Hochschullandschaft hat sich in den vergangenen 15 Jahren viel getan: Elf Bachelor- und acht Masterstudiengänge FM, die rund 2.500 Studienplätze zählen, werden von 15 Hochschulen angeboten. Absolventen dieser und verwandter Studiengänge können sich mit ihren Abschlussarbeiten für die Gefma-Förderpreise bewerben, die in sechs Kategorien vergeben werden. Von nachhaltigem Immobilien-Portfoliomanagement bis hin zu Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality im Instandhaltungsmanagement reichte die Bandbreite der ausgezeichneten Themen 2014.

Einen Ausblick in die Zukunft wagt auch Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen. Unverändert sei die demografische Entwicklung ein Megatrend in der Arbeitswelt. "Deutschland hat die größte Alterungsgeschwindigkeit auf der ganzen Welt", sagt Rump. Bis zum Jahr 2030 würden viele der geburtenstarken Jahrgänge, also der sogenannten Baby-Boomer-Generation, in den Ruhestand gehen. Angesichts dieser Entwicklung prophezeit die Forscherin künftig eine längere Lebensarbeitszeit.

Sonja Smalian

Reale Projekte, reale Menschen

Karriere12.03.2015
Nachhaltigkeitsmanagement lernen die FM-Studenten der htw Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin "on the job". Professorin Regina Zeitner führt mit ihnen seit 2011 Non-Profit-Projekte ... 

Nachhaltigkeitsmanagement lernen die FM-Studenten der htw Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin "on the job". Professorin Regina Zeitner führt mit ihnen seit 2011 Non-Profit-Projekte durch.

Immobilien Zeitung: Frau Zeitner, seit 2011 arbeiten Sie mit Ihren Masterstudenten im Fach Facility-Management in Non-Profit-Projekten mit. Warum haben Sie sich für das Ehrenamt als Lehrform entschieden?

Regina Zeitner: Weil ich etwas positiv verändern wollte. Zudem möchte ich mit meinen Studenten etwas realisieren und nicht nur Konzepte entwickeln, die vielleicht nie umgesetzt werden.

IZ: Zu ihren Projektpartnern zählten bislang der Kinderbauernhof Pinke-Panke, die Moabiter Grundschule, das Quartiersmanagement Moabit-Ost und die Berliner Stadtmission. Wie wurden Sie auf die Einrichtungen aufmerksam?

Zeitner: Bislang haben uns persönliche Kontakte oder Interessen zu unseren Kooperationspartnern geführt. Inzwischen entwickeln sich durch die vollendeten Projekte weitere Optionen.

IZ: Was sind das für welche?

Zeitner: Ein Projektpartner setzt bereits Werkstudenten von uns ein und die ersten gemeinsamen Masterarbeiten laufen. Die Studenten führen die Non-Profit-Arbeit auch im zweiten Semester in der Vorlesung Pilotprojekte eigenständig weiter.

IZ: Ihre Studenten haben bei den Projektpartnern Gründächer bepflanzt, Betriebskosten optimiert, Prozesshandbücher erstellt, den Umgang mit Leerstand thematisiert und einen Baum gepflanzt. Das klingt nach viel Arbeit.

Zeitner: Ist es auch, aber die Ergebnisse machen das wett. Die Studenten müssen in realen Projekten mit realen Menschen umgehen lernen. Das zeigt ihnen, wo sie stehen und dass sie selbst etwas verändern können.

IZ: Frau Zeitner, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sonja Smalian.

Sonja Smalian