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Wenn der liebe Kollege am Schreibtisch gegenüber nervt

Laute Privatgespräche zählen zu den zehn am häufigsten genannten Sünden im Büro und können die Arbeit ganz schön vermiesen.

Laute Privatgespräche zählen zu den zehn am häufigsten genannten Sünden im Büro und können die Arbeit ganz schön vermiesen.

Bild: DragonImages/Fotolia.com

Karriere12.03.2015
Durchschnittlich mehr als 1.800 Stunden verbringen Angestellte pro Jahr im Büro. Da kann es schon mal zu Konflikten um die Sitzordnung kommen. Bevor der Nachbarschaftsstreit eskaliert, sollten ... 

Durchschnittlich mehr als 1.800 Stunden verbringen Angestellte pro Jahr im Büro. Da kann es schon mal zu Konflikten um die Sitzordnung kommen. Bevor der Nachbarschaftsstreit eskaliert, sollten die Betroffenen das offene Gespräch suchen. Denn prinzipiell bestimmt der Arbeitgeber, wer mit wem Schreibtisch an Schreibtisch sitzt.

Nach rund einem halben Jahr im neuen Großraumbüro platzte Verena Schmidt (Name von der Redaktion geändert) der Kragen: Sie stürmte zu ihrem Bereichsleiter und schleuderte ihm ein entnervtes "Ich verklage euch!" an den Kopf. Grund für den Gefühlsausbruch der Endfünfzigerin war ihre neue Sitzplatzsituation. Nach einem Umzug in ein neues Gebäude fand sich Schmidt im Großraumbüro wieder, obwohl die Anwältin bislang immer in einem Einzelbüro gesessen hatte. Konzentriertes Arbeiten an Anträgen war für sie kaum mehr möglich. Ihre Schreibtischnachbarin, mit Reiseplanung beschäftigt, telefonierte den ganzen Tag. Schmidt besorgte sich Ohrstöpsel. Sie selbst sprach fast nur noch im Flüsterton am Telefon. Öffnete jemand ein Fenster des Büros, schaltete sich automatisch die Heizung ab. Schmidt stellte einen Heizlüfter neben ihrem Schreibtisch auf, bevor sie endlich mit dem Bereichsleiter sprach. Der ließ sofort einige Besprechungsräume zu Zweierbüros umbauen - Schmidt saß fortan etwas geschützter.

"Das Zuweisen eines Arbeitsplatzes gehört zu den Weisungsbefugnissen des Arbeitgebers", erklärt Heike Kroll, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Geschäftsführerin des Verbands Die Führungskräfte. Theoretisch ließen sich Angaben zu Größe, Art und Lage des Arbeitsplatzes im Arbeitsvertrag festhalten. Dann wäre das Weisungsrecht durch diese vertragliche Konkretisierung stark eingeschränkt. Doch weniger als 1% der Arbeitsverträge würden entsprechende Klauseln enthalten, sagt Kroll. Weist der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern neue Plätze zu, ist er dabei nicht völlig frei. "Der Arbeitgeber darf gleichwertige Umsetzungen vornehmen", sagt Kroll, "also von einem Einzelbüro in ein anderes Einzelbüro." Bei der Versetzung von einem Einzelbüro in ein Großraumbüro sehe es hingegen schon anders aus. Hierfür müssten betriebsbedingte oder organisatorische Gründe vorliegen. Dazu zähle, dass der Vertrieb komplett in einem Großraumbüro zusammengefasst werden soll. Oder, dass der Nachfolger des Geschäftsführers übergangsweise ein Einzelbüro braucht, bis er das seines Vorgängers beziehen kann. Sind alle Büros besetzt, dann könne ein Mitarbeiter angewiesen werden, seines für den designierten Nachfolger zu räumen, sagt Kroll.

Unzulässig sind hingegen Mobbing und Willkür bei der Arbeitsplatzvergabe. Haben beispielsweise alle Abteilungsleiter eine Sekretärin und ein Einzelbüro, dann gehöre diese Ausstattung zum sogenannten "Umfeld der Position", erläutert Anwältin Kroll. "Wird der Abteilungsleiter plötzlich vom Einzelbüro in ein Zweierbüro umgesetzt, ohne dass es einen nachvollziehbaren arbeitsorganisatorischen Grund dafür gibt, dann ist das nicht mehr durch das Weisungsrecht abgedeckt", sagt sie.

Wie wichtig eine gute Büroatmosphäre ist, um Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, zeigt auch eine Umfrage des Karriereportals Monster. 45% der Deutschen nennen eine gute Büroatmosphäre als attraktivsten Punkt für einen Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber. Eine innovative Bürogestaltung hingegen ist der am wenigsten wichtige Anziehungsfaktor, um sich nach einer neuen Arbeitsstelle umzuschauen.

Welche Mitarbeiter in welcher Form zusammensitzen, ist im beruflichen Alltag vor allem durch die Aufgaben bestimmt. Einige Funktionen eignen sich allein aus Gründen der Geheimhaltungspflicht nicht für ein Großraumbüro, wie z.B. die Personalabteilung. Bei DIC Asset hat eine Projektgruppe den Umzug in die neuen Büroräume im MainTor Primus ein Jahr lang vorbereitet. Das Unternehmen mit rund 130 Mitarbeitern setzt ganz auf Einzel-, Zweier- und Gruppenbüros mit bis zu vier Personen. Bei den Gruppenbüros stehen u.a. die Funktionen Abstimmung im Team, gute Koordination der Arbeiten und eine einfache Organisation der Vertretung im Vordergrund. "Welche Mitarbeiter zusammensitzen, haben die Vorgesetzten gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeitern festgelegt", berichtet Birgit Rüdiger, Leiterin Human Resources. Damit sich die Mitarbeiter in dem neuen Gebäude sofort zurechtfanden und schnell heimisch fühlten, gab es für jeden eine Willkommensbroschüre zum ersten Arbeitstag. Dort fanden sich u.a. Informationen zum Standort mit seinen Angeboten, aber auch zum Umgang mit der neuen Telefonanlage.

Bei Drees & Sommer hingegen ist das Arbeitsplatzkonzept je nach Standort verschieden. Während in Frankfurt Einzelbüros vorherrschten, gebe es auch Gebäude ohne feste Arbeitsplätze - außer für die Assistentinnen. Denn die müssten zuverlässig gefunden werden, sagt Friederike Schammann-Vogel, Leiterin Human Resources bei Drees & Sommer. Bei Konflikten um die Arbeitsplatzsituation gehe es meist um die Art der zu verrichtenden Arbeiten. Dabei müsse beachtet werden, dass sich die Bedürfnisse nicht zu stark unterscheiden. Betroffene Mitarbeiter sollten einander Feedback geben, beispielsweise zur Lautstärke beim Telefonieren. Manchmal könnten vielleicht auch technische Lösungen Abhilfe schaffen. Bei Problemen sollten Mitarbeiter ihre Führungskraft ansprechen, der eine wichtige Rolle zukommt. Denn nicht selten könnten Konflikte eine Rolle spielen, die mit der Sitzplatzanordnung gar nichts zu tun haben, sagt Schammann-Vogel. Lasse sich im Gespräch keine Lösung finden, müssten Kollegen auseinandergesetzt werden.

Auch Anwältin Kroll empfiehlt, den Schreibtischnachbarn zuerst persönlich anzusprechen. Wenn das nicht fruchtet, dann sollte ein sachliches Gespräch mit dem Vorgesetzten oder dem Betriebsrat geführt werden. Rauchende und trinkende Kollegen, unangenehme Gerüche, laute Privattelefonate oder gar Selbstgespräche zählen zu den zehn größten Sünden im Büro, wie eine Umfrage von Regus, dem Anbieter von Arbeitsplatzlösungen, zeigt. Um sich dagegen zu wehren, könnten Angestellte "über Bande spielen", sagt Kroll. Denn der Arbeitgeber ist laut § 618 des Bürgerlichen Gesetzbuchs dazu verpflichtet, Arbeitsräume so bereitzustellen, dass der Angestellte "gegen Gefahr für Leben und Gesundheit so weit geschützt ist, als die Natur der Dienstleistung es gestattet". Bei Querelen mit dem Schreibtischnachbarn könnte der Mitarbeiter also behaupten, dass er sich psychisch beeinträchtigt fühlt. Wie auch Verena Schmidt reichen die wenigsten tatsächlich Klage ein. Meistens würden Probleme "auf dem kleinen Dienstweg" geregelt, meint Kroll. "Ein kluger Arbeitgeber wird es sicherlich nicht auf eine Auseinandersetzung ankommen lassen."

Sonja Smalian

Do you speak Denglisch?

Auch wer nicht in der City von London arbeitet - ohne Englischkenntnisse geht es im internationalen Immobiliengeschäft nicht.

Auch wer nicht in der City von London arbeitet - ohne Englischkenntnisse geht es im internationalen Immobiliengeschäft nicht.

Bild: BilderBox.com

Karriere05.03.2015
Wer um Millionenprojekte auf internationalen Märkten verhandelt, sollte nicht zu schnell an seine sprachlichen Grenzen geraten. Ob die eigenen Englischkenntnisse für die nächste Telko, Messe ... 

Wer um Millionenprojekte auf internationalen Märkten verhandelt, sollte nicht zu schnell an seine sprachlichen Grenzen geraten. Ob die eigenen Englischkenntnisse für die nächste Telko, Messe oder Vertragsverhandlung ausreichend sind, müssen sich die Akteure selbst kritisch fragen. Denn regelmäßige Tests führen die Unternehmen meist nicht durch, dafür unterstützen sie mitunter beim Nachbessern.

Einer der schönsten Dialoge zu den Tücken der englischen Sprache stammt aus dem Filmklassiker Casablanca. Zur Vorbereitung auf ihre gemeinsame bevorstehende Auswanderung nach Amerika spricht Herr Leuchtag mit seiner Frau nur noch Englisch: "Liebchen, sweetness, what watch?" "Ten watch", antwortet sie. Worauf ihm entfährt: "Such much?" Nach dieser überraschenden Demonstration ihres Könnens sinniert der Kellner "You will get along beautifully in America." Doch fürs Sinnieren bleibt im Berufsalltag wenig Zeit. Wer sich also nicht sicher ist, ob sein Englisch für die nächste Telefonkonferenz mit Investoren, den Small Talk während der Mipim in Cannes oder aber das Akquisitionsgespräch genügt, der sollte rechtzeitig qualifiziertes Feedback einholen.

Es biete sich beispielsweise an, ein typisches Akquisitionsgespräch im Unternehmen im Vorhinein zu üben, sagt Alice Jovy, Englisch-Sprachtrainerin für Unternehmenskommunikation. Hierbei komme es nicht nur auf die richtigen fachspezifischen Vokabeln an, sondern auch auf ein überzeugendes und selbstsicheres Auftreten. Zudem seien die Gesprächspartner häufig selbst keine Muttersprachler, deswegen müssten die richtigen "real estate phrases" stimmen, sagt Jovy, die mehrere Sprachlehrbücher zu Real Estate Englisch verfasst hat.

Wie gut das Hörverständnis ist, lässt sich ganz einfach testen. Schauen Sie sich auf YouTube englischsprachige Filme von der Hauptversammlung eines Immobilienunternehmens an. Verstehen Sie alles? Im Netz finden sich zudem viele kostenlose Sprachtests. Doch deren Aussagekraft ist begrenzt. Was nütze es einem Mitarbeiter, wenn er als Ergebnis "B2" des europäischen Referenzrahmens erhalte, gibt Sprachtrainerin Gisela Vogt zu bedenken. Vogt ist Autorin der IZ-Kolumne Immobilien-Englisch (siehe "Emerging Trends 2015 - London, München oder Athen?"). Ihr Tipp lautete daher: Um in einer konkreten Situation zu reüssieren, sollten sich Gesprächspartner inhaltlich noch gründlicher auf das Gespräch vorbereiten als auf ein Gespräch auf Deutsch. Denn nur wer die Inhalte zu 150% parat habe, könne sich dann ganz auf die Sprache konzentrieren.

Unternehmen hingegen testen das Englisch ihrer Mitarbeiter nur bedingt. "Tests werden bei uns nicht flächendeckend oder regelmäßig vorgenommen", sagt Gabriele Rappensperger, Leiterin Personal bei der pbb Deutsche Pfandbriefbank. Doch das Unternehmen legt Wert darauf, dass die Mitarbeiter entsprechend ihres Aufgabengebiets neben allgemeinen Englischkenntnissen auch über Kenntnisse der immobilienspezifischen Fachsprache verfügen.

In 24 Ländermärkten agiert Union Investment Real Estate. Von Mitarbeitern in immobiliennahen Funktionen wie Fonds- oder Asset-Managern, Juristen oder Transaktionsmanagern werden ebenfalls immobilienspezifische Sprachkenntnisse erwartet und dass sie Vertragsverhandlungen auf Englisch führen können. Einen flächendeckenden Englischtest gibt es auch hier nicht. Teile des Vorstellungsgesprächs würden durchaus auf Englisch geführt, um das Sprachniveau zu prüfen, sagt Kai Johnson, Leiter Personal Hamburg bei Union Investment.

Bei jungen Berufseinsteigern und Young Professionals legen jedoch drei Viertel der Unternehmen großen Wert auf Englischkenntnisse, wie die Umfrage zur IZ-Joboffensive aus dem vergangenen Jahr zeigt. Nach Berufserfahrung, guten Abschlussnoten, Praktika belegen die Englischkenntnisse zusammen mit einem Hochschulabschluss Rang vier auf der Wunschliste der Arbeitgeber. Die Studenten ihrerseits sehen sich gut gerüstet: Quasi jeder der befragten 446 Studenten - mit einer Ausnahme - gibt an, Englisch zu sprechen. Jeder Zweite würde seine Kenntnisse als fließend bezeichnen, jeder Vierte sogar als verhandlungssicher.

Wer schon im Job steht und mehr Sprachsicherheit erwerben möchte, der sollte sich an seinen Arbeitgeber wenden. Die pbb bietet bedarfsabhängig Gruppen- und Einzelunterricht inhouse für ihre Mitarbeiter an. Die Kosten dafür trägt die Bank. Von den gut 800 Angestellten nahmen im vergangenen Jahr rund 80 an einer Sprachschulung teil, mitunter auch in anderen Fremdsprachen als in Englisch. Darüber hinaus gebe es auch Übungen "on-the-job" in Zusammenarbeit mit internationalen Kollegen, die englische Muttersprachler sind, sagt Personalleiterin Rappensperger.

Bei Union Investment sei der Vorgesetzte der erste Entwicklungscoach und damit Ansprechpartner für den Mitarbeiter, sagt Johnson. Das Unternehmen schult sehr bedarfsorientiert, ebenfalls im Einzel- oder Gruppenunterricht. Es gab auch schon Sprachreisen, die Mitarbeiter während ihres Bildungsurlaubs gemacht haben. Ein weiteres Element sind u.a. ein-, zweitägige Hospitanzen bei ausländischen Dienstleistern. In einigen Fällen haben Mitarbeiter auch schon in den englischsprachigen Auslandsbüros des Unternehmens sechs Monate hospitiert, doch dabei war die Sprachkompetenz meist nur ein willkommener Nebenaspekt. In erster Linie sei es darum gegangen, dass die Hospitanten mit den unterschiedlichen Geschäftsabläufen vertraut werden. Johnson schätzt, dass ca. 30% bis 40% der rund 320 Mitarbeiter von Union Investment Real Estate an einer Sprachmaßnahme teilgenommen haben.

Bei den Weiterbildungsmaßnahmen arbeiten die beiden Unternehmen mit verschiedenen Partnern zusammen, darunter u.a. Kensington Language Services, Linguarama, Inlingua, Berlitz, Wall Street Institute, Target Language sowie Privatlehrern. Wer speziell sein Fachvokabular für die Immobilienwirtschaft verbessern möchte, der kann sich auch an spezialisierte Trainer wenden: Sowohl Jovy wie auch Vogt machen Immobilienprofis fit im Englischen, und zwar u.a. an der Real Estate Language Academy (Rela) der HfWU Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Das Weiterbildungsinstitut bietet neben Firmen-, Gruppen- und Einzeltrainings diesen September auch zwei Mal den Kurs Real Estate English Training in Großbritannien an. Der Trip führt die Teilnehmer zur University of Cambridge.

Wem die Reise zu weit ist, der kann es sich auch zuhause gemütlich machen: Denn im zweiten Quartal 2015 beginnt ein neues Kursangebot für Immobilienprofis. Der Online-Kurs Immobilienenglisch wurde von Vogt entwickelt (www.scyo.com). Dass es nicht leicht ist, in einem deutschsprachigen Umfeld und neben dem Job Vokabeln zu lernen, weiß auch die Sprachtrainerin. Sie gibt deswegen in ihren Kursen keine Hausaufgaben mehr auf. Um zumindest die allgemeinen Sprachkenntnisse nicht zu verlieren, empfiehlt sie, einfach das auf Englisch zu machen, was der Kandidat sonst auf Deutsch machen würde: Krimis lesen, Filme schauen ...

Wer seine immobilienspezifischen Englischkenntnisse verbessern möchte, kann auf einige Hilfsmittel zurückgreifen: Alice Jovy hat das Buch "English Correspondance and Report Writing for Real Estate Professionals" verfasst mit zahlreichen Beispielen und Fachvokablen. In der IZ edition ist auch das deutsch-englische Wörterbuch Immobilienwirtschaft erschienen, von dem es auch eine Online-Version gibt. Gisela Vogts Kolumnen sind online unter www.iz.de/immobilien-englisch auffindbar und auch gesammelt als Buch erschienen mit dem Titel "Do you speak Immobilienenglisch?" Alle Artikel sind über den iz-shop.de bestellbar. sma

Sonja Smalian

Wie sieht der Arbeitsmarkt 2015 aus?

Karriere26.02.2015
Die Umfrage der Immobilien Zeitung (IZ) zu Einstiegschancen und -gehältern in der Immobilienwirtschaft beginnt. An der IZ-Joboffensive können sich Immobilienunternehmen und Studenten beteiligen. ... 

Die Umfrage der Immobilien Zeitung (IZ) zu Einstiegschancen und -gehältern in der Immobilienwirtschaft beginnt. An der IZ-Joboffensive können sich Immobilienunternehmen und Studenten beteiligen.

Rund 35.000 Euro verdienten Berufseinsteiger in der Immobilienwirtschaft 2014. Doch die Studenten erträumten sich mehr: Sie hätten am liebsten 44.825 Euro bekommen. Das sind nur zwei Ergebnisse der Umfrage zur IZ-Joboffensive aus dem vergangenen Jahr. Sie bietet Studenten, Absolventen und Unternehmen Orientierung beim intransparenten Berufseinstieg und liefert Antworten auf viele Fragen: Was für Vergütungen sollten Unternehmen aufrufen, um konkurrenzfähig zu sein? Welche Branchensegmente suchen besonders viele Mitarbeiter und mit welchen Qualifikationen punkten Bewerber im Vorstellungsgespräch? Seit 2001 führt die IZ die Gehalts- und Arbeitsmarktuntersuchung durch. Um einen Überblick über die Besonderheiten des immobilienwirtschaftlichen Arbeitsmarkts zu geben, ist die IZ auf die Mithilfe von dessen Akteuren angewiesen: Studenten und Arbeitgeber. Beide sind aufgerufen, sich an der Umfrage zu beteiligen. Ihr Engagement wird mit Gewinnen im Gesamtwert von 58.000 Euro belohnt. Unterstützt wird die IZ-Joboffensive von der Aareal Bank Group, Bernd Heuer & Partner Human Resources, BNP Paribas Real Estate, CBRE, Commerz Real, Corpus Sireo, ECE, Kaufland, Messe München/Expo Real, Patrizia Immobilien und RGM.

Teilnehmen können Studenten, die ein immobilienwirtschaftliches Fach studieren und innerhalb der nächsten vier Semester ihren Abschluss machen. Unter allen studentischen Teilnehmern werden 300 Informationspakete (Basis) der IZ und zehn IZ-Premium-Pakete sowie zehn Bücher "English Correspondence and Report Writing for Real Estate Professionals" und 25 Eintrittskarten für die Expo Real 2015 verlost. Die ersten 600 Teilnehmer erhalten zudem den IZ-Karriereführer 2015/16 kostenlos. Der Ratgeber enthält die vollständige Auswertung der Umfrage, viele Arbeitgeberporträts, eine Übersicht über die Weiterbildungs- und Studienangebote sowie eine Fülle von Karrieretipps.

Die Unternehmen erhalten als Dankeschön für ihre Teilnahme ebenfalls den IZ-Karriereführer 2015/16 für die Immobilienwirtschaft. Sie haben zudem die Möglichkeit, sich mit einem Unternehmensporträt in dem Ratgeber und auf der IZ-Karriereseite www.iz-jobs.de zu präsentieren. Ansprechpartnerin hierfür ist Martina Walker (E-Mail: walker@iz.de).

Bis zum 17. April 2015 können Unternehmen und Studenten immobilienwirtschaftlicher Fächer an der Gehalts- und Arbeitsmarktumfrage teilnehmen, und zwar unter www.iz-jobs.de/joboffensive.

Sonja Smalian

Jeder vierte Vater wagt heute Elternzeit

Hand aufs Herz: Wirkt dieser Anblick der drei Väter mit Kinderwagen irritierend auf Sie? Das könnte daran liegen, dass immer noch überwiegend Mütter in Elternzeit gehen. Doch Männer nutzen diese Chance, früh eine enge Bindung zu ihrem Kind aufzubauen, inzwischen immer öfter.

Hand aufs Herz: Wirkt dieser Anblick der drei Väter mit Kinderwagen irritierend auf Sie? Das könnte daran liegen, dass immer noch überwiegend Mütter in Elternzeit gehen. Doch Männer nutzen diese Chance, früh eine enge Bindung zu ihrem Kind aufzubauen, inzwischen immer öfter.

Bild: Fotolia.de/Olesia Bilkei

Karriere26.02.2015
Immer mehr Väter in Deutschland nehmen Elternzeit. Viele Unternehmen unterstützen sie dabei. Dennoch bleiben die meisten bislang nur zwei Monate ihrem Arbeitsplatz fern. Auch sie sollten ihren ... 

Immer mehr Väter in Deutschland nehmen Elternzeit. Viele Unternehmen unterstützen sie dabei. Dennoch bleiben die meisten bislang nur zwei Monate ihrem Arbeitsplatz fern. Auch sie sollten ihren Aus- und Wiedereinstieg gut vorbereiten.

Als Enrico Blümel seine Elternzeit beantragte, hatte er einen festen Plan "Ich wollte die ersten Schritte meiner Kinder miterleben", sagt der Techniker im Regionalcenter Frankfurt der Immobilienbewirtschaftung bei der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt. Deswegen hat er bei seinen beiden jüngsten Kindern jeweils zwei Monate Elternzeit genommen, die so genannten Partnermonate, und währenddessen Elterngeld bezogen. So wie Blümel entscheiden sich immer mehr Väter dafür, zeitlich begrenzt für die Kinderbetreuung aus dem Job ganz oder teilweise auszuscheiden: Mehr als jeder vierte Vater nutzt inzwischen diese Möglichkeit, unterstützt durch das Elterngeld, heißt es in einer Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Die Pioniere unter den Elternzeit nehmenden Vätern bangten oft noch um ihre Jobs und ihre Karrierechancen. Nicht selten mussten sie sich Sprüche von Kollegen und Bekannten anhören. Der Wertewandel im Kopf sei oft eine größere Hürde als die organisatorischen, sagt Barbara Hatzer, Head of HR Development & Recruiting bei ECE Projektmanagement. Sei früher die Elternzeit für Männer eher ein Tabuthema gewesen, gehöre sie heute zum guten Ton. Damit die Elternzeit gelingt, sind Arbeitnehmer und -geber gemeinsam gefordert.

Bevor das Gespräch im Unternehmen geführt wird, sollten die Eltern zunächst jeder für sich und dann gemeinsam klären, wie sie die Elternzeit am liebsten gestalten würden, sagt Roland Jenner, Geschäftsführer des Vereins Väter in Hamburg. Dabei kann als Ergebnis auch herauskommen, dass einer der Partner keine Elternzeit, also die unbezahlte Freistellung von der Arbeit, nehmen möchte. Ergänzt wird die Elternzeit seit 2007 durch das Elterngeld, das für bis zu 14 Monate nach der Geburt des Kindes die Eltern während der Elternzeit finanziell unterstützen soll. Es beträgt zwischen 300 Euro pro Monat und maximal 1.800 Euro pro Monat. Das Elterngeld ersetzt den entfallenden Einkommensanteil, also die Differenz zum Einkommen vor der Geburt. Dabei ist Teilzeitarbeit bis zu 30 Wochenstunden erlaubt. Ein Partner kann das Elterngeld für zwei bis zwölf Monate beantragen. Beantragt der andere Partner ebenfalls Elternzeit, gibt es zwei zusätzliche Monate Förderung , die so genannten Partnermonate. Ab Juli 2015 können die Eltern zwischen dem bisherigen Elterngeld oder dem neuen ElterngeldPlus wählen bzw. beides kombinieren.

Häufig waren es in der Vergangenheit Väter, die dann für zwei Monate Elternzeit beantragt haben, obwohl theoretisch auch eine ganz andere monatliche Aufteilung möglich wäre. Tobias Bundschuh entschied sich ebenfalls bei beiden Töchtern, jeweils zwei Monate Elternzeit zu nehmen. Der Mitarbeiter im Immobilienvertrieb Neubauprojekte bei der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt informierte frühzeitig seinen Arbeitgeber, damit in Ruhe geplant werden konnte, wer während seiner Abwesenheit die Arbeit übernehmen würde. Als er beim zweiten Kind zwei einzelne Monate nahm, war die Organisation relativ einfach. "Das ist ja wie ein normaler Urlaub", sagt Bundschuh.

Rechtlich gesehen, muss die Elternzeit bis zum dritten Geburtstag des Kindes sieben Wochen vor Antritt angemeldet werden. Während der Elternzeit besteht Kündigungsschutz. Dieser beginnt jedoch frühestens eine Woche vor Beginn der jeweiligen Anmeldefrist für die Elternzeit. Wer sichergehen will, dass ihm der Arbeitgeber nicht die Kündigung wegen der Elternzeit überreicht, der sollte also in genau dieser Woche seinen Antrag einreichen und nicht früher.

Den Vorgesetzten sollten Väter mit ins Boot holen. Stephanie Danhof, Abteilungsleiterin Personalentwicklung bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall, rät davon ab, die Führungskraft vor vollendete Tatsachen zu stellen, sondern empfiehlt das Gespräch zu suchen und Optionen zu diskutieren. Je länger die Auszeit geplant sei, desto wichtiger ist es, frühzeitig den Kontakt aufzunehmen. Der BMFSFJ-Ratgeber "So sag ich's meinen Vorgesetzten" empfiehlt, alle Aufgaben aufzulisten, sich über die Arbeitszeitmodelle zu informieren, Ziele für die Rückkehr klar zu formulieren, eigene Ideen für die Übergabe einzubringen, die Frage der Weiterbildung zu klären und die Kollegen einzubeziehen. Auch wie der Vater während der Abwesenheit Kontakt zum Unternehmen hält, sollte geklärt werden.

Wenn Väter in Elternzeit gehen, dann entscheiden sie sich häufig für eher kurze Freistellungen von wenigen Monaten, mitunter auch in kleineren Einheiten, und arbeiten teilweise während der Elternzeit in Teilzeit. Kommen sie nach der Elternzeit zurück, arbeiten sie oft wieder in Vollzeit. Da sie nur kurz ausfallen, entfällt oftmals die Suche nach einer Vertretungskraft und eine Einarbeitung nach der Freistellung.

Auch bei den befragten Immobilienunternehmen stiegen die Zahlen der Väter, die Elternzeit nahmen, in den vergangenen Jahren spürbar an. Die Unternehmen fördern den Trend durch verschiedene Maßnahmen (die sich mitunter auch an beide Elternteile richten): Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt entwickelt derzeit verschiedene Ideen, um Väter im Betrieb besser zu vernetzen, dazu könnte auch eine Väter-Austauschgruppe zählen. ECE bezahlt seinen Mitarbeitern unter bestimmten Voraussetzungen einen monatlichen Zuschuss zur Kinderbetreuung, wenn sie die Elternzeit wahrnehmen, und arbeitet an einem Patensystem, um mit den freigestellten Mitarbeitern Kontakt zu halten. Zudem bieten die Unternehmen zunehmend andere Optionen an, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach der Rückkehr aus der Elternzeit zu erleichtern: Dazu zählen Eltern-Kind-Büros oder flexible Arbeitszeitmodelle.

Auch bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter hilft die Familienfreundlichkeit: Denn die Generation Y erkundigt sich danach durchaus, bevor sie anheuert. Die Unternehmen bekämen für ihr Engagement auch etwas wieder, betont Roland Jenner: einen hochmotivierten Vater. Enrico Blümel schwärmt noch heute von seiner Elternzeit, denn sein Plan ging auf. Er war dabei, als sein Sohn die ersten Schritte absolvierte. "Das vergesse ich mein Leben nicht."

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bietet viele Informationen zu Elterngeld und -zeit (www.bmfsfj.de - Menü: Familie - Themenlotse: Elterngeld/Elternzeit). Die Broschüre "So sag ich's meinen Vorgesetzten" ist über die Suche auffindbar. sma

Sonja Smalian

Joboffensive 2015: IZ befragt Studenten und Arbeitgeber

Schlange stehen für den Job? In ihrer aktuellen Umfrage ermittelt die Immobilien Zeitung die Arbeitsmarktlage in der Branche.

Schlange stehen für den Job? In ihrer aktuellen Umfrage ermittelt die Immobilien Zeitung die Arbeitsmarktlage in der Branche.

Bild: Fotolia.de/FotolEdhar

Karriere25.02.2015
Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt in der Immobilienbranche? Seit 15 Jahren führt die Immobilien Zeitung im Rahmen der Joboffensive ihre jährliche Arbeitsmarktbefragung durch und ... 

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt in der Immobilienbranche? Seit 15 Jahren führt die Immobilien Zeitung im Rahmen der Joboffensive ihre jährliche Arbeitsmarktbefragung durch und ermittelt den Personalbedarf und die Qualifikationsanforderungen in der Immobilienwirtschaft. Arbeitgeber und Studenten sind jetzt wieder aufgerufen, ihre Einschätzung abzugeben.

Im vergangenen Jahr bescheinigten die Arbeitgeber der Branche einen Wachstumskurs. Insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Asset-Management, Planung/Steuerung und Immobiliendienstleistung waren damals auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Ob dieser Trend anhält, in welchen Tätigkeitsfeldern aktuell gesucht wird, welche Chancen Berufseinsteiger haben und mit welchen Gehältern sie rechnen können, ermittelt die aktuelle Befragung.

Sind Sie in Ihrem Unternehmen personalverantwortlich tätig? Dann beantworten Sie die kurze Umfrage für Arbeitgeber.

Die Arbeitsmarktanalyse in Form des neuen "IZ-Karriereführers 2015/16 für die Immobilienwirtschaft" erhalten die teilnehmenden Unternehmen gratis.

Studenten stehen ebenfalls im Fokus: Welche Jobwünsche haben sie und welche Qualifikationen bringen sie mit? Für Studierende der Fachrichtungen Immobilienwirtschaft, Facility-Management und verwandter Studiengänge ist die Teilnahme an der Joboffensive mit einer Verlosung verbunden: Sie können Preise im Gesamtwert von 58.000 Euro gewinnen, darunter Informationspakete der Immobilien Zeitung, Fachbücher und Eintrittskarten zur Expo Real 2015.

Schließen Sie Ihr Immobilienstudium voraussichtlich bis März 2017 ab? Dann beantworten Sie die Umfrage für Studenten und nehmen Sie an der Verlosung teil.

Die Joboffensive, eine Initiative der Immobilien Zeitung, fördert den Kontakt zwischen Arbeitgebern der Immobilienwirtschaft und dem Branchennachwuchs. Die Initiative wird von Aareal Bank Group, Bernd Heuer & Partner Human Resources, BNP Paribas Real Estate, CBRE, Commerz Real, Corpus Sireo, ECE, Kaufland, Messe München/Expo Real, Patrizia Immobilien und RGM unterstützt. Partner bei der Durchführung der Umfragen ist Immo Media Consult. Teilnahmeschluss ist der 17. April 2014.

Britta Kriechel

Fortbildung zur Wohnungslüftung

Karriere19.02.2015
Sonja Smalian

Mehr Gehalt für Chefs von CRE-Einheiten

Betriebsimmobilien machen nicht selten 10% der Bilanzsumme und 5% bis 15% der Gesamtkosten bei Industrieunternehmen aus. Die Manager dieser Werte erhalten immer höhere Vergütungen.

Betriebsimmobilien machen nicht selten 10% der Bilanzsumme und 5% bis 15% der Gesamtkosten bei Industrieunternehmen aus. Die Manager dieser Werte erhalten immer höhere Vergütungen.

Bild: Monkey Business/Fotolia.com

Karriere19.02.2015
Die Chefs von Corporate-Real-Estate-Einheiten (CRE) können sich freuen: Ihre Gesamtvergütungen sind 2014 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Besonders Corporate Real Estate Manager in Europa ... 

Die Chefs von Corporate-Real-Estate-Einheiten (CRE) können sich freuen: Ihre Gesamtvergütungen sind 2014 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Besonders Corporate Real Estate Manager in Europa konnten von diesem Aufwärtstrend profitieren, wie eine aktuelle Vergütungsstudie von CoreNet Global zeigt.

Mit einer Gesamtvergütung von durchschnittlich 228.059 USD (rund 201.000 Euro) wurden Heads of Corporate Real Estate im vergangenen Jahr in Europa entlohnt. Das entspricht einem Plus von 35% gegenüber dem Jahr 2013. Berücksichtigt wurden dabei neben kurzfristigen, variablen Vergütungsbestandteilen wie Boni auch der Wert von langfristigen zusätzlichen Vergütungsbestandteilen, z.B. in Form von Aktienpaketen. Besonders die variablen Vergütungsbestandteile sind für die deutliche Steigerung der Gesamtbezüge verantwortlich. Das Basisgehalt für die Position des Head of Corporate Real Estate war 2014 im Schnitt 18% höher als noch 2013 und betrug im vergangenen Jahr 158.301 USD (rund 139.540 Euro).

Eine Führungskraft innerhalb einer CRE-Einheit erhielt in Europa insgesamt im vergangenen Jahr kaum weniger als ein CRE-Bereichsleiter, nämlich 212.625 USD (rund 187.400 Euro). Das Basisgehalt lag mit 142.359 USD (rund 125.488 Euro) knapp 16.000 USD unter dem eines CRE-Leiters.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie von CoreNet Global (CNG) und FPL Associates. 229 CNG-Mitglieder aus 205 verschiedenen Unternehmen beteiligten sich an der Umfrage. Davon betreuen 54% der CRE-Einheiten Immobilien in Europa und 93% in den Vereinigten Staaten. Insgesamt wurden Vergütungszahlen für 19 Positionen ermittelt. Doch nur für zwei Positionen gibt es auch Werte für den europäischen Markt. Insgesamt liegen die einzelnen Vergütungsbestandteile der europäischen Corporate-Real-Estate-Chefs tendenziell eher unter denen ihrer nordamerikanischen Kollegen. Doch das habe auch etwas mit den unterschiedlichen Sozialsystemen zu tun, sagt Thomas Glatte, Präsident von CoreNet Global in Zentraleuropa.

Nicht nur die Heads of Corporate Real Estate in Europa profitierten von gestiegenen Basisgehältern. Insgesamt gaben 89% der Befragten an, dass sich ihre Basisgehälter zwischen 2013 und 2014 erhöht hatten. Dass sich dieser Trend auch in diesem Jahr fortsetzen wird, davon gehen 86% der Befragten aus. Sie rechnen mit einem Plus von rund 4%.

Boni erhalten 91% der Befragten. Diese berechnen sich überwiegend nach der individuellen Leistung. 52% erhielten 2013 einen höheren Bonus als im Vorjahr und genauso viele erwarten für 2014 wieder eine Steigerung ihrer variablen Vergütungsbestandteile, und zwar im Schnitt um 14%. Doch langfristige Vergütungsbestandteile gehören noch nicht zum Standard bei CRE-Einheiten: Lediglich 40% verfügen über ein solches Incentive-Programm. Doch wo ein solches existiert, rechnen 87% der Befragten damit, davon auch zu profitieren. Zu den am häufigsten gewährten weiteren Vergünstigungen zählen Zuschüsse für das Home-Office, ein Parkplatz, Vereinsmitgliedschaften, Mobilfunkpakete und eine Kantine bzw. gesponsertes Essen.

CRE-Manager kümmern sich um die betriebseigenen Immobilien von Unternehmen. Gut ein Drittel der Befragten sind in Technologie- oder Finanzunternehmen beschäftigt, doch 3,4% betreuen den Gebäudebestand von Immobilienunternehmen. Keine kleine Aufgabe: Im Schnitt kümmern sich die CRE-Einheiten um 565 Standorte mit einer Größe von rund 1,3 Mio. m2. Dabei hantieren die CRE-Teams nicht mit geringen Werten: Immobilien würden oft 10% und mehr der Bilanzsumme von Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen ausmachen, heißt es auf der Internetseite der Irebs Immobilienakademie, die eine Weiterbildung zum CRE-Management in Kooperation mit CNG anbietet. Zudem würden Experten die Immobilienkosten auf ca. 5% bis 15% der Gesamtkosten der Unternehmen schätzen.

Aus den Liegenschaftsverwaltern sind strategisch arbeitende Manager geworden, und zwar auch aus der Sicht der Unternehmen. "Die Flughöhe der CRE-Manager hat sich in den letzten zehn bis 15 Jahren sukzessive erhöht", sagt Glatte. Sie würden stärker strategische Aufgaben ausüben und belegen innerhalb der Unternehmen häufiger Führungspositionen. "Das Management von Betriebsimmobilien umfasst mittlerweile das Finanz-, Technologie-, Arbeitsplatz- und oft sogar das Markenmanagement des Unternehmens." Mit dieser Rollenveränderung erklärt Glatte auch die steigende Vergütung in der Branche.

Wer sich für das Berufsbild interessiert, sollte angesichts der vielfältigen und kommunikativen Aufgaben vor allem in den Soft Skills überzeugen können: abstrahieren, strukturieren, Themen zu den Führungskräften transportieren und diese überzeugen sei wichtig. Analytisch-strategisches Denken sei für die Aufgaben ebenfalls notwendig. Darüber hinaus zähle finanzwirtschaftliches Know-how. Je operativer CRE-Manager tätig sind, desto wichtiger sei auch technisches Wissen, sagt Glatte. "Und Englischkenntnisse sind ein absolutes Muss."

Sonja Smalian