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Weiterbildung für jedermann an der Hochschule Biberach

Künftig sollen mehr Berufstätige und Berufsrückkehrer, aber auch Studienabbrecher und Berufstätige ohne Hochschulzugangsberechtigung durch modulare Weiterbildungen vom Know-how der Hochschule Biberach profitieren. Das neue Zentrum soll eine Informations- und Anlaufstelle für jedermann sein.

Künftig sollen mehr Berufstätige und Berufsrückkehrer, aber auch Studienabbrecher und Berufstätige ohne Hochschulzugangsberechtigung durch modulare Weiterbildungen vom Know-how der Hochschule Biberach profitieren. Das neue Zentrum soll eine Informations- und Anlaufstelle für jedermann sein.

Bild: HOBC/Stefan Sättele

Karriere14.08.2014
Die Hochschule Biberach hat bei einem Hochschulwettbewerb 650.000 Euro Fördergelder bekommen. Damit will sie nun ihre Weiterbildung und die Promotionsmöglichkeiten ausbauen. Geplant ist ... 

Die Hochschule Biberach hat bei einem Hochschulwettbewerb 650.000 Euro Fördergelder bekommen. Damit will sie nun ihre Weiterbildung und die Promotionsmöglichkeiten ausbauen. Geplant ist auch ein Fernstudiengang zum Bau-, Immobilien- und Energierecht.

Beim Bund-Länder-Wettbewerb "Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen" hat sich die Hochschule Biberach (HBC) mit ihrem Antrag durchgesetzt. 650.000 Euro Fördergelder erhält sie verteilt auf einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren, um "strukturierte Weiterbildungsmaßnahmen im ländlichen Raum" umzusetzen. Konkret bedeutet das die Gründung eines Zentrums für wissenschaftliche Weiterbildung, kurz ZenWissWeit.

"Wir haben gesehen, dass wir zu wenig tun, um dem Fachkräftemangel in der Region entgegenzuwirken", sagt Prof. Dr. Annette Schafmeister, Prorektorin für Forschung und Weiterbildung an der HBC. Das neue Zentrum wird die Angebote an der Hochschule und der Akademie der Hochschule weiter verzahnen und erweitern. Schon jetzt gibt es an beiden Einrichtungen mehrere bau- und immobilienwirtschaftliche Studiengänge (siehe Artikel rechts "Großer Bau- und Immo-Schwerpunkt") sowie die Fachgebiete Biotechnologie und Energie. Auch wenn die Biotechnologie auf den ersten Blick aus dem Rahmen zu fallen scheint, sei das mitnichten so. Beim Thema "weiße Energie", produziert durch Mikroorganismen, gebe es Synergien zwischen den drei Schwerpunktbereichen. Die Energiewirtschaft ist das Bindeglied zwischen Backstein und Bakterium.

Zwei dieser Schwerpunktbereiche werden künftig mit einem neuen Fernstudiengang zum Bau-, Immobilien- und Energierecht verbunden, der mit dem Bachelor of Laws abschließt. Analog zu dem schon bestehenden kooperativen Bachelorstudiengang Bauingenieur Plus, der eine gewerbliche Ausbildung mit einem Studium des Bauingenieurwesens verknüpft, soll demnächst der Baubetriebswirt Plus aus der Taufe gehoben werden. Auch das Thema Promotion steht auf der Agenda. Im Bereich Biotechnologie bestehe schon eine Kooperation mit einer Universität, um gemeinsam Studenten zum Doktor zu führen, sagt Schafmeister. Etwas Ähnliches sei für die anderen Bereiche geplant.

Doch auch die Weiterbildung soll sich verändern. Geplant sind einzelne Module, für die es ECTS-Leistungspunkte gibt. Dadurch können sich die Teilnehmer ihre Leistungen auf andere Programme "anrechnen" lassen. Ein akademischer Grad kann so Schritt für Schritt berufsbegleitend erworben werden. Für das neue Zentrum wird auf die bestehenden Mitarbeiter gesetzt. Auch die Akademie wird eine große Rolle spielen. Gesucht werden dennoch eine geschäftsführende Leitung sowie eine wissenschaftliche Assistenz. Klappt mit ZenWissWeit alles wie geplant, stehen weitere 430.000 Euro Fördergelder für einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren in Aussicht.

Großer Bau- und Immo-Schwerpunkt

Die Hochschule Biberach und die Akademie der Hochschule Biberach (ehemals Bauakademie Biberach) bieten gemeinsam schon jetzt eine große Auswahl an bau- und immobilienwirtschaftlichen Studiengängen an. An der Hochschule gibt es neben Bachelor- und Masterstudiengängen in Architektur und Bauingenieurwesen auch spezialisierte Studiengänge wie Betriebswirtschaft (Bau und Immobilien), Energie-Ingenieurwesen, Projektmanagement (Bau), jeweils mit den Abschlüssen Bachelor und Master. Bei ihren Studierenden konnte die Hochschule punkten: Beim IZ-Hochschulranking 2012 bewerteten die Studenten ihre Alma Mater mit der Schulnote 1,61. Mit dem Studium Bauingenieur Plus gibt es ein besonderes duales Studienangebot: Neben einem Abschluss als Bachelor of Engineering im Fach Bauingenieurwesen erhalten die Studierenden auch eine gewerbliche Ausbildung z.B. zum Beton- und Stahlbetonbauer oder zum Maurer. Die Studium-Ausbildungskombination dauert fünf Jahre. An der Akademie der Hochschule Biberach werden zwei berufsbegleitende Studiengänge angeboten, die mit dem MBA abschließen. Die Prüfung wird von der staatlichen Hochschule Biberach abgenommen. Der MBA-Studiengang Internationales Immobilienmanagement zählt inzwischen mehr als 300 Absolventen. Wer zwei zusätzliche Module in England absolviert, kann zusätzlich den Abschluss Master of Science von der London South Bank University erwerben. Zudem kann an der Akademie der Titel Internationaler Immobilienökonom erworben werden. sma

Sonja Smalian

Der Geselle als Mentor

Um die Ausbildungsqualität im Baugewerbe und -handwerk zu verbessern, soll ein Geselle als Azubi-Mentor benannt werden.

Um die Ausbildungsqualität im Baugewerbe und -handwerk zu verbessern, soll ein Geselle als Azubi-Mentor benannt werden.

Bild: BilderBox.com

Karriere07.08.2014
Kleine und mittelständische Unternehmen tun sich bei der Ausbildung manchmal schwer. Doch der Mangel an Nachwuchskräften, hohe Abbrecherquoten und die baldige Verrentung vieler Fachkräfte ... 

Kleine und mittelständische Unternehmen tun sich bei der Ausbildung manchmal schwer. Doch der Mangel an Nachwuchskräften, hohe Abbrecherquoten und die baldige Verrentung vieler Fachkräfte erhöhen den Druck auf die Unternehmen, mehr in ihre Personalarbeit zu investieren. Damit die betriebliche Ausbildung besser gelingt, hat ein Forschungsprojekt an der Bergischen Universität Wuppertal kostenlose Handlungshilfen für ein Mentoringprogramm entwickelt.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre, sagt der Volksmund. Doch wenn es während der Ausbildung knirscht, dann sollten die Betroffenen doch einmal genauer auf die Ursachen schauen. Ein häufiger Beschwerdegrund von Lehrlingen sei, dass sie von verschiedenen Gesellen eines Unternehmens betreut werden und dann Dinge unterschiedlich erklärt bekommen, sagt Melanie Hainz. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bergischen Universität Wuppertal kann sich gut in die Lage der jungen Leute hineinversetzen, denn sie hat einst selbst eine Ausbildung zur Malerin und Lackiererin absolviert. Ebenso wenig wie der ständige Betreuerwechsel hilfreich sei, bringe es etwas, wenn die Azubis nur die ungeliebten Vorarbeiten auf der Baustelle erledigten, wie z.B. das Abreißen der Tapeten. Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, müssten sie auch mal von Anfang bis Ende des Auftrags auf einer Baustelle eingesetzt werden.

Damit solche Probleme das Betriebsklima nicht unnötig belasten, hat Hainz ein Mentorenprogramm zur Verbesserung der Ausbildungsqualität entwickelt. Ein Geselle ist Hauptbetreuer des Lehrlings. Neben dem Wissens- und Erfahrungstransfer will das Programm auch die Kommunikation und Motivation erhöhen. Eingebettet war das Projekt in ein dreijähriges Forschungsvorhaben zur Verbesserung im gelebten Arbeitsschutz auf Baustellen (VegAB), das seinen Fokus auf Jugendliche und ältere Beschäftigte legte. Denn schon bei Berufsanfängern sollte ein Bewusstsein für den Arbeitsschutz vorhanden sein, damit der ausgewählte Beruf auch noch im Alter ausgeübt und so dem drohenden Fachkräftemangel entgegengewirkt werden kann, heißt es auf der Homepage des Projekts (www.vegab.uni-wuppertal.de).

Der drohende Fachkräftemangel am Bau ist schon 2012 in einer gemeinsamen Studie des F.A.Z.-Instituts für Management-, Markt- und Medieninformationen und Soka-Bau, der Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft und der Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes, berechnet worden: Rund 136.000 gewerblichen Arbeitnehmern im Alter von 45 bis 54 Jahren stehen nur rund 52.000 Auszubildende und Gesellen im Alter zwischen 15 bis 24 Jahren gegenüber. Die Branche kann es sich also nicht leisten, junge Menschen zu verlieren.

Tatsächlich werden in Deutschland - über alle Berufe gesehen - zwischen 20% und 25% der Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst, wie eine Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) aus dem Jahr 2012 zeigt. Bei 70% gab es betriebliche Gründe, wie Konflikte mit Ausbildern oder Betriebsinhabern oder der schlechten Vermittlung von Ausbildungsinhalten, brachte eine BIBB-Umfrage 2002 ans Licht. Das Lösen des Vertrags ist jedoch nicht mit einem kompletten Abbruch gleichzusetzen: Die Hälfte der Befragten schloss einen neuen Ausbildungsvertrag ab und weitere 12% wechselten auf (Berufs-) Schulen oder an die Hochschule.

Positiv wirke es hingegen, wenn sich Azubis und ihre Betriebe schon vor Ausbildungsbeginn kennenlernen würden. Der frühzeitige Kontakt und der Abgleich der Erwartungen der Bewerber mit der Realität scheinen somit wesentliche Faktoren für den Ausbildungserfolg und den Branchenverbleib zu sein, folgert die Studie von F.A.Z./Soka-Bau.

Auch hierfür hat das Forschungsprojekt Handlungshilfen entwickelt, die kostenlos auf der Homepage von VegAB zur Verfügung gestellt werden. Die Broschüre "Fit für die Zukunft" gibt Unternehmen einen Fragen- und Ideenkatalog an die Hand, wie sie sich frühzeitig als Arbeitgeber präsentieren und ihre jungen Mitarbeiter halten können. Das reicht vom Facebook-Auftritt bis zum Austausch mit anderen Bauunternehmen.

Die Handlungshilfe "Mentoring zur Verbesserung der Ausbildungsqualität" liefert zudem Checklisten für die Auswahl des passenden Mentoren-Gesellen und bietet Ideen und Ablaufpläne für die Einführungs- und Feedbackgespräche. Zwei kurze Flyer (Tipps und Tricks für Mentorinnen und Mentoren sowie für Auszubildende) geben auf einen Blick Auskunft zu den Themen. Alle acht Handwerksunternehmen, die sich während der Projektphase als Partner zur Verfügung gestellt hatten, führen das Mentoringprogramm fort.

Berufe am Bau - im Netz

Wer sich über die verschiedenen Berufsbilder der Bauwirtschaft informieren möchte, trifft im Netz auf ein immenses Angebot.

  • www.bau-ausbildung.de: Die Ausbildungsplatzbörse von Soka-Bau im Netz bietet auch Informationen für Arbeitgeber.
  • www.bauberufe.net: Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes stellt die verschiedenen Bauberufe vor. Ein Filtern nach Interessen ist möglich.
  • www.berufsinfo.org: Das Berufsinformationsportal der Handwerkskammer zu Köln informiert über die Berufe in den Bereichen Bau + Ausbau, weist Lehrstellen nach und verrät, welche Berufe sich ähneln.
  • www.bzb.de: Die Bildungszentren des Baugewerbes bieten Inhalte für Berufseinsteiger bis zu Führungskräften.
  • www.bau-dein-ding.de: Die Bauwirtschaft Baden-Württemberg informiert über sämtliche Einstiegsmöglichkeiten am Bau, vom Praktikum bis zum Studium. Berufsmessen, Berufsbilder und Ausbildungsberufe werden ebenfalls dargestellt.
  • www.grosses-anpacken.de: Das Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW informiert Jugendliche über Berufe in der Branche.
  • www.bdb-campus.de: Die Studenten des Bunds Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure organisieren u.a. Baustellenbesichtigungen und haben einen Newsticker auf ihrer Seite.
  • www.weiterbildung-bauwirtschaft.de: Die IG Bauen-Agrar-Umwelt, der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie wollen das lebenslange Lernen fördern und informieren über bundesweite Aufstiegsfortbildungen.
  • www.deutschland-baut.de: Die gemeinsame Initiative mehrerer Bauunternehmen informiert u.a. über Traineeprogramme und Weiterbildungsmöglichkeiten in der eigenen Akademie.
  • www.werde-bauingenieur.de: Welche Studiengänge, Hochschulen und Abschlüsse es gibt, wird ebenso erläutert, wie der mögliche Arbeitsplatz nach dem Studium.sma

Der Kongress Zukunft Bauen - Wege aus der Nachwuchsfalle findet am 27. August 2014 auf dem Campus Freudenberg der Bergischen Universität Wuppertal statt. Dort stellt auch Melanie Hainz ihre Handlungshilfen vor. Anmeldeschluss ist am 12. August 2014. Ansprechpartner: Frau Alexandra Liesert (Tel.: 0202-439-4225, E-Mail: info@baubetrieb.de).

Sonja Smalian

Netzwerken vor der Expo Real

Karriere07.08.2014
Wer vor dem offiziellen Beginn der diesjährigen Expo Real in München sportlich Netzwerken möchte, der sollte sich einen Startplatz beim 4. Expo-Lauf oder bei ExpoBike sichern. ... 

Wer vor dem offiziellen Beginn der diesjährigen Expo Real in München sportlich Netzwerken möchte, der sollte sich einen Startplatz beim 4. Expo-Lauf oder bei ExpoBike sichern.

Sonja Smalian

Master Construction Management

Karriere31.07.2014

ADI-Lehrgang Immobilienassistenz

Karriere31.07.2014

"Wir geben ein Kerncurriculum heraus"

Michael Dax, DGNB-Geschäftsführer, kooperiert mit Hochschullehrern, um die DGNB-Inhalte an die nächste Generation zu vermitteln.

Michael Dax, DGNB-Geschäftsführer, kooperiert mit Hochschullehrern, um die DGNB-Inhalte an die nächste Generation zu vermitteln.

Bild: DGNB

Karriere31.07.2014
880 Projekte haben in Deutschland ein Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) erhalten. Der Verein hat nun seinen ersten Hochschultag veranstaltet und will sich ... 

880 Projekte haben in Deutschland ein Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) erhalten. Der Verein hat nun seinen ersten Hochschultag veranstaltet und will sich stärker dem Nachwuchs öffnen. Dafür bietet die DGNB den Hochschulen kostenlose Kooperationen an. Bislang interessieren sich die immobilienwirtschaftlichen Studiengänge dafür jedoch kaum.

Die DGNB hat im Juli ihren ersten Hochschultag an der TU Darmstadt veranstaltet. Der Tag ist ein Element der Ausbildungskooperationen des Vereins, der bereits mit 24 Universitäten und Fachhochschulen sowie weiteren Bildungsträgern zusammenarbeitet. Partner kann werden, wer das DGNB-Curriculum in seine Ausbildung integriert. Das könnte in Form einer Summer School, eines Wahlpflichtfaches oder auf eine andere Weise erfolgen, erläutert DGNB-Geschäftsführer Michael Dax. Nach Vertragsunterzeichnung erhält der zuständige Hochschullehrer kostenlos den Log-in, um Lehrmaterialien und Leitfäden herunterzuladen. Außerdem bekommen die Hochschullehrer Zugang zum Themen- und Grundlagenwissen, zu Referenten und den DGNB-Kriterien aller Nutzungsprofile in der Marktversion.

Auf dem Lehrplan stehen Themen wie Lebenszykluskosten, Energiekonzepte, Facility-Management, Standortfaktoren, Projektmanagement oder energieeffiziente Gebäudehülle. "Wir geben ein Kern-Curriculum heraus", sagt Dax. Dieses enthalte wichtiges Grundlagenwissen. Davon ist aber schon ein Teil durch die Lehrpläne der Studiengänge abgedeckt. Der Hochschulpartner muss die fehlenden Aspekte lehren und dann die einstündige Online-Prüfung zum Registered Professional beaufsichtigen. Dabei handelt es sich um die erste DGNB-Qualifikationsstufe.

Für die Studenten lohnt sich der Deal: Sie müssen für die Prüfung lediglich eine Gebühr von 100 Euro zahlen. Einige Hochschulen übernehmen für ihre Studenten sogar die Hälfte der Prüfungsgebühr. Wurde die Prüfung bestanden und zudem das Bachelor- oder Masterstudium abgeschlossen, erhält der Student die Urkunde zum Registered Professional. Mit dieser Qualifikationsstufe wird er auf der Homepage des Vereins gelistet und ist ein Jahr lang kostenlos DGNB-Mitglied.

Die Studenten würden mit einer weiteren Fachqualifikation direkt in das Berufsleben starten und dadurch ihre Marktchancen erhöhen, sagt Dax. Zudem sparen sie Zeit und Geld, denn berufsbegleitend fallen Gebühren von mehr als 2.000 Euro an. Diese würden jedoch teilweise vom Arbeitgeber übernommen, wie Dax in Gesprächen mit Teilnehmern erfahren hat. Um sich diesen Vorsprung zu sichern, treten nicht selten die Studenten selbst an ihre Hochschullehrer mit der Bitte heran, eine Kooperation zu vereinbaren. Mehr als 50 Studenten bundesweit haben die Online-Prüfung schon bestanden.

Angesichts der niedrigen Zugangsschwelle ist es ein wenig verwunderlich, dass bislang kaum immobilienwirtschaftliche Studiengänge ihren Studenten dieses Angebot unterbreiten. Mit im Boot ist die TU Berlin (Weiterbildungsstudium Real Estate Management), die Hochschule Mittweida (Immobilienmanagement und Facilities Management), die Hochschule für Technik Stuttgart (KlimaEngineering), die FH Köln (Energie- und Gebäudetechnik) sowie die Irebs Immobilienakademie und Wings - Hochschule Wismar. Auch die Architekturstudiengänge sind bislang nur wenig vertreten.

Dax sucht weitere Kooperationspartner. "Wir würden das gern auch international ausweiten", sagt er. Er befindet sich in Gesprächen mit Vertretern von Hochschulen in Moskau und Bangkok. Ende Mai, vor der Fußball-WM, hat er in Rio de Janeiro, Porto Alegre und São Paulo Architekturstudenten in dreistündigen Workshops über die DGNB-Kriterien informiert und es habe großes Interesse geherrscht. In Deutschland findet der nächste Hochschultag voraussichtlich im Frühjahr 2015 an der HafenCity Universität in Hamburg oder an der FH Köln statt.

Die DGNB hat ein Kontaktformular für Studierende eingerichtet, die weiterführende Informationen für eine Abschlussarbeit benötigen, auf den Internetseiten der DGNB aber nicht fündig geworden sind (www.dgnb.de, Menü: Services - Anfragen von Studierenden).

Sonja Smalian

Rekrutieren mit Lage und Ausstattung

Der Surf- und Sportwear-Hersteller Hurley hat die Küche für seine Mitarbeiter am Hauptsitz in Kalifornien vom Grafikkünstler Dalek gestalten lassen.

Der Surf- und Sportwear-Hersteller Hurley hat die Küche für seine Mitarbeiter am Hauptsitz in Kalifornien vom Grafikkünstler Dalek gestalten lassen.

Bild: Hurley Headquarters, Fotografie von Brandon Shigeta, aus "WorkScape", Copyright Gestalten 2014

Karriere24.07.2014
Im Wettkampf um Fachkräfte kann auch Betongold glänzen. "Es lohnt sich für Unternehmen, in die Qualität des Arbeitsumfelds zu investieren", glaubt Ken Kuhnke von HIH. Denn Lage und Ausstattung ... 

Im Wettkampf um Fachkräfte kann auch Betongold glänzen. "Es lohnt sich für Unternehmen, in die Qualität des Arbeitsumfelds zu investieren", glaubt Ken Kuhnke von HIH. Denn Lage und Ausstattung von Büros spielen für die Arbeitgeberattraktivität eine Rolle.

Unternehmen in zentraler Innenstadtlage können mit einer guten Erreichbarkeit und Einkaufsmöglichkeiten punkten. Das mache sie auch zu attraktiveren Arbeitgebern, sagen 62% der Bürobeschäftigten in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage mit insgesamt 504 Befragungsteilnehmern des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von HIH Hamburgische Immobilien Handlung.

Für eine positive Außenwirkung seien vor allem die Qualität der Produkte und Dienstleistungen sowie die Mitarbeiter verantwortlich, sagt fast jeder Befragte. Doch auch die Ausstattung der Büros und der Internetauftritt spielen eine bedeutende Rolle (82% bzw. 84%). Eine gute Adresse bewertet wiederum jeder Zweite als wichtig für eine positive Wahrnehmung von außen. Was die Zufriedenheit mit dem eigenen Arbeitsumfeld angeht, sind die Faktoren Lage (52%) und Ausstattung (86%) wichtig, aber als entscheidendes Merkmal nennen nahezu alle Befragungsteilnehmer die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern und Vorgesetzten.

Dennoch gilt: Unternehmen können mit der Immobilie und deren Lage auf Mitarbeiterfang gehen, und zwar besonders stark bei Berufseinsteigern, wie auch die diesjährige Umfrage zur IZ-Joboffensive zeigt. Der Standort des Unternehmens spielt bei der Arbeitgeberwahl eine wichtige Rolle. Auf einer Skala von eins (sehr wichtig) bis sechs (unwichtig/nicht relevant) bewerteten die Studenten den Standort mit zwei. Ebenso stark wird das Image des Unternehmens bei der Arbeitgeberwahl berücksichtigt. Das wiederum wird durch eine gute Adresse bestärkt wird, wie die HIH-Umfrage zeigt.

Dass Unternehmen umziehen, um eine günstigere Miete zu erzielen, beobachtet Ken Kuhnke, Leiter Vermietungsmanagement bei HIH, kaum noch. Es gehe vielmehr um eine bessere Ausstattung und Lage. "Hintergrund ist nicht selten Handlungsdruck bei der Rekrutierung von Fachkräften", sagt Kuhnke, der mit HIH rund 150 Mietverträge pro Jahr betreut. Wer in eine bessere und damit teurere Lage ausweiche, kompensiere dies nicht selten durch eine kleinere Fläche.

Das entspricht dem globalen Trend: Die Fläche pro Büromitarbeiter hat sich seit 2010 um rund 25% je Mitarbeiter reduziert, wie eine weltweite Befragung des Verbands der Corporate Real Estate Manager, CoreNet Global (CNG), aus dem vergangenen Jahr zeigt. 43% der Befragungsteilnehmer verfügen über mehr Gemeinschaftsflächen als persönliche Flächen für individuelles Arbeiten. Der Trend zum Großraumbüro sieht Kuhnke auch in Deutschland weiter im Kommen.

Eigentlich müssten diese Erkenntnisse die Rekrutierung von Nachwuchskräften zu einem Heimspiel für die Branche werden lassen, die sich der Immobilie verschrieben hat. Doch innovative Workplace-Konzepte und auffällige Gestaltungsmerkmale finden sich bislang eher in der IT-, E-Commerce- oder Lifestyle-Branche. Das zeigt auch ein Blick das Buch "WorkScape", in dem die Herausgeber auf der Suche nach neuen Arbeits- und Büroräumen verschiedene Unternehmen vorstellen, u.a. YouTube, Facebook, Google, Hurley, Red Bull und Jung von Matt. Wann ziehen die Top-Immobilienunternehmen mit ihren Kunden gleich? sma

WorkScape. New Spaces for New Work, hg. von Sofia Borges, Sven Ehmann und Robert Klanten (Berlin: Verlag Gestalten, 240 Seiten, 39,90 Euro, ISBN: 978-3-89955-495-3), zu beziehen über www.iz-shop.de.

Sonja Smalian