Karriere News

Karriere28.05.2014
Knapp 770.000 Beschäftigte zählt das deutsche Bauhauptgewerbe im Jahresdurchschnitt 2014. Das sind gut 10.000 mehr als im Vorjahr. Doch der Fachkräftemangel bleibt problematisch. ... 

Mit knapp 770.000 Beschäftigten befindet sich das deutsche Bauhauptgewerbe weiterhin im Aufwärtstrend. Seit der beschäftigungspolitischen Krise im Jahr 2009, als nur 703.000 Menschen in der Branche ihr Auskommen fanden, zählt sie nun gut 60.000 Beschäftigte mehr. Und der Trend werde so schnell nicht abbrechen, lautet die Prognose von Thomas Bauer, Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie: "Dank der günstigen Entwicklung im Wohnungs- und im Wirtschaftsbau wird sich 2014 der Beschäftigungsaufbau im deutschen Bauhauptgewerbe fortsetzen."

Doch trotz der positiven Beschäftigtenzahlen bleibe der Fachkräftemangel ein großes Problem in der Branche. Jedes zweite Bauunternehmen sehe im Fachkräftemangel gar das größte Risiko für seine weitere wirtschaftliche Entwicklung, sagt Bauer. Zumal die Arbeitskräftereserven inzwischen fast ausgeschöpft seien. So lag die Zahl der arbeitslosen Baufacharbeiter im April dieses Jahres bei 39.000. Im Jahr 2009 waren es insgesamt noch 30.000 mehr gewesen.

Bei den Bauingenieuren verhält es sich ähnlich. In diesem Jahr habe es noch 1.900 arbeitslose Bauingenieure gegeben, fünf Jahre zuvor seien es noch 1.100 mehr gewesen. Auch die Zahl der Auszubildenden reiche nicht aus, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Im vergangenen Jahr haben etwa 12.000 Azubis einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Gleichzeitig seien aber etwa 16.000 Beschäftigte in den Ruhestand gegangen.

Um die Lücken zu schließen, suchen auch immer mehr Unternehmen nach neuen Mitarbeitern im europäischen Ausland. Insbesondere die europäischen Krisenländer Spanien, Portugal und Griechenland wecken das Interesse der deutschen Bauunternehmen. Die Bemühungen sind offenbar von Erfolg gekrönt, denn die Zahl der Beschäftigten mit ausländischem Pass war 2013 um 11,6% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Beschäftigten betrug damit 10,7% im September 2013. Im September 2009 habe ihr Anteil erst 7,8% ausgemacht.

Architektur-/Ingenieurbüros
Bauunternehmen
Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB)
Thomas Bauer
Sonja Smalian
Karriere28.05.2014
Die Innung Sanitär Heizung Klima Frankfurt am Main hat eine Ausbildungsoffensive gestartet und will ihre Mitgliedsbetriebe stärker bei der Nachwuchsrekrutierung unterstützen. ... 

Ausbildungsbetrieben wird von der Innung die Prüfungsgebühr für die Gesellenprüfung in Höhe von 250 Euro erstattet, sofern der Azubi die Prüfung besteht. "Wer nicht sät, kann nicht ernten. Wir müssen uns auf unsere eigenen Kräfte verlassen, sonst machen es andere Industrieunternehmen", sagt der gerade wiedergewählte Obermeister Peter Paul Thoma.

Vom Fachkräftemangel ist besonders das Berufsfeld Bau und Gebäudetechnik betroffen, wie die Engpassanalyse 2013 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigte. Bei insgesamt 31% der 62 verschiedenen Berufsgattungen dieses Bereichs stellten die Forscher Fachkräftemangel fest. Häufig würde es an Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung fehlen. Besonders stark betroffen seien Berufe aus der Gattung der Kältetechnik sowie Sanitär, Heizung und Klimatechnik. Die Schwierigkeiten in der Rekrutierung sind so groß, dass die Handwerkskammer Rhein-Main im vergangenen Jahr 50 Azubi-Anwärter aus Spanien für kleine und mittelständische Unternehmen in der Region anwarb.

Dabei klingen die Ausbildungszahlen zum Teil recht positiv: 11.019 junge Menschen schlossen 2013 einen Ausbildungsvertrag zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ab. Damit belegt der Beruf Rang 14 der beliebtesten Ausbildungen in Deutschland. Für die Berufe Mechatroniker für Kältetechnik entschieden sich hingegen nur 1.179 (Rang 83) und für den Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme gar nur 102 (Rang 208).

Entwicklung/Planung/Bau
Facility-Management/Gebäudetechnik
Innung Sanitär Heizung Klima Frankfurt
Peter Paul Thoma
Sonja Smalian
Nach oben wird es 2014 für Umsätze wie auch Gewinne gehen, glauben gut zwei Drittel der vom DDIV befragten Immobilienverwaltungen.

Nach oben wird es 2014 für Umsätze wie auch Gewinne gehen, glauben gut zwei Drittel der vom DDIV befragten Immobilienverwaltungen.

Bild: BilderBox.com

Karriere28.05.2014
69% der Immobilienverwalter in Deutschland erwarten in diesem Jahr höhere Gewinne. Das zeigt eine Umfrage des Dachverbands Deutscher Immobilienverwalter. Doch die Vergütungssätze sind ... 

Die Grundvergütungen der Immobilienverwalter sind kaum höher als 2010 oder gar gesunken. Bei Eigentümergemeinschaften mit bis zu zehn Einheiten betrugen die WEG-Verwalterpauschalen durchschnittlich 21,67 Euro pro Einheit und Monat. Das entspricht preisbereinigt einem Plus von 1,5% im Vergleich zu 2010.

Die Vergütungssätze für eine WEG-Verwaltung mit mehr als 100 Wohneinheiten sanken von 16,20 Euro (2010) auf 15,91 Euro (2014). Bei der Sondereigentumsverwaltung lagen die Netto-Grundvergütungen bei bis zu zehn Wohneinheiten bei 22,27 Euro (2010: 18,42 Euro). In Anlagen mit mehr als 100 Wohneinheiten betrugen sie 18,50 Euro (2010: 16,98 Euro). Auch in diesem Bereich rutschen die Verwalter preisbereinigt mitunter ins Minus, beklagt der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV), der für sein Branchenbarometer 351 Immobilienverwaltungen in Deutschland befragt hatte.

Die Stundensätze sind von 2010 bis 2014 um bis zu 7,7% gestiegen (ohne Preisbereinigung). Am höchsten sind sie bei Ingenieuren mit 64,49 Euro (2010: 59,87 Euro), gefolgt von Geschäftsführern/Inhabern die 63,79 Euro (2010: 61,82 Euro) erhielten. Für Techniker gab es 2014 mit 47,35 Euro weniger als 2010 (48,31 Euro). Die Stundensätze von Sachbearbeitern beliefen sich auf 45,82 Euro (2010: 42,90 Euro). Die Umfrage offenbart ein großes West-Ost-Gefälle: Techniker verdienen in den neuen Bundesländern 40% weniger als in den alten. Bei Ingenieuren beträgt die Differenz 20% und bei Sachbearbeitern 13%.

Angesichts dieser Zahlen überrascht es kaum, dass knapp jede vierte Verwaltung im Osten Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Technikern vorhersagt. Insgesamt 62% der Befragten sehen es als schwierig an, künftig qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. Besonders an Sachbearbeitern und Buchhaltern mangele es ebenfalls. Für den Beruf gibt es keine eigene Ausbildung. DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler könnte sich jedoch vorstellen, dass der Verwalterberuf langfristig innerhalb der Ausbildung zum Immobilienkaufmann ein Schwerpunktfach wird.

Die Verwalter haben 2013 im Schnitt 562.000 Euro Umsatz erwirtschaftet und die Branche will weiter wachsen. Bei den Projekten Sanierung und Energieeffizienz spielen die Verwalter eine wichtige Rolle. 69% der Befragten rechnen in diesem Jahr mit steigenden Umsätzen - und Gewinnen. Mehr als jedes dritte Unternehmen erwartet sogar ein Umsatzplus von mehr als 10%.

Doch nicht alle schauen so positiv in die Zukunft: Knapp 12% der befragten Unternehmen gehen von sinkenden Umsätzen aus. Mit einem Anteil von 15% befürchten vor allem Verwalter in der Größenordnung 1.000 bis 3.000 Einheiten, dass die Umsätze in diesem Jahr niedriger ausfallen könnten. Sie hatten 2013 am häufigsten Personal eingestellt (58%) und lagen damit über dem Schnitt von 41%. Bei mehr als zwei Drittel der Kleinstverwaltungen hingegen blieb die Mitarbeiterzahl konstant.

Um die Mitarbeiter zu fördern, setzen drei Viertel der Unternehmen auf Weiterbildungen. Der DDIV hat vor kurzem mit dem Europäischen Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ) eine Kooperation vereinbart. Gemeinsam sollen Angebote entwickelt werden. Angedacht sei auch die Konzeption eines dualen Studiengangs, sagt Kaßler. Damit dürfte er bei den Verwaltungen offene Türen einrennen. 57% würden einen Mitarbeiter unterstützen, der sich für ein duales Studium entscheidet. Bei den Großverwaltungen sagen das sogar 92% der Teilnehmer der Befragung.

Die Studie kann beim DDIV bestellt werden (E-Mail: info@ddiv.de).

Property-Management / Haus- u. Grundstücksverwaltung
Dachverband Deutscher Immobilienverwalter DDIV
Martin Kaßler
Sonja Smalian
Karriere22.05.2014
Der Anmeldeschluss für das fünfte IZ-Karriereforum für die Immobilienwirtschaft naht: Bis zum 1. Juni 2014 können sich Studenten, Absolventen und Young Professionals für die Karrieremesse ... 

Die Teilnehmer werden am Samstag, den 14. Juni 2014 von rund 30 Arbeitgebern, darunter Bilfinger, CBRE, ECE, Drees & Sommer, Kaufland und DIC auf dem Campus der Goethe-Universität Frankfurt erwartet. Die Aussteller haben insgesamt mehr als 450 Stellenangebote im Gepäck. Integriert in die Job- und Karrieremesse ist zudem der 5. RICS- Hochschultag.

Neben den Gesprächen mit Personalverantwortlichen an den Unternehmensständen können die Besucher ihre Bewerbungsmappen von Beratern prüfen lassen (begrenzte Teilnehmerzahl!). In den Ausstellersessions präsentieren sich zwölf Unternehmen jeweils eine Viertelstunde lang und informieren über ihre Geschäftsfelder, Einstiegsmöglichkeiten und besonders gesuchte Qualifikationsprofile.

Parallel dazu finden im Vortragssaal Diskussionsrunden mit Praktikern statt, die über ihren Berufsalltag berichten. Schwerpunkte sind in diesem Jahr mögliche Karrierewege für Immobilienprofis im öffentlichen Dienst. Außerdem stellen drei Young Professionals ihre Berufe vor. Sie arbeiten als Property-Manager, Projektmanager und Immobilienberater.

Sie haben eine Frage zum Thema Bewerbung? Bitte schicken Sie uns Ihre Fragen an MeineFrage@iz.de zu. Zwei Personaler beantworten sie Ihnen live auf der Bühne. Unter www.iz-jobs.de/Karriereforum finden Sie weitere Informationen. Ein Ticket kostet 39 Euro inkl. Mittagessen und Getränken.

Immobilienmanagement
Ausbildungsstätten
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Sonja Smalian
Bevor eine Kündigung ausgesprochen wird, erhält der Arbeitnehmer meist
eine Abmahnung. Diese verbleibt dauerhaft in der Personalakte.

Bevor eine Kündigung ausgesprochen wird, erhält der Arbeitnehmer meist eine Abmahnung. Diese verbleibt dauerhaft in der Personalakte.

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Karriere22.05.2014
Das Handy stellt der Arbeitgeber, die geschäftlichen Kontakte sind oft im eigenen Xing-Profil gespeichert und zu manchen Geschäftspartnern werden fast freundschaftliche Verbindungen gepflegt. ... 
Immobilien Zeitung: Frau Scheicht, jeder zehnte deutsche Arbeitnehmer kommt einmal im Monat zu spät zur Arbeit. 5% sind sogar mindestens einmal pro Woche nicht pünktlich, zeigt eine aktuelle Studie von CareerBuilder und JobScout24. Die Unternehmen lassen solches Fehlverhalten nicht ungesühnt. Ein Viertel der Personaler hat deswegen schon einmal eine Kündigung ausgesprochen. Wie schnell muss ein Arbeitnehmer mit solch drastischen Mitteln rechnen?

Katrin Scheicht: Regelmäßiges Zuspätkommen zählt zu den häufigsten Auslösern für Konflikte am Arbeitsplatz. Wie gravierend dieses Fehlverhalten ist, hängt jedoch von den Umständen ab. Gibt es in dem Unternehmen feste oder flexible Arbeitszeiten oder hat der Arbeitnehmer Kundenkontakt ab einer bestimmten Uhrzeit? Das sind Aspekte, die in die Bewertung einfließen.

IZ: Dem morgendlichen Nachzügler droht also nicht sofort die Kündigung?

Scheicht: Nein, wahrscheinlich nicht. Zunächst dürfte es ein Gespräch mit dem Vorgesetzten oder dem Personaler geben. Bessert sich das Verhalten nicht, folgt eine schriftliche Abmahnung, die in der Personalakte verbleibt. Kommt der Mitarbeiter auch nach der Abmahnung weiterhin zu spät, kann der Arbeitgeber eine zweite Abmahnung oder u.U. eine Kündigung aussprechen.

IZ: Wenn es keine Stechuhr gibt, wer dokumentiert dann die Arbeitszeit?

Scheicht: Der Arbeitgeber ist zwar zur Erfassung der Arbeitszeit, die acht Stunden überschreitet, verpflichtet, doch er kann dies an den Mitarbeiter delegieren.

IZ: Muss der Arbeitnehmer dann nur darauf achten, dass die Gesamtsumme stimmt?

Scheicht: Nicht ganz, denn wenn es eine Kernarbeitszeit gibt, dann müssen alle Mitarbeiter, auch solche im Außendienst, wie z.B. Makler, während dieser Zeit arbeiten.

IZ: Im Büro lockt der stete Internet-Zugang, mal schnell die privaten E-Mails zu checken. Ab wann sollten Angestellte auf die Uhr gucken, wenn sie privat im Internet surfen?

Scheicht: Wenn die Privatnutzung erlaubt ist, heißt das Stichwort "sozialadäquat", d.h. die private E-Mail-Nutzung muss in einem annehmbaren Verhältnis zur Gesamtarbeitszeit stehen. Gelegentlich zehn Minuten sind bei einem achtstündigen Arbeitstag i.d.R. nicht abmahnfähig.

IZ: Kann ein Arbeitgeber die private Nutzung des Internets gänzlich verbieten?

Scheicht: Ja, theoretisch kann er die Nutzung untersagen. Im Jahr 2014 erlauben aber viele Arbeitgeber die Privatnutzung.

IZ: In bestimmten Fällen darf der Arbeitgeber E-Mails eines Mitarbeiters öffnen. Wenn jemand auch seine private Korrespondenz über den Firmen-Account laufen lässt, wie kann er diesen Schriftverkehr kennzeichnen, um ihn zu schützen?

Scheicht: Wenn die Privatnutzung erlaubt ist, kann der Arbeitgeber nicht ohne weiteres auf den E-Mail-Account zugreifen. Zusätzlich kann in die Betreffzeile das Wort "Privat" geschrieben werden, um Zugriffe auf die privaten E-Mails noch weiter zu vermeiden.

IZ: Gilt für privates Telefonieren auch das Stichwort "sozialadäquat"?

Scheicht: Ja, und zwar auch, wenn die Telefonate in der Arbeitszeit vom privaten Handy und nicht vom Büro-Telefon geführt werden. In besonders schweren Fällen riskiert der Mitarbeiter durchaus eine fristlose Kündigung.

IZ: Was heißt schwerer Fall übersetzt für Nicht-Juristen?

Scheicht: Der Mitarbeiter einer Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft hatte innerhalb von sechs Wochen 18 Stunden lang nach Mauritius telefoniert - vom Anschluss seines Kollegen. Das ist ein schwerer Fall und das kostete ihn den Job.

IZ: Heutzutage wird von vielen Angestellten erwartet, dass sie über ein großes Netzwerk verfügen. Um das zu pflegen, sollen sie regelmäßig an Veranstaltungen teilnehmen, die oft abends stattfinden. Auch wenn dort die Atmosphäre eher locker ist, handelt es sich dabei nicht um ein Treffen unter Freunden. Gilt das als Arbeitszeit?

Scheicht: Nein, denn nach überwiegender Meinung werden Geschäftsessen und ähnliche Veranstaltungen nicht als Arbeitszeit angesehen.

IZ: Darf der Arbeitnehmer am nächsten Tag wenigstens entsprechend später ins Büro kommen?

Scheicht: Es gibt vielleicht Positionen, bei denen es erlaubt ist. Generell sollten Arbeitnehmer prüfen, wie solch ein Fall in ihrem Unternehmen und für ihre Position geregelt ist.

IZ: Welche Voraussetzungen müssen denn gegeben sein, damit der Fachvortrag mit Canapées um 19:30 Uhr vom Arbeitgeber vergütet wird?

Scheicht: Zum einen muss es einen konkreten Bezug zur Arbeit geben, und zum anderen sollte der Arbeitgeber den Mitarbeiter entsandt haben. Doch selbst dann dürfte es sich nur in Ausnahmefällen um Arbeitszeit handeln, weil die Beanspruchung generell geringer ist als im Büro.

IZ: Nehmen wir an, dass es sich um Arbeitszeit handelt. Bekommt der Arbeitnehmer dann die Überstunden vergütet?

Scheicht: Das hängt vom Arbeitsvertrag ab. Gibt es keine Regelung, kann der Mitarbeiter z.B. einen Anspruch haben, wenn sein Gehalt unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung liegt. Dies sind aktuell 71.400 Euro Bruttojahresgehalt in den alten Bundesländern und 60.000 Euro in den neuen.

IZ: Frau Scheicht, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führt Sonja Smalian.

Norton Rose Fulbright
Rechtsanwalt/Steuerberater
Katrin Scheicht
IZ
Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind im vergangenen Jahr abermals gestiegen. Von dieser Entwicklung profitierten auch die Auszubildenden in immobilienwirtschaftlichen Berufen. Für sie gab ... 

Die durchschnittliche tarifliche Bruttomonatsvergütung für Auszubildende in Deutschland betrug 761 Euro im vergangenen Jahr. Während in den alten Bundesländern die Auszubildenden mit 767 Euro etwas mehr erhielten, lag ihre Vergütung in den neuen Bundesländern mit 708 Euro im Monat nicht nur unter dem Bundesdurchschnitt, sondern auch knapp 8% unter der Vergütung ihrer Kollegen im alten Westen.

Doch beide Gruppen konnten sich freuen: 2013 erhöhten sich die tariflichen Ausbildungsvergütungen abermals um 4,1% in den alten und um 5% in den neuen Bundesländern. Damit wurde der Trend aus dem Jahr 2012 sogar bis auf die Nachkommastelle exakt fortgeschrieben. Jährlich wertet das Bundesinstitut für Berufsbildung die tariflichen Ausbildungsvergütungen aus. Die Forscher haben 184 Berufe in West- und 152 Berufe in Ostdeutschland untersucht, in denen 88% der Auszubildenden ausgebildet werden.

Von den steigenden Vergütungen profitierten auch die Auszubildenden in den immobiliennahen Berufen, wie die BIBB-Untersuchung zeigt. Anders als im Jahr 2012, als die Immobilienkaufleute eine Nullrunde verzeichneten, sind 2013 die tariflichen Ausbildungsvergütungen in allen untersuchten Berufen gestiegen, allerdings mit großen Unterschieden. Die Spannbreite der Steigerungsraten reichte dabei von 1,9% bis zu 10%.

Diese extremen Unterschiede spiegelten sich u.a. im Beruf der Fachkraft für Schutz und Sicherheit wider. Die angehenden Sicherheitskräfte konnten sich über die höchste Steigerungsrate der immobiliennahen Berufe in den alten Bundesländern mit einem Plus von 7,1% freuen. Doch in den neuen Bundesländern belegten sie mit einer Steigerungsrate von nur 1,9% den letzten Platz. Während ihre Kollegen im Westen also 44 Euro pro Monat mehr im Portemonnaie hatten, gab es für die Sicherheitskräfte in Ausbildung im Osten nur 9 Euro mehr. Am stärksten erhöhte sich die Vergütung der Gebäudereiniger. Das Plus von 10% entsprach 55 Euro pro Monat mehr.

Nicht nur die Steigerungsraten, auch die Höhe der Ausbildungsvergütungen variierten erheblich: Am meisten verdienten angehende Maurer in den alten Bundesländern. Sie erhielten im Schnitt 999 Euro (Ost: 803 Euro). Im dritten und letzten Lehrjahr überschritt ihre Vergütung 2013 als einziger immobiliennaher Beruf sogar die 1.000-Euro-Grenze mit 1.299 Euro (Ost: 1.017 Euro).

Die Ränge zwei bis vier belegten in den alten Bundesländern die drei Ausbildungsberufe Elektroniker für Gebäude und Infrastruktursysteme (945 Euro), Bauzeichner (905 Euro) und Immobilienkaufleute (870 Euro). In den neuen Bundesländern führen die Rangliste die angehenden Elektroniker/innen für Gebäude- und Infrastruktursysteme mit einer durchschnittlichen Ausbildungsvergütung von 912 Euro an, gefolgt von den Immobilienkaufleuten (870 Euro), den Maurern (803 Euro) und den Bauzeichnern (742 Euro).

Schlusslichter im Westen waren die Berufe Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit 590 Euro sowie die Mechatroniker für Kältetechnik mit 594 Euro. Im Osten verdienten die angehenden Fachkräfte für Schutz und Sicherheit mit 495 Euro bzw. die Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (564 Euro) am wenigsten. Generell bestanden deutliche Differenzen auch zwischen den Ausbildungsbereichen. Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden in Industrie und Handel (West: 839 Euro bzw. Ost: 764 Euro) sowie im öffentlichen Dienst (West und Ost: 830 Euro) gezahlt. Die Vergütung in den Handwerksberufen lag im Allgemeinen unterhalb des Gesamtdurchschnitts mit 638 Euro in den alten und 542 Euro in den neuen Bundesländern.

Auch 23 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es kein einheitliches Vergütungsniveau zwischen Ost und West. Die Auszubildenden im Osten erhielten im Schnitt nur 92% des Westniveaus. Die immobiliennahen Berufe bildeten dabei keine Ausnahme, ausgenommen den Immobilienkaufmann. Die größte Differenz gab es bei den Fachkräften für Schutz und Sicherheit. Die Auszubildenden im Osten erreichten durchschnittlich nur 75% des Vergütungsniveaus ihrer West-Kollegen.

Marktforschung/Research
Bundesinstitut für Berufsbildung
Sonja Smalian
Der Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft hat zum zweiten Mal einen Nachwuchsförderpreis für Absolventinnen immobilienwirtschaftlicher Studiengänge an deutschen Hochschulen ausgelobt. ... 

Der Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft hat zum zweiten Mal einen Nachwuchsförderpreis für Absolventinnen immobilienwirtschaftlicher Studiengänge an deutschen Hochschulen ausgelobt. Eingereicht werden können Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten, die mindestens mit der Note 1,5 bewertet wurden, und deren Prüfung zwischen dem 1. April 2013 und dem 31. März 2014 abgeschlossen worden ist. Das Preisgeld in den drei Kategorien Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten beträgt jeweils 1.250 Euro. Bis zum 31. Mai 2014 müssen die Arbeiten an die Geschäftsführerin Evelyn Haindl- Mehlhorn gesandt werden. Verliehen wird der Preis auf der Expo Real 2014. Informationen unter www.immofrauen.de.

Verbände
Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft
Evelyn Haindl-Mehlhorn
Sonja Smalian
Die Ifma International Facility Management Association veranstaltet am Mittwoch, den 11. Juni 2014 eine Online-Karrieremesse. Die so genannte Virtual Career Fair findet von 13 Uhr bis 16 Uhr ... 

Die Ifma International Facility Management Association veranstaltet am Mittwoch, den 11. Juni 2014 eine Online-Karrieremesse. Die so genannte Virtual Career Fair findet von 13 Uhr bis 16 Uhr Eastern Standard Time (7 Uhr bis 10 Uhr MEZ) statt. Die Teilnahme ist für Bewerber kostenlos. Sie können sich im Einzel-Chat live mit Personalverantwortlichen der vertretenen Unternehmen austauschen. Dafür müssen sie zuvor ein kostenloses Profil mit ihren Kontaktdaten anlegen und einen Lebenslauf hochladen. Ein etwa zweiminütiges Video erläutert den Ablauf. Veranstaltungssprache ist Englisch. Weitere Informationen gibt es unter www.ifma.org (Menü: Events).

Facility-Management/Gebäudetechnik
Verbände
International Facility Management Association (Ifma)
Sonja Smalian
Noch während ihrer Studentenzeit an der HfWU Nürtingen-Geislingen
gründeten Roman Herdt, Sven Kersten, Sven Gruber und Benjamin Lauser
(v.l.n.r.) ihr Unternehmen Immoraum. Jetzt wollen sie die ersten
Praktikanten einstellen.

Noch während ihrer Studentenzeit an der HfWU Nürtingen-Geislingen gründeten Roman Herdt, Sven Kersten, Sven Gruber und Benjamin Lauser (v.l.n.r.) ihr Unternehmen Immoraum. Jetzt wollen sie die ersten Praktikanten einstellen.

Bild: Immoraum

Karriere08.05.2014
Vom Hörsaal in den Chefsessel - den direkten Sprung in die Selbstständigkeit nach dem Hochschulabschluss wagen nicht alle Gründer. Manch einer gibt dem Wunsch, ein eigenes Unternehmen ... 

Dass er sich einmal selbstständig machen würde, stand für Sven Gruber schon zu Beginn seines Studiums fest. Die Mutter des 27-Jährigen ist auch Unternehmerin und so sei er mit dem Gedanken aufgewachsen. Während seines Bachelorstudiums Immobilienwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) Nürtingen-Geislingen lernte er mit Roman Herdt, Sven Kersten und Benjamin Lauser drei Gleichgesinnte kennen. Gemeinsam gründeten sie im Oktober 2012 die Firma Immoraum in Stuttgart und beraten bei Verkauf und Vermietung von gewerblichen Immobilien sowie Wohn- und Geschäftshäusern. Bei der Gründung studierten drei von ihnen noch. So früh wagen nur wenige den Schritt in die Selbstständigkeit.

Tatsächlich verfolgen immer weniger Studenten immobilienwirtschaftlicher Fächer das Ziel einer Existenzgründung, wie die Umfrage zur IZ-Joboffensive aus den vergangenen Jahren zeigt: 25 (4%) der insgesamt 622 teilnehmenden Studenten an der letztjährigen Umfrage würden nach ihrem Abschluss gern unternehmerisch tätig sein, davon nur fünf Frauen. 2012 hatte die Existenzgründung noch eine höhere Konjunktur unter den Immo-Studierenden gehabt: Jeder zehnte wollte selbstständig sein. 2011 waren es sogar 15% gewesen.

Auch wenn sie direkt von der Hochschule in die Chefsessel wechselten, die Immoraum-Gründer konnten alle schon Berufserfahrung vorweisen. Jeder von ihnen hatte eine Ausbildung und Praktika absolviert: Gruber hatte u.a. Station bei ECE, BNP Paribas, Görtz und Knight Frank gemacht. Anderthalb Jahre nach der Gründung haben sie viele Erfahrungen gesammelt, können aber auch auf ihr Netzwerk bauen u.a. zu ehemaligen Professoren. "Das ist Gold wert", sagt Gruber. Alle sechs Monate trifft er sich mit seinem Mentor und diskutiert die Firmenentwicklung, um sich stetig zu verbessern. Interne Meetings halten die Gründer alle zwei Wochen ab. Sie vernetzen sich mit anderen Gründern im Stuttgarter Raum und engagieren sich in Branchennetzwerken wie dem Urban Land Institute, Immobilien Wirtschaft Stuttgart (IWS) oder dem German Council of Shopping Centers. Sich ein Netzwerk aufzubauen, gerade in großen Städten, sei ebenso wichtig, wie sich eine Vertrauensperson zu suchen, lautet denn auch Grubers Tipp an andere Gründer. Auch die Mitgründer sollte man sich mit Bedacht auswählen und prüfen, ob es fachlich passt und die Vertrauensbasis stimmt. Mit der Gründung eines Beratungshauses spiegeln sie einen bundesweiten Trend wider: Mehr als jede zweite Gründung findet im Dienstleistungssektor statt, zu dem auch das Grundstückswesen und Vermietung zählen, zeigt die Studie "Selbstständige sind anders: Persönlichkeit beeinflusst unternehmerisches Handeln" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) mit dem IZA Bonn. Doch die vier gehören auch einer Minderheit an: Nur 5% der Existenzgründer waren zuvor noch Studenten, heißt es in der Studie. Etwa zwei Drittel aller Gründer seien zum Gründungszeitpunkt zwischen 25 und 44 Jahre alt, bei steigendem Durchschnittsalter. Die höchste Gründungsrate weise die Altersgruppe von 25 bis 34 Jahren auf, gefolgt von der Altersgruppe 35 bis 44 Jahren. Das Gründungsinteresse steigt fünf Jahre nach dem Studienende deutlich an, wie das Global University Entrepreneurial Spirit Student´s Survey zeigt: Dann kann sich ein Drittel der Absolventen vorstellen, unternehmerisch tätig zu sein.

Auch Sandra Meyer hat sich erst mit Mitte 30 zum Gründen entschlossen, nachdem sie vier Jahre lang als Juristin für Bau- und Architektenrecht in einer Kanzlei gearbeitet hat. Sie betreute Shoppingcenter und hat darüber ihre Affinität zur Immobilie entdeckt. Dann kündigte sie und nahm sich ein Jahr lang Zeit, um zu reisen, von Hamburg nach Berlin umzuziehen und etwas Neues zu beginnen. "Jeder ist Entrepreneur in seinem eigenen Leben", sagt Meyer. Auf einem privaten Entrepreneur-Zirkel lernte sie ihren Mitgründer Jörn Apel kennen. Gemeinsam hoben sie StorageBook, ein Portal, um Lagerflächen zu mieten, aus der Taufe. Mit ihrem noch jungen Konzept bewarben sie sich für den You is now-Accelerator von ImmobilienScout24 - und wurden aufgenommen. Sie erhielten für die Programmdauer einen Arbeitsraum bei ImmobilienScout und wurden von Mentoren und Programmierern unterstützt. "Das war sehr wertvoll", sagt Meyer, und meint damit auch den Austausch mit den anderen Teams und die Coachings. Auf ihrer Agenda steht nun die Suchmaschinenoptimierung - das Feilen am Produkt bleibt ohnehin tägliche Aufgabe. Anderen Gründern rät sie, sich vor allem früh genug mit sich selbst zu beschäftigen, um herauszufinden, was man gern machen möchte, sagt Meyer. "Als Entrepreneur bin ich aktiv, gestalte etwas und übernehme Verantwortung." Seinen Ausdruck könne das dann auf ganz unterschiedliche Art finden: als Berater oder indem man Kinder großzieht.

Fabienne Schröder-Rust macht beides. Durch die Selbstständigkeit ist sie absolut Herrin über ihre Zeit. Das muss sie auch sein, denn sie kümmert sich um ihre zwei Kinder, sechs und neun Jahre alt, während ihr Mann als Berater in der Immobilienwirtschaft häufig unterwegs ist. Die 39-Jährige ist seit Ende ihres Studiums als PR-Beraterin tätig und hat u.a. die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei einer Tochtergesellschaft der damaligen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit unterstützt.

Immer noch wagen deutlich weniger Frauen als Männer den Sprung in die Selbstständigkeit. Frauen stellen knapp ein Drittel der Selbstständigen, machen aber gemessen an der Zahl erwerbstätiger Frauen nur 7% aus. Schröder-Rust hat schon einige Erfahrung gesammelt. Neben der PR-Arbeit beriet sie auch Banken bei der Einrichtung ihrer Räume nach dem Feng-Shui-Prinzip und bot mit einem Ladenlokal Kreativen aus der Rhein-Main-Region eine Vermarktungsplattform. Über Bekannte erhielt sie erste Aufträge, um Exposés für die Vermarktung von Wohnungen zu schreiben. Die Idee, sich als PR-Beraterin ganz auf die Immobilienbranche zu konzentrieren, war geboren. Sie gründete fsr Kommunikation und arbeitet nun mit einem Team von Grafikern und Fotografen zusammen. Ihren ersten Auftrag erhielt sie von Aberdeen. Dann fuhr sie mit ihrem Mann zur Expo Real, wo sie die Einladung zu einem Pitch ergatterte. Der Auftrag lautet: Sie soll drei Entwürfe für eine Vermarktungsbroschüre für ein Wohn- und ein Bürohaus erstellen. Ob sich die Arbeit gelohnt hat, weiß sie noch nicht - der Pitch ist noch nicht entschieden.

Viel Unterstützung für Existenzgründer

Für angehende Existenzgründer gibt es viele Informations- und Beratungsmöglichkeiten. Das Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) bietet unter der Adresse www.existenzgruender.de Informationen zu allen Gründungsphasen, zum Gründercoaching, zur Erstellung eines Businessplans sowie zu Wettbewerben und Veranstaltungen. Kostenlose Broschüren und eTrainings zu Themen wie Marketing oder Bankgespräch finden sich dort ebenso wie eine Adressdatenbank mit mehr als 25.000 Einträgen zu weiteren Ansprechpartnern. Dazu zählen auch die örtlichen Arbeitsagenturen sowie die Handwerks-, Industrie- und Handelskammern, die ebenfalls Gründer beraten und entsprechende Seminare anbieten. Die bundesweite Gründerwoche mit zahlreichen Veranstaltungen findet vom 17. bis 23. November 2014 (www.gruenderwoche.de) statt. Die Studenten der EBS Universität für Wirtschaft und Recht laden am 17. und 18. Oktober 2014 zum Entrepreneur-Congress, auf dem Studenten ihre Ideen Investoren vorstellen können (http://ebspreneurship.de). sma

TIPP

Eine Existenzgründung ist nichts für Sie? Dann kommen Sie doch zum IZ-Karriereforum für die Immobilienwirtschaft am 14. Juni 2014 nach Frankfurt. Rund 30 Aussteller präsentieren sich auf der Job- und Karrieremesse. www.iz-jobs.de/karriereforum

Immoraum Real Estate Advisors
Unternehmensberater/Consultants
Ausbildungsstätten
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU)
Sven Gruber
Roman Herdt
Sven Kersten
Benjamin Lauser
Sandra Meyer
Jörn Apel
Fabienne Schröder-Rust
Sonja Smalian