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Swiss Life AM packt deutsche Töchter unter ein Dach

Asset-Manager Corpus Sireo steht unter einem neuen Dach, ebenso wie seine Schwester Beos.

Asset-Manager Corpus Sireo steht unter einem neuen Dach, ebenso wie seine Schwester Beos.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Sell

Karriere12.07.2019
Swiss Life Asset Managers (AM) organisiert das Deutschlandgeschäft neu. Der Schweizer Vermögensverwalter hat eine Holding geschaffen, die alle Swiss-Life-AM-Geschäftsbereiche in ... 

Swiss Life Asset Managers (AM) organisiert das Deutschlandgeschäft neu. Der Schweizer Vermögensverwalter hat eine Holding geschaffen, die alle Swiss-Life-AM-Geschäftsbereiche in Deutschland steuert. Sie wird von Deutschlandchefin Tina Störmer geführt. Auch bei Corpus Sireo gibt es personelle Veränderungen.

Erst im Januar 2019 ist Tina Störmer als CEO von Swiss Life AM für Deutschland eingesetzt worden. Dieser Posten war neu und ein Vorzeichen für das, was nun greift. "In den vergangenen Monaten haben wir unsere strategische Neuausrichtung auf ein stabiles Fundament gestellt", sagt Störmer. "Nun starten wir die Umsetzung unserer Wachstumsziele." Das soll u.a. mit einer neu geschaffenen Geschäftsleitung gelingen, die sich vor allem aus Führungskräften der Gesellschaften vor Ort zusammensetzt. Sie steuert alle Geschäftsbereiche in Deutschland und ist als Holding für die zu Swiss Life AM zählenden Unternehmen in Deutschland zu verstehen.

Anett Barsch wird Entwicklungschefin

Anett Barsch, bei Corpus Sireo Geschäftsführerin für Projektentwicklung, hat jetzt als Head Real Estate Project Development in der Holding das Sagen für das gesamte Entwicklungsgeschäft von Swiss Life Asset Managers in Deutschland. Dieses umfasst sowohl die Büro- und Wohnungsprojekte von Corpus Sireo als auch die Projektentwicklungen des Leichtindustriespezialisten Beos.

Christine Bernhofer wird COO

Als Chief Operating Officer (COO) wird Christine Bernhofer, die Geschäftsführerin der deutschen Swiss Life Kapitalverwaltungsgesellschaft, eingesetzt. In ihren Verantwortungsbereich fallen die Entwicklung und das Management regulierter und nicht regulierter Fondsprodukte und Vehikel für Immobilien- und Wertpapieranlagen deutschen Rechts. Aktuell managt Swiss Life AM in Deutschland sieben Fonds und andere Anlagevehikel mit Vermögenswerten (AuM) im Wert von etwa 1 Mrd. Euro.

Beos-Vorstand Hendrik Staiger leitet Immobilien-Asset-Management

Den Titel des Head Real Estate Asset Management trägt Hendrik Staiger aus dem Vorstand der Swiss-Life-Tochter und Corpus-Schwester Beos. In Deutschland managt Swiss Life AM zurzeit ein Immobilienvermögen von über 23 Mrd. Euro, in ganz Europa sind es 81 Mrd. Euro.

Deutscher Vertriebschef (Head of Sales) ist Michael Hennig. Er ist bei Swiss Life AM in Deutschland schon seit März 2019 in einer leitenden Position tätig. Nun ist er für den Vertrieb und die Vermarktung aller Immobilienprodukte und Wertpapieranlagen von Swiss Life AM im deutschen Markt zuständig. Der Posten des Chief Financial Officer (CFO) wird vom externen Zugang Christian Schmid besetzt. Er geht zum 1. September 2019 an Bord. Sein bisheriger Arbeitgeber: der Rückversicherer Munich Re Group. Als Head Proprietary Insurance Asset Management firmiert jetzt Michael Essl. Er wirkt seit Mai 2018 bei Swiss Life AM als Chief Investment Officer Germany tätig.

Westerhove ist raus, Günther wieder Berater

Die operative Geschäftsführung von Corpus Sireo setzt sich jetzt nur noch aus Anett Barsch und Martin Eberhardt zusammen. Michael Westerhove, zuvor in Personalunion Chief Development und Chief Investment Officer, hat das Unternehmen verlassen. Und Ralph Günther, der nach dem Abgang von Ex-CEO Bernhard Berg eingesprungen war, zieht sich wieder auf den klangvollen Posten des "Advisor to the Swiss Life Group CIO Stefan Mächler" zurück.

Anke Pipke,Harald Thomeczek

Sind Sneaker im Job hip oder verzichtbar?

Commerz Real hat bei der Expo Real 2018 erstmals die weißen Sneaker als Erkennungsmerkmal eingeführt. Inzwischen sind sie intern ein Running Gag.

Commerz Real hat bei der Expo Real 2018 erstmals die weißen Sneaker als Erkennungsmerkmal eingeführt. Inzwischen sind sie intern ein Running Gag.

Quelle: Commerz Real

Karriere11.07.2019
Das Private greift immer mehr ins Berufliche über. Davon bleibt auch der Kleidungsstil in der Immobilienbranche nicht unberührt. Sneaker statt Lederschuhe, das ist einer der Trends, die ... 

Das Private greift immer mehr ins Berufliche über. Davon bleibt auch der Kleidungsstil in der Immobilienbranche nicht unberührt. Sneaker statt Lederschuhe, das ist einer der Trends, die um sich greifen. Die erfahrene Imageberaterin Katharina Starlay hinterfragt diesen modischen Kniff.

Jogi Löw war's. Der Bundestrainer der Fußball-Nationalmannschaft ist mitverantwortlich für das Phänomen, über das sich die Immobilienbranche zurzeit unterhält und oftmals schmunzelt: die weißen Sneaker von Commerz Real. Bei der Vorbereitung auf die Expo Real 2018 war das Organisationsteam des Wiesbadener Fonds- und Asset-Managers auf ein Foto der Profi-Kicker gestoßen, auf dem sie in dunkelblauen Anzügen und mit leuchtendweißen Sneakern posierten. "Das ist es", war der spontane Gedanke bei Commerz Real. Mehrere zuvor formulierte Anforderungen an das Messe-Outfit sahen die Organisatoren mit den Sneakern prompt erfüllt: Die Mitarbeiter sollten stilvoll gekleidet sein, sich ein wenig vom Bankenimage lösen, auch abseits des Messestands als Commerz Real identifiziert werden und sich in dem Outfit wohlfühlen. Der Betriebsrat segnete das Vorhaben ab, die Marketing-Maschinerie setzte sich in Gang.

Es entsponn sich ein Netz an Ideen rund um das Thema Sneaker. Sie sind inzwischen nicht einfach nur ein paar Schuhe, sie sind ein Erkennungsmerkmal nach außen und wirken identitätsstiftend nach innen. Vorstandsvorsitzender Andreas Muschter macht es vor. Bei jeder Gelegenheit des öffentlichen Auftritts trägt er weiße Sneaker - bei der Eröffnung des hauseigenen Digitalwerks genauso wie bei Vorträgen vor den Obersten der Immobilienbranche. Bei der Vermarktung über soziale Medien wie das Netzwerk LinkedIn darf der Hashtag #followthesneaker nicht fehlen, den Schuhen wurde sogar ein kurzer Video-Clip gewidmet. Die Schuhe als heimlicher Superstar.

Fragt man in die Runde weiterer Branchenvertreter, wird die Kampagne um die weißen Sneaker oftmals belächelt, mitunter heißt es, sie mache Commerz Real "sympathischer". Katharina Starlay, erfahrene Modedesignerin und Einkleiderin von Firmen, stellt die Frage, ob diese "interessante Marketingkampagne" dem Ziel diene, die richtigen Kunden anzusprechen und Vertrauen zu ihnen aufzubauen. Denn Vertrauen sei der ausschlaggebende Punkt in der nachhaltigen Kundengewinnung, findet sie. Und auch die Botschaft der Modernität darf hinterfragt werden: "Sneaker sehen wir seit mittlerweile vielen Jahren im Straßenbild", gibt Starlay zu bedenken. In einer textilen Welt, die auch auf der Businessebene zunehmend "casualisiere", könnten zu plakative Symbole oder eine zu starke Orientierung an Modetrends irritierend wirken, weil das eigene Profil nicht sichtbar werde.

"Das Berufs- und das Privatleben fließen immer mehr ineinander", erklärt Starlay. Althergebrachte Regeln würden zunehmend aufgebrochen, manch einer werde unsicher, was in Outfitfragen geht und was nicht. Also unterwerfen sich der Imageberaterin zufolge viele einer "freiwilligen Uniformierung" - statt sich mit dem individuellen Stil und der Frage auseinanderzusetzen, welche Botschaft die eigene Kleidung ausstrahlen soll.

Deutlich legerer als Commerz Real, ja fast schon jugendlich, präsentierten sich die Unternehmen NAI apollo und Corpus Sireo beispielsweise auf dem IZ-Karriereforum. Sie begegneten den Absolventen und Young Professionals in T-Shirts, Jeans oder Stoffhose, darunter Sneaker. Damit hoben sie sich von den vielen anderen Unternehmensvertretern ab, die zwar auch schon häufig ob der sommerlichen Temperaturen ohne Sakko, dafür aber mit weißem Hemd, Stoffhose und Lederschuhen auftraten. Bei Corpus Sireo hat das schon seit vier, fünf Jahren Tradition, zu jeder Expo Real gibt es für die Mitarbeiter ein neues T-Shirt. Es helfe unter anderem dabei, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und den Slogan "The real estate people" zu visualisieren. Gerade im Hochschulmarketing setzten sie das Shirt ganz konsequent ein, sagt Viola Frank, Senior Executive Manager im Human Resources Management. "Wir haben festgestellt, wir kommen so zwangloser ins Gespräch." Und das gute Feedback von außen bestärke sie in ihrem Engagement, Jahr für Jahr ein neues Shirt zu gestalten. Im Berufsalltag hingegen dominiere allerdings auch bei ihnen der Business-Style, das sei im Kundenkontakt ja selbstverständlich.

Auch Andreas Wende, Geschäftsführer bei NAI apollo, sieht es beim Hochschulmarketing mit den Outfitvorgaben nicht so eng. "Wir geben keinen Dresscode vor", sagt er. Er vertraue da seinem Organisationsteam.

Stilberaterin Starlay ist auch von einem allzu legeren Outfit bei Hochschulmessen nicht überzeugt. "Zu jugendliche Looks an reifen Persönlichkeiten gefährden die Glaubwürdigkeit", meint sie. Junge Menschen ticken zudem oft anders als viele vermuten. Die sogenannte Abiball-Generation habe sehr wohl großes Interesse an Dresscodes und gesellschaftlicher Kleidung. Entsprechend einer internationalen Studie empfindet diese Generation Kleidung wie bauchfreie Tops oder transparente Teile - also alles, was Nacktheit repräsentiert - eher als unangemessen am Arbeitsplatz.

Besonders viele Eindrücke des Modestils von Young Professionals in der Immobilienbranche sammelt auch Larissa Lapschies, Gründerin der Immobilienjunioren. Vor ein paar Jahren sei der dunkelblaue Anzug fast schon wie eine Uniform in der Branche getragen worden, erzählt sie. Inzwischen merkt auch sie eine Veränderung. Gerade in sehr innovativen Gegenden wie Berlin scheint das Flair der Start-up-Szene überzugreifen. "Dort wird mehr Individualität gelebt", sagt Lapschies. Und das auf eine sehr gepflegte Art und Weise mit hochwertigen und wohlausgewählten Details. Dabei sei der Anzug nicht unbedingt auf dem Rückzug, er werde nur vielfältiger interpretiert.

Ist der Auftritt von Unternehmensvertretern in T-Shirts und/oder Sneakern vielleicht auch nicht optimal, so darf allerdings ein anderer Aspekt nicht vergessen werden: die Wirkung nach innen, in die Firma selbst. Zahlreiche Mitarbeiter von Commerz Real tun es ihrem Chef nach und tragen die weißen Sneaker im Büro und auch privat. Etwa jeder Dritte verfüge über ein Paar, berichtet Pressesprecher Gerd Johannsen. Die Marketingabteilung habe inzwischen mehr als 300 Paare ausgegeben. Dabei handelt es sich immer um das gleiche Modell, immer in weiß, immer mit dem Schriftzug Commerz Real. Für die Teilnehmer an der Expo Real 2018 waren die Schuhe noch gratis. Aktuell können die Mitarbeiter ihr erstes Paar für 40 Euro erwerben, das ist etwa die Hälfte der unverbindlichen Preisempfehlung. Die andere Hälfte kommt aus der Unternehmenskasse. Alle weiteren Paare müssen die Kollegen voll bezahlen.

Die weißen Sneaker haben sich bei Commerz Real als Running Gag etabliert. Im Intranet werden Johannsen zufolge zahlreiche Selfies geteilt. Weiße Sneaker im Urlaub, weiße Sneaker in luftiger Höhe eines Windrads, weiße Sneaker überall. "Sie haben zu mehr Integration geführt", erklärt Johannsen.

Auch bei Corpus Sireo haben die T-Shirts einen hohe Stellenwert. Frank: "Sie werden dem Marketing aus den Händen gerissen."

Tipps zu Anzug, Krawatte und Socken

Die Imageberaterin Katharina Starlay beobachtet eine "Casualisierung" im modischen Auftreten der Geschäftswelt. Der Anzug habe aber noch immer seinen Platz. Schließlich habe er sich international etabliert und sei als passendes Outfit zu offiziellen und geschäftlichen Anlässen anerkannt. "Ein Anzug kann modern und inspirierend sein", unterstreicht sie. Es komme eben auf die richtige Wahl des Stoffes, des Schnitts, der Farben und Symbole an. Leger wirke zum Beispiel ein hellerer Anzug aus weichem, fließendem Stoff und mit einem lässigeren Schnitt. Darüber hinaus sei es wichtig, auf eine gute Verarbeitung und einen gepflegten Zustand zu achten - ebenso wie bei den restlichen Kleidungsstücken bis hin zu den Schuhen. Die Krawatte: Sie sei zwar "momentan nicht populär", sagt Starlay. Doch sie habe vielen Männern über Jahrzehnte hinweg Sicherheit gegeben. Ohne Krawatte müssten Männer darauf achten, den Rest ihrer Erscheinung interessanter zu gestalten. Ohnehin sei es wichtig, gerade die Partie um den Kopf, den Hals und die Brust attraktiv in Szene zu setzen. Erfolgreiche Gespräche werden mit Blick nach oben geführt. Am besten stellt man sich dazu den engen Ausschnitt einer Kamera vor. Dieser will gut bedient - aber nicht überfrachtet werden. Ein Blusenkragen, ein Anzugkragen, ein Tuch, Schmuck und halblange Haare sind oft zu viel des Guten. Bunte Socken können den Blick vom Gesicht weg nach unten lenken. Was auf einer Schuhmesse ein passender Kniff sein kann, könne im normalen Business auch kontraproduktiv sein. An welchen Stellschrauben man für welche äußere Wirkung der Kleidung drehen müsse, sei eine Wissenschaft für sich, gibt Starlay zu. Das Wissen um Textilien und Kleidung sei genauso ein Fachgebiet wie die Immobilienwirtschaft. Leider sei es in Deutschland nicht schick, sich chic zu machen - dabei sei doch jeder erste Kundenkontakt wie ein erstes Date. api

Katharina Starlay ist Modedesignerin, Imageberaterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. Seit 30 Jahren beschäftigt sie sich mit Kleidung und Stil. Zu ihren bestverkauften Büchern zählt der Titel "Stilgeheimnisse" (erschienen im Frankfurter Allgemeine Buch Verlag), ihr aktuelles Buch heißt "Tattoos im Job".

Anke Pipke

Wunscharbeitgeber haben viele Gesichter - und manchmal keines

Wer ist hier Student, wer Arbeitnehmervertreter? Speed-Dating auf dem IZ-Karriereforum 2019.

Wer ist hier Student, wer Arbeitnehmervertreter? Speed-Dating auf dem IZ-Karriereforum 2019.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Sell

Karriere04.07.2019
Eine spannende Aufgabe, Wohnortnähe oder Eigenverantwortung: Studierende setzen bei der Arbeitgeberwahl unterschiedliche Schwerpunkte. Und manche haben überhaupt keinen Wunscharbeitgeber. ... 

Eine spannende Aufgabe, Wohnortnähe oder Eigenverantwortung: Studierende setzen bei der Arbeitgeberwahl unterschiedliche Schwerpunkte. Und manche haben überhaupt keinen Wunscharbeitgeber. Denn so richtig lernt eine Firma erst kennen, wer dort arbeitet.

Dennis Hepp hat seinen Traumjob schon gefunden. Der 25-Jährige Saarländer arbeitet seit Mai bei BMW in München. Dabei sind ihm Autos eigentlich ziemlich egal: "Ich habe nicht den Anspruch, dass ich ein eigenes Auto habe. Wenn ich eins brauche, miete ich es mir über einen Shared Service oder nutze ein Fahrrad oder einen Elektroroller", sagt Hepp.

Große Namen aus der Immobilienbranche lassen Hepp eher kalt: Die JLLs oder CBREs dieser Welt sagen ihm persönlich nicht zu, erklärt er auf Nachfrage. Das sind zwar die bei Studenten mit Immobilienbezug beliebtesten Arbeitgeber, wie die diesjährige Arbeitsmarktumfrage der Immobilien Zeitung ans Licht gebracht hat (siehe "Der Nachwuchs votiert für JLL"). Hepp aber teilt diese Begeisterung nicht: "Solche Firmen machen oft das Angebot, die Kosten um einen bestimmten Prozentsatz zu senken. Doch die Konzepte hinter solchen Angeboten sind fragwürdig ..."

Hepp ist im Corporate Real Estate Management (CREM) tätig. Bei BMW leitet er ein Teilprojekt zur Einführung eines "Integrated Workplace Management Systems". "Dadurch wird eine Digitalisierung des Immobilienbestands stattfinden, und wir können unseren wichtigsten Kunden, unseren Mitarbeitern, bessere Services anbieten und unser Tagesgeschäft verschlanken", schwärmt er. Studiert hat Hepp an der TU Kaiserslautern und der FH Münster. Zuerst machte er einen Bachelor in Facility-Management (FM), dann packte er einen Master in Immobilienmanagement/FM drauf. Namhafte Automobilhersteller haben es ihm anscheinend angetan: Bei Audi machte er im Studium ein Praktikum im Bereich Infrastruktur- und Parkplatzmanagement. Später verbrachte er bei der Volkswagen-Tochter ein halbes Jahr als Masterand in der Energie-und Umweltabteilung in Mexiko. Seine Masterarbeit dreht sich um die CO2-Neutralität des mexikanischen Audi-Werks.

Wenn er nach den Kriterien seiner Arbeitgeberwahl gefragt wird, sagt der junge Mann: "Ich wollte zu einem breit aufgestellten deutschen Unternehmen mit internationaler Ausrichtung, damit ich mich weiterentwickeln kann, gerne auch mit einer späteren Tätigkeit im Ausland." Die Corporate-Seite des Immobilienmanagements interessierte ihn schon im Studium am meisten. Er findet es gut, dass er nicht für irgendwen als Dienstleister agiert, sondern dass seine Kunden gleichzeitig seine Kollegen sind. Auch die Vielfalt der Nutzungsarten und Standorte macht den CREM-Job spannend: Produktion, Logistik, Büros, Showrooms und Spezialimmobilien.

Wichtig ist Hepp auch, dass er eine "geregelte Arbeitszeit" hat. Klar mache er auch mal Überstunden, wenn es nötig ist. Die sollen dann aber bitte nicht mit seinem Gehalt abgegolten sein. Wie viel er verdient, sagt Hepp nicht genau: Sein Bruttojahresgehalt liege im Bereich des Wunschgehalts von ca. 50.000 Euro, dass er mit dem Masterabschluss anstrebte. Bei BMW kann er Überstunden, wenn welche anfallen, abfeiern oder er bekommt sie ausbezahlt.

Das ist auch so ein Punkt, der in Hepps Augen gegen einschlägige Immobilienberater wie JLL oder CBRE spricht. Über Kommilitonen hat er Einblick in den Alltag eines Immobilienberaters: "Die Arbeitszeiten sind utopisch, und Überstundenausgleich wird kleingeschrieben." Die ausgeprägte Reisetätigkeit ist für ihn ebenfalls ein Malus: "Die sind immer nur unterwegs."

Hepps Radius dagegen ist überschaubar: Er kümmert sich um die Immobilien in und um München, dem Hauptsitz von BMW. Nicht, dass einer wie er, der ein halbes Jahr für seine Masterarbeit in Mexiko war, längere Reisen und Auslandsaufenthalte scheute. Und vor dem Schritt nach München ist der junge Mann aus dem Saarland schließlich auch nicht zurückgeschreckt. Nur: Es gibt halt noch ein Leben neben dem Job. Und das möge bitteschön nicht zu kurz kommen.

Ehemalige Mitstudenten von Hepp sehen das genauso: "Viele Kommilitonen von mir waren beim Kickoff nicht auf ein Unternehmen fokussiert. Sie wollten einen Job in der Nähe ihres Studienorts oder in ihrer Heimat." Die Nähe zum Wohnort war auch für Lena Schulte-Zweckel ausschlaggebend. "Ich habe einen Arbeitsweg von 15 Minuten", sagt die 26-Jährige, die in Bottrop wohnt und bei einem Familienbetrieb aus Gladbeck arbeitet, der Immobilien vermittelt, verwaltet und bewertet. Im Mai machte sie ihren Bachelor an der EBZ Business School in Bochum.

In dem Familienunternehmen machte Schulte-Zweckel bereits ihre Ausbildung zur Immobilienkauffrau. Schon bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz sah sie die Wohnortnähe als Vorteil an, "was sich im Nachhinein bestätigt hat". Und noch einen Pluspunkt kleinerer Firmen macht sie aus: "Verglichen mit meinen Mitschülern in der Berufsschule, welche überwiegend in großen Unternehmen tätig waren, war mein Aufgaben- und Verantwortungsbereich deutlich größer." Nach einer neuen Stelle schaut sich Schulte-Zweckel trotz Studienabschlusses aktuell nicht um. Sollte sich das ändern, würde die Nähe zum Wohnort diesmal "nicht die oberste Priorität sein", räumt die Bachelor-Absolventin ein. "Aufgrund des abgeschlossenen Studiums würde der Fokus eher in Richtung Karrierechancen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten gehen. Daher würde die Wahl auf ein großes Unternehmen fallen, das im besten Fall international vernetzt ist."

Schulte-Zweckel hat bei der Arbeitsmarktumfrage der Immobilien Zeitung keinen Wunscharbeitgeber angegeben - wie so viele andere Studenten auch: Von 358 Befragungsteilnehmern ließen immerhin genau 149 dieses Feld im Onlinefragebogen leer. "Ich persönlich habe keinen Wunscharbeitgeber", sagt etwa ein 25-Jähriger, der im vierten Mastersemester Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Bau an der TU Darmstadt studiert. Seine Aussage ist erfahrungsgesättigt: Abgesehen von Ferienjobs und dergleichen hat der junge Mann schon ein fünfmonatiges Praktikum in der Bauleitung bei einem mittelständischen Bauunternehmen absolviert und elf Monate als Werkstudent bei einem Baukonzern gearbeitet. Zurzeit jobbt er bei einem Projektentwickler.

Das Fazit des Masterstudenten fällt ernüchternd aus: "Bei meinen bisherigen beruflichen Stationen ist mir immer wieder aufgefallen, dass die Außenwahrnehmung und das tatsächliche Betriebsklima in keiner Weise miteinander übereinstimmen müssen." Oft fielen in der Außendarstellung Begriffe, deren Sinn sich erst im Arbeitsalltag erschließe. Ein Beispiel: Die Aussage "Bei uns erhalten Sie Raum, sich zu entwickeln", bedeutete übersetzt, "dass man mit einer sehr geringen Hilfestellung und Einweisung ein großes Arbeitspensum bewältigen musste".

Drei Dinge, findet der junge Mann, müssen bei einem Job zusammenkommen: "Das Team, in dem man arbeitet, die eigenen Arbeitsfelder - wobei man natürlich nie davon ausgehen kann, dass man nur genau das macht, worauf man Lust hat - und die extrinsischen Anreize. Solange diese Dinge zusammenpassen, ist es meiner Meinung nach egal, welcher Name am Eingang der Firma steht." Bei dem einen oder anderen Punkt wäre der Student bereit, Abstriche zu machen, wenn das Gesamtpaket stimmt. Der Haken an der Sache: "So eine Einschätzung lässt sich erst dann treffen, wenn man wirklich einige Zeit bei dem entsprechenden Arbeitgeber gearbeitet hat, und nicht, wenn man noch vor dem Bewerbungsgespräch steht."

Harald Thomeczek

Die beliebtesten Arbeitgeber: 2. CBRE

Mike Schrottke, Head of Human Resources bei CBRE in Deutschland.

Mike Schrottke, Head of Human Resources bei CBRE in Deutschland.

Quelle: CBRE

Karriere04.07.2019
Nun kennen wir sie, die zehn beliebtesten Wunscharbeitgeber der befragten Studierenden. Doch für wen wird der Wunsch Wirklichkeit? Die Unternehmen verraten uns, wie der Einstieg bei ihnen ... 

Nun kennen wir sie, die zehn beliebtesten Wunscharbeitgeber der befragten Studierenden. Doch für wen wird der Wunsch Wirklichkeit? Die Unternehmen verraten uns, wie der Einstieg bei ihnen funktionieren kann, welche Stellen sie bieten und was die Absolventen später erwartet. Ein Praktikum oder ein Werkstudentenjob zum gegenseitigen Kennenlernen ist bei allen schon mal ein guter Anfang. Dann klappt es später vielleicht auch mit einem Direkteinstieg.

Der börsennotierte US-Konzern mit insgesamt rund 90.000 Mitarbeitern versteht sich als der Welt größter Gewerbeimmobiliendienstleister. Rund 1.700 Leute arbeiten in Deutschland. Jeder Geschäftsbereich - oder wie es offiziell heißt: jede Business Line - ist praktisch ein eigenes kleines Unternehmen. Als da wären: Advisory & Transaction Services, Capital Markets, Building Consultancy & Project Management, Digital Advisory, Global Workspace Solutions, Valuation Advisory Services, Property Management. ""Wir bieten umfassende Immobiliendienstleistungen an - und haben deshalb auch für Absolventen und Studenten eine breite Palette an Jobs", wirbt Mike Schrottke, Head of Human Resources. Auch regional haben Hochschulabsolventen die Wahl. Sie können bei CBRE in allen sieben deutschen Niederlassungen starten: Frankfurt, Berlin, München, Stuttgart, Köln, Düsseldorf und Hamburg.

Was Abschlüsse angeht, ist CBRE nicht wählerisch: Das Unternehmen beschäftigt hierzulande Menschen mit 120 verschiedenen Abschlüssen. Des Englischen mächtig zu sein, ist dafür in einem US-Konzern mit Kundschaft aus aller Herren Länder eine Grundvoraussetzung - allein schon, um sich in den eigenen Business Lines zurechtzufinden.

In diesem Jahr stellte CBRE ungefähr 80 bis 90 Berufseinsteiger, duale Studenten, Praktikanten und Werkstudenten sowie Azubis und Schüler ein oder sucht noch nach passenden Köpfen. Neben dem Direkteinstieg bietet CBRE auch ein Traineeprogramm an - genauer: zwei verschiedene.

Eines davon richtet sich speziell an Absolventen, die sich für den Bereich Building Consultancy interessieren. Das andere ist generalistischer Natur und setzt sich meist aus den Bausteinen Capital Markets und Bewertung sowie einem dritten Bereich, z.B. Hotel, zusammen. In puncto duales Studium arbeitet CBRE mit der HWR Berlin (Bachelor Immobilienwirtschaft) und der IUBH (BWL, Fachrichtung Immobilienmanagement) zusammen.

Harald Thomeczek

Die beliebtesten Arbeitgeber: 6. PATRIZIA

Sabine Schillinger-Köhne, Head of HR Germany.

Sabine Schillinger-Köhne, Head of HR Germany.

Quelle: Patrizia Immobilien AG

Karriere04.07.2019
Nun kennen wir sie, die zehn beliebtesten Wunscharbeitgeber der befragten Studierenden. Doch für wen wird der Wunsch Wirklichkeit? Die Unternehmen verraten uns, wie der Einstieg bei ihnen ... 

Nun kennen wir sie, die zehn beliebtesten Wunscharbeitgeber der befragten Studierenden. Doch für wen wird der Wunsch Wirklichkeit? Die Unternehmen verraten uns, wie der Einstieg bei ihnen funktionieren kann, welche Stellen sie bieten und was die Absolventen später erwartet. Ein Praktikum oder ein Werkstudentenjob zum gegenseitigen Kennenlernen ist bei allen schon mal ein guter Anfang. Dann klappt es später vielleicht auch mit einem Direkteinstieg.

Das Investmenthaus Patrizia Immobilien mit Sitz in Augsburg sucht vor allem in den Bereichen Asset Management, Fund Management und Technology & Innovation nach qualifizierten Mitarbeitern. Wer dort den Einstieg schafft, trifft heute auf 842 festangestellte Mitarbeiter und 53 Werkstudenten und Praktikanten. Die Verteilung auf die beiden Geschlechter ist fast hälftig.

An sie wird vor allem die Anforderung gestellt, international ausgerichtet zu sein. Denn Patrizia positioniert sich weiterhin und zunehmend als globaler Partner für paneuropäische Immobilieninvestments. Zuletzt kaufte der Konzern die japanische Kenzo Capital Corporation dazu, um die globalen Aktivitäten auszuweiten.

Entsprechend fordert Patrizia von den Bewerbern für das Management-Traineeprogramm nicht nur einen Masterabschluss, sondern auch Auslandserfahrung. Generell sind Masterabsolventen in dem Haus sehr willkommen. Aber auch Bachelorstudenten dürfen sich gerne bewerben, so sie denn über praktische Berufserfahrung verfügen. Neben guten Noten in relevanten Einzelfächern sollten die Kandidaten sehr gute Englischkenntnisse und ein interkulturelles Verständnis mitbringen. Denn die standortübergreifende Arbeit in internationalen Teams gehört zum Geschäft.

Darüber hinaus kann ein Verständnis für die Möglichkeiten der Digitalisierung in der Immobilienbranche nicht schaden. Das ist ebenfalls ein Bereich, in dem sich Patrizia z.B. durch die Beteiligung an Unternehmen wie Evana und Control.IT engagiert.

Anke Pipke

Die beliebtesten Arbeitgeber: 9. ECE

Claudia Theisel, Director Human Resources bei ECE.

Claudia Theisel, Director Human Resources bei ECE.

Quelle: ECE

Karriere04.07.2019
Nun kennen wir sie, die zehn beliebtesten Wunscharbeitgeber der befragten Studierenden. Doch für wen wird der Wunsch Wirklichkeit? Die Unternehmen verraten uns, wie der Einstieg bei ihnen ... 

Nun kennen wir sie, die zehn beliebtesten Wunscharbeitgeber der befragten Studierenden. Doch für wen wird der Wunsch Wirklichkeit? Die Unternehmen verraten uns, wie der Einstieg bei ihnen funktionieren kann, welche Stellen sie bieten und was die Absolventen später erwartet. Ein Praktikum oder ein Werkstudentenjob zum gegenseitigen Kennenlernen ist bei allen schon mal ein guter Anfang. Dann klappt es später vielleicht auch mit einem Direkteinstieg.

Bei ECE arbeiten ca. 3.400 Menschen im In- und Ausland. Alleine rund 1.000 von ihnen kümmern sich um die rund 200 Shoppingcenter, die ECE managt, in Schuss hält und/oder umkonzeptioniert. Die Zahl der reinen Entwickler bei ECE beziffert Claudia Theisel, Director Human Resources, auf ca. 130. Sie betreuen bei ECE nicht nur den (Um-)Bau von Einkaufstempeln, sondern auch andere Assetklassen. ECE entwickelt - z.B. für die Schwester Hermes - auch Logistikflächen sowie Bürogebäude und Hotels.

Alleine im Hamburger Headquarter sind 1.400 Leute beschäftigt. ECE-Mitarbeiter in Deutschland sind im Schnitt 44 Jahre alt und zu 52% weiblich. Bei Führungskräften liegt der Frauenanteil - ohne die Technikchefs der Center - bei 45%. Knapp über die Hälfte aller ECEler sind Akademiker: Architekten, Ingenieure, Betriebs- und Volkswirte, ITler, Juristen, Stadtentwickler oder Soziologen. Die Fluktuation liegt 2019 bei 3,4%.

Centermanager und Leasingmanager bildet ECE in bis zu dreijährigen Traineeprogrammen selbst aus. Hochschulabsolventen, die diesen Weg einschlagen, kommen mit unterschiedlichen, meist kaufmännischen Studienschwerpunkten zur ECE. Wer Centermanager werden möchte und noch keine Einzelhandelserfahrung gesammelt hat, absolviert bei ECE eine mehrwöchige Ausbildung im Einzelhandelsbereich. Wer Asset-Manager werden möchte und einen Direkteinstieg sucht, für den ist eine Position als Asset-Controller, der dem Asset-Manager zwei, drei Jahre lang zuarbeitet, der übliche Startpunkt.

Fürs laufende Jahr kalkuliert Theisel mit 15 Direkteinsteigern sowie sieben bis zehn Trainees. Aktuell sucht sie Trainees für den Bereich Project & Design Management, Centermanagement und Leasing. Platz sowohl für Praktikanten als auch für Werkstudenten gibt es ebenfalls. Aktuell finden sich je ca. 50 in Hamburg und 20 in den Centern.

Harald Thomeczek