TH Aschaffenburg legt Digitales Immobilienmanagement auf

Karriere 01.04.2020
Die Technische Hochschule (TH) Aschaffenburg bringt im Wintersemester 2020/2021 den Bachelorstudiengang Digitales Immobilienmanagement an den Start. Thematisch dreht sich das neue Angebot u.a. um ... 

Die Technische Hochschule (TH) Aschaffenburg bringt im Wintersemester 2020/2021 den Bachelorstudiengang Digitales Immobilienmanagement an den Start. Thematisch dreht sich das neue Angebot u.a. um die Digitalisierung von Gebäuden/Städten, Prozessen (Digitalisierungsprojekte in Unternehmen) und Geschäftsmodellen mithilfe der Analyse und Auswertung vielfältiger Datenbestände. Als Regelstudienzeit werden sieben Semester angesetzt; vorgesehen ist dabei ein Praxissemester. Bewerbungen für den neuen Studiengang - wie auch für alle anderen Studiengänge an der TH Aschaffenburg - sind ab dem 2. Mai 2020 möglich.

Geleitet wird der Studiengang Digitales Immobilienmanagement von Dr. Verena Rock. Rock kam vor zehn Jahren als erste Professorin des damals neu aus der Taufe gehobenen Bachelorstudiengangs Internationales Immobilienmanagement nach Aschaffenburg. Absolventen von Diplom- und Bachelor-Studiengängen der Fachrichtungen Internationales Immobilienmanagement und verwandter Studiengänge können seit einigen Jahren auch einen Master in Immobilienmanagement an der TH Aschaffenburg draufsatteln.

Harald Thomeczek

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Baufirmen schicken 4,1% der Beschäftigten in Kurzarbeit

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Karriere 02.06.2020

IZ-Stipendium: Corona stellt mein Studium auf den Kopf (6)

Karriere 02.06.2020
Es ist der 13. März 2020, an dem uns Studierenden per Mail die vorübergehende Einstellung des Präsenzbetriebes an der HSBA mitgeteilt wird. Was viele schon geahnt hatten, ist also eingetreten ... 

Es ist der 13. März 2020, an dem uns Studierenden per Mail die vorübergehende Einstellung des Präsenzbetriebes an der HSBA mitgeteilt wird. Was viele schon geahnt hatten, ist also eingetreten – kein Unterricht mehr an der HSBA! Wann der gewohnte und von allen geschätzte Präsenzunterricht wieder aufgenommen wird, kann zu diesem Zeitpunkt keiner sagen.

Nichtsdestotrotz müssen die versprochenen Lerninhalte vermittelt werden – wenn nicht vor Ort, dann eben online. Die Digitalisierung ist damit nicht mehr nur ein Bestandteil des Studiums; sie bildet das unersetzbare Fundament.

Dieses Fundament ist an der HSBA in den letzten Jahren gelegt worden. Mit der Einführung von Microsoft Teams ist es gelungen, das Studium online abbilden zu können. Auch wenn die Studierenden diese Lösung zunächst kritisch betrachten, bietet die derzeitige Lage keine Alternative.

Drei Tage nach Bekanntgabe der Einstellung des Präsenzbetriebes findet unsere erste Online-Vorlesung statt. Der Dozent und die Studierenden treten pünktlich der Vorlesung bei und der Unterricht beginnt. Der Dozent kann seine Präsentation visuell zeigen, während alle Studierenden seinen mündlichen Ausführungen folgen. Für alle überraschend ist die tatsächlich problemlose Übertragung, die zuvor von allen Seiten angezweifelt worden ist. Auch die Audioqualität funktioniert einwandfrei.

Dennoch birgt die Online-Vorlesung einige signifikante Schwächen: Aufgrund der relativ hohen Teilnehmerzahl bleiben Gruppendiskussionen, die zuvor den Unterricht belebten, aus. Die von allen Studierenden geschätzten Workshops entfallen ebenfalls. Die Konzentrationskraft der Studierenden und auch der Dozenten lässt bereits nach wenigen Stunden nach.

Doch nicht nur der reguläre Unterricht muss fortgeführt werden, auch Klausuren stehen an. Da jedoch eine Vergleichbarkeit der Gegebenheiten (d.h. der Schummel-Möglichkeiten) online nicht überprüfbar ist, finden die Klausuren unter strenger Einhaltung der Hygienevorschriften vor Ort statt. Unter Auflagen wie dem Tragen einer Schutzmaske, speziell gekennzeichneten Laufwegen, Eintragungen in Listen, noch mehr Listen und noch viel mehr Desinfektionsmittel kann die Klausur schließlich geschrieben werden. Ergebnis offen.

Trotz der genannten Schwächen der Online-Vorlesung und der Umstände während der Klausurenphase sind wir Studierenden dankbar über die Möglichkeit den Unterricht und die Examen in Zeiten von Corona wahrnehmen zu können. Das ist nicht selbstverständlich! Ein besonderer Dank geht daher an das gesamte Team der HSBA.

Mirko Tinz

Immofrauen wollen Druck erhöhen

Engagierte Immofrauen bei der Staffelstabübergabe zum Vorstandsvorsitz an Katrin Williams (Dritte von links) im Herbst 2019.

Engagierte Immofrauen bei der Staffelstabübergabe zum Vorstandsvorsitz an Katrin Williams (Dritte von links) im Herbst 2019.

Quelle: Frauen in der Immobilienwirtschaft e.V., Urheber: Tim Neiertz

Karriere 28.05.2020
Die Vereinsmitglieder von Frauen in der Immobilienwirtschaft, liebevoll auch Immofrauen genannt, möchten Unternehmen ohne Frauenförderung stärker ins Licht rücken. Das ist nur eine ... 

Die Vereinsmitglieder von Frauen in der Immobilienwirtschaft, liebevoll auch Immofrauen genannt, möchten Unternehmen ohne Frauenförderung stärker ins Licht rücken. Das ist nur eine Maßnahme, um kompetente Frauen zu stärken.

"Ich habe kein Verständnis dafür, dass viele Unternehmen beim Frauenanteil in Führungspositionen immer noch eine Null angeben", sagt Bettina Timmler, Leiterin der Immofrauen-Regionalgruppe Rheinland und PR-Beraterin. Katrin Williams, Vorstandsvorsitzende und Gebietsmanagerin Immobilienwirtschaft bei Vodafone Kabel Deutschland in Leipzig, pflichtet ihr bei. Diese Haltung sei heutzutage nicht mehr tragbar. Unternehmen mit einer solchen Quote verkennen die gesellschaftliche Entwicklung und auch die positiven wirtschaftlichen Effekte, die nachweislich in Verbindung mit gemischten Teams stehen. Doch immerhin, der Trend zeige, sagt Williams, dass zunehmend viele Unternehmen auf geschlechtergemischte Führungsteams achten.

Ob die Präsenz von Frauen auf Chefposten überhaupt per Quote geregelt werden muss, darüber sind sich die Vereinsmitglieder nicht einig. In einer internen Umfrage unter knapp 400 Teilnehmern bereits im Jahr 2016 hatten 41% für eine Frauenquote gestimmt, 44% dagegen. An der Haltung hat sich bis heute kaum etwas geändert. "Junge Frauen sehen weniger die Notwendigkeit hierfür", erklärt Williams. "Ich finde es traurig, dass es einer Quote bedarf", ergänzt sie ihre eigene Meinung. Das zeige, dass der gesellschaftliche Druck offenbar nicht groß genug sei, um die Präsenz von Frauen in Chefetagen zu einer Selbstverständlichkeit werden zu lassen.

Ohne konkreten Hebel, direkt auf die Besetzung der Chefetagen Einfluss nehmen zu können, versuchen es die Damen in der Zwischenzeit mit sanfter Gewalt. "Wir planen in unserer internen Jobbörse noch mehr frauenfreundliche Unternehmen zu präsentieren", erzählt Vorstandsmitglied Anna Klaft, Leiterin Deutschlandvertrieb bei der Wisag Gebäudereinigung Holding. "Wir können auch Unternehmen kommunizieren, die eine Nullquote haben. Auch so können wir Druck ausüben." Das komme der Anspruchshaltung der Mitglieder entgegen. "Die Frauen sind in ihrer ersten Arbeitgeberwahl strategischer geworden", weiß Evelyn Haindl-Mehlhorn, ehemalige Immofrauen-Geschäftsführerin.

Dass es ein schwieriges und langwieriges Unterfangen ist, von außen Druck auf Unternehmen auszuüben, in Sachen Frauenförderung mehr Gas zu geben, müssen die Immofrauen immer wieder selbst erfahren. In diesem Jahr feiert der Verein sein 20-jähriges Bestehen. Und noch immer arbeitet er unermüdlich. "Unser Ziel ist, die Einflussmöglichkeiten von Frauen in der Immobilienbranche weiter zu stärken. Wir fordern eine gleichberechtigte Teilhabe, gleiche Bezahlung und sind deshalb Mitunterzeichner der Berliner Erklärung", sagt Williams. Mit regionalen Fortbildungen, Fachinformationen und internem Austausch will der Verein seine Mitglieder nicht nur weiterbilden, sondern auch das Netzwerk stärken. Zudem sieht Sonja Schneider, Leiterin der Regionalgruppe Rhein-Main und Development Managerin bei Corpus Sireo Real Estate, die Zusammenarbeit bei Projekten "als elementares Ziel des Vereins an. Wichtig ist die Generierung von Aufträgen, aber auch das Finden von verlässlichen Geschäftspartnern. Ich arbeite mit einigen Immofrauen regelmäßig zusammen. Und das ist es doch, was Frauen in ihrer Karriere weiterbringt." Und um engagierte Frauen darüber hinaus einem breiteren Publikum der Branche sichtbar zu machen, unterhält der Verein laut Williams "einen Referentinnen-Pool, aus dem Unternehmen Teilnehmerinnen für ihre Podien auswählen können." Darüber hinaus wollen sich die Immofrauen in diesem Jahr verstärkt um den Aufbau ihrer Präsenz in sozialen Medien kümmern und dort die Aktivitäten ihrer Regionalgruppen vorstellen.

Der Verein fühlt sich in seiner Arbeit nicht zuletzt durch "den regen Zulauf von Frauen aller Altersklassen und aus allen Regionen Deutschlands" bestärkt, wie es Vorsitzende Williams formuliert. Der Wunsch, sich gerade mit Frauen zu vernetzen, scheint ungebrochen.

Anke Pipke